Hotels und Campingplätze: Die aktuellen Corona-Öffnungs-Szenarien

Bei sinkenden Inzidenzwerten lockern mehrere Bundesländer ihre Beherbergungsverbote und öffnen sich dem Tourismus. Auch Camping wird damit – unter bestimmten Auflagen – wieder möglich. „Wir erwarten einen gewaltigen Ansturm auf deutsche Campingplätze“, sagt Uwe Frers, Geschäftsführer von ADAC Camping. Frers appelliert zudem an die Camper: „Bevor Sie in den Campingurlaub starten, sichern Sie sich vorab Ihren Standplatz!“ Wer ohne Buchung anreise, werde keinen Platz mehr finden.

In welchen Bundesländern Camping wieder möglich ist:

Baden-Württemberg plant zum 15. Mai 2021 die Öffnung der Gastronomie und für den Tourismus, wenn eine entsprechende Verordnung noch in dieser Woche in Kraft treten kann. In Landkreisen mit einer Inzidenz unter 100 dürfen Hotels und touristische Einrichtungen öffnen, wenn die Gäste entweder geimpft sind oder einen negativen Coronatest vorweisen können. Testmöglichkeiten sollen auch vor Ort möglich sein.

Bayern plant eine Öffnung für alle Landkreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Demnach sollen am 21. Mai 2021 Hotels, Ferienhäuser und Ferienwohnungen buchbar sein. Campingplätze sollen ebenfalls ihre Tore wieder öffnen dürfen. Öffnungen mit Hygienekonzepten und täglichen Tests sollen den Weg zurück zum Tourismus ebnen.

Brandenburg erlaubt touristische Übernachtungen auf Campingplätzen bei einem Inzidenzwert von unter 100 ab dem 22. Mai 2021. Wichtige Auflagen: die Nutzung eigener sanitärer Einrichtungen in Wohnwagen und Wohnmobil und Corona-Testnachweise.

Mecklenburg-Vorpommern öffnet sich für den Tourismus. Ab dem 7. Juni 2021 dürfen Einheimische touristische Übernachtungen wahrnehmen und ab dem 14. Juni Menschen aus der gesamten Republik. Buchungen können ab sofort für die Ostseeküste und die anderen Regionen des Bundeslandes vorgenommen werden.

Das Bundesland Niedersachsen hat seit dem 10. Mai 2021 Lockerungen im Tourismus eingeführt. Campingplätze dürfen öffnen, wenn die Gäste im Vorfeld einen negativen Coronatest vorweisen können. Vor Ort muss dann ein täglich kontrollierter Test absolviert werden. Dieses Angebot gilt vorerst nur für Bewohner von Niedersachsen. Ob Gäste anderer Bundesländer kommen dürfen, wird noch geprüft.

Nordrhein-Westfalen: Am 12. Mai 2021 verkündete NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, dass Campingplätze in NRW-Kommunen mit stabiler Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 ab dem 15. Mai wieder öffnen können. Übernachtungen sollen für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete möglich sein.

Rheinland-Pfalz erlaubt seit dem 12. Mai 2021 die Vermietung von Ferienwohnungen und die Übernachtung in Wohnmobilen und Wohnwagen mit eigenen sanitären Anlagen. Voraussetzung: Der Inzidenzwert bleibt stabil unter 100.

In Sachsen dürfen Campingplätze und Ferienwohnungen touristische Gäste empfangen, wenn der Inzidenzwert in einer Region fünf Tage lang unter 100 liegt. Hotels und Pensionen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50.

Sachsen-Anhalt erlaubt seinen Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz von unter 100, touristische Aufenthalte wieder zu ermöglichen. Campingplätze zählen wahrscheinlich dazu, aber eine explizite Nennung gab es bislang nicht.

Nach den positiven Erfahrungen mit den touristischen Modellregionen in Schleswig-Holstein lockert das nördlichste Bundesland das Beherbergungsverbot zum 17. Mai 2021. Campingplätze, Hotels und Ferienwohnungen dürfen dann landesweit unter den gleichen Bedingungen und Regelungen wie in den Modellregionen öffnen.

Thüringen: Campingplätze, Ferienhäuser und Ferienwohnungen dürfen wieder Gäste empfangen, wenn die Inzidenz unter 100 liegt. Die Regelung tritt ab sofort in Kraft.

Lars Wallerang / glp

Corona verteuert das Reisen

Die Pandemie durch das Coronavirus Sars-Cov2 schafft nicht nur gesundheitliche Sorgen. Auch viele Wirtschaftszweige stehen unter Druck, so auch die Reisebranche. Experten erwarten in diesem Zusammenhang Preissteigerungen. Gleichzeitig steigt die Reiselust.

