Erster gegen Zweiter: MHP-Riesen empfangen Bayern München

Mehr Top-Spiel geht nicht: Nach drei spielfreien und nicht enden wollenden Wochen, geht es für die MHP RIESEN Ludwigsburg an diesem Sonntag (15Uhr) wieder ans Eingemachte. Vor dem Spitzenspiel in der Basketball Bundesliga gegen den amtierenden deutschen Meister Bayern München, sprach Ludwigsburg24 mit Cheftrainer John Patrick. 

Am Sonntag startet das Spiel der MHP Riesen gegen Tabellenführer Bayern München. Die letzten beiden Spiele gegen Bayern München gingen verloren, sitzt das noch in den Köpfen der Spieler?
Ach, wissen Sie, Spiele gegen die Bayern sind immer spannend, aber es gibt da überhaupt keinen Druck für uns.

Warum gibt es keinen Druck?
Wir haben bislang eine gute Saison gespielt, unsere letzten Spiele gewonnen und können am Sonntag locker aufs Feld gehen und unser Spiel spielen. Vielleicht können wir Bayern ärgern. Wir müssen aber nicht gegen sie gewinnen, weshalb wir ockerer an die Sache rangehen können als gegen Mannschaften, gegen die wir gewinnen sollen bzw. müssen.

Heißt das, dass dieses Spitzenspiel für Sie ein Spiel ist wie jedes andere auch?
Natürlich gibt es am Sonntag ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, weil Bayern München eben Bayern München ist. Ansonsten ist es ein ganz normales Spiel.

Wie werden Sie Ihre Spieler auf Sonntag vorbereiten und vor allem motivieren?
Wir trainieren wie immer und motiviert sind die Spieler eh  von allein. Bayern hat schließlich drei NBA-First-Round-Picks, viele Nationalspieler, sie sind amtierender Meister. Bei Spielen gegen Bayern oder Alba Berlin brauche ich für meine Spieler definitiv keine besonderen Motivationstricks. Wir haben ein Heimspiel und die Arena wird wie schon die letzten Spiele wieder ausverkauft sein. Die tolle Stimmung dort ist eine zusätzliche große Motivation.

Setzen Sie am Sonntag auf die Heimstärker Ihres Teams oder spekulieren Sie auf die Müdigkeit des Gegners, der kurz zuvor noch zwei Auswärtsspiele in der
EuroLeague hat?
Die Bayern haben einen 16- Mann-Kader, davon acht ausländische Top-Spieler und acht gute deutsche Spieler. Ich glaube deshalb nicht, dass sie so müde sein werden. Im Gegenteil, sie sind im Rhythmus, während wir eine dreiwöchige Spielpause hatten.

Wie verbringt die Mannschaft die Stunden vor dem Anpfiff?
Wir werden uns zuerst einschießen, danach gemeinsam frühstücken – Eier und Pancakes. Anschließend gibt es eine Pause und dann fahren wir in die Arena.

Wagen Sie eine Prognose?
Nein, die wage ich nicht. Wir werden normal wie in jedes andere Spiel gehen und unsere beste Leistung zeigen, die an diesem Tag möglich ist.

Dann wünsche ich Ihnen viel Glück für Sonntag!
(lacht) Danke, das können wir gebrauchen.

Interview Patricia Leßnerkaus / red

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Ludwigsburger Basketballer marschieren weiter

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben auch das Heimspiel gegen medi bayreuth erfolgreich gestaltet: Am 12. Spieltag der Saison 2019/2020 siegten die Schwaben 89:84 und machten sich pünktlich zu den Feiertagen selbst die größte Freude. 

Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest waren bereits vor Tip-Off viele Augen auf Cameron Jackson gerichtet: Der US-amerikanische Neuzugang zeigte sich vier Tage nach seinem Wechsel nach Ludwigsburg bester Dinge, stand aber trotz eines tollen ersten Eindrucks nicht im RIESEN-Aufgebot von Headcoach John Patrick. Ohne den 23-Jährigen erwischten die Hausherren, vor abermals vollem Haus, keinen guten Start. medi bayreuth kam zu einfachen Korbaktionen, zog zahlreiche Fouls und setzte sich erstmals deutlich ab (7:12, 15. Spielminute). Nach der Hereinnahme von Marcos Knight und Tanner Leissner stabilisierten sich die Ludwigsburger kurzzeitig, mussten sich gegenüber der variablen oberfränkischen Offensive aber immer wieder in Nachsicht üben – und sahen sich nach zehn Minuten verdient in Rückstand (24:30, 10.).

Nach der ersten Viertelpause agierten die Schwaben dann wie ausgewechselt: Gallig, kompromisslos und zielstrebig gingen sie zu Werke und drehten binnen kürzester Zeit das Geschehen auf den Kopf. Spätestens nach einem spektakulären Block von Thomas Wimbush gegen James Robinson und einem unmittelbar daraus resultierenden Distanztreffer von Jaleen Smith, sein dritter der Partie, sah sich Raoul Korner deshalb zur Auszeit gezwungen (36.34, 13.). Der Österreicher stoppte den Ludwigsburger Lauf, verhindern konnte er aber nicht, dass die MHP RIESEN ihren Vorsprung immer weiter stabilisierten. Aufgrund einer guten und teils spektakuläre Defensive blieben die Schwaben bis zur Halbzeit in Front, konnten aber nur bedingt Profit aus ihren Vorteilen ziehen. Die Gäste setzten immer wieder Nadelstiche und gestalteten das Geschehen allen voran durch Center Andreas Seiferth weitestgehend ausgeglichen. Der Nationalspieler markierte in den ersten 20 Minuten 18 Zähler (50:47, 20.).

Seiferth dominiert, Ludwigsburg marschiert

Wie schon im ersten Spielabschnitt benötigten die Ludwigsburger auch im dritten Viertel eine gewisse Anlaufzeit: Die Patrick-Schützlinge kamen nur äußerst zögerlich ins Rollen. Doch damit war die Parallelität schon beendet. Aus der Kabine kommend verteidigten sie ihren Vorsprung erfolgreich und bremsten die Kreise Seiferths etwas besser ein (62:56, 26.). Während man nach und nach dem Center die Belastung der Sonderbehandlung an beiden Enden des Parketts anmerkte und Back-Up Reed Travis mit vier Fouls auf der Bank Platz nehmen musste, ließen die Bayreuther im Teamverbund nicht abreißen und blieben azf Tuchfühlung (68:63, 30.).

Während die Oberfranken verbissen und mit aller Kraft Gegenwehr leisteten, ließ sich Ludwigsburg nicht aus dem Takt bringen. Die MHP RIESEN fanden, unter anderem durch Knight, Smith und Wimbush, offensive Antworten und dahingehend Entlastung. Da nun auch Nick Weiler-Babb immer heißer lief, konnten sich die Hausherren gar bis auf 13 Punkte absetzen (80:67, 35.). Doch Bayreuth war und gab sich noch nicht geschlagen: James Robinson, James Woodard und Co. sorgten für eine fulminante Aufholjagd, die Woodard mit einem sehenswerten Fastbreak-Dunk über Weiler-Babb und Nate Linhart aus der 6,75-Meter-Distanz veredelten (80:79, 37.). Erst nach zwei Patrick-Auszeiten brach der Bayreuther Lauf, doch abschütteln ließen sich die Gäste nichtmehr. Erst im Anschluss an zwei weitere Korbefolge von Wimbush und einem langen Jumper von Knight  wähnte sich Ludwigsburg auf der Siegerstraße – und konnte sich nach weiteren Sekunden des Bangens nach einem Smith-Steal über den verdienten 89:84-Erfolg und den zehnten Saisonsieg freuen.

