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Riesen ringen Bamberg knapp nieder

96:95 Sieg gegen Brose Bamberg

Ins Sonntagsspiel am Osterfest mussten die MHP RIESEN Ludwigsburg mit einer Hiobsbotschaft starten: Headcoach John Patrick musste auf Kelan Martin verzichten, der mit einer Armverletzung fehlte. Doch auch ohne den 23-Jährigen standen die Hausherren gut, generierten einige Steals – waren aufgrund der geringeren Trefferquote dennoch alsbald in Rückstand (9:10, 5. Spielminute). Doch das offene Visier der Ludwigsburger setzte von Beginn an viele Kräfte frei, sodass Bamberg früh in Foultrouble und wieder in Rückstand geriet. Die Schwaben trafen ihre Würfe, agierten auf Augenhöhe und durften sich folgerichtig – nach einer offensiven Glanzleistung – über die 27:22-Viertelführung freuen (10.).

Auch im zweiten Spielabschnitt spielten die Patrick-Schützlinge wie entfesselt und legten abermals einen kleinen Lauf aufs Parkett. Dieser war derart stark, dass Bambergs Headcoach Federico Perego zur Ansprache am Seitenrand bat. Owen Klassen hatte zuvor aus der 6,75-Meter-Distanz verwandelt und auf 37:25 gestellt (13.). Im Coaching-Duell behielt jedoch auch in der Folge sein Gegenüber Patrick die Nase vorn. Der US-Amerikaner sah eine weiterhin groß aufspielende Mannschaft, die ihren zweistelligen Vorsprung stabilisierte und um keine Antwort verlegen war. Perego war weiterhin außer Rand und Band – und ließ dies sein Team auch akustisch spüren. Doch egal was der Italiener auch tat, Ludwigsburg war vorerst nicht zu stoppen: Nahezu alles funktionierte, sodass sich alle schwäbischen Fans begeistert auf den Weg zum Halbzeit-Bier machen konnten, zuvor aber Klassen abfeierten, der 21 Zähler und zehn Rebounds markiert hatte (58:39, 20.).

Rice und Hickman starten die Aufholjagd

Im Anschluss an den Seitenwechsel sank die Laune dann aber rapide: Die Franken kamen mit einem 8:0-Lauf aus der Kabine, welcher erst durch Korberfolge von Aaron Best und Marcos Knight in der 23. Spielminute gebrochen werden konnte. Doch durch diese beiden Willensleistungen wurde der Korken wieder gelöst: Ludwigsburg war in der Spur, musste sich aber gefallen lassen, dass die Bamberger nun besser agierten – und den Rückstand zu minimieren begannen (69:55, 26.). Mehr noch: Die Franken kamen immer näher heran und zwangen nun Patrick zur Auszeit, da unter anderem Ricky Hickman aus der Ferndistanz verwandelt hatte. Ludwigsburg fing sich jedoch wieder und lag auch zum Ende des dritten Viertels weiterhin Front (77:70, 30.).

Der nun wieder vollkommen offene Schlagabtausch wurde fortan geprägt durch das Element der Spannung. Beide Mannschaften spielten und kämpften um jeden Ballbesitz, Bamberg hatte das sprichwörtlich heiße Händchen von jenseits der 6,75-Meter-Linie und erspielte sich die Führung (82:83, 35.). Doch die MHP RIESEN ließen sich hiervon nicht irritieren: Lamont Jones und Jordon Crawford verwandelten eiskalt, letzter sogar mit Foul, und zwangen Perego zur abermaligen Auszeit. Die klare Anweisung des Italieners „Distanzwürfe von Rice und Hickman“ wurde nun in nahezu jedem Angriff erfolgreich umgesetzt, sodass die Partie weiterhin auf des Messers Schneide blieb. Abermals waren die Schwaben nervenstark, abermals verwandelten sie ihre Würfe eiskalt – und hatten schließlich auch das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite: Jordon Crawford verwandelte, nach einem heftig diskutierten Foulpfiff, den entscheidenden Freiwurf und führte seine Farben zum umjubelten Heimsieg.

Statements und Statistiken:

Federico Perego: „Glückwunsch an John und sein Team. Sie haben mit einer atemberaubenden Intensität gespielt. Für uns sind natürlich die 21 Turnover und die 17 Offensivrebounds, die wir zugelassen haben, mit entscheidend. Wir hatten ein fürchterliches zweites Viertel. Wir sind ein Team mit tollen Menschen und großartigen Charakteren – wir haben in den letzten vier Monaten einen tollen Job gemacht, um dorthin zu kommen, wo wir hingekommen sind. Heute gab es am Ende eine knappe Entscheidung. Diese war der Schlüssel. Manchmal geht eine solche Entscheidung zu deinen Gunsten aus, manchmal nicht. Glückwunsch, nochmal, an Ludwigsburg.“

John Patrick: „Zuerst einmal möchte ich Bamberg und Coach Perego zum Pokalgewinn und dem Einzug ins Final Four der Basketball Champions League gratulieren. Wir drücken ihnen die Daumen. Das Spiel heute war ähnlich wie das Hinspiel, damals hatten wir das unglückliche Ende auf unserer Seite. In der Crunchtime hatten wir heute Probleme mit Tyrese Rice, ihn konnten wir nicht kontrollieren. In der zweiten Halbzeit hat Karim Jallow wichtige Würfe getroffen. Zudem haben wir mit 6 Turnovers einen guten Job gemacht. Wenn wir den Ball viel bewegen, sehen wir gut aus. Manchmal sind wir da zu eigensinnig. Heute waren wir aber einen Tick besser.“

Für Ludwigsburg spielten: Owen Klassen 25 Punkte/12 Rebounds, Jordon Crawford 15/11 Assists, Marcos Knight 11, Karim Jallow 11, Adam Waleskowski 11, Aaron Best 10, Lamont Jones 8, Donatas Sabeckis 1 und Konstantin Klein.

Für Bamberg spielten: Tyrese Rice 30 Punkte, Elias Harris 18, Ricky Hickman 13, Louis Olinde 7, Bryce Taylor 7, Nikos Zisis 6, Patrick Heckmann 5, Cliff Alexander 5 Augustine Rubit 5, Maurice Stuckey und Daniel Schmidt.