Sinkende Inzidenzwerte, Corona-Lockerungen und eine steigende Impfquote verbessern die Aussichten auf baldige Urlaubsreisen im Jahr 2021. Das macht sich auch bei den Buchungszahlen und Suchanfragen für Leihwagen wie Ferienwohnungen bemerkbar, wie die Mietwagen-Plattform billiger-mietwagen.de und die Ferienhäuser-Suchmaschine Holidu anhand von über drei Millionen aktuellen Angebotsabfragen ausgewertet haben.

Demnach planen immer mehr Menschen eine Urlaubsreise, denn wie die Zahlen belegen, hat sich das Interesse seit April mehr als verdreifacht. Ein Vergleich mit Preisen aus dem Jahr 2019 zeigt jedoch, dass Reisende dieses Jahr mit höheren Kosten rechnen müssen.

Die Suche nach preiswerten Angeboten wird für Verbraucher aktuell deutlich schwerer: Zum einen führt die akut steigende Nachfrage zu mehr Konkurrenz. Zum anderen sind die Preise für Mietwagen sowie Feriendomizile im Vergleich zu vor der Pandemie teilweise deutlich angestiegen: In Deutschland müssen Mietwagen-Nutzer demnach im Schnitt mit 20 Prozent höheren Preisen rechnen. Bei Mietwohnungen ist diese Entwicklung mit über 30 Prozent noch stärker spürbar.

Diese Verteuerung gilt jedoch nicht nur für den deutschen Markt, sondern auch für weitere Reiseziele in Europa: In Frankreich sind Mietwagen und Ferienwohnungen nun 14 beziehungsweise 32 Prozent teurer, in Großbritannien sogar 35 beziehungsweise 55 Prozent. Auch außerhalb Europas haben die Anbieter die Kosten angezogen: In den Vereinigten Staaten sind die Abgaben für Leihautos und Ferienwohnungen jeweils um rund 20 Prozent angestiegen, in Mexiko um bis zu 56 Prozent.

Doch ein paar Schnäppchen gibt es noch: Während die Mietpreise in diversen Ländern mitunter deutlich angestiegen sind, finden Reisende in den beliebten Destinationen Portugal sowie der Türkei günstigere Angebote als noch vor der Pandemie: In Portugal kosten Mietwagen derzeit im Schnitt rund 20 Prozent und Ferienwohnungen rund zehn Prozent weniger.

Lars Wallerang / glp

Tourismus in Deutschland: 43 Prozent weniger Übernachtungen als im März 2020

Im März 2021 gab es in den Beherbergungsbetrieben in Deutschland 9,1 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen am Montag mitteilt, waren das 42,7 % weniger Übernachtungen als im März 2020. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland sank im Vergleich zum März 2020 um 41,1 % auf 8,2 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland verringerte sich um 53,5 % auf 0,9 Millionen.

Im Vergleich zu den Monaten Januar und Februar 2021 (jeweils 76 % weniger Übernachtungen in- und ausländischer Gäste gegenüber dem Vorjahresmonat) fiel der Rückgang im März 2021 relativ moderat aus, da sich die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie bereits im März 2020 erheblich auf die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland ausgewirkt hatte. Maßgeblich dafür war das seit Mitte März 2020 geltende Beherbergungsverbot für privatreisende Gäste. Das Ausmaß des Rückgangs der Übernachtungszahlen infolge der Corona-Krise zeigt der Vergleich mit dem Vorkrisenmonat März 2019, als 33,0 Millionen Übernachtungen gezählt worden waren: Im Vergleich dazu ergibt sich für den März 2021 ein Rückgang der Übernachtungen von 72,4 %.

Diese Ergebnisse zeigen deutlich die Folgen der Corona-Krise mit wiederholten Beherbergungsverboten oder -einschränkungen. Von den etwa 52 000 erfassten Beherbergungsbetrieben hatten im März 2021 lediglich 30 114 geöffnet.

1. Quartal 2021: Gut zwei Drittel weniger Übernachtungen als im Vorjahresquartal

Von Januar bis März 2021 konnten die Beherbergungsbetriebe insgesamt 22,6 Millionen Übernachtungen verbuchen. Das waren 68,8 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Nur 20,2 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste wurden in diesem Zeitraum verzeichnet (-66,2 %). Noch deutlicher war der Einbruch bei den ausländischen Gästen: 2,4 Millionen Übernachtungen bedeuteten hier ein Minus von 81,1 %.

red

Kreuzfahrtbranche erleidet Schiffbruch

Der Bau von Kreuzfahrtschiffen sorgte jahrelang für einen Boom. Doch in der Corona-Krise hat die Branche Schiffbruch erlitten. Tausende Arbeitsplätze und viele Standorte sind gefährdet.

