Modekauf im Internet bleibt Frauensache

 Dass Männer Modemuffel sind, ist ein Vorurteil, das allerdings sehr oft bestätigt wird. Eine aktuelle Studie des E-Commerce-Unternehmens heyconnect zeigt, wie es um das männliche Einkaufsverhalten tatsächlich bestellt ist. Demnach wird mehr als jedes dritte Herren-Kleidungsstück (36 Prozent) im Netz von einer Frau gekauft. Für die Studie wurden rund 21.000 Bestellvorgänge – darunter T-Shirts, Hemden, Pullover und Hosen – auf vier der größten deutschen Online-Plattformen untersucht: Amazon, Zalando, Otto und About You.

Der Plattform-Dienstleister heyconnect führte die Studie nach 2016 bereits zum zweiten Mal durch. Viel hat sich in dieser Zeit jedoch nicht geändert: Lag 2016 der Anteil der männlichen Online-Modekäufer bei 63 Prozent, sind es 2019 64 Prozent. Dabei ist die von Frauen dominierte Plattform ganz klar Otto. 47 Prozent der Herrenmode wird dort von Frauen gekauft. Dagegen werden 79 Prozent der Kaufentscheidungen für Herrenmode bei Amazon vom Mann getroffen, ein Plus von zehn Prozentpunkten. Auch About You und Zalando konnten durch die gezielte Ansprache der männlichen Zielgruppe einen Anstieg auf 69 beziehungsweise 68 Prozent verzeichnen.

Im Städtevergleich liegen weiter Hamburg (70 Prozent) und Berlin (69 Prozent) an der Spitze der modebewussten Männer. Die meisten Modemuffel dagegen findet man in den neuen Bundesländern, “Spitzenreiter” ist Sachsen-Anhalt. Hier trifft aktuell die Frau jede zweite Kaufentscheidung (48 Prozent) für ihren Mann. Bei den alten Bundesländern liegt der Anteil der Frauen im Schnitt bei 40 Prozent, somit trifft hier “nur” etwas mehr als jede dritte Kaufentscheidung die Frau. In Baden-Württemberg sind es nur 37 Prozent. Insgesamt zeigt die Studie, dass Männer in Großstädten Mode-affiner sind als in den ländlichen Regionen: So liegt die Männerquote hier jeweils über der des Bundeslandes.

Andreas Reiners

Goldene Wildbiene für Ludwigsburg

Die Stadt Ludwigsburg zeigt mit der insektenfreundlich gestalteten Verkehrsinsel im Kreuzungsbereich Hauptstraße/Neue Straße in Neckarweihingen, wie erfolgreicher Artenschutz vor Ort gelingt. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat dieses Engagement jetzt im Rahmen des Wettbewerbs “Blühende Verkehrsinseln” mit der Goldenen Wildbiene ausgezeichnet.

Die Verkehrsinsel am Kreuzungsbereich Hauptstraße/Neue Straße in Neckarweihingen blüht auf. Wo vorher Asphalt war, sprießen heute bunte Wildblumen. Das erfreut nicht nur den Betrachter: Die neue Blühfläche dient vor allem Insekten als Lebensgrundlage. Wildbienen, Schmetterlinge und Co. finden in den überwiegend gebietsheimischen Pflanzen wichtigen Nektar und einen Nistplatz. Die pflegeleichte und trockenheitsverträgliche Bepflanzung kommt ohne Pestizide und ohne Dünger aus und wird einmal im Jahr gemäht.

Die Umgestaltung überzeugte auch die Fachjury des Wettbewerbs “Blühende Verkehrsinseln”, die die insektenfreundliche Fläche nun als eine der Gewinner kürte. Als Preis für ihr Engagement erhält die Stadt Ludwigsburg die landesweite Auszeichnung “Goldene Wildbiene” und gilt somit als Leuchtturmbeispiel des Insektenschutzes. Die Goldene Wildbiene kommt in Form eines Schildes auf die Verkehrsinsel nach Ludwigsburg-Neckarweihingen. So wird das Engagement für den Insektenschutz dauerhaft sichtbar bleiben.

Die Jury des Wettbewerbs setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Verkehrsministeriums, des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg, des BUND Baden-Württemberg, des NABU Baden-Württemberg und der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen zusammen. Bewertet wurden unter anderem die verwendete Saatgutmischung und die fachliche Expertise des Konzepts.

“Mit der 115 Quadratmeter großen, umgestalteten Fläche setzen wir ein Zeichen für den Artenschutz”, betont Bürgermeister Michael Ilk. Denn der natürliche Lebensraum für Insekten wird immer knapper – rund 42 Prozent der heimischen Arten sind in ihrem Bestand extrem reduziert oder sogar vom Aussterben bedroht. “Hier müssen wir gegensteuern und freuen uns sehr, dass unsere Arbeit nun landesweit als Leuchtturmbeispiel gilt”, so Ilk weiter.

Die bis August 2018 vollständig asphaltierte Verkehrsinsel bildete zusammen mit den Straßenflächen einen teilweise 25 Meter breiten, versiegelten Straßenraum. Durch die Umwandlung der monotonen Asphaltfläche in eine bunte und belebte grüne Insel haben sich auch das Straßenbild und die gesamte Raumwirkung in diesem Bereich positiv verändert. Im Jahresverlauf wechselnde Farbspiele der Blüten, Blätter und Samenstände machen die Fläche ganzjährig zu einem Blickfang. Zusätzliche Vorteile bestehen im Rückhalt von Regenwasser und der kühlenden Wirkung der Pflanzen in den Sommermonaten. Nach Überprüfung der Leitungstrassen konnte zusätzlich ein Spitzahorn gepflanzt werden. Da es sich um ein örtliches Projekt der Stadt Ludwigsburg im Rahmen der Grünen Nachbarschaft handelt, wird das Entsiegelungsprojekt von deren Geschäftsstelle weiter ausgearbeitet, den anderen Mitgliedskommunen als Grundlage zur Verfügung gestellt und somit in seiner positiven Wirkung multipliziert.

Die Grüne Nachbarschaft ist ein freiwilliger Zusammenschluss benachbarter Kommunen im Landkreis Ludwigsburg und besteht seit 1995. Die derzeitigen Mitgliedskommunen sind Bietigheim-Bissingen, Ingersheim, Freiberg am Neckar, Ludwigsburg und Tamm. Gemeinsam werden gemarkungsübergreifend Projekte für den Natur- und Umweltschutz, zur Umweltbildung, zum Klimaschutz und zur Förderung der Artenvielfalt entwickelt, geplant und realisiert.

Die Grüne Nachbarschaft informiert seit mehreren Jahren die Bevölkerung über Vorteile und den ökologischen Nutzen naturnaher Pflanzungen. Unterstützt werden diese Informationen durch Aktionen mit kostenlosem Blumensamen und Blumenzwiebeln von heimischen oder naturnahen Pflanzen. Weitere Informationen unter: www.gruene-nachbarschaft.de<http://www.gruene-nachbarschaft.de>

Wie Bakterien Hirnhautentzündungen bei Kindern verursachen

Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September 2019 soll es neben der Aufklärung über die gefährliche Erkrankung vor allem um die möglichen Schutzmaßnahmen gehen. Denn vor einigen Ursachen und den schwerwiegenden Folgen der Blutvergiftung können Impfungen schützen.

Blutvergiftungen sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Oft entstehen sie infolge schwerer Erkrankungen. Es gibt jedoch auch seltene Auslöser, die jeden treffen können, wie beispielsweise Meningokokken-Bakterien.

Die 21-jährige Justina ist eine der Betroffenen. Dass sie heute wieder gehen kann, verdankt sie zwei Prothesen. Ihre beiden Unterschenkel mussten im Jahr 2017 infolge einer Meningokokken-Sepsis amputiert werden. Und doch hatte Justina Glück im Unglück, denn sie hat die schwere Erkrankung überlebt. Besonders häufig von Meningokokken-Erkrankungen betroffen sind Babys und Kleinkinder. Mittlerweile gibt es bereits seit einigen Jahren Impfungen, mit denen Eltern ihre Kinder bestmöglich schützen können.

Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele Eltern den Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau kennen. Einem Großteil ist außerdem nicht bewusst, dass es verschiedene Meningokokken-Typen gibt. Typ B ist mit circa 60 Prozent für die meisten Fälle in Deutschland verantwortlich, gefolgt von den Typan Y und C. Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird aktuell nur die Meningokokken-C-Impfung allgemein empfohlen. Diese Impfung allein schützt jedoch nicht vor den anderen Typen.

