10°

VfB Stuttgart gewinnt Heimspiel

Der Club aus Cannstatt schlägt am Samstag den FC St. Pauli in einem Geduldsspiel vor 53.315 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena. Zwar war die Mannschaft mit dem Brustring das deutlich aktivere Team, geriet aber zunächst in der ersten Hälfte in Rückstand. Der VfB Kapitän Marc Oliver Kempf sorgte nach dem Seitenwechsel für den Ausgleich. Mit Beständig- und Hartnäckigkeit sicherte sich die Wasenelf die drei Zähler in den Schlussminuten.

Ausgangslage

Der noch ungeschlagene VfB (vier Punkte aus zwei Spielen) empfing an diesem Samstag das in der zweiten Liga-Saison 2019/2020 noch sieglose Team aus St. Pauli (ein Zähler aus zwei Spielen). Im DFB-Pokal waren derweil beide Mannschaften erfolgreich. Die Jungs aus Cannstatt setzten sich am Montag mit 1:0 beim Drittligisten F.C. Hansa Rostock durch, St. Pauli siegte nach einem Schlagabtausch im Elfmeterschießen beim Regionalligisten VfB Lübeck.

Personal

Beim VfB kehrte Gregor Kobel nach überstandener Hüftprellung ins Tor zurück. Zudem spielte der Siegtorschütze aus dem Rostock-Spiel Hamadi Al Ghaddioui für den verletzen Orel Mangala (Innenbanddehnung im Knie) von Beginn an. Der Neuzugang Wataru Endo stand erstmals im Aufgebot, zu dem auch Rückkehrer und Goldmedaillengewinner Nicolas Gonzalez gehörte.

Vier Wechsel in der Anfangsformation gab es derweil bei den vom ehemaligen VfB Coach Jos Luhukay trainierten Norddeutschen. Niklas Hoffmann, Finn Becker, Florian Carstens und Kevin Lankford liefen für Marc Hornschuh, Waldemar Sobota, Christopher Buchtmann und Viktor Gyökeres (alle auf der Bank) auf.

Spielverlauf
11. Minute Zu Beginn der Partie zeigt sich den mehr als 50.000 Zuschauern ein in der noch jungen Saison vertrautes Bild auf dem Rasen: Der VfB hat viel Ballbesitz und ist das deutlich aktivere Team. Der Gegner aus St. Pauli agiert zunächst aus einer dichtgestaffelten Defensive, zeitweise befindet sich nur Torhüter Gregor Kobel in der VfB Spielhälfte. Den ersten Torschuss für das Team mit dem Brustring gibt indes Pascal Stenzel ab. Der Rechtsverteidiger zieht aus etwa 18 Metern Torentfernung ab, der Ball setzt kurz vor dem Tor noch auf und dreht sich ins Seitenaus weg.
18. Minute Bis zu diesem Zeitpunkt war nicht viel von der Gäste-Offensive zu sehen, doch plötzlich führt der FC St. Pauli. Paulis Christian Conteh setzt sich auf der linken Angriffsseite durch und legt für Mats Möller Daehli auf. Der Norweger vollendet aus etwa 16 Metern mit einem Flachschuss zum 1:0.
27. Minute Nach dem Treffer spielt weitestgehend wieder nur ein Team: der VfB. Und die Jungs aus Cannstatt erspielen sich die nächste Abschlussmöglichkeit. Borna Sosa flankt auf Santiago Ascacibar, der Argentinier wirft sich in den Ball rein, köpft, aber der Gäste-Torhüter Robin Himmelmann hält das Spielgerät fest.
45. Minute Der VfB geht mit dem Rückstand in die Pause. Die Mannschaft von Cheftrainer Tim Walter hatte zwar über weite Strecken des ersten Durchgangs mehr vom Spiel, konnte aber kein Kapital daraus schlagen. Der Führungstreffer der Gäste fällt mit deren erstem Angriff etwas überraschend.
51. Minute Für St. Pauli sind weiter Konter das Mittel, um offensiv gefährlich zu werden. Plötzlich tauchen sie in Überzahl vor dem VfB Tor auf. Mats Möller Daehli passt auf Dimitrios Diamantakos, dessen Schuss Holger Badstuber aber mit sehr gutem Einsatz blockt (50′). Auf der Gegenseite probiert es der VfB Kapitän Marc Oliver Kempf mit einem Distanzschuss. Diesen lenkt St. Paulis Schlussmann Robin Himmelmann ins Toraus.
60. Minute Endlich findet der VfB die entscheidende Lücke in der gegnerischen Abwehr. Gonzalo Castro spielt eine Ecke flach in den Strafraum, wo Marc Oliver Kempf am kurzen Pfosten abzieht und ins lange zum 1:1 trifft.
70. Minute Dieses Mal wird die Mannschaft mit dem Brustring durch einen Konter gefährlich. Nicolas Gonzalez lässt seine Gegenspieler aussteigen, doch der Torabschluss missglückt.
79. Minute Die Jungs aus Cannstatt spielen auf Sieg und sind ganz nah dran am zweiten Treffer. An eine Hereingabe von Nicolas Gonzalez verpasst Daniel Didavi nur knapp.
90. Minute Und der zweite Treffer für den VfB an diesem Nachmittag fällt doch noch. Nicolas Gonzalez schiebt eine Flanke von Borna Sosa über die Torlinie zum umjubelten Siegtreffer.

VfB Cheftrainer Tim Walter: Der Mannschaft gebührt ein Riesenkompliment, dass sie es bis zum Ende durchgezogen hat.

