Schluss mit Schlange stehen: Baden-Württemberg führt Online-KfZ-Zulassung ein

Stuttgart – Ein Quantensprung im Zeitalter der Digitalisierung erwartet die Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs ab dem 1. September 2023. In einer wegweisenden Veränderung können Fahrzeughalterinnen und -halter nun ihre Autos und Fahrzeuge komfortabel von zuhause aus anmelden – ohne den mühsamen Gang zur örtlichen Zulassungsstelle antreten zu müssen. Dieser innovative Schritt hin zu einer modernen, bürgernahen Verwaltung markiert zweifelsohne einen bedeutsamen Wendepunkt in der sich wandelnden digitalen Landschaft.

Möglich gemacht wird diese Neuerung durch die neu in Kraft tretende Fahrzeugzulassungsverordnung, die es sämtlichen Zulassungsstellen in Baden-Württemberg gestattet, den ebenso praktischen wie zeitgemäßen Online-Service anzubieten. Entscheidend ist dabei die Aktivierung dieses Services durch die jeweiligen Behörden. Der Clou: Direkt im Anschluss an die Online-Anmeldung kann die Fahrt mit dem Fahrzeug beginnen – sofern die Fahrzeughalterin oder der Fahrzeughalter im Besitz der erforderlichen Kennzeichen ist. Anstelle der herkömmlichen amtlichen Plakette tritt der neu eingeführte vorläufige Zulassungsnachweis, der bequem heruntergeladen und hinter der Windschutzscheibe platziert wird.

Der Wegbereiter dieser innovativen Maßnahme ist das Resultat einer sorgfältig abgestimmten Kooperation verschiedener Ministerien und Organisationen. Ziel ist nicht nur die Vereinfachung des Zulassungsprozesses für Privatpersonen, sondern auch die nahtlose Einbindung juristischer Personen wie Gewerbetreibender und Verbände in den digitalen Service. Speziell für Unternehmen wie Autohersteller und -händler wurde eine maßgeschneiderte Großkundenschnittstelle entwickelt, die eine effiziente und sichere Bearbeitung umfangreicher Zulassungsanfragen ermöglicht.

Das Herzstück dieser Neuerung bildet die Verwendung der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises, des elektronischen Aufenthaltstitels oder der Unionsbürgerkarte. Dabei geht es nicht allein um die Kfz-Anmeldung, sondern auch um den Zugang zu einer breiten Palette weiterer digitaler Verwaltungsdienste, beispielsweise die An- und Abmeldung des Wohnsitzes. Um die kommenden digitalen Dienste vollumfänglich nutzen zu können, empfiehlt sich die Aktivierung der Online-Ausweisfunktion samt sicherer Aufbewahrung der dazugehörigen PIN.

Diese Initiative in Richtung der digitalen Zukunft im Straßenverkehr verspricht nicht nur eine spürbare Erleichterung für Bürgerinnen und Bürger, sondern trägt gleichermaßen zur fortschreitenden Modernisierung administrativer Prozesse bei. Die Einführung der volldigitalen Fahrzeugzulassung stellt zweifelsohne einen entscheidenden Meilenstein in Richtung einer intelligenten und nutzerorientierten Verwaltung dar.

red

E-Auto Offensive: Mercedes-Benz investiert Milliardenbetrag in Entwicklung neuer Fahrzeuge

Stuttgart – Der Autobauer Mercedes-Benz will mehr Geld in die Entwicklung und Produktion von Elektroautos investieren. “Wir erhöhen den Einsatz”, sagte Vorstandschef Ola Källenius dem “Handelsblatt” (Dienstagsausgabe). Der Manager reagiert damit auf den lahmenden Absatz batterieelektrischer Modelle des Dax-Konzerns.

Im weltgrößten Markt China haben die Stuttgarter von Januar bis Mai nur 6.900 Stromer verkauft. In Deutschland sinken die Bestellungen. Weltweit sind neun von zehn Neuwagen bei Mercedes nach wie vor Verbrenner.