Wegen der weltweiten Corona-Beschränkungen hatten die großen Kreuzfahrt-Reedereien 2020 mit zweistelligen Milliardenverlusten zu kämpfen. Die Bestellungen für neue Schiffe blieben daher aus. Mit neuen Bestellungen in signifikantem Umfang sei vor 2024 nicht zu rechnen, heißt es im Jahresbericht des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM).

Die Folgen für die Auftragslage sind dramatisch. Laut VSM schrumpften die Auftragseingänge deutscher Seeschiffswerften 2020 auf 0,9 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von rund 80 Prozent gegenüber den Jahren vor der Pandemie, so der Verband.

Mit Zulieferern bietet die Branche etwa 200.000 Arbeitsplätze. Neben dem Bau neuer Schiffe zählen Wartung, Reparaturen und Umbauten zum Geschäft. Die maritime Wirtschaft gehört laut Bundeswirtschaftsministerium mit einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 50 Milliarden Euro zu den wichtigen Wirtschaftszweigen in Deutschland.

Ralf Loweg / glp

Die schönsten Cabrio-Routen durch Deutschland

Mit den wärmenden Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen kehren die Cabrios auf die Straßen zurück. Für Besitzer dieser Fahrzeuge hat die Gebrauchtwagen-Plattform heycar Deutschland die fünf schönsten innerdeutschen Routen für einen offenen Roadtrip zusammengestellt.

Deutschlands schönste Flussfahrt als Roadtrip: die Rheinroute Köln-Mainz. Wenn es um Selbstfahrer-Rundreisen durch Deutschland geht, dann ist die Rheinroute Köln-Mainz ein absoluter Klassiker. Nirgendwo sonst in Deutschland findet man so viel geballte Romantik, spektakuläre Aussichten, interessante Sehenswürdigkeiten und aufregende Landschaften in einem Roadtrip. Insgesamt 360 Kilometer geht es durch Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, quer durch die imposante Landschaft des Rheintals.

Deutschland + Berge + Roadtrip = Die Deutsche Alpenstraße: Wer entspannt die Alpen entdecken will, hat mit der Alpenstraße eine wunderbare Fahrt vor sich. Die 450 Kilometer lange Strecke von Lindau am Bodensee bis nach Schönau am Königssee ist der Cabrio-Roadtrip in Deutschland schlechthin: Vorbei an schroffen Bergen geht es an den klarsten Seen Süddeutschlands entlang. Auf der kurvenreichen Piste gibt es über 25 Burgen, Klöster und Schlösser zu entdecken.

Allee, hopp! Der längste Roadtrip in Deutschland: die Deutsche Alleenstraße: Wer als Selbstfahrer seine Rundreise durch Deutschland so richtig ausdehnen möchte, für den ist die Alleenstraße genau das Richtige. Sie besteht aus einem Netz von Alleen und hat eine Gesamtlänge von mehr als 2.900 Kilometern. Auf den zehn Etappen durchqueren Fahrer mindestens zehn Bundesländer.

Der Adrenalin-Roadtrip im Osten Deutschlands: die Kyffhäuser-Tour: Wer vor allem das Fahrerlebnis sucht, der sollte für seinen Cabrio-Roadtrip in die Kyffhäuserregion fahren. Dort warten inmitten einer tollen Landschaft über 300 Kilometer kurvige Strecke. Bei Motorradfahrern hoch im Kurs – und aus demselben Grund auch bei Cabrio-Fahrern sehr beliebt: das ausgedehnte Kurvenspiel der Strecke.

Der Roadtrip durch den Norden von Deutschland: die Nordische UNESCO-Route: Viele verbinden mit dem Sommer vor allem eines: das Meer. Wen es dorthin zieht, wo die Wellen rauschen, für den ist der nordische Roadtrip entlang Deutschlands Küsten genau das Richtige. Über 557 Kilometer geht es vom Wattenmeer der Nordseeküste über die Städte der Hanse bis hin zu den Ostseebädern.

