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Basketballer verkünden weiteren Zugang – Martin und Hill verlassen dafür die Riesen

Athletik, Einsatz und Verteidigung: Jehyve Floyd erhält Zweijahresvertrag

Wenige Stunden nach der Verpflichtung von Khadeen Carrington können die MHP RIESEN Ludwigsburg erneut Vollzug vermelden: Forward/Center Jehyve Floyd wechselt von der Holy Cross University nach Schwaben und wird in Ludwigsburg seine Profi-Karriere beginnen.

Ab sofort ist für die MHP RIESEN Ludwigsburg unter den Körben der easyCredit Basketball Bundesliga wieder ein athletischer Big Man unterwegs: Jehyve Floyd. Der Center hat in der Barockstadt einen Zweijahresvertrag unterschrieben und wird demnach in Deutschland seine Profi-Karriere beginnen. „Wir freuen uns sehr mit Jehyve zu arbeiten. Er ist spielerisch gut ausgebildet, athletisch beeindruckend und verfügt über ein großes Entwicklungspotenzial.“ Floyd, der seine vierjährige College-Zeit am College of the Holy Cross in Massachusetts verbrachte, kommt mit Vorschusslorbeeren nach Ludwigsburg. Zuletzt räumte er in seiner NCAA-Conference, der Patriot League, zweifach den Award als bester Verteidiger ab – und war mit durchschnittlich 12.9 Punkten, 6.1 Rebounds, 3.5 Assists und 2.4 Blocks pro Partie einer der Anführer seines Teams, welches er auch nach Saisonende bei der 3x3U National Championship repräsentierte.

In „Übersee“ wagt der 22-Jährige nun den Sprung ins kalte Wasser und wird erstmals in Europa auf Korbjagd gehen. Seine Eingewöhnung erfolgt dabei jedoch schrittweise. Bereits zum Monatsanfang weilte Floyd in Ludwigsburg, absolvierte seine Medical Checks bei den Team-Partnern Sportklinik Stuttgart und PraeMedicon, schaute Klub, MHPArena, Geschäftsstelle und Stadt an, trainierte bereits mehrfach in der Rundsporthalle und hinterließ einen bleibenden Eindruck. „Ich bin froh und glücklich, dass ich ab sofort ein Teil der MHP RIESEN Ludwigsburg sein kann und voller Vorfreude endlich loszulegen und alle kennenzulernen.“

Im weiteren Verlauf des Juli wird Floyd nun einige Wochen mit Assistant Coach Josh King in Boston trainieren, der seinen Aufenthalt in seinem Heimatland über die NBA Summer League hinaus ausdehnen wird, um seinen Landmann in der Trainingshalle auf das neue Kapitel „Deutschland“ vorzubereiten.

Martin und Hill verlassen Ludwigsburg

Während mit Floyd der insgesamt achte Spieler (von Fintel, Konga, Hukporti, Brase, Brembly, Caisin, Carrington) unter Vertrag ist, stehen ebenfalls zwei weitere Abgänge fest: Kelan Martin und Malcolm Hill werden in der kommenden Spielzeit nicht mehr bei den MHP RIESEN Ludwigsburg unter Vertrag stehen. Martin lief in 39 Spielen für die Barockstädter auf (14.0 PpS, 4.8 RpS), Hill kam bis zu seinem verletzungsbedingten Saisonende im Herbst 2018 auf 12 Einsätze (13.3 PpS, 5.3 RpS, 2.1 ApS). Der Klub wünscht den beiden 23-jährigen US-Amerikanern für ihre berufliche und private Zukunft nur das Beste.

Profil

Jehyve Floyd
Geburtsdatum: 22.06.1997
Größe / Gewicht: 2,06 m / 103 kg
Position: Center
Nationalität: US-Amerikaner

Personalkarussell der Riesen nimmt Fahrt auf

Ein „Lefty“ für Ludwigsburg: Khadeen Carrington

John Patrick und die MHP RIESEN Ludwigsburg treiben die Personalplanungen für die Spielzeit 2019/2020 weiter voran und haben eine der wichtigsten Positionen neu besetzt: Khadeen Carrington wechselt aus Belgien nach Schwaben und hat einen Einjahresvertrag unterzeichnet. Gleichzeitig steht fest, dass Lamont Jones nicht nach Ludwigsburg zurückkehren wird. 

Das lange Warten der RIESEN-Fans nach personellen Neuigkeiten hat endlich ein Ende: Denn aus der Geschäftsstelle der Schwaben kann wieder „Vollzug“ vermeldet werden. Die sprichwörtliche Tinte ist trocken – und bringt die Verpflichtung von Khadeen Carrington mit sich. Der 23-jährige US-Amerikaner, der im Juli im Rahmen der NBA Summer League für die Oklahoma City Thunder auflaufen wird, wechselt von Limburg United aus der belgischen EuroMillions Basketball League, nach Ludwigsburg. Bei den MHP RIESEN hat der Guard einen Einjahresvertrag unterzeichnet.

„Khadeen ist ein scorender Point Guard, der jede Menge Athletik und Schnelligkeit mitbringt. Er ist noch jung und hat viel Entwicklungspotenzial, welches er zuletzt in Limburg unter anderem in den Playoffs zeigen konnte“, kommentiert Headcoach John Patrick die Verpflichtung des New Yorkers, der in Belgien pro Partie 14.1 Punkte, 4.8 Assists und 3.6 Rebounds markierte.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg werden für Carrington die insgesamt dritte Karriere-Station in Übersee werden. Denn in der vergangenen Spielzeit lief der US-Amerikaner nicht nur in Belgien, sondern auch in Montenegro auf. Für Mornar Bar erzielte Carrington in Liga und EuroCup durchschnittlich 6.9 Punkte und 1.6 Assists. Patrick ergänzt: „In Bar lief es für Khadeen nicht ideal. Nach seinem Wechsel nach Limburg hat er aber seine Entwicklung in den vergangenen Monaten sehr gut fortgesetzt. Er ist sehr ambitioniert, wird deshalb in der NBA Summer League spielen und so den bestmöglichen Wettbewerb haben, bevor er nach Deutschland kommt.“

Lamont Jones kehrt nicht zurück

Während mit Carrington ein weiterer Neuzugang feststeht, gibt es bezüglich eines letztjährigen RIESEN ebenfalls Gewissheit: Der Vertrag von Lamont Jones der im vergangenen Jahr aus Weißenfels nach Ludwigsburg wechselte und in insgesamt 40 Partien auf 12.0 Punkte, 2.3 Assists und 2.3 Rebounds kam, wird nicht verlängert. Die MHP RIESEN wünschen dem 29-Jährigen für seine berufliche und private Zukunft alles Gute.