Bis 2030 wollen die Schwaben möglichst nur noch reine Elektroautos verkaufen. Das Geschäft läuft jedoch zäher als erwartet, zuletzt musste Mercedes ein Zwischenziel seiner “Electric Only”-Strategie kassieren. Dennoch hält Källenius an dem Plan fest: “Irgendwann im Laufe dieses Jahrzehnts dreht der Markt. Dann werden wir ein exponentielles Wachstum bei Elektroautos sehen.” Und für alle, die dann keine konkurrenzfähigen Fahrzeuge im Angebot hätten, könne es “gefährlich” werden. Källenius will daher das bisherige Budget für die Antriebswende von 40 Milliarden Euro im Zweifel aufstocken und ohnehin geplante Ausgaben vorziehen.

Details nannte er nicht. Große Rabatte, mit denen etwa Tesla oder Volkswagen die Kunden zum Umstieg auf Elektroautos bewegen wollen, lehnt Källenius dagegen kategorisch ab: “Wir bleiben standhaft.”

red

Rolls-Royce Spectre: Das Nonplusultra des Luxus wird elektrisch

Beim Luxus macht Rolls-Royce keine Kompromisse. Das erste von vornherein als Elektroauto designte Modell – der Rolls-Royce Spectre – soll das Nonplusultra an Komfort bieten. Dazu gehört eine Testphase der Superlative: Das Testprogramm erstreckte sich auf mehr als 2,5 Millionen Kilometer in extremen Gelände- und Temperaturbereichen und simulierte über 400 Jahre normalen Einsatz.

Mit dem Spectre will Rolls-Royce eine völlig neue Automobilklasse schaffen: die des ultraluxuriösen elektrischen Supercoupes. Das Fahrzeug ist ein großzügig proportionierter, optisch auffälliger zweitüriger Fastback und dient als geistiger Nachfahre des legendären Phantom-Coupes. Sein Innenraum bietet den Rahmen für Bespoke-Personalisierungen, ergänzt durch beleuchtete Oberflächen und die ersten Starlight Doors, die je in einem Serienmodell von Rolls-Royce zum Einsatz kommen.

Bei der Entwicklung des fünfeinhalb Meter langen Coupes haben die Designer und Ingenieure von Anfang an daran gedacht, einen elektrischen Antriebsstrang zu ermöglichen, sobald diese Technologie verfügbar sein würde. Die Plattform nutzt einen vollständig aus Aluminium bestehenden Spaceframe, der um vier Punkte herum, einen an jeder Ecke des Fahrzeugs, stufenlos skalierbar und modifizierbar ist. Diese Flexibilität ermöglicht es Rolls-Royce, die Trennwand, den Boden, die Querträger und die Seitenschweller so anzupassen, wie es für jedes einzelne Produkt am besten sind.

Mit dem Modell erschlossen die Ingenieure bisher ungenutztes Potenzial des Konzepts. Die stranggepressten Aluminiumprofile und die Integration der Batterie in die Struktur machen den Spaceframe des Spectre um 30 Prozent steifer als bei jedem früheren Rolls-Royce. Die Architektur ermöglichte es außerdem, den Boden auf halber Höhe zwischen den Schwellerstrukturen und nicht darüber oder darunter zu platzieren.

Zwischen der Batterie und dem Boden verlaufen Kabelkanäle und Klimaleitungen, wobei die Batterie darunter montiert ist, wodurch ein glattes Unterbodenprofil entsteht. Dies ermöglicht eine niedrige Sitzposition, während die Verschiebung der Trennwandposition die Armaturentafel vertieft, um eine wirklich wohnliche Passagierkabine zu schaffen. Dieses Gefühl wird durch die stark geneigte Windschutzscheibe verstärkt, die auch zur außergewöhnlich guten Aerodynamik des Fahrzeugs beiträgt.

Der vordere Elektromotor leistet 190 kW / 365 Nm, der hintere 360 kW / 710 Nm. Zusammen entspricht dies bei einem Verbrennungsmotor einer Leistung von 430 kW / 584 PS und 900 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt Spectre von 0 bis 100 km/h in 4,5 Sekunden. Die Reichweite (nach WLTP) beträgt pro Batterieladung 530 Kilometer. Die Ladezeit von zehn bis 80 Prozent beträgt 34 Minuten mit einem 195-kW-Schnellladegerät (DC). Somit wird in etwa neun Minuten ausreichend für 100 Kilometer geladen. Die 102-kWh-Lithium-Ionen-Batterie besteht nach Herstellerangaben aus Kobalt und Lithium aus streng kontrollierten Quellen in Australien.

