Zustand der Straßen in Ludwigsburg wird dokumentiert

Der städtische Fachbereich Tiefbau und Grünflächen lässt im Zeitraum von Mitte Oktober bis Ende des Jahres wieder eine Straßenzustandsbewertung durchführen. Dafür werden im gesamten Stadtgebiet Straßen und Wege mit einer Gesamtlänge von 290 Kilometer befahren beziehungsweise begangen.

Bereits 2012 gab es im Rahmen der Einführung des neuen Kommunalen Haushaltsrechts eine Straßenzustandsbewertung. Die Ergebnisse wurden damals in den politischen Gremien präsentiert. Seither werden bei Umbauten oder Erneuerungen der Straßen die Daten ständig aktualisiert. Zusätzlich zu den geplanten Verbesserungen gibt es auch Verschlechterungen der Straßensubstanz, beispielsweise durch Frostaufbrüche oder hohe Verkehrsbelastungen.

Um diese Entwicklung abbilden zu können, ist es notwendig, in einem Intervall von fünf bis sieben Jahren eine flächendeckende Zustandsbewertung durchzuführen. Die Arbeiten wurden öffentlich ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Firma GEO Net solution aus Leipzig. Für die Befahrung der Straßen wird ein signalisiertes Messkamerafahrzeug (Mobiles Erfassungssystem) eingesetzt. Dieses System ist hilfreich bei der Dokumentation und Beweissicherung des bewertbaren Zustandes der Objekte.

Im Stadtgebiet gibt es auch Bereiche, die nicht befahren werden können. Diese werden über eine Begehung im Anschluss an die Befahrung erfasst. Die Begeher sind zu Fuß im Stadtgebiet unterwegs und dokumentieren den Zustand der Flächenobjekte, die für das Messfahrzeug nicht erreichbar sind.

Es erfolgt keine Veröffentlichung personenbezogener Bilddaten: Bildausschnitte sind auf die zu bewertenden Verkehrsflächen gerichtet, Kennzeichen und Personen werden verpixelt abgebildet. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, werden Passantinnen und Passanten gebeten, die Straßenraumdokumentation im Begegnungsfall zu unterstützen.

So wenig Verkehrstote wie noch nie

 Autos werden immer sicherer. Und das lässt sich jetzt auch eindrucksvoll an Zahlen ablesen. Im Jahr 2019 starben laut vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts (Destatis) 3.059 Menschen im Straßenverkehr. Eines vorweg: Natürlich ist jeder Tote einer zuviel. Aber: Im Vergleich zu 2018 ist das ein Rückgang um deutliche 6,6 Prozent. Das bedeutet: Damit gab es seit der Erfassung von Verkehrsunfällen vor über 60 Jahren nie weniger Verkehrstote in einem Jahr. Auch die Zahl der Verletzten sank um drei Prozent auf 384.000.

“Noch nie mussten so wenige Menschen im Straßenverkehr Ihr Leben lassen. Das ist erfreulich und zeigt, wie wichtig eine gute Präventionsarbeit ist”, sagt Prof. Klaus Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW).

Rund 2,7 Millionen Unfälle registrierte die Polizei 2019, das entspricht einem Plus von 1,9 Prozent. Damit ereignete sich laut der Statistiker etwa alle zwölf Sekunden ein Unfall auf Deutschlands Straßen. Bodewig merkt daher auch kritisch an: “Die Unfallzahlen sind insgesamt zu hoch. Besonders Radverkehr bleibt eine Herausforderung. Hier dürfen wir nicht nachlassen.”

Ralf Loweg