„Ghostbusters“ in Ludwigsburg: Residenzschloss lässt Geisterjäger in die Ahnengalerie

Von Uwe Roth

Das Residenzschloss Ludwigsburg ist als barocker Hort nächtlich umherirrender Gespenster weniger bekannt. Das könnte sich ändern. Ein dreiköpfiges Ghosthunter-Team aus Baden-Württemberg hat am vergangenen Wochenende im Schlosstheater, in der Grotte und im gigantischen Weinkeller diverse Geisterfallen aufgestellt – wie zum Beispiel eine Spielkonsole. Es ist das neueste Jagdinstrument solcher Ghosthunter. Ihr Kameraauge soll in der Lage sein, wie Chefjäger Michael Böhm (49) gegenüber Medien erklärte, in völliger Dunkelheit sich bewegende Körper zu erkennen. Auch wenn diese bei Licht betrachtet, nicht zu erfassen seien. Die Gestalten erscheinen als Strichmännchen auf dem Computerbildschirm und werden für immer elektronisch gespeichert.

Nach Auswertung einer Menge von Film- und Tondaten könnten die Geisterjäger tatsächlich etwas entdeckt haben, was sich mit normalem Verstand nicht erklären lässt. „Paranormalität“, wie sie dazu sagen. Ein solcher unerklärbarer Fund ist zumindest seine Hoffnung. „Wir finden eigentlich immer was“, hatte Bosch gegenüber dem Schlossverwalter Stephan Hurst versichert, der dann sein Okay gab. In einer Burg in Österreich habe ein Scan der Spielkonsole ein Strichmännchen in der Größe eines Kindes auf den Bildschirm gebracht. „Ich bin in die Knie gegangen, wie man das bei einem Kind eben macht, und habe es angesprochen. Es hat mir die Hand entgegengestreckt“, behauptete Bosch in der Präsentation seiner technischen Ausstattung im Gewölbe des Weinkellers im Ostflügel des Schlosses.

Andere Phänomene, die das Ghosthunter-Team mit seinen Instrumenten festhält, seien unerklärliche Schatten, Schritte nicht sichtbarer Personen oder Gegenstände, die in Schwingungen geraten. „Ein plötzlicher Abfall der Raumtemperatur kommt auch vor“, sagte Bosch. Seine Erklärung lautet: Die Geister benötigten für ihr Erscheinen sehr viel Energie. Diese holten sie sich aus der Wärme der Luft. Das ist das gleiche Prinzip einer Wärmepumpe.

Mit seinen beiden Investigatorinnen Sonja Runde (48) und Sandra Schick (37) betreibt der Industriemechaniker dieses Hobby bereits seit über einem Jahrzehnt. Nach ihren Angaben verlangen sie dafür kein Geld. Auch die Reisen, wie vor Kurzem in das Gespenster-Dorado Irland, wo sie drei Lokalitäten erforscht haben, würden sie selbst bezahlen. Die drei Schwaben sind in Deutschland nicht die einzigen Ghosthunter. Sonja Runde schätzt, dass 50 Teams regelmäßig auf Geisterjagd gehen.

Höhepunkte der Geisternacht im Ludwigsburger Schloss war eine Schlossführerin im barocken Kostüm. Sie schritt zur mitternächtlichen Stunde durch die lange mit Kameras und anderen Sensoren abgesicherte Ahnengalerie. Zeitgenössische Musik komplettierte die Stimmung. Vielleicht fühlte sich eine verstoßene Prinzessin animiert, sich der Gegenwart zu offenbaren. Die Auswertung in zwei Wochen wird es zeigen.

Weiterentwicklung des Ludwigsburger Klinikareals: Gemeinderat gibt grünes Licht

Gestern befasste sich der Gemeinderat der Stadt Ludwigsburg mit der Rahmenplanung des Ludwigsburger Klinikums, nachdem diese bereits am 14. Oktober im Bauausschuss bestätigt wurde. Die Rahmenplanung, die von der Stadt Ludwigsburg gemeinsam mit den RKH Kliniken erarbeitet wurde, sieht eine langfristige, stufenweise Weiterentwicklung und Neustrukturierung des gesamten Klinikareals vor. Die wesentlichen Kernpunkte sind eine Überplanung im Bereich der Harteneckstraße und die Erweiterung und Optimierung der Parkierung.

Für laufende und geplante Stationssanierungen sollen der durch viele Patientenkontakte geprägte bestehende Ambulanzbetrieb und ergänzende Beratungsdienstleistungen aus den Klinikgebäuden in die angrenzende Harteneckstraße verlagert werden. Im Gegenzug soll die sanierungsbedürftige Berufsfachschule für Pflege auf den Gesundheits- und Ausbildungscampus Marbach im Bannmüller verlagert werden. Diese Verlagerung eröffnet auch gleichzeitig die Möglichkeit, sowohl anteilig in den Gebäuden der Harteneckstraße als auch auf dem Areal in Marbach dringend benötigten Wohnraum für Pflegeschüler und Beschäftigte zu schaffen. „Im Schulterschluss haben die Stadt Marbach, die RKH Kliniken und der Landkreis vergangene Woche die Weichen für die weitere Planung und damit auch für eine Verlagerung der Pflegefachschule nach Marbach gegeben. Das ebnet der Stadt Ludwigsburg und den RKH Kliniken nun den Weg für eine sinnvolle Weiterentwicklung des Klinikareals in Ludwigsburg“, so Landrat und RKH-Aufsichtsratsvorsitzender Dietmar Allgaier, der sich mit dem Beschluss des Ludwigsburger Gemeinderats sehr zufrieden zeigte.

Ein zweiter Kernpunkt der Gesamtplanung ist die dringend notwendige Erweiterung und Optimierung der Parkierung am RKH Klinikum Ludwigsburg im Rahmen eines ganzheitlichen Mobilitätskonzepts. Vor dem Hintergrund des stetig gewachsenen Verkehrsaufkommens und trotz Ausbaus des Personennahverkehrs wurde auf Basis eines Verkehrsgutachtens eine Erweiterung des Parkhauses mit neuer Wegeführung beschlossen. In diesem Gesamtkonzept soll auch die Entlastung der Erlachhofstraße angegangen werden.

Im Rahmen der Gesamtplanung des Klinikareals sind zudem die langfristige Verortung des Hubschrauberlandeplatzes und die mögliche Erschließung neuer Flächen im Bereich des Wirtschaftshofs der Klinik vorgesehen. „Wir haben mit den RKH Kliniken ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept für das große Klinikareal zwischen dem Blühenden Barock und der Harteneckstraße entwickelt und beschlossen. In diesem Konzept sind städteplanerische Ansätze enthalten, die sich auch durch Radwegeführung und Begrünung auszeichnen. Die Klinik und alle dort angebotenen Dienstleistungen sind für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des gesamten Landkreises ein wichtiger Standortfaktor“, so Dr. Matthias Knecht, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg.

red