Wolfsburger Avantgarde: VW Arteon eHybrid R-Line und VW Arteon Shooting Brake R-Line

VW verspricht mit der Coupe-Limousine Arteon und dem Sportkombi Arteon Shooting Brake Fahrdynamik auf höchstem Niveau. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat die beiden Wolfsburger Flaggschiffe getestet.

Seit 2017 hat VW mit dem Arteon einen schicken großen Bruder der Passat-Limousine im Portfolio. Er wurde jüngst deutlich modernisiert. Neu im Angebot sind der Sportkombi Arteon Shooting Brake und der dynamische Arteon R. Die angepeilte Zielgruppe sind sportlich orientierte Langstreckenfahrer, die nicht auf Komfort verzichten wollen. Für das Flottengeschäft ist der Arteon bestens gerüstet.

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Das antriebstechnische Herz der Arteon-Flaggschiffe ist der EA888 evo4 – die neueste Evolutionsstufe eines Hightech-Turbomotors. Die vierte Generation dieses agilen TSI verbindet die Kraftentfaltung eines Sportwagenantriebs mit der Effizienz eines hochmodernen Downsizing-Aggregats, so der Hersteller.

Eine stattliche Erscheinung sind sie beide – der Arteon und der Arteon Shooting Brake in der sportlich angehauchten Version R-Line. Die Frontschürze fällt ausdrucksvoll dynamisch aus. Spiegelkappen in einer mattierten Chromoptik, auffällig sportliche Frontstoßfänger und das R-spezifische Kühlerschutzgitter in Hochglanzschwarz verpassen dem Gran Turismo einen sportlichen Look.

Eine 18-Zoll-R-Performance-Bremsanlage mit blauen Bremssätteln (vorne mit R-Logo) und 18-Zoll-Leichtmetallräder des Typs „Sebring“ (Optional: 19-Zoll-Räder „Adelaide“ und 20-Zoll-Felgen „Estoril“) deuten auf die Pferdestärken unter der Haube.

Eigenständige Front-Lufteinlässe sehen gut aus und haben auch eine performancesteigernde Funktion. Optisch und akustisch präsent: eine neue, serienmäßige Sportabgasanlage von Volkswagen R mit jeweils zwei trapezförmigen Metallendrohren im Außenbereich des Diffusors.

Das Interieur beider Testfahrzeuge empfängt den Piloten mit einer Sportsitzanlage mit integrierten Kopfstützen (Aufpreis 1.640 Euro). Diese ist auch bei längerer Fahrt sehr bequem. Einziges Manko: Es gibt keine Polsterung an der Mittelkonsole im Kniebereich rechts, das Knie reibt sich an Hartplastik.

Neu ist ein R-Multifunktionssportlenkrad mit großen Schaltpaddels. Ebenfalls Serie: Aluminium-Applikationen und ein zusätzliches R-Layout für die digitalen Instrumente („Digital Cockpit“). Im für Volkswagen R-typischen Blau abgesetzt sind die Ziernähte der Sitze und der vorderen Armlehne, die Schalthebelverkleidung und das Ledersportlenkrad. In einem dazu passenden Blau (als einem von 30 Farbtönen) kann auch die serienmäßige Ambientebeleuchtung eingestellt werden. Für 500 Euro Aufpreis leuchtet es im Arteon R-Line in allen Farben.

Eine erste Testfahrt zeigt: VW hat beim neuen Arteon an nichts gespart, im Gegenteil. Die R-Line ist im Fahrzeug überall präsent. Das neue Cockpit ist übersichtlich gestaltet, jedoch findet sich zu viel Touchbedienung an Bord. Beim Starten beider Testfahrzeuge (unabhängig voneinander) benötigt das Infotainmentsystem einige Denksekunden zur Aktivierung. Dies gilt auch für die Rückfahrkamera. Die Regulierung der Lautstärke und der Klimaanlage, auch am Lenkrad – alles geht über Touchelemente und man erwischt nicht immer auf Anhieb die richtige Einstellung. Das Surround View ist gut, das Head-up-Display ist leider nur via justierbarer Ausklappscheibe verfügbar.

USB-C-Anschluss und Qi Charging (kabelloses Laden für Mobiltelefone) entsprechen dem neuesten Standard. Die Telefonablage ist etwas eng bemessen und es ist recht fummelig, sein Smartphone da wieder herauszufischen.