Trotz aller Festtage stehen den MHP RIESEN Ludwigsburg bis zum Jahreswechsel zwei weitere Belastungsproben ins Haus: Am Freitag geht’s nach Bamberg, am kommenden Montag kommen die FRAPORT SKYLINERS in die MHPArena.

Statements und Stats

Raoul Korner | Headcoach Bayreuth: „Zunächst herzlichen Glückwunsch an John und seine Mannschaft zum hart umkämpften, letztendlich aber verdienten Sieg. Ich denke, dass wir über 40 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe gesehen haben. Wir haben uns einige Dinge vorgenommen, von denen wir die meisten Dinge auch umsetzen konnten. Man muss aber der unglaublichen Qualität von Ludwigsburg Respekt zollen. Jetzt halten wir deren Topscorer [Khadeen Carrington] auf null Punkten, dann kommt Smith um die Ecke und knallt uns 22 Punkte rein. Das zeigt, was hier für enormes Potential in der Mannschaft steckt. Es ist ganz schwierig, jeden Spieler auszuschalten oder zu kontrollieren. Meine Burschen haben, meiner Meinung nach, extrem hart gekämpft. Wir hatten die Chance, am Ende hatte Ludwigsburg aber die Clutch-Plays – und hat daher gewonnen. An dieser Stelle an alle Fans, die heute denke ich auf ihre Kosten gekommen sind: Ein schönes Weihnachtsfest! Frohe Weihnachten.“ 

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Danke für die Glückwünsche, Raoul. Kompliment an Bayreuth, sie haben heute einen super Gameplan gehabt und uns unter dem Korb mit Andreas Seiferth und auch Reed Travis wehgetan, ganz einfache Punkte und viele Dreipunkt-Spiele gemacht. Wir haben ihnen 30 Punkte im ersten Viertel erlaubt, sind dann ab dem zweiten Viertel aber zurückgekommen. Bezüglich der Disziplin in der Verteidigung: Wir hatten heute viel zu viele unnötige Fouls – und hatten am Ende des Spiels, nach einer Achterbahn-Fahrt, zwei 12:0-Läufen, schwierigen Dreiern und viel Drama aber das glücklichere Ende. Kompliment an die Fans, unsere Mannschaft und an Bayreuth für ein sehr spannendes Spiel. Merry Christmas!“ 

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 22 Punkte/6 Rebounds, Jaleen Smith 22, Nick Weiler-Babb 19/5, Thomas Wimbsuh 13 Konstantin Konga 5, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4, Tanner Leissner 4, Khadeen Carrington, Hans Brase und Ariel Hukporti.

Für Bayreuth spielten: Andreas Seiferth 27 Punkte/6 Rebounds, James Woodard 18, Lucky Jones 8, Nate Linhart 7, James Robinson 7, Bastian Doreth 6, Reid Travis 5, Joanic Grüttner Bacoul 3 und Bryce Alford 3. 

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Vechta stoppt Siegesserie der Riesen

Nach sieben Siegen in Serie reißt die Erfolgssträhne der MHP RIESEN Ludwigsburg in Niedersachsen: Die Schwaben verlieren ihr Auswärtsspiel bei RASTA Vechta 72:77, verbleiben aber auf dem zweiten Tabellenplatz und haben nun zwei Wochen spielfrei.  

Angeführt von Liga-Topscorer Khadeen Carrington und Jonas Wohlfarth-Bottermann erwischten die MHP RIESEN Ludwigsburg im RASTA Dome einen Start nach Maß: Die Schwaben waren von Beginn an voll auf der Höhe, klauten in Person von Jaleen Smith gleich dreifach den Ball und setzten sich vorerst bis auf neun Zähler ab (4:13, 4. Spielminute). Mehr noch: Die Jungs von Headcoach John Patrick kontrollierten die Anfangsphase, zwangen die Hausherren zu insgesamt neun Ballverlusten, ließen das Spielgerät laufen und lagen entsprechend, nach sechs erfolgreichen Distanztreffern, verdientermaßen in Front (14:27, 10.).

Im Anschluss an das vielleicht beste Viertel des ersten Saisondrittels kam jedoch ein Bruch ins Ludwigsburger Spiel: Die Partie wurde nickliger, der Kampf intensiver und Vechtas Defensive besser. Als dann auch noch Travis Simpson den ersten Downtown-Treffer Vechtas einnetzte, waren die Niedersachsen endgültig drin im Geschehen und die Halle auf Betriebstemperatur. Auch wenn sie fortan auf Ishmail Wainright verzichten mussten, der nach einem Sturz auf dem Hinterkopf das Parkett verließ, drückten sie dem Spielgeschehen ihren Stempel auf, was auch eine Patrick-Auszeit (22.29) nicht verhindern konnte. Trotz der zusätzlichen Ansprache am Seitenrand und Offensiv-Entlastung von Marcis Knight war Vechta nicht zu bremsen: Simpson scorte erneut von jenseits der 6,75-Meter-Linie und sorgte dafür, dass seine Farben das Geschehen weiterhin eng gestalten konnten. Die Niedersachsen machten aus dem zwischenzeitlichen 13-Punkte-Rückstand eine kurzzeitige Zwei-Punkte-Führung (34:32, 18.) und jubelten nach einem Buzzerbeater von Josh Young – der sein 100. Spiel für Vechta machte – über die Pausenführung (38:37, 20.).

Vechta Defensive zieht Ludwigsburg den Zahn

Trotz der mehrminütigen Verschnaufpause agierten die Gäste auch nach dem Seitenwechsel kopflos, leichtfertig und überhastet. Erst nach der Hereinnahme von Marcos Knight, der auch in der zweiten Halbzeit von der Bank kam, wurden die Ludwigsburger Offensivbemühungen wieder strukturierter. Die MHP RIESEN agierten fortan wieder auf Augenhöhe, ließen den Fokus der ersten zehn Minuten – aufgrund der starken Vechater Defensive – aber weiter vermissen. Die Gäste gestalteten den Schlagabtausch zweier Playoff-Anwärter dennoch eng (47:47, 25.) und kamen immer wieder zu defensiven Stops. Diese nutzen sie, um den Rhythmus der Niedersachsen zu brechen und das Momentum auf ihre Seite zu ziehen (55:56, 30.).

Während die Partie auf des Messer Schneide stand, zeigte Tanner Leissner zu Beginn des Schlussabschnitts keine Nerven: Der US-Amerikaner scorte dreifach und sorgte im Alleingang für die (erneute) Sechs-Punkte-Führung. Trotz der Punkte Leissners und dem unbedingten Willen Knights, der immer wieder verloren geglaubten Bällen hinterher hechtete, fehlte es den Ludwigsburgern an Entlastung. Calles‘ Jungs blieben gallig und drehten das Geschehen durch ihre beiden Point Guards Steve Vasturia und Jordan Travis erneut auf den Kopf, was zum abermaligen Führungswechsel führte (66:65, 38.). In der immens spannenden, sportlich aber wenig ansehnlichen Crunchtime sollte dann das Momentum den Ausschlag geben. Ludwigsburg fand nicht mehr zurück in Spiel und vermisste, wie schon in den Minuten zuvor, sein Wurfglück. Vechta kontrollierte über die Verteidigung die Partie und entschied das Geschehen verdientermaßen für sich.

Die Ludwigsburger Köpfe hingen nach der knappen 72:77-Niederlage aber nur kurz: Denn aufgrund des starken ersten Saisondrittels und zahlreicher knapper Erfolge verbleiben die MHP RIESEN auf dem zweiten Tabellenplatz der easyCredit BBL-Tabelle. Bevor es in zwei Wochen gegen Bayreuth (Ticktes hier) weitergeht, haben die Schwaben in der kommenden Woche spielfrei.