Impfungen gegen diese Typen müssen meist beim Arzt angefragt werden. Gegen Typ B kann schon ab dem zweiten Lebensmonat geimpft werden. Außerdem gibt es einen Kombinationsimpfstoff gegen die Typen A, C, W und Y. Dieser wird vor allem bei Reisen in Risikogebiete empfohlen. Somit können Kinder vor den häufigsten Meningokokken-Typen in Deutschland bestmöglich geschützt werden. Eltern sollten ihren Kinder- und Jugendarzt frühzeitig auf die Schutzimpfungen ansprechen und sich vorab informieren, etwa unter www.meningitis-bewegt.de

Heinz Stanelle

15-Jährige wird geschlagen und beraubt

Bietigheim-Bissingen: 

Am Mittwochmorgen kurz nach 05.00 Uhr wurde eine 15 Jahre alte Jugendliche, die zu Fuß auf dem Weg zum Bahnhof war, von einem noch unbekannten Täter beraubt. Das Mädchen war in Begleitung zweier Freundinnen. Gemeinsam hatten sie sich zuvor im Bürgergarten aufgehalten und dort mehrere jungen Männer kennengelernt. Schließlich machten sich die Mädchen über die Wobachstraße auf den Weg in Richtung Bahnhof. Vermutlich waren sie zeitlich etwas knapp losgegangen und begannen deshalb zu rennen. Einer der jungen Männer hatte die Verfolgung aufgenommen, begann ebenfalls zu rennen, riss die 15-Jährige schließlich zu Boden und schlug ihr ins Gesicht. Als sie auf dem Boden lag, entwendete er ihr ein Handy, das in ihrer Gesäßtasche steckte. Er flüchtete hierauf ebenfalls wieder über die Wobachstraße. Der Täter dürfte etwa 20 Jahre alt sein und hat einen dunklen Teint. Er trug eine auffällige Frisur. Seine Haare waren am Oberkopf zu Zöpfchen gebunden. Der Mann trug dunkle Kleidung. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen übernommen und bittet unter Tel. 07141/18-9 um Hinweise.

Nervenkitzel im Porsche Taycan

In pfeilschnellen 2,8 Sekunden spurtet der erste Elektro-Sportwagen von Porsche von 0 auf 100 km/h. Der Taycan erinnert äußerlich an den Panamera, entfaltet seine Bärenkräfte aber ohne Schall und Rauch. Ungewöhnlich für einen Stromer: Er hat zwei Gänge. Auf der Teststrecke des ADAC-Fahrsicherheitszentrums in Grevenbroich nimmt der Redakteur Lars Wallerang (mid) Platz.

Noch muss der Beifahrersitz fürs erste Taycan-Erlebnis genügen. Das Steuer übernimmt ein Porsche-Testfahrer. Das hat sein Gutes. Denn der Profi-Lenker ist mit dem grundlegend neuen Porsche-Modell bereits vertraut und vermag ihm auf den Zahn zu fühlen, wie es sich gewöhnliche Autofahrer niemals trauen würden.

Der Super-Stromer aus Zuffenhausen ist kaum an seine Grenzen zu bringen. Die Beschleunigung ist so stark, dass dagegen jeder Flugzeug-Start beinahe wie das Anfahren einer Bimmelbahn erscheint. Oberhalb von Tempo 100 ist noch lange nicht Schluss mit Power-Beschleunigung: Denn in nur 9,8 Sekunden stromert der Taycan von 0 auf 200 km/h, was bedeutet, dass es für den Spurt von 100 auf 200 km/h gerade mal 7,0 Sekunden benötigt. Ab 260 km/h zieht Porsche aber beim Tempo den Stecker.

Bis zu 761 PS leistet der Taycan bei einer System-Spannung von eindrucksvollen 800 Volt. Auch bei der Reichweite kommt aus der Zuffenhausener Fabrik eine vollmundige Ankündigung: 453 Kilometer weit soll der Sportstromer mit einer vollen Ladung kommen (nach WLTP). So schnell der Taycan auch ist, Porsche hat Energie-Sparmaßnahmen eingebaut. Dazu gehört ein zweiter Elektro-Gang. Er ist Bestandteil des Zweigang-Getriebes an der Hinterachse des Allradlers (es gibt auch ein Vorderachs-Getriebe). Der zweite Gang ist besonders auf Effizienz getrimmt und kann den Taycan bei hoher Geschwindigkeit auf dem aktuellen Tempo halten. Zum Energiesparen gehört auch die hohe Rekuperations-Leistung von bis zu 265 kW. 90 Prozent aller Bremsvorgänge im Alltag werden laut Hersteller rekuperiert.

Im Sparmodus kann man auch zu 100 Prozent mit dem lang übersetzten zweiten Gang fahren. Dann ist der Taycan zwar nicht mehr ganz so rasant, aber immer noch ganz schön flott. In weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h – das halte er für realistisch, sagt Dr. Boyke Richter, Teamleiter im Bereich Taycan-Antrieb, auf mid-Nachfrage beim Workshop in Grevenbroich. Die Batterie soll in 22,5 Minuten von fünf auf 80 Prozent aufgeladen sein. Faustregel: Pro fünf Minuten Ladezeit geht es 100 Kilometer weiter. Insofern scheint der Porsche unter den E-Autos auch noch sehr alltagstauglich zu sein, auch auf längeren Fahrten.

Zudem bietet der Viertürer im Innenraum erstaunlich viel Platz, was das Modell vollends zum Reisewagen macht – mit Rennstrecken-Qualitäten. Und die zeigt Porsche auch auf der Nürburgring-Nordschleife. Testfahrer Lars Kern hat den legendären Eifelkurs mit einem Vorserien-Taycan in 7:42 Minuten bezwungen. Gemessen wurde auf der für Rekordfahrten üblichen 20,6 Kilometer langen Distanz.

Möglich macht das auch das sportliche Fahrwerk mit unzähligen Finessen, unter anderem fünf verschiedenen Höhenniveaus – “zwischen sehr schönem Fahrkomfort und voller Attacke”, wie Dr. Ingo Albers sagt. “Wir wollten kein knüppelhartes Fahrwerk”, betont der Projektleiter Taycan-Fahrwerk. Erst ab einer gewissen Geschwindigkeit senkt es sich ab und wird straffer: ab 90 km/h um zehn Millimeter und ab 180 km/h um weitere zwölf Millimeter. Zudem gibt es eine Lift-Funktion für 20 Millimeter Bodenfreiheit – wichtig in der Stadt bei hohen Bordsteinen oder bei unebenen Straßen. Wer will schon, dass die Karosserie aufsetzt?

Insgesamt erweist sich der Taycan als Traum-Sportwagen einer lokal emissionsfreien Zukunft. Auch wenn der Umweltfaktor von Elektroautos zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht optimal ist, der Taycan und seine Entwickler geben Anlass zur Hoffnung, dass sich Fahrfreude und Ökologie bald nicht mehr ausschließen. Der Taycan-Preis steht noch nicht ganz fest. Insider munkeln von einer Spanne zwischen 90.000 und 100.000 Euro.

 

Pkw-Markt: Rückenwind zur IAA

Rechtzeitig zur IAA in Frankfurt am Main gibt es kräftigen Rückenwind für die Autoindustrie. So erreichte der deutsche Pkw-Markt im August mit 313.800 Neuzulassungen erneut hohes Niveau. Das ist der zweitbeste August-Wert, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) vermeldet. Im bisherigen Jahresverlauf stiegen die Neuzulassungen auf 2,5 Millionen Einheiten (+1,0 Prozent).

Der Auftragseingang aus dem Inland übertraf im August den Vorjahreswert um 8,0 Prozent, seit Jahresbeginn gingen mehr als 4,0 Prozent mehr Aufträge inländischer Kunden ein. Aus dem Ausland hingegen kamen im abgelaufenen Monat 11,0 Prozent weniger Aufträge herein, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 5,0 Prozent zu Buche.

