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Opel-Akkufabrik: “Jahrhundertprojekt in Kaiserslautern”

Klotzen, nicht kleckern lautet die Devise. Das wurde vor Ort bei der Vorstellung der Planungen für eine Batteriefertigung in Kaiserslautern durch Opel/PSA und die französische Total-Tochter Saft klar. Mit dabei: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Opel wird ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen ACC (Automotive Cell Company) gründen, das Batteriezellen für Elektroautos produziert. “Hier in Kaiserslautern entsteht ein echtes Jahrhundertprojekt”, so Opel-Geschäftsführer Michael Lohscheller. “Ab 2023 wollen wir schrittweise drei Blöcke mit einer Kapazität von jeweils acht Gigawattstunden aufbauen. Rund eine halbe Million Fahrzeuge jährlich können somit zukünftig mit Batteriezellen ,made in Kaiserslautern’ versorgt werden.”

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Für Opel sei die Teilnahme an dem Projekt ein “Meilenstein der Firmengeschichte und ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg hin zu einer elektrischen Automobilmarke”, so Lohscheller weiter. Und in der Tat ist das Projekt groß angelegt. Insgesamt sollen zwei Anlagen mit einer Kapazität von insgesamt 48 Gigawattstunden entstehen – neben Kaiserslautern auch in Frankreich. Angedacht ist eine Produktion von etwa zehn bis 15 Prozent des erwarteten europäischen Marktes. Das gesamte Investitionsvolumen liegt bei fast fünf Milliarden Euro.

“Ich freue mich, dass die Europäische Kommission das erste große Batterieprojekt für Europa in nur wenigen Wochen geprüft und genehmigt hat”, betonte Altmaier. Malu Dreyer bezeichnete die künftige Fabrik als wichtigen Schritt, um zukunftsfeste Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.

“Das Ziel ist ebenso simpel wie anspruchsvoll: Wir wollen hier in der Pfalz die weltweit besten, effizientesten und umweltfreundlichsten Batteriezellen herstellen”, so Opel-CEO Lohscheller. “Mit hoher Zuverlässigkeit. Für hohe Fahrzeug-Reichweiten.” Die in Kaiserslautern gefertigten Batteriezellen würden auch für andere Hersteller verfügbar sein. Und man sei auch grundsätzlich offen für weitere Partner.

Rudolf Huber

Corona lässt die Heiz-Pilze sprießen

2020 ist für Gastronomen ein extrem schwieriges Jahr. Um mehr als die Hälfte sind die Einnahmen geschrumpft. Die Terrassen-Saison konnte einen noch tieferen Einbruch der Branche verhindern. Darum setzen viele Gastronomen auf eine Verlängerung. Sobald es kälter wird, müssen Heiz-Pilze den Sommer künstlich erzeugen. Doch dafür existieren mancherorts rechtliche Hürden, so die Experten des Versicherers ARAG.

Denn aufgrund ihrer negativen Klimabilanz wurde die Nutzung der Gasheizer im öffentlichen Außenbereich von vielen Städten verboten. Da dies grundsätzlich eine Entscheidung der jeweiligen Kommune ist, zeichnet sich ein Flickenteppich an Regelungen ab:

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In Nürnberg, Tübingen und Hannover sind Heizpilze generell verboten. In Städten wie Hamburg, München, Köln und Stuttgart gelten eingeschränkte oder de facto-Verbote. In Berlin gibt es sogar unterschiedliche Regelungen in den Bezirken: In Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick sind sie verboten, in den anderen Bezirken erlaubt.

München erlaubt Heiz-Pilze nur im Sommer, wenn deren Nutzung sowieso vernachlässigbar ist. Köln lässt die Nutzung zu, aber nur in Kombination mit Markisen oder aufgestellten Schirmen, was bei den Gasgeräten aber schwierig werden dürfte. Die Stadt Düsseldorf verhängte bislang kein Verbot, hatte aber eines geplant.

Mittlerweile könnte das Verbot der Gastronomie zuliebe auf Eis gelegt werden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet plädierte dafür, Heiz-Pilze diesen Herbst und Winter im ganzen Bundesland zu erlauben. Die Stadt Lüdenscheid ist seinem Vorschlag gefolgt: Dort sind Heiz-Pilze nun bis April 2021 erlaubt.

Neben Gas als Befeuerungsart gibt der Markt auch umweltfreundlichere Alternativen her. Energieeffiziente Infrarotstrahler benötigen elektrischen Strom, der durch eine speziell entworfene Leitung fließt und dabei eine angenehme Wärme abgibt. Solche Geräte versprechen vier bis fünf Mal weniger Energie zu verbrauchen als die Gasverbrenner, kosten aber um den gleichen Faktor mehr. Elektrisch betriebene Heizstrahler unterliegen keinerlei Verbot und dürfen uneingeschränkt aufgestellt werden, sowohl privat als auch gewerblich.

Lars Wallerang / glp