Statements und Stats

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Gratulation an Coach Calles und RASTAs Team zu diesem am Ende verdienten Sieg. Vechta hat die Intensität nach dem ersten Viertel immer höher geschraubt. Wir hatten Probleme in Set-Plays zu kommen. Konstantin Konga hat uns noch sehr dabei geholfen, Struktur reinzubekommen. Aber RASTA hat das Spiel mit seinen Rebounds, den Hustle-Plays und wichtigen Dreier gedreht. Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel und am Ende war Vechta einen Tick besser.

Pedro Callles | Headcoach Vechta: „Vielen Dank an John Patrick für die Glückwünsche! Im ersten Viertel hatten wir sehr viele Probleme, haben zig unnötige Ballverluste gehabt und lagen auch deshalb so hoch zurück. So war es ganz schwierig Selbstvertrauen zu bekommen. Mit dem Ausfall von Ish Wainright, einem Schlüsselspieler, kam das nächste Problem auf uns zu. Und wenn man dann noch ein Spiel gewinnt, wo man 18 Turnover hat und zehn Würfe weniger nimmt als der Gegner heißt das, dass man beim Rebounding einiges richtig gemacht hat. Großen Respekt daher an meine Spieler. In dieser Woche habe ich zu oft gehört, dass wir guten Basketball spielen Man kann auch nicht immer den besten Basketball bringen. Aber wir arbeiten daran, dass wir immer einen Weg finden, ein Spiel zu gewinnen. Für Josh Young freue ich mich, dass er heute sein 100. Spiel im RASTA-Trikot machen konnte. Er hält in der Kabine die Mannschaft zusammen, ist der Kapitän des Klubs. Ich ziehe meinen Hut vor ihm.“

Für Vechta spielten: Jordan Davis 17 Punkte, Steve Vasturia 17, Trevis Simpson 15, Josh Young 14, Kamari Murphy 8, Max DiLeo 2, Philipp Herkenhoff 2, Ishmail Wainright 2, Michel Kessens und Jarelle Reischel.

Für Ludwigsburg spielten: Nick Weiler-Babb 17 Punkte/6 Rebounds, Tanner Leissner 12, Khadeen Carrington 11/5 Assists, Thomas Wimbush 10, Jaleen Smith 8, Marcos Knight 8, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4, Konstantin Konga 2, Hans Brase und Ariel Hukporti.

Riesen weiter auf Erfolgswelle

Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben auch am 10. Spieltag der easyCredit BBL ein Erfolgserlebnis gefeiert: Die Mannschaft von Headcoach John Patrick besiegte, angeführt von Topscorer Tanner Leissner, die Basketball Löwen Braunschweig 91:77 und feierte den siebten Erfolg in Serie. Damit stellten die Schwaben die ebenfalls sieben Partien andauernde Siegesserie aus der Saison 2017/2018 erfolgreich ein.

Vor zum dritten Mal in Folge ausverkaufter Kulisse erlebten die MHP RIESEN einen schwachen Start: Während die ausgeruhten Braunschweiger den Schwaben mit einer Zonen-Verteidigung das Leben schwer machten, mühte sich die Hausherren vergeblich (10:15, 5. Spielminute). Auch nach einer Auszeit von Headcoach John Patrick und der Hereinnahme beinahe aller Akteure wurde das Spiel nur minimal besser. Die Schwaben blieben, durch Tanner Leissner und Hukporti in Schlagdistanz – für den Führungswechsel sorgten sie aber erst in Spielminute neun: Nick Weiler-Babb punktete aus der 6,75-Meter-Distanz und bildete die Grundlage für einen mehrminütigen Ludwigsburger Lauf (26:23, 10.).

Dieser sollte auch von der Viertelpause nicht unterbrochen werden: Leissner, der sich weiterhin an allen Ecken des Parketts hervortat und seine Team-Kollegen kauften den Niedersachsen den Schneid ab und stellten auf plus elf (36:25). Die Basketball Löwen wussten sich nach einer Auszeit von Pete Strobl zwar defensiv selbst zu helfen, doch die Hausherren blieben nun am Drücker und damit, in einer körperlich geprägten Partie, auch in Front. Obwohl der offensive Fluss nun merklich abflachte, konnten Marcos Knight und Co. am Familienspieltag weiterhin Klein und Groß zu überzeugen. Spätestens als Thomas Wimbush zum Buzzerbeater-Dunking eingeflogen kam, war die gute Laune kurzzeitig zurück im RIESEN-Spiel (48:43, 20.) – dann aber Halbzeitpause.

Ludwigsburger Mentalitätsmonster

Während Thomas Klepeisz schon vor dem Gang in die Kabinen eine Braunschweiger Aufholjagd mit einem Floater angedeutet hatte, waren die Niedersachsen auch ab der 21. Spielminute gallig und fokussiert. Sogar derart gallig, dass Lukas Wank und Khadeen Carrington sich je ein unsportliches Foul einhandelten und fortan noch mehr Feuer (und Pfiffe) das Geschehen begleiteten und vermehrt Freiwürfe auf der Tagesordnung standen. Beide Mannschaften ließen sich davon kaum beeindrucken: Die Basketball Löwen kämpften sich nach und nach heran, die Hausherren blieben, angeführt von Kapitän Konstantin Konga und Khadeen Carrington, auf Augenhöhe und weiterhin knapp in Front (63:61, 30.).

Die Ludwigsburger konnten sich ihrer Sache dennoch nicht sicher sein: Braunschweig vermisste zwar sein Wurfglück und verlor insgesamt gleich 24-fach den Ball, agierte aber phasenweise äußerst stark und kam in der 33. Spielminute zum Ausgleich (68:68): Klepeisz hatte erneut für wichtige Zähler gesorgt, weshalb sich John Patrick zur ersten Auszeit der zweiten Hälfte genötigt sah. Der US-Amerikaner fand die richtigen Worte. Sein Team war nun das klar bessere, stand defensiv und offensiv seinen Mann und setzte sich erneut bis auf sechs Zähler ab (77:71, 35.). Doch damit nicht genug: Da Nick Weiler-Babb und seine Kameraden nun ihr Wurfglück gefunden hatten, waren sie nicht mehr zu bremsen und ließen den Basketball Löwen in der Schlussphase nicht den Hauch einer Chance. Im Stile einer Spitzenmannschaft machten die Ludwigsburger den sprichwörtlichen Sack zu, feierten gemeinsam mit ihren Fans einen hochverdienten 91:77-Erfolg und unterstrichen einmal mehr den zweiten Tabellenplatz. Zudem feierten sie den siebten Sieg in Serie und damit die Einstellung eines erst vor zwei Jahren aufgestellten Klub-Rekords.

In der kommenden Woche sind die MHP RIESEN Ludwigsburg nun, letztmalig vor der zweiwöchigen Spielpause Mitte Dezember, auswärts gefordert: Am Samstagabend gastieren die Schwaben bei RASTA Vechta, möchten ihre Serie fortsetzen – und endgültig Geschichte schreiben.

