2.100 Tage im Stau

Nach der deutlichen Corona-Delle im Vorjahr standen die Autofahrer auf Deutschlands Straßen 2021 wieder munter im Urlaubs-Stau. So verzeichnete der ADAC an den Reisewochenenden von Mitte Juni bis Mitte September knapp 60 Prozent mehr Staus.

Exakt 92.079 dieser Zusammenballungen zählte der Automobilclub an den 13 Ferienwochenenden, im Vorjahr waren es 58.400 und 2019 60.100 Staus. Die Ursachen: mehr Urlauber und auch mehr Baustellen. Auch die Staulängen übertrafen die Werte aus dem Vorjahr deutlich: 151.803 Kilometer Stau gab es an den Reisewochenenden, im Vorjahreszeitraum waren es rund 46 Prozent weniger (98.357 Kilometer). Insgesamt standen Autofahrer damit über 2.100 Tage oder 5,8 Jahre im Stau.

Das heftigste Wochenende war das vom 3. bis 5. September 2021 mit insgesamt 8.263 Staus auf 14.267 Kilometern. Und der staureichste Wochentag über die ganze Ferienzeit war, wie schon in den Jahren zuvor, der Freitag. Als stauträchtigste Autobahn wurde die A7 mit 7.792 Staus auf knapp 23.000 Kilometern identifiziert. Danach folgen die A1 und die A3.

Rudolf Huber / glp

So beeinflusst die Pandemie den Urlaub der Deutschen

Die Corona-Pandemie hat den Urlaub der Deutschen verändert. Im Vergleich zum Vorjahr sind deutlich mehr Menschen in den Urlaub gereist. Gleichzeitig blieb die Pandemie eine bestimmende Einflussgröße bei der Wahl der Urlaubsform, der Anreise sowie der Modalitäten.

Der ADAC macht folgende übergeordnete Trends aus: Buchungen wurden deutlich kurzfristiger getätigt. Eine ADAC Umfrage hat ergeben, dass rund die Hälfte der Befragten ihren Haupturlaub knapp vor dem Reiseantritt oder gar nicht vorab buchen wollte. Die Eigenanreise wurde gegenüber Flug und Bahn deutlich bevorzugt. Reisen innerhalb Deutschlands oder ins europäische Ausland waren überdurchschnittlich beliebt. Und der PKW war für viele Menschen das Verkehrsmittel der Wahl für die Fahrt in den Urlaub, was sich auch in den Stauzahlen niederschlägt.

Konkret haben Urlauber in diesem Sommer besonders häufig Deutschland als Reiseziel gewählt. Nach einer Auswertung des ADAC von knapp 380.000 Routenplanungen, die im Rahmen der Urlaubsberatung von ADAC Mitgliedern getätigt wurden, bleibt Deutschland mit 26,1 Prozent das beliebteste Reiseziel im Jahr 2021. Es verliert aber gegenüber 2020 (- 4,8 Prozent). Italien belegt Platz zwei und konnte u.a. wegen des mäßigen Wetters in Teilen von Deutschland und wegen der aufgehobenen Beschränkungen deutlich zulegen (+ 4,5 Prozent). Es hat als Reisedestination fast die Bedeutung erreicht, die es vor der Pandemie hatte. Deutlich mehr Menschen besuchten in diesem Sommer die Türkei, das Land belegt mit 7,5 Prozent Zuwachs im Ranking Platz 3. Kroatien, das 2020 stark gewachsen war, büßt geringfügig wieder ein und ist im Sommer 2021, das viert-beliebteste Urlaubsland.

Fortgesetzt haben sich folgende Trends, die sich teilweise schon vor Corona abgezeichnet haben: Hohe Zuwachsraten erfährt der Camping-Urlaub insbesondere in Deutschland. Wachsendes Interesse verzeichnet auch der Hausboot-Urlaub. Hier kommen Charter-Anbieter an die Kapazitätsgrenze und auch die Infrastruktur wie Häfen und Schleusen sind überlastet.