Andreas Reiners / glp

 

Urlaub 2021: Ein Drittel ist noch unentschlossen

Reisen in Corona-Zeiten ist kompliziert: Im Zweifelsfall steht das Wunsch-Ziel auf der Risikoliste, nach der Rückkehr droht Quarantäne und ob die Impfung noch vor dem Trip stattfinden kann, ist unklar. Trotzdem haben gut 40 Prozent der Deutschen eine Urlaubsreise für 2021 geplant oder sogar bereits gebucht.

Aber: Fast ein Drittel ist noch unentschlossen und für ein Viertel der Deutschen ist Reisen bis zum Jahresende gar kein Thema mehr, sie nennen als wichtigsten Grund die Angst vor einer Infektion mit Covid-19 (58 Prozent). Das ergab eine Befragung von 1.000 Menschen in Deutschland zwischen 18 und 65 Jahren im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland.

Für zwei von drei Befragten (63 Prozent) ist es wichtig, dass klar definierte Storno-Bedingungen für coronabedingte Änderungen ihrer Reise gelten. Ebenso viele geben an, dass sie nur Angebote buchen würden, bei denen sie im Falle einer Stornierung ihr Geld zurückbekommen.

Fast jeder zweite Reisewillige würde seinen Urlaub stornieren, wenn er bei der Rückkehr in Quarantäne müsste (47 Prozent) oder wenn das Reiseziel ein Gebiet mit einem erhöhten Infektions-Risiko wäre (44 Prozent). Ausgangsbeschränkungen und fehlende Gastronomie- und Kulturangebote am Reisezielort sind ebenfalls für 40 Prozent ein triftiger Stornierungsgrund.

Eine klare Tendenz ist beim Lieblings-Reiseland zu erkennen. Auf Platz eins rangiert mit 52 Prozent die Individualreise in Deutschland. 41 Prozent könnten sich auch eine Pauschalreise im eigenen Land vorstellen. Dieser Trend wird sich in Zukunft fortsetzen, so PwC: Gut jeder Zweite ist davon überzeugt, dass der Urlaub im eigenen Land weiter an Bedeutung gewinnen wird. Rund ein Drittel liebäugelt mit einem Ziel innerhalb Europas. Immerhin jeder Vierte zieht in diesem Jahr aber auch das nichteuropäische Ausland in Betracht.

Rudolf Huber / glp

Tourismus in Deutschland bricht ein

Im Februar 2021 gab es in den Beherbergungsbetrieben in Deutschland 7,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen am Dienstag mitteilt, waren das rund drei Viertel (-76,0 %) weniger Übernachtungen als im Vorjahresmonat Februar 2020. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland sank im Vergleich zum Februar 2020 um 73,6 % auf 6,4 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland verringerte sich um 86,2 % auf 0,8 Millionen.

Diese Ergebnisse zeigen auch für den Februar 2021 nachdrücklich die Folgen der Corona-Krise mit wiederholten Beherbergungsverboten oder -einschränkungen. So hatten von den etwa 51 000 erfassten Beherbergungsbetrieben im Februar lediglich 29 300 geöffnet.

red

 

Fahrgastzahlen bei Bus und Bahn halbiert

Die Corona-Krise hat die Fahrgastzahlen im Linienfernverkehr mit Bussen und Bahnen im Jahr 2020 nahezu halbiert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war das Fahrgastaufkommen mit rund 88 Millionen Personen um 49 Prozent geringer als 2019. Im Eisenbahn-Fernverkehr reisten mit 82 Millionen Fahrgästen 46 Prozent weniger Menschen. Im Linienverkehr mit Fernbussen ging die Fahrgastzahl um 71 Prozent auf 6,1 Millionen zurück.

Im Nahverkehr, der einen Anteil von fast 99 Prozent am Linienverkehr hat, ging das Fahrgastaufkommen im Jahr 2020 nach vorläufigen Ergebnissen um rund ein Drittel zurück. So waren im Eisenbahn-Nahverkehr einschließlich S-Bahnen mit 1,7 Milliarden Fahrgästen 39 Prozent weniger Menschen unterwegs als 2019. Mit Straßenbahnen fuhren 2,9 Milliarden Fahrgäste und somit 31 Prozent weniger als 2019.

Die derzeit gemeldeten Daten für den Liniennahverkehr insbesondere mit Bussen, die einen Rückgang um knapp ein Viertel zeigen, bilden möglicherweise die tatsächlichen Rückgänge nicht vollständig ab – unter anderem deshalb, weil im Nahverkehr viele Fahrgäste Zeitkarten besitzen. Diese Tickets wurden aber vermutlich aufgrund der Pandemie vergleichsweise selten genutzt. Daher ist hier mit Revisionen der Meldewerte durch die Verkehrsunternehmen zu rechnen, erläutern die Statistiker.

