Jägerhofkaserne – Letzter Rundgang vor dem Umbau zieht 1000 Besucher an

Am vergangenen Samstag lud die Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH (WBL) alle Bürgerinnen und Bürger ein, die imposante und historische Jägerhofkaserne vor dem teilweisen Rückbau nochmal zu besichtigen.

Bei einer warmen Kartoffelsuppe und einem heißen Glühwein, konnten die Besucher im ehemaligen DRK Gebäude die Geschichte der Jägerhofkaserne auf Tafeln vom Garnisonmuseum Ludwigsburg und Bilder bestaunen. Die Zeitzeugen einer langen Ära Herr Claus Bittner Oberstleutnant a.D. und Herr Klaus Behlert, Oberstleutnant a.D. hielten über Ihre Stationierung in der Jägerhofkaserne spannende und fesselnde Vorträge. Es fanden persönliche Gespräche unter den Zeitzeugen und Interessierten statt.
Auch die Begehung der Kaserne und deren Areal schien für viele Bürgerinnen und Bürger bisher ein unbekanntes Terrain oder ein Erinnerungsort zu sein. Ein weiteres Ereignis war der Weg durch unterirdische, lange und dunkle Gänge bis hinein in den ehemaligen Luftschutzbunker.

Mit viel Herzblut erläutert Claus Bittner im Schutzraum 1 des Luftschutzbunkers die Lüftungsanlage. Auch der Siegerentwurf des Architekturbüros Hähnig Gemmeke aus Tübingen aus einem 2017 durchgeführten städtebaulichen Wettbewerb wurde für die Öffentlichkeit ausgestellt. Dieser sieht vor, dass die historischen Mannschaftsgebäude aus den Jahren 1894 – 1903 erhalten bleiben und die unter Putz versteckte Ziegelfassade möglichst wieder sichtbar wird. Ganz unter dem Motto „Historie und Moderne bilden eine neue Einheit“. „Denn wir möchten unter weitgehender Erhaltung der historischen Bausubstanz aus dem 19. Jahrhundert hier ein attraktives, lebendiges Areal mit Wohnbebauung und Gewerbeflächen mitten in der Stadt realisieren und richtungsweisende Impulse in die Zukunft setzen“, so Andreas Veit, Vorsitzender der Geschäftsführung der WBL.

Insgesamt entstehen auf dem Areal 149 neue Wohnungen, davon 70 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Die Wohnbaufläche wird rund 9.000m² betragen. „Wir werden außerdem für eine gute soziale Durchmischung des Quartiers sorgen“, so Andreas Veit. „Ca. 73 % der Fläche ist für Wohnen bestimmt“, ergänzt der WBL-Prokurist und Leiter des Projektmanagements Achim Eckstein. Neben Flächen für Büros sind auch eine Kita und ein Tages Café vorgesehen. „Die Planungen laufen auf Hochtouren und es freut uns, dass heute so viele Besucherinnen und Besucher nochmal die Chance genutzt haben, die Jägerhofkaserne zu besichtigen“, sagt Eckstein.
Mit dem Rückbau der nicht historischen Bestandsgebäude soll Anfang 2020 begonnen werden. Läuft alles planmäßig, rechnet die WBL mit einer Gesamtfertigstellung Ende 2023.

Gefährliche Verfolgungsjagd mit Warnschuss: Mercedes S-Klasse flüchtet vor Polizei

Eine wilde und gefährliche Verfolgungsjagd quer durch den Landkreis Ludwigsburg, bei der von der Polizei ein Warnschuss abgegeben wurde, endete am Samstagabend für zwei Männer im Kreis Ludwigsburg in Polizeigewahrsam.

