Belgiens Trainer Tedesco kritisiert Anreise von Ludwigsburg zum Stadion – Polizei Stuttgart kontert

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Ludwigsburg/Stuttgart – Nach dem enttäuschenden 0:0 am Mittwoch in Stuttgart gegen die Ukraine hat Belgiens Nationaltrainer Domenico Tedesco scharfe Kritik an der Organisation der Anreise vom Schlosshotel Monrepos in Ludwigsburg zum Stadion nach Stuttgart geübt. Die Polizei Stuttgart reagierte umgehend und verteidigte ihr Vorgehen am Donnerstag mit einer deutlichen Stellungnahme.

Tedesco zeigte sich nach dem Spiel sichtlich verärgert und beklagte die langen Verzögerungen bei der Anfahrt: „Die Umstände, unter denen wir hier zum Stadion gekommen sind: So etwas habe ich noch nicht gesehen“, erklärte der ehemalige Schalke-Trainer auf der Pressekonferenz. Er bemängelte die langsame Fahrt trotz Polizeieskorte und das Fehlen von Sonderrechten wie Blaulicht: „Wir haben von unserem Hotel eine Stunde gebraucht, mit einer Polizei-Eskorte. Kein Blaulicht, die Straße war komplett frei. Sie sind sogar langsamer geworden, 20 bis 25 Stundenkilometer. Bei jeder roten Ampel haben wir gehalten.“ Dies habe das Aufwärmprogramm verkürzt und seine Ansprache an die Mannschaft stark beeinträchtigt.

Die Polizei Stuttgart nahm diese Kritik nicht unkommentiert hin. In einer ausführlichen Mitteilung am Donnerstag machte sie ihre Sicht der Dinge deutlich und wies die Vorwürfe zurück. „Die Polizei Stuttgart stellt klar: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, die Verantwortung liegt hier beim belgischen Verband“, so die offizielle Stellungnahme.

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Der belgische Mannschaftsbus wurde am 26. Juni 2024 um 15:43 Uhr am Team Base Camp in Ludwigsburg abgeholt und traf um 16:44 Uhr an der Stuttgart Arena ein. Das Spiel begann um 18 Uhr. „Der belgische Nationalverband wollte um 16:20 Uhr am Stadion ankommen. Vor diesem Hintergrund wurde das Polizeipräsidium Stuttgart im Vorfeld befragt, welche Fahrtzeit sie vom Team Base Camp zum Stadion empfehlen würde“, erklärte die Polizei weiter.

Die Empfehlung der Polizei lautete, eine Fahrzeit von 60 Minuten einzuplanen. Diese Information wurde am 24. Juni 2024 über die UEFA an den belgischen Verband übermittelt. Trotzdem hielt der Verband an einer späteren Abfahrtszeit von 15:40 Uhr fest, statt der empfohlenen 15:20 Uhr.

Einsatzleiter und Polizeivizepräsident Carsten Höfler äußerte sich deutlich: „Die Kritik von Herrn Tedesco entbehrt jeder Grundlage. Hier ist Eigenverantwortung statt Schuldzuweisung gefragt, insbesondere, wenn man hier ortskundig zu sein scheint. Umso mehr hätte unsere Empfehlung Anklang finden müssen.“

Ungeachtet dieser Kontroverse hat Belgien das Achtelfinale erreicht und trifft nun auf den Titelfavoriten Frankreich. Die nächste Partie findet am Montag in Düsseldorf statt – hoffentlich ohne weitere Anfahrtsprobleme.

red