Fahrverbot für Rettungsgassen-Sünder

Dass eine Rettungsgasse Leben retten kann, ist unbestritten. Trotzdem wird mit dieser Beschleunigungsmöglichkeit für Rettungsfahrzeuge immer noch Schindluder getrieben – ob absichtlich oder aus Unkenntnis. Doch die Strafen für solche Vergehen werden jetzt härter.

Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt laut ADAC zwar wie bisher auch 200 Euro Bußgeld und kassiert zwei Punkte in Flensburg. Doch dazu kommt jetzt auch noch ein Monat Fahrverbot. Wer durch die Rettungsgasse fährt oder sich an Einsatzfahrzeuge dranhängt, ist mit mindestens 240 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot dabei.

Ein ADAC-Sprecher: “Damit die Rettungs- und Einsatzkräfte schnell und ohne Behinderung zum Unfallgeschehen kommen, muss die Rettungsgasse bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden.” Dazu weichen die Autofahrer auf Autobahnen und Straßen außerorts mit mehreren Fahrstreifen je Richtung auf der linken Spur nach links aus, alle anderen orientieren sich nach rechts. Da auf die Polizei noch Notarzt, Feuerwehr oder Abschleppdienst folgen können, muss die Rettungsgasse so lange offen bleiben, bis sich der Stau auflöst.

In Österreich gibt es die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden, auf Autobahnen und Schnellstraßen mit mindestens zwei Fahrspuren je Richtung. In Frankreich müssen Einsatzfahrzeuge die Möglichkeit haben, an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbeizufahren.

In der Schweiz muss auf Autobahnen mit zwei Fahrstreifen für Einsatzfahrzeuge eine Rettungsgasse in der Mitte frei bleiben. Bei drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen ist die Gasse zwischen dem linken und dem zweiten Fahrstreifen von links zu bilden. In Italien gibt es bisher keine speziellen Vorschriften.

Rudolf Huber

Ferienende: Am Wochenende wird es wieder voll

 Letztes Wochenende im Stau hin, bald ähnlich mühsam wieder retour: Der Automobilclub ADAC erwartet für das kommende Wochenende (28. Februar bis 1. März) “lebhaften Reiseverkehr und volle Straßen”.

Der Grund ist das Ende der Faschingsferien in Bayern, Teilen Baden-Württembergs sowie der Mitte und dem Süden der Niederlande. Doch auch aus der Gegenrichtung ist ordentlich Andrang zu erwarten, denn in Hamburg fällt erst der Startschuss für zweiwöchige Ferien.

Lauf des Clubs dürften aber die Fahrspuren Richtung Norden stärker belastet sein als Richtung Süden. Die Spitzenzeiten erwarten die Experten für Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag jeweils von 8 bis 12 Uhr und von 16 bis 20 Uhr.

Auch auf den Fernstraßen der Alpenländer macht sich der Bettenwechsel in den Wintersportzentren bemerkbar. “An den drei Autobahnübergängen Suben (A3 Linz – Passau), Walserberg (A8 Salzburg – München) und Kiefersfelden (A93 Kufstein – Rosenheim) kann es bei der Einreise nach Deutschland Wartezeiten von bis zu einer Stunde geben”, heißt es beim ADAC.

 

Jetzt kommt das Masernschutzgesetz

Lange wurde darüber heftig diskutiert. Jetzt kommt das Masernschutzgesetz. Ab dem 1. März 2020 tritt es in Kraft. Doch was bedeutet dieses Gesetz überhaupt?

Mit dem Masernschutzgesetz müssen Eltern gegenüber der Schule oder Kita nachweisen, dass ihre Kinder gegen Masern geimpft sind. Der Nachweis gilt auch für Erwachsene, die in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen tätig sind. Die Masernimpfung wird im Impfausweis oder im gelben Kinderuntersuchungsheft als Nachweis vermerkt.

“Die Zahl der Impfgegner steigt, da viele die Erkrankungen nicht mehr kennen und die Gefahr dieser Erkrankung zu gering einschätzen”, erklärt Kinder- und Jugendärztin Dr. Annette Lingenauber. Daher habe der Gesetzgeber nach langer Zeit von seinem Recht Gebrauch gemacht und die Pflichtimpfung entschieden.