Statements und Stats

Pete Strobl | Headcoach Braunschweig: „Gratulation an John Patrick und die Ludwigsburger. Sie haben verdient gewonnen und das ganze Spiel über gekämpft. Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft. Wir lagen ein bisschen hinten, haben uns aber zurückgekämpft und sogar den Vorsprung weggenommen. In den letzten sechs, sieben Minuten haben wir aber ein paar Fehler zu viel gemacht und zu viele Offensivrebounds zugelassen. Mit 24 Turnovers ist es schwierig zu gewinnen, auswärts besonders. Ich möchte aber keine Ausrede suchen: Beide Temas haben hart gekämpft, viele neue Spieler integriert und ich bin stolz, dass wir bis zum Schluss gekämpft haben – gleichzeitig aber sehr, sehr sauer, dass wir verloren haben.“

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Danke für die Glückwünsche. Für uns war das heute ein Revanche-Spiel: Braunschweig hat uns schließlich aus dem Pokal geschmissen. Es war ein enges Spiel. Respekt an Braunschweig, sie haben nie aufgegeben, sodass es immer hin und her ging. Im vierten Viertel hat uns Jonas [Wohlfarth-Bottermann], wie Pete gesagt hat, viele zweite Chancen erkämpft. Wir hatten wichtige Dreipunkttreffer von Downtown und haben Scott Eatherton in der zweiten Halbzeit mit vier Punkten in Schach gehalten. Es ist gut, dass wir so viele Turnover forciert haben. Wir müssen aber weniger spekulieren und defensiv solider agieren. Vor unserer kleinen Pause haben wir nun noch ein Spiel in Vechta. Dort hoffe ich, dass wir auf diesen Lauf aufbauen können.“

Für Ludwigsburg spielten: Tanner Leissner 18 Punkte/5 Rebounds, Khadeen Carrington 17/8 Assists/4 Rebounds, Nick Weiler-Babb 14/5 Rebounds, Marocs Knight 14/5 Assists/4 Rebounds, Jaleen Smith 7, Konstantin Konga 7, Jonas Wohlfarth-Bottermann 6/6, Thomas Wimbush 4, Ariel Hukporti 2, Hans Brase 2 und Radii Caisin.

Für Braunschweig spielten: Scott Eatherton 18 Punkte, Thomas Klepeisz 16, Joe Lawson 11, Karim Jallow 9, Lukas Wank 7, Aleksandar Marelja 6, Kostja Mushidi 4, Trevor Releford 4, Henry Pwono 2 und Garai Zeeb 2.

MHP-Riesen marschieren weiter

Die MHP RIESEN marschieren in der easyCredit BBL erfolgreich weiter: Die Ludwigsburger gewannen am 9. Spieltag ihr Auswärtsspiel bei s.Oliver Würzburg 89:84 und feierten dadurch den sechsten Sieg in Serie und rangieren hinter den Münchnern auf Tabellenplatz 2.

Unterstützt von einer einmal mehr gut gelaunten und großen Ludwigsburger Fan-Schar gingen die MHP RIESEN mit vollem Fokus in das dritte wegweisende Duell binnen drei Wochen: In der Würzburger „Turnhölle“ sorgten Jonas Wohlfarth-Bottermann, Khadeen Carrington und Nick Weiler-Babb (2:8, 3. Spielminute) für einen gelb-schwarzen Bilderbuchstart. Eitel Sonnenschein herrschte bei den MHP RIESEN aber nicht, denn es sollte die zweithöchste Führung der Partie bleiben. Gegen Florian Koch, Cameron Wells und Luke Fischer offenbarten die Ludwigsburger jeweils defensive Mängel, die Führung war schnell dahin, und die Schützlinge von John Patrick mussten sich zur Ansprache am Seitenrand einfinden. Die Neujustierungen des US-Amerikaners wirkten: Die Schwaben agierten nun in der Defensive wieder exzellent, blockten gleich drei Würfe spektakulär und arbeiteten sich zurück in Schlagdistanz, was vor allem Denis Wucherer nicht passte (14:12, 7.). Augenscheinlich wurde jedoch früh, dass Würzburg seinen Rhythmus gefunden hatte und Ludwigsburg sich immens mühen, zumindest aber aus der 6,75-Meter-Distanz zu gefallen wusste (24:20, 10.).

Direkt zum Beginn des zweiten Spielabschnitts wurde es dann hektisch: Marcos Knight, Junior Etou und Khadeen Carrington sammelten in einer Szene gleich drei technische Fouls und verschafften der ohnehin schon intensiven Partie weitere Würze. Die Gäste kamen damit vorerst besser zurecht und glichen durch Carrington wieder aus (27:27, 13.). Auch in den nächsten Minuten waren sie, vor allem von der Freiwurflinie, das konzentriertere Team und blieben, obwohl das Geschehen abflachte, unterstützt durch eine gesunde Portion Härte in Front. Doch während sich der körperliche Einsatz mit insgesamt 17 Team-Fouls auf der Anzeigentafel niederschlug, kämpften sich die Hausherren bis zum Gang in die Kabinen wieder bis auf Augenhöhe. Einzig und allein aufgrund eines Buzzer-Beaters von Tanner Leissner war die Partie nach zwanzig Minuten ausgeglichen (42:42, 20.).

Crunchtime wird erneut zur Nervenschlacht

Trotz der 15-minütigen Abkühlung war der Schlagabtausch zwischen Franken und Schwaben auch direkt nach dem Seitenwechsel binnen weniger Augenblicke wieder auf der bekannten Betriebstemperatur. Diese war aber unverhofft schnell passé: Aufgrund technischer Probleme am Hallen-Interieur wurde die Partie minutenlang unterbrochen – und als es dann weiter ging, waren die Hausherren durch Luke Fischer derart tonangebend, dass dann doch wieder Pause (lies: Auszeit) war (55:47, 25.). Patricks Worte fanden wieder einmal den erhofften Nährboden: Ludwigsburg drehte auf, kam zeitweise zum Ausgleich und präsentierte sich kämpferisch als Top-Team. Nach dreißig gespielten Minuten waren die Schwaben dennoch in Rückstand (62:60, 30.).

Angeführt von Thomas Wimbush und Florian Koch lieferten sich zu Beginn des Schlussabschnitts dann beide Teams einen regelrechten Shootout – mit minimalen Vorteilen auf Ludwigsburger Seite. Da nun jedoch nicht nur Wimbush, sondern auch Knight zu Hochtouren auflief, setzten sich die Gäste, erstmals seit dem ersten Viertel, bis auf fünf Zähler ab. Auf Basis dieser Führung konsolidierten die Ludwigsburger ihre Leistung und festigten ihren Vorsprung über mehrere Minuten. Doch Würzburg gab sich noch nicht geschlagen, kam unterstützt von einer bärenstarken Kulisse und des fünften Leissner-Fouls wieder zurück und sorgte so für eine spannende Crunchtime (77:81, 38.). In dieser verkürzten die Hausherren abermals und sorgten für eine nervenaufreibende Schlussminute, welcher Jordan Hulls 15 Sekunden vor dem Ende der Partie von Downtown die Krone aufsetze: Der US-Amerikaner streute seine Punkte 12, 13 und 14 ein, stelle auf 84:85 und zwang Patrick zur letzten Auszeit des Spiels. Glücklicherweise behielten die MHP RIESEN trotz der spektakulären Atmosphäre aber ihre Nerven, verwandelten die entscheidenden Freiwürfe und zogen durch Konstantin Konga – spielentscheidend – ein Offensivfoul. Der Ludwigsburger Kapitän sorgte für den entscheidenden Wechsel des Ballbesitzes und dafür, dass schlussendlich nichts mehr anbrannte.