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Riesen haken die Play-offs nicht ab – Sieg in Gießen

Die Ludwigsburger MHP Riesen haben nach der Heimniederlage gegen München große Moral bewiesen und durch einen 98:93-Auswärtssieg gegen Gießen ihre Hoffnungen die Play-offs doch noch zu erreichen am Leben erhalten. Center Owen Klassen macht mit 26 Punkten eines seiner besten Spiele.

Die Hoffnung stirbt zuletzt – Nach dem Motto ging das Team von Chefcoach John Patrick nach der sehr klaren Heimniederlage letzten Donnerstag gegen Tabellenführer FC Bayern Basketball in das heutige schwierige Ausswärtsspiel gegen Giegen46ers und hat sich durch einen verdienten Sieg 98:93 (46:41) zumindest die Chance, einen Play-off Platz zu erreichen, bewahrt. Gießen, die ihrerseits auch noch Hoffnungen hegten in die K.o.-Runde zu kommen, musste dagegen nach der Niederlage ihren Traum begraben.

Dem Riesen-Center Owen Klassen gelang derweil mit 26Punkten in seinem 88. Bundesliga-Spiel ein Karriere-Bestwert. Die Barockstädter verbesserten sich nach dem Sieg in Gießen auf Tabellenplatz 10.  Bereits nächsten Sonntag wartet mit Brose Bamberg die nächste Hürde auf das Team von John Patrick.

red/hp

Statements und Statistiken:

John Patrick: „Wir haben gegen eine gut vorbereitete Gießener Mannschaft schlecht angefangen. Wir haben mit Owen Klassen einen Spieler, der unerwartet viel getroffen hat – auch viele Dreier. Heute war das sehr wichtig für uns. Wir hatten Probleme, Shooter wie Brandon Thomas zu kontrollieren. Dafür haben wir aber einen relativ guten Job gegen John Bryant gemacht und am Ende dann schwierige und wichtige Würfe getroffen, was das Spiel schließlich entschieden hat.“

Ingo Freyer: „Ich hatte das Gefühl, dass wir die gesamte Zeit über das Spiel offenhalten konnten. Ich denke auch, dass wir unsere Defense etwas verbessern konnten, auch wenn das dann bei so vielen Offensivrebounds der Gegner immer noch katastrophal aussieht. Da sind wir einfach immer noch zu unathletisch und man sieht dann, was uns fehlt, wenn man einen Alen Pjanic reinbringt, der dann wiederum Athletik mitbringt. Wenn der Gegner dann zehn Würfe mehr nimmt als wir, kannst du auch noch so hochprozentig treffen. Man kann das dann schwer kompensieren und das ist aktuell unser größtes Problem.

Für Gießen spielten: Brandon Thomas 19 Punkte, John Bryant 15/7 Rebounds, Max Landis 15, Alen Pjanic 13, Mahir Agva 11, David Bell 8, Benjamin Lischka 5, Larry Gordon 4, Jared Jordan 3/10 Assists und Siyani Chambers.

Für Ludwigsburg spielten: Owen Klassen 26 Punkte/8 Rebounds, Jordon Crawford 13/7 Assists, Konstantin Klein 13, Marcos Knight 12/9 Rebounds, Lamont Jones 10, Kelan Martin 10, Aaron Best 7, Adam Waleskowski 5, Karim Jallow 2, David McCray und Ariel Hukporti.

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FC Bayern eine Nummer zu groß für die Riesen

Am gestrigen Donnerstag trafen die MHP Riesen Ludwigsburg auf den Tabellenführer der Basketball Bundesliga aus München. In der ausverkauften MHP Arena mussten die Schützlinge von Cheftrainer John Patrick über die ganze Spiellänge einem Rückstand hinterherlaufen. Das Team von Bayern-Chefcoach Dejan Radonjic hatte über die gesamten 40 Minuten lang das Geschehen auf dem Spielfeld unter Kontrolle und ließen trotz ohrenbetäubender Riesen-Fans nichts anbrennen und fuhren so vor über 4.000 Zuschauer einen ungefährdenten 95:71 Sieg ein.

München rangiert nach dem Sieg gegen die Ludwigsburger souverän auf Platz 1 der Basketball Bundesliga. Die MHP Riesen rutschen nach der Niederlage auf Platz 11 ab und haben bei noch 7 ausstehenden Spielen nur noch minimale Chancen die Play-off Plätze zu erreichen. Bereits kommenden Sonntag muss das Team um Kapitän David McCray zur Auswärtspartie nach Gießen.

red / hp

Statements und Stats

Dejan Radonjic: „Es war aufgrund des Resultats ein gutes Spiel. Wir hatten über 40 Minuten einige Wechsel in Offensive und Defensive – haben das Spiel aber letztlich die komplette Zeit kontrolliert. Ein weiterer Sieg für uns.“

John Patrick: „Ich möchte Coach Radonjic und den Münchnern zum Sieg gratulieren. Wir haben heute in manchen Phasen gut gespielt, wurden aber auch phasenweise dominiert. Danilo Barthel hat erneut, in nur 20 Minuten, ein hervorragendes Spiel gemacht. Auch Nihad Djedovic und Vladimir Lucic waren stark. Aber wir haben auf unserer Seite auch gute Dinge gesehen: Wir haben den Ball gut bewegt. Nach Auszeiten und immer, wenn wir wieder dran waren, haben wir jedoch viel zu viel gedribbelt. Natürlich hatten die Bayern aber viele Highlights. Dennoch bin ich stolz, wie Ariel sich heute präsentiert hat.“

Aufstellung Ludwigsburg: Kelan Martin 17 Punkte, Marcos Knight 16/7 Rebounds/6 Assist, Lamont Jones 12, Owen Klassen 7, Konstantin Klein 6, Ariel Hukporti 6, Aaron Best 5, Jordon Crawford 4, Karim Jallow 2, Adam Waleskowski, David McCray und Christian von Fintel.

Aufstellung München: Danilo Barthel 24 Punkte, Nihad Djedovic 18, Stefan Jovic 8, Vladimir Lucic 7, Braydon Hobbs 6, Marvin Ogunsipe 6, Maodo Lo 5, Nemanja Dangubic 5, Derrick Williams 5, Leon Radosevic 4, Alex King 3 und Petteri Koponen.

Das Tal der Riesen

Vor 12 Monaten gehörten die MHP Riesen Ludwigsburg in der Basketball Champions League und Bundesliga zu den besten vier Mannschaften. Die Philosophie von John Patrick griff und sammelte Respekt und Siege. Heute ist vieles anders und um beides muss in jedem Spiel gekämpft werden.