Derweil ist der Spectre der am stärksten vernetzte Rolls-Royce in der Geschichte und verfügt über dreimal so viele Sender-Empfänger-Signale wie jedes Vorgängermodell. Aufgrund der Geschwindigkeit und Genauigkeit seiner Reaktion auf Straßen- und Wetterbedingungen nennen ihn die Ingenieure sogar “Rolls-Royce in Ultra-High-Definition”. All diese Antriebs- und Fahrwerkseigenschaften des Fahrzeugs wurden während des 2,5 Millionen Kilometer langen Testprogramms eingehend getestet und verfeinert. Der Kaufpreis des Luxus-Stromers liegt bei rund 400.000 Euro.

red / mid/wal

Vorstellung: BMW präsentiert neuen 7er

Palm Springs – Wuchtig, luxuriös, elektrisch: Der BMW i7 ist das Flaggschiff der neuen 7er-Reihe. Einen Diesel wird es aber auch geben. In Palm Springs durften wir eine erste Probefahrt machen.

Bei der Elektrifizierung der Modellpalette fährt BMW seine ganz eigene Strategie. Nach dem Auslaufen des originellen City-Stromers i3 haben die Münchner mit dem SUV iX derzeit nur ein reines Akku-Auto im Programm. Bei allen anderen ist die Elektroversion eine weitere neben Verbrennern und Hybrid.

Das gilt nun auch für die neue 7er-Reihe, eine wuchtige, repräsentative Luxus-Limousine. Reine Verbrenner wird es hier künftig zwar keine mehr geben, für Europa aber zwei Benziner und einen Diesel mit “mildem” 48-Volt-Hybridsystem, sowie Plug-in-Hybride. Allerdings lässt BMW keinen Zweifel daran, welche Version das Flaggschiff seiner Luxusflotte sein soll: “Die Zukunft ist elektrisch”, erklärt Entwicklungsvorstand Frank Weber.

Der i7 also, die batterieelektrische und erste in Deutschland verkaufte Variante der 7er-Reihe. Im Vergleich zum Mercedes EQS ist sie, bei aller Modernität und Expressivität im Design, eine klassische, fast schon konservative Limousine. 5,39 Meter lang, mit einem Radstand von 3,22 Metern. Eine kürzere, nach europäischen Maßstäben “normal” lange Version hat BMW künftig nicht mehr im Programm. Damit beugen sich die Bayern den wichtigsten Absatzmärkten USA und China. Gerade die jungen Kunden aus dem Reich der Mitte, 38 Jahre ihr Durchschnittsalter, fahren normalerweise nicht selbst und nehmen hinten Platz.

Und erleben dort ein Entertainment-System, wie es das auf vier Rädern bislang nicht gab. Vor ihre Augen senkt sich dann ein riesiger 32-Zoll-Screen ab, mit 8k-Auflösung und im extrabreiten 32:9-Format. In dem Autokino der etwas anderen Art laufen unter anderem Filme und Serien von Amazon Prime, während ringsherum die Fenster verdunkelt werden. An der Heckscheibe ist das schon allein aus Zulassungsgründen notwendig, um eine Ablenkung des nachfolgenden Verkehrs zu vermeiden.

Ein weiteres Luxus-Feature, das dazu der Sicherheit dient: Die Türen schwingen motorgetrieben auf – beziehungsweise nicht, wenn beispielsweise ein Radfahrer vorbeiflitzt. Ein vergleichbares Feature bietet auch der Mercedes EQS.

Beide großen Wagen nehmen ihrem Besitzer darüber hinaus auch ohne Chauffeur das Fahren ab. Je nach gesetzlicher Lage indes in unterschiedlichen Ausprägungen: In den USA gleitet der neue BMW autonom über den Highway, bei jedem Tempo und ohne dass der Fahrer das Lenkrad berühren muss – solange er, per Innenraum-Kamera überwacht, nach vorn schaut. Das funktionierte auf der Testfahrt einwandfrei und wirft die Frage auf, warum es in Deutschland nicht zulässig ist. Dafür entlässt der Autopilot hierzulande den Fahrer bis 60 km/h komplett aus der Verantwortung. Der darf dann also bei stockendem Verkehr auch auf dem Fahrersitz ganz offiziell Filme gucken.

Wer nicht selber fährt, verpasst allerdings das Beste. Die Fahrleistungen des i7 sind, klassen- und elektrotypisch, schlicht überwältigend. 4,7 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 beschreiben nicht einmal annähernd das Spurtvermögen von der Ampellinie weg. Aber nicht allein beim grandiosen Schub geradeaus, auch in Kurven bleibt der BMW i7 agiler als das Leergewicht von über 2,6 Tonnen es vermuten lässt.