Kinder und Erwachsene, die bereits in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut werden oder arbeiten, müssen den Nachweis bis spätestens zum 31. Juli 2021 erbringen. Geschieht das nicht, droht zum Beispiel den Eltern von betreuten Kindern ein Bußgeld in Höhe von 2.500 Euro – oder der Verlust des Kitaplatzes.

Und warum ist diese Pflichtimpfung so wichtig? “Nach einer Masernerkrankung ist das Immunsystem für bis zu drei Jahren geschwächt. Die betroffenen Kinder erkranken wiederholt an Infekten. Nach einer Masernimpfung besteht dieses Risiko nicht”, so Dr. Annette Lingenauber.

Ralf Loweg

Digitalisierung: So viel Ahnung haben die Deutschen

Bei der Digitalisierung gibt es in Deutschland noch immer Wissenslücken. Begriffe wie “Big Data”, “Blockchain” oder “Augmented Reality” sind der deutschen Bevölkerung kaum bekannt. Dies geht aus der Maisberger-Studie “Die Skepsis der Deutschen gegenüber neuen Technologien” hervor.

Abgefragt wurde der Kenntnisstand zu zehn Technologien. Die Kernfrage: Lässt sich die Skepsis gegenüber der Digitalisierung auf mangelndes Wissen zurückführen? Wer eine Technologie dem Namen nach kennt, hat zumindest zur Kenntnis genommen, dass es diese gibt. Doch davon kann in Deutschland kaum die Rede sein. Laut Umfrage haben die Befragten im Schnitt zu 70 Prozent noch nicht von Machine Vision, Social Bots & Co. gehört.

“Bei den einzelnen Technologien schwankt der Anteil derer, die sie vom Hörensagen kennen, zwischen sechs und 36 Prozent. Doch der hohe Mittelwert für ‘Noch nicht gehört’ zeigt, dass generell wenig Bewusstsein und Interesse für Technologien der Zukunft vorhanden ist”, so Digitalexperte Dr. Alexander Pschera.

Ralf Loweg

Dienstreise mit Ehepartner steuerlich absetzen

Wer eine berufliche Reise nutzt, um mit seinem Ehepartner Urlaub zu machen, muss die Kosten in der Regel aus eigener Tasche zahlen. Die ARAG-Experten weisen allerdings darauf hin, dass es möglich ist, die Kosten für den Ehepartner steuerlich geltend zu machen.

Dazu kann man sich auf eine Beschwerde beim Bundesfinanzhof (BFH) berufen. Die legte ein Steuerberater ein, der seine Frau auf verschiedene Dienstreisen mitgenommen hatte. Die beiden waren immer einige Tage länger an den jeweiligen Veranstaltungsorten geblieben. Die gesamten Reisekosten reichte er als Betriebsausgaben bei der Steuer ein. Sein Argument: Seine Frau habe ihn bei der Kontaktpflege unterstützt.

Nachdem die Finanzrichter in Münster diesem Argument nicht folgen wollten (Az.: 2 K 2355/18 E), legte der Mann Beschwerde beim Bundesfinanzhof (BFH) ein. Solange die Beschwerde läuft, können Steuerzahler die Kosten für mitreisende Partner bei der Steuer angeben.

Doch die ARAG-Experten weisen darauf hin, dass man dabei glaubhaft darlegen muss, dass der Ehepartner tatsächlich nicht nur Shoppen und Sonnenbaden war, sondern auch an offiziellen Programmpunkten der Veranstaltung teilgenommen hat (BFH, Az.: VIII B 127/19).

Ralf Loweg

Schmerzen einfach wegbaden

Schon die alten Römer kannten die heilende Kraft von Thermalwasser. Und auch heute wollen viele Menschen ihre Schmerzen, Gelenk- und Rückenprobleme einfach “wegbaden”.

Studien bestätigen: Heilmittel aus der Natur helfen oft mehr als so manche Hightech-Arznei. Forschungsergebnisse unter anderem der Universität Würzburg zeigen, dass eine Woche Schwefel-Thermalwasser-Kur wirkungsvoll und messbar gegen Stress und die Gefahren eines Burnout schützen kann. Regelmäßiges Thermalbaden sei zudem eine belebende “Altersbremse”, sagen die Wissenschaftler.

