25°

Umzug mit viel Papierkram verbunden

Der Umzug in eine neue Wohnung ist mit reichlich Aufwand verbunden. Mit Kistenschleppen allein ist es nicht getan. Denn es stehen auch einige Behörden-Gänge an. Die Experten des Versicherers ARAG sagen, was man alles beachten muss.

Wichtig ist zunächst eine Vermieterbescheinigung. Dieses Dokument, auch Wohnungsgeberbescheinigung genannt, muss bei einer An- oder Abmeldung beim Einwohnermeldeamt zwingend vorgelegt werden. Ein Mietvertrag reicht nach Auskunft der Experten nicht aus. Das Bundesmeldegesetz (BMG) sieht vor, dass der Vermieter dem Mieter den Ein- oder Auszug innerhalb von zwei Wochen schriftlich bestätigt. Alternativ kann der Vermieter die Daten dem Einwohnermeldeamt auch elektronisch übermitteln.

ANZEIGE

“Innerhalb von zwei Wochen müssen Sie sich beim Einwohnermeldeamt anmelden und Ihren Ausweis umschreiben lassen. Versäumen Sie die Ummeldefrist, riskieren Sie eine Geldbuße”, so dei Experten.

Für eine Anmeldung benötigen deutsche Staatsbürger ihren Personalausweis oder Reisepass, bei ausländischen Staatsangehörigen ist der Reisepass oder ein entsprechendes Ersatzpapier nötig. Alle Personen, die in dem Haushalt leben werden, müssen Papiere vorlegen; im Haushalt lebende Kinder brauchen also einen Kinderreisepass.

Wer muss bei einem Umzug noch benachrichtigt werden? Die Bank, Krankenkasse, Versicherungen und das Finanzamt müssen auch über den Wohnungswechsel Bescheid wissen und die neue Adresse erfahren. Auch Einzugsermächtigungen und Daueraufträge – etwa für die Miete – müssen storniert oder neu angelegt werden.

Strom, Wasser und Gas müssen abgemeldet und die Zähler beim Auszug abgelesen werden. Hundehalter müssen sich zudem um die Ummeldung ihres Vierbeiners beim Bürger-, Ordnungs- oder Finanzamt kümmern.

Praktisch ist der Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post: Alles, was an die alte Adresse geschickt wurde, kommt damit direkt in der neuen Wohnung an. Zu denken ist auch an die Umadressierung von Zeitungen, Zeitschriften, Telefon- und Kabelanschlüssen und Rundfunkbeitrag.

Gegebenenfalls zieht auch das Auto mit um: Wer möchte, kann seit dem 1. Januar 2015 sein Kennzeichen behalten. Für einen Wechsel benötigt man den umgeschriebenen Personalausweis beziehungsweise die Meldebestätigung, Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, die Elektronische Versicherungsbestätigung, neue Kennzeichen sowie die Berichte der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung.

Rudolf Huber / glp

Wahlen 2021: Der aktuelle Kandidaten-Überblick für den Landkreis Ludwigsburg

Von Uwe Roth

Samstag war im Landkreis Ludwigsburg großer Nominierungstag. Bis zum 14. März kommenden Jahres sind es knapp ein halbes Jahr. Dann sind in Baden-Württemberg Landtagswahlen. Wie es abzusehen ist, wird es in der nächsten Wahlperiode aus den drei Wahlkreisen einige neue Gesichter geben. Die Nominierung der Grünen ist Stand 19. September 2020 nicht abgeschlossen.

ANZEIGE

Übersicht zur Landtagswahl 2021:

Grüne:

Die Grünen sind im Landtag die größte Fraktion. Den Wahlkreis Ludwigsburg hat viele Jahre Dr. Jürgen Walter aus Asperg vertreten. Nun könnte Silke Gericke aus Ludwigsburg seine Nachfolgerin werden. Die 45-Jährige bekam am Samstag in der Mehrzweckhalle Ossweil 65 der 104 abgegebenen Stimmen. Die Kornwestheimerin Edda Bühler, die erst einen Tag zuvor ihre Kandidatur bekanntgegeben hatte, verbuchte für sich immerhin 37 Stimmen. Die 49-Jährige begründete ihre kurzfristige Bewerbung damit, dass sie nach dem überraschenden Rückzug Walters für eine echte Wahl habe sorgen wollen. „Das gehört für mich zum demokratischen Verständnis der Grünen-Partei“, sagte sie. Der amtierende Mandatsträger war nicht anwesend. Noch am Donnerstag hatte Walter in einer Mail schwere Vorwürfe gegen Gericke und den Kreisvorstand erhoben. Sie hätten seine Kandidatur boykottiert, hatte der 63-Jährige darin behauptet (Ludwigsburg24 berichtete). Ersatzkandidat von Gericke wurde Max Girrbach aus Ludwigsburg. Der 24-jährigen ist der Jüngste im Ludwigsburger Gemeinderat und Student der Verwaltungshochschule.