Der hohe Anteil an Auto-Urlaubern schlägt sich auch in den ADAC Stauzahlen nieder: In den Monaten Juli und August zählte der ADAC 169.000 Staus mit einer Gesamtlänge von rund 244.000 Kilometern.

Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich bei der Zahl der Staus ein Plus von rund 50 Prozent. Auch im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 stieg die Zahl der Staus um rund 25 Prozent.

Andreas Reiners / glp

Neue Typklassen: Gewinner und Verlierer

Von kostenbewussten Autofahren wird dieser Termin regelmäßig argwöhnisch betrachtet: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat wieder die neuen Typklassen für rund 30.000 Automodelle bekanntgegeben. Tesla-Fahrer dürfen sich darüber freuen, für Besitzer eines Opel Corsa wird die Kfz-Versicherung dagegen im nächsten Jahr teurer. Unterm Strich wird die Autoversicherung durch die neuen Einstufungen bis zu 30 Prozent teurer oder günstiger, so aktuelle Berechnungen des Vergleichsportals Verivox.

Beim Model 3 von Tesla, das letztes Jahr noch zu den Verlierern zählte, beläuft sich die Ersparnis in der Modellrechnung dank des um 23 Prozent günstigeren Vollkaskoschutzes auf 316 Euro pro Jahr. Sogar um 30 Prozent sinken die Versicherungsbeiträge für einen Suzuki Jimny. Der Offroader wurde in der Vollkasko gleich um sechs Typklassen heruntergestuft.

Wer einen Opel Corsa F 1.2 fährt, muss dagegen laut Verivox im kommenden Jahr mit höheren Versicherungsbeiträgen rechnen. Der kleine Rüsselsheimer wurde in der Haftpflichtversicherung gleich um vier Typklassen hochgestuft. Laut Modellrechnung steigen die Versicherungskosten dadurch um 29 Prozent. Insgesamt gibt es in der Haftpflichtversicherung 16 Typklassen.

Auch für den Mitsubishi Outlander 2.4 AWD Hybrid wird 2022 die Kfz-Versicherung teurer. Das SUV wurde in allen Versicherungsarten hochgestuft – in der Haftpflicht um eine, in der Teilkasko um drei und in der Vollkasko um zwei Typklassen. Die Vollkasko-Prämie erhöht sich dadurch um 25 Prozent. In der Modellrechnung für einen Alleinfahrer mit Schadenfreiheitsklasse 5 belaufen sich die Mehrkosten auf 262 Euro.

„Grundlage für die Typklasseneinstufung ist die Schadenbilanz der einzelnen Automodelle. Fahrzeuge, die häufiger in Unfälle verwickelt sind und hohe Reparaturkosten verursachen, werden höher eingestuft als Autos mit weniger Schäden“, so Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Bei neuen Automodellen lässt sich das Schadenrisiko nur schätzen. Darum kommt es in den ersten Jahren nach Markteinführung häufiger zu großen Sprüngen bei der Typklassen-Einstufung als bei älteren Fahrzeugmodellen.

„Die Versicherer berücksichtigen die neuen Typklassen bei der Berechnung der Prämien fürs kommende Jahr“, sagt Wolfgang Schütz. „Wenn sich durch die Neueinstufung der Beitrag erhöht, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht.“ Der Preisanstieg nach einer Hochstufung ist nicht bei allen Versicherern gleich hoch. Schon aus diesem Grund lohnt sich ein Beitragsvergleich. Günstige Tarife mit guten Leistungen sind im Schnitt rund 25 Prozent günstiger als Tarife im mittleren Preissegment.

Rudolf Huber / glp

Wie nötig ist ein Tempolimit?

Bundeseinheitliches Tempolimit – ja oder nein? Das ist eine der wichtigsten verkehrspolitischen Fragen im Vorfeld der Bundestagswahl. Doch wie ist eigentlich der aktuelle Ist-Zustand? Data- und Verkehrsexperten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben Echtzeit-Daten von Autobahnabschnitten ohne Tempolimit ausgewertet.