Fazit

Es war ein hartes Stück Arbeit für den VfB an diesem Samstagnachmittag gegen defensiv eingestellte Gäste. Nach dem Rückstand bewies die Mannschaft, dass sie sich von solchen Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen lässt. Folgerichtig war die Elf von Tim Walter auch nach dem 0:1 das deutlich aktivere Team und kam verdient zum Ausgleich. Auch nach dem 1:1 ließen die Jungs aus Cannstatt nicht locker und siegten letztlich verdient.

Steelers verlieren in Kaufbeuren

Am 50. Spieltag musste Eishockey Zweitligist Bietigheim Steelers am Sonntagabend zur schweren Auswärtspartie nach Kaufbeuren. Vor Spielbeginn trennten drei Punkte die beiden Teams. Vor 2.434 Zuschauern kassierten die Steelers eine bittere 4:6 (2:0, 1:3, 1:3) Niederlage gegen den Tabellenneunten. Die Bietigheimer tauschten mit Kaufbeuren die Plätze und rutschten auf Platz 9 ab. Am Freitag trifft das Team von Cheftrainer Marc St. Jean im Derby zuhause auf die Heilbronner Falken.

Spielbericht:

Beide Mannschaften drückten von Beginn an aufs Tempo und drängten auf die Führung. Dicke Torchancen konnte beide jedoch nicht herausspielen, wenn was durchkam waren Ilya Sharipov im Tor des ESVK und Stephon Williams bei den Steelers auf dem Posten. In der siebten Minute führte ein klasse Forecheck von Brett Breitkreuz zur Führung. Nach Scheibengewinn spielte Matt McKnight auf Myles Fitzgerald, der zum 1:0 traf. Zwei Minuten später hatte Alex Preibisch den zweiten Treffer auf der Kelle, doch er scheiterte an Sharipov. Stephon Williams hielt stark gegen Valentin Gschmeißner nach 10 Minuten. In der 14. Minute konnte René Schoofs eine springende Scheibe weiter auf Norman Hauner leiten. Der Stürmer blieb vor dem Tor eiskalt und traf zum 2:0 – sein 18. Saisontreffer und großer Jubel bei den ca. 120 mitgereisten Fans. Kurz darauf Schrecksekunde bei den Schwaben. Freddy Cabana kollidierte mit Max Lukes und blieb erst auf dem Eis liegen und ging dann direkt in die Kabine. Ein Fehler in der Defensive nutzte Yannick Wenzel beinahe zum dritten Treffer, Ilya Sharipov machte die Tür zu. Es blieb bei der Zwei-Tore-Führung nach den ersten 20 Minuten.

Der Mittelabschnitt begann mit einer Strafe gegen Matt McKnight. Wegen Haltens schickten die Hauptschiedsrichter Bastian Haupt und Ruben Kapzan den Topscorer der Steelers für zwei Minuten raus. Die Ellentaler verteidigten stark und ließen wenig zu. Nach Unterzahl gab es ein Überzahlspiel, da Max Oswald hinausmusste. Druck war da, doch ein Treffer wollte nicht gelingen. Zur Mitte des zweiten Drittels nahmen die Offensivbemühungen der Joker zu, die Defensive der Steelers stand sicher und ließ wenig zu. Ein Scheibenverlust an der gegnerischen blauen Linie führte dann zum 2:1. Sami Blomqvist schickte Joseph Lewis auf die Reise und dieser traf zum Anschlusstreffer in der 31. Minute. Anschließend musste Brett Breitkreuz wegen eines Ellbogenchecks auf die Strafbank und die Allgäuer nahmen den Schwung mit ins Powerplay, denn Sami Blomqvist traf zum 2:2. Marc St-Jean nahm daraufhin seine Auszeit. Doch es kam anders. Guillaume Leclerc musste wegen Beinstellens in die Kühlboc und Sami Blomqvist schnürte seinen Doppelpack – 2:3 für Kaufbeuren und der achte Treffer des Finnen in den vier Spielen. Als die Schwaben in Überzahl spielten, lag der Ausgleich in der Luft, doch Ilya Sharipov hielt die Führung fest. Die Joker waren kaum wieder komplett, da netzte René Schoofs nach Schuss von Norman Hauner den Abpraller zum 3:3 ein – die Steelers waren wieder im Spiel.

Auch der letzte Abschnitt begann mit einer Strafe gegen die Steelers. Norman Hauner musste wegen eines hohen Stocks nach sieben Sekunden raus. Stephon Williams verhinderte hier zweimal stark den erneuten Rückstand. In der 46. Minute war es dann erneut Sami Blomqvist der Maß nahm und unhaltbar zum 3:4 aus Sicht der Steelers traf – Hattrick des Finnen. Zwei Minuten später mussten Guillaume Leclerc und Florin Ketterer auf die Strafbank. Bei vier gegen vier nutzte Branden Gracel den Platz und traf aus spitzem Winkel zum 3:5. Die Antwort der Steelers ließ nicht lange auf sich warten. Norman Hauner spielte einen starken Pass auf Guillaume Leclerc und der Franzose verkürzte auf 4:5. Es wurde hektischer und erneut gab es Strafen gegen beide Teams, die beide mit einem Mann weniger auskommen mussten. Diesmal fiel kein Treffer und die letzten sieben Minuten versprachen sehr viel Spannung. Myles Fitzgerald hatte den Ausgleich auf dem Stock, doch er konnte die Scheibe nicht im Tor unterbringen. Die Ellentaler machten mächtig Druck, doch die Uhr tickte gnadenlos runter. 70 Sekunden vor dem Ende ging Stephon Williams aus seinem Tor. Es wurde nochmals gefährlich vor dem Tor der Allgäuer, doch in den Schlusssekunden traf Branden Gracel ins leere Bietigheimer Tor zum Endstand von 4:6.