Verkehrsunfallflucht in Ludwigsburg und Freiberg am Neckar

Freiberg am Neckar-Beihingen: Unfallflucht – Fahrzeuglenker davon gefahren

Das Polizeirevier Marbach, Tel. 07144/900-0, sucht Zeugen, die Hinweise zu einer Unfallflucht geben können, die am Montag gegen 10:40 Uhr am Marktplatz im Ortsteil Beihingen begangen wurde. Ein bislang unbekannter Fahrzeuglenker war auf dem Edeka-Parkplatz unterwegs und streifte dort mutmaßlich beim Vorbeifahren einen Skoda, der dort abgestellt war. Nach dem Zusammenstoß hatte der Unbekannte zunächst kurz angehalten und seine Fahrt anschließend fortgesetzt, ohne sich um den entstandenen Sachschaden von rund 1.000 Euro zu kümmern. Zum Unfallzeitpunkt befand sich der Fahrer des Skoda im Fahrzeug. Er konnte noch erkennen, dass es sich bei dem Verursacherfahrzeug eventuell um einen blauen Kleinwagen in der Größe eines VW Golfs handeln könnte.

Ludwigsburg / BAB 81: Unfallflucht an der Autobahnanschlussstelle

An der Autobahnanschlussstelle Ludwigsburg-Nord ereignete sich am Montagmorgen gegen 08:00 Uhr eine Verkehrsunfallflucht, zu dem die Polizei nun nach Zeugen sucht. Ein 56-Jahre alter Sattelzuglenker kam aus Richtung Heilbronn und hat die Autobahn 81 an der Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord verlassen. Kurz bevor er nach links auf die Frankfurter Straße (B 27) in Richtung Bietigheim-Bissingen abbiegen konnte, musste er an einer roten Ampel auf der rechten der insgesamt zweispurigen Linksabbiegerspur anhalten. Zu diesem Zeitpunkt stand ein bislang unbekannter Fahrzeuglenker parallel neben ihn auf der Rechtsabbiegerspur, die in Richtung Ludwigsburg führt. Als die Ampelanlage auf Grün umgeschaltet hatte, setzte der Sattelzuglenker seine Fahrt fort. Beim Anfahren beschleunigte der Unbekannte ebenfalls sein Fahrzeug und zog mutmaßlich nach links, wo er im weiteren Verlauf den Sattelzug streifte. Der unbekannte Fahrer, der mutmaßlich am Steuer eines weißen Kleintransporters mit ausländischem Kennzeichen saß, hatte nach der Kollision vorübergehend am Fahrbahnrand angehalten und ist kurz ausgestiegen. Ohne sich jedoch um den entstandenen Sachschaden von etwa 1.500 Euro zu kümmern, fuhr er im weiteren Verlauf in Richtung Ludwigsburg davon. Der männliche Fahrer ist etwa 50 Jahre alt, hat graue Haare und trug Arbeitsklamotten. Sachdienliche Hinweise zum Verursacher nimmt das Polizeirevier Ludwigsburg, Tel. 07141/18-5353, entgegen.

Korntal-Münchingen: Fensterscheibe beschädigt

Bislang unbekannte Täter trieben zwischen Samstag 18.00 Uhr und Montag 07:30 Uhr in der Zuffenhauser Straße in Korntal ihr Unwesen. An einer Jugendeinrichtung schlugen sie vermutlich mit einem Stein zwei Löcher in die Fensterscheibe einer Turnhalle. Dadurch entstand ein Sachschaden, der derzeit nicht genau beziffert werden kann. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit dem Polizeiposten Korntal-Münchingen, Tel. 0711/839902-0, in Verbindung zu setzen.

red

Chinas Wirtschaft schwächelt und belastet deutsche Autobauer

Jahrelang raste die Konjunktur-Lokomotive China mit Volldampf voraus. Andere Volkswirtschaften blickten fast schon neidisch nach Fernost. Doch die fetten Jahre sind jetzt offenbar auch im Reich der Mitte vorbei. Denn 2018 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt so langsam wie seit 28 Jahren nicht mehr. Die vom Statistikamt in Peking mitgeteilte Wachstumsrate sank auf 6,6 Prozent. Im Jahr 2017 betrug diese noch 6,8 Prozent.Das ist die geringste Zunahme der Wirtschaftsleistung seit 1990. Unter den fünf größten Volkswirtschaften der Welt ist Chinas BIP-Wachstumsrate jedoch die höchste.