Profil

Khadeen Carrington
Geburtsdatum: 03.10.1995
Größe / Gewicht: 1,93 m / 88 kg
Position: Guard
Nationalität: US-Amerikaner

Kaderplanung der Riesen nimmt erste Formen an

Sechsfach Gewissheit: Vier gehen, Zwei kommen

Nach den Vertragsverlängerungen mit den beiden Assistant Coaches Josh King und David Gale gibt es bei den MHP RIESEN Ludwigsburg weitere personelle Neuigkeiten: Während die Schwaben Hans Brase und David Brembly verpflichten, werden Karim Jallow, Donatas Sabeckis, Quirin Emanga Noupoue und Aaron Best den Klub verlassen.

Headcoach John Patrick und sein Trainerstab treiben zu Beginn der Offseason die Kaderplanungen der MHP RIESEN Ludwigsburg für die kommende Spielzeit akribisch voran. Die ersten Ergebnisse stehen nun fest, sodass das Personal-Puzzle langsam Form annimmt – und in der Verpflichtung von Power Forward Hans Brase den ersten Neuzugang beinhaltet. Der 25-Jährige wechselt aus Weißenfels nach Ludwigsburg und hat in Schwaben einen Einjahresvertrag unterschrieben.

In der vergangenen Spielzeit ging Brase in Sachsen-Anhalt auf Korbjagd und erzielte pro Partie durchschnittlich 5.2 Punkte und griff sich 3.4 Rebounds. Im Saisonendspurt fehlte Brase aufgrund einer Verletzung, die bis zum Start der Vorbereitung vollständig auskuriert sein wird, zuvor stand er in 23 Begegnungen rund 17,5 Minuten auf dem Parkett. Nach seiner ersten Spielzeit als Profi-Sportler folgt nun der Wechsel vom Saale- ans Neckarufer. In Ludwigsburg wird Brase, der mit deutschen Wurzeln in den Vereinigten Staaten aufwuchs, auf der Positionen Vier zum Einsatz kommen.

„Ich verfolge Hans seit seiner Zeit bei der deutschen U20-Nationalmannschaft und bin froh, dass wir ihn von einem Wechsel überzeugen konnten. Er hat bereits die Princeton-Offense gespielt, eine gute Übersicht, spielt überlegte Pässe und ist ein guter Rebounder“, kommentiert Patrick die Verpflichtung Brases.

Der Angesprochene selbst ergänzt: „Ich bin dem MBC dankbar für die Chance mein Profi-Karriere in der BBL beginnen zu können. Der Wechsel nach Ludwigsburg ist für mich nun der nächste Schritt, auf welchen ich mich sehr freue. Ich bin auch sehr froh, dass meine guter Freund David [Brembly] mit dabei sein wird. Ich und David sind schon seit dem Sommer 2013 eng befreundet, immer in Kontakt geblieben. Es ist immer gut mit einem seiner besten Freunde zu arbeiten und sich jeden Tag zu sehen.“

Neben Brase wird ein weiterer deutscher Akteur in der kommenden Spielzeit in Ludwigsburg seine Sneaker schnüren, der zuletzt in Weißenfels aktiv war: David Brembly hat es seinem ehemaligen und zukünftigen Kollegen gleichgetan und ebenfalls in Schwaben einen Einjahresvertrag unterschrieben.

Der 26-jährige Flügelspieler geht somit ab Herbst – nach Engagements in Bayreuth, Ulm, Bremerhaven und Weißenfels – für seinen insgesamt fünften Klub in der easyCredit Basketball Bundesliga auf Korbjagd und soll mit seinen Fähigkeiten, welche vor allem in der Verteidigung und jenseits der 6,75-Meter-Linie liegen, zum Erfolg beitragen. Für den SYNTAINICS MBC stand der gebürtige Kölner zuletzt in 33 Partien auf dem Parkett und markierte durchschnittlich 6.3 Punkte und 1.7 Rebounds.

Der knapp zwei Meter große Flügelspieler ist bereits in der vergangenen Woche nach Ludwigsburg umgezogen und wird einen Teil der pflichtspielfreien Zeit in seiner neuen Heimat verbringen. Bereits am zurückliegenden Donnerstag, Christi Himmelfahrt, stand Brembly erstmals in der Rundsporthalle auf dem Parkett.

„Ich freue mich schon sehr auf die kommende Spielzeit – und bin, obwohl es noch einige Monate hin ist, schon voller Vorfreude. Das Sahnetörtchen auf dem Wechsel ist für mich, dass auch Hans nach Ludwigsburg wechselt. Wir sind gute Freunde, best buddies, schon seit einigen Jahren und der U20-Nationalmannschaft beste Freunde. Wir haben viel miteinander erlebt, konnten letzte Saison gemeinsam in Weißenfels spielen. Und dass wir dieses Erlebnis jetzt gleich zweifach teilen können, ist einfach nur großartig. Fast wie im Traum“, sagt Brembly zu seinem Wechsel in die Barockstadt.

Jallow, Sabeckis, Emanga Noupoue und Best verlassen Ludwigsburg

Während mit Brase und Brembly demnach die ersten Neuzugänge feststehen, sind auch einige Abgänge aus dem Kader der Spielzeit 2018/2019 bereits klar: Karim Jallow und Donatas Sabeckis kehren, nach dem Ende ihrer Leihverträge, zu ihren Heimatklubs nach München und Kaunas zurück.

Der 22-jährige Jallow lief in 34 Spielen im gelb-schwarzen Jersey auf, markierte in der easyCredit BBL durchschnittlich 5.7 Punkte und 3.3 Rebounds und feierte in der vergangenen Spielzeit sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. Auch im kommenden Sommer wird er im schwarz-rot-goldenen Dress auf Korbjagd gehen und unter anderem mit dem A2-Team bei der Universiade in Neapel um den Titel kämpfen. Sabeckis, der ab November für die MHP RIESEN spielte, trug 22-mal das Ludwigsburger Trikot. Pro Partie markierte der 26-jährige Litauer 5.3 Zähler, 2.7 Rebounds und 1.8 Assists. „Auch im Nachhinein möchten wir sowohl dem FC Bayern Basketball als auch Žalgiris Kaunas danken, dass sie die Ausleihen von Karim und Donatas ermöglicht haben. Dieses Vorgehen ist nicht selbstverständlich und wäre ohne die großartige Unterstützung der beiden Klubs nicht möglich gewesen. Besonders Donatas, und auch Aaron Best, waren in der zurückliegenden Saison mit Blick auf ihre Statistiken nicht die auffälligsten Akteure in unserem Kader. Aber sie hatten regelmäßig die besten Plus-Minus-Wertungen, agierten zu jeder Zeit äußerst teamorientiert und waren auf und neben dem Parkett eine absolute Bereicherung. Sie sind hier jederzeit willkommen.“

Ebenfalls Schwaben – und damit seine Heimat – verlassen, wird Eigengewächs Quirin Emanga Noupoue. Der 18-jährige Kapitän der Porsche Basketball-Akademie hat seine mehrjährige Karriere im Nachwuchsprogramm des Klubs eindrucksvoll beendet, die ersten Schritte auf Profi-Niveau erfolgreich aufs Parkett gelegt und wird sich nun ab der kommenden Spielzeit seinen Traum vom College erfüllen: Emanga Noupoue wechselt an die Northeastern University nach Boston und läuft in den kommenden Jahren, parallel zu seinem Studium, für die „Huskies“ auf. „Wir sind wahnsinnig stolz auf die Entwicklung, welche Kiwi bei uns genommen hat. Er hat hier als 12-jähriger Junge angefangen, alle Nachwuchsmannschaften durchlaufen und sich stetig verbessert. Nun erfüllt er sich seinen Traum vom College und wird in den kommenden Jahren nicht nur Basketball spielen, sondern auch studieren“, sagt Patrick zum Abgang des 18-Jährigen.

