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Partnerstadt von Ludwigsburg ehrt Alt-OB Werner Spec

Die französische Stadt Montbéliard hat dem ehemaligen Oberbürgermeister ihrer Partnerstadt Ludwigsburg, Werner Spec, in Anerkennung seiner Verdienste um die Partnerschaft zwischen den beiden Städten die Montbéliard-Medaille verliehen. Bürgermeisterin Marie-Noëlle Biguinet überreichte ihm am Montag, 7. Oktober, die Medaille in Anwesenheit von Erstem Bürgermeister Konrad Seigfried, der Städtepartnerschaftsbeauftragten Christine Süß sowie einer Delegation aus Zimtanga, Burkina Faso, mit Bürgermeister Macaire Ouedraogo an der Spitze.

In ihrer Rede würdigte Bürgermeisterin Biguinet die Zusammenarbeit mit ihrem ehemaligen Kollegen. Während dessen 16-jähriger Amtszeit habe die Partnerschaft zwischen Ludwigsburg und Montbéliard starke und ergreifende Momente erleben dürfen, welche zur Festigung der Freundschaft zwischen den beiden Völkern beitrugen.

Biguinet erinnerte sich an ihren Antrittsbesuch in Ludwigsburg im Jahr 2014, als sie gemeinsam mit Werner Spec die Gedenktafel für die in Ludwigsburg hingerichteten französischen Widerstandskämpfer enthüllt hatte: „Es war ein bewegender Augenblick ganz im Geiste unserer Partnerschaft, der ersten deutsch-französischen Annäherung der Nachkriegszeit. An jenem Tag wurde mir das Ausmaß unserer Verpflichtungen sowie die Tragweite unseres Handelns innerhalb dieser deutsch-französischen Freundschaft, innerhalb von Europa und der Welt, bewusst.“ Direkt an Werner Spec gewandt fuhr sie fort: „Im Bewusstsein dieser Verantwortung haben Sie stets unsere Partnerschaft hoch geschätzt und vorangetrieben, als Vorreiter und ganz im humanistischen Geist ihrer Initiatoren Lucien Tharradin und Elmar Doch, unserer Vorgänger.“

Der Zeitpunkt der Überreichung der Medaille war nicht zufällig gewählt: In Montbéliard war gerade eine Delegation aus Burkina Faso zu Gast. Mit den beiden benachbarten burkinischen Städten Zimtanga und Kongoussi verbindet Ludwigsburg und Montbéliard eine überaus lebendige und aktive Dreieckspartnerschaft. Diese multilaterale Zusammenarbeit wurde von Werner Spec initiiert: „Es war Ihr Wunsch, Herr Spec, mit diesem Projekt der ersten deutsch-französischen Partnerschaft eine neue Dimension zu geben“, so Biguinet anerkennend.

Auch die Auslobung des Lucien-Tharradin-Preises, der das bürgerliche Engagement von Jugendlichen angesichts des ansteigenden Nationalismus und Populismus in Europa würdigt, sei der Initiative von Werner Spec zu verdanken. Daneben habe er stets die zahlreichen Begegnungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte gefordert, sei es im sportlichen oder kulturellen Bereich, sei es zwischen den Grünflächenämtern oder den Schulen.

„Mit dem Geist, der Ihr Handeln kennzeichnet, sind Sie Förderer der Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und Montbéliard, Akteur der deutsch-französischen Freundschaft, Verteidiger Europas und des Friedens in der Welt und zum Vorteil der Bürger“, würdigte Bürgermeisterin Biguinet Werner Spec. „Sie sind ein Humanist, engagiert und zielbewusst.“

Auch Bürgermeister Macaire Ouedraogo bedankte sich bei Werner Spec als dem Initiator des Afrika-Projekts. Er betonte, dass in Zimtanga vor allem Frauengruppen mit Schulungen und Material für den Gemüseanbau unterstützt wurden. Die Früchte ihrer Arbeit kommen heute 3.000 Menschen zugute, die Frauen können damit die Familie besser ernähren und ihren Kindern eine Ausbildung zukommen lassen.