Die Fahrassistenzsysteme wie beispielsweise die Spurhaltewarnung sind bei jedem Neustart des Testwagens wieder in Standardeinstellung und über Touchscreen im Untermenü während der Fahrt sehr umständlich zu verändern. Doch hinter dem Blinkerhebel gibt es einen Knopf, mit dem rechten Daumen kann ganz locker der Lane Assist bedient werden, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen.

Diese Standardeinstellung hat einen Grund, sagt uns Martin Hube, VW-Pressesprecher für die „großen Modelle“: „Um fünf Sterne beim Euro NCAP Crashtest zu erreichen gibt die Gesellschaft europäischer Verkehrsministerien strenge Vorgaben an die Hersteller – beispielsweise die Sicherheit der Fahrassistenzsysteme. Der VW Arteon R erreichte diese fünf Sterne, wir halten uns an die Bestimmungen. Für den Flottenmarkt ist der Euro NCAP ein wichtiges Kaufkriterium.“

Der Allradantrieb – 4Motion mit R-Performance Torque Vectoring – ist mit einer radselektiven Momentensteuerung ausgestattet. Dabei wird die Kraft des TSI über ein neues Hinterachsgetriebe nicht nur zwischen der Vorder- und Hinterachse, sondern ebenso zwischen den zwei Hinterrädern (Torque Vectoring) verteilt.

Das sportlichste Zusammenspiel aller Antriebs- und Fahrwerksparameter ist per Direktzugriff über eine blaue R-Taste im Multifunktionssportlenkrad abrufbar: Der Motor, das Getriebe, das DCC-Fahrwerk samt Lenkung und die Regelsysteme werden dabei über die Fahrprofilauswahl in einen „Race“-Modus versetzt, der die Reisewagen spontan in Sportwagen verwandelt.

Der Einstiegspreis des VW Arteon R-Line 1,4 l eHybrid OPF mit einer Systemleistung von 218 PS und 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) beträgt 53.165 Euro. Mit diverser Sonderausstattung kommt der Testwagen auf 65.695 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Der Einstiegspreis des VW Arteon Shooting Brake R-Line 2,0 I TSI OPF 4Motion mit 206 kW/280 PS und 7-Gang-DSG beträgt 56.185 Euro. Mit diverser Sonderausstattung wie dem Harman Kardon-Soundsystem sind 70.140 Euro inklusive Mehrwertsteuer fällig.

Die Vernunft entscheidet sich für die Hybrid-Version, das Herz für die Shooting Brake-Variante. Über ein optionales „R-Performance-Paket“ können die zwei Boliden mit offener Höchstgeschwindigkeit bestellt werden: Sie steigt in diesem Fall auf 270 km/h. Da wird die Langstreckenfahrt zum schnellen Vergnügen.

Jutta Bernhard / mid

Update zu Tötungsdelikt: Mutter tötet ihre zwei Kinder und begeht Suizid

Noch ungeklärt sind die näheren Umstände eines mutmaßlichen zweifachen Tötungsdelikts mit anschließendem Suizid, das sich am Dienstag in Vaihingen an der Enz zugetragen hat.

Gegen 11:00 Uhr wurde eine Polizeistreife von einer Joggerin informiert, nachdem sie neben der Holzgartenstraße an der Enz mehrere Kleidungsstücke, abgestellte Schuhe und einen Rucksack mit den Ausweispapieren einer 28-jährigen Frau und ihrer beiden drei und sieben Jahre alten Kinder aufgefunden hatte. Die Polizei leitete daraufhin umgehend eine groß angelegte Suchaktion ein, die von einem Polizeihubschrauber sowie von Einsatzkräften der Feuerwehr Vaihingen/Enz, des DRK und der DLRG unterstützt wurde. Im Verlauf der Suche konnten die Frau und ihre beiden drei und sieben Jahre alten Töchter nur noch tot aus der Enz geborgen werden. Die eritreische Familie mit anerkanntem Flüchtlingsstatus war bisher in einer städtischen Unterkunft in Vaihingen/Enz untergebracht. Der Nachzug des Vaters hatte sich zuletzt aufgrund der Pandemie verzögert.

Die Kriminalpolizei Ludwigsburg hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Bislang haben sich keine Hinweise auf eine mögliche Einwirkung Dritter ergeben.

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red