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“Peinlicher Dreher” zum Auftakt: Vettel in der Sackgasse

Die Ansage kommt von ganz oben. Und sie ist unmissverständlich. Für Sebastian Vettel bedeutet sie, dass der Deutsche für 2021 eine Option weniger hat. Das Bittere: Es war sein vermeintliches Ass. Noch bitterer ist: Damit sieht sein Blatt für die Zukunft automatisch sehr übersichtlich aus. Vettel steckt mehr und mehr in der Karriere-Sackgasse. “Wir bleiben bei unseren zwei Jungs”, hatte Daimler-Konzernchef Ola Ola Källenius vor dem Formel-1-Saisonauftakt in Spielberg betont. Bei Mercedes ist die Tür also zu, die Silberpfeile setzen 2021 auf Weltmeister Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.

“Ich kann verstehen, dass das ein ganz spannender Gedanke ist für die deutschen Fans”, sagte Källenius. Aber in Hamilton und Bottas habe Mercedes bereits “eine Superpaarung. Wir stehen zu unseren zwei Fahrern, die wir jetzt haben, die performen auf höchstem Niveau.” Wie zum Beweis gewann Bottas das erste Rennen in der Corona-Krise unter strengen Sicherheits- und Hygieneauflagen, Hamilton wurde Vierter.

Und wie zum Beweis, warum sich Ferrari nach der aktuellen Saison von Vettel trennen wird, drehte sich der viermalige Weltmeister in der 31. Runde des Rennens, ausgerechnet nach einer Kollision mit Carlos Sainz (McLaren), seinem Nachfolger bei Ferrari.

Vettel hatte den Schuldigen sehr schnell ausgemacht: Es lag vor allem am Ferrari, dass er sich gedreht hatte. “Ich bin froh, dass ich mich nur einmal gedreht habe”, sagte er: “Ich hatte unheimlich Mühe, das Auto auf der Strecke zu halten.”

Die chaotische Schlussphase mit einigen Ausfällen spülte Vettel noch in die Punkte, er wurde Zehnter. Für Vettel ist aber klar: Mit der Spitze könne er momentan “nicht viel mitreden. Unter normalen Umständen ist der fünfte, sechste, siebte Platz das, was in uns steckt.” Sein Problem: Teamkollege Charles Leclerc nutzte das Chaos und fuhr als Zweiter auf das Podium.

Vettel gehen die Argumente aus. Die englische Daily Mail bringt es auf den Punkt: “Sebastian Vettel zeigt, warum Ferrari ihn loswerden will.”

Auch von den Experten gab es heftige Kritik für den Dreher. “Ganz ehrlich gesagt ist das eher eine Sache, die einem Nachwuchsfahrer passieren sollte – aber nicht Sebastian. Ich weiß auch nicht, was manchmal in ihm vorgeht”, sagte Sky-Experte Ralf Schumacher.

Für Ex-Champion Jenson Button war der Fauxpas ein “ziemlich peinlicher Dreher”. Nico Rosberg sparte ebenfalls nicht mit Kritik. “Das war eine eklatante Fehleinschätzung der ganzen Situation, wie es ihm schon oft passiert ist. Unerklärlich irgendwie. Immer wieder diese Fehler, wenn er sich beim Überholen nach innen dreht”, so der Weltmeister von 2016.

“Ich fand es auch ernüchternd, wie er sich rausgeredet hat. Er sagt, Ferrari wird höchstens Sechster oder Siebter, aber sein Teamkollege ist Zweiter. Da geht schon was mit dem Auto”, so Rosberg weiter. Was bedingt stimmt, denn tatsächlich ist der Ferrari kein Auto, mit dem man die WM gewinnen kann. Eine Portion Selbstkritik wäre also angebracht gewesen.

“Es war heute sicher nicht sein tollstes Rennen. Er sagte, das Auto sei weniger gut fahrbar gewesen als noch am Freitag. Unter diesen Bedingungen kann ein Fahrer nicht sein Bestes zeigen”, sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: “Was aber den Dreher angeht, war das keine tolle Aktion von ihm. Dessen ist er sich bewusst.”

Eine gute Nachricht gibt es: Am nächsten Wochenende geht es bereits weiter, dann steht das zweite Saisonrennen an, ebenfalls in Spielberg. Heißt also für Vettel: Abhaken, nach vorne schauen, besser machen.

Damit sich sein Blatt für 2021 vielleicht doch noch ändert.

Andreas Reiners

Wie viel dürfen Formel-1-Fahrer verdienen?

Formel-1-Fahrer gehören zu den Spitzenverdienern der Sportbranche. Weltmeister Lewis Hamilton beispielsweise wird auf mehr als 50 Millionen Euro geschätzt – pro Jahr. Diese Summe setzt sich aus der Gage bei Arbeitgeber Mercedes, Prämien und sonstigen Bonus-Zahlungen sowie sämtlichen Werbeeinnahmen zusammen. Nur zum Vergleich: Golf-Superstar Tiger Woods hat zu seinen besten Zeiten mehr als 100 Millionen Euro im Jahr verdient.