Bei ihrer Nominierungsveranstaltung im Wahlkreis 14 Bietigheim-Bissingen hatten die Grünen-Delegierten am Dienstag zuvor für eine weitere Überraschung gesorgt: Daniel Renkonen ist seit 2011 im Landtag. Der 50-Jährige musste sich mit 47 zu 50 Stimmen seinem Herausforderer Tayfun Tok (34) geschlagen geben. Es steht noch die Nominierungsveranstaltung für den Wahlkreis Vaihingen an der Enz aus. Aufgestellt ist der Mandatsinhaber Dr. Markus Rösler (58). Geplant ist diese für Samstag, 26. September, in der Stadthalle Gerlingen.

 

Christdemokraten:

2016 hat die CDU das Direktmandat für den Wahlkreis Ludwigsburg an die Grünen verloren. Nun soll es Dr. Andrea Wechsler (43) zurückerobern. Neben der Juristin hatten sich Jens Wätjen, Medienexperte aus Korntal-Münchingen und Helge Hajek, Unternehmensberater aus Kornwestheim, beworben. Während die beiden männlichen Kandidaten als „Neulinge“ in der Partei, wie sie sich bezeichneten, auf Themen wie Kommunikation, Jugendliche und „kein weiter so“ gesetzt haben, präsentierte Wechsler als erfahrene CDU-Politikerin einen klaren Plan, wie sie als Abgeordnete den Kreis Ludwigsburg vertreten würde. Auch der Zweitkandidat, der sich zur Wahl stellte, ist in der CDU kein Unbekannter. Der CDU-Vorsitzende aus Remseck und dortige Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat Steffen Kirsch wurde mit 94,6 Prozent und 70 von 74 Stimmen gewählt.

Auch die Christdemokraten im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen kürten am Samstag einen weiteren Kandidaten für den Landtag. In der Stichwahl setzte sich der Unternehmer Tobias Vogt, 35, aus Kirchheim gegen die Ministerialrätin Isabel Kling, 44, und den 48-jährigen Juristen Uttam Das durch. Vogt forderte Anreize für Investitionen und Innovationen. Als Spross „einer echten schwäbischen Handwerkerfamilie“ sei ihm der Ausbau von Straßen und Umgehungen wichtig. Dabei attackierte er die Grünen, sie seien grundsätzlich gegen das Auto. Im Wahlkreis 13 (Vaihingen/Enz) hat die CDU bereits im Februar den bisherigen Abgeordnete Konrad Epple aus Ditzingen erneut nominiert.

Sozialdemokraten:

Die SPD wählte am Samstag in Gerlingen ihre Kandidaten für alle drei Wahlkreise im Landkreis: Colin Sauerzapf ist es für Ludwigsburg mit 35 Ja-Stimmen einstimmig geworden. Der 22-jährige Juso-Kreisvorsitzenden und Remsecker Stadtrat will die Nachfolge des früheren Abgeordneten und Fraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel antreten, der den Wahlkreis von 1992 bis 2016 ununterbrochen für die SPD im Landtag vertreten hat. Der Kreisvorsitzende Macit Karaahmetoglu sieht gute Chancen dafür, dass Sauerzapf an diese Tradition anknüpfen kann. Zweitkandidatin wurde Stefanie Liepins mit 31 Ja-Stimmen von 36 abgegebenen Stimmen, 4 nein, 1 Enthaltung.

Im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen kommt für die Genossen Daniel Haas zum Zug. Auch er wurde einstimmig gewählt. Zweitkandidatin Ute Rößner wurde mit 30 Ja-Stimmen von 34 abgegebenen Stimmen, 2 nein, 2 Enthaltungen. Für den Wahlkreis Vaihingen/Enz ist Torsten Liebig einstimmig ins Rennen gegangen. Zweitkandidatin wurde Anita Götz mit 46 Ja-Stimmen von 48 abgegebenen Stimmen, 1 nein, 1 Enthaltung. Kreisvorsitzender Karaahmetoglu kommentierte: „Der Kreisvorstand freut sich über die gute Beteiligung an allen drei Versammlungen und darüber, dass die Kandidaten und Kandidatinnen großen Rückenwind erhalten haben. Damit ist der Auftakt des Wahlkampfes sehr gut geglückt.“

 

Bundestagswahl:

Die Kreis-CDU hat ihre Kandidaten für die Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres bereits bestimmt: Steffen Bilger ist es erneut für den Wahlkreis Ludwigsburg. Fabian Gramling möchte für den Wahlkreis Neckar-Zaber Eberhard Gienger nachfolgen, der aus Altersgründen nicht mehr antritt (Ludwigsburg24 berichtete).