Erleichterung in der Autoindustrie: Das Ende vom Verbrenner-Aus ist in Sicht

Die baden-württembergische Autoindustrie dürfte erleichtert reagieren: Die EU-Kommission plant, neue Verbrenner-Fahrzeuge auch nach 2035 zuzulassen. Verkehrskommissar Tzitzikostas bestätigte die “Offenheit für alle Technologien”. Die Regelung im kommenden “Auto-Paket” erlaubt traditionelle Motoren, solange sie mit Biokraftstoffen oder E-Fuels betrieben werden können. Die Kommission reagiert damit positiv auf Forderungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Brüssel (ag) – Die EU-Kommission öffnet die Tür für neue Fahrzeuge mit Verbrenner-Antrieb nach 2035.

Dies sei im “Auto-Paket” vorgesehen, das die Kommission in den kommenden Wochen vorstellen will, sagten mehrere hochrangige Kommissionsmitglieder dem “Handelsblatt” (Dienstagsausgabe). Auf die Frage, ob die EU nicht nur Hybridautos, sondern auch klassische Verbrenner erlauben werde, sagte Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas dem “Handelsblatt”: “Wir sind offen für alle Technologien.”

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte in einem Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) am Freitag gefordert, die EU solle bei ihrer Revision der Flottengrenzwerte ab 2035 auch “hocheffiziente” Verbrenner berücksichtigen. “Der Brief von Kanzler Merz wurde sehr positiv aufgenommen”, sagte Tzitzikostas.

Die Kommission werde in der neuen Regelung “alle technologischen Entwicklungen” einbeziehen – “einschließlich der Rolle von emissionsfreien und emissionsarmen Kraftstoffen und fortgeschrittenen Biokraftstoffen”. Dies sei wichtig, um einen “wirtschaftlich tragfähigen und sozial fairen” Übergang hin zu klimaneutralen Antrieben zu ermöglichen, sagte Tzitzikostas. Zwei weitere Kommissionsbeamte bestätigten, dass man traditionelle Verbrennermotoren zulassen wolle, solange diese mit Biokraftstoffen oder E-Fuels betankt werden.

Doch kein Aus? Bundeskanzler Merz will Verbrennerverbot rückgängig machen

Friedrich Merz stellt sich gegen das EU-weite Verbrennerverbot ab 2035. Der Bundeskanzler hält den Ausstieg für einen „schweren Fehler“ – und fordert Technologieoffenheit. Besonders für die deutsche Industrie sieht er Risiken, wenn an alten Verboten festgehalten werde.

Berlin (red) – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht das Verbrennerverbot in der EU ab 2035 mit Blick auf die deutsche Automobilindustrie als falsch an. “Meine klare Vorstellung ist, dass wir dieses sogenannte Verbrennerverbot in der Form nicht aufrechterhalten”, sagt Merz am Montagabend in der ntv-Sendung “Pinar Atalay”.

Stattdessen solle die Regierung mit “Technologieoffenheit in die Diskussion der nächsten Wochen und Monate gehen”. Die EU-Kommission habe die Entscheidung diesbezüglich vorgezogen. “Das soll noch in diesem Jahr entschieden werden. Und ich möchte nicht, dass Deutschland zu den Ländern gehört, die an diesem falschen Verbot festhalten”, so der CDU-Chef.

Merz bestreitet, dass es sich dabei um einen Schritt zurück handele. “Wir fördern Verbrenner auch nicht, sondern wir lassen sie weiter zu, weil sie zum Beispiel im Lkw-Bereich gebraucht werden.” Wenn man eine Technologie verbiete, werde sofort die Arbeit daran in allen Unternehmen eingestellt. “Und das ist ein schwerer Fehler.” Auf der Welt werde weiter geforscht und entwickelt, auch an Dieselmotoren. “Ich möchte, dass die Bundesrepublik Deutschland, dass unsere Industrie daran weiter teilnimmt. Deswegen ist das Verbot falsch.”

Das sei aber ein Thema, das in der Koalition noch nicht ausdiskutiert worden sei. “Ich hoffe, dass uns das jetzt am Donnerstag gelingt.” Umweltminister Carsten Schneider (SPD) sei davon noch nicht überzeugt, so Merz. “Wir sollten Technologien ermöglichen. Das ist mein Ziel.”