In der Corona-Krise findet nun aber in der Formel 1 offensichtlich ein Umdenken statt. Nach der Vereinbarung einer Budget-Obergrenze in der Formel 1 hat jetzt Red-Bull-Sportdirektor Helmut Marko auch eine Begrenzung der Gehälter für die Fahrer vorgeschlagen.

“Es muss unbedingt eine Gehaltsbremse für Fahrer kommen. Die Teams, die sich jetzt freuen, dass sich die Autos angleichen werden, werden sich noch wundern. Umso wichtiger wird der Fahrer. Und umso teurer”, sagte Helmut Marko der Online-Ausgabe der Zeitschrift “auto motor und sport”. Man müsse da schnellst möglich etwas tun. Laufende Verträge müssten natürlich noch erfüllt werden, so der Sportdirektor.

Marko hofft, dass Sebastian Vettel in der nächsten Saison wieder in der Formel 1 fährt. “Ich hoffe es für ihn. Es macht aber nur Sinn, wenn er einen Sitz in einem Topteam bekommt.” Mercedes sei wohl nicht interessiert, der Topplatz bei Red Bull ist aktuell besetzt. “Nach derzeitigem Stand gibt es bei uns keine Möglichkeit”, so Marko.

Ralf Loweg

Ludwigsburg verliert Finale und gewinnt dennoch

Alba Berlin ist zum 9.Mal deutscher Basketball-Meister. Die Hauptstädter gewannen beim BBL-Finalturnier in München mit 75:74 (42:35) auch das Rückspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg. Bei Ludwigsburg fehlte erneut der verletzte Topscorer Marcos Knight. Knight wurde von der Liga zum wertvollsten Spieler (MVP) des Turniers gewählt. Ludwigsburg hatte zuvor Titelverteidiger FC Bayern im Viertelfinale rausgeworfen. Für die Barockstädter war der Finaleinzug gleichzeitig der größte Vereinserfolg in ihrer Geschichte. 

Spielbericht: 

Wie schon am Freitagabend musste Headcoach John Patrick vor dem Tip-Off auf einige seiner Akteure verzichten: Neben Marcos Knight, der nicht rechtzeitig fit geworden war, fehlten im Rückspiel nun auch Zamal Nixon und Cameron Jackson im schwäbischen Aufgebot. Die drei pausierenden US-Amerikaner sahen von ihren Plätzen hinter der LED-Bande, wie Jaleen Smith von Beginn an viel Verantwortung trug: Der 25-Jährige markierte die ersten vier RIESEN-Zähler und sorgte so für die Ludwigsburger Führung (4:2, 3. Spielminute). Diese sollte auch in den folgenden Minuten Bestand haben – bis Marcus Eriksson heiß lief. Der Schwede sorgte, wie schon im Hinspiel, für sechs Punkte von Downtown, damit für den Führungswechsel und die erste Patrick-Auszeit der Partie (9:11, 7.). Obwohl die Ludwigsburger in der Folge noch einmal zum Ausgleich kamen, zog ALBA BERLIN mehr und mehr das Tempo an und setzte sich auf zehn Zähler ab (11:21, 10.).

Zum Start der zweiten zehn Minuten war es dann, wie ebenfalls im Hinspiel Jacob Patrick, der aus der 6,75-Meter-Distanz erfolgreich verkürzte. Doch der 16-Jährige, der einer von fünf U19-Spielern im Kader der Schwaben war, hatte in der Folge das Nachsehen: Berlin provozierte im Stile einer Top-Mannschaft zahlreiche Ludwigsburger Fehler, suchte die siegbringenden Mismatches und kam vor allem durch Landry Nnoko zum Korberfolg (23:34, 16.). Kurz darauf begannen jedoch die Minuten von Thomas Wimbush. Der US-Amerikaner versenkte drei Würfe in Serie arbeitete, gemeinsam mit Lukas Herzog, am Beginn einer Aufholjagd. Trotz dessen, dass die Schwaben gut im Spiel waren, gehörte der Schlusspunkt der ersten Halbzeit dann wieder einem Berliner: Malte Delow stellte mit dem Ertönen der Schlusssirene auf +7 (35:42, 20.).

Ludwigsburg spielt stark, Berlin behält den Fokus

Auch der Start in die letzten zwanzig Minuten der Saison verlief für die Ludwigsburger dann denkbar schlecht: Martin Hermannsson und einmal mehr Eriksson netzten erfolgreich aus der 6,75-Meter-Distanz ein, einzig Wohlfarth-Bottermann hielt aus Sicht der MHP RIESEN mit vier Zählern effizient dagegen. Anders als befürchtet konnten sich die Hauptstädter aber nicht weiter absetzen: Wimbush und Nick Weiler-Babb fanden die benötigten Antworten und stoppten den Lauf der „Gäste“. Dennoch wurde mit zunehmender Spielzeit der Berliner Gesamtsieg klarer und deutlicher, denn die Hauptstädter machten die vielen kleinen, notwendigen Dinge richtig. Während die MHP RIESEN zwar kämpferisch bestimmend, spielerisch aber etwas limitiert waren, trat Berlin wieder auf das sprichwörtliche Gaspedal (54:67, 30.).

