Damit die Jugend sicher surft

Heutige Kinder und Jugendliche sind mit dem Internet aufgewachsen. Das schützt sie aber noch längst nicht vor Fallen, die im Netz lauern. Eine Fernsehsendung klärt nun auf. Die sogenannten “Digital Natives” mögen sich versiert fühlen, ist das Internet für sie ja nicht gerade “Neuland”, um einen von Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Zusammenhang verwendeten Begriff zu zitieren. Trotzdem tippen sie schon mal versehentlich eine Pishing-Mail an oder geraten in den sozialen Netzwerken in einen Shitstorm.

Passend zum Stichtag 50 Jahre Internet: In zehn neuen Video-Episoden der Reihe “App+on” widmen sich Berliner Jugendliche erneut wichtigen Fragen aus dem digitalen Alltag. “App+on” vermittelt auf den Kinderseiten der ZDFmediathek (zdftivi.de) einen sicheren und sozialverträglichen Umgang mit dem Internet anhand lebensnaher Beispiele. Auf zdftivi.de und auf YouTube sind die neuen und alle bisherigen Folgen seit Dienstag, 29. Oktober 2019, abrufbar. An diesem Tag vor 50 Jahren wurde die erste aller Internet-Nachrichten verschickt.

Obwohl die acht Protagonisten von “App+on” sogenannte Digital Natives sind, tappen auch sie in mancherlei Internet-Fallen. Statt sie nur zu erklären, erleben die Freunde die digitale Welt hautnah und zeigen verantwortungsvolles Verhalten im Netz. Sie helfen sich gegenseitig und treten für andere ein – immer auf Augenhöhe. Die Protagonisten der ersten Staffeln sind weiterhin dabei, in den Hauptrollen werden sie ergänzt durch die neue Generation der kleinen Geschwister und deren Freunde: Laetitia, Keanu, Rafi und Helen.

Zu den Videos finden sich weiterführende Informationen in den Begleittexten und unter den Links. Zudem können User ihr Wissen über das Internet in einem Quiz testen und über die Kommentarfunktion mitdiskutieren, etwa zum Thema “Im Netz sind alle so schön! Oder ist das fake?”. Oder: “Was mache ich, wenn ich komische Nachrichten bekomme, von jemandem, den ich gar nicht kenne?”

Lars Wallerang

 

VDE warnt vor Abhängigkeit vom Ausland

Noch gehört Deutschland zu den Weltmarktführern im Bereich Mikroelektronik. Sie gilt als Schlüsseltechnologie der Digitalisierung. Doch der deutsche Elektronik-Verband VDE warnt, Deutschland könne die gute Position ans Ausland verlieren.

Die USA und China würden ihre Entwicklungs- und Produktionszentren mit hohen staatlichen Subventionen stetig weiter ausbauen und damit aktiv den Aufschwung von Konzernen wie Google, Amazon, Alibaba und Tencent unterstützen. Der Marktanteil europäischer Hersteller an Elektronikprodukten nehme dagegen in vielen entscheidenden Zukunftsmärkten ab.

Aktuell liegt der europäische Anteil an der globalen Chipindustrie bei zirka sechs Prozent. Noch 2013 sprach die EU davon, den Weltmarktanteil von damals zehn auf 20 Prozent zu verdoppeln. “Wettbewerbsfähigkeit hängt von der Innovationskraft ab. Wer wenig in Forschung und Entwicklung investiert, kann keine großen Durchbrüche oder Innovationssprünge erzielen”, sagte VDE-Präsident Dr. Gunther Kegel anlässlich des Mikrosystemtechnik-Kongresses in Berlin.

“Unsere Hidden Champions kämpfen wie David gegen Goliath”, betont Kegel. US-Konzerne würden doppelt so viel wie europäische Unternehmen investieren – von den chinesischen Konzernen ganz zu schweigen. “Unser Mittelstand braucht Unterstützung in Form einer massiven Stärkung des Mikroelektronik-Standorts Europa mit gezielter Forschungs- und Industrieförderung.” Deutschland und Europa würden sonst ihre Chancen, die digitalen Technologien der Zukunft mitzugestalten, verpassen.