Das Ergebnis überrascht. Denn tatsächlich fahren rund 77 Prozent der Autofahrer auch auf Abschnitten ohne Tempolimit langsamer als 130 km/h. Weitere zwölf Prozent fahren zwischen 130 und 140 km/h und weniger als zwei Prozent sind mit mehr als 160 km/h unterwegs – zumindest im Westen der Republik.

Für die Studie haben die IW-Wissenschaftler über einen Zeitraum von rund vier Monaten Daten von Autobahnzählstellen an Abschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung in Nordrhein-Westfalen ausgewertet. Dabei wurden rund 1,2 Milliarden Fahrten auf 1.762 Fahrstreifen erfasst. Inwieweit sich die Daten bundesweit übernehmen lassen, lassen die Autoren offen.

Erwartungsgemäß sind die meisten Autofahrer zwischen 15 und 18 Uhr unterwegs, in dieser Zeit fährt kaum jemand schnell: Gerade einmal rund ein Prozent der Fahrer ist flotter als 160 km/h. Ab 19 Uhr steigt der Anteil der Schnellfahrer deutlich, bleibt aber insgesamt klein: Zwischen 22 und 4 Uhr fahren nur vier Prozent 160 km/h oder schneller. Das IW: „Die Zahlen zeigen, dass sich selbst bei freier Fahrt und nachts nur eine Minderheit mit maximalen Geschwindigkeiten wohlfühlt.“

Das Hauptargument für Tempolimits war über lange Zeit die Unfallgefahr. Allerdings sind die Autobahnen heute die sichersten Straßen in Deutschland. Von 2.719 Verkehrstoten im Jahr 2020 starben 317 Menschen auf der Autobahn, allerdings wird etwa jeder dritte Kilometer auf der Autobahn gefahren. Auch den CO2-Ausstoß dürfte das Tempolimit nicht entscheidend senken: Selbst bei einheitlichem Tempo 130 würden Modellen zufolge maximal zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Dabei plant die Bundesregierung, bis 2030 im Verkehr an die 80 Millionen Tonnen einzusparen.

„Die öffentlichen Erwartungen an ein Tempolimit sind nach 50 Jahren Debatte deutlich überzogen“, sagt IW-Verkehrsökonom Thomas Puls.

Rudolf Huber / glp

Elterntaxi? Ja – aber nur mit dem Rad!

Das neue Schuljahr steht vor der Tür und viele Eltern fragen sich: Wie kommt mein Kind sicher zur Schule? Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Baden-Württemberg ruft Eltern dazu auf, das Auto stehen zu lassen und gibt Tipps für einen stressfreien und sicheren Schulweg auf dem Rad.

Wenn in Baden-Württemberg am Montag der Schulbetrieb wieder anläuft, geht es vor vielen Schulgebäuden morgens zu wie bei der Rushhour im innerstädtischen Straßenverkehr: Viele Eltern bringen ihren Nachwuchs mit dem Auto zur Schule – weil sie denken, dass es der sicherste Weg ist. Doch die an den Schulen haltenden Autokolonnen gefährden die Verkehrssicherheit der Kinder. Der ADFC Baden-Württemberg ruft Eltern dazu auf, das Auto stehen zu lassen und ihre Kinder lieber mit dem Rad zur Schule zu bringen, beziehungsweise sie dazu ermutigen, mit dem Fahrrad zu fahren.

Radschulwegepläne umsetzen!

Die Vorteile des Radfahrens liegen auf der Hand: „Es macht Spaß, ist gesund und fördert Koordination und Konzentration“, sagt ADFC-Landesvorsitzende Gudrun Zühlke. Unübersichtliche Kreuzungen, schmale oder fehlende Radwege und lange Wartezeiten an der Ampel machen aber Schulwege in vielen Städten zum Spießrutenlauf. Deswegen gilt es, einen sicheren Weg per Rad zu suchen. Einige weiterführende Schulen in Baden-Württemberg haben zum Teil mit der Unterstützung des ADFC sogenannte Radschulwegpläne entwickelt, in denen die sichersten Wege eingezeichnet sind. „Es lohnt sich, zunächst bei der jeweiligen Schule nachzufragen, ob es solche Pläne gibt“, rät Zühlke. Sie begrüßt die Entscheidung der Landesregierung, Radschulwegpläne zur Pflicht zu machen. „Doch Radschulwegpläne müssen nicht nur erstellt werden, die Kommunen müssen auch schnellstens die Gefahrenstellen beseitigen. Unsere Kinder brauchen sichere Schulwege!“, so die Landesvorsitzende.

