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Klimaschutz-Preisverleihung im Ludwigsburger Kreishaus

LUDWIGSBURG. Energiesysteme, bei denen Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften die Hauptrolle spie- len, standen beim Symposium „Bürgerenergie – Energiewende für alle“ am Freitagnachmittag im Kreis- haus im Mittelpunkt. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Landrat Dr. Rainer Haas die Teilnehmenden und zeichnete Sieger und Teilnehmende des ersten Klimaschutzpreises des Landkreises Ludwigsburg aus.„Ziel war es, vorbildliche Initiativen und Leistungen zur Einsparung von Kohlendioxid-Emissionen zu würdigen – wir haben uns über das vielfältige Engagement in den Schulen im Landkreis sehr gefreut“,sagte Landrat Haas bei der Preisverleihung. Den ersten Preis gewann das Mörike-Gymnasium Ludwigs- burg. Haas sagte außerdem: „Die Themen Klimaschutz und Energiewende können wir nur gemeinsam angehen: Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft müssen dabei an einem Strang ziehen.“

Die Veranstaltung des Landkreises in Zusammenarbeit mit der LEA (Ludwigsburger Energieagentur) richtete sich an Bürgerinnen- und Bürgerenergiegenossenschaften, die mit Engagement und innovativen Ideen gemeinsam lokale und regionale Energieprojekte in die Tat umsetzen wollen. Diese Genossenschaften seien, so Haas, ange- sichts einer ressourcenintensiven Lebensweise und hoher Treibhausgas-Emissionen ein wertvoller Beitrag zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz. „Denn der Klimawandel ist bereits heute Realität. Damit ein extrem tro- ckener und heißer Sommer wie 2018 nicht zur Regel wird, sondern eine Ausnahme bleibt, müssen wir handeln“,sagte Haas. Dafür seien die Energiegenossenschaften der Bürgerinnen und Bürger hervorragende Beispiele.

Landrat Haas fuhr fort: „Der Umbau der Energieversorgung hin zur Erneuerbaren Energie bietet große Heraus- forderungen, aber auch eine Vielzahl von Chancen im Landkreis Ludwigsburg und darüber hinaus.“ Das Motto „Meine Energie mache ich selbst“ werde immer mehr das Motto einer dezentralen Energieversorgung, bei derlokale Gemeinschaften zunehmend die Doppelrolle als Produzenten und Konsumenten einnehmen würden. Da- bei würden sich Erzeuger und Verbraucher aus einer bestimmten Nachbarschaft zusammenschließen und direkt Strom miteinander austauschen – auch zur Wärmeerzeugung und für den Einsatz in der Mobilität.

„Dass das Thema Klimaschutz uns alle etwas angeht, zeigen nicht zuletzt die Freitagsdemonstrationen der Schü- lerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten in Deutschland und in der Welt. Ich freue mich daher ganz besonders, dass wir heute auch Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis begrüßen dürfen, die sich indiesem und im vergangenen Schuljahr für Klimaschutzprojekte eingesetzt haben und weiterhin einsetzen“, sagteLandrat Haas, bevor er zur Verleihung des Klimaschutzpreises kam. Platz 1 belegt das Mörike-Gymnasium Ludwigsburg (1.250 Euro Preisgeld) für das Projekt „#Machhaltigkeit“; auf Platz 2 (800 Euro Preisgeld) folgt das Evangelische Lichtenstern-Gymnasium Sachsenheim mit dem Projekt „Integriertes Klimaschutzkonzept“;Platz 3 (500 Euro Preisgeld) ging an das Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach für die Projekte „Regio-fairesKochbuch“ und „Meeresschutz“. Das Berufliche Schulzentrum Bietigheim-Bissingen, die Gemeinschaftsschule Schlossbergschule Vaihingen/Enz und die Robert-Franck-Schule Ludwigsburg erhielten für ihre Projekte, in denen es um Plastikmüll, Gemüsegärten und Obstbäume sowie Pfandflaschen ging, jeweils ein Preisgeld von 150 Euro. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertreter aller Kreistagsfraktionen bewertete die Einreichungen.