Lars Wallerang

 

Ludwigsburger Filmakademie auf dem Siegertreppchen

Bei der 52. Verleihung des Deutschen Wirtschaftsfilmpreises der Bundesregierung konnten sich die Filmakademie-Studierenden und -Alumni Tarek Roehlinger, Lili Zahavi, Fabian Gamper, Alexander David, Denis Elmaci, Bela Adami, Maike Kiefer und Nicola Pantzke sowie Stefanie Gödicke und Magdalena Wolff über den 1. Platz in der Nachwuchskategorie freuen. Das Team von der Filmakademie Baden-Württemberg erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Deutschen Wirtschaftsfilmpreis für ihren Film HELLA – SEXY PRODUCTS. SEXY MOVES. aus den Händen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Die Verleihung fand am Mittwoch, 23. Oktober, im Berliner Kino International statt.

In HELLA – SEXY PRODUCTS. SEXY MOVES. beginnt ein ölverschmierter KfZ- Mechaniker mit einem HELLA-Ersatzteil in der Hand im Rhythmus der Musik aus einem Radio zu arbeiten. Immer tänzerischer werden seine Bewegungen, bis er schließlich eine regelrechte Performance hinlegt. Plötzlich bemerkt er, dass sein Chef ihn die ganze Zeit beobachtet hat. Er erstarrt in seiner Pose und verlässt die Werkstatt. Im nächsten Moment beginnt der Chef seinerseits, zur selben Musik zu tanzen.

Auf dem dritten Platz in der Nachwuchskategorie landete ein weiteres Drittmittelprojekt von Studierenden der Filmakademie: In dem Kurzfilm NEXTBIKE – DIE AUTOFICKER (Regie: Josia Brezing) trifft ein Mann auf der Suche nach Liebe und Sex  auf eine Transprostituierte und einen Fetischboy. Doch statt ihn von seinen Gelüsten zu erlösen, informieren sie ihn gemeinsam über seinen verantwortungslosen Umgang mit der Umwelt. Wäre er doch nur Nextbike gefahren!

THE BEAUTY (Regie: Pascal Schelbli), poetischer Spot mit ernstem Hintergrund, wurde in diesem Jahr mit dem Sonderpreis der Jury zum Thema „Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet: Der Film von Studierenden des Animationsinstituts der Ludwigsburger Filmhochschule ist eine poetische Reise durch eine faszinierende Unterwasserwelt, in der Plastik und Natur eins werden. Für einen Atemzug lösen sich die Sorgen und Schuldgefühle zwischen schaurig schönen Korallenriffen und den geheimnisvollen Tiefen des Ozeans auf.

Der Deutsche Wirtschaftsfilmpreis ist einer der ältesten Filmpreise Deutschlands. Er wird jährlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgeschrieben und für die besten Filme aus der Wirtschaft und über die Wirtschaft verliehen. Der Wettbewerb verfolgt das Ziel, die Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge in der Bevölkerung zu vertiefen.

Aus den über 200 eingereichten Filmbeiträgen zum Wirtschaftsfilmpreis 2019 wurden am 26. September 15 Nominierungen für den Preis bekanntgegeben. Als Auszeichnungen wurden in den fünf Wettbewerbskategorien Trophäen für den 1. Platz und Urkunden vergeben. Der 1. Preis in der Kategorie “Nachwuchsfilme” war mit 10.000 Euro dotiert. Die Plätze 2 und 3 erhielten ebenfalls Geldpreise.

Weitere Informationen sowie alle Filme unter:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Wettbewerb/deutscher-wirtschaftsfilmpreis.html

 

HELLA – SEXY PRODUCTS. SEXY MOVES.

