Tipps zum richtigen Weihnachtsgeschenk

Kinder-Wunschzettel sind oft ganz schön umfangreich. Abgesehen von den Kosten ist es für die Eltern und sonstige Schenker wichtig, die richtigen und die sinnvollen Gaben auszusuchen. Damit der Nachwuchs lange Freude an seinen Spielsachen hat, ist die Produktsicherheit ein entscheidender Faktor.

Laut einer TÜV Süd-Umfrage ist für 70 Prozent der Verbraucher dieses Thema das wichtigste Auswahlkriterium. Funktionalität, Leistung und Preis rangieren dahinter. „Vorsicht ist geboten, wenn die vollständige Adresse des Herstellers oder des Importeurs nicht angegeben ist“, hat Produktexperte Robert Ziegler beobachtet. „Handelt es sich dabei auch noch um ein unverhältnismäßig billiges Produkt, ist das häufig ein Indiz dafür, dass sich der Hersteller nicht mit den gesetzlichen und normativen Regelungen auseinandergesetzt hat“, so der TÜV Süd-Mitarbeiter.

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Wenn Spielzeuge einen eigenartigen oder chemischen Geruch absondern, sollten sie nicht in Kinderhände gelangen. Besonders Kleinkinder, die ihr Spielzeug ertasten und häufig auch in den Mund nehmen, sind durch Schadstoffe wie Weichmacher oder Phtalate gefährdet. Der Experte: „Spielzeug für kleine Kinder sollte grundsätzlich speichel- und schweißfest sein.“

Ehe das Spielzeug in Kinderhände kommt, sollten sich die Eltern mit dessen Bedienung vertraut machen und Warnhinweise des Herstellers beachten. Plastikspielzeuge sollten grundsätzlich vor dem ersten Gebrauch und dann regelmäßig gereinigt und kontrolliert werden. Plüsch- und Stofftiere sollten zuerst gewaschen werden.

Ein Hinweis auf unbedenkliches Spielzeug ist das Siegel „Sicherheit geprüft“. Diese Gegenstände sind auf Farbechtheit, Entflammbarkeit und Belastbarkeit geprüft. Das Siegel „Schadstoffgeprüft“ gibt darüber Auskunft, ob die entsprechenden Grenzwerte eingehalten oder unterschritten werden.

Rudolf Huber / glp

Gewerkschaft NGG: 17 Prozent weniger Minijobs im Gastgewerbe im Landkreis Ludwigsburg

Wenn die Pandemie den Job kostet: Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Landkreis Ludwigsburg um 6 Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es rund 47.500 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 50.400. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 867 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Hartmut Zacher, Geschäftsführer der NGG-Region Stuttgart.

Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart. Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro- Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Zacher.

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Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Zacher. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern. „Die Coronakrise hat den Blick auf viele gesellschaftliche Probleme gelenkt. Dazu gehören die Minijobs. Die Politik muss hier arbeitsmarktpolitisch umsteuern“, fordert Zacher.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Landkreis Ludwigsburg zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

red