Durch den 89:84-Erfolg feierten die Schwaben aber nicht nur den sechsten Sieg in Serie sondern, wie schon vor zwei Wochen, zumindest für eine Nacht den Sprung an die Tabellenspitze der easyCredit BBL. Obwohl sie von dieser morgen Abend durch den FC Bayern Basketball wieder verdrängt werden können, verbleiben sie zumindest bis zur kommenden Woche damit auf Platz zwei – und empfangen am kommenden Sonntag zur Pokal-Revanche die Basketball Löwen Braunschweig

Statements und Stats

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Es war ein sehr hartes und umkämpftes Spiel. Am Ende waren wir einen Tick glücklicher oder besser. Es war ein ähnliches Spiel wie letzte Saison, letzte Saison haben wir hier jedoch verloren. Unser Problem in der ersten Halbzeit war die Pick-n-Roll-Verteidigung gegen Luke Fischer, der immer wieder einfache Punkte gemacht hat. Würzburg hat den Ball gut bewegt und viele Assists gespielt. Wir hatten Probleme in der switching Defense. In der zweiten Halbzeit ist Jordan Hulls dann heiß gelaufen. Am Ende haben wir aber besser agiert und offensiv viele Rebounds geholt. Ich bin stolz, dass wir heute in dieser Atmosphäre gewinnen konnten.“

Denis Wucherer | Headcoach Würzburg: „Gratulation an John zum Sieg. Wir hatten heute 28 Assists und 10 Turnover, haben selbst 40 Prozent unserer Dreier getroffen und den Gegner bei nur 35 Prozent gehalten und wir standen 25-mal an der Freiwurflinie. Damit gewinnt man normalerweise acht von zehn Spielen. Allerdings nicht, wenn deine beiden Fünfer in 38 Minuten nur zwei Rebounds holen und du die starken 1-geegn-1-Spieler am Schluss nicht aus der Zone halten kannst. Am Ende haben ich fünf oder sechs gute Aktionen von Carrington, Smith und Weiler-Babb unmittelbar in Korbnähe gesehen, ohne dass da ein Helfen oder Entgegenkommen von unserer Seite war. Ludwigsburg hat hintenraus die einfachen Punkte gemacht hat und deshalb die Partie gewonnen.“

Für Würzburg spielten: Luke Fischer 20 Punkte, Junior Etou 15/7 Rebounds, Jordan Hulls 14, Cameron Wells 12, Florian Koch 10, Victor Rudd 5, Skyler Bowlin 4, Felix Hoffmann, Johannes Richter und Nils Haßfurther.

Für Ludwigsburg spielten: Khadeen Carrington 23 Punkte, Nick Weiler-Babb 17, Thomas Wimbush 16, Marcos Knight 10, Jonas Wohlfarth-Bottermann 8/5 Rebounds, Tanner Leissner 6/5, Jaleen Smith 5/6, Konstantin Konga 2, Ariel Hukporti 2 und Hans Brase.

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Riesen bezwingen Hauptstädter

Große Überraschung in der MHP-Arena in Ludwigsburg:

Vor zum zweiten Mal in Serie ausverkaufter MHPArena starteten die Basketballer aus Ludwigsburg exzellent ins Top-Spiel gegen Berlin: In einem mit Spannung geladenen Spiel behielt das bärenstarke Team von Cheftrainer John Patrick die Nerven und fügte den Berliner eine empfindliche 81:77 Niederlage zu.

Im Anschluss an den siebten Sieg im achten Liga-Spiel klettern die MHP RIESEN, aufgrund der Bamberger Niederlage gegen ratiopharm ulm, auf Tabellenplatz zwei und etablieren sich damit, zumindest bis zum kommenden Samstag, als erster Verfolger des FC Bayern Basketball.

Bundesligist Ludwigsburg entscheidet Derby für sich

Die MHP RIESEN Ludwigsburg kehren siegreich vom Auswärtsspiel bei den HAKRO Merlins Crailsheim zurück. Die Schwaben entschieden das Baden-Württemberg-Derby 92:83 für sich, feierten den sechsten Erfolg im siebten Spiel und klettern für eine Nacht auf Tabellenplatz eins. 

Trotz bester Derby-Kulisse – die Arena Hohenlohe war mit 2.705 Zuschauern, darunter hunderte Gäste-Fans, bestens gefüllt – erwischten die beiden Konkurrenten im Regional-Duell keinen guten Start nach Maß. Während bei den HAKRO Merlins Topscorer Javontae Hawkins den Anführer gab und die ersten fünf Zähler markierte, zeigte sich die Ludwigsburger aus der 6,75-Meter-Distanz treffsicher: Nick Weiler-Babb, Thomas Wimbush und Jaleen Smith punkteten jeweils von Downtown und sorgten für die erste Führung (5:11, 5. Spielminute). Die Crailsheimer Hausherren arbeiteten sich erst ab Spielminute sechs im Teamverbund in das Top-Spiel des 7. Spieltags und zwangen mit drei Treffern in Korbnähe aber Headcoach John Patrick zur Auszeit. Der US-Amerikaner sorgte durch die Zusatzansprache für den nötigen Fokus und entsprechende Konzentration, sodass die MHP RIESEN den Lauf der Hausherren stoppten und ihren Vorsprung auch bis zum Viertelende verteidigten. Dennoch gab’s per Buzzerbeater ein Crailsheimer Highlight zu sehen: Sebastian Herrera verkürzte den Rückstand und riss die Zuschauer von ihren Sitzen (18:22, 10.).

Doch die schwäbischen Gäste waren, trotz des kleinen Leuchtfeuers der Hausherren, auch nach der ersten Pause tonangebend: Unterstützt von ihren eigenen Fans agierten sie offensiv abgezockt und legten, nach vier konsekutiven Merlins-Zählern, einen 15:0-Lauf auf’s Parkett der Arena Hohenlohe (22:37, 15.). Erst nach einer Auszeit von Tuomas Iisalo, einem Freiwurftreffer von Quincy Ford und einem vergeben Dunking von Marcos Knight verkürzten die Zauberer das entstandene Defizit. Ludwigsburg fand aber weiterhin, diesmal unter anderem durch Weiler-Babb, offensiv seine Entlastungsmomente. Dennoch blieb der 10-Punkte-Vorsprung nicht bestehen: Die MHP RIESEN ließen in den Schlussminuten der ersten Halbzeit defensiv nach und agierten offensiv zu fahrlässig, was zu gleich mehreren Ballverlusten führte. Da sie jedoch diesmal das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite wussten, sorgte ein Weiler-Babb-Tip-In für große Freude und die Halbzeit-Führung (40:46, 20.).

Crailsheim läuft heiß, Ludwigsburg behält die Nerven

Anders als in Halbzeit eins kamen sowohl Ludwigsburg als auch Crailsheim wie die Feuerwehr aus den Kabinen und trafen zusammengenommen drei Distanzwürfe in Serie. Die Gäste waren dabei jedoch einmal mehr im Vorteil: Denn sie waren kämpferisch und akustisch in dieser Phase überlegen – und konnten sich aufgrund einer beherzten Defensive und einer effizienten Offensive erneut zweistellig absetzen (46:61, 25.). Während sich die Last der Verantwortung ebenso wie die Punkteverteilung auf viele Schultern verteilte, ragte Jaleen Smith zu diesem Zeitpunkt noch einmal heraus: Der US-Amerikaner markierte fünf Zähler in Serie und zwang Iisalo zur Auszeit. Der Finne fand offenkundig die richtigen Worte, denn seine Mannschaft agierte nun deutlich fokussierter und galliger und war zwar auch nach 30 Spielminuten in Rückstand, derweil aber noch lange nicht geschlagen (61:75).