Regie: Tarek Roehlinger, Lili Zahavi

Bildgestaltung/Kamera: Fabian Gamper

Filmmusik: Alexander David

Sounddesign: Denis Elmaci

Montage/Schnitt: Bela Adami

Szenenbild: Maike Kiefer

Producer: Nicola Pantzke

Produzentinnen: Stefanie Gödicke und Magdalena Wolff (triebkraft film production)

 

NEXTBIKE – DIE AUTOFICKER

Regie: Josia Brezing

Konzept: Adrian Schwarze und Josia Brezing

Bildgestaltung/Kamera: Christoph Bockisch

Szenenbild: Larissa Bonitz

Sound: Lukas Reiter

Schnitt: Farina Hasak

Producerin: Nadia Zimmermann

Produzent: Felix Fahle

Sounddesign: Johanna Roth

Cast: Wolfram von Stauffenberg, Paul Boche und Raúl Semmler

 

THE BEAUTY

Regie: Pascal Schelbli

VFX Supervisor: Marc Angele

Filmmusik: Aleksander Wolf David, Petteri Sainio

Sounddesign: Robin Harff

Montage/Schnitt: Pascal Schelbli

Producer: Tina Vest, Aleksandra Todorovic

Underwater Cinematography: David Iskender Dinçer

E-Autos: Das Märchen von der weißen Weste

Die Forderung, schon 2030 aus dem Verbrennungsmotor auszusteigen, hält der bisherige Schaeffler-Vorstand Prof. Peter Gutzmer für falsch. Sie gefährde die Stärke nicht nur der deutschen Autoindustrie, sondern werde auch den CO2-Ausstoß erhöhen statt zu senken, sagte Gutzmer auf dem zweitägigen Expertenforum Powertrain der Autofachzeitschrift ATZ in Hanau.

Bei der Bewertung von Antrieben dürfe es nicht nur um den CO2-Ausstoß während der Fahrt gehen. “Wir müssen uns den gesamten Lebenszyklus anschauen, angefangen von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und den Betrieb bis zum Recycling. Aber das tun wir nicht, jedenfalls nicht ausreichend”, kritisierte Gutzmer, bis 1. Oktober 2019 Technikvorstand des Zulieferers Schaeffler. Beim heutigen Strommix habe ein Elektroauto eine doppelt so hohe CO2-Belastung wie ein Auto mit Verbrennungsmotor, sagt Gutzmer: “Mit dem Elektroauto lässt sich das globale CO2-Problem nicht lösen.”

Der aktuelle CO2-Hype sorge für falsche Weichenstellungen. “Wir fokussieren zu stark auf das CO2-Problem”, so Gutzmer. Die Zukunft der Mobilität aber liege in der Variabilität. Gutzmer geht deshalb auch davon aus, dass der Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit die vorherrschende Technologie bleibt. “Wir haben aktuell 1,3 Milliarden Autos auf der Welt, in den nächsten zehn Jahren kommen jedes Jahr 80 bis 90 Millionen neue Autos dazu, überwiegend mit Verbrennungsmotor.”

Es müsse also darum gehen, den Verbrenner zu optimieren. Verbote seien nicht der richtige Weg und würden der deutschen Industrie schaden. Deutschland sei in der Verbrennungstechnologie mit Japan weltweit führend, andere Länder bei der Batterietechnologie und in der Wasserstofftechnologie. “Wenn wir unser führendes Wissen in der Verbrennungstechnolgie aufgeben, werden sich die anderen totlachen”, so Prof. Gutzmer. Ein Verbot dieser Technologie in Deutschland hält der ehemalige Schaeffler-Vorstand für fatal.

Ralf Loweg

Erneuerbare Energien im Aufwind

Die Erneuerbaren Energien haben in den ersten drei Quartalen 2019 in Deutschland zusammen 42,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs gedeckt. Das ist ein Anstieg von fast fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (38,1 Prozent) und ein neuer Bestwert.

Im März 2019 erreichten die Erneuerbaren aufgrund des starken Windaufkommens sogar 52 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommen das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer ersten Auswertung. Wenn sich das Wind- und Sonnenaufkommen im vierten Quartal wie im Durchschnitt der letzten Jahre gestaltet, könnte der Erneuerbaren-Anteil im Gesamtjahr 2019 bei mehr als 42 Prozent liegen.

“Es ist erfreulich, dass die Erneuerbaren so stark zugelegt haben und der Einsatz konventioneller Energieträger kontinuierlich zurückgeht”, sagt Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Die Rekordzahlen stünden jedoch im scharfen Kontrast zur dramatischen Situation beim Ausbau der Windenergie: Aufgrund fehlender Flächen und immer restriktiverer Abstandsregelungen rutsche man in eine regelrechte Rezession. “Wenn die Politik nicht endlich die Bremsen für den Ausbau der Windanlagen lockert, werden wir das 65-Prozent-Ziel krachend verfehlen”, so Stefan Kapferer.