Autozulieferer Bosch schließt Werksschließungen nicht aus

Bosch kündigt tiefgreifende Einschnitte in seiner Mobilitätssparte an: Bis 2030 sollen 13.000 Stellen wegfallen – fast ausschließlich in Deutschland. Auch Werksschließungen und Verlagerungen ins Ausland sind nicht ausgeschlossen. Der Konzern steht unter massivem Wettbewerbsdruck.

Stuttgart-Gerlingen (red) – Das baden-württembergische Traditionsunternehmen Bosch schließt bei der Restrukturierung seiner angeschlagenen Mobilitätssparte weder betriebsbedingte Kündigungen noch Standortschließungen und Produktionsverlagerungen ins Ausland aus.

“Unser Ziel ist und bleibt es, sozial verträgliche Lösungen zu finden. Wenn aber zum Beispiel ganze Standorte geschlossen werden müssen, sind auch betriebsbedingte Kündigungen nicht zu vermeiden”, sagte Arbeitsdirektor Stefan Grosch der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. “Produktion findet dort statt, wo sie von unseren Kunden gefordert wird. Dabei spielen Zölle eine immer größere Rolle. Produktionsverlagerungen kann man daher nie ausschließen.”

Der weltgrößte Automobilzulieferer hatte am vergangenen Donnerstag bekannt gegeben, bis Ende 2030 weitere 13.000 Arbeitsplätze in der Mobilitätssparte zu streichen. Mit dieser Ankündigung summiert sich die Zahl der Stellen, die der Zulieferer in seinem größten Geschäftsbereich in den nächsten Jahren abbauen, auf gut 22.000. Betroffen sind fast ausschließlich die deutschen Mobilitätsstandorte, an denen Bosch Ende vergangenen Jahres rund 70.000 Menschen beschäftigt hat.

“Abwarten ist keine Option”, sagte Grosch weiter. “Vor allem hat sich der Preiswettbewerb deutlich verschärft. Zudem verschieben sich Bestellungen von neuen Elektronik-Architekturen sowie von Komponenten für Elektromobilität und automatisiertes Fahren zeitlich deutlich weiter nach hinten. Die erwartete Nachfrage ist nicht vorhanden.”

Den Vorwurf, das Ausmaß der Krise erst nach mehr als eineinhalb Jahren vollständig offen gelegt zu haben, wies Grosch zurück. “Von einer Salamitaktik kann nicht die Rede sein. Wir müssen schlichtweg den individuellen Anforderungen unserer sehr unterschiedlichen Sparten im Bosch-Konzern gerecht werden”, erklärte Grosch. “Wir müssen unseren Beschäftigten das Signal geben, dass wir an der Wettbewerbsfähigkeit der Standorte arbeiten müssen. Es ist wichtig, dass Klarheit besteht und dass alle die Situation verstehen, denn der Zeitdruck ist extrem groß.”

Die Beschäftigungssicherung, die bis Ende 2027 betriebsbedingte Kündigungen an deutschen Standorten in der Mobilitätssparte von Bosch ausschließt, stellte Grosch dagegen nicht infrage. “Die Vereinbarung halten wir auf jeden Fall ein”, sagte Grosch der FAZ. Trotz der schwierigen Situation “funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Gesamtbetriebsrat” nach Ansicht Groschs gut. “Wichtig ist, dass wir jetzt von beiden Seiten an diesem vertrauensvollen Dialog festhalten und schnell ins Gespräch kommen.”

Die Arbeitnehmerseite müsse sich jedoch in den nächsten Jahren auf grundlegende Veränderungen einstellen. “Der Umsatzanteil, den wir mit Elektronik und Software machen, wird größer. Der Wertschöpfungsanteil geht dabei im Vergleich zur klassischen Verbrennertechnologie zurück. Das bedeutet, dass wir als Unternehmen wachsen, die Beschäftigung aber nicht im gleichen Maß mitwächst”, sagte Grosch. “Das Wirtschaftsmodell verändert sich, und wir sind Teil der Veränderungen. Die Innovationskraft in der Mobilität verschiebt sich aktuell in Richtung China. Wir müssen uns dem Wettbewerb stellen und konsequent an unserer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten. Und wir müssen uns wieder auf unsere Innovationskraft besinnen, die Bosch und die deutsche Wirtschaft stark gemacht hat.”