Ludwigsburg und München trennen rund 240 Kilometer. Beinahe auf halber Strecke liegt Ulm. Drei Basketball-Standorte, eigentlich ganz nah, sportlich aber weit voneinander entfernt.

„Woran es wohl liegen mag“, wird sich Ludwigsburgs Erfolgs-Trainer John Patrick des nachts vielleicht fragen. Woran liegt es, dass seine MHP Riesen vor 12 Monaten in einem europäischen Final Four standen, Teams mit knallharter Defense niederzwangen und in der BBL Heimvorteil in der ersten Runde genossen, in diesem Jahr jedoch weit weg sind? Weit weg von den Erfolgen und vor allem weit weg von der eigenen Identität. So weit weg wie eben München. Der Tabellenführer tritt heute Abend in der Barockstadt an und bringt mit, was Ludwigsburg seit Monaten sucht. Konstanz und Identität.

Nun sollte gerade der FC Bayern nicht als Beispiel herhalten. Niemand in Ludwigsburg zeigt auf die 240 Kilometer entfernte Stadt und fordert gleiches. Das Duell mit dem deutschen Meister offenbart allerdings die Schwierigkeiten. Vergangenes Jahr war Ludwigsburg das berüchtigtste Defensiv-Team der Bundesliga. John Patricks Basketball-Philosophie manifestierte sich in jedem Spieler im gelb-schwarzen Trikot. Ganzfeld-Presse, Druck und Aggressivität ohne Unterlass. Durchatmen gegen die Riesen? Kaum möglich. Egal wer in den Süden der Republik kam wusste, dass mit schweren Beinen und oft auch mit schwerem Gemüt wieder abgereist wird.

Die Ludwigsburger verinnerlichten ihre Identität, beriefen sich darauf, erlaubten nur 77.4 Punkte im Schnitt und forcierten über 17 Ballverluste beim Gegner. Mit der viertbesten Offensive (86.2 Punkte) und drittbesten Punktdifferenz von +10.5 pro Partie waren die MHP Riesen elitär. Als einziges Team klauten sie den Ball pro Spiel mindestens zehn mal – bei wenigen eigenen Ballverlusten. Meist ein Erfolgs-Cocktail im Basketball. Von diesem Team sind drei Spieler übrig geblieben. Die ersten sieben Akteure in der Kategorie Punkte im Schnitt sind weg. Ludwigsburg musste mal wieder von neuem anfangen. Ein hoher Durchsatz an Spielern war stets die Norm unter John Patrick, der Engagement und Druck erbarmungslos einfordert. Nimmt ein Spieler den Fuß vom Gas, nimmt Patrick ihn vom Parkett. Und nicht selten auch komplett aus dem Team. Ludwigsburg verstärkte sich auch im vergangenen Jahr inmitten der Spielzeit. Der unversehrte Kern garantierte jedoch Wissensaustausch. In diesem Sommer brach Patrick die Wissensbrücke komplett weg. Veteran David McCray ist einer von drei übrig gebliebenen und derjenige, der Patricks DNA vollends absorbiert. Zu wenig, um in dieser Saison zu wiederholen, was vergangenes Jahr gefeiert werden durfte. Ludwigsburg schaffte es in der Basketball Champions League (BCL) nicht zurück in die Playoffs. Die vielen Partien mit neuem Personal zehrten, genau wie die Suche nach der verlorenen Identität.

Vor zwei Wochen fuhren die MHP Riesen Ludwigsburg jene 240 Kilometer nach München und verloren 92:74. München traf 46.4% aus der Distanz, versenkte von dort 13 Würfe und spielte mit den ehemals furchteinflößenden Riesen. „Woran es wohl liegen mag“, wird sich John Patrick auf der Fahrt zurück nach Hause gefragt haben. Oder er kennt die Antwort schon, die so logisch wie auch simpel ist. Beinahe die ganze Mannschaft ersetzen zu müssen und dann zu hoffen, dass alles beim alten bleibt, ist illusorisch. Patricks Plan basiert auf der ungemütlichsten Komponente des Basketballs – konstante Aggressivität in der Verteidigung. Kein Ball in der Hand, reaktiv statt aktiv. Das erfordert viel und kann nicht über Nacht in ein Teamkonzept gegossen werden.

Ludwigsburg befindet sich vor dem Rückspiel gegen die Bayern im Dickicht der Verfolger mit zwei Siegen Rückstand auf den achten Platz. Nach dem frühen Aus in der BCL gilt der Fokus den Playoffs. Manifestiert sich Patricks Philosophie mit fortschreitender Spielzeit mehr und mehr in der Spielern? Oder sind diese irgendwann immun geworden und ein Stil wie der von Patrick nutzt sich einfach ab. Viel Schliff und Hitze bedeutet Abrieb. Flüsterstimmen fragen nach der Halbwertzeit des Trainers. Ludwigsburgs Problem ist das defensive Konzept. Es greift in diesem Jahr nicht. Ein normaler Vorgang oder der Beginn eines Trends? John Patrick und seine MHP Riesen werden sich diese Frage aktuell nicht stellen. Die Playoffs sind bei noch acht verbleibenden Spielen möglich. Unter anderem geht es zuhause nach den Bayern gegen Bamberg, Vechta und Berlin. Vor eigenem Publikum stemmt sich Ludwigsburg mit einer Bilanz von 8-5 gegen den Trend. Vergangene Saison waren 20 Siege nötig, um Platz acht zu sichern. Gewinnt Ludwigsburg alle verbleibenden Spiele? Wahrscheinlich nicht. Beginnen sie heute Abend gegen den Branchenprimus? Die Historie spricht nicht dafür mit nur drei Siegen aus elf Heimspielen gegen die Bayern. John Patrick wird auf kleine Schritte hoffen. Etwas weniger Punkte zulassen, etwas mehr Intensität und die Playoffs bleiben in Reichweite. Und da, das Klischee verrät, ist alles möglich.

Redaktion: Medienpartner Sportmagazin Socrates / Autor: Robert Jerzy

 

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Riesen verlieren Derby vor ausverkaufter Arena gegen Ulm

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben die Partie des 27. Spieltags 92:98 verloren. Die Barockstädter gaben im Schwaben-Derby gegen ratiopharm ulm die 53:40-Pausenführung aus der Hand – und rangieren damit in der Tabelle weiterhin auf dem zehnten Rang.