Kein überragendes Tempo erreicht dagegen der Ladevorgang mit 400 Volt. Allerdings kann der Fahrer die Batterien vorwärmen (wenn es das Navi nicht ohnehin automatisch tut), um an der Ladestation Zeit zu sparen. Die Reichweite mit offiziell gut 600 Kilometern, realistisch wohl eher 500, ist für den Manager-Alltag zwischen Flughafen, Kurz- und Mittelstrecken ausreichend, aber BMW-typisch auch kein Rekordwert. Für jene, die ohne Pause möglichst schnell, möglichst weit über die Autobahn hetzen wollen, haben die Münchner ohnehin andere Modelle im Programm.

Marcus Efler / mid

Technische Daten BMW i7 xDrive60:

– L x B x H: 5,39 x 1,95 x 1,54 Meter
– Motor: 2 Elektro
– Leistung: 400 kW/544 PS
– max. Drehmoment: 745 Nm
– Allradantrieb
– 0 bis 100 km/h: 4,7 Sekunden
– Spitze: 240 km/h
– Normverbrauch: 19,6 – 18,4 kWh/100 km
– Preis: ab 135.900 Euro

Das sind die häufigsten Pannenursachen

Kein Bauteil ist häufiger Ursache einer Panne als die Starterbatterie – und das Jahr für Jahr: Im Jahr 2021 war bei 46,2 Prozent aller 3,49 Millionen Pannen die Batterie das Problem. Auch im Jahr davor lag der Anteil der Batteriepannen ähnlich hoch (46,3 Prozent in 2020), was eine starke Steigerung zum Jahr 2019 (41,8 Prozent) darstellt. Der Grund: Durch die Corona-Pandemie standen mehr Pkw still, und das schwächt eine Batterie mehr als der Betrieb selbst.

Warum das Problem der defekten Batterie auch mit fortschreitender Technik nicht besser wird, ist schwer zu beantworten. Die Gründe für ein Versagen der Batterie können vielfältig sein. Licht anlassen, Kofferraumdeckel nicht richtig schließen, immer nur auf kurzen Strecken unterwegs sein, so dass die Batterie unterwegs nicht geladen wird – in diesen Fällen liegt die Schuld beim Autobesitzer.

Durch das Ausschließen von Fehlbedienungen versuchen die Automobilhersteller dem Problem beizukommen. Wie die hohen Fallzahlen zeigen, aber nur mit mäßigem Erfolg. Produktfehler, schlechte Qualität und ein fehlerhaftes Management des Bordnetzes können von Seiten des Herstellers ebenfalls zu Batterieproblemen führen.

Dass es aber möglich ist, die selbstverschuldeten Pannen der Autofahrer zu reduzieren, zeigt der Blick auf einzelnen Marken. So registrierten ADAC Straßenwachtfahrer bei Pannen mit einem Suzuki bei jeder vierten Batteriepanne (25 Prozent) eine Selbstverschuldung. Bei Alfa Romeo lag der Anteil mit nur sieben Prozent am niedrigsten.

Welche Pannenursache zugrunde liegt, hängt oft auch mit dem Alter des Fahrzeugs zusammen. Bei jungen Fahrzeugen gibt es generell wenig Pannen und damit auch weniger Ärger mit der Batterie. Erreicht ein Fahrzeug das Alter von sieben Jahren, steigt auch die Anfälligkeit für Batteriepannen an. Dann ist in aller Regel das Lebensende der Batterie erreicht.

Solveig Grewe / glp

Gebrauchte Pkw wieder gefragter

Der Gebrauchtwagenmarkt legt wieder zu. Die Anzahl der Angebote war in diesem Jahr zunächst geschrumpft, zieht nun aber wieder an. Das zeigt die monatliche Datenauswertung von Deutschlands größtem Fahrzeugmarkt mobile.de.

Das Angebot über alle Segmente hinweg wuchs im März um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das ist der höchste Anstieg innerhalb eines Jahres. Ein so deutliches Plus verzeichnete die Gebrauchtwagenplattform zuletzt im Januar 2021. Mit Blick auf die verschiedenen Automobilsegmente standen den Usern im vergangenen Monat vor allem mehr Kleinwagen (plus 5,3 Prozent), Modelle der oberen Mittelklasse (plus 6,1 Prozent) und Oberklasse-Fahrzeuge (plus 7,2 Prozent) auf dem Online-Marktplatz zur Verfügung.

