Flugreisen: „Ready for Take-off“

Mit den Lockerungen inmitten der Corona-Krise hebt auch die deutsche Luftfahrt langsam wieder ab. Deutsche und ausländische Fluggesellschaften nehmen an den hiesigen Flughäfen zahlreiche Flugverbindungen wieder auf. Insgesamt werden im Juni von den deutschen Flughäfen aus 159 Ziele in 63 Ländern zu erreichen sein.

Das frühere Niveau liegt damit allerdings noch in weiter Ferne: Die deutschen Fluggesellschaften decken im Vergleich zum Juni 2019 nur rund 30 Prozent ihres Streckennetzes ab. Und das mit zunächst deutlich reduzierter Frequenz, so dass das Flugangebot in der letzten Juni-Woche bei gerade einmal rund 14 Prozent des Niveaus von 2019 liegen wird.

Welche Maßnahmen werden an den Flughäfen und in den Fliegern getroffen? An den Flughäfen sollen die gängigen Abstandsregelungen umgesetzt werden. Da dies in einigen Bereichen der Flughäfen nicht möglich ist, gilt in den Flughafengebäuden die generelle Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Das Betreten des Flugzeugs wird verlangsamt, um ein Gedränge unter den Passagieren zu vermeiden. Wo immer möglich sollen für das Boarding die Fluggastbrücken statt Busse genutzt werden. Falls doch ein Passagiertransport mit Bussen erforderlich ist, werden deutlich mehr Fahrzeuge eingesetzt als früher, damit Abstand gehalten werden kann.

An Bord der Flugzeuge wird die Kabinenluft durch Hochleistungsfilter gereinigt. Sogenannte HEPA-Filter, die in allen Flugzeugen der deutschen Fluggesellschaften verwendet werden, entfernen zuverlässig Viren, Bakterien, Pilze und Staub aus der Kabinenluft. Zudem verläuft der Luftstrom in der Flugzeugkabine vertikal von oben nach unten. Die Luft wird von der Decke nach unten gedrückt und dort abgesaugt und permanent durch die Filter gereinigt. Alle drei Minuten wird die Luft an Bord zudem komplett ausgetauscht. Zusätzliche Sicherheit schaffen die Fluggesellschaften durch eine generelle Maskenpflicht an Bord. Die Passagiere sind dazu verpflichtet, eine Schutzmaske mit sich zu führen und diese die ganze Zeit zu tragen. Zudem wird der Bordservice in den kommenden Wochen und Monaten auf das Notwendigste beschränkt, etwa im Hinblick auf das Speise- und Getränkeangebot.

Andreas Reiners

Lufthansa hebt wieder ab

Die Lufthansa stemmt sich gegen die Corona-Krise. Offenbar will die Kranich-Airline bereits ab Juni 2020 wieder verstärkt abheben. Vor allem das anlaufende Feriengeschäft soll der Lufthansa Flügel verleihen. In der zweiten Monatshälfte sollen dann allein aus dem Heimat-Flughafen Frankfurt am Main rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Konzernkreise.

Darunter befänden sich Heraklion auf Kreta, Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Mallorca solle deutlich häufiger angeflogen werden. Mit dem neuen Juni-Flugplan würden dann rund 80 Flugzeuge reaktiviert, heißt es.

Die Corona-Krise hat den globalen Luftverkehr in seine größte Krise gestürzt, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr es formuliert. Wie sehr das Unternehmen betroffen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2019 stiegen jeden Tag 350.000 Fluggäste in eine Maschine der Kranichlinie oder der weiteren Konzern-Airlines, Zuletzt waren es nur noch etwa 3.000.

Ohne staatliche Finanzspritze droht der Lufthansa nach eigener Darstellung die Insolvenz. Die Fluggesellschaft hatte in einer Pflichtmitteilung Details der bis zu neun Milliarden Euro umfassenden staatlichen Finanzspritze genannt.

Ralf Loweg

Mit der Bahn durch die Corona-Krise

Die Deutsche Bahn rollt langsam wieder an. Im Regionalverkehr läuft fast alles nach Fahrplan, und auch immer mehr Fernzüge sind im Einsatz. Aber welche Regeln gelten, um eine Ansteckung der Reisenden mit dem Coronavirus zu verhindern?