Vor sensationeller und ohrenbetäubender Kulisse erwischten die Hausherren, nach großer Choreografie der Barock Pirates Ludwigsburg, einen soliden Start ins Schwaben-Derby. Obwohl noch lange nicht alles funktionierte, eroberten sich die Ludwigsburger durch zwei Treffer von Kelan Martin früh die Führung (5:4, 3. Spielminute). Auffällig war vor allem, dass die MHP RIESEN ab Spielminute eins die vorhandene Intensität auf den Rängen der MHPArena in sich aufsogen – und hierdurch das Spiel entsprechend positiv gestalten konnten. Denn während der Ball in der Offensive gut bewegt wurde, stand die Defensive solide. Owen Klassen setzte zudem mit seinem Buzzerbeater von jenseits der 6,75-Meter-Linie die Kirsche auf ein sehr gutes erstes Viertel (28:20, 10.).

Im zweiten Spielabschnitt blieben die Barockstädter, die erstmals in dieser Spielzeit im schwarz-gelben Auswärtsjersey zuhause aufliefen, am Drücker und stellten binnen kürzester Zeit auf +12 (32:20, 12.). Auch in den folgen Minuten spielten die Schützlinge von Headcoach John Patrick wie im Rausch, trafen zahlreiche (Distanz-)Würfe und hielten die Gäste erfolgreich auf Abstand. Doch trotz der deutlichen Führung und der hohen Trefferquote wussten sie ob der Stärke der Ulmer: Denn die athletisch exzellent ausgestatteten Gäste deuteten ihr Offensiv-Potenzial immer wieder an (53:40, 20.).

Drittes Viertel bringt die Wende

Im Anschluss an den Seitenwechsel verlor das Derby etwas an Drive, was vor allem die Ulmer zu ihren Gunsten zu nutzen wussten. Sie verkürzten das zweistellige Defizit und stellten das Spielgeschehen auf den Kopf (55:56, 25.). Headcoach John Patrick nahm in dieser Phase der Partie zwei Auszeiten, konnte den Umschwung aber nicht verhindern. Erst als Marcos Knight in der 26. Spielminute „coast to coast“ ging und mit einer Willensleistung für den ersten Feldtreffer der Hausherren nach der Halbzeitpause sorgte, brach der gelb-schwarze Bann. Ulm blieb dennoch am Drücker, Ludwigsburg aber in Schlagdistanz (62;68, 30.).

Angeführt von Konstantin Klein und dessen Dreipunkt-Spiel verdeutlichten die MHP RIESEN auch zum Beginn des Schlussabschnitts ihre Willensstärke und den Wunsch danach, abermals für den Turnaround zu sorgen. Obwohl ihnen nun mehr und mehr die Foulproblematik – Martin, Klassen, Klein und Knight hatten je vier – zum Verhängnis wurde, versammelten sie die 3.904 Zuschauer wieder hinter sich, sorgten für defensive Stops und kamen so zu Fastbreak-Punkten (69:70, 33.). Doch die Mühen der Hausherren blieben unbelohnt: Ulm blieb nervenstark und souverän und nutzte die nun zahllos folgenden Freiwurfversuche mustergültig aus. Die Entscheidung über Sieg und Niederlage fiel letztlich dann ebenfalls an der Freiwurflinie: Klein verpasste zwei Gelegenheiten, Martin ließ den gesicherten Rebound ins Aus fallen – und wurde einen Angriff später von Patrick Miller geblockt, der durch eine Defensivaktion somit für die Entscheidung und Jubel im Gästeblock sorgte.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg müssen durch die 92:98-Niederlage im Kampf um eine Top8-Platzierung weiter abreißen lassen und haben, auf Rang zehn liegend, nun zwei Siege Rückstand auf die achtplatzierten Ulmer.

Statements und Stats

Thorsten Leibenath: „Die Mannschaft hat sich und mir heute den Derby-Sieg geschenkt. Das war eine ganz beeindruckende Leistung. Gerade habe ich es schon zu John gesagt – und das meine ich mit dem höchsten Respekt: Ich hasse es hier in Ludwigsburg zu spielen. Weil es einfach so unglaublich schwer ist. Man hat auch heute wieder gesehen warum: Ludwigsburg spielt an beiden Enden des Feldes so intensiv, das man sich erst einmal daran gewöhnen muss. Wenn man dafür zu lange braucht, ist das Spiel schon vorbei, dann kommt man nicht nochmal zurück. Bei -13 sah es eigentlich schon so aus. Aber die Mannschaft hat unglaublichen Charakter gezeigt und, nachdem wir taktisch etwas in der Verteidigung verändert haben, haben wir Zugriff zum Spiel gefunden und es geschafft, die Ludwigsburger in ihren Angriffsbemühungen zu verlangsamen. Diesen Vorteil haben wir ihnen weggenommen. Man muss immer davon ausgehen, dass die Spiele in Ludwigsburg ein Kampf auf Biegen und Brechen sind – und ich bin sehr glücklich, dass wir diesen heute gewonnen haben.“

John Patrick: „Ich möchte Thorsten und dem Ulmer Team zum Sieg gratulieren. Sie haben am Ende verdient gewonnen, nachdem sie die defensive Intensität in der zweiten Halbzeit erhöht haben. Wir hatten zwei Turnover in der ersten Halbzeit, fünfzehn in der zweiten. Ich weiß nicht, ob wir in der zweiten Halbzeit überhaupt einen Assist hatten. Wir haben aufgehört Teambasketball zu spielen […]. Wir haben heute unsere zwei Gesichter gesehen. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut und diszipliniert gespielt. In der zweiten Halbzeit waren wir sehr unkonzentriert und haben den Preis dafür bezahlt.“

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 18 Punkte/9 Rebounds, Jordon Crawford 17, Lamont Jones 15, Kelan Martin 15/8, Owen Klassen 11, Konstantin Klein 8, Adam Waleskowski 3, Karim Jallow 3, Aaron Best 2 und Christian von Fintel.

Für Ulm spielten: Javonte Green 21 Punkte, Ryan Thompson 21, Patrick Miller 19, Dwayne Evans 13/8 Rebounds/8 Assists, Ismet Akpinar 7, Gavin Schilling 7, Isaac Fotu 7, David Krämer 3, Maxi Ugrai und Katin Reinhardt.