Doch angeführt von Smith, der sich wie auch seine Teamkameraden nicht geschlagen gab, kamen die Ludwigsburger in den Schlussminuten noch einmal heran: Sie ließen nicht mehr locker, spielten energisch und leidenschaftlich und negierten den Rückstand stückweise. Trotz eines guten Spiels und eines exzellenten Schlussviertes (20:8) sollte es nicht mehr zum Turnaround kommen: Ludwigsburg verlor die Partie knapp (74:75) und die Serie deutlich (139:163) – und konnte sich am Ende dennoch über den Abschluss der besten Saison der Vereinsgeschichte freuen. Die MHP RIESEN trugen sich mit der Vize-Meisterschaft in die Annalen der Klubhistorie ein und konnten sich zudem über einen wahren MVP in ihren Reihen freuen. Marcos Knight erhielt nach der Final-Partie die Trophäe als bester Spieler des Final-Turniers.

Auf die Ludwigsburger Basketballer wartet nun, vor dem endgültigen Saisonende, noch die offizielle Saisonabschlussparty: Am Montagabend feiern die MHP RIESEN, gemeinsam mit ihren Fans, Partnern und Sponsoren, eine grandiose Spielzeit, ein exzellentes Team und eine herausragende Vize-Meisterschaft.

Statements und Stats

Aito Garcia Reneses | Headcoach Berlin: „Es ist sehr schwierig ein Spiel mit Emotionen zu spielen, wenn man permanent an die Meisterschaft denkt. Man denkt immer mehr an die Zukunft, weniger an dem Moment. Dennoch haben wir es geschafft uns zu konzentrieren und die Meisterschaft zu gewinnen. Darüber bin ich sehr glücklich.“

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Erst einmal Gratulation an Coach Aito [Garcia Reneses] und die Berliner Mannschaft, sie haben die Meisterschaft vierdient geholt. Ich bin unglaublich stolz auf unsere Saison. Wir haben immer alles gegeben, wir haben keine Ausreden gesucht, unser U19-Team ist ungeschlagen geblieben und zudem von der 2. in die 1. Regionalliga aufgestiegen. Diese Jungs haben uns im Turnier sehr geholfen. Kompliment an alle, an meine Spieler, an den Staff. Wir werden heute und morgen Abend eine große Feier haben. Auch wenn wir dieses Finale verloren haben, waren wir in diesem Turnier für zwei Überraschungen gegen München und Ulm gut. Heute war Berlin einfach besser.“

Für Ludwigsburg spielten: Thomas Wimbush 19 Punkte/8 Rebounds, Jaleen Smith 15/4/6 Assists/5 Steals, Nick Weiler-Babb 14/11/5, Lukas Herzog 8, Jonas Wohlfarth-Bottermann 7, Teyvon Myers 5, Jacob Patrick 3, Hans Brase 3, Johannes Patrick, Radii Caisin, Ariel Hukporti und Christian von Fintel.

Für Berlin spielten: Niels Giffey 14 Punkte, Martin Hermannsson 14, Marcus Eriksson 13, Landry Nnoko 12, Johannes Thiemann 7, Kenneth Ogbe 6, Peyton Siva 3, Malte Delow 3, Rokas Giedraitis 3, Jonas Mattisseck, Lorenz Brenneke, Luke Sikma.  

red

Meisterschaft verspielt? Ludwigsburg verliert Hinspiel deutlich

Im ersten Finalspiel um die Deutsche Basketball-Meisterschaft hatten die MHP-Riesen am Freitagabend, ohne ihren kurzfristig ausgefallenen Leistungsträger Marcos Knight, keine Chance und unterliegen Alba Berlin klar mit 65:88. Das Rückspiel steigt am kommenden Sonntag – die Ergebnisse der beiden Partien werden addiert.

Spielbericht:

Vor Spielbeginn durchlebten die Ludwigsburger gleich zwei Enden des Gefühlsspektrums: Während Marcos Knight nicht rechtzeitig fit wurde und folgerichtig passen musste, meldeten sich Jonas Wohlfarth-Bottermann und Hans Brase rechtzeitig zum Dienst. Die beiden Bigmen waren zwar nicht bei voller Kraft, gleichwohl aber zum Einsatz bereit. Auch ohne ihren zuletzte formstärksten Akteur erwischten die MHP RIESEN dann einen guten Start: Durch Jaleen Smith und Nick Weiler-Babb kamen sie zu Punkten und einer ersten Führung (2:5, 2. Spielminute). ALBA BERLIN, das schwer in die Partie fand, konterte dies zwar mit all seiner Klasse, konnte der Anfangsphase aber ebenfalls nