So geht „grünes“ Online-Shopping

Seit dem Start der Corona-Pandemie boomt das Online-Shopping. Das ist zwar sehr praktisch, bedeutet aber auch Verpackungsmüll, Retouren, lange Transportwege und dadurch hohe CO2-Emissionen. Spannende Frage: Geht Online-Shopping auch klimafreundlich?

Besonders bei Kleidung lässt sich meist schwer einschätzen, wie die Größen ausfallen. Also wird kurzerhand doppelt oder gar dreifach bestellt und die unpassenden Kleidungsstücke werden zurückgeschickt. Das bedeutet doppelte Transportwege. Laut Retourenforschung der Uni Bamberg kommen auf diese Weise bundesweit 286 Millionen Retouren pro Jahr zustande. Würde man die zurückgesendeten Pakete aneinanderreihen, würden sie knapp dreimal um die Welt reichen.

ANZEIGE

Viele Händler entsorgen die überwiegende Anzahl an Retouren schlichtweg, weil es sich nicht lohnt, sie wieder ins Sortiment aufzunehmen. Das gilt nicht nur für Kleidung, sondern auch für neuwertige elektronische Geräte. Das bedeutet, dass ein solches Produkt nicht nur einen doppelten Transportweg verursacht hat, sondern auch vergeblich produziert wurde.

Um diesen Abfall zu vermeiden und das Recycling zu verstärken, wurde im vergangenen Oktober das Kreislaufwirtschaftsgesetz um die Obhutspflicht erweitert. Demnach müssen Hersteller beim Vertrieb ihrer Produkte dafür sorgen, dass deren Gebrauchstauglichkeit erhalten bleibt und sie nicht zu Abfall werden. Mit dieser Obhutspflicht hat der Staat zum ersten Mal auch eine rechtliche Handhabe gegen die Vernichtung von Neuware oder Retouren.

Logische Konsequenz der ansteigenden Zahl an Bestellungen: Es werden mehr Pakete ausgefahren und es kommt zu immer höheren CO2-Emissionen. Der Express-Versand hat dabei übrigens deutlich negativere Auswirkungen, weil die Fahrzeuge oft nicht voll beladen werden können. Wer frühzeitig bestellt, kann gegensteuern.

Der Expertentipp: „Um unnütze Versandwege zu verhindern, weil niemand zu Hause angetroffen wird, könnte man die Ware direkt an einer Packstation deponieren lassen, einen alternativen Ablageort am Grundstück vereinbaren oder einen Nachbarn angeben, bei dem die Lieferung im Falle der eigenen Abwesenheit abgegeben werden kann.“

Ein wichtiger Schritt: den Einkauf hinterfragen. Brauche ich das wirklich oder wurde ich nur von Werbeanzeigen verleitet? Kann ich das Produkt nur online kaufen oder gibt es das auch im Einzelhandel vor Ort? Bin ich mir sicher, dass diese Größe passt?

Zur Sicherheit kann man an einem gut passenden Kleidungsstück Maß nehmen und mit detaillierteren Größenangaben des Anbieters vergleichen. Falls es online keine konkreten Angaben gibt, kann man auch den Anbieter kontaktieren und um Details und Zentimeterangaben bitten. Dadurch können unnötige Fehlkäufe, Fahrtstrecken und vor allem Retouren vermieden werden.

Natürlich ersetzt nichts die Nachhaltigkeit eines Direkteinkaufs im regionalen Laden. Möchte oder muss man sich die Produkte aber dennoch liefern lassen, ist es tatsächlich umweltfreundlicher, diese in einem ökologischen Shop zu bestellen, weil dieser in der Regel auch beim Versand auf Nachhaltigkeit achtet.

Und schon die Online-Suche selbst kann nachhaltig gestaltet werden: durch „grüne“ Suchmaschinen, die nachhaltige Projekte fördern, wie etwa Ecosia. Zudem lohnt es sich, direkt nach Shops zu suchen, die sich in puncto Transport, Verpackungsmüll und Arbeitsbedingungen einem umweltfreundlichen Konzept verschrieben haben. Ob Mode, Lebensmittel, Möbel oder Bürobedarf – fair einkaufen kann man beispielsweise bei memolife, avocadostore oder kivanta.

Rudolf Huber / glp

Lungenkrebs: Vorsorge ist wichtig

Auch wenn die Lunge eines der wichtigsten Organe in unserem Körper ist, wird sie oft vernachlässigt. Anlässlich des „Tag des Lungenkrebs“ gibt der digitale Versicherungsmanager „Clark“ Tipps für die Lungengesundheit und -vorsorge.

Eine große Gefahr für die Lunge ist und bleibt das Rauchen. Vier von fünf Lungenkrebstodesfälle sind auf Nikotinkonsum zurückzuführen. Trotz der offensichtlichen Gefahren scheint der Weg zum Nichtraucher für so manchen sehr weit. Aber was bringt die Deutschen eigentlich wirklich dazu, dem Rauchen abzuschwören? Die Teilnehmer der Clark-Studie sehen gesundheitliche Gründe mit einem Anteil von 58 Prozent, gefolgt von finanziellen Gründen mit 28 Prozent als größte Anreize.

ANZEIGE

Wenn man sich einmal dazu entschlossen hat, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es einige Verhaltensweisen, die den Übergang zum Nichtraucher erleichtern können. Beispielsweise kann man gegen das Verlangen nach Nikotin auf Ablenkungen, wie das Lesen oder Ersatzweise das Essen eines Apfels oder Kauen eines (Nikotin-) Kaugummis zurückgreifen. Auch sollte man zur Aufrechterhaltung der Motivation kleine Erfolge, wie einen rauchfreien Tag, feiern.

Doch nicht nur der Verzicht auf Nikotin, auch die regelmäßige Vorsorge und Früherkennung kann maßgeblich zur Lungengesundheit beitragen. Für den Lungenkrebs gibt es derzeit keine jährlichen Routine Früherkennungsuntersuchungen, wie die gesetzlichen Krankenkassen beispielsweise für viele andere Krebsarten wie Brust-, Prostata-, Darm- oder Hautkrebs vorsehen. Konkrete Vorsorge gibt es nur bei nachgewiesenen Vorerkrankungen oder besonders starken Belastungen wie Asbest.

Aus diesen Gründen muss der Patient eine freiwillige Vorsorgeuntersuchung selbst bezahlen, weshalb viele diese nicht wahrnehmen. Es kann daher für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sinnvoll sein über eine Zusatzversicherung, die diese Vorsorgeuntersuchungen abdeckt, nachzudenken oder einen Wechsel in die private Krankenversicherung in Betracht zu ziehen.

Andreas Reiners / glp