Tipps für den Schulweg mit dem Rad

Der ADFC empfiehlt Eltern, gemeinsam mit den Kindern gefährliche Stellen auf dem Schulweg zu identifizieren und zu besprechen, wie man mit ihnen umgeht. „Es ist wichtig, dass Eltern anfangs mit ihren Kindern zur Schule radeln und den Weg immer wieder gemeinsam üben“, so Zühlke. Ein Schulkind soll lernen, sich sicher im Verkehr zu bewegen und Gefahren richtig einzuschätzen. Eltern von Grundschüler*innen, die noch nicht selbst fahren können, empfiehlt der ADFC ein Lastenrad als Taxi. Wichtig ist es, immer die sicherste und nie die kürzesten Route zu wählen: „Am besten ist ein möglichst autoarmer Schulweg mit wenigen Kreuzungen, Einfahrten und Überquerungen.“ Dabei sollte man das Kind auch mal vorneweg fahren lassen, um zu sehen, ob es ohne Anweisungen an den richtigen Stellen bremst und anhält. Wenn das einige Male sicher funktioniert, kann man sie den Schulweg allein fahren lassen.
Die absoluten Basics für ein verkehrssicheres Fahrrad sind einwandfreie Bremsen, eine funktionierende Beleuchtung sowie Reflektoren. Sie müssen regelmäßig gecheckt werden. Das Fahrrad des Kindes sollte außerdem so eingestellt sein, dass es jederzeit bequem mit beiden Füßen auf den Boden kommt. Bis acht Jahre müssen Kinder auf dem Gehweg fahren, zwischen acht und zehn Jahren dürfen sie wählen, ob Straße oder Gehweg.

Mitradeln! Kidical Mass-Aktionswochenende am 18.+19.9.2021

Doch ohne eine entsprechende und sichere Radinfrastruktur steigen nicht mehr Kinder aufs Rad. Daher unterstützt der ADFC die Forderungen des Aktionsbündnisses Kidical Mass nach sicheren und durchgängigen Schulradwegenetzen und Tempo 30 innerorts. Bürgermeister*innen und Verkehrspolitiker*innen sollen die Bedürfnisse der nächsten Generation im Verkehr endlich ernst nehmen: „Wir brauchen endlich kindertaugliche Straßen im ganzen Land!“, so Zühlke. Der Fahrrad-Club ruft dazu auf, bei einer der bunten Fahrraddemos im Rahmen des bundesweiten Kidical Mass-Aktionswochenendes am 18.und 19. September 2021 mitzuradeln!

Kidical Mass-Aktionswochenende am 18.+19.9.2021:
Infos und Abfahrtsorte: www.kinderaufsrad.org

Riskantes Überholen kostet Leben

277 Tote, 16.000 Verletzte: Ursache: riskante Überholmanöver im Jahr 2020. Oft waren dabei Fehleinschätzungen, Fahrlässigkeit und Leichtsinn im Spiel. Im Jahr 2020 starb knapp ein Drittel aller auf deutschen Landstraßen getöteten Menschen bei einem Unfall mit dem Gegenverkehr.

„Wer zum Überholen ansetzt, muss wissen: Überholen darf man nur, wenn während des gesamten Überholvorgangs jede Behinderung oder Gefährdung anderer sicher ausgeschlossen ist“, sagt Stefanie Ritter, Unfallforscherin bei Dekra. Überholende müssen zudem deutlich schneller fahren als die zu Überholenden, und sie dürfen ein bestehendes Tempolimit nicht überschreiten.

„Klar ist auch: Überholt werden darf nur dort, wo es erlaubt ist. Also nicht im Geltungsbereich von Überholverbotsschildern“, betont die Unfallforscherin. „Eine durchgezogene weiße Linie zwischen den Fahrstreifen darf nicht überfahren werden, auch nicht teilweise.“ Ebenso ist das Überholen im Bereich von Fußgängerüberwegen und Zebrastreifen tabu.