FC Bayern zu stark für MHP Riesen

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben das Gastspiel bei Tabellenführer FC Bayern Basketball 74:92 verloren. Vor 4.982 Zuschauern zeigten die Schwaben im Audi Dome eine couragierte Leistung, mussten sich der Qualität der Münchner aber letztendlich geschlagen geben.

Trotz einer rund zweiminütigen Anlaufphase waren die MHP RIESEN Ludwigsburg im Münchner Audi Dome von Beginn an Betriebstemperatur: Die Schwaben packten defensiv zu und fanden offensiv gut ins Spiel (5:6, 4. Spielminute). Hierdruch konnten sie den Hausherren, die keine 48 Stunden zuvor noch in Istanbul aktiv waren, ein Duell auf Augenhöhe liefern. Erst zum Viertelende gelang es dem FC Bayern, sich etwas abzusetzen: Während sich die Schwaben einige Unkonzentriertheiten erlaubten, blieb die Trefferquote auf Seiten der Münchner hoch – und mündete in einer knappen 21:20-Viertelführung (10.).

Wie schon im ersten Spielabschnitt benötigte Ludwigsburg auch im zweiten Viertel eine kleine Anlaufphase, um wieder in seinen Rhythmus zu finden. Obwohl dies einige Zeit dauerte, mussten die Schützlinge von Headcoach John Patrick aber nicht abreißen lassen: Auch die Münchner gingen fahrlässig mit ihren Chancen um (28:27, 15). Dennoch bleiben sie in Front, denn sie ließen regelmäßig ihre Qualitäten aufblitzen und hielten so die MHP RIESEN erfolgreich auf Distanz (42:36, 20.).

München zieht davon

Im Anschluss an den Seitenwechsel fanden die Ludwigsburger schnell in die Spur und kamen unter anderem durch Kelan Martin gleich mehrfach zu Korberfolgen. Das Spiel nahm nun jedoch eine entscheidende Wendung: Aufgrund der nickligen Gangart der Gäste verlor Stefan Jovic zum Beginn der Halbzeit die Nerven, kassierte ein technisches Foul und musste fortan von draußen zuschauen, da er bereits vor dem Seitenwechsel ein unsportliches Foul kassiert hatte. Auch ohne ihren nominellen Point Guard reagierten die Münchner blendend und zogen mit einem 13:0-Lauf wieder davon (59:45, 26.). Patrick musste entsprechend die nächste Auszeit nehmen.

Frisch eingestellt durch die Ansprache am Seitenrand agierten die Gäste nun wieder besser, mussten dennoch weiter abreißen lassen. Erst dank einiger Einzelaktionen von Marcos Knight und Martin konnte Ludwigsburg in den Schlussminuten des Viertels das Entstandene Defizit etwas verkürzen (69:56, 30.). Am sich abzeichnenden Spielausgang konnten die Gäste aber auch im vierten Viertel nichts mehr ändern: München blieb meist zweistellig in Front und wehrte die Mehrzahl der Ludwigsburger Versuche, das Blatt noch einmal zu wenden, erfolgreich ab, sodass die Partie bereits zur Mitte des vierten Viertels entschieden war. Die Schwaben beendeten die Partie beim Tabellenführer entsprechend mit erhobenem Haupt, mussten sich am Ende aber verdientermaßen 74:92 geschlagen geben.

Statements und Stats

John Patrick: „Ich möchte Coach Radonjic und den Bayern gratulieren. Sie hatten eine harte Woche mit drei Spielen. Wir haben unseren Gameplan teilweise gut umgesetzt. Die Qualität der Bayern und die gute Ballbewegung waren aber heute zu viel für uns. Sie haben fast alle offenen Dreier getroffen -und auch wenn wir gedoppelt haben, hatten sie darauf eine Antwort. Ich bin stolz auf die Leistung von Karim Jallow, er hat heute eine gute Performance gezeigt. Das freut mich für ihn. Jetzt haben wir ein Big-Point-Game gegen Ulm.“

Dejan Radonjic: „Ich bin zufrieden mit dem Spiel. Nach dem EuroLeague-Spiel, der kurzen Pause und der geringen Regenerationszeit war der Sieg heute wichtig. Wir haben, meiner Meinung nach, gut gespielt und das Spiel kontrolliert. Dazu haben wir einigen Spielern, wie geplant, ein paar Pausen geben können.“

Für München spielten: Danilo Barthel 18 Punkte, Derrick Williams 16, Nihad Djedovic 14, Braydon Hobbs 11, Nemanja Dangubic 9, Petteri Koponen 8, Vladimir Lucic 6, Leon Radosevic 4, Maodo Lo 3, Alex King 2, Marvin Ogunsipe 1 und Stefan Jovic.

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 17 Punkte/9 Rebounds, Kelan Martin 13, Konstantin Klein 11, Lamont Jones 11, Karim Jallow 10, Aaron Best 6, Adam Waleskowski 3, Jordon Crawford 2, David McCray 1, Owen Klassen und Christian von Fintel.

Riesen vor Herkules-Aufgabe in München

Die letzte mehrtägige Pause im Spielplan der MHP RIESEN Ludwigsburg ist vorüber: Am Sonntag beginnen für den Tabellenzehnten intensive Wochen, welche gleich zwei Duelle mit dem schwerstmöglichen Gegner bereithalten. Ludwigsburg trifft an den kommenden drei (Nachhol-)Spieltagen gleich doppelt auf den FC Bayern Basketball – dazwischen steht das Derby gegen Ulm auf der Agenda.

Doch bevor sich der Fokus auf eines der Highlights im Saisonverlauf richtet, muss erst einmal die Fahrt gen Südosten absolviert und das mutmaßlich schwerste Auswärtsspiel bestritten werden. Denn der nominell beste und breiteste Kader der easyCredit Basketball Bundesliga ist nicht nur spielerisch eine Wucht, sondern auf eigenem Parkett in der heimischen Liga noch ungeschlagen. Der Hauptrundenabschluss auf Tabellenplatz eins mit dem möglichen Heimvorteil in allen Playoff-Runden dürfte entsprechend nur eine Formsache sein. Denn die Münchner präsentierten sich bislang derart stark, dass die beiden Niederlagen gegen die niedersächsischen Top-Teams aus Oldenburg (82:83) und Vechta (75:93) nicht wirklich ins Gewicht fielen.