Neben diesen drei, sich bereits seit Wochen abzeichnenden Abschieden, haben die MHP RIESEN auch bezüglich Aaron Best Gewissheit: Der sprunggewaltige kanadische Nationalspieler, welcher die Ludwigsburger beim ALLSTAR Day in Trier hervorragend repräsentierte und in vielen der insgesamt 37 Spiele (6.7 PpS, 2.7 RpS) mit seinen Dunkings für beste Unterhaltung sorgte, wird in der nächsten Spielzeit nicht mehr für die Schwaben auflaufen. Gleichwohl wird der 27-Jährige im kommenden Sommer aktiv sein und für die Nationalmannschaft seines Heimatlandes bei der Weltmeisterschaft in China (31.08. bis 15.09.2019) auflaufen. Hierfür und für den weiteren Lebensweg wünschen die Schwaben Best nur das Beste.

Ebendiese Wünsche, für die nahe und ferne Zukunft, richten sich selbstverständlich auch an das weiter oben verabschiedete Trio und – in besonderem Maße – an Eigengewächs Emanga Noupoue.

Profil(e)

Hans Brase / David Brembly
Größe / Gewicht: 2.06 m / 104 kg / 1.97 m / 94 kg
Geburtsdatum: 15.09.1993 / 10.02.1993
Position: Power Forward / Small Forward
Nationalität: Deutscher / Deutscher

Erste Personalentscheidungen bei den MHP-Riesen

Die pflichtspielfreie Zeit hat bei den MHP RIESEN Ludwigsburg die ersten Personal-Entscheidungen und gleich zwei Vertragsverlängerungen mit sich gebracht: Die beiden Assistant Coaches Josh King und David Gale, der zudem U19-Headcoach der Porsche Basketball-Akademie bleiben wird, werden auch in der kommenden Spielzeit zum Trainerstab von John Patrick gehören. 

Das Coaching-Dreigestirn der MHP RIESEN Ludwigsburg, bestehend aus Headcoach John Patrick und seinen beiden Assistant Coaches Josh King und David Gale, wird auch in der kommenden Spielzeit bestehen bleiben. Neben Patrick, dessen Arbeitspapier erst im vergangenen Jahr bis Sommer 2021 verlängert wurde, setzten auch King und Gale ihre Unterschrift unter einen neuen Arbeitsvertrag – und bleiben den Barockstädtern demnach über das Saisonende hinaus erhalten. Beide US-Amerikaner verlängerten ihren Kontrakt um ein Jahr.

Josh und David lieben es in der Halle zu sein, arbeiten akribisch und können stolz auf die Arbeit sein, die sie leisten. Mit den Beiden und Benni Pantoudis ist die Stimmung im Trainerstab exzellent – wir haben fachlich und menschlich ein großartiges Fundament für die kommende Spielzeit“, kommentiert Patrick die Vertragsverlängerungen seiner beiden Assistenten.

Der 33-jährige King wird dabei auch in der kommenden Spielzeit Patricks Assistant Coach sein und sich, wie bereits im zurückliegenden Jahr, für die unzähligen wichtigen Dinge in der zweiten Reihe kümmern. Unter anderem die Video-Vor- und Nachbereitung liegt dabei ebenso wie das Gegner-Scouting in der Verantwortung des US-Amerikaners.

Sein ein Jahr älterer Landsmann Gale wird das mittlerweile bestens eingespielte Trio abrunden und dabei weiterhin in Doppelfunktion agieren: Der 34-Jährige wird auch in der Saison 2019/2020 das älteste Nachwuchsteam der Schwaben anführen und als U19-Headcoach der Porsche Basketball-Akademie fungieren. Mit diesem Team legte er bereits in der zurückliegenden Spielzeit, seiner ersten in Europa, eine furiose Leistung aufs Parkett: Während Ariel Hukporti, Johannes Patrick und Co. erst im Viertelfinale gegen den späteren Meister aus München die Segel streichen mussten, markierte der Nachwuchs in der 2. Regionalliga und beim Adidas Next Generation Tournament (ANGT) Bestwerte, welche nun ab Herbst in positiver Art und Weise torpediert werden sollen. Bereits auf exzellentem Niveau befindet sich derweil die Talentförderung Gales aus welcher in diesem Sommer gleich vier Akteure herausstechen: Jacob Patrick (U16), Hukporti (U18)Lukas Herzog (U18-3×3) und Quirin Emanga Noupoue (U20) wurden allesamt für die anstehenden Länderspiele in ihren jeweiligen Altersklassen nominiert – und werden den Sommer auf dem Basketball-Parkett verbringen.

Profil(e)

Josh King / David Gale
Geburtsdatum: 24.08.1985 / 03.06.1984
Position: Assistant Coach / Assistant Coach, U19-Headcoach
Nationalität: US-Amerikaner / US-Amerikaner

„Eine Saison der Fehler aus denen die MHP RIESEN Ludwigsburg ihren Nutzen ziehen sollten“

Vor einer Woche beendeten die MHP RIESEN Ludwigsburg ihre Saison ohne Playoff-Teilnahme. Die Erleichterung war zu spüren. Ein Jahr nach der vielleicht erfolgreichsten Spielzeit erlebte der Klub einen sportlichen Rückschritt und scheint mit diesem Kapitel schnell abschließen zu wollen. Aufarbeitung wurde angekündigt. Wie weit wird sie gehen?

Am vorletzten Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga gastiert Ludwigsburg an einem Freitagabend in Göttingen. Die Sparkassen-Arena ist gut gefüllt und die Fans gut gelaunt, da ihre Veilchen bereits den Klassenerhalt sicher haben. Für die MHP RIESEN sind indes die Playoffs trotz einer Saison mit vielen schwachen Spielen noch zu erreichen. Die vorigen Partien meinen es gut mit Ludwigsburg; wie auch die Konkurrenz im Kampf um den achten Platz in der Tabelle. Das Team von John Patrick gewinnt erst gegen Bamberg, dann gegen Vechta. Siege, die Selbstvertrauen schenken und das Gefühl geben, dass „da noch was drin ist“. Eine perfekte Situation, um sich gegen die BG in Feierlaune einen Sieg zu holen.