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Massiver Stellenabbau an mehreren Standorten bei Bosch – in Schwieberdingen sind 1.750 Stellen betroffen

Kein Durchkommen mehr für Elterntaxis: Stadt Ludwigsburg sperrt Schulgasse für Autos

Ludwigsburg – Die Schulgasse in Ludwigsburg ist ab sofort für den motorisierten Verkehr an Schultagen gesperrt – zum Schutz der Kinder. Mit neuen Schildern, Pollern und einer klaren Regelung will die Stadt dem morgendlichen Verkehrschaos vor der Sophie-Scholl-Schule ein Ende setzen. Eine Elterninitiative hatte sich vehement für mehr Sicherheit eingesetzt – nun zeigt sich: Engagement wirkt.

Ludwigsburg – Schulstraße statt Rennstrecke

Was lange diskutiert wurde, ist jetzt offiziell: Von 7 bis 15.30 Uhr gilt an Schultagen ein Durchfahrtsverbot für alle motorisierten Fahrzeuge in der Schulgasse. Bislang galt „Anlieger frei“ – eine Regelung, die von vielen Autofahrenden umgangen wurde, um Kinder direkt vor der Tür abzusetzen oder Abkürzungen zu nehmen. Das führte regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Damit ist nun Schluss.

Neue Schilder, mehr Schutz

Am Montag (16. September) enthüllten Bürgermeister Sebastian Mannl, Schulleiterin Simone Werner-Mehl und Vertreterinnen der Elterninitiative gemeinsam die neuen Verkehrsschilder. Ergänzt wurden die Maßnahmen durch zusätzliche Poller und Fahrbahnmarkierungen, um den Gehweg besser abzugrenzen und den Schulweg sichtbarer und sicherer zu gestalten.

Reaktion auf Petition und Elternsorgen

Die neue Regelung ist das Ergebnis monatelanger Gespräche zwischen Stadtverwaltung, Schule und engagierten Eltern – ausgelöst durch eine Petition mit zahlreichen Unterschriften. Bürgermeister Mannl betonte: „Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmenden – entsprechend hat ihr Schutz eine sehr hohe Priorität.“

Auch Schulleiterin Simone Werner-Mehl äußerte sich zufrieden: „Wir freuen uns sehr über diese Entscheidung, denn sie bedeutet für unsere Schülerinnen und Schüler ein deutliches Plus an Sicherheit.“

Polizei kontrolliert neue Regelung

Das neue Durchfahrtsverbot soll durch Schwerpunktkontrollen der Landespolizei konsequent überwacht werden. So will die Stadt sicherstellen, dass die Maßnahmen auch langfristig wirken – und aus einem gefährlichen Engpass endlich eine echte Schulstraße wird.

red

Grünen-Spitzenkandidat Özdemir zeigt sich offen für Verschiebung von Verbrenner-Aus

Der grüne Spitzenpolitiker Cem Özdemir zeigt sich offen für eine zeitliche Verschiebung des Verbrenner-Aus ab 2035 – pocht aber auf den Kurs in Richtung emissionsfreier Mobilität. Während die Industrie bereits vorangeht, warnt Özdemir vor politischen Rückschritten. Der Ausgang des Autogipfels dürfte richtungsweisend für Standort, Jobs – und das Klima sein.

 Stuttgart (red) – Der Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, hält eine Verschiebung des Verbots von neuzugelassenen Autos mit Verbrennungsmotor ab 2035 für denkbar. “Gefordert ist jetzt ein Schulterschluss zwischen Industrie und Politik, der die nötige Flexibilität beim `Wann` ermöglicht und gleichzeitig beim `Wohin` klar Kurs hält”, sagte Özdemir dem “Handelsblatt” (Mittwochausgabe).

Eine komplette Aufhebung des Verbrennerverbots lehnte Özdemir ab. “Die Autoindustrie hat sich längst auf den Weg gemacht und massiv investiert in die emissionsfreie Mobilität.”

Özedmir kritisierte den bayerischen Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der ein Kippen des Verbrenner-Aus gefordert hatte. “Eine Politik, die die Zukunft unserer Industrie im Blick hat, sollte den Blick nach vorne richten und sich nicht in kurzsichtigen Rollen rückwärts üben”, sagte Özdemir. Auch die Grünen-Parteivorsitzende Franziska Brantner sagte dem “Handelsblatt”: “Die Grünen stehen ohne Wenn und Aber zum klimaneutralen Auto, zum Verbrenner-Aus.”