Die beste Mannschaft der Bundesrepublik

Die Chance den elitär aufgestellten Primus zu stürzen und hierbei Derrick Williams, Vladimir Lucic, Nihad Djedovic, Danilo Barthel und Devin Booker auszubremsen, bietet sich entsprechend nur, wenn Ludwigsburg über 40 Minuten das perfekte Spiel abliefern kann – und die Münchner zu sehr unter ihrer Belastung leiden. Denn während die Schützlinge von Headcoach John Patrick seit dem 86:74-Sieg gegen Jena spielfrei hatten, empfingen die Münchner Barcelona und reisten nach Würzburg und Istanbul.

Bei Darüssafaka Tekfen Istanbul steht am Freitagabend (Tip-Off 18:15 Uhr) noch die EuroLeague-Partie des 29. Spieltags auf dem Programm, ehe Dejan Radonjic seine Mannschaft auf das Heimspiel gegen Ludwigsburg vorbereiten wird.

12 Gastspiele, 12 Niederlagen – klappt´s im 13. Anlauf?

Die Schwaben haben ihrerseits derweil die Zeit genutzt und sich intensiv auf die kommenden Wochen und Spiele eingestimmt. Nachdem Aaron Best mit spektakulären Aktionen beim MagentaSport Dunk-Contest Basketball-Deutschland verzückte und seine Bekanntheit über die Stadtgrenzen hinweg deutlich steigerte, konnte der 26-jährige Kanadier und seine Mannschaftskameraden eine komplette Woche intensiv arbeiten. Die Stimmung ist entsprechend gut, das Trainierte soll nun aber auch aufs Parkett gebracht werden – und eine Playoff-Platzierung weiterhin in Reichweite bleiben. Vor dem Big-Point-Spiel gegen Ulm wäre ein Überraschungserfolg in München ein deutliches Signal an die Konkurrenz. Ludwigsburg möchte alles geben und im dreizehnten Gastspiel im Audi Dome erstmals das Parkett als Sieger verlassen.

Ein Novum wird es am Sonntag aber auf alle Fälle geben: Karim Jallow wird erstmals als Gast im Audi Dome auflaufen und in seinem 55. Auftritt in der easyCredit BBL einen besonderen Nachmittag erleben. Denn der 21-jährige Nationalspieler ist noch bis Saisonende von München nach Ludwigsburg ausgeliehen und freut sich auf entsprechend viele und bekannte Gesichter.

Trotz aller Vorfreude auf das Wiedersehen gibt es für Sonntag aber natürlich auch für Jallow nur ein Ziel: Den FC Bayern Basketball zu überraschen und als erstes easyCredit BBL-Team die Punkte aus München zu entführen.

red

Infos

FC Bayern Basketball vs. MHP RIESEN Ludwigsburg
Sonntag, 31.03.2019, Tip-Off 16:30 Uhr
Audi Dome, Grasweg 74, 81373 München

Wichtiger Sieg der Riesen gegen Jena

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben ihr Heimspiel gegen Science City Jena 86:74 gewonnen. Damit rangieren die Schwaben, nach 24 gespielten Partien, bei einer Bilanz von 12 Siegen und 12 Niederlagen. 

Mit einer veränderten Starting Five – David McCray stand erstmals seit Wochen zu Beginn auf dem Parkett – starteten die Ludwigsburger schwach ins Spiel: Die Hausherren blieben in den ersten drei Spielminuten ohne eigenen Korberfolg und sahen sich deshalb in Rückstand (0:4, 3. Spielminute). Erst ein Distanztreffer von Jordon Crawford beendete den Bilderbuchstart der Gäste, die zu diesem frühen Zeitpunkt bereits fünf Teamfouls erzwungen hatten. Die MHP RIESEN arbeiteten sich in den folgenden Minuten dann aber regelrecht ins Spiel und übernahmen die Führung. Diese konnte zwar nicht gefestigt werden, wurde von Owen Klassen und Co. aber bis zur Viertelpause erfolgreich verteidigt (18:15, 10.).

Nach der kurzen Pause funktionierte das Spiel der Hausherren dann besser: Ludwigsburg ließ Ball und Gegner laufen und konnte sich hierdurch bis auf neun Zähler absetzen. Björn Harmsen sah sich entsprechend zur ersten Auszeit des Spiels gezwungen (28:19, 14.). Besser wurde die Leistung der Gäste dadurch aber nicht. Erst als der wiedergenesene Reggie Williams via Distanzwurf zum Korberfolg kam, fanden die Thüringer zurück in die Spur. Nun sah sich entsprechend John Patrick zur separaten Ansprache gezwungen. Diese hatte zumindest am defensiven Ende des Parketts Erfolg: Die Hausherren verteidigten etwas konsequenter und hierdurch ihre Führung. Beim Gang in die Kabinen lagen sie weiterhin in Front und hatten ihren Vorsprung konsolidiert (42:34, 20.).

Drittes Viertel bringt die Vorentscheidung

Nach dem Seitenwechsel war wie so oft der erfahrenste Ludwigsburger schnell auf Betriebstemperatur: Adam Waleskowski erzielte fünf Punkte in Serie und sorgte, gemeinsam mit seinen Teamkameraden, dafür, dass sich die MHP RIESEN auch weiterhin den Turnaround-Versuchen der Jenaer erwehren konnten. Da zudem die Offensive immer besser in Fahrt kam und auf mehrere Schultern verteilt wurde, konnten sich die Schwaben weiter absetzen und ihren Vorsprung bis auf zwanzig Zähler ausweiten. Zum Viertlende lagen die Patrick-Schützlinge entsprechend komfortabel in Front (73:53, 30.).

Obwohl sie sich auf der Siegerstraße wähnten, konnten sie sich ihrer Sache aber noch nicht vollends sicher sein: Die Thüringer deuteten immer wieder an, zu welchen Leistungen sie fähig sind. Hierdurch verkürzten sie das Defizit um rund die Hälfte der Punkte und waren, nach Treffern von Williams und Julius Jenkins wieder in Schlagdistanz. Letztlich war Ludwigsburg aber zu gut, um einen Turnaround noch zuzulassen. Marcos Knight schulterte in den Schlussminuten seine Farben und packte den sprichwörtlichen Deckel vollends auf die Partie.