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist laut Bahn in allen Fern- und Regionalverkehrszügen Pflicht, ebenso wie auf Bahnhöfen und an Haltestellen. Ausnahmen gelten im Fernverkehr für Kinder unter sechs Jahren und für Menschen, die essen oder trinken.

Das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Meter ist in Bahnen, S-Bahnen und Bussen kaum einzuhalten und wird in den entsprechenden Verordnungen der Bundesländer offiziell ausgenommen. Deshalb setzt die Deutsche Bahn neben der Maskenpflicht auf die verstärkte Lüftung und Reinigung der Züge und auf Desinfektionsspender in Waschräumen, was auch von Medizinern und Wissenschaftlern als sinnvoll erachtet wird.

Darüber hinaus rät die Bahn, möglichst nicht zu Hauptverkehrszeiten zu fahren, sondern auf andere Zeiten und Tage auszuweichen. Tickets werden nur noch auf Sicht kontrolliert, also von den Zugbegleitern nicht mehr in die Hand genommen, heißt es. Auch die Türen der Bahnen sollen nach Möglichkeit automatisch öffnen.

Zugbegleiter sollen darauf achten, dass Reisende sich gleichmäßig im Zug verteilen und Abstand zueinander halten – soweit es ihnen möglich ist und wenn die Auslastung der Züge es zulässt. Strafen verhängen dürfen sie aber nicht, wenn sich jemand zum Beispiel nicht an die Maskenpflicht hält oder zu eng an anderen Fahrgästen sitzt. Das dürfen nur Polizei und Ordnungsamt. Allerdings hat die Bahn in ihren Zügen Hausrecht, darf Menschen also auffordern, den Zug zu verlassen – notfalls mit Unterstützung der Polizei.

Ralf Loweg

 

Flughafen Tegel macht dicht

Der altehrwürdige Flughafen Berlin Tegel ist ein Auslaufmodell. Ab dem 15. Juni 2020 wird der Hauptstadt-Airport seinen Betrieb einstellen. Vorübergehend, wie es jetzt kurz und knapp heißt. Bis Ende Mai wird die Senatsverkehrsverwaltung als oberste Luftfahrtbehörde des Landes über die temporäre Schließung entscheiden. Der Berliner Flugverkehr wird dann über Schönefeld abgewickelt.

Hintergrund sind die geringen Passagierzahlen wegen der Corona-Krise. Zuletzt flogen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld nur etwa 2.000 Passagiere pro Tag. Das Hauptabfertigungsgebäude in Tegel ist schon seit Mitte März 2020 geschlossen, Passagiere checken nur noch im Nebenterminal C ein.

Die Flughafengesellschaft hat dadurch hohe Kosten: 7,5 Millionen Euro sind nach Angaben des Flughafenchefs pro Monat notwendig, um den Stillstand zu finanzieren, berichtet „rbb24“ auf seiner Webseite.

Die Schließung sei zunächst für zwei Monate geplant, heißt es. Sollten sich die Passagierzahlen bis dahin nicht erholt haben, wird eine endgültige Schließung wahrscheinlicher, denn Ende 2020 gehen in Berlin Tegel ohnehin final die Lichter aus. Denn nach mehreren geplatzten Terminen ist geplant, dass am 31. Oktober 2020 der neue Hauptstadtflughafen BER eröffnet wird und am 8. November die letzte Maschine in Tegel abhebt.

Ralf Loweg

 

Urlaub 2020: Hurra, wir leihen uns ein Wohnmobil

Der Urlaubswunsch ist gerade in der Corona-Krise bei vielen Menschen besonders stark ausgeprägt. Doch Fernreisen sind aufgrund der unterschiedlichen Bestimmung in den einzelnen Ländern vorerst nicht möglich. Auch finanziell können sich das wohl die meisten Menschen in dieser schwierigen Zeit kaum leisten. Und so werden Ferien in der Heimat im Wohnmobil oder Camper für viele Autofahrer plötzlich interessant.

Voraussichtlich am 30. Mai 2020 dürfen die Campingplätze wieder öffnen. Entsprechend könnten sich fast zwei Drittel der deutschen Autohalter vorstellen, mit dem Wohnmobil oder Camper auf große Fahrt zu gehen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von AutoScout24 hervor.