In den vergangenen Wochen standen Gebrauchtwagen nur kurze Zeit bei den Händlern: Waren es im Februar noch durchschnittlich 80 Tage, fuhren die Käuferinnen und Käufer ihre neuen Autos im März nach gerade einmal 75,8 Tagen vom Hof. “Die Standtage haben den niedrigsten Wert innerhalb eines Jahrzehnts erreicht”, sagt Martin Fräder, Head of Sales bei mobile.de. “Zuletzt verzeichneten wir so wenige Standtage im Juni 2011 – damals waren es ebenfalls durchschnittlich 75,8 Tage”, so Fräder.

Der Trend zum Kleinstwagen scheint dabei ungebrochen. So zeigt die Auswertung, dass insbesondere Minis überdurchschnittlich schnell den Besitzer wechseln. Auch die ganz Großen blieben im Monat März nur vergleichsweise kurz bei den Händlern: Geländewagen gingen nach durchschnittlich 72 Tagen vom Hof (minus 7 Prozent zum Vormonat).

Die durchschnittlichen Kaufpreise sind weiterhin hoch, aber konstant. Für ihre Fahrzeuge riefen Händler im März durchschnittlich 31.520 Euro auf. Das sind rund 500 Euro beziehungsweise 1,6 Prozent mehr als im Februar.

red / Andreas Reiners / glp

Verkehrsminister Wissing lehnt Forderungen nach Tempolimits ab

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat Forderungen zurückgewiesen, wegen der drohenden Energieknappheit neue Tempolimits zu beschließen. “Tempolimits und autofreie Sonntage helfen niemandem, das Problem der hohen Preise zu bewältigen”, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). “Das können jetzt nicht die Akutmaßnahmen sein, die wir brauchen. Wir haben uns in der Koalition darauf verständigt, nicht mit Tempolimits zu arbeiten, sondern andere Wege zu gehen, um Energie zu sparen und Klimaschutz zu erreichen.” Wissing sprach sich zugleich dagegen aus, Energieverbrauch zum Schutz des Klimas zu verteuern. “Ich habe nie Gefallen daran gefunden, Dinge gezielt zu verteuern, weil sie einigen zu günstig sind”, sagte er.

“Diese Debatte habe ich immer mit äußerster Verwunderung gesehen. Preise – ob für Fleisch oder für das Fliegen – sollten sich marktwirtschaftlich bilden.”

red / dts

Skoda Enyaq iV – elegantes Elektro-SUV

Die Elektro-Offensive des VW-Konzerns setzt auch die Tochterfirmen unter Strom. E-Flaggschiff von Skoda ist der Enyaq iV. Er verbindet moderne Antriebe mit alltagstauglichem Komfort und versprüht sogar einen Hauch von Luxus. Eine noch etwas schneidigere Coupe-Version folgt Anfang 2022. Bei der Präsentation in Eppstein ist das Modell allerdings noch ein wenig getarnt.

Doch eins ist klar: Die bessere Aerodynamik erhöht die Reichweite des Stromers. 20 Kilometer weiter soll der Enyaq als schnittiges Coupe kommen, sagt Projektmanager Jens Kosyna beim Roundtable-Gespräch. Und noch ein paar weitere Neuerungen seien mit der Einführung des Coupes und anderer Elektroautos der Marke Skoda zu erwarten. Die über die Luft gesendeten Updates halten den Besitzer eines Skodas künftig noch länger auf dem neusten Stand der Technik.

Dank der sogenannten Powerpass-App und -Ladekarte ist auch hoher Komfort beim Nachladen gewährleistet. Mit Ladekarte oder Smartphone-App können Besitzer eines Skoda iV-Fahrzeugs an rund 150.000 Ladestationen in ganz Europa Strom laden – darunter auch an allen Schnellladesäulen des Anbieters Ionity. Das System bietet darüber hinaus eine monatliche Abrechnung per Kreditkarte und eine Übersicht aller durchgeführten Transaktionen an. Zudem lässt sich an der Ladeleistung auch nach dem Fahrzeugerwerb per Update noch etwas drehen.