Der Handelsstreit mit den USA hinterlässt mittlerweile seine Spuren. Investitionen und Konsum schwächelten zum Jahresende. Experten erwarten weitere Konjunkturspritzen der Regierung.

Die Auswirkungen werden auch hierzulande deutlich zu spüren sein, vermuten Experten. Das dürfte vor allem die deutsche Autoindustrie treffen. Hersteller, wie VW, Audi, BMW und Daimler, die stark von China abhängig sind, müssen sich auf den ersten Einbruch des größten Fahrzeug-Marktes der Welt seit zwei Jahrzehnten einstellen. An den Finanzmärkten wird bereits befürchtet, dass die Abkühlung die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht. mid/rlo

Umfrage: Mehrheit fordert niedrigere Promillegrenze für “Idiotentest”

“Kein Alkohol am Steuer” lautet eine der wichtigsten Regeln für Verkehrsteilnehmer. Die Gefahren sind bewiesen: Bei jedem 14. Getöteten auf Deutschlands Straßen war 2017 Alkohol im Spiel – und fast drei Viertel der Deutschen wünschen sich härtere Strafen für Alkoholsünder.

73 Prozent fordern einer aktuellen Umfrage zufolge die Senkung der Promille-Grenze für die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Derzeit wird die Untersuchung, die im Volksmund als “Idiotentest” bezeichnet wird, erst angeordnet, wenn bei einem Unfallbeteiligten 1,6 Promille nachgewiesen wurden. Die repräsentative Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands hat ergeben, dass sich die Mehrheit der Befragten eine Absenkung dieses Grenzwertes auf 1,1 Promille wünscht. Während sich dafür 78 Prozent der befragten Frauen aussprechen, sind es bei den Männern nur 69 Prozent.

“Autofahrer mit mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut sind absolut fahruntüchtig und bringen sich und andere massiv in Gefahr”, sagte Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband (VdTÜV), im Vorfeld des Deutschen Verkehrsgerichtstages. Untersuchungen zeigten, dass bei alkoholbedingten Verkehrsdelikten ab einem Promillewert von 1,1 Promille eine erhöhte Rückfallgefahr bestehe, weswegen sich der TÜV-Verband dafür stark macht, dass mithilfe einer früher angeordneten MPU diese Gefahr reduziert wird. mid/Mst

Mustang mit 700 Pferdestärken

Er ist das stärkste Pferd im Stall: der neue Mustang Shelby GT500. Aus 5,2 Litern Hubraum schöpft der V8-Motor athletische 513 kW/700 PS. Das führt zu entsprechenden Beschleunigungswerten. Die gibt der Mutterkonzern Ford mit etwas krummen Zahlen an: “Kaum mehr als drei Sekunden von null auf 96 km/h.” Das hat mit amerikanischen Maßeinheiten zu tun: 96 km/h sind nämlich glatte 60 mp/h.

Mit dem neuen Shelby GT500 präsentiert Ford nun also in Detroit auf der North American International Auto Show (NAIAS) den stärksten Mustang in der über 50-jährigen Geschichte der amerikanischen Sportwagen-Legende.