Überschattet wurde die Feier von den terroristischen Anschlägen in Zimtanga. Von dort sind in den letzten Tagen 20.000 Menschen – das sind sämtliche Bewohner des Ortes und der umliegenden Dörfer – in den Nachbarort Kongoussi geflüchtet, wo es eine Polizeistation und einen Stützpunkt der Armee gibt. Dschihadisten hatten sich Zimtanga für ihre Terroraktionen ausgesucht und dort nach Angaben von Bürgermeister Ouedraogo bereits 40 Männer hingerichtet.

SG BBM Frauen: Erste Heimniederlage in der Champions League

Stark begonnen und leider keine Punkte geholt – die Frauen der SG BBM Bietigheim unterlagen am 2. Spieltag der EHF Champions League dem montenegrinischen Meister ZRK Buducnost vor 1137 Zuschauern in der Ludwigsburger MHPArena mit 23:30 (12:14).

Nach der Auftaktniederlage bei Ramnicu Valcea hatten sich die Bietigheimerinnen für ihren ersten Heimauftritt gegen den zweifachen Champions League-Sieger ZRK Buducnost aus Podgorica viel vorgenommen. Dementsprechend fokussiert starteten die SG-Ladies in ihr zweites Champions League-Match und gingen vor heimischer Kulisse dank eines Doppelpacks von Rechtsaußen Angela Malestein sowie zwei Paraden von Torfrau Dinah Eckerle direkt mit 2:0 gegen den montenegrinischen Meister in Führung. In eigener Unterzahl legte Kapitänin Kim Naidzinavicius unter den Augen von Bundestrainer Henk Groener gleich das 3:1 nach. Buducnost kämpfte sich auf 5:5 heran. Bietigheim legte durch Maren Aardahl und Fie Woller das 7:5 nach. In einem rassigen Spiel glich Montenegros Serienmeister wieder aus. Es blieb zunächst ein spannendes Duell auf Augenhöhe, in dem stark aufspielende Gäste so gut wie jeden Fehler der SG BBM gnadenlos bestrafte. Nach 24 Minuten lag die SG BBM mit 10:12 zurück, Martin Albertsen sah sich veranlasst, seine erste Auszeit zu nehmen. Kim Naidzinavicius besorgte den Anschluss zum 11:12, worauf Buducnost-Coach Dragan Adzic seine Auszeit nahm, dessen Team danach seine Führung hielt. Mit einem 12:14 aus Bietigheimer Sicht ging es in die Halbzeitpause.

Die Anfangsminuten der zweiten Halbzeit gehörten eindeutig den Gästen. Mit einem 3:0-Lauf zum 12:17 legten sie im zweiten Durchgang gleich mächtig los. SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen unterbrach diese Serie mit seiner zweiten Auszeit. Nach 35 Minuten war Bietigheim mit 13:19 ins Hintertreffen geraten. Die SG-Ladies stemmte sich nun gegen die mögliche Vorentscheidung in diesem Match. Bis zur 48. Minute kämpfte sich der Deutsche Meister wieder auf 19:23 heran. Jedoch fand Buducnost im Abwehrverbund der Bietigheimerinnen immer wieder Lücken zum Torerfolg, die ihrerseits in der Offensive am gegnerischen Abwehrbollwerk scheiterten. Es sollte für die SG BBM Bietigheim nicht mehr zum Anschluss reichen. Am Ende setzten sich die Gäste verdient mit 30:23 durch.

SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen: „Wir haben viel vor in der Champions League, deswegen sind wir heute umso mehr über diese Niederlage enttäuscht. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten wir nicht sofort das nötige internationale Niveau erreicht und Buducnost hat das gnadenlos ausgenutzt.“

Tore: Malestein 5, Naidzinavicius 5/3, van der Heijden 5, Aardahl 3, Woller 4, Visser 1