Zur Halbzeit liegt Ludwigsburg mit 50:32 zurück. Frustration breitet sich untereinander, miteinander aus. Ein ständiger Begleiter der MHP RIESEN in dieser Spielzeit. Coach John Patrick steht an der Seitenlinie, die Arme vor dem Körper verschränkt. Er wirkt für einen Moment konsterniert. Sein Blick geht ins Leere, während seine Spieler sich an ihm vorbei in Richtung Kabine schieben. Manche tuscheln miteinander, andere gestikulieren wild und zeigen sich enttäuscht von der Leistung der Kollegen. Ein kleiner Moment, der einfängt, was in Ludwigsburg in dieser Saison nicht geklappt hat und dazu führt, dass der Klub an diesem Abend in Göttingen die Playoffs verspielt.

Wir sind im vergangenen Jahr sehr spät ins Recruiting gegangen,“ beginnt John Patrick seine Aufarbeitung in einem Telefonat. „Unsere Saison war lang und ging bis Juni. Schwerer wog aber, dass wir von einigen Spielern, die wir halten wollten, kein Signal bekamen. Es gab auch Fälle, in denen Spieler bereits Verträge mit anderen Klubs abgeschlossen hatten, von denen wir nichts wussten. Mit diesem Handicap sind wir in die Vorbereitung gegangen.“

Fortan wurden Spieler für Trainings eingeladen. Viele Spieler, da Patrick, wie er selbst zugibt, „nicht überzeugt war von dem, was ich sah“.

Aus finanziellen Gründen konnten wir weder unsere erste, noch unsere zweite Wahl verpflichten. “Schlussendlich war ich besorgt, ob wir mit der Qualität im Team die Klasse halten können“, beschreibt der Coach sein Team. Ein erschütterndes Zeugnis, das unterstreichen soll, warum der Coach trotz des Ausgangs zufrieden mit der Spielzeit ist.

Patrick wirkt am Telefon gefasst, beinahe gelöst, als er die Saison Revue passieren lässt. Alles scheint nur halb so wild. Pech bei der Vorbereitung, nicht die Wunschspieler erhalten, schlimmes befürchtet und dann fast doch noch Playoffs. Klingt nach Neustart und einfach alles von vorne. Und in der Tat kann den MHP RIESEN kein größeres Problem angedichtet werden. Unter dem 51-jährigen Amerikaner ist Ludwigsburg Dauergast in der Post-Season geworden. Sein Spielstil wird als „40 Minuten Hölle für den Gegner“ beschrieben. Patricks Teams pressen in der Verteidigung unermüdlich, die ganze Zeit. Außer diese Saison. „Unser Talent war klar unter den Top-Teams. Mit Engagement haben wir uns noch die Tür offen gehalten. Am Ende haben wir es dann aber selbst aus der Hand gegeben“, so Patrick.

In seiner Auswertung wird auch schnell deutlich, dass nicht nur das Talent am Ausgang Schuld ist: „Wir hatten Probleme mit der Hierarchie. Gar nicht so sehr, als wir verletzungsbedingt mit weniger Spielern auskommen mussten. Da haben wir komischerweise unseren besten Basketball gespielt. Weniger ist manchmal mehr.“ Zwischenmenschliche Probleme, die sich auf dem Weg in die Kabine zur Halbzeit in Göttingen zeigen. Die Spieler agierten nie als Team. Das Problem ist hausgemacht. Der Verein und der Trainerstab sind jedes Jahr auf’s neue in einer schwierigen Lage. Der Klub aus Baden-Württemberg operiert finanziell jedes Jahr am Limit und liegt ein Niveau unter München, Berlin, Bamberg und Ulm.

Nach einer überaus guten Saison 17/18 auch mal eine schwächere zu erleben, liegt in der Natur der Sache und beugt sich den Umständen des Marktes.

Die personelle Fluktuation im Kader ist gang und gäbe. Für etwas weniger Salär und kurze Laufzeiten wird viel Spielzeit angeboten. Dazu gehört aber, dass jeden Sommer bei Null angefangen wird, da Spieler wie Johannes Thiemann den Verein verlassen. Eine Struktur, die auch der Vorsitzende, Alexander Reil, jüngst in einem Interview in der Stuttgarter Zeitung auf den Prüfstand stellt. Anstatt zehn Mal die gleiche Summe für Spieler eher fünf Mal mehr und fünf Mal weniger.

Die komplette Schuld sieht John Patrick indes nicht bei den Spielern: „Ich habe einen schlechten Job beim Recruiting gemacht und einige Spieler falsch eingeschätzt,“ so der Coach, der für die Zusammensetzung des Kaders hauptverantwortlich ist. Einen Sportdirektor existiert in Ludwigsburg nicht. Ein Modell, das andernorts sportlichen Erfolg erntet. Dagegen sprach sich Reil aus. Aus seiner Sicht sollte der Trainer den Kader zusammenstellen, „da er ja auch den Kopf hinhalten muss, wenn es nicht läuft.“

Es lief nicht und Patrick erkennt Fehler bei sich selbst, sagt aber auch, dass die Charaktere nicht ins Konzept gepasst haben: „Manche Spieler verstanden prinzipielle Dinge einfach nicht. Im Interview und bei den Vertragsverhandlungen gaben sich einige Spieler anders, als sie am Ende waren.“

Der Coach ist während des Telefonats auf dem Weg zu einem NBBL-Tryout und stürzt sich bereits wieder ins Getümmel. In diesem Jahr gibt es mehr Zeit für den Aufbau eines neuen Teams. Und ein neues soll es werden. Von Vereinsseite wurde signalisiert, einen Strich unter die Saison und diesen Kader zu ziehen. Nur zwei Spieler besitzen einen Vertrag für die kommende Saison – etwaige Optionen nicht mit eingeschlossen. Nichts spricht dagegen, dass die MHP RIESEN in der kommenden Spielzeit wieder zu alter Stärke zurückfinden. Die Galionsfiguren bleiben an Bord – primär der Trainer, der den Stil und die Philosophie des Vereins geformt hat.

Wenn diese Saison aber für eines gut war, dann für die Erkenntnis, dass diese Philosophie nicht immer funktionieren wird. Der Spielraum für Fehler ist gering. Alles muss klappen, damit ein Platz unter den besten acht in der Bundesliga möglich ist. In diesem Jahr klappte nicht alles. „Mit all dem Nonsens hatten wir eine gute Saison“, attestiert der Coach, zeigt damit aber auch, dass die Umstände dafür als Ausrutscher betrachtet werden.

John Patrick ist zu einem erfolgreichen Trainer geworden, weil er ein System etabliert und Dagewesenes aufgebrochen hat. Er hat Neuerungen geschaffen und war mutig, sie gegen Widerstände durchzusetzen. Diese Attitüde sollte er wiederfinden. Der Klub hat die Chance, sich neu zu aufzustellen. Nicht komplett – Patricks Spielphilosophie ist ein Anker. Dieser hat den MHP RIESEN stellenweise gefehlt, da Fluktuation und Umbrüche keine Konstanz ermöglichten. Neben dem Trainer müssen auch die Spieler eine Konstante des Klubs werden. Nach außen hin für die Fans, nach innen für die Umsetzung der Philosophie. Ziehen die MHP RIESEN Ludwigsburg aus dieser Saison strukturell und menschlich die richtigen Schlüsse, können sie vielleicht noch mehr erreichen als das, was hinter ihnen liegt.