Am Samstagabend versuchte ein 25-jähriger Fahrer einer Mercedes S-Klasse einer Kontrolle durch eine Streifenbesatzung des Polizeipräsidiums Ludwigsburg zu entgehen und lieferte sich im Zuge dessen eine Verfolgungsfahrt mit der Polizei. Gegen 19.40 Uhr fiel der Lenker des Mercedes aufgrund auffälliger Fahrweise einer Streifenbesatzung des Polizeireviers Vaihingen an der Enz erstmals im Bereich der Bahnunterführung in Vaihingen an der Enz auf, als dieser auf der Landesstraße 1125 in Richtung Bundesstraße 10 (B 10) unterwegs war. Am Fahrzeug, das mit zwei Personen besetzt war, waren Kennzeichen angebracht, die als gestohlen gemeldet waren. Nachdem durch die Polizei die Aufforderung zum Anhalten erfolgte, erweckte der 25-Jährige zunächst durch Verlangsamen seines Fahrzeuges den Anschein, anzuhalten. In der Folge setzte der Lenker seine Fahrt jedoch fort. Diese führte über die B 10 bis Schwieberdingen und von dort über die Landesstraße 1140 bis Ditzingen-Heimerdingen. Dabei überholte der Fahrer vor der Ampel “Vischerkurve” mehrere Fahrzeuge und bog bei Rotlicht nach links auf die B 10 Richtung Stuttgart ein. Nach der Kreuzung “Seemühle” überholte er abermals Unbeteiligte. An der Behelfsbrücke “Egelsee” zeigte die Lichtzeichenanlage ebenso Rotlicht. Auch dieses wurde ignoriert und der 25-Jährige fuhr auf der einspurigen Gegenfahrbahn weiter. Der Gegenverkehr war glücklicherweise noch nicht vollständig in den Baustellenbereich eingefahren. Nach der Baustelle beschleunigte er wiederum und überholte erneut weitere Fahrzeuge. In Enzweihingen Höhe “Bushaltestelle Schwieberdinger Straße” hielt der Pkw plötzlich an, der Beifahrer sprang heraus und flüchtete zu Fuß weiter. Dieser konnte wenig später vorläufig festgenommen werden. Dabei handelte es sich um einen 38-Jährigen, der Betäubungsmittel mit sich führte. Der 25-Jährige setzte seine Fahrt unbeirrt fort, beschleunigte und fuhr in Richtung Stuttgart mit weit überhöhter Geschwindigkeit. Die nachfolgende Streifenbesatzung konnte den Sichtkontakt aufrechterhalten. Im einspurigen Bereich überholte er abermals bei Gegenverkehr. An der Anschlussstelle Schwieberdingen-West verließ er die B 10 in Richtung Hemmingen. Dort missachtete er wiederum eine rote Ampel im Bereich Hemminger Straße. In Hemmingen befuhr er die Hauptstraße/Heimerdinger Straße Richtung Ditzingen-Heimerdingen. Im Industriegebiet Nord angekommen, bog er nach rechts ab, wendete um eine Verkehrsinsel, um wieder zurück nach Hemmingen zu fahren. Am Ortseingang Hemmingen konnte schließlich eine Straßensperre eingerichtet werden. Als sich der 25-Jährige dieser näherte, bremste er herunter, fuhr auf den Gehweg und passierte die Sperre. Ein 28-jähriger Polizeibeamter konnte sich nur durch einen Sprung auf die Seite retten. Dabei kam es zu einer Schussabgabe, welche den 25-Jährigen jedoch nicht an seiner weiteren Flucht hinderte. Die Streifenbesatzung folgte dem Flüchtenden, der erneut beschleunigte und ungebremst von der Heimerdinger Straße in die Hirschstraße einbog. Schließlich endete die Fahrt im Bereich einer Hofeinfahrt, wo der Fahrer auf ein geschlossenes Garagentor fuhr, das beschädigt wurde. Der 25-Jährige versuchte schlussendlich zu Fuß zu flüchten. Kurze Zeit später wurde auch er vorläufig festgenommen.

Der 25-Jährige räumte ein, Betäubungsmittel konsumiert zu haben. Zudem ist er nicht im Besitz eine Fahrerlaubnis. Im Pkw konnten geringe Mengen an Betäubungsmittel festgestellt werden. Der Pkw wurde beschlagnahmt und abgeschleppt. Der 25-Jährige muss nun mit einer Strafanzeige wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr/Straßenverkehrsgefährdung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz rechnen. Der 38-jährige Beifahrer ebenso wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Ermittlungen zum Hintergrund der entwendeten Kennzeichen dauern an. Am Garagentor entstand Sachschaden in Höhe von 500 Euro.

Das Polizeipräsidium Ludwigsburg hatte zeitweise bis zu fünfzehn Streifen eingesetzt. Zur Unterstützung befand sich ein Polizeihubschrauber auf dem Anflug. Das Polizeirevier Vaihingen an der Enz sucht nun Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben und insbesondere Verkehrsteilnehmer, die durch die Fahrweise des Mercedes möglicherweise gefährdet wurden. Diese werden gebeten, sich unter der Rufnummer 07042 941 0 zu melden.