Der Enyaq iV bietet auch in der schon seit einiger Zeit erhältlichen Version ziemlich viel. Großen Fahrspaß bereiten vor allem die beiden Spitzenmotorisierungen Enyaq iV 80 mit 150 kW/204 PS und der zweimotorige Allradler Enyaq iV 80x mit 195 kW/265 PS. Außerdem existieren hochkarätige Ausstattungs-Pakete und Edel-Linien wie die “Founders Edition”, die unter anderem feine Materialien und eine Ambientebeleuchtung beinhalten, die für eine sehr wertige Anmutung sorgen. Da wirken Porsche Macan und Audi Q5 auf den ersten Blick kaum exklusiver.

Unterdessen basiert der Enyaq iV als erstes Skoda Serienmodell auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) des VW-Konzerns. Er entsteht im Stammwerk in Mlada Boleslav und wird damit als einziges MEB-Modell in Europa außerhalb von Deutschland gefertigt. Die im Unterboden platzierte Batterie ist in drei Größen erhältlich.

Den Einstieg bildet der Enyaq iV 50 mit einem 109 kW starken Heckmotor, Heckantrieb und 220 Nm maximalem Drehmoment. Seine Lithium-Ionen-Batterie verfügt über einen Energiegehalt von 55 kWh, die maximale Reichweite beträgt bis zu 362 Kilometer. Der 132 kW starke Enyaq iV 60 kann mit seinem 62-kWh-Akku bis zu 412 Kilometer zurücklegen und leistet maximal 310 Nm Drehmoment. Die 82-kWh-Batterie des Enyaq iV 80 treibt das elektrische SUV mit bis zu 150 kW an und erreicht ebenso 310 Nm maximales Drehmoment. Mit bis zu 536 Kilometern kann er die größte Reichweite der Baureihe erzielen.

Beim Spitzenaggregat des Enyaq iV 80x gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,9 Sekunden. Bei 160 km/h ist die elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit erreicht. Die Batterie des Allradlers mit 82 kWh ermöglicht eine maximale Reichweite von bis zu 496 Kilometern im WLTP-Prüfzyklus. Die Preise für den Enyaq iV bewegen sich zwischen circa 34.000 Euro und 47.000 Euro.

Lars Wallerang / glp

Neue Typklassen: Gewinner und Verlierer

Von kostenbewussten Autofahren wird dieser Termin regelmäßig argwöhnisch betrachtet: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat wieder die neuen Typklassen für rund 30.000 Automodelle bekanntgegeben. Tesla-Fahrer dürfen sich darüber freuen, für Besitzer eines Opel Corsa wird die Kfz-Versicherung dagegen im nächsten Jahr teurer. Unterm Strich wird die Autoversicherung durch die neuen Einstufungen bis zu 30 Prozent teurer oder günstiger, so aktuelle Berechnungen des Vergleichsportals Verivox.

Beim Model 3 von Tesla, das letztes Jahr noch zu den Verlierern zählte, beläuft sich die Ersparnis in der Modellrechnung dank des um 23 Prozent günstigeren Vollkaskoschutzes auf 316 Euro pro Jahr. Sogar um 30 Prozent sinken die Versicherungsbeiträge für einen Suzuki Jimny. Der Offroader wurde in der Vollkasko gleich um sechs Typklassen heruntergestuft.

Wer einen Opel Corsa F 1.2 fährt, muss dagegen laut Verivox im kommenden Jahr mit höheren Versicherungsbeiträgen rechnen. Der kleine Rüsselsheimer wurde in der Haftpflichtversicherung gleich um vier Typklassen hochgestuft. Laut Modellrechnung steigen die Versicherungskosten dadurch um 29 Prozent. Insgesamt gibt es in der Haftpflichtversicherung 16 Typklassen.

Auch für den Mitsubishi Outlander 2.4 AWD Hybrid wird 2022 die Kfz-Versicherung teurer. Das SUV wurde in allen Versicherungsarten hochgestuft – in der Haftpflicht um eine, in der Teilkasko um drei und in der Vollkasko um zwei Typklassen. Die Vollkasko-Prämie erhöht sich dadurch um 25 Prozent. In der Modellrechnung für einen Alleinfahrer mit Schadenfreiheitsklasse 5 belaufen sich die Mehrkosten auf 262 Euro.