Für den Shelby GT500 haben die Experten von Ford Performance einen besonderen Antriebsstrang komponiert, der in puncto Leistung und Drehmoment ein ungewöhnlich hohes Niveau erreicht. Der handgefertigte Aluminium-V8 mit 5,2 Liter Hubraum erhält einen 2,65 Liter großen Roots-Kompressor, der zwischen den beiden Zylinderbänken platziert ist und von einem Luft-Wasser-Ladeluftkühler unterstützt wird.

Aufgrund des Hochleistungs-MagneRide-Fahrwerks und der größten Bremsanlage, die Ford je in einem straßenzugelassenen Auto verbaut hat, geht der Mustang Shelby GT500 auch in puncto Verzögerung und Kurvengeschwindigkeiten an die Grenzen des physikalisch Möglichen. Der schnellste Mustang kommt im Herbst 2019 auf den nordamerikanischen Markt. Eine Markteinführung in Europa ist allerdings nicht geplant, was manchen Mustang-Freund enttäuschen wird. mid/wal

Vorhang auf für den neuen Toyota GR Supra 3.0

Die Legende lebt: Der neue Toyota GR Supra 3.0 feiert auf der North American International Auto Show in Detroit (bis 27. Januar 2019) seine Weltpremiere. Der Sportwagen aus dem Land des Lächeln kommt wie sein berühmter Vorgänger mit Reihensechszylinder-Frontmotor und Hinterradantrieb daher. Doch der neue GR Supra 3.0 tritt ein schweres Erbe an.

Der 3,0-Liter-Motor leistet 340 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmeter bereit. In Verbindung mit einem Achtgang-Automatikgetriebe liefert der Benziner eine gleichmäßige und kraftvolle Beschleunigung, betont der Hersteller.

Damit Agilität, Stabilität und Handling keine Wünsche offen lassen, legten die Rennsport-Profis von Toyota Gazoo Racing (GR) Hand an. Getestet wurde der Sportwagen standesgemäß auf der Nordschleife des Nürburgrings und auf den umliegenden Straßen in der Eifel. Grünes Licht gab Toyota-Präsident Akio Toyoda beim letzten Test auf dem Nürburgring höchstpersönlich.

In Sachen Assistenzsystemen ist der GR Supra 3.0 auf der Höhe der Zeit. Die serienmäßige Sicherheitsausstattung umfasst unter anderem das Safety+ Paket mit Toter-Winkel-Überwachung, Spurverlassenswarner, Rear-Cross Traffic Alert, Rear-End Collision Alert und intelligenten Parksensoren mit automatischer Bremsfunktion. Eine Alarmanlage und das Notrufsystem E-Call sind ebenfalls an Bord.

Die ersten Auslieferungen des neuen GR Supra 3.0 an Kunden sind für den Spätsommer 2019 geplant. Toyota bietet das Fahrzeug mit einem Ausstattungspaket sowie einer exklusiven Edition zum Marktstart an. Die Preise starten bei 62.900 Euro. Alle Fahrzeuge werden in Graz in Österreich produziert. mid/rlo

Winter-Camping mit kühlem Kopf

Camping ist nicht nur etwas für Sonnenanbeter. Das Übernachten im Wohnmobil hat auch im Winter Saison. Doch Urlauber sollten auf kalte Wetterbedingungen gut vorbereitet sein. Und das beginnt schon bei der Buchung.

Denn schön gelegene und gut ausgestattete Wintercampingplätze in den Alpen sind oft im Voraus ausgebucht, deshalb sollten sich Camper rechtzeitig um eine Reservierung kümmern, rät der ADAC. Interessierte finden die Informationen auf PiNCAMP unter https://www.pincamp.de, dazu noch Inspiration durch News, Reiseberichte, Interviews und Fahrzeug-Tipps.

Ganz klar: Winterreifen sind zwingend erforderlich sowohl für das Zugfahrzeug als auch das Wohnmobil. Die Profiltiefe sollte mindestens vier, besser aber fünf Millimeter betragen. Zudem sollten Schneeketten mitgenommen werden. Empfehlenswert ist es ebenfalls, schon vor der Urlaubsfahrt das Gespann auf einer abgelegenen Strecke Probe zu fahren, sagen die gelben Experten.

