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So sicher ist die deutsche Corona-App

Vor dem Start der deutschen Corona-Warn-App gab es einige Bedenken. Doch bei Datenschützern kommt sie gut weg. Sie mache “insgesamt einen soliden Eindruck”, heißt es vom Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber in der “Saarbrücker Zeitung”. “In Deutschland hat es etwas länger gedauert. Das war aber auch richtig”, sagt Informatiker Henning Tillmann, Vorsitzender des digitalpolitischen Vereins D64, der “Tagesschau”.

Nach der Veröffentlichung des Quellcodes mussten sich SAP und die Deutsche Telekom auch mit einer Reihe von Schlagzeilen beschäftigen, die die Sicherheit der App in Frage stellten. Als sensibler Punkt gilt vor allem die Hotline für Infektionsmeldungen.

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Nutzer sollen zusammen mit einem positiven Testergebnis auch einen QR-Code erhalten, den sie mit der App einscannen können. So können sie bestätigen, dass sie tatsächlich infiziert sind. Doch viele Labore sind nicht darauf vorbereitet, diese QR-Codes sicher genug zu erzeugen – ein Zeichen für die Versäumnisse in der Digitalisierung.

Zu Beginn werden Nutzer deshalb aufgefordert, im Fall einer Infektion eine Hotline anzurufen, die auch ins Spiel kommt, wenn Nutzer QR-Codes verloren oder andere Probleme damit haben, sie einzuscannen. Die Mitarbeiter der Hotline stellen dann eine Reihe von Fragen, um abzusichern, dass die Anrufer tatsächlich positiv getestet wurden.

Ralf Loweg

Immer mehr Menschen können sich keine Krankenversicherung leisten

Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. 2019 hatten 143.000 Menschen keine Krankenversicherung, 2015 waren es noch rund 79.000. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. In den alten Bundesländern waren es zuletzt 117.000, in den neuen Ländern 26.000 Betroffene. 78,94 Millionen Krankenversicherte gab es demnach 2019, berichtet “tagesschau.de” und die “Saarbrücker Zeitung’ in ihrer Freitagsausgabe.

Die AOK verbuchte im ersten Halbjahr 2020 einen Überschuss. Einem Bericht des “RedaktionsNetzwerks Deutschland” (RND) zufolge erzielten die AOK-Kassen bis Ende Juni ein Plus von 320 Millionen Euro, nach einem Defizit von 435 Millionen im ersten Quartal. Ursache sei ein bisher noch nie dagewesener Einbruch bei der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen nach Beginn der Pandemie.

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So seien im Frühjahr 2020 praktisch alle planbaren Operationen verschoben worden, um Intensivbetten für Corona-Patienten frei zu halten. Aus Angst vor einer Ansteckung hätten zudem viele Versicherte den Arzt-Besuch vermieden. Die Daten der anderen gesetzlichen Kassen fehlen noch. Im Mai hatten die Krankenkassen noch wegen der Corona-Krise mehr Ausgaben und weniger Einnahmen durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit erwartet.

Ralf Loweg / wid