Hinzu kommt: Wer sicher überholen will, braucht Talent als Multi-Tasker. „Bevor ich ausschere, muss ich nach hinten schauen und prüfen, ob nicht schon ein nachfolgendes Fahrzeug zum Überholen angesetzt und Vorrang hat“, erklärt Ritter. „Gleichzeitig muss ich die Strecke vor mir genau im Blick behalten: Ist sie frei von Gegenverkehr? Kann ich sie voll einsehen? Wie verhalten sich die zu Überholenden? Ist die freie Strecke zum Überholen lang genug? Außerdem darf ich nicht vergessen zu blinken.“

Unterschätzt wird oft, wie viel Strecke man zum Überholen braucht. „Vielen ist nicht bewusst, dass insgesamt ungefähr doppelt so viel Strecke benötigt wird wie für den reinen Überholvorgang“, erklärt Ritter. „Man muss sich klarmachen, dass Gegenverkehr jederzeit möglich ist, dass Sicherheitsabstände einzuhalten sind und dass auf Landstraßen ein Tempolimit von 100 km/h gilt. Zum Überholen eines 60 km/h fahrenden Lkw braucht man dort von Überholbeginn an eine freie Strecke von knapp 600 Metern.“

Diese Tatsache und die hohen Fahrgeschwindigkeiten machen das Überholen auf Landstraßen so gefährlich. Riskante Überholmanöver sind hier die zweithäufigste Ursache von tödlichen Unfällen. „Schon beim geringsten Zweifel darf unter keinen Umständen überholt werden“, betont Ritter. „Das gilt ohne Ausnahme, wenn Kurven oder Kuppen die Sicht nehmen oder im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen.“ Auch vom „Kolonnenspringen“ rät die Unfallforscherin dringend ab. „Damit bringt man nicht nur sich, sondern auch andere in Gefahr. Der geringe Zeitgewinn ist es nicht wert, sich auf lebensgefährliche Manöver einzulassen.“

Beim Wiedereinscheren muss zum überholten Fahrzeug genügend Abstand gehalten werden. Es darf nicht geschnitten oder zum Abbremsen genötigt werden. Für Fahrzeuge, die überholt werden, wiederum gilt: Sie dürfen während eines Überholvorgangs nicht beschleunigen und müssen einem Überholenden das Einscheren ermöglichen. Hier ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt.

Größte Vorsicht ist beim Überholen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen geboten. Vor allem dann, wenn deren Blinkleuchten verschmutzt oder durch Arbeitsgeräte verdeckt und für den nachfolgenden Verkehr nicht erkennbar sind; ein Traktor könnte somit unangekündigt abbiegen. Und manchmal wird es durch überbreite oder beladene Fahrzeuge auf schmalen Straßen so eng, dass zum Überholen nicht genügend Sicherheitsabstand bleibt.

Und was gilt auf der Autobahn? „Vielen ist offenbar nicht bewusst, dass sie nach dem Überholen wieder auf die rechte Spur wechseln müssen, denn auch hier gilt das Rechtsfahrgebot“, sagt Ritter. Eine Faustregel besagt: Kann man bis zum nächsten Überholen auf der rechten Spur länger als 20 Sekunden fahren, muss man sie auch nutzen. Rechts zu überholen ist auf Autobahnen in der Regel untersagt. Ausnahmen gelten für Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen. Ebenso für Kolonnen bis Tempo 80 km/h, wenn es auf dem rechten Fahrstreifen maximal 20 km/h schneller vorangeht als links.

Lars Wallerang

Spritpreise gestiegen: Auf Uhrzeiten achten

Autofahrer müssen an der Tankstelle wieder ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Wie die aktuelle Auswertung der Kraftstoffpreise durch den ADAC zeigt, stieg der Preis für einen Liter Super E10 binnen Wochenfrist im bundesweiten Mittel um 0,5 Cent auf 1,563 Euro. Auch Diesel verteuerte sich: Der Preis für einen Liter kletterte um 0,7 Cent und liegt aktuell bei 1,394 Euro.