Offen für Gespräche über eine Verschiebung des 2035er-Ziels zeigte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Sebastian Roloff. “Der Autogipfel muss einen klaren gemeinsamen Weg von Politik und Branche liefern, wie wir Standorte und Arbeitsplätze bei uns sichern”, sagte Roloff der Zeitung.

Nach den sogenannten “Flottengrenzwerten” dürfen alle in der EU zugelassenen Neuwagen eines Herstellers aktuell durchschnittlich 93,6 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Der Wert wird bis 2035 schrittweise auf null Gramm pro Kilometer abgesenkt und der Verkauf neuer Verbrenner somit indirekt verboten. Diese Flottengrenzwerte sind Teil des “Fit-for-55”-Pakets, mit dem die EU von einem Pfad für eine Erderhitzung von über vier Grad Celsius auf einen Pfad umsteuerte, mit dem der Klimawandel auf etwas über zwei Grad Celsius begrenzt werden könnte. Der Internationale Gerichtshof hatte zuletzt klargestellt, dass Staaten bei einer Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze zu Schadensersatz verklagt werden können.

KfZ-Regionalklassen neu berechnet: In diesen Regionen steigen die Versicherungsbeiträge jetzt deutlich an

Der Gesamtverband der Versicherer hat neue Regionalklassen für Kfz-Haftpflichtversicherungen festgelegt – mit Folgen für mehr als zehn Millionen Autofahrende. In Hessen und NRW steigen die Beiträge besonders häufig. Offenbach hat die bundesweit schlechteste Schadenbilanz, Elbe-Elster die beste. Was das für Ihre Versicherung bedeutet – ein Überblick.

Berlin/Ludwigsburg. Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland müssen sich auf Änderungen bei ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung einstellen. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag mitteilte, ändern sich in diesem Jahr die Regionalklassen in 99 von 413 Zulassungsbezirken – mit direkten Auswirkungen auf die Versicherungsbeiträge. Für rund 5 Millionen Versicherte steigen die Beiträge, für etwa 5,3 Millionen wird es günstiger.

„Durch die aktuelle Auswertung ändern sich die Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung für mehr als zehn Millionen Autofahrende“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. In den übrigen 314 Bezirken mit rund 32,1 Millionen Versichertenbleibt alles wie im Vorjahr.

Hessen, NRW und Großstädte besonders betroffen

Besonders stark betroffen von höheren Einstufungen sind Autofahrende in Hessen und Nordrhein-Westfalen. „Hier wird fast jeder vierte Autofahrende hochgestuft“, so Asmussen. Aber auch Großstädte schneiden regelmäßig schlechter ab: „Die schlechteste Schadenbilanz hat Offenbach, dicht gefolgt von Berlin. In beiden Städten liegen die Schäden fast 40 Prozent über dem Schnitt.“

Brandenburg ganz vorn – Elbe-Elster mit bester Bilanz

Vergleichsweise gute Schadenbilanzen weisen erneut die Flächenländer Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf. In diesen Regionen verursachen Autofahrende nach Angaben des GDV deutlich weniger oder günstigere Schäden als im Bundesdurchschnitt.

Spitzenreiter unter den sichersten Bezirken ist erneut Elbe-Elster (Brandenburg): Dort liegen die Schäden etwa 30 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Was bedeutet die Regionalklasse für Versicherte?

Die Regionalklasse beeinflusst, wie hoch der Versicherungsbeitrag ausfällt. Je höher die Schadenhäufigkeit und -kosten in einem Zulassungsbezirk, desto höher die Einstufung – und desto teurer die Versicherung. Allerdings weist der GDV darauf hin, dass die Regionalklasse nur ein Faktor bei der Berechnung des Gesamtbeitrags ist.

Entscheidend sind außerdem:

Typklasse des Fahrzeugs

jährliche Fahrleistung

Fahrerprofil

und die Entwicklung der Reparaturkosten, die laut GDV seit Jahren deutlich schneller steigen als die allgemeine Inflation.

In den letzten zwei Jahren hätten diese Kostensteigerungen zu Verlusten von rund fünf Milliarden Euro bei den Kfz-Versicherern geführt.