Die deutschen Pkw-Hersteller fertigten an den inländischen Standorten im August 313.200 Pkw (+1,0 Prozent). Seit Januar liefen knapp 3,2 Millionen Pkw vom Band (-11,0 Prozent). Schwächer entwickelte sich der Export: Im August 2019 wurden 234.300 Pkw an Kunden in aller Welt ausgeliefert (-6,0 Prozent). In den ersten acht Monaten 2019 wurden aus Werken in Deutschland 2,4 Millionen Pkw exportiert, 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Ralf Loweg

Daten-Skandal bei Gesundheitsportalen

Internetportale, auf denen Nutzer Informationen zu psychischen Erkrankungen finden, geben reihenweise Nutzerdaten an Drittunternehmen weiter. Davor warnt eine Studie der Nichtregierungsorganisation Privacy International, die NDR und “Süddeutscher Zeitung” exklusiv vorab vorliegt.

Für die Studie haben Forscher 136 Webseiten in deutscher, englischer und französischer Sprache analysiert. Auf 97 Prozent der Seiten haben sie Hinweise auf Drittanbieter gefunden – zum Beispiel sogenannte Tracker, mit denen Werbenetzwerke Profile von Nutzern erstellen können.

Von den 44 in Deutschland untersuchten Seiten hatten fast zwei Drittel solche Werbetracker eingesetzt. Am stärksten sind Nutzer in Frankreich betroffen, dort wurden 41 Portale untersucht, mehr als 90 Prozent nutzten Tracker für Werbezwecke.

Die Forscher konnten nachweisen, dass in mindestens einem Fall sogar Antworten von Onlinetests zum Thema Depressionen an Drittanbieter übermittelt worden sind. Damit ist es möglich, Informationen über mögliche Erkrankungen eines Nutzers zu speichern, ohne dass dieser einwilligt oder davon weiß.

Auf keiner der getesteten Seiten haben die Forscher aktiv der Sammlung persönlicher Daten zugestimmt. Dennoch wurden der Studie zufolge in vielen Fällen Drittanbieter-Cookies angelegt, kleine Datenpakete, mit denen etwa Werbenetzwerke personalisierte Nutzerprofile erstellen können. Außerdem wurden Drittanbieter-Dienste für das Einbinden von Schriftarten oder grafische Effekte genutzt. In diesen Fälle werden in denen in der Regel keine Nutzerdaten gesammelt

Ralf Loweg.

Der Einfluss von Online-Bewertungen

Deutsche Konsumenten treffen ihre Entscheidung für den Kauf einer Ware oder die Beauftragung eines Dienstleisters durchdacht. Mehr als die Hälfte sucht laut einer aktuellen GfK-Umfrage im Vorfeld nach Bewertungen im Internet oder besucht die unternehmenseigene Webseite.

Geht es darum, welche Informationsquellen den Verbraucher besonders stark beeinflussen, liegen Empfehlungen von Freunden und Bekannten mit 47,2 Prozent vorne, dicht gefolgt von unabhängigen Vergleichstests (40,3 Prozent). Nahezu jeder Vierte lässt sich von Bewertungen auf der Shopping-Plattform Amazon stark oder sehr stark beeinflussen (24,6 Prozent).

“Die Buchung eines Hotels, der Kauf eines neuen Laptops oder die Wahl eines Handwerkers geschehen längst nicht mehr zufällig. Kunden stellen im Voraus umfangreiche Recherchen an. Vor allem sind die Bewertungen anderer, sei es in der realen Welt durch Freunde und Bekannte oder online durch andere User, absolut ausschlaggebend für die Kaufentscheidung”, erklärt Patrick Hünemohr, Geschäftsführer von Greven Medien.

Blogs und Foren spielen vor allem bei den 18- bis 29-Jährigen eine wichtige Rolle: Nahezu jeder Fünfte bejaht, sich stark oder sehr stark davon beeinflussen zu lassen. Nur 10,0 Prozent aller Umfrageteilnehmer geben an, dass die Unternehmenswebseite ihre Entscheidungen stark oder sehr stark beeinflusst.

Ralf Loweg

Gaspreise steigen weiter an

Nach jahrelangem Sinkflug sind die Gaspreise seit Herbst 2018 für private Verbraucher stark angestiegen. Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bezahlte im Oktober 2018 durchschnittlich 1.120 Euro. Im August 2019 liegen die durchschnittlichen Kosten bei 1.216 Euro, was einem Anstieg von knapp 9,0 Prozent entspricht.