Rohöl der Sorte Brent ist im selben Zeitraum von gut 73 US-Dollar auf 72 Dollar pro Barrel gesunken – Potenzial für Preissenkungen ist aus ADAC-Sicht weiterhin gegeben.

Angesichts des hohen Preisniveaus sollte man mehr denn je vor dem Tanken auf niedrige Preise achten. Untersuchungen des ADAC zeigen, dass Benzin und Diesel in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten sind.

Wer diese Faustregel berücksichtigt und die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Tageszeiten und den Anbietern nutzt, kann beim Tanken stets einige Euro sparen.

Andreas Reiners / glp

Audi- und Porsche-Fahrer sündigen gerne

Audi- und Porsche-Fahrer sind gerne mal über dem Limit unterwegs. Das zeigt eine Auswertung der Kfz-Versicherungsabschlüsse beim Vergleichsportal Verivox. An der Spitze der Autos mit dem höchsten Anteil an Punktesammlern stehen drei Audi-Modelle. Im Marken-Ranking haben die Sportwagen aus Zuffenhausen am häufigsten Fahrer mit Punktekonto.

Ganz vorn sind der Audi Q5 und der Audi A5. Bei beiden Modellen liegt der Anteil der Punktesünder 70 Prozent über dem Durchschnitt aller Modelle. Danach folgt der Audi A1. Unter den Top 10 rangieren mit dem Audi A6 (Platz 5) und dem Audi TT (Platz 9) zwei weitere Modelle aus Ingolstadt.

Hintergrund der Punkte-Hitparade: Vor dem Abschluss einer Kfz-Versicherung müssen Kundinnen und Kunden angeben, ob sie Punkte in Flensburg haben. Für die Analyse wurden die 100 Automodelle und 30 Automarken ausgewertet, die am häufigsten über Verivox versichert werden. Bei den Automarken steht Porsche deutlich an der Spitze – gefolgt von Audi und Jeep.

Den niedrigsten Anteil an Punktesündern gibt es unter den Fahrern der B-Klasse von Mercedes. Das ist übrigens auch das Automodell mit den ältesten Autofahrern unter den Verivox-Kunden. B-Klasse-Fahrer haben nur halb so häufig Flensburg-Punkte wie die Kfz-Versicherten im Gesamtschnitt. Die zurückhaltenden Fahrer sind ansonsten oft in Kleinwagen unterwegs. Unter den Modellen mit dem geringsten Anteil an Einträgen im Fahreignungs-Register folgen Citroen C1 und Smart Forfour. Bei den Automarken sitzen in den Fahrzeugen von Suzuki, Toyota und Dacia am seltensten Verkehrssünder mit Punktekonto hinter dem Lenkrad.

Die Frage, ob ein Autofahrer Punkte in Flensburg hat, kann in einigen Fällen den Preis der Kfz-Versicherung beeinflussen. „Autofahrer sollten deshalb beim Versicherungsabschluss unbedingt korrekte Angaben zu ihren Punkten machen“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Wer beim Abschluss schwindelt, riskiert im Schadensfall eine Strafzahlung.“

Andreas Reiners / glp

Die letzte große Reisewelle wartet

Am kommenden Wochenende enden auch in Bayern und Baden-Württemberg die Ferien. Der ADAC erwartet deshalb die letzte große Reisewelle im Sommerurlaubsverkehr. Der Rückreiseverkehr macht sich dabei vor allem in Süddeutschland bemerkbar.

Am Samstag und Sonntag sind neben den Autobahnen aber auch die Zufahrtsstraßen in die Ausflugsgebiete staugefährdet. Auch wenn die Hauptreisezeit vorbei ist sind immer noch zahlreiche Urlauber unterwegs, die an keine Ferientermine gebunden sind und schönes Wetter für Ausflüge nutzen. Mit Verzögerungen ist zudem an den mehr als 900 Autobahnbaustellen zu rechnen. Die Bautätigkeit nimmt im September immer deutlich zu.