Kaum Änderungen bei der Kaskoversicherung

In der Teilkasko- und Vollkaskoversicherung bleibt die Lage größtenteils stabil. Rund 33,4 Millionen Versicherte behalten ihre bisherige Einstufung. Für 2,1 Millionen Menschen steigt die Klasse, bei 2,6 Millionen sinkt sie.

Auf dem Gelände eines Autohauses: Dreiste Diebe stehlen AMG-Räder in Vaihingen an der Enz

Vaihingen an der Enz – Räder weg über Nacht: Unbekannte Täter haben auf dem Gelände eines Autohauses im Gewerbegebiet Fuchsloch alle vier Räder eines dort geparkten Mercedes AMG entwendet. Der Diebstahl ereignete sich zwischen Samstag (08.03.2025) 13:00 Uhr und Montag (10.03.2025) 06:50 Uhr.

Die Diebe bockten das Fahrzeug vermutlich auf, entfernten die Kompletträder im Wert von etwa 8.000 Euro und entkamen unerkannt. Wie genau das Fahrzeug aufgebockt wurde, ist derzeit noch unklar.

Die Polizei Vaihingen an der Enz sucht Zeugen, die Verdächtiges beobachtet haben. Hinweise werden unter Tel. 07042 941-0 oder per E-Mail an vaihingen-enz.prev@polizei.bwl.de entgegengenommen.

red

Autoindustrie fordert neue E-Auto-Förderung noch vor Bundestagswahl

Die Automobilindustrie schlägt Alarm: VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert Union und FDP auf, die geplante Förderung für Elektroautos noch vor der Bundestagswahl zu beschließen. Ohne zusätzliche Anreize droht der Markt für E-Fahrzeuge weiter zu schwächeln.

Berlin – Die Präsidentin des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, hat Union und FDP aufgefordert, noch vor der Bundestagswahl der geplanten zusätzlichen Förderung von Elektroautos im Bundestag zuzustimmen. “Wichtig ist jetzt, noch einmal zu prüfen, ob nicht doch gemeinsam noch vor der Wahl die für die Industrie besonders wichtigen Teile der Wachstumsinitiative verabschiedet werden können, zum Beispiel hinsichtlich der Förderung der E-Mobilität”, sagte Müller der “Rheinischen Post” (Mittwochausgabe).

“Sowohl die geplante Sonder-Abschreibung für neu zugelassene vollelektrische und vergleichbare Nullemissionsfahrzeuge als auch die Erhöhung des Deckels für den Brutto-Listenpreis bei der Dienstwagenbesteuerung für E-Fahrzeuge können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den deutschen Markt für E-Autos wieder anzukurbeln”, sagte die Verbandspräsidentin.

Außerdem könne so auch der Gebrauchtwagenmarkt für vollelektrische Pkw gestärkt werden. “Das wäre jetzt ein wichtiges politisches Signal für die Verbraucher, für die E-Mobilität und für die deutsche Automobilindustrie”, sagte sie. Komme die Einigung nicht mehr zustande, würden sich die Verbraucher bei Käufen von E-Autos weiter zurückhalten, fürchtet Müller.

red

Autokennzeichen für kleinere Städte gefordert: Städtebund unterstützt Reformvorschlag

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat sich für eine Neuregelung der Autokennzeichen in Deutschland ausgesprochen, damit auch kleinere Städte künftig eigene Nummernschilder bekommen können. “Ein eigenes Kennzeichen stärkt die Identifikation mit der Kommune. Zugleich kann damit ein Marketing-Effekt zugunsten einer Stadt oder Gemeinde verbunden sein”, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer André Berghegger der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Dienstagausgabe).

“Wer mit einem eigenen Kennzeichen die Verbundenheit mit seinem Heimatort zeigen möchte, sollte dazu auch die Gelegenheit haben”, so Berghegger.

Der kommunale Spitzenverband unterstützt damit ein Reformkonzept des Heilbronner Tourismusforschers Ralf Bochert, das im Herbst bekannt wurde. Es sieht vor, dass 320 mittelgroße Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern künftig eigene Ortskennungen für Nummernschilder beantragen können. Beispiele wären Buxtehude (BUX), Herzogenaurach (HZA) oder Radebeul (RAD).

