Vodafone am Boden

 Vom Internet ausgesperrt und das Smartphone ohne Verbindung – diesen Albtraum durchlebten jetzt Zehntausende Menschen. Denn Kunden des Mobilfunk-Anbieters Vodafone waren über viele Stunden von einer mysteriösen Netzwerkstörung betroffen.

Wie der Konzern auf seiner Internetseite mitteilte, kam es überregional „zu massiven Einschränkungen bei der Nutzung der mobilen Daten und der Telefonie 2G/3G/4G“. Weit mehr als 100.000 Kunden konnten das Mobilfunknetz „nicht oder nicht in der gewohnten Qualität nutzen“.

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Betroffene Kunden aus ganz Deutschland meldeten sich und berichteten unter anderem von Fehlermeldungen auf ihren Mobiltelefonen, wonach angeblich die SIM-Karte nicht eingerichtet sei. Laut der Vodafone-Störungskarte im Internet gab es in nahezu allen größeren Städten Deutschlands Probleme.

Technik-Experten arbeiteten mit Hochdruck an der Ursachenanalyse. „Wir bitten die betroffenen Mobilfunkkunden um Entschuldigung.“ Noch ist offenbar unklar, wie es zu der massiven Störung kam. Erst nach Stunden kamen Vodafone-Kunden schrittweise wieder zurück ins Netz.

Die Deutsche Telekom und Telefonica Deutschland (O2) teilten mit, ihre Netze seien stabil. „Ein Fehler in unserem Netz liegt nicht vor“, betonte ein Telekom-Sprecher. Bei Telefonica Deutschland hieß es: „Unser O2-Netz funktioniert einwandfrei.“ Telefonate ins Vodafone-Netz seien aber vorübergehend nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich.

Ralf Loweg / glp

Gewerkschaft NGG: 17 Prozent weniger Minijobs im Gastgewerbe im Landkreis Ludwigsburg

Wenn die Pandemie den Job kostet: Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Landkreis Ludwigsburg um 6 Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es rund 47.500 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 50.400. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 867 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Hartmut Zacher, Geschäftsführer der NGG-Region Stuttgart.

Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart. Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro- Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Zacher.

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Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Zacher. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern. „Die Coronakrise hat den Blick auf viele gesellschaftliche Probleme gelenkt. Dazu gehören die Minijobs. Die Politik muss hier arbeitsmarktpolitisch umsteuern“, fordert Zacher.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Landkreis Ludwigsburg zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

red