Vor allem jüngere Autofahrer zieht die Freiheit des Camper-Lebens offenbar an. So finden 73 Prozent der unter 40-Jährigen die Idee, mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein, spannend. Bei den über 40 Jahre alten sieht es etwas anders aus, doch immerhin gut jeden Zweiten (54 Prozent) reizt die Aussicht auf mobilen Selbstversorger-Urlaub.

Mit 45 Prozent würde sich knapp die Hälfte der Befragten für den Urlaub zwar keinen nagelneuen Camper kaufen – ausleihen aber schon. Auch beim Thema Wohnmobil-Verleih sind es eher die Jüngeren, die auf einen Roadtrip mit dem Camper abfahren. So sagt die Mehrheit der 18- bis 39-Jährigen, dass sie sich vorstellen können, 2020 mit dem Wohnmobil in Urlaub zu fahren.

Ralf Loweg

Urlaub in Krisenzeiten

Fast jeder zweite Deutsche hatte vor Corona schon konkrete Reisepläne und mindestens einen Urlaub fest gebucht. Die meisten Planungen sind aber jetzt Makulatur. Wie arrangieren sich die verhinderten Urlauber mit der ungewohnten Situation?

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt warten gut ein Drittel Teilnehmer mit konkreten Reiseplänen, nämlich 35 Prozent, erst einmal ab, wie sich die Reisesituation und die entsprechenden Maßnahmen entwickeln. 27 Prozent gaben an, dass sie die nächste gebuchte Reise komplett stornieren wollen oder das schon getan haben, während bei zwölf Prozent der Reisewilligen bereits der Reiseveranstalter die Pläne gestoppt hat.

Weitere 15 Prozent der Umfrageteilnehmer möchten noch abwarten, was ihnen der Veranstalter vorschlägt. Und zu einem kleinen Prozentsatz planen die Touristen, die gebuchte Urlaubsreise auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr (fünf Prozent) oder im nächsten Jahr (vier Prozent) umzubuchen. Zehn Prozent der Umfrageteilnehmer hatten zwar noch keine Urlaubsreise für 2020 gebucht, planen aber trotzdem noch mindestens einen Trip in diesem Jahr.

Rudolf Huber

Hotel-Branche am Abgrund

Die Existenz vieler Hoteliers ist bedroht. Die Corona-Krise hat sich erheblich auf die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland ausgewirkt. Maßgeblich dafür ist das seit Mitte März geltende Beherbergungsverbot für Privatreisende. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, gab es im März insgesamt 15,6 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Das sind 53 Prozent weniger als im März 2019. Dies ist der mit Abstand stärkste Rückgang gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Zeitreihe 1992.

Die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland nahmen im Vergleich zum März 2019 um 67 Prozent auf 2,0 Millionen ab. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland verringerte sich um 50 Prozent auf 13,6 Millionen.

Nach einem Anstieg der Übernachtungszahlen in den Monaten Januar und Februar führte der starke Einbruch im März zu einem Aufkommen von nur 72,4 Millionen Übernachtungen im ersten Quartal 2020. Das ist ein Rückgang von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Ralf Loweg

Urlaub in Deutschland: Mehr als ein Geheimtipp

Viele Menschen bekommen in der Corona-Krise Fernweh. Sie träumen vom Urlaub an malerischen Stränden. Doch es muss nicht immer die Dominikanische Republik, Mexiko oder Australien sein. Auch die Heimat hat landschaftlich viel Schönes zu bieten. Die Spezialisten von „Urlaubsguru“ haben deshalb vier Ziele zu typischen Urlaubsregionen zusammengestellt, die das Reiseland Deutschland von der schönsten Seite zeigen.

1. Brandenburg: Ob Städtetrip, eine Auszeit am See oder im Grünen – Brandenburg hat viel zu bieten. Naturfreunde sollten sich eine Kanutour über die Spreeverzweigungen im von der UNESCO anerkannten Biosphären-Reservat Spreewald nicht entgehen lassen und die dort typische Mahlzeit aus Kartoffeln mit Quark und Leinöl probieren. Die Stadt Potsdam eignet sich mit dem Schloss Sanssouci, dem Filmpark Babelsberg und einem Abenteuerpark für einen Städtetrip. Wer einfach nur die Seele baumeln lassen und dabei aufs Wasser blicken möchte, der findet am Werbellinsee die richtige Urlaubsunterkunft. Von Baumhäusern über alte Herrenhäuser bis hin zu Hausbooten – Brandenburg hat aufregende Unterkunftsarten zu bieten, die den Urlaub zum Highlight werden lassen.