Außerdem sollte der Stellplatz gut geräumt sein. Um bei einem eventuellen Auftauen ein Kippen des Caravans oder Wohnmobils zu vermeiden, müssen ausreichend große Bretter unter die Hubstützen gelegt werden, damit diese bei Tauwetter nicht einsinken. Auf alle Fälle die Handbremse lösen, sobald der Caravan mit den Hubstützen fixiert ist. Beim Wohnmobil einen Gang einlegen und auch die Handbremse lösen – damit sie nicht fest friert.

Niedrige Temperaturen haben ihre Tücken. Solange das Campingfahrzeug beheizt wird und sich alle Wasservorräte im Inneren befinden, friert nichts ein. Liegt der Abwassertank nicht isoliert oder beheizt unter dem Campingfahrzeug, Ablasshahn geöffnet lassen und das Wasser direkt in einen Eimer leiten. So kann das Abwasser auch noch als “Eisblock” gut entsorgt werden.

Moderne Wohnwagen und Wohnmobile sind in der Regel für den Wintereinsatz gut gerüstet. Wichtig ist eine gute Isolierung des Aufbaus, Isolierverglasung und eine ausreichend dimensionierte Heizung. Aber auch Schnee kann Probleme bereiten: Schneit es sehr kräftig, muss das Dach regelmäßig von Schnee befreit werden. Vor allem nasser Schnee kann zu tonnenschwerer Last werden – Oberbayern und Österreicher können derzeit ja ein Klagelied davon singen.

Und noch eine Kleinigkeit ist zu beachten: Die Gasanlage sollte nur mit einem Propan/Butan-Gemisch betrieben werden, das auch bei Minusgraden gasförmig bleibt und genutzt werden kann. Ein Zweiflaschensystem mit Umschaltautomatik sollte im Winter zur Grundausstattung gehören, damit der Vorrat nicht unverhofft zu Ende geht. Elf Kilogramm Gas reichen etwa nur für zwei bis drei Tage, wissen erfahrene Camper. mid/wal

Doppeldecker mit Technik aus Deutschland

Großbritannien ist bekannt für Doppeldecker-Busse. Der britische Bushersteller Alexander Dennis Ltd. (ADL) erweitert sein Produktprogramm an Doppeldeckerbussen um ein Modell mit Brennstoffzellen-Antrieb. Dieses stattet Zulieferer ZF mit der elektrischen Antriebsachse AxTrax AVE aus. Das deutsche Technologieunternehmen aus Friedrichshafen liefert außerdem die passende Hard- und Software für den optimalen Betrieb.

“Wir freuen uns, dass der britische Bus-Hersteller Alexander Dennis auf die elektrische Antriebslösung AxTrax AVE von ZF vertraut”, sagt Fredrik Staedtler, Leiter der ZF-Division Nutzfahrzeugtechnik. “ZF vereinfacht die Elektrifizierung von Fahrzeugplattformen für den Hersteller und leistet damit einen zentralen Beitrag, um attraktive innerstädtische Mobilitätsangebote auch lokal schadstofffrei aufrechtzuerhalten.”

Die Elektroportalachse wird in einem Wasserstoff-Bus verbaut, den ADL auf Basis seiner Enviro400-Baureihe realisiert. In dieser Konfiguration wird aus Wasserstoff Elektrizität gewonnen, die wiederum die zwei elektrischen Radnabenmotoren der Elektroportalachse antreibt. Brennstoffzellen verbrauchen keine fossilen Kraftstoffe und erzeugen keine schädlichen Abgase, die einzige lokale Emission ist Wasserdampf. mid/wal

Weniger Pkw-Verkäufe in China. Deutsche Automarken im Plus

China ist nicht nur der größte, sondern auch ein seit Jahrzehnten rasant wachsender Automarkt. Vor allem deutsche Volumenhersteller profitieren vom Kaufrausch der Chinesen – der 2018 allerdings verhaltener war als die zwei Jahrzehnte zuvor.

Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren seien in China 2018 weniger Neuwagen verkauft worden als im Jahr zuvor, berichtet das Branchenblatt “Automobilwoche”. Der Rückgang solle sich 2019 fortsetzen.

Der Absatz von Pkw sei 2018 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 22,7 Millionen Autos zurückgegangen, habe der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) in Peking mitgeteilt. Auch der Handelsstreit mit den USA habe dazu beigetragen und werde sich auch 2019 auswirken, wenn die Differenzen nicht beigelegt würden, so das Fachblatt.

Die deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW machen trotz der Entwicklung in China eine gute Figur. Mercedes verbuchte 2018 ein Jahresplus von rund elf Prozent, BMW bis November 2018 etwa sechs Prozent und die Volkswagen-Tochter Audi ein Plus von 13 Prozent. mid/Mst

Zahl der Unfälle mit Kindern in Deutschland ist stark rückläufig

Kindersicherheit im Auto: Starke globale Unterschiede

Wenn Prof. Dr. Klaus Langwieder zur jährlichen Sicherheitskonferenz in München ruft, dann kommen die Experten aus aller Welt. Dieses Treffen wird nicht von lautstarken Protest-Demonstrationen und starker Polizei-Präsenz begleitet, auch die Innenstadt muss nicht großräumig abgeriegelt werden. Denn es geht um Kindersicherheit im Straßenverkehr.

Und das ist dem international anerkannten Unfallforscher Langwieder schon lange ein Herzensthema, für das er sich mit großem Engagement einsetzt: Bereits zum 16. Mal diskutierten in seinem Forum, das jeweils zum Jahresende beim TÜV Süd veranstaltet wird, Unfallforscher, Tester von Kindersicherungseinrichtungen, Kindersitzhersteller und Behördenvertreter, wie die Sicherheit für die “Kids” weiter vorangetrieben werden kann.

Beim Blick auf die Unfallzahlen, die global erhoben werden, wird sehr schnell klar, dass es je nach Region ein Gefälle in Sachen Kindersicherheit gibt. In den Ländern mit höherem Einkommen oder einer stringenten Gesetzgebung zum Sichern von Kindern in Fahrzeugen sind die jungen Beifahrer deutlich weniger gefährdet als im übrigen Teil der Welt. Die FIA (Féderation de l’Automobile) hat ausgerechnet, dass weltweit jedes Jahr fast 200.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen – als Fußgänger, auf Fahrrädern und Motorrädern sowie als Mitfahrer im Auto. Mehr als ein Drittel dieser Kinder saßen zum Zeitpunkt des Unfalls in einem Fahrzeug und hätten dessen Schutzpotenzial ausnutzen können. Sehr viele Kinder könnten noch leben, wenn sie vernünftig gesichert gewesen wären.

Auch wenn zum Beispiel Europa in dieser Statistik mit leidvollem Inhalt eine gute Figur macht, wäre es fatal, die Hände in den Schoß zu legen. Sicher: Auch in Deutschland sind die Zahlen der im Straßenverkehr verletzten und getöteten Kinder in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Allerdings zeigen Unfallanalysen, dass meistens dann, wenn Opfer zu beklagen sind, Nachlässigkeit oder Fehlbedienung ein wesentlicher Faktor sind.

Langwieder: “Die Aufklärung muss permanent weitergehen. Schließlich wachsen immer wieder neue Generationen von Eltern heran, die in Sachen Kindersicherheit sensibel gemacht und angeleitet werden müssen.” Da sich Verbraucher in ihren Gewohnheiten, wie sie sich informieren, ebenfalls stark verändern, sind auch in diesem Punkt neue Wege gefragt. Die gedruckte und bebilderte Bedienanleitung reicht nicht mehr aus. Für die “Generation Smartphone” müssen Filme im Netz abrufbar sein, in denen anschaulich gezeigt wird, wie Kinder im Auto gesichert werden können und welche Fehler unbedingt vermieden werden müssen.