“Grundlage für die Typklasseneinstufung ist die Schadenbilanz der einzelnen Automodelle. Fahrzeuge, die häufiger in Unfälle verwickelt sind und hohe Reparaturkosten verursachen, werden höher eingestuft als Autos mit weniger Schäden”, so Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Bei neuen Automodellen lässt sich das Schadenrisiko nur schätzen. Darum kommt es in den ersten Jahren nach Markteinführung häufiger zu großen Sprüngen bei der Typklassen-Einstufung als bei älteren Fahrzeugmodellen.

“Die Versicherer berücksichtigen die neuen Typklassen bei der Berechnung der Prämien fürs kommende Jahr”, sagt Wolfgang Schütz. “Wenn sich durch die Neueinstufung der Beitrag erhöht, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht.” Der Preisanstieg nach einer Hochstufung ist nicht bei allen Versicherern gleich hoch. Schon aus diesem Grund lohnt sich ein Beitragsvergleich. Günstige Tarife mit guten Leistungen sind im Schnitt rund 25 Prozent günstiger als Tarife im mittleren Preissegment.

Rudolf Huber / glp

Deutsche und ihr Auto: Alte Liebe rostet nicht

Von wegen Auto-Müdigkeit: Der Liebe der Deutschen zum Auto kann auch die Corona-Krise nichts anhaben. Das zeigt die zehnte Studie “Trends beim Autokauf 2021”. Denn 40 Prozent der befragten Personen beschäftigen sich ganz konkret mit einem Autokauf in den kommenden 18 Monaten, der zweithöchste Wert seit der Ersterhebung der Studie im Jahr 2003. Beim Thema Elektromobilität wachsen die Kundenanforderungen an Reichweite und möglichst kurze Ladezeiten.

Interessanter Teilaspekt: Während bei der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2019 die Teilnehmer noch nahezu gleich häufig einen Neuwagen oder einen Gebrauchtwagen auf dem Einkaufszettel hatten, gibt es jetzt einen klaren Favoriten: 19 Prozent der Kaufinteressierten wünschen sich einen Neuwagen – das entspricht einem deutlichen Zuwachs von 5 Prozentpunkten gegenüber der Erhebung des Jahres 2019. Dagegen sinkt das Interesse an einem Gebrauchtwagen von 12 auf jetzt 10 Prozent. Somit bleibt dem Gebrauchtwagen nur noch Rang 3 auf der Prioritätenliste, da 11 Prozent der Teilnehmer demnächst einem Jahreswagen den Vorzug geben wollen.

Ganz oben in der Gunst der Kaufinteressenten stehen nun Audi und Volkswagen mit einer Zustimmungsquote von jeweils 14 Prozent. Für BMW reicht ein kleiner Rücksetzer von 14 auf jetzt 13 Prozent im Vergleich zur 2019er Studie, um die Pole-Position einzubüßen. Hinter dem Spitzentrio folgt Mercedes mit einem deutlichen Rückstand. Ehemalige Volumenmarken wie Ford und Opel liegen inzwischen auf dem Niveau von Skoda und Tesla.

Bei der Erhebung im Jahr 2019 setzten zwei Drittel der Autofahrer noch auf Diesel- oder Ottomotoren. Inzwischen ist das Kräfteverhältnis zwischen den konventionellen Antrieben und den Alternativen wie Hybrid- oder Elektromotor nahezu ausgeglichen. Jeder Vierte will sich ein Hybridfahrzeug zulegen. Auch das Interesse an einem rein elektrisch betriebenen Fahrzeug hat sich innerhalb von zwei Jahren auf 15 Prozent mehr als verdoppelt. Dagegen sind andere Optionen wie Erdgas oder Autogas fast in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Die Anforderungen an die Alltagstauglichkeit der E-Mobilität steigen allerdings mit der Nachfrage: Vor zwei Jahren lag die durchschnittlich erwartete elektrische Reichweite noch bei 531 Kilometern, heute sollen es mit 680 Kilometern bis zum nächsten Ladestopp deutlich mehr sein. Bei der Mindestreichweite geht die Schere zwischen realem Angebot und Kundenwunsch somit weiter auseinander. Ähnlich ist die Situation bei der Ladedauer: Für 63 Prozent der Teilnehmer verläuft die Schmerzgrenze bei 30 Minuten oder deutlich darunter. Nur 31 Prozent würden eine Stunde oder länger akzeptieren.

Andreas Reiners / glp

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