Während sich die Crailsheimer entsprechend eine hektische und intensive Crunchtime wünschten, taten die Ludwigsburger ihnen diesen Gefallen: Sie leisteten sich diverse Fehler in Folge, mussten mit ansehen, wie die Hausherren diese erfolgreich bestraften und die Arena Hohenlohe zu ungeahnten Leben erwachte (69:75, 32.). Doch nach einer Patrick-Auszeit und einer Willensleistung von Thomas Wimbush brach auch bei Ludwigsburg im Schlussabschnitt der Bann. Der nervenaufreibende Kampf auf Biegen und Brechen wurde hierdurch aber dennoch nicht verhindert. Zur Freude aller Schwaben blieben die MHP RIESEN dennoch in Front: Während beide Teams in der Crunchtime mit ihrer Trefferquote haderten, fanden die Patrick-Schützlinge – obwohl die HAKRO Merlins weiter verkürzten – die richtigen Antworten. Denn als Khadeen Carrington 90 Sekunden vor Spielende von Downtown und 40 Sekunden vor Spielende in Korbnähe einnetze, war der sprichwörtliche Deckel drauf.

Entsprechend lautstark feierte der Ludwigsburger Anhang die Mannschaft, den 92:83-Erfolg, und den kurzzeitigen Sprung an die Tabellenspitze der easyCredit BBL. Im Sonntagsspiel gewann München das Duella gegen Alba (84:80) und verdrängte die MHP RIESEN zwar wieder vom Platz an der Sonne, doch bereits am kommenden Sonntag können sie ihrerseits im Heimspiel gegen ALBA BERLIN mit einem weiteren Erfolgserlebnis ihre starke Form untermauern – und weiter in der Tabelle klettern.

Statements und Stats

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Ich bin sehr stolz, dass wir dieses Spiel heute gewonnen haben. Ich freue mich, dass wir das Rebound-Duell gewonnen und das Comeback von Crailsheim verhindert haben, obwohl sie im vierten Viertel heiß gelaufen sind. Die Atmosphäre hier in Crailsheim war super. Derby-Basketball at it’s best. ich bin froh, dass wir heute eine starke Craislheimer Mannschaft, ohne Jerry Morgan, gewonnen haben. Ich wünsche Coach Iisalo und Crailsheim viel Glück für die weitere Saison.“

Tuomas Iisalo | Headcoach Crailsheim: „Glückwunsch an John Patrick und seine Mannschaft. Wie immer sind die Duelle gegen Ludwigsburg sehr physisch – so auch heute. Wir hatten vor dem Spiel drei große Themen: Den Druck der Ludwigsburger Guards, die Transition Offense von Ludwigsburg und das Rebound-Duell. In der ersten Halbzeit haben wir da einen schlechten Job gemacht: Ludwigsburg hatte allein vor dem Seitenwechsel 15 Second-Chance-Points. In der zweiten Halbzeit waren wir besser, aber das war generell zu viel. Meiner Meinung nach hatten wir viele gute Chancen auf Distanztreffer. Diese haben wir heute nicht getroffen, aber das ist Basketball. Wir hatten immer wieder die Chance auf ein Comeback. Aber bei Ludwigsburg gab es heute immer jemanden, der einen schweren Wurf getroffen hat – unter anderem Wimbush und Knight. Wie auch John Patrick bin ich ebenfalls stolz auf meine Mannschaft: über das Comeback, den Kampf und dass wir nie aufgeben.“

Für Crailsheim spielten: Javontae Hawkins 23 Punkte, Sebastian Herrera 22, Jan Span 11, DeWayne Russell 8, Quincy Ford 8, Aaron Jones 7, Fabian Bleck 2 und Dejan Kovacevic 2.Für

Ludwigsburg spielten: Thomas Wimbush 19 Punkte, Jaleen Smith 17, Khadeen Carringon 13/7 Rebounds/7 Assists, Nick Weiler-Babb 13, Marcos Knight 13, Konstantin Konga 8, Tanner Leissner 5, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4/9 Rebounds, Hans Brase, Ariel Hukporti und Radii Caisin.

Galerie

Riesen besiegen vor ausverkaufter Arena Hamburg Towers

Die MHP RIESEN Ludwigsburg besiegen am 6. Spieltag der Saison 2019/20200 die Hamburg Towers 94:83, etablieren sich in der Tabellenspitze der easyCredit BBL und feiern vor ausverkaufter Halle einen hochverdienten Arbeitssieg.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg starteten angeführt von ihrer eingespielten Starting Five (Khadeen Carrington, Nick Weiler-Babb, Jaleen Smith, Thomas Wimbush und Jonas Wohlfarth-Bottermann) gut ins Spiel: Über viereinhalb Minuten ließen sie keinen Hamburger Feldkorb zu, fanden aber dennoch vorerst nicht ihren Rhythmus. Viel eher war die Partie von Kampf, Leidenschaft und Fouls geprägt – und dabei nur für Liebhaber von Defensivgefechten ansehnlich. Erst im weiteren Verlauf des ersten Spielabschnitts nahmen die Hausherren und damit auch das Spiel an Fahrt auf, was sich auch auf der Anzeigentafel etwas widerspiegelte (26:22, 10. Spielminute).

Während die Towers im ersten Viertel defensiv noch weitestgehend solide gestanden hatten, mussten sie die Ludwigsburger ab der zehnten Spielminute immer mehr gewähren lassen und sahen sich nun vermehrt zu Neujustierungen gezwungen. Helfen sollten unter anderem die Ansprachen von Gäste-Coach Mike Taylor aber nicht: Die MHP RIESEN punkteten in (nahezu) jedem Angriff, setzten sich auf bis 20 Zähler ab und begannen personell zu rotieren. Doch während bei Ludwigsburg viel ausprobiert wurde, minimierten die Hamburger Gäste das entstandene Defizit (56:43, 20.).

Hamburg dreht auf, aber nicht das Spiel

Verunsichern ließen sich die MHP RIESEN von der angedeuteten Aufholjagd aber weder vor noch nach dem Seitenwechsel. Sie kontrollierten über ihre Offensiv-Leistung (vorerst) das Geschehen, haderten nach zwei Ballverlusten dann aber mit der Hamburger Pressverteidigung, weshalb sich Headcoach John Patrick zur Auszeit gezwungen sah. Diese sollte das Geschehen aus Ludwigsburger Sicht zwar nicht zurück auf die Bestleistung der ersten Halbzeit hieven, wohl aber dafür sorgen, dass die Hausherren in der Spur bleiben und ihre Führung gekonnt verwalteten. Immer wieder deuteten sie dabei ihre Qualitäten an, was vor allem Tanner Leissner mustergültig gelang. Der US-Amerikaner war von den Towers nicht zu stoppen und sorgte mit einer wie immer unaufgeregten Leistung dafür, dass seine Farben auch nach 30 Minuten in Front lagen (78:63, 30.).

Geschlagen waren die Hamburger derweil aber noch nicht. Denn immer mehr Schludrigkeiten hielten Einzug ins RIESEN-Spiel: Die Hausherren verloren zu Beginn des vierten Viertels zuerst ihren Rhythmus und dann ihren Fokus, sodass Yannick Franke, Beau Beech und Co. den Rückstand zunehmend negierten: Der Aufsteiger legte einen 11:0-Lauf auf das Parkett, gestaltete die Partie wieder offen. Erst als Hans Brase in Spielminute 37 von Downtown einnetzte, fanden die Schwaben zurück in die Spur – und dies sollte reichen! Leissner, Carrington und Smith sorgten mit ihren weiteren Treffern letztendlich für die Entscheidung und dafür, dass die MHP RIESEN den fünften Sieg (94:83) im sechsten Spiel feierten und mindestens für eine Nacht auf Tabellenplatz drei kletterten.

In der kommenden Woche (Samstag, 18:00 Uhr) gastieren die Ludwigsburger dann, zum Topspiel und Derby, bei den HAKRO Merlins Crailsheim.