2. Harz: Das Mittelgebirge in Niedersachsen dehnt sich über eine große Region mit vielseitigen Orten aus. Für Entspannung sorgen Wellnesshotels mit Spa-Angeboten, Sole-Thermen oder Sauna-Erlebniswelten. Ausflugstipps für Familien sind der Baumwipfelpfad Harz und der Hochseilgarten Skyrope. Bei einer fünfstündigen Luchs-Tour lernen Wanderer den Naturpark nicht nur besser kennen, sondern bekommen auch seine tierischen Bewohner zu Gesicht. Mit einem Abstecher nach Goslar oder einer herausfordernden Wanderung auf den Brocken wird der Aufenthalt im Harz zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.

3. Thüringen: Durch die historischen Städte Erfurt und Weimar ist das Bundesland vor allem bei Kulturreisenden beliebt. Aber auch das UNESCO-Weltkulturerbe Wartburg und das UNESCO-Weltnaturerbe Hainich, das mit seiner unberührten Natur besticht, sind einen Besuch wert. Hinzu kommt das Städtedreieck Bad Langensalza, Eisenach und Mühlhausen mit seinen historischen Altstädten. Für Aktivurlauber eignen sich der Thüringer Wald und das Schiefergebirge. Rund 7.000 Kilometer Wanderwege bieten jede Menge Möglichkeiten für mehrtägige Touren.

4. Seen in Bayern: Der Walchensee zählt mit seiner türkisblauen Farbe sowie den Wäldern und Bergen in der Umgebung zu den schönsten Seen in Deutschland. Der Schliersee lässt sich gut zu Fuß oder auf dem Rad umrunden und punktet mit Freizeitangeboten wie Wasserski oder einem Hochseilgarten. Ebenfalls ideal für eine Auszeit in Bayern ist der Wöhrsee. Er liegt an der Grenze zu Österreich und ist mit einer maximalen Tiefe von nicht mal vier Metern ein perfekter Badesee für die ganze Familie.

Ralf Loweg

Urlaub 2020: Storno-Welle in Deutschland

Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung wegen der Corona-Krise wurde gerade verlängert. Bis Mitte Juni 2020 bleiben also viele Flieger auch weiterhin am Boden. Das bedeutet: Hotelbetten bleiben leer und Touristenattraktionen unbesucht.

Viele deutsche Urlauber hatten das schon befürchtet und gehen deshalb auf Nummer sicher: 27 Prozent haben ihre nächste bereits gebuchte Urlaubsreise inzwischen komplett storniert beziehungsweise haben vor, dies zu tun. Das ergibt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des Direktversicherers CosmosDirekt.

Für die Bevölkerungsrepräsentative Umfrage „Urlaubsreisen in der Corona-Krise“ des Meinungsforschungsinstituts Forsa im April 2020 wurden 1.003 nach systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in Deutschland befragt.

Ralf Loweg

Lufthansa: So steht es um die Staatshilfen

Die Lufthansa hat es in der Corona-Krise besonders hart getroffen. Der Flugverkehr ist fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Jede verlorene Stunde kostet die Kranich-Airline nach eigenen Angaben etwa eine Million Euro. Jetzt soll der Staat helfen.

Die Lufthansa rechnet nach eigenen Aussagen mit einem baldigen Abschluss der Verhandlungen über Staatshilfen für die angeschlagene Airline. „Die Unterstützung durch den deutschen Staat wäre für uns ein entscheidender Schritt für unsere Zukunftsfähigkeit“, schreibt der Vorstand um Konzernchef Carsten Spohr in einer internen Mitteilung an die Belegschaft, wie „tagesschau.de“ berichtet.

Die Lufthansa verhandelt mit der Bundesregierung über Hilfen in Höhe von rund zehn Milliarden Euro, die zum Teil als stille Beteiligung fließen könnten, heißt es. Im Gegenzug ist auch eine staatliche Beteiligung im Gespräch. Lufthansa-Chef Spohr lehnt zu großen staatlichen Einfluss etwa in Form von Aufsichtsratsmandaten aber ab.

Ralf Loweg

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