Ralf Loweg / glp

Urlaub vor der Haustür so beliebt wie nie

Der Traumurlaub in Australien, der Karibik oder auf einer entlegenen Insel in der Südsee fällt in der Corona-Krise ins Wasser. Doch Ferien müssen trotzdem sein. Was also tun?

In der Pandemie boomt wegen der Reisebeschränkungen der Urlaub vor der Haustür. Das heißt: Viele Menschen in Deutschland setzen auf Camping. Im Gegensatz zu den meisten anderen Unterkunftsarten waren die Campingplätze im Sommer 2020 stärker nachgefragt als im Vorjahreszeitraum: Sie verbuchten von Mai bis Oktober 2020 rund 31 Millionen Übernachtungen inländischer Gäste, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das waren 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Blick auf das ganze Corona-Jahr 2020 zeigt, dass sich die Beherbergungsverbote und Lockdown-Phasen im Frühjahr und ab November auch auf den Campingplätzen bemerkbar machten. Von Januar bis Dezember 2020 verzeichneten die Campingplätze hierzulande insgesamt 5,0 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr.

Der leichte Zuwachs an Übernachtungen inländischer Gäste (+2,3 Prozent) konnte das Wegbleiben ausländischer Gäste nicht kompensieren (-53,8 Prozent). Zwar ist die Hauptsaison für Campingplätze der Sommer, dennoch verschlägt es in Jahren ohne pandemiebedingte Einschränkungen auch bei kälteren Temperaturen einige Menschen auf Campingplätze.

Die wachsende Beliebtheit des Campingurlaubs spiegelt sich auch in den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wider. Mit einem Plus von 41,4 Prozent verzeichneten Wohnmobile bei den Pkw-Neuzulassungen den stärksten Zuwachs im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr. An allen Pkw-Neuzulassungen hatten sie einen Anteil von 2,6 Prozent. Die Wohnmobil-Neuzulassungen lagen von Januar bis Februar 2021 auf dem Niveau wie im Vorjahreszeitraum.

Doch nicht nur die Campingplätze kamen im Vergleich zur gesamten Beherbergungsbranche relativ glimpflich durch das Corona-Jahr 2020. Auch Ferienwohnungen und -häuser waren besonders im Sommerhalbjahr 2020 beliebt bei Gästen aus Deutschland. Mit 33,3 Millionen Übernachtungen verzeichneten die Ferienwohnungen und -häuser 4,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ralf Loweg / glp

Ansturm auf die Ferieninseln

Ich bin dann mal weg. Nach dem Aufheben der Reisewarnung für Mallorca entwickelte sich binnen kürzester Zeit ein Ansturm auf Pauschalreisen für die bei Deutschen so beliebte Baleareninsel. Im Vergleich zum Wochenende zuvor hat sich die Zahl der Pauschalreisebuchungen mehr als verzehnfacht.

„Urlauber buchten mehr Reisen nach Mallorca als an den drei vorhergehenden Wochenenden zusammen“, sagt Martin Zier, Geschäftsführer Pauschalreisen bei Check24.

Neben den positiven Nachrichten für Mallorca profitierten auch andere Pauschalreiseziele. Mit Gran Canaria wurde eine weitere spanische Destination 91 Prozent häufiger gebucht. Für die Dominikanische Republik entschieden sich 89 Prozent mehr Pauschaltouristen als am Wochenende davor.

„Durch die stark gestiegenen Buchungszahlen kann es gerade in Ferienzeiten für beliebte Urlaubsregionen zu Engpässen und damit zu höheren Preisen kommen“, sagt Martin Zier. „Fluglinien haben in der Pandemie Verbindungen gestrichen und auch die Hotelkapazitäten sind aktuell noch nicht auf dem Niveau von vor der Pandemie. Umso mehr lohnt sich aktuell der Vergleich verschiedener Angebote, um die derzeit noch vorhandenen attraktiven Reisen zu finden.“

Weltweit führt die Corona-Krise zu Anpassungen im Reiseverkehr. Um mehr Sicherheit zu gewährleisten, bieten zahlreiche Reiseveranstalter ihren Kunden flexible Optionen für Neubuchungen an. Viele Angebote verfügen über eine kostenfreie Stornierungs- oder Umbuchungsmöglichkeit. Auch eine kostengünstige Stornierung ist bei vielen Angeboten möglich.

Ralf Loweg / glp

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