Ralf Loweg

Plastikmüll ist das größte Sorgenkind

Wenn es um die Umwelt geht, zählen mehr als 53 Prozent der europäischen Verbraucher das Thema Plastikmüll zu ihren drei größten Sorgen – gefolgt vom Klimawandel (44 Prozent). Bei insgesamt 23 Prozent der Befragten landet Plastikmüll sogar auf Platz 1, weltweit ist das bei 15 Prozent der Fall.

Am meisten sorgen sich Verbraucher in Deutschland, der Slowakei und den Niederlanden um dieses Thema. In den einzelnen Ländern ergeben sich jedoch große Unterschiede zwischen Reden und Handeln. Das sind Ergebnisse einer aktuellen GfK-Studie.

Die Befragten geben sich laut GfK-Studie bereits große Mühe, Plastik zu vermeiden. Rund 81 Prozent der Verbraucher geben an, Plastikteller und andere Kunststoffutensilien von ihren Partys zu verbannen oder für unterwegs wieder auffüllbare Flaschen zu verwenden (81 Prozent).

Ralf Loweg

Immobilien: Facebook baut Wohnungen

Facebook zieht es aus dem Netz in die reale Welt. Der US-Konzern will umgerechnet rund 900 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahre in verschiedene Wohnungsbauprojekte stecken. Das teilte das Unternehmen mit. Ein Viertel dieser Summe sei für ein Bauprojekt mit dem Bundesstaat Kalifornien geplant und fast so viel für die bauliche Erschließung von Land, das Facebook am Standort seiner Zentrale Menlo Park erworben hat.

Auch will der Konzern den Bau von Wohnungen für Lehrer und andere Arbeitskräfte unterstützen, damit diese nahe der Gemeinden leben können, in denen sie arbeiten. Die Expansion der IT-Riesen wie Facebook, Google oder Apple im Silicon Valley südlich von San Francisco hatte die dortige Wohnungsmarktkrise deutlich verschärft.

Fachkräfte und Spitzenverdiener zogen in den vergangenen Jahren in die kostspielige “Bay-Area”. Mitarbeiter, die mit dem Verkauf von Firmenanteilen reich wurden, ließen sich dort nieder. Die Immobilienpreise schossen in die Höhe, diese Gegend ist kaum noch bezahlbar für mittlere und niedere Einkommensschichten, berichtet tagesschau.de.

Ralf Loweg

Urteil zu SEPA-Überweisungen

Für die Zahlung per SEPA-Überweisung dürfen Unternehmen kein Zusatzentgelt von ihren Kunden verlangen. Das gilt auch für Verträge, die noch vor dem Inkrafttreten eines neuen Gesetzes im Januar 2018 abgeschlossen wurden. Das entschied das Landgericht München nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Vodafone Kabel Deutschland GmbH.

“Das Gericht hat klargestellt, dass Kunden ihre Rechnungen ohne Zusatzkosten per Überweisung bezahlen können – egal, wann sie ihren Vertrag abgeschlossen haben”, sagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim vzbv. Eine andere Regelung im Kleingedruckten sei unzulässig.

Das Verfahren wird seit August 2014 im Geschäftsverkehr anstelle der alten Überweisungsverfahren generell benutzt.

Ralf Loweg

Galerie

Der neue Golf: Alle Acht-ung

Trotz Elektro-Strategie und viel Wirbel um den neuen ID.3 – bei Volkswagen gibt es nichts Wichtigeres als den Golf. 35 Millionen Mal wurde der Kompaktwagen in den vergangenen 45 Jahren verkauft. Sogar eine ganze Generation ist in Deutschland nach ihm benannt. Ende 2019 kommt Nummer acht auf den Markt. Wir verraten gleich nach der Weltpremiere in Wolfsburg die wichtigsten Fakten.