Der Winter wird noch teurer. Für September und Oktober haben 34 örtliche Gasversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 8,4 Prozent angekündigt. Ein Musterhaushalt muss mit Mehrkosten von rund 109 Euro rechnen.

“In der kommenden Heizperiode wird das Preisniveau von Erdgas weiterhin hoch bleiben”, sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. “Daher sollten sich Verbraucher bereits jetzt einen günstigen Gastarif wählen. Dieser sollte eine Preisgarantie von mindestens zwölf Monaten haben. So sind die Kunden vor Preiserhöhungen während des Winters geschützt.”

Bei den Großhandelspreisen hat sich der Preistrend seit Beginn des Jahres 2019 gedreht. Der Preis an der deutschen Grenze, der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erhoben wird, ist seit Januar 2019 um rund ein Drittel gesunken. Daher könnten die Gaspreise für private Verbraucher langfristig wieder sinken.

“Sinkende Großhandelspreise haben in der Vergangenheit allerdings deutlich länger als ein Jahr gebraucht, um bei den Endkunden anzukommen”, sagt Valerian Vogel. “Sinkende Erdgaspreise für private Verbraucher erwarten wir daher erst in der übernächsten Heizperiode – falls die Großhandelspreise weiter so günstig bleiben.”

Ralf Loweg

30-Jähriger festgenommen – Ludwigsburger Geschäftsleute erpresst

Einen schnellen Erfolg konnte die Kriminalpolizeidirektion des Polizeipräsidiums Ludwigsburg am vergangenen Freitagabend im Zuge eines Ermittlungsverfahrens wegen räuberischer Erpressung verzeichnen. Am Mittwoch und Donnerstag registrierte die Polizei insgesamt vier Anzeigen. Vier Geschädigte aus Markgröningen, Hemmingen, Schwieberdingen und Sachsenheim hatten in ihren Briefkästen unfrankierte Briefumschläge entdeckt, in denen sich Trauerkarten befanden. In diesen Karten klebten jeweils ähnlich lautende Erpresserschreiben. Ein Unbekannter forderte zwischen 10.000 und 30.000 Euro Bargeld. Die Opfer wurden aufgefordert das Bargeld in einer Tasche an einer ganz bestimmten Örtlichkeit in Ludwigsburg abzulegen. Sollten sie dies nicht tun, hätten sie mit Repressalien zu rechnen. Die Ablagezeiten unterschieden sich jeweils. Eine der erpressten Personen sollte das Geld bereits am Freitag um 23.00 Uhr im Bereich des Parkplatzes eines Möbelhauses deponieren. Ein mobiles Einsatzkommando unterstützte die Kriminalpolizei und führte Überwachungsmaßnahmen durch. Bereits kurz nach 22.00 Uhr fiel den eingesetzten Beamten eine verdächtige Person auf dem Parkplatz auf. Schließlich begab sich der Mann in die Nähe des Ablageortes und wartete. Eine Beamtin deponierte eine Tasche und ging sodann, wie gefordert, davon. Zielgerichtet machte sich der Tatverdächtige dann in Richtung der Tasche auf und nahm sie an sich. Hierauf erfolgte die vorläufige Festnahme. Im Anschluss wurde der 30 Jahre alte Mann zum Polizeirevier Ludwigsburg gebracht. Seine Wohnung und seine Geschäftsräume wurden durchsucht. Die Ermittler fanden Blanko-Trauerkarten sowie ein weiteres bereits vorbereitetes Erpresserschreiben und beschlagnahmten Beweismittel. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde der 30-Jährige, der die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, am Samstag einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl wegen räuberischer Erpressung, setzte diesen in Vollzug und wies den Tatverdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt ein. Ein mögliches Motiv des 30-Jährigen könnten Geldprobleme sein. Bei den Geschädigten handelt es sich um ehemalige bzw. aktuelle Geschäftskunden des Tatverdächtigen. Im Zuge der fortlaufenden Ermittlungen räumte der Mann ein, bereits seit Monaten versucht zu haben, noch mindestens eine weitere Geschäftskundin um ihr Geld zu bringen. Die Frau, die zwischenzeitlich von der Polizei ermittelt werden konnte, ging auf die Forderungen jedoch nicht ein. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Tel. 07141/18-9, bittet weitere Personen, die ebenfalls derartige Trauerkarten erhielten, sich zu melden.