In den anschließenden Workshops des Symposiums ging es ums Motivieren für Nahwärmenetze und wie man die Energieeffizienz in Gebäuden voranbringen kann. Darauf folgten Vorträge von Dennis Fricken, Klima- schutzmanager des Landkreises Ludwigsburg, und Volker Klös, Sonneninitiative e. V. Die von Jörg Dürr- Pucher, Geschäftsführer der CleanEnergy GmbH, moderierte Veranstaltung klang aus mit Gesprächen und ei- nem Imbiss.

red

Zoll kontrolliert Betriebe und Gewerbe in Ludwigsburg

Heilbronner Zoll überprüfte 179 Betriebe im Gastgewerbe

NGG fordert mehr Zoll-Kontrollen bei Hoteliers und Gastronomen im Landkreis Ludwigsburg

Ludwigsburg; Sie kommen unangemeldet und machen nicht viel Federlesen: Wenn Beamte des Zolls Betrieben im Landkreis Ludwigsburg eine Visite abstatten, kann es für Unternehmer ungemütlich werden – vorausgesetzt, sie nehmen es mit dem Gesetz nicht so genau. Im vergangenen Jahr kontrollierte das zuständige Hauptzollamt Heilbronn in der Region insgesamt 767 Firmen auf Schwarzarbeit, Sozialbetrug und auf die Einhaltung von Mindestlöhnen. Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei nahmen die Zöllner genau 179 Betriebe des Gastgewerbes ins Visier (plus 19 Prozent gegenüber 2017). In sieben Fällen deckten sie einen Mindestlohnverstoß auf. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Stuttgart beruft sich hierbei auf eine Auswertung des Bundesfinanzministeriums für die Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke (Grüne).

„Es kann doch nicht sein, dass es immer noch Chefs gibt, die ihren Beschäftigten das absolute Minimum vorenthalten – den gesetzlichen oder einen höheren Branchen-Mindestlohn. Mindestlohn-Verstöße sind immer noch an der Tagesordnung. Und das, obwohl es den gesetzlichen Mindestlohn schon seit über vier Jahren gibt“, kritisiert NGG-Geschäftsführer Hartmut Zacher. Bei Kellnern, Köchinnen und Hotelangestellten komme es am Monatsende auf jeden Euro an.

Die Tatsache, dass viele Unternehmen es immer noch wagen, gegen geltende Mindestlöhne zu verstoßen, macht, so die NGG Stuttgart, eines deutlich: „Der Zoll muss mehr und intensiver kontrollieren – gerade auch in der Gastronomie. Beim Thema Mindestlohn zeigt sich, dass Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist. Je höher das Risiko für schwarze Schafe ist, bei illegalen Praktiken überführt zu werden, desto seltener setzen sie auf Tricksereien“, betont Zacher. Der Plan von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) auf mehr als 10.000 Beamte aufzustocken, sei ein „wichtiger Schritt“. Derzeit sei die FKS von dieser Zielmarke aber noch weit entfernt. Nach Informationen der NGG waren bundesweit zuletzt lediglich 6.600 Planstellen für Kontrolleure besetzt – 126 davon beim Hauptzollamt Heilbronn.

„Damit der Zoll bei seinen Kontrollen aber überhaupt fündig werden kann, müssen die Arbeitszeiten in den Betrieben genau erfasst werden. Bei Schummeleien mit den Stundenzetteln können die Beamten gegen den Arbeitgeber ermitteln – und geprellte Löhne zurückfordern“, erklärt Hartmut Zacher. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom Mai müssen Unternehmen die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter künftig systematisch dokumentieren. Im Gastgewerbe wurde bereits mit dem gesetzlichen Mindestlohn eine Aufzeichnungspflicht der geleisteten Stunden eingeführt. Die NGG hatte sich dafür gegen den Widerstand der Arbeitgeber stark gemacht.