Das Aussehen:

“Sein Design ist die Evolution des Zuhausegefühls von Millionen Menschen”, sagt VW-Chefgestalter Klaus Bischoff. Und es stimmt. “Aha!” – ein Golf”, rutscht es aus einem heraus, als in einem Fotostudio in München endlich das Tuch vom Auto gezogen wird. Genauso groß wie ein Golf, ein bisschen flacher, vorne das gewohnt freundliche Gesicht, nur das Heck ist zerklüfteter und progressiver geworden. Nicht mehr angeboten werden einige Karosserievarianten: Kein Dreitürer mehr, kein Sports-Van, kein Cabriolet. Freuen kann man sich hingegen auf Variant, GTI, GTD und natürlich auf den Golf im Schafspelz, den R.

Die Motoren:

Hier zeigt der Volkswagen-Konzern (Umwelt)-Flagge. Und das trifft auch auf den Diesel zu. Den 2,0-Liter-TDI gibt es in zwei Leistungsstufen mit 115 und 150 PS. Ein neu ausgelegtes Brennverfahren soll Effizienz und Wirkungsgrad steigern und gleichzeitig CO2 reduzieren. Auch beim Stickoxid-Ausstoß geht es deutlich nach unten. Dank eines doppelten SCR-Kat-Systems, das AdBlue in zwei hintereinander liegenden Katalysatoren spritzt.

Neu sind fünf Hybrid-Benziner. Drei davon, sogenannte eTSI-Modelle, sind mit einem Riemen-Startergenerator ausgerüstet, der Energie zurückgewinnt und das komplette Abschalten des Motors und damit das “Segeln” ermöglicht. Zur Verfügung stehen Leistungsstufen von 110, 130 und 150 PS.

Im Gegensatz zu den eTSI-Modellen können die eHybrid-Varianten auch aufgeladen werden. Der Akku ist 13,0 kw/h groß und soll eine rein elektrische Reichweite bis zu 70 Kilometer schaffen. Mit 204 PS oder 245 PS sind die beiden Plug-in-Hybride sowohl umweltfreundlich als auch dynamisch ausgelegt.

Das Cockpit:

Da muss sich der Golf vor dem ID.3 nicht verstecken. Monitor und Entertainment-Bildschirme (10,25 beziehungsweise 10 Zoll groß) verschmelzen zum digitalen “Innovision” Cockpit. Dazu kommt das auf die Windschutzscheibe projizierte Head-up-Display – Raumschiff Enterprise lässt grüßen. Bedient wird (fast) alles über den Bildschirm. Oder über sogenannte “Slider”. Schaltflächen, die mit einem Fingerwischen funktionieren. Beispielsweise die Klimaanlage. Auf der Mittelkonsole einfach nach links wischen, Temperatur runter. Nach rechts, Temperatur rauf. Ähnlich funktioniert auch die Bedienung des Schiebedachs.

Das digitale Innenleben:

Abgesehen von der Sprachsteuerung (“Hallo Volkswagen”) und der Integration von Amazons Alexa bietet dieser VW ganz neue digitale Service-Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man seine persönlichen Fahrzeugeinstellungen (Cockpit, Sitze, Außenspiegel, Klima) in der Cloud abspeichern und nach einem Fahrerwechsel wieder herunterladen.

Das gilt auch für den Urlaubs-Golf, den man sich vor Ort ausleiht. Einsteigen, ID aus der Cloud holen, sich zuhause fühlen. Man kann sein Auto auch digital und online nachrüsten. Das gilt etwa für die automatische Distanzkontrolle, den Licht-Assistenten, die Navigation oder den WLAN-Hotspot. Sinn macht das, wenn man bei einem Neukauf irgendwas vergessen hat oder wenn man ein Gebrauchtauto erworben hat, das eine lückenhafte Ausstattung aufweist. Auch Flottenfahrzeuge lassen sich für den Verkauf damit lukrativ aufpeppen.

Car2X-Kommunikation:

Was sich wie ein neuer Streifen aus der endlosen Marvel-Film-Fabrik anhört, ist tatsächlich (noch) einzigartig. Der Golf ist das erste Auto, das seine verkehrsrelevanten Informationen im Umkreis von 800 Metern mit anderen Fahrzeugen austauscht. Kommuniziert wird dabei nicht über Mobilfunk, sondern über einen europaweit harmonisiertes und herstellerübergreifendes W-Lan-Netz.