Wiener Forscher haben im Rahmen von fünfjährigen Untersuchungen festgestellt, dass Schwefelwasser die Schutzmechanismen des Körpers gegen die freien Radikale stärkt und das gesundheitsschädliche LDL-Cholesterin Homocystein im Blut senkt. Homocystein steht in Verdacht, ein mitauslösender Faktor für Herzinfarkt und Schlaganfall, Depressionen und Demenzerkrankungen im Alter zu sein.

Rund 800.000 Deutsche leiden unter Rheuma. Auch hier berichteten mehr als 70 Prozent von über 2.000 befragten Badegästen von einer spürbaren Reduzierung ihrer Schmerzen und einer deutlich verbesserten Beweglichkeit. Die Kombination verschiedenster Heilverfahren eröffnet speziell auch Rheumapatienten ganz neue Therapie-Chancen: etwa die Verbindung von Thermalwasser und traditioneller chinesischer Medizin, die Kombi-Therapie mit Thermalwasser und Naturfango oder das breite Angebot an Aquafit-Kursen in den Thermen.

Ralf Loweg

Streit eskaliert: 45-Jähriger schlägt Pkw-Scheibe ein

Ein 45-jähriger Autofahrer fand am Samstagabend in Kirchheim am Neckar den Pkw seines Nachbarn vor seiner Garageneinfahrt abgestellt vor. Als er diesen daraufhin aufsuchte, befand sich der 36-Jährige im Streit mit seiner Ehefrau, dem den polizeilichen Ermittlungen zufolge auch eine Körperverletzung vorausgegangen war. Der Bitte, seinen Wagen wegzustellen, kam der aggressive 36-Jährige nach, indem er zweimal gegen das dahinter geparkte Auto des 45-Jährigen fuhr. Angesichts dessen geriet der 45-Jährige nunmehr in Rage und schlug die Scheibe der Fahrertür am Fahrzeug des 36-Jährigen ein.

Der 36-Jährige wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Körperverletzung angezeigt und erhielt wegen der häuslichen Auseinandersetzung einen Platzverweis. Der 45-Jährige wird sich wegen Sachbeschädigung verantworten müssen.

Antisemitische Schmierereien schockieren Marbacher

In Marbach am Neckar wurde vergangenen Freitagmittag an einer Garage antisemitische Schmierereien entdeckt.

Vergangenen Freitag gegen 13:20 Uhr hat eine Passantin an einer zum Hörnlesweg gerichteten Garage in der Fohlenbergstraße in Marbach am Neckar eine antisemitische Schmiererei entdeckt. Der in silbergrauer Farbe aufgesprühte Schriftzug verlief auf einer Länge von etwa 5 Metern über die gesamte Garagenwand und war mit dem TAG “Rey Misterio” gekennzeichnet. Was genau auf der Wand geschrieben stand, wurde in der Mitteilung nicht angegeben, Nach Angaben eines Polizeisprechers, war es “eine solche Aussage, die man nicht wiederholen sollte”.

An einer Wand auf der gegenüberliegenden Straßenseite fand sich eine weitere Schmiererei mit der Zahlenkombination “187”. Den bisherigen polizeilichen Ermittlungen zufolge wurde die Schmiererei im Zeitraum von Freitag, 14:00 Uhr bis Samstag, 13:20 Uhr von einem bislang unbekannten Täter angebracht. Der Schriftzug wurde noch am selben Tag entfernt. Die weiteren Ermittlungen hat das Staatsschutzdezernat der Kriminalpolizeidirektion Böblingen übernommen. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei, Tel. 07031 1300, in Verbindung zu setzen.

Verkehrsbericht: Welche Straßen diese Woche gesperrt sind

Verkehrsbericht gültig ab Montag, 24. Februar

Abelstraße
Es besteht eine Vollsperrung der Abelstraße zwischen dem Schützenplatz und der Kreuzstraße – Anlieger und Andienungsverkehr sind eingeschränkt frei.

Heilbadweg
Es besteht eine Vollsperrung zwischen dem Heilbad und der Uferstraße bis circa Ende April. Der Fahrradverkehr wird über die Marbacher Straße umgeleitet.
 