Ein ständiges Thema bei den Kindersicherheits-Konferenzen sind die Testmethoden, mit denen die Schutzwirkung der Systeme erprobt wird – von der Babyschale über den Kindersitz bis hin zu den Sitzerhöhern für die größeren Kinder. Das Problem: Unfälle lassen sich nicht normen, sie sind individuelle Ereignisse. Insofern würde es wenig Sinn haben, wenn sich die Tester auf wenige Unfallkonstellationen im Labor beschränken.

Längst wird die Schutzwirkung nicht nur beim simulierten Frontalcrash ermittelt, sondern auch beim seitlichen Anprall. Im Fokus der Tester und Kindersitzhersteller steht zum Beispiel speziell das Zusammenspiel zwischen Kindersitz und Seiten-Airbags. Eine Forderung der Experten lautet demnach sinngemäß, sowohl die Versuchskonstellationen als auch die gesetzlichen Richtlinien mit dem realen Unfallgeschehen immer wieder abzugleichen, um die Produkte so ständig zu verbessern.

Beim Unterthema Komfort wird deutlich, wie vielschichtig Kindersicherheit sein kann. Es geht nicht nur um den Komfort für das Kind, sondern auch für die Erwachsenen. Ein Kinderschutzsystem, das nur schwer zu handhaben ist, entfernt sich vom Komfort genauso weit, wie ein harter Sitz, in dem das Kind unbarmherzig gefesselt ist. Auch das: Fühlt sich das gesicherte Kind wohl, neigt es weniger dazu, die Person am Lenkrad abzulenken. Denn ein abgelenkter Fahrer wird eher in einen Unfall verwickelt als ein entspannter.

In Richtung Komfort zielt auch eine andere Gefahr, die Prof. Langwieder als große Herausforderung für die nähere Zukunft sieht: “Wir müssen für die veränderte Situation der Mobilität beispielsweise mit Carsharing und autonomem Fahren Lösungen erarbeiten.” Wer schleppt schon ständig einen schweren und sperrigen Kindesitz mit sich rum, wenn er sich nur ab und zu ein Kurzstreckenauto mietet? Und lassen die künftigen Innenraumformen selbstfahrender Autos noch zu, dass Kinder gemäß ihrem Alter sicher unterwegs sind? Und auch darüber sind sich die Experten für die Kindersicherheit einig: Wenn sich in Ländern mit geringerem Einkommen und laxer Gesetzeslage schnell etwas ändern soll, sind Aufklärung der Eltern und gute, aber dennoch preiswerte Kindersitze ein Muss. Darauf wird Langwieder auch künftig sein Auge werfen. mid/brie

Zahl der Verkehrstoten gestiegen

Die finalen Zahlen stehen noch nicht fest. Doch eine ist klar: 2018 sind auf deutschen Straßen mehr Menschen ums Leben gekommen als im Vorjahr. Der ADAC prognostiziert eine Steigerung um 3,3 Prozent. Auffällig ist der starke Anstieg an getöteten Radfahrern.

Laut der vorläufigen Schätzung waren letztes Jahr 3.285 Todesopfer zu beklagen, 2017 waren es noch 3.180. Auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten ist gestiegen. “Während die Zahl der getöteten Pkw-Insassen und der Fußgänger gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken ist, fällt vor allem ein Anstieg der ums Leben gekommenen Radfahrer auf”, heißt es beim Automobilclub. Er sieht akuten Handlungsbedarf wegen des demografischen Wandels und der wachsenden Zahl älterer Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig würden immer mehr Senioren auf Pedelecs und E-Bikes umsteigen – eine weitere Gefahrenquelle. mid/rhu

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