Das kostet nichts, Infos werden in Millisekunden übertragen. Anwendungen für diese Technik gibt es reichlich. Der neue Stauende-Assistent erkennt damit rechtzeitig, wenn vorausfahrende Fahrzeuge langsamer werden oder stehen und kann rechtzeitig bremsen. Virtuelle Warndreiecke auf dem Display melden Unfälle oder liegen gebliebene Autos. Sogar eine Kommunikation mit Ampeln ist möglich. Denkbar wäre, dass das Auto mit diesem Wissen die optimale Geschwindigkeit für die ganz persönliche grüne Welle einstellt.

Das selbstständige Fahren:

Auch hier macht der Golf einen Sprung. Unter dem Schlagwort “IQ.Drive” ist autonomes Fahren der Stufe 2 möglich. Das heißt: Hier muss der Fahrer zwar immer noch die Hände am Lenkrad haben und notfalls die Kontrolle übernehmen. Ansonsten bremst und beschleunigt der Golf selbstständig und hält den richtigen Abstand zum Vordermann ein. Das schont das Flensburger Punktekonto genauso wie die automatische Geschwindigkeitsanpassung. Und auch in Kurven denkt, schaltet und bremst das System mit. Bis zu einem Tempo von 210 km/h.

Die Schaltung mit Shift-by-Wire:

Schaltknauf und Wählhebel ade! Wenn der Golf mit Doppelkupplungsgetriebe geordert wird, dann gibt es nur noch einen Stummelschalter. Damit wählt der Mensch die Fahrstufe, den eigentlichen Wechsel vollzieht dann aber die Elektronik. Das bringt mehr Komfort gerade beim Rangieren. Schon bei niedrigen (Vorwärts-)Geschwindigkeiten lässt sich so der Rückwärtsgang einlegen. Wenn das Tempo dann passt, schaltet der Golf selbstständig auf R. Die Gedenksekunde, die das Getriebe bislang einlegt hat, ist damit passe.

Das denkende Licht:

Logischerweise heißt es auch IQ Light. Mit Intelligenz ausgestattet sind die LED-Matrixscheinwerfer, die aus 22 einzelnen Elementen bestehen. Sie werden digital gesteuert und können so zum Beispiel um den Vordermann herumleuchten. Oder den rechten Straßenrand taghell anstrahlen und das entgegenkommende Fahrzeug dabei aussparen. Außerdem entdecken sie Menschen oder Tiere am Straßenrand, die man sonst vielleicht nicht gesehen hätte.

Fazit: Der neue Golf ist in der Tat ein Sprung in die Zukunft. Beim Design zurückhaltend konservativ, beim digitalen Innenleben progressiv. Der neue Golf 8 – alle Acht-ung!

Rudolf Bögel / mid

Mehr Geld für Azubis

Auszubildende haben keinen leichten Stand. Klar: Das Geld reicht in dieser Phase des Berufsleben bei weitem nicht aus. Vergütungen unter 400 Euro sind in vielen Branchen und Regionen keine Seltenheit. Das soll sich ändern. Der Bundestag hat jetzt beschlossen, dass Azubis im ersten Lehrjahr künftig mindestens 515 Euro erhalten sollen.

Dieser Betrag wird in den folgenden Jahren schrittweise weiter erhöht – auf bis zu 620 Euro monatlich im ersten Lehrjahr. Auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt es mehr. Ab 2024 soll der Azubi-Mindestlohn dann automatisch mit der Entwicklung der Lehrlingsgehälter steigen.

Die Bundesregierung will mit ihrem Gesetz die Berufsausbildung attraktiver machen und Abbrecherzahlen in der Ausbildung verringern. Von der geplanten Mindestvergütung könnten langfristig rechnerisch rund 115.000 junge Menschen profitieren. So viele Azubis verdienten jedenfalls nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Ende 2017 weniger als 500 Euro im Monat, viele davon sogar weniger als 400 Euro. In bestimmten Berufen wie dem Friseurhandwerk und vor allem im Osten bekommen Azubis laut tagesschau.de besonders wenig Geld.

Ralf Loweg

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