20°

Sondereinsatzkommando nimmt in Kornwestheim 45-Jährigen fest

Ein 45-Jähriger wurde am Sonntag gegen 22:00 Uhr in Kornwestheim im Bereich der Marie-Curie-Straße in Kornwestheim durch Polizeibeamte des Spezialeinsatzkommandos Baden-Württemberg zunächst vorläufig festgenommen.

Der Festnahme war ein größerer polizeilicher Einsatz vorausgegangen. Der Mann steht im dringenden Tatverdacht bereits am Donnerstag gegen 0:35 Uhr in Kornwestheim am Bahnhof einen schweren räuberischen Diebstahl begangen zu haben. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hatte die Ermittlungen übernommen und fahndete mit Haftbefehl nach dem Tatverdächtigen. Im Zuge der Ermittlungen konnte der 45-Jährige dann am Sonntag gegen 19:30 Uhr durch Kriminalbeamte im Bereich eines Schrebergartens in der Marie-Curie-Straße lokalisiert werden. Da sich der Mann in dem Objekt verschanzte und damit drohte, sich selbst das Leben zu nehmen, wurde das Spezialeinsatzkommando hinzugezogen. Aufgrund der einbrechenden Dunkelheit leuchtete die Feuerwehr Kornwestheim das Areal aus. Auch ein Rettungswagen und ein Notarzt waren vor Ort. Gegen 22:00 Uhr gab der Tatverdächtige dann auf und ließ sich widerstandslos festnehmen. Er wurde heute einem Haftrichter beim AG Stuttgart vorgeführt, der den von der Staatsanwaltschaft Stuttgart beantragten Haftbefehl in Vollzug setzte. Er wurde anschließend durch Kriminalbeamte in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

ANZEIGE

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

BGH-Urteil: Wenn der Gebrauchte auf der Probefahrt gestohlen wird

Wenn ein Gebrauchtwagen einem Interessenten zu einer unbegleiteten Probefahrt übergeben, nicht zurückgegeben und danach verkauft wird, schaut es für den rechtmäßigen Besitzer schlecht aus. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

Das war passiert: Ein Autohaus hatte einen Mercedes V 220 d im Wert von 52.900 Euro einem Interessenten überlassen – mit einer Kopie des Kfz-Scheins. Der Probefahrer hatte sich zuvor mit laut BGH “hochprofessionellen Fälschungen eines italienischen Personalausweises, einer Meldebestätigung einer deutschen Stadt und eines italienischen Führerscheins” ausgewiesen. Und war anschließend spurlos mit dem teuren Gebrauchten verschwunden.

ANZEIGE

Dann wurde die V-Klasse laut der ARAG Experten über ein Internet-Portal angeboten und für 46.500 Euro verkauft. Als die Käuferin den Wagen mit den mitgelieferten Papieren anmelden wollte, streikte die Zulassungsstelle: Der Mercedes war als gestohlen gemeldet.

Anschließend verlangte das Autohaus die Herausgabe des Fahrzeuges und des Originalschlüssels; die Käuferin wollte im Wege der Widerklage unter anderem die Herausgabe der Original-Zulassungspapiere und des Zweitschlüssels erreichen.

Landgericht und Oberlandesgericht urteilten unterschiedlich. Letztinstanzlich entschied das BGH: Das Fahrzeug habe “von einem späteren Käufer gutgläubig erworben werden” können. Und: Die Klägerin – also das Autohaus – habe das Eigentum an dem Fahrzeug verloren (Az.: V ZR 8/19).

Rudolf Huber / glp