Durch den 86:74-Sieg gegen den Tabellensechzehnten – und der parallelen Niederlage von medi bayreuth – verbessern sich die MHP RIESEN Ludwigsburg in der Tabelle auf Rang zehn und treffen im Anschluss an das spielfreie ALLSTAR Day-Wochenende in München auf den FC Bayern Basketball (31.03.2019, Tip-Off 16:30 Uhr).

Statements und Stats

Björn Harmsen: „Glückwunsch an John und Ludwigsburg! Sie haben uns insbesondere in der ersten Halbzeit mit den Offensivrebounds sehr wehgetan. Hinzu  kam die Foulbelastung. Wir haben heute eigentlich extra eine sehr passive Verteidigung gewählt – aber trotzdem sehr, sehr viele Fouls kassiert. Das war natürlich schwierig für uns, dann mit unserer Rotation dagegenzuhalten. Mit Reggie Williams waren wir uns nicht ganz so sicher, wie weit er schon an sein Limit gehen kann. Deshalb haben wir ihn oft geschont. Wir hoffen, dass er das Spiel ganz gut verkraftet hat und uns hintenraus, in den wichtigen Spielen um den Klassenerhalt, weiterhelfen kann.“

John Patrick: „Danke für die Glückwünsche von Coach Harmsen. Wie er gesagt hat: Die Offensivrebounds in der ersten Halbzeit waren für uns sehr wichtig. Beide Mannschaften haben wenige Turnover gespielt und wir hatten, durch die Rebounds, viele zweite Versuche, welche wir nutzen konnten. 26 Assists und dazu nur 8 Turnover: das könnte eine Saisonbestleistung sein. Wir waren heute weniger egoistisch, das hat uns geholfen. Von der Bank haben wir, unter anderem durch Owen Klassen und Aaron Best, sehr gute Leistungen gesehen. Es war heute ein sehr wichtiger Sieg für uns. Wir sind mit 12 Siegen und 12 Niederlagen immer noch im Playoff-Rennen und können nun, in der kleinen Pause, etwas durchatmen, bevor wir in München antreten werden.“

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 25 Punkte/8 Rebounds, Owen Klassen 19/8, Aaron Best 12, Adam Waleskowski 12, Konstantin Klein 8, Jordon Crawford 6/8 Assists, Lamont Jones 2, Kelan Martin 2, Karim Jallow, Christian von Fintel und David McCray.

Für Jena spielten: Reggie Williams 21 Punkte, Julius Jenkins 17, Julius Wolf 11, Ronald Roberts 7, Immanuel McElroy 6, Dru Joyce 5, Derrick Allen 3, Ermen Reyes-Napoles 2, Sid-Marlon Theis 2, Oliver Mackeldanz und Jan Heber.

Ludwigsburger sind heiß auf Science City Jena

Die MHP RIESEN Ludwigsburg empfangen am morgigen Mittwoch (20.03.2019, Tip-Off 20:30 Uhr) Science City Jena zum Duell des 25. Spieltags der easyCredit Basketball Bundesliga. Gegen die vom Abstieg bedrohten Thüringer möchten die Schwaben zurück in die Erfolgsspur finden.

Kein internationaler Wettbewerb und dennoch eine „englische Woche“ – der ALLSTAR Day der easyCredit Basketball Bundesliga macht´s möglich! Denn während die Klubs am kommenden Wochenende, mit Ausnahme des FC Bayern Basketball und ALBA BERLIN, die zum Ende der Woche auf europäischen Parkett gefordert sind, frei haben, steht nun noch der 25. Spieltag auf der Agenda. Für die Ludwigsburger bringt dieser Spieltag ein Heimspiel gegen Science City Jena mit sich. Mit Blick auf die vergangenen beiden Auftritte gegen Braunschweig und Oldenburg und das damit einhergehende Abrutschen in der Tabelle möchten die Schwaben mit aller Macht zurück in die Erfolgsspur und dabei ein anderes Gesicht als im Gastspiel bei den EWE Baskets zeigen. Gegen den brillant aufspielenden Zweiten aus Niedersachsen waren die Barockstädter schnell in Rückstand – und erst nach dem Seitenwechsel, als das Spiel schon entschieden war, auf Augenhöhe.

Gegen die Jenaer soll ein solches Szenario selbstverständlich verhindert werden: Mit dem nötigen Fokus soll ab der ersten Spielminute keine Diskussion aufkommen, wer das Parkett als Sieger verlassen wird. Gleichwohl verspricht die Partie des Elften gegen den Sechzehnten einen spannenden Schlagabtausch zweier Mannschaften, die sich bereits im Hinspiel wenig schenkten. Ende Dezember benötigten die Schwaben eine Aufholjagd und einen Buzzerbeater von Kelan Martin, um das Spiel in der Verlängerung 91:89 zu ihren Gunsten zu entscheiden. Auch am Mittwoch dürften im Rückspiel Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Denn das älteste (27.8 Jahre) und erfahrenste Team der Liga ist sportlich sehr gut aufgestellt und mit allen Wassern gewaschen. Allen voran die Routiniers Immanuel McElroy, Julius Jenkins und Derrick Allen (alle 38) lassen sich weder vom nervenaufreibenden Abstiegskampf noch von ihren Gegnern irritieren. Sie bilden, gemeinsam mit dem über Jahre gewachsenen Mannschaftskern, und den Nachverpflichtungen Ronald Roberts und Reggie Williams ein schlagkräftiges Team, welches auf alle Fälle gute Chancen auf den Klassenerhalt hat. Denn seitdem der 32-jährige Williams (19.8 PpS, 3.8 RpS, 3.5 ApS) im Trikot der Thüringer aufläuft, konnte Jena sich etwas Luft im Tabellenkeller verschaffen. Da der NBA-Veteran (206 Spiele, u.a. Golden State Warriors und San Antonio Spurs) zuletzt aber verletzungsbedingt mit Muskelproblemen ausfiel, kam auch Science City ins Straucheln. Aktuell haben die Saalestädter nur noch einen Sieg Vorsprung auf Weißenfels und Rang 17. Die vergangenen fünf Spiele verloren die Thüringer – zuletzt setzte es eine 89:96-Niederlage gegen medi bayreuth, weshalb die Mannschaft von Headcoach Björn Harmsen entsprechend nach Erfolgen lechzt.

Siegeshungrig sind derweil aber natürlich auch die MHP RIESEN Ludwigsburg: Konstantin Klein und Co. möchten mit Kampf und Einsatz das Spiel gewinnen und das Wiedersehen von Marcos Knight, der anderthalb Jahre für Jena auflief, siegreich gestalteten.