Robert Jerzy

Basketballer verabschieden sich mit Heimniederlage

Die MHP RIESEN Ludwigsburg verlieren ihr letztes Spiel in der Saison 2018/2019 mit 79:80-Niederlage. Vor 3.729 Zuschauern zeigte das Team von Cheftrainer John Patrick gegen ALBA BERLIN eine sehr ordentlichen Leistung und verabschiedeten sich als Tabellenzehnter in die Sommerpause.

Ins letzte Spiel der Saison starteten die MHP RIESEN Ludwigsburg mit offenem Visier: Nach dem Feststehen der Nicht-Qualifikation für die Playoffs gingen die Schwaben ohne Erfolgsdruck ins Rennen (10:4, 2. Spielminute). Dasselbe taten die bereits sicher als Tabellendritter feststehenden Berliner, die mit etwas Verzögerung ebenfalls ins Rollen kamen und so für eine abwechslungsreiche Anfangsphase sorgten. Die Schwaben agierten zu Beginn mit der besten Offensive der Liga auf Augenhöhe, mussten aber weitaus mehr für ihre Punkte arbeiten (23:30, 10.).

Auch zum Start der zweiten zehn Minuten wähnten sich die Ludwigsburger in Schlagdistanz. Anders als im ersten Spielabschnitt war nun aber die Defensive Trumpf – und dadurch eher die Hausherren im Vorteil (28:33, 15.). Dennoch blieben die Hauptstädter in Führung und verwalteten diese, trotz offensiver Dürrephase, geschickt. Vor allem dank Marcos Knight, der einige Einzelaktionen einstreute, verkürzten die Barockstädter bis zum Gang in die Kabine aber bis auf drei Zähler (38:41, 20.).

Doppelter Turnaround

Nach dem Seitenwechsel blieb Ludwigsburg in Schlagdistanz und konnte die Berliner immer wieder erfolgreich aus dem Tritt bringen: Landry Nnoko kassierte seine Fouls drei und vier, Owen Klassen sorgte für den Ausgleich (45:45, 24.) – und brachte die MHPArena erstmals richtig in Wallung. Auch in den folgenden Minuten konnten die gelb-schwarz gekleideten Basketball-Fans eine Partie auf Augenhöhe verfolgen, welche schließlich in der 26. Minute von Aaron Best aus der 6,75-Meter-Distanz auf den Kopf gestellt wurde. Die Schützlinge von Headcoach John Patrick versammelten die große Mehrheit der 3.729 Zuschauer hinter sich, legten einen kleinen Lauf auf das Parkett, welcher die Grundlage für die 62:59-Viertelführung bildete (30.).

Auch zu Beginn des Schlussabschnitts schenkten sich beide Mannschaften wenig bis nichts: Ludwigsburg kämpfte weiter, Berlin hielt mit spielerischer Klasse dagegen, musste aber abreißen lassen. Beim amtierenden Vize-Meister fehlte die nötige Konsequenz, Ludwigsburg legte diese an den Tag – bekam aber dennoch die Qualität des Tabellendritten dargelegt: Peyton Siva und Niels Giffey verkürzten aus der Ferndistanz auf sechs Zähler (75:69, 37.) und zwangen Patrick zur Auszeit. Doch auch die Ansprache am Seitenrand konnte die nun vorhandenen Unkonzentriertheiten nicht beheben: Die MHP RIESEN strauchelten und verloren die Führung aus den eigenen Händen. In der Crunchtime konnten sie dann zwar erneut für den Ausgleich sorgen, erlaubten sich den letzten Sekunden aber zu viele Fehler, sodass sie die entscheidenden Punkte und die Verlängerung verpassten – und Nnoko eine Sekunde vor dem Ende an die Freiwurflinie schickten. Der Kameruner verwandelte einen der insgesamt vier fällig gewordenen Freiwürfe und sorgte für die Entscheidung. Trotz der knappen 79:80-Niederlage gegen den Vize-Meister verabschiedeten sich die Ludwigsburger erhobenen Hauptes aus der Spielzeit 2018/2019, welche am kommenden Mittwoch (19:00 Uhr) in der Rundsporthalle mit der Saisonabschlussfeier zu Ende gehen wird.  

Statements und Statistiken:

Aito Garcia Reneses: „Es war ein starkes Spiel. Für mich war heute das Beste, dass sich kein Spieler verletzt hat, da für uns nächste Woche die Playoffs beginnen werden. Wir können nun endlich ein paar Tage trainieren – in den vergangenen acht Tagen hatten wir vier Spiele, das war ziemlich schwer für uns. Jetzt ist es anders: Die Playoffs sind für alle Teams gleich und ich hoffe, dass wir uns in guter Verfassung zeigen werden und das erste Spiel gewinnen können.“

John Patrick: „Ich möchte Berlin und Coach Aito gratulieren. Am Ende hatten sie ein Comeback und das nötige Selbstvertrauen. Ich bin sehr stolz, wie wir uns heute präsentiert haben. Wie schon gegen Vechta waren wir auf Augenhöhe, manchmal sogar ein bisschen besser. Leider waren in der Crunchtime etwas zu nervös, haben einen Korbleger verlegt, den Ball beim Rebound nicht gefangen. Am Ende braucht es meiner Meinung nach ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl der Schiedsrichter – aber ich bin stolz, wie wir unseren Gameplan umgesetzt haben. Wir hatten heute eine Sieg-Chance gegen einen absoluten europäischen Top-Gegner. Der Kampf war da, die Einstellung hat gestimmt und die Spieler von der Bank haben für unsere Läufe gesorgt.“

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 24 Punkte, Karim Jallow 15/8 Rebounds, Aaron Best 11, Lamont Jones 10, Konstantin Klein 9, Owen Klassen 7, Christian von Fintel 3, David McCray, Donatas Sabeckis und Adam Waleskowski.

Für Berlin spielten: Landry Nnoko 11, Luke Sikma 11, Rokas Giedraitis 11, Tim Schneider 10, Niels Giffey 10, Kenneth Ogbe 8, Derrick Walton Jr. 7, Johannes Thiemann 5, Peyton Siva 5, Joshiko Saibou 2, Martin Hermannsson und Franz Wagner

John Patricks Riesen verpassen Playoffs

Ludwigsburg verliert Spiel in Göttingen

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben am 33. Spieltag eine äußerst bittere 80:86-Niederlage kassiert und damit ihre letzte Chance auf die Teilnahme an der Postseason verspielt: Die Mannschaft von Headcoach John Patrick fand im Auswärtsspiel in Göttingen erst nach der Pause ins Spiel – und konnte die Partie nicht mehr wenden. 