Das Bundesverkehrsministerium müsste dazu die Fahrzeugzulassungsverordnung ändern, wofür ein entsprechendes Interesse der Kommunen als Voraussetzung gilt. Bereits seit 2012 haben bestimmte kleinere Städte die Möglichkeit, sich ein eigenes Kennzeichen zuweisen zu lassen, allerdings nur dann, wenn es dieses Kennzeichen in der Vergangenheit schon einmal gab.

“Die Erfahrungen mit der Wiedereinführung der sogenannten Altkennzeichen haben gezeigt, dass diese sehr gut von den Menschen angenommen werden”, sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Berghegger der NOZ. Auch zu dem neuen Heilbronner Konzept habe man “bereits sehr positive Rückmeldungen von Städten” erhalten, “die sich das gut vorstellen könnten”.

Die genaue Ausgestaltung müsse aber in der Hand der betroffenen Städte und der KfZ-Halter liegen. “Keine Stadt sollte gezwungen werden, ein neues, eigenes Kennzeichen einzuführen”, so Berghegger. Ebenso sollten die Autofahrer nicht dazu verpflichtet werden, ihre Schilder auszutauschen.

red

VW-Chef Blume: Sanierungsprogramm unumgänglich – Kosten in Deutschland müssen massiv gesenkt werden

VW-Konzernchef Oliver Blume sieht keine Alternative für ein Sanierung- und Sparprogramm bei der Marke Volkswagen. Die Fehler für die wirtschaftlichen Probleme bei VW seien in der Vergangenheit gemacht worden, sagte er der “Bild am Sonntag”.

“Die schwache Marktnachfrage in Europa und deutlich gesunkene Erträge aus China legen jahrzehntelange strukturelle Probleme bei VW offen.” Das gehe man jetzt konsequent an. Der Gesamtkonzern-Chef kündigte an: “Unsere Kosten in Deutschland müssen massiv runter.”

VW sei in der Heimat schlicht zu teuer: “Unser Arbeitskostenniveau ist beispielsweise hier oftmals mehr als doppelt so hoch, wie der Durchschnitt unserer europäischen Standorte. Auch bei unseren Entwicklungs- und Vertriebskosten und in weiteren Kostenbereichen besteht im Wettbewerbsvergleich ebenso Handlungsbedarf.”

Eigentlich, so der Konzern-Chef, stehe VW gut da: “Der Konzernumsatz liegt aktuell leicht über dem Vorjahr – unsere neuen Produkte kommen super an, was der Anstieg des Auftragseingangs im dritten Quartal belegt.” Das operative Ergebnis stehe aber nach neun Monaten, gerade wegen der hohen Kosten, enorm unter Druck und sei um mehr als 20 Prozent gesunken.

Deshalb wolle Blume die Sanierung jetzt umsetzen “Das Ziel für Kosten- und Kapazitätsanpassung steht.” Nur der Weg dorthin sei “flexibel gestaltbar”. Rund 900 Millionen Euro hat der Konzern dafür als Rückstellungen im Geschäftsbericht für die Maßnahmen eingestellt.

Der Um- und Abbau soll laut “Bild am Sonntag” durch Einstellstopp, keine Stellennachbesetzungen bei Rentenfällen, Ausweitung der Altersteilzeit und Frührente erreicht werden. Zudem soll es Abfindungspakte, Ruhestandsregelungen für die Jahrgänge 1961 bis 1964 und weniger Bonuszahlungen auch fürs Management geben.

VW-Personalvorstand Gunnar Kilian sprach von “einer historischen Weichenstellung für Volkswagen”. Die Richtung sei klar: “Wir müssen von unseren Kosten runter”, sagte er der “Bild am Sonntag”. Dafür fordert der Manager von der Belegschaft “die Bereitschaft, Einschnitte hinzunehmen” ein. Nur so könne VW “Investitionen in starke Autos, an denen unser Erfolg und damit unsere Arbeit hängen” stemmen.

Kilians Diagnose: “Der europäische Automobilmarkt stagniert. Besonders die Nachfrage nach Elektroautos, gerade in Deutschland, ist viel zu schwach. Überkapazitäten in unseren Werken sind die Folge.” Der Personalchef: “Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und zügig den Umbau angehen.” Die gesamte Auto-Branche habe aktuell zu kämpfen, so Kilian. “Volkswagen hat aber das Potential, die Kehrtwende dieses Negativtrends einzuleiten.”

red

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