Infos

MHP RIESEN Ludwigsburg vs. Science City Jena
Mittwoch, 20.03.2019, Tip-Off 20:30 Uhr
MHPArena Ludwigsburg, Schwieberdinger Straße 30, 71636 Ludwigsburg
Online-Ticket-Shop / live auf MagentaSport

MHP Riesen ohne Chance in Oldenburg

Im Gastspiel bei den EWE Baskets Oldenburg haben die MHP RIESEN Ludwigsburg eine deutliche Auswärtsniederlage kassiert. Die Schwaben unterlagen dem selbstbewusst aufspielendem Tabellenzweiten 71:100.

Mit einer klaren Ausgangslage – Headcoach John Patrick betonte vor der Partie, dass man nichts zu verlieren habe – und einer klaren Strategie starteten die MHP RIESEN gut ins Spiel: Jordon Crawford und Adam Waleskowski sorgten mit fünf Zählern für die erste Führung, ehe Oldenburg das Heft des Handelns mit einem 10:0-Lauf in Sekundenschnelle übernahm (10:5, 3. Spielminute). Im Anschluss an die erste Auszeit der Partie konnte Ludwigsburg dann die Niedersachsen nur noch bedingt einbremsen. Die Schwaben waren zwar besser in der Spur und zwangen Oldenburg zu etwas schwierigeren Würfen, die EWE Baskets fanden aber weiterhin Antworten auf die Ludwigsburger Defensive, legten mit überragenden Wurfquoten den nächsten Lauf aufs Parkett und setzten sich hierdurch erfolgreich ab (25:12, 6.). Ludwigsburg musste entsprechend weiter abreißen lassen. Die Hausherren machten wenige bis keine Fehler und lagen bereits zum Ende des ersten Viertels deutlich in Front (33:18, 10.).

Zum Start der zweiten zehn Minuten arbeiteten die MHP RIESEN wieder erfolgreicher: Marcos Knight und David McCray sorgten für vier schnelle Zähler, welche allerdings postwendend von Rasid Mahalbasic von jenseits der 6,75-Meter-Linie gekontert wurden. Die beiden Layups waren ein seltener Beleg dafür, dass die Oldenburger Verteidigung es den Ludwigsburger leicht machte. Die Gäste mussten um jeden Zentimeter kämpfen und taten dies erst zur Mitte des Spielabschnitts wieder konsequenter, weshalb Mladen Drijencic seine Schützlinge an den Seitenrand beorderte (43:27, 15.). In der Folge waren die Niedersachsen noch einmal besser eingestellt und verdeutlichten weiterhin eindrucksvoll, weshalb sie aktuell auf Tabellenplatz zwei der easyCredit BBL rangieren und als Geheimfavorit im Titelrennen gelten. Die Kirsche auf die ohnehin schon große Torte setzte dann, per Buzzerbeater aus der eigenen Hälfte, Vojdan Stojanovski: Der mazedonische Guard stellte auf 63:35 und entschied die Partie noch vor dem Seitenwechsel (20.).

Beide Trainer rotieren

Wie bereits in Halbzeit eins fanden die Ludwigsburger auch nach dem Gang in die Kabinen kurzzeitig gut auf das Parkett: Waleskowski und Konstantin Klein sorgten für erste Zähler. Doch die 15-minütige Halbzeitpause sorgte nicht für die Lösung aller Probleme. Ludwigsburg war nach wie vor die schlechtere Mannschaft und den EWE Baskets deutlich unterlegen. Diese demonstrierten auch in der zweiten Hälfte ihre Stärke und setzten die MHP RIESEN, trotz der klaren Führung, weiter zu. Erst zum Viertelende konnten der unermüdliche Konstantin Klein und Kelan Martin mit ihren Distanztreffern für Zählbares auf der Anzeigentafel sorgen (83:51, 30.). Trotz des kleinen Auflebens konnte Ludwigsburg auch im Schlussabschnitt nur noch Ergebniskosmetik betreiben: Beide Trainer verschafften, da sich der Spielausgang deutlich abzeichnete, allen Akteuren viele Spielanteile, rotierten durch – und sahen am Ende einen verdienten 29-Punkte-Sieg der EWE Baskets Oldenburg, die den MHP RIESEN beim 100:71 über 40 Minuten erfolgreich den Zahn zogen und die erhoffte Überraschung erfolgreich zu verhindern wussten.

Statements und Stats

John Patrick: „Sie haben uns mit einer überragenden Feldwurfquote in der ersten Halbzeit überrollt. Oldenburgs Mannschaft ist einfach stark. Punkt! Natürlich war ich aber nicht zufrieden, wie wir uns in der ersten Hälfte präsentiert haben. Ich war froh, dass wir in der zweiten Halbzeit mit mehr Charakter gespielt haben. Aber auch als wir härter gespielt haben, war ihr Sieg nie in Gefahr.“

Mladen Drijencic: „Wir haben ein sehr gutes Spiel auf hohem Niveau in allen Bereichen gezeigt. Uns war klar, dass wir gegen Ludwigsburg extrem fokussiert sein müssen. Das haben meine Jungs perfekt gemacht. Überhaupt haben die Starter heute etwas Außergewöhnliches für Basketball-Profis an den Tag gelegt: Sie haben viel Spielzeit an die Jüngeren abgegeben und das breit im Team mitgetragen. Nathan Boothe hat 15 Punkte in nur 19 Minuten gemacht. Ein Mahalbasic sagt zum Beispiel: Mir reichen die 15 Minuten heute, gib mal den Jungen etwas ab. Das ist großartig.“

Für Oldenburg spielten: Philipp Schwethelm 16 Punkte, Nathan Boothe 15, Will Cummings 14, Rasid Mahalbasic 12/8 Rebounds, Frantz Massenat 11, Vojdan Stojanovski 9, Marcel Kessen 8, Rickey Paulding 7, Marko Bacak 4, Haris Hujic 3, Robert Drijencic 1 und Karsten Tadda.

Für Ludwigsburg spielten: Konstantin Klein 13 Punkte, Owen Klassen 12, Kelan Martin 11, Adam Waleskowski 9, Aaron Best 8, Karim Jallow 7, Marcos Knight 7, Jordon Crawford 2, David McCray 2, Christian von Fintel und Lamont Jones.

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