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Grüner Anstrich für die Schönheit

Es müssen nicht immer die neuesten Wirkstoffe mit komplizierten Namen wie Tretinoid, Bakuchiol oder Squalan-Öl sein, um seiner Haut etwas Gutes zu tun. Stetige Forschung in der Dermatologie ist zwar sinnvoll und wichtig – aber: Bei all den trendigen, zum Teil noch wenig erprobten Wirkstoffen, sollte man die altbewährten Hautretter nicht vergessen.

Zum Beispiel: Grüner Tee. Die Blätter des Teestrauchs haben nicht nur heiß aufgebrüht und getrunken eine wohltuende und vitalisierende Wirkung auf den Körper und Geist, Grüntee-Extrakte finden sich auch immer wieder in Haar- und Hautpflegeprodukten. Völlig zurecht, weiß auch Prof. Dr. Dr. Werner Mang, Facharzt für HNO und Plastische Operationen, Chefarzt der Bodenseeklinik und Präsident der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin (IGÄM e.V.). Er empfiehlt seinen Patienten seit Jahren, das Lieblingsgetränk Asiens für ihre Schönheit zu nutzen und ist selbst ein großer Fan.

“Im asiatischen Raum trinkt man grünen Tee bei jeder Gelegenheit – nach dem Essen, als Zeichen der Gastfreundschaft, als Muntermacher und zur Stärkung. Außerdem unterstützt er die natürlichen Schutzmechanismen der Haut”, erklärt Prof. Mang. “Nur zwei Tassen Grüntee sind ausreichend, um den Tagesbedarf an Fluor zu decken und damit Karies vorzubeugen. Die Gerbstoffe wirken beruhigend auf Magen und Darm, stärken das Immunsystem, wehren freie Radikale ab und sorgen für eine gesunde und vitale Haut.” Ein wahrer Allrounder also.

Im Gegensatz zum Kaffee wirkt das Koffein im grünen Tee nicht über das Herz, sondern über das Nervensystem. Je kürzer die Ziehzeit – etwa ein bis drei Minuten -, desto anregender wirkt er. Da das Koffein in kleinen Schüben im Körper freigesetzt wird, hält es länger vor. “Frisch geerntet ist grüner Tee eine echte Vitaminbombe: Er enthält viermal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Es ist also kaum verwunderlich, dass Grüntee-Extrakte in Cremes, Shampoos und Make-ups absolut angesagt sind”, so der Experte.

“Ich bin überzeugt von dem Motto ‘Weniger ist mehr’ – insbesondere, wenn es um Haut- und Körperpflege und die passenden Inhaltsstoffe geht. Unserer Haut geht es besser, wenn Sie gezielt und schonend behandelt wird, anstatt sie mit vielen Pflegeschritten unterschiedlichster Formulierung zu überfordern. Neben grünem Tee empfehle ich altbewährte sanfte Inhaltsstoffe wie Honig, Heilerde oder Kamille. Man kann bereits Zuhause mit derlei Mittelchen einiges bewirken und so den Gang zu uns Schönheitsdocs vielleicht noch etwas aufschieben”, sagt Prof. Dr. Dr. Werner Mang.

Außerdem hält der Experte noch einen Tipp für Zuhause bereit: Diese einfache Grüntee-Maske können Sie selbst zubereiten. Sie brauchen dazu:

– 1 Tasse Wasser

– 1 EL Grüner Tee

– 3 EL Weizenkeime

– 1 EL Honig

Das Wasser zum Kochen bringen und fünf Minuten abkühlen lassen. Anschließend über die Teeblätter gießen. Nach fünf Minuten abseihen. Etwas abkühlen lassen. Inzwischen die Weizenkeime mit dem Honig vermischen und mit dem Teeaufguss verrühren. Den fertigen Mix sanft auf das zuvor gereinigte Gesicht auftragen. Dabei die Augenpartien aussparen. Nach etwa 20 Minuten die Maske mit einem Kosmetikschwämmchen und lauwarmen Wasser abnehmen. Zum Schluss das Gesicht mit kaltem Wasser nachspülen.

“Unsere Patienten sind begeistert von dieser einfachen und wunderbaren Gesichtsmaske. Sie vitalisiert die Haut und lässt sie jünger und straffer aussehen”, so Prof. Mang. Genau das Richtige also, um seiner Haut etwas Gutes zu tun.

Ralf Loweg

Händewaschen will gelernt sein

Viele Menschen sehen die Hand-Hygiene in der Corona-Krise plötzlich mit ganz anderen Augen. Und eines haben in dieser schwierigen Zeit selbst die größten Ignoranten gelernt: Richtiges Händewaschen ist ein zentraler Bestandteil des Infektionsschutzes – kann aber die Haut strapazieren. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) kennt Hautgefährdungen und weiß, wie man durch Pflege vorbeugen kann.

“Häufiges Händewaschen trocknet die Haut aus”, sagt Dr. Verena Kagel, Hautärztin bei der BGW. “Wenn die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind, kann die Desinfektion mit einem geeigneten Händedesinfektionsmittel eine hautschonendere Alternative sein.”

Im Alltag gibt es aber nicht immer die Möglichkeit, zwischen Desinfektion und Händewaschen zu wählen. Beim Händewaschen sollte darauf geachtet werden, möglichst lauwarmes, nicht zu heißes Wasser und geeignete Handwaschpräparate zu verwenden.

Die notwendige verstärkte Hände-Hygiene gehe an der Haut nicht spurlos vorbei, so Dr. Kagel. Deshalb benötigen die Hände mehr Pflege. Die verwendeten Pflegepräparate sollten dabei ausreichend rückfettend und möglichst frei von Duftstoffen sein. “Wenn die Haut der Hände trocken ist, sich rötet oder rau und rissig wird, können dies erste Anzeichen eines Handekzems sein”, sagt die Expertin.

Wie beim Händewaschen, kommt es auch beim Eincremen auf das “wie oft” und das “wie” an. “Nehmen sie sich in der Freizeit ganz bewusst mehrmals am Tag die Zeit zum Eincremen – zum Beispiel nach dem Händewaschen und vor dem Schlafengehen”, rät die Hautschutzexpertin. Wichtig sei auch, dass die Hände gründlich und vollständig eingecremt werden.

Ralf Loweg