12°

Richtiges Heizen will gelernt sein

Wenn es draußen stürmt und schneit, freuen sich viele Menschen auf eine warme Wohnung. Doch jeder hat seine ganz persönliche Wohlfühl-Temperatur. Doch welche Raumtemperatur ist wirklich gesund und dabei gut für die Umwelt und den Geldbeutel? Und was hat dies mit der Körpertemperatur zu tun?

Experten befürworten beispielsweise 20 bis 23 Grad Celsius im Wohnzimmer, wo wir uns tagsüber aufhalten, 17 bis 20 Grad Celsius im Schlafzimmer, wo wir meist unter einer warmen Decke liegen, und 18 bis 20 Grad Celsius in der Küche, wo wir uns bewegen und deshalb die Temperatur etwas niedriger sein kann. Fakt ist, dass jedes Grad, das weniger geheizt wird, etwa sechs Prozent Heizenergie spart und damit auch den CO2 Ausstoß reduziert.

Wieso aber fühlen wir uns nicht am wohlsten, wenn die Außentemperatur unserer Körpertemperatur gleicht? Ein gesunder Mensch hat eine Körperkerntemperatur von 36,3 bis 37,4 Grad Celsius. Nur bei dieser Temperatur können alle Organe optimal funktionieren. Da der Körper arbeitet, wird auch kontinuierlich neue Wärme produziert. Kann bei Hitze nicht mehr ausreichend Wärme an die Luft abgegeben werden, reagiert der menschliche Körper mit Schwitzen, um sich Kühlung zu verschaffen. Ist es dagegen zu kalt, zittern die Muskeln, um mehr Wärme zu erzeugen. Eine Umgebungstemperatur von 20 bis 25 Grad Celsius ist ideal, weil dann genau so viel Wärme abgegeben wird, wie der Körper im Normalzustand produziert.

Es ist gar nicht so einfach, im ganzen Zuhause für das perfekte Wohlfühlklima zu sorgen und gleichzeitig Energie zu sparen. Smart-Home-Systeme können helfen. Sie sorgen mit smarten Thermostaten dafür, dass jeder Raum des Hauses zur richtigen Zeit die perfekte Temperatur hat. Einzelne Räume können je nach Nutzung unterschiedlich beheizt werden. Eine große Energie-Ersparnis versprechen dabei automatische Zeitsteuerungen der smarten Thermostate.

Ralf Loweg

Forscher dem Reichtum auf der Spur

“Wer zur Oberschicht gehört” lautet der Titel einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Die Wirtschaftsforscher gehen beispielsweise den Fragen nach: Wie viele Reiche leben in Deutschland, wie viele Arme? Oder: Wieviel Einkommen muss jemand beziehen, um als reich zu gelten? Der aktualisierte interaktive Rechner des IW visualisiert die Einkommensverteilung in Deutschland.

Paare ohne im Haushalt lebende Kinder, die mehr als 5.294 Euro netto monatlich zur Verfügung haben, zählen in Deutschland zu den reichsten zehn Prozent. Das ist das Ergebnis des interaktiven IW-Rechners, für den die Verteilungsexperten des Instituts die aktuell verfügbaren Daten aus der Haushaltsbefragung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) neu ausgewertet haben.

Der Wohlstand ist in Deutschland in den Jahren vor der Coronakrise insgesamt deutlich gestiegen, zeigen die Berechnungen: Neben der Einkommensgrenze zu den oberen zehn Prozent ist beispielweise auch das Medianeinkommen nach oben gegangen. 2016 lag es bei 1.869 Euro netto im Monat – die Hälfte der Bevölkerung verdiente also mehr, die andere Hälfte weniger. 2017 lag es schon bei 1.946 Euro monatlich, ein deutliches Zeichen für gestiegenen Wohlstand.

Ab wann jemand als reich gilt, darüber gibt es keine Einigkeit. In der amtlichen Statistik gilt üblicherweise als relativ einkommensreich, wer das Doppelte des Medianeinkommens zur Verfügung hat. Als Single zählte man demnach ab einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.892 Euro zu den reichsten sieben Prozent der Bevölkerung. Tatsächlich glauben aber viele, dass erst bei deutlich höherem Einkommen von Reichtum gesprochen werden kann – die Schätzungen liegen meist zwischen 7.000 und 10.000 Euro netto im Monat. Unabhängig davon, wie Reichtum definiert wird, ordnen sich selbst nur wenige der Oberschicht beziehungsweise den Reichen zu.

Darüber hinaus überschätzen viele Deutsche den Anteil der Reichen in der Bevölkerung. Nach aktuellen Schätzungen gehen die meisten davon aus, dass mehr als 20 Prozent der Deutschen als reich bezeichnet werden können – und damit ein deutlich größerer Anteil als gemäß der verschiedenen Reichtumsdefinitionen.

“Bei Einschätzungen zum Thema Reichtum gehen Daten und Wahrnehmung besonders weit auseinander”, sagt IW-Verteilungsexpertin Judith Niehues. Kaum jemand empfinde sich selbst als reich, gleichzeitig würden viele glauben, dass sehr große Teile der Bevölkerung reich seien.

Laut Untersuchung eines anderen Forscher-Teams, dem des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, gibt es weitere Zahlen zum Reichtum in Deutschland und der sozialen Ungleichheit. Demnach besitzen die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des Vermögens in Deutschland. Das heißt im Umkehrschluss: Noch weniger als die Hälfte des hierzulande existierenden Vermögens entfällt auf 90 Prozent aller Deutschen.

Lars Wallerang