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Wenn der Urlaub ins Wasser fällt

Millionen Deutsche haben sich auf eine Auszeit am Meer, in den Bergen oder in einer Metropole gefreut. Das fällt 2020 wegen der Corona-Krise wohl ins Wasser. Was nun? Wir haben Ideen gesammelt, wie man die freie Zeit zu Hause nutzen kann.

1. Papierkram erledigen: Seit einem halben Jahr wächst der Stapel von Rechnungen und anderen wichtigen Dokumenten stetig an. Auf dem Computer warten die Urlaubsfotos der letzten Jahre darauf, geordnet zu werden. Und die Steuererklärung ist auch bald fällig. Jetzt kann man sich in Ruhe darum kümmern.

2. Wohnung entrümpeln: Viele nutzen die Zeit, um im Haushalt einiges zu erledigen. Wenn die Fenster geputzt und die Vorhänge gewaschen und lange nicht mehr getragene Kleidungsstücke aussortiert sind, hat das auch einen positiven Einfluss auf die eigene Zufriedenheit.

3. Projekte angehen: Auch Handwerker spüren die Auswirkungen der aktuellen Krise. Viele Aufträge und Projekte sind storniert oder zumindest aufgeschoben. Wer schon länger vorhatte, die Wände streichen, das Bad renovieren oder die Terrasse erneuern zu lassen, kann sich jetzt informieren und Angebote einholen.

4. Neues lernen: Mit welchen Tricks verleiht ein Kochprofi seinen Gerichten das gewisse Etwas? Wie gelingt die nächste Pizzabestellung in fließendem Italienisch? Und wie wandelt man mit der Gitarre auf Carlos Santanas Spuren? Die Digitalisierung gibt die Antworten auf diese Fragen: Onlinekurse, Webinare und Tutorials.

5. Sport treiben: Auch für die persönliche Fitness ist jetzt genügend Zeit. Viele Fitnessportale stellen derzeit Teile oder ihr gesamtes Angebot vergünstigt oder sogar kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus haben zahlreiche Volkshochschulen ihre Kurse ins Netz verlegt und kleine lokale Fitnessstudios bieten Kurse als Livestream an.

6 Wellness genießen: Den ausgefallenen Entspannungsurlaub kann man auch zu Hause erleben: Mit einigen Kerzen, einem duftenden Badezusatz und einer selbst angerührten Gesichtsmaske wird das eigene Bad im Handumdrehen zur Wellnessoase.

7. Urlaub machen: Und wenn das Urlaubsfeeling zu Hause ein bisschen fehlt? Dann schafft das Zelt im Garten oder im Wohnzimmer, die passende Urlaubskleidung, ein Liegestuhl und ein selbstgemixter Cocktail ein schönes Ambiente. Und ist die Sehnsucht groß, kann man sich kulinarisch mit Bouillabaisse, Pasta oder Paella in die gewünschte Urlaubsregion versetzen.

Ralf Loweg

Die Angst vor dem Facharzt

Fachärzte sind in der Corona-Krise offenbar nicht gefragt. Viele Patienten verzichten aus Angst vor einer Infektion mit dem Virus auf einen Besuch oder sagen bereits vereinbarte Termine ab. In einer bundesweiten Umfrage des NDR äußerten Vertreter von Berufsverbänden, Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen jetzt die Sorge, der Ausfall von Terminen könne zu lebensbedrohlichen Verschlechterungen der Gesundheit der Patienten geführt haben.

Kardiologen und Onkologen melden für ihre Patienten, die in der Regel zu einer Risikogruppe gehören, Rückgänge der Termine zwischen 30 und 50 Prozent. Zahnärzte verzeichnen sogar ein Minus von bis zu 80 Prozent. Bei vielen Termin-Servicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen nahmen die Anfragen laut der NDR-Umfrage um bis zu 50 Prozent ab.

Besonders stark war der Rückgang Mitte März 2020 bis Anfang Mai, als viele den Gang zum Arzt aus Sorge über eine Corona-Infektion mieden. Alle Vereinigungen wiesen darauf hin, dass es sich bei den Zahlen nur um Schätzungen handele, bis das laufende Quartal abgerechnet sei. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) befürchtet, dass sich Krankheiten durch den Ausfall von Terminen verschlimmert haben könnten.

Die Kardiologin Kristina Brinkmann aus Hamburg erzählt, dass ihre Praxis etwa 30 Prozent weniger Patienten als im gleichen Zeitraum des Vorjahres gehabt habe. Oft seien sie einfach nicht erschienen – wie zum Beispiel ein junger Mann, der sich vor dem Lockdown mit Herzbeschwerden vorgestellt hatte, seinen Folgetermin aber nicht wahrnahm.

Ralf Loweg