Heilbronner Straße
Es besteht bis circa Mitte März eine Vollsperrung des Verbindungsweges zwischen der Heilbronner Straße und der Reuteallee entlang des Bahndammes. Die ausgeschilderte Umleitung für den Fußgänger-/Radverkehr verläuft über den westlichen Verbindungsweg.
 
Hochberger Straße
Vollsperrung der Straße entlang der Kläranlage zwischen K 1695 und der Kläranlage Poppenweiler bis etwa Ende April. Die Zufahrt zur Kläranlage ist nur nach Abstimmung möglich – Der Fußgängerverkehr ist eingeschränkt möglich.

Kallenberg´sches Areal
Die Leonberger Straße ist zwischen der Solitudestraße und dem Zentralen Omnibus-bahnhof (ZOB) für den Individualverkehr gesperrt. Die Solitudestraße ist halbseitig gesperrt – die Verkehrsführung erfolgt stadteinwärts zwischen der Friedrichstraße und der Leonberger Straße. Die Einschränkungen bestehen bis voraussichtlich April 2021.

Leonberger Straße
Hier besteht bis circa Ende März eine halbseitige Sperrung zwischen der Solitudestraße und der Seestraße in Fahrtrichtung Solitudestraße. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

Lortzingstraße
Es besteht eine Vollsperrung zwischen dem Brahmsweg und der Schumannstraße bis voraussichtlich Ende April 2020.

Osterholzallee
Die Fahrbahnen in der Osterholzallee sind bis voraussichtlich Ende April 2020 zwischen der Schlieffenstraße und der Gänsfußallee halbseitig gesperrt. Es gibt eine Einbahnregelung in Fahrtrichtung Stadtmitte. Eine Umleitung in die Gegenrichtung ist eingerichtet.

Schillerstraße
Die Schillerstraße ist für den Fahrzeugverkehr in Richtung Westen befahrbar. Der Radverkehr bleibt in beide Richtungen aufrecht erhalten. Der Fußgängerverkehr wird über den Gehweg auf der Südseite geführt. Diese Verkehrsregelung gilt für die Dauer der Bauarbeiten bis voraussichtlich Ende 2022.

Uferwiesen II
Hier besteht eine Vollsperrung der Anlegestelle.

Waldäcker III
Hier sind temporäre Einschränkungen bei der Nutzung des Radwegs entlang der Schwieberdinger Straße möglich.

Ludwigsburg setzt mobilen Blitzer ein

Auch bei der Stadt Ludwigsburg sind ab sofort zwei „Enforcement Trailer“ im Einsatz – dabei handelt es sich um semi-stationäre Geschwindigkeitsmessanhänger. Die Trailer funktionieren wie stationäre Blitzanlagen – sie haben allerdings den großen Vorteil, dass sie ohne feste Installation an wechselnden und somit nicht vorhersehbaren Plätzen aufgestellt werden können.

Mit den zwei Enforcement-Trailern kann die Stadt zeitnah auf Anwohnerbeschwerden und auf Hinweise zu regelmäßigen Geschwindigkeitsüberschreitungen reagieren. „Standorte von stationären Geschwindigkeitsmessanlagen sind sehr schnell im Bewusstsein der Verkehrsteilnehmenden verankert“, erklärt Heinz Mayer, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung. „Sie führen oft nur zu einem kurzen Abbremsen und anschließenden Beschleunigen. Die Anhänger dagegen haben eine größere verkehrserzieherische Wirkung und sorgen für eine stärkere Verbesserung der Verkehrssicherheit.“

Bislang gibt es in Ludwigsburg 23 Standorte, an denen unterschiedliche Überwachungen, wie Geschwindigkeit, Rotlichtverstöße, Einhaltung der Busspur oder die Einhaltung des Lkw-Durchfahrtsverbots, stattfinden. Wie wichtig und notwendig diese Kontrollen sind, zeigt der neue Blitzer an der Stuttgarter Straße/B 27. Seit seiner Inbetriebnahme im letzten Dezember hat er insgesamt 2.300 Verkehrsverstöße registriert. Der schnellste Raser war dabei mit einer Geschwindigkeit von 123 Stundenkilometern unterwegs.