Statements und Stats

Mike Taylor: „Glückwunsch an John und Ludwigsburg! Das war heute ein verdienter Sieg. Die Mannschaft hat das Spiel kontrolliert. Besonders Khadeen Carrington und Marcos Knight waren für uns schwierig zu kontrollieren und zu verteidigen. Die Physis war zudem ein großes Problem für uns. Ich denke, dass die Würfe von Tanner Leissner ein Schlüssel zum Sieg für Ludwigsburg waren. Ich bin heute zufrieden mit der Leistung unserer Jungs und denke, dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist. Die Mannschaft hat gekämpft, sich zurückgekämpft. Aber wir müssen mit viel mehr Effektivität spielen. Wir hatten heute viel zu viele Ballverluste und haben in vielen Momenten in der Verteidigung einige Fehler gemacht. Wir werden das Spiel analysieren und unsere Jungs dabei unterstützen, dass sie sich in den nächsten Spielen belohnen werden.“

John Patrick: „Danke für die Glückwünsche. Ich bin stolz und froh, dass wir heute gewonnen haben. Ich dachte ein paar Mal, dass wir Hamburg gebrochen haben, aber sie waren nicht gebrochen und sind immer wieder zurückgekommen und haben um sehr viel gekämpft. Für uns war es ein ungewohnt nervöses und angespanntes viertes Viertel. Wir hatten Probleme mit Beau Beach und haben unter dem Korb ein paar Schwächen gezeigt. Am Ende war es aber ein wichtiger Sieg vor einem vollen Haus. Jetzt haben wir zwar unseren fünften Sieg gefeiert aber dürfen nicht zu zufrieden sein: Denn unser nächstes Spiel ist gegen die bisher ungeschlagenen Crailsheimer.“

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 22 Punkte, Tanner Leissner 21, Khadeen Carrington 20, Jaleen Smith 9/8 Rebounds, Hans Brase 8, Nick Weiler-Babb 7/7 Rebounds, Konstantin Konga 4, Jonas Wohlfarth-Bottermann 2, Ariel Hukporti 1, Thomas Wimbush, Christian von Fintel und Radii Caisin.

Für Hamburg spielten: Beau Beech 19 Punkte/13 Rebounds, Yannick Francke 18, Marshawn Powell 10, Kevin Yebo 10/6 Rebounds, Prince Ibeh 8, Tevonn Walker 5, Heiko Schaffartzik 5, Rene Kinddzeka 3, Marvin Ogunsipe 3, Jannik Freese 2 und Justus Hollatz 0/7 Assists

Riesen beschenken Patrick mit einem Sieg

Die MHP RIESEN Ludwigsburg kehren siegreich vom dritten Auswärtsspiel der Saison 2019/2020 zurück: Die Schwaben gewannen die die heutige Partie bei der BG Göttingen 83:77 und beschenkten Headcoach John Patrick (400. BBL-Spiel) mit dem vierten Erfolg im fünften Spiel.

In Göttingen war die Bühne für das Jubiläum von John Patrick, der US-Amerikaner stand zum 400. Mal an der Seitenlinie der easyCredit BBL, nahezu perfekt bereitet: An seiner alten Wirkungsstätte wurde der 51-Jährige mit gewohnt offenen Armen und viel Freude begrüßt – auf und neben dem Parkett gab es aber natürlich nur einen wichtigen Faktor für Patrick: den Sieg. Für die bestmögliche Grundlage schickte er die eingespielte Starting Five bestehend aus Khadeen Carrington, Jaleen Smith, Nick Weiler-Babb, Thomas Wimbush und Jonas Wohlfarth-Bottermann aufs Parkett der Sparkassen-Arena. Doch beim immens unter Druck stehenden Tabellenletzten erwischten seine Schützlinge keinen guten Start, sahen sich schnell in Rückstand und zwangen so den Jubilar zur ersten Auszeit der Partie (8:3, 3. Spielminute). Die zusätzliche Ansprache und einige personelle Wechsel sorgten für einen höheren Fokus und drei Minuten später für den Führungswechsel, den Carrington per And-One und Marcos Knight mit weiteren Zählern veredelten (8:13, 6.). Doch trotz der kleinen Schwächephase hielten die Hausherren vor allem von jenseits der 6,75-Meter-Distanz (45 3P%) mustergültig dagegen und sorgten so für eine weitestgehend ausgeglichene Partie (19:23, 10.).

Zum Beginn der zweiten zehn Minuten übernahm dann mehr und mehr Carrington. Der 24-Jährige hängte Göttingens formstärksten Akteur Bennet Hundt in der elften Spielminute bereits sein drittes Foul an, kam erneut binnen kürzester Zeit auf eine zweistellige Punktausbeute und führte darüber hinaus in aller Ruhe Regie. Zufrieden konnten die Ludwigsburger aber mit ihrer Leistung nur phasenweise sein: Während die Hausherren um jeden Ball kämpften, spielten die MHP RIESEN nicht in letzter Konsequenz ihre Angriffe zu Ende, weshalb das Geschehen ausgeglichen blieb (29:34, 17.) und sich auch beim Gang in die Katakomben ein vergleichbares Bild bot: Während die Ludwigsburger immer wieder davonzogen, bleib Göttingen gallig und in Schlagdistanz (36:41, 20.).

Viertes Viertel zieht Göttingen den Zahn

Im Anschluss an den Seitenwechsel leisteten sich beide Teams – zumindest offensiv – keine weiteren Verschnaufpausen: Zahllose Wurfversuche fanden bei beiden Kontrahenten wie an der Perlenschnur aufgereiht den gewünschten Weg durch die Reuse. Da jedoch Göttingen Ludwigsburg aus dem Rhythmus brachte, zwei Versuche jeweils mit Foul im Korb unterbrachte und Hundt nun aufdrehte, rissen die Göttinger die Führung an sich (51:47, 24.). Patrick sah sich zur nächsten Auszeit genötigt und fand erneut die richtigen Worte. Seine Schützlinge ließen nicht weiter abreißen, kämpften angeführt von Kapitän Konstantin Konga um jeden Ball und blieben auf Tuchfühlung mit den immer gefährlicher werdenden Hausherren. Ludwigsburg vermisste zwar weiterhin sein Wurfglück von außen, zog nun aber immer wieder erfolgreich zum Korb (60:59, 30.).

Die spannende Crunchtime, die sich angesichts des Spielstands nach drei Vierteln andeutete, sollte sich bereits ab dem Beginn des vierten Viertels Bann brechen. Denn während die MHP RIESEN zwar weiterhin hart für ihre Punkte arbeiten mussten, nun aber mehr Glück bei ihrer Wurfauswahl hatten, schwand bei den Hausherren zusehends die Kraft (62:72, 35.). Allen voran Thomas Wimbush wusste die sich nun bietenden Gelegenheiten mustergültig auszunutzen: Während Ludwigsburgs #20 bis dato mit seiner Leistung gehadert und lediglich drei Punkte markierte hatte, agierte er nun wie entfesselt und war die letztlich entscheidende Offensivwaffe, die Göttingen nicht mehr zu kontrollieren wusste. Im Schlussabschnitt markierte Wimbush 11 Zähler und half dabei, dass sich er und seine Mannschaftskollegen zwar erschöpft aber siegreich auf die Heimreise machen konnten.