Im wichtigen Auswärtsspiel in der stimmunsgvollen Göttinger Sparkassen-Arena legten die MHP RIESEN einen verhaltenenen Start aufs Parkett: Über knapp zwei Minuten blieben sie ohne eigenen Korberfolg ehe Adam Waleskowski aus der 6,75-Meter-Distanz einnetze. Die Hausherren starteten derweil besser in die Partie und erspielten sich aufgrund einer höheren Trefferquote zahlreiche Vorteile (11:5, 4. Spielminute). Dennoch konnten sich die Schützlinge von Headcoach John Patrick ins Spiel arbeiten – und das Geschehen beim befreit aufspielenden Tabellenvierzehnten weitestgehend ausgeglichen gestalten. Da zudem vermehrt defensive Stops gelangen, lagen die Gäste in Niedersachsen nach zehn Minuten zwar zurück, waren nun aber in Schlagdistanz (25:19, 10.).

Auffällig wurde spätestens zum Beginn des zweiten Viertels, dass die Göttinger die Ludwigsburger Stärken gut aus dem Spiel nahmen und unter anderem Marcos Knight erfolgreich entnervten. Der US-Amerikaner kam mit dieser Gangart und der Linie der Schiedsrichter überhaupt nicht klar – und hatte bereits in der 13. Spielminute vier persönliche Fouls. Die Niedersachsen nutzten ihre Leistung und die daraus resultierende Stimmung, um sich bis auf 12 Zähler abzusetzen (33:21). Nach einer Patrick-Auszeit sorgte Lamont Jones zwar binnen kürzester Zeit dafür, dass das Defizit halbiert werden konnte, doch Derek Willis fand erfolgreich die gesuchten Antworten und verdeutlichte den unbedingten Siegeswillen, welchen die „Veilchen“ an den Tag legten und damit den MHP RIESEN erfolgreich den Zahn zogen. Patrick versuchte auf den gebrauchten Tag mit wechselnden Line-Ups zu reagieren, doch Michael Stockton, Derek Willis und Co. agierten im Rausch, dominierten Halbzeit eins und waren nur durch das Ertönen der Halbzeit-Sirene zu bremsen (50:32, 20.).

Ludwigsburg lässt alles auf dem Parkett

Nach dem Gang in die Kabinen, der sich aufgrund technischer Probleme um einige Minuten verlängerte, kam Ludwigsburg zwar zurück auf das Parkett, verlor alsbald aber Adam Waleskowski, der mit unsportlichem und technischem Foul aus der Halle flog. Trotz aller Unwägbarkeiten steckten die Schwaben nicht auf, legten eine kleine Energieleistung auf das Parkett und hielten ihre letzte verbliebene Siegchance hierdurch am Leben. Allen voran Knight übernahm nun viel Verantwortung, war überhaupt nicht zu bremsen und riss seine Mannschaft mit. Die Gäste waren nun kämpferisch voll da und zeigte die Leistung, welche nötig war, um Göttingen Paroli bieten zu können (60:51, 28.). Sie mussten aber noch der ersten Halbzeit Tribut zollen und konnten nicht für den Turnaorund sorgen (66:58, 30.).

Auch im vierten Viertel ließen sie ihr Herz auf dem Parkett, hatten nun aber weniger (Wurf-)Glück. Anstatt bis auf drei Zähler zu verkürzen, mussten sie bis auf neun Punkte abreißen lassen – doch blieben, obwohl die Veilchen immer wieder Nadelstiche setzen konnten, im Spiel. Erst nachdem die Hausherren mehrfach in Folge zum Korberfolg gekommen waren und Willis auf 78:69 gestellt hatten, schien die Partie entschieden. Ludwigsburg fand die bitter nötigen Antworten und verkürzte abermals bis auf sechs Zähler (83:77, 39.). Doch es reichte nicht: Göttingen zwang die MHP RIESEN erfolgreich in die Knie.

Trotz der maximal bitteren 80:86-Niederlage gilt es auf Seiten der Gäste noch einen Akteur etwas hervorzuheben: Der 17-jährige Johannes Patrick feierte in der Schlussphase der Partie sein Debüt in der easyCredit Basketball Bundesliga.

Statements und Statistiken:

John Patrick: „Ich möchte Johan und Göttingen gratulieren. Sie haben uns in der ersten Halbzeit dominiert, wir waren mit zwanzig Punkten hinten. In der zweiten Halbzeit waren wir viel besser, es war ein spannendes Spiel. Wir haben Göttingen aber den entscheidenden Offensiv-Rebound leider gegeben, Dennis Kramer hat den Dagger getroffen. Wir hatten heute Probleme Michael Stockton zu kontrollieren. Doch auch wenn wir in der zweiten Halbzeit alles gegeben haben, waren wir nicht diszipliniert genug, um heute eine gute Göttinger Mannschaft zu bezwingen.“

Johan Roijakkers: „Danke für die Glückwünsche, JP. Ich bin natürlich sehr zufrieden mit dem Auftreten meiner Mannschaft. Wir haben heute die Basis für den Sieg in Halbzeit eins gelegt. Am Ende haben wir die Big Plays gemacht, Stops generiert und ein paar schöne Offensiv-Aktionen gezeigt. Wir wollten die Spielzeit hier zuhause mit Style beenden – und haben das wie erhofft geschafft.“

Für Göttingen spielten: Michael Stockton 21/7 Assists, Derek Willis 21, Pendarvis Williams 10, Darius Carter 6, Mihajlo Andric 6, Stephan Haukohl 6, Dennis Kramer 5, Dominic Lockhart 5, Mathis Mönninghoff 3, Joanic Grüttner Bacoul 3, Jacob Albrecht und Lennard Larysz.

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 24 Punkte/6 Assists/4 Rebounds, Owen Klassen 15/10 Rebounds, Lamont Jones 13/7 Assists, Adam Waleskowski 8,  Aaron Best 6, Donatas Sabeckis 6, David McCray 6, Konstantin Klein 2, Karim Jallow, Christian von Fintel, Quirin Emanga Noupoue und Johannes Patrick

Spielentscheide Begegnungen der Ludwigsburger Basketballer

Die MHP RIESEN Ludwigsburg gehen als Neuntplatzierter in die letzten beiden Hauptrunden-Spieltage der Saison 2018/2019. In den Duellen in Göttingen (Freitag, Tip-Off 19:00 Uhr) und gegen Berlin (Sonntag, Tip-Off 18:00 Uhr) benötigen die Schwaben Erfolgserlebnisse und Ausrutscher der Konkurrenz aus Bonn und/oder Würzburg, um sich für die Playoffs zu qualifizieren.

In 47 Partien haben die MHP RIESEN Ludwigsburg in dieser Spielzeit wettbewerbsübergreifend bestritten, mindestens zwei werden noch folgen. In diesen beiden Duellen wird sich entscheiden, ob die Schwaben die vor einigen Wochen nicht mehr für möglichen gehaltene Playoff-Teilnahme realisieren und damit ihre Aufholjagd mit der sechsten Postseason-Qualifikation in Serie krönen können – oder die Spielzeit am Sonntag, erstmals seit 2013, bereits nach der Hauptrunde zu Ende geht.