Auf den Fernstraßen im benachbarten Ausland ist am Wochenende insbesondere in Österreich, Slowenien, Italien und der Schweiz viel los. Außer in Bayern und Baden-Württemberg enden die Sommerferien auch in sechs österreichischen Bundesländern, so dass mit einem regen Rückreiseverkehr zu rechnen ist. Zudem dürften auch hier etliche Tagesausflügler und Späturlauber unterwegs sein. Zu den Problemstrecken zählen vor allem die Tauern-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken-, Rheintal- und Gotthard-Route und die Zufahrtsstraßen der Ausflugsregionen im untergeordneten Straßennetz der Alpenländer.

Die Grenzwartezeiten dürften zwar kürzer ausfallen als in den letzten Wochen, dennoch könnte es insbesondere an den Autobahnübergängen zu längeren Wartezeiten kommen.

Andreas Reiners / glp

Klimawandel: Autofahrer werden kritischer

Der Klimawandel beschäftigt die Menschen, die ganz offensichtlich ihre Meinung zum Straßenverkehr ändern. Wie der Kapsch-TrafficCom-Index 2021 zeigt, bewerten 72 Prozent die Emissionen kritischer und 70 Prozent halten den aktuellen Stand beim Klimaschutz nicht länger für akzeptabel. Insbesondere der Wechsel auf CO2-ausstoßfreie Autos dauert zu lange – sagen 79 Prozent. Das jüngste EU-Verbot für Verbrennungsmotoren ab 2035 wird an dieser schleppenden Entwicklung nach Ansicht der Mehrheit nichts ändern. Schnell wirksame Werkzeuge, wie beispielsweise digitale Ampelsteuerung oder Smartphone-Apps von Stadtverwaltungen, um Staus drastisch zu reduzieren, stehen dagegen hoch im Kurs.

Einen Rückgang der Verkehrsstaus und der damit verbundenen Umweltbelastungen wird es aus Sicht der Umfrageteilnehmer bei aktueller Entwicklung weder kurz- noch langfristig geben: 82 Prozent rechnen damit, dass der Autoverkehr kurzfristig weiter steigen wird, weil die Menschen wegen Corona lieber Autofahren und auch langfristig den Pkw als Transportmittel favorisieren. 67 Prozent der Teilnehmer geben an, dass sie Angst vor verstärkten Gesundheitsproblemen aufgrund von Verkehrsstaus und Emissionen haben.

Befragt nach den größten Hindernissen der Verkehrswende bemängelt die große Mehrheit, dass bei neuen Mobilitätskonzepten zu wenig zum Mitmachen eingeladen wird (83 Prozent). Zudem seien Städte nicht schnell genug damit, Autos und Ampeln digital zu vernetzen.

85 Prozent der Bevölkerung sind stark oder sogar sehr stark der Meinung, dass die Verkehrswende zu häufig auf Verbote setzt und damit die Umsetzung hemmt. Wenn es dagegen um Mobilitätsstrategien zum Mitmachen geht, kommt dem Einsatz von Smartphone-Apps eine Schlüsselrolle zu: 77 Prozent der befragten Bürger halten es für wichtig, dass eine App den Nutzern unterschiedliche Abfahrtzeiten vorschlägt, damit sie flüssiger durch den Straßenverkehr kommen. Außerdem halten es 74 Prozent für wichtig, dass ihnen eine grüne Welle durch die App angezeigt wird.

Für Fahrten von A nach B wünschen sich 74 Prozent der Befragten – unabhängig vom Transportmittel – so schnell wie möglich an ihr Ziel zu kommen und 78 Prozent, ohne Staus an Ampeln mit „Grüner Welle“ zu fahren.

57 Prozent der Befragten räumen ein, dass gebührenpflichtige Straßen ein nützliches Instrument sind, um Geld einzunehmen, das in den Bau von Infrastruktur investiert werden kann. Allerdings sind 68 Prozent der Befragten stark bis sehr stark der Meinung, dass die Verkehrswende den Bürgern zu viele Kosten auflastet.

Andreas Reiners / glp

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