Statements und Stats

John Patrick: „Das war heute ein hart umkämpftes Spiel! Ich bin stolz darüber, dass wir gewonnen haben. Dennoch möchte ich Kompliment an Göttingen und besonders an Bennet Hundt richten, der uns heute besonders in der zweiten Hälfte dominiert hat. Dennoch: Wir haben heute Charakter gezeigt, als wir mit sechs Punkten hinten lagen und haben uns erfolgreich zurück gekämpft. Besonders Konstantin Konga hat uns mit seiner Defensive extrem geholfen. Ich bin glücklich, dass wir nach dem Seitenwechsel die schweren Würfe in der zweiten Halbzeit getroffen haben. Am Ende war das ein wichtiger Sieg für uns.“

Johan Roijakkers: „Gratulation an JP und Ludwigsburg zum Sieg. Am Ende bin ich wieder mit dem Auftritt meiner Mannschaft zufrieden. Natürlich aber nicht über das Ergebnis. Die Art und Weise des Auftretens und darüber, dass wir wieder das Maximale, vielleicht sogar etwas mehr als das Maximum herausgeholt haben, ist super. Kompliment an meine Spieler und an die Zuschauer für die tolle Stimmung in der Halle. Das hat uns sehr geholfen.“

Für Göttingen spielten: Bennet Hundt 25 Punkte, Terry Allen 10/6 Rebounds, Dominic Lockhart 10, Darius Carter 9, Mihajlo Andric 6, Dylan Osetkowski 6, Kyan Anderson 5, Mathis Mönninghoff 3, Elias Lasisi 3 und Dennis Kramer.

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 19 Punkte/9 Rebounds/5 Assists, Khadeen Carrington 17, Thomas Wimbush 14, Nick Weiler-Babb 10, Tanner Leissner 9, Hans Brase 8, Konstantin Konga 6, Jonas Wohlfarth-Bottermann, Jaleen Smith, Radii Caisin, Christian von Fintel und Ariel Hukporti.

Basketballer gewinnen Derby gegen Ulm

Zum perfekten Sonntag gesellten sich bei den MHP RIESEN bereits viele Minuten vor Tip-Off mehre positive Nachrichten: Nick Weiler-Babb wurde rechtzeitig fit, Marcos Knight erhielt von Seiten der easyCredit BBL ebenso zeitnah das „grüne Licht“ und die MHPArena war mit knapp 3.700 Zuschauern bestens gefüllt. Kurzum: Die Ludwigsburger Betriebstemperatur war früh vorhanden, der 10:0-Start eine Folge dessen: Die Hausherren kauften ratiopharm ulm von Beginn an den Schneid ab und zwangen Jaka Lakovic, im Anschluss an einen Distanztreffer von Tanner Leissner, schnell zur ersten Auszeit (4. Spielminute). Fortan wirkten die Gäste deutlich fokussierter und fanden, angeführt von Grant Jerrett und Zoran Dragic immer besser ins Spiel. Dennoch blieb Ludwigsburg tonangebend und verdiente sich den Vorsprung, welcher etwas zusammenschmolz und letztlich in einer 30:22-Viertelführung mündete.

Der Partie bisher deutlich seinen Stempel aufgedrückt hatte dabei Khadeen Carrington: Der US-Amerikaner entschied das Point-Guard-Duell mit 14 Punkten, 2 Assists und 2 Steals in den ersten zehn Minuten klar zu seinen Gunsten. Und auch im zweiten Spielabschnitt war der 24-Jährige kaum zu bremsen, legte zwei weitere Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie auf und riss seine Farben, die offensiv immer mehr ins Laufen kamen, weiter mit. Trotz aller gefälligen Aktionen mussten die Ludwigsburger aber die Ulmer Gäste immer wieder gewähren lassen, sodass der Vorsprung auch nach dem zweiten Viertel nicht zweistellig war (56:48, 20.).

17:0 Steals: Ludwigsburger Defensive zieht Ulm den Zahn

Der Vorsprung sollte sich auch nach dem Seitenwechsel vorerst gleichbleibend entwickeln: Mal setzte Ulm, mal Ludwigsburg die Akzente. Das Derby blieb umkämpft, emotional und leidenschaftlich – und die MHP RIESEN in Führung (70:56, 26.). Anders als in der ersten Halbzeit fanden die Hausherren nun auch in der Defensive die gesuchten Stopps, zwangen Kilian Hayes und seine Ulmer Mannschaftskollegen auch weiterhin zu zahlreichen Ballverlusten, konsolidierten sich zunehmend und setzten sich hierdurch weiter ab. Gleichwohl war die Partie noch immer nicht entschieden: Denn die Gäste deuteten immer wieder erfolgreich ihre (Offensiv-) Qualitäten an und waren noch nicht endgültig abgehängt (82:63, 30.).

Pünktlich zum Beginn des Schlussabschnitts machten Patricks Schützlinge dann aber endgültig den Deckel drauf: Sie erlaubten sich kaum noch Fehler, setzten sich bis auf 31 Zähler ab, rissen die 3.670 Zuschauer von ihren Sitzen und schickten Hayes und Seth Hinrichs mit fünf persönlichen Fouls auf die Bank. Bereits mehrere Minuten vor dem Ende stand der erste Derbysieg der Saison fest, sodass die Party ihren Lauf nahm und weitere Akteure zum Einsatz kamen und brillierten: Tanner Leissner machte die „100“ voll, legte, wie auch Khadeen Carrington, einen Karriere-Bestwert aufs Parkett, und trug sich am Ende in einen dominanten Teamerfolg mit 20 Punkten und 5 Rebounds auf dem Boxscore ein.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg verteidigten durch den 106:75-Erfolg derweil den siebten Rang in der easyCredit Basketball Bundesliga, festigten ihren Platz in den Top8 der Tabelle und reisen nun am kommenden Samstag zum Auswärtsspiel nach Göttingen (26.10.,2019, Tip-Off 18:00 Uhr).

Statements und Stats

Jaka Lakovic: „Glückwunsch an Ludwigsburg für ein großartiges Spiel und einen vollkommen verdienten Sieg. Zudem: Wir wussten, was uns erwartet und wohin wir kommen. Darauf haben wir uns vorbereitet. Aber wir haben uns nicht an den Plan gehalten. Ludwigsburg hat uns aus dem Konzept gebracht. Das größte Problem waren unsere 22 Turnover. Denn Ludwigsburg wurde selbstbewusst, hat sich das Momentum gesichert, das Publikum und alle anderen Dinge auf seine Seite gebracht. Deshalb: Alles Lob geht heute an Ludwigsburg.“

John Patrick: „Danke für die Glückwünsche! Ich bin sehr stolz darüber, wie wir uns heute präsentiert haben. Unsere Leistung war nicht perfekt, aber von Anfang an intensiv. Das war heute unser Spiel. Wir wollen über das ganze Feld pressen, schnell spielen. Es gab einige unnötige Fouls von uns – aber besonders der Fakt, dass wir am Ende des Spiels unsere beste Verteidigung gespielt haben, macht mich stolz. Das ist ein wichtiger Sieg für uns.“

Für Ludwigsburg spielten: Khadeen Carrington 27 Punkte/5 Assists/5 Steals, Marcos Knight 24/6 Steals, Tanner Leissner 20/5 Rebounds, Nick Weiler-Babb 13/8 Rebounds, Hans Brase 7, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4/6 Rebounds, Thomas Wimbush 4, Jaleen Smith 3, Konstantin Konga 2, Radii Caisin 2, Ariel Hukporti und Christian von Fintel.

Für Ulm spielten: Derek Willis 15 Punkte/6 Rebounds, Per Günther 12, Seth Hinrichs 12, Zoran Dragic 11, Andreas Obst 10, Grant Jerrett 9, Kilian Hayes 2, Christoph Philipps 2, Patrick Heckmann 2, Gavin Schilling, Max Ugrai und Zachery Ensminger.

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