Fünf Teams hoffen

Mit ihren Hoffnungen auf die Meisterschaftsendrunde sind die Schwaben dabei nicht allein: Gleich fünf Mannschaften haben vor dem Wochenende noch Chancen auf einen Platz in den Top8. Neben den neuntplatzierten Ludwigsburgern sind dies Bonn (7.), Würzburg (8.), Frankfurt (10.) und Braunschweig (11.). Die besondere Situation: Die beiden Erstgenannten und die beiden Letztgenannten treffen am 33. Spieltag noch im direkten Duell aufeinander und nehmen sich gegenseitig Punkte ab. Bonn (vs. München) und Würzburg (at Bamberg) haben zudem wie auch die MHP RIESEN (vs. Berlin) am letzten Spieltag eine große Herausforderung vor der Brust – und sind entsprechend gut damit beraten, den ganzen Fokus auf den Freitagabend zu legen. Für die Ludwigsburger gilt dies im Besonderen. Denn nur ein Auswärtssieg bei der BG Göttingen dürfte den Playoff-Traum am Leben halten.

In der niedersächsischen Studentenstadt herrscht spätestens seit der vergangenen Woche auch abseits des universitären Umfelds äußerst gute Laune: Die „Veilchen“ sicherten sich durch einen dominanten 88:63-Erfolg bei den HAKRO Merlins Crailsheim vorzeitig den Klassenerhalt und gehen entsprechend ohne Druck in die abschließenden beiden Partien. Gegen die MHP RIESEN möchten sich die Mannen von Headcoach Johan Roijakkers aber sicherlich mit einem Heimsieg von ihren Fans verabschieden – und damit an den Saisonstart anknüpfen: Anfang Oktober unterlag Ludwigsburg im Achtelfinale des MagentaSport BBL Pokals, nach einem Einbruch im vierten Viertel, 67:72 und musste vorzeitig die Segel streichen. Obwohl die Schwaben im Hinrunden-Spiel beim 62:52-Heimerfolg erfolgreich Revanche nahmen, haben sie sich selbstverständlich einen weiteren Sieg zum Ziel gesetzt. In der stimmungsvollen Sparkassen-Arena soll schließlich nicht zum zweiten Mal binnen einer Spielzeit ein Saisonziel ad acta gelegt werden müssen.

Zweifelsohne gilt es bei diesem Unterfangen vor allem einen Ex-RIESEN auszubremsen: Point Guard Michael Stockton ist der Schlüssel zum Sieg, für beide Seiten. Falls der US-amerikanische Topscorer (16.3 PpS, 6.9 ApS) heiß läuft, ist das komplette Team ein Level besser. Sollte der 30-jährige ALLSTAR aus- und eingebremst werden, hat Ludwigsburg eine große Siegchance und auch weiterhin alle Playoff-Chancen – selbige aber nur in der eigenen Hand, falls der Auswärtserfolg gelingt und Würzburg parallel dazu gegen Bonn verliert.

Duell gegen den Vize-Meister

Abhängig vom Ergebnis des Gastspiels in der Sparkassen-Arena ist dann auch die Ausgangslage vor dem 34. Spieltag. Klar ist aber, dass die Barockstädter am Sonntag auf eines der besten Teams Deutschlands treffen. Wie schon in den vergangenen beiden Heimspielen gegen Bamberg und Vechta, als es jeweils knappe und verdiente Heimsiege gab, müssen die Ludwigsburger auch am Sonntag an ihr Leistungsmaximum gehen, um gegen Berlin die Punkte in der heimischen MHPArena behalten zu können.

Die Hauptstädter kommen mit äußerst viel Selbstvertrauen in die Barockstadt. Denn auch in dieser Spielzeit zeigten sie exzellenten Basketball, leisteten sich kaum einen Ausrutscher und zogen in die Endspiele des MagentaSport BBL Pokals und des 7Days EuroCup ein – konnten eine herausragende Saison jedoch bisher nicht mit dem Titel krönen. Dieser soll nun in den Playoffs der easyCredit BBL eingefahren werden. In die Meisterschaftsendrunde werden die Hauptstädter von Rang drei starten und aller Voraussicht nach im Viertelfinale auf ratiopharm ulm treffen. Mehr ist im Schlussspurt nicht mehr möglich, Oldenburg und München sind uneinholbar davongezogen.

Dass die Berliner dennoch als einer der beiden großen Meisterschaftsfavoriten gelten, untermauerten sie bis dato dutzendfach: Die exzellente Saison auf europäischen Parkett, die dominanten Vorstellungen und der tiefe Kader sind der mehr als offensichtliche Beleg für die Qualität der Mannschaft von Aito Garcia Reneses, die im Hauptrunden-Endspurt das Einspielen für die Playoffs als vorläufig einzig verbliebendes Ziel auf der Agenda hat.

Die Ludwigsburger Zielsetzung an diesem Wochenende lässt sich zweifellos etwas konkreter umreißen – und soll in der Playoff-Qualifikation münden. Hierfür bedarf es eines fehlerlosen Schlussspurts und idealerweise zweier Siege, welche unter anderem mit dem Rückhalt der eigenen Fans bewerkstelligt werden sollen.

Muttertagsaktion

Um alle Mütter der RIESEN-Familie am sonntäglichen Muttertag noch einmal gesondert hervorzuheben, wird Feuersalamander Lurchi ab Hallenöffnung (16:30 Uhr) das Foyer der MHPArena unsicher machen – und dabei alle Mütter und die, die es noch werden wollen mit süßen Leckereien versorgen.

Infos / Freitag

BG Göttingen vs. MHP RIESEN Ludwigsburg
Freitag, 10.05.2019, Tip-Off 19:00 Uhr
Sparkassen-Arena, Schützenplatz 1, 37081 Göttingen
Online-Ticket-Shop / live auf MagentaSport

Infos / Sonntag

MHP RIESEN Ludwigsburg vs. ALBA BERLIN
Sonntag, 12.05.2019, Tip-Off 19:00 Uhr
MHPArena Ludwigsburg, Schwieberdinger Straße 30, 71636 Ludwigsburg
Online-Ticket-Shop / live auf MagentaSport

Galerie

Ludwigsburger Basketballer nehmen Kurs auf Play-offs – Sieg gegen Vechta

Die Ludwigsburger MHP Riesen haben am 32. Spieltag eine ihrer besten Leistungen in der aktuellen Saison auf dem Parkett gezeigt. Der Tabellenvierte RASTA Vechta wurde vor knapp 3.600 Zuschauern in der MHPArena mit 102:98 besiegt. Die Chancen die Playoffs doch noch zu erreichen wurden somit am Leben gelassen.

In 30 von bis dato 31 Saisonspielen in der easyCredit BBL stand Jordon Crawford für die MHP RIESEN Ludwigsburg zu Beginn auf dem Parkett – und fehlte dann ausgerechnet in einer der wichtigsten Partien: Der US-Amerikaner musste kurzfristig mit einer Gehirnerschütterung passen und wurde, in der Starting Five, von Konstantin Klein ersetzt. Doch auch ohne ihren nominellen Starter legten die Hausherren einen bilderbuchartigen 10:2-Start aufs Parkett (3. Spielminute). Selbstverständlich konnten sich die Vechtaer nach und nach in die Partie kämpfen, doch Ludwigsburg blieb weiterhin in Front – und zwang Pedro Calles zur ersten Auszeit der Partie (24:15, 7.). Die Ansprache des Spaniers erzielte zwar ihre Wirkung, doch Ludwigsburg profitierte von seiner guten Chancenverwertung (32:23, 10.).

Wie schon im ersten Spielabschnitt blieben die Hausherren auch in den zweiten zehn Minuten gallig: Angeführt von Donatas Sabeckis, der ein sehr gutes Spiel machte, behielten sie an beiden Enden des Parketts die Oberhand und führten durchschnittlich mit rund zehn Zählern Differenz (45:35, 16.). Erst zum Viertelende konnten die Niedersachsen wieder Zugriff zum Spiel finden und den Rückstand mit einigen Offensiv-Aktionen eindämmen. Erst als Marcos Knight drei Fouls in Serie zog und sich schließlich an der Freiwurflinie und der 6,75-Meter-Linie wiederfand, waren die Schwaben erneut obenauf. Dennoch brachten sie sich um den Lohn: Aufgrund unnötigster Fehler und vieler Fouls hievten sie den Tabellenvierten bereits vor dem Gang in die Kabinen zurück ins Spiel (57:48, 20.) 

Crunchtime wird zum Herzschlagfinale

Nach dem Seitenwechsel benötigten die Ludwigsburger (erneut) keine Anlaufzeit: Sie kamen schnell ins Spiel und hängten den Gästen – allen voran Michael Kessens – einige Fouls an. Da die Calles-Schützlinge nun aber aus der Ferndistanz heiß liefen, rief John Patrick zum Timeout (66:56, 24.). Der US-Amerikaner fand die richtigen Worte: Ludwigsburg kam wie entfesselt zurück aufs Parkett, spielte groß auf und stoppte den Vechtaer Lauf. Als zudem Aaron Best einen Fastbreak mit einem Dreipunktwurf veredelte, hob sich das Dach der MHPArena. Doch auch eine 16-Punkte-Führung und der Support der 3.595 Zuschauer brachte den Hausherren nicht die nötige Sicherheit: Vechta setzte immer wieder Nadelstiche und blieb erfolgreich im Spiel. (80:69, 28.). Da die MHP RIESEN aber ihr Herz auf dem Parkett ließen und in der Offensive phasenweise die Partie dominierten, hatten sie nach 30 gespielten Minuten fast alle Trümpfe in der Hand (88:69, 30.).

Während Ludwigsburg über drei Viertel von seiner Wurfquote profitiert hatte, war diese im vierten Spielabschnitt wie weggeblasen: Der Tabellenvierte diktierte das Geschehen, brachte viel Hektik ins Spiel – und profitierte von dieser (88:78, 34.). Die Schwaben ließen sich nicht vollends aus dem Rhythmus bringen, fanden aus eigener Kraft kurzzeitig zurück in die Spur und in der Offensive Entlastung. Während Vechta nun verbissen kämpfte, mühten sich die Hausherren bei jedem Ballbesitz nach Kräften, verkrampften aber zunehmend: Adam Waleskowski und Owen Klassen mussten mit fünf Fouls zusehen wie die Niedersachsen für eine maximal enge Crunchtime sorgten: In der 38. Spielminute verkürzte T.J. Bray von der Freiwurflinie bis auf einen Zähler. Doch näher sollte Vechta nicht mehr herankommen: Karim Jallow sorgte mit einem Tip-In für Entlastung, Sabeckis stoppte Bray, Lamont Jones und Marcos Knight trafen wichtige Würfe und die Kulisse tat ihr Übriges, sodass die MHP RIESEN Ludwigsburg nicht nur eine ihrer besten Leistungen zeigten, sondern auch einen umjubelten 102:98-Heimerfolg feiern konnten. Durch den 16. Saisonsieg springen die Schwaben kurzzeitig auf Platz acht und auf ein furioses Finale zu, welches erst am kommenden Wochenende über die Playoff-Qualifikation entscheiden wird.

Statements und Statistiken:

Pedro Calles: „Glückwunsch an Ludwigsburg und an Coach John Patrick zu diesem, für sie, wichtigen Sieg. Ich denke, dass das heute ein harter Kampf war. Ludwigsburg hat, vor allem in den ersten 30 Minuten, unsere Verteidigung und unsere Systeme sehr gut gelesen. Sie haben den Ball gut bewegt, den offenen Dreier getroffen und insgesamt gute Quoten gehabt. Dazu haben sie in der Offensive gut gereboundet. Dies war der Grund, weshalb sie in der ersten Halbzeit 57 Punkte erzielt haben. Im dritten Viertel haben wir sie dann viel zu oft an die Freiwurflinie geschickt. In den letzten zwei Minuten war das Spiel dann äußerst knapp – Ludwigsburg ist aber mit dem Druck gut umgegangen, hat die richtigen Spieler gefunden, welche die Spielzüge gut exekutiert haben.“

John Patrick: „Danke für die Glückwünsche. Man konnte heute sehen, über welchen Charakter Vechta verfügt. Sie lagen mit 19 Punkten Differenz zurück, sind zurückgekommen und haben das Spiel ausgeglichen gestaltet. Ich bin sehr froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Aber ich möchte Coach Calles auch gratulieren zu einer grandiosen Saison. Man sieht wie hart Vechta spielt, sie geben niemals auf. Das ist eigentlich ein Vorbild für eine jede Mannschaft. Für uns war das heute ein wichtiger Sieg. Donatas Sabeckis, auch wenn er zwei ärgerliche Turnover in der Crunchtime hatte, war heute mit 17 Punkten und einem straken Plus-Minus-Rating zur richtigen Zeit zur Stelle. Mit 102 Punkten haben wir einen guten Job gemacht, den Ball sehr gut bewegt. Und nur mit der Zonen-Verteidigung hatten wir Probleme, da waren wir sehr statisch. Am Ende haben wir dann die Big Shots durch Lamont Jones, Karim Jallow und Marcos Knight getroffen. Nochmal: Ich bin sehr stolz – habe als Veteran-Coach in dieser Spielzeit aber auch viel von Vechta gelernt.“

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 21 Punkte/8 Assists/7 Rebounds, Lamont Jones 18, Donatas Sabeckis 17/5 Rebounds/3 Assists, Konstantin Klein 12/5 Assists, Aaron Best 10, Owen Klassen 9/6 Rebounds, Adam Waleskowski 9, Karim Jallow 6 und David McCray.

Für Vechta spielten: Austin Hollins 25 Punkte, T.J. Bray 16/13 Assists, Seth Hinrichs 16, Robin Christen 15, Josh Young 10, Chris Carter 6, Clint Chapman 6, Michael Kessens 2 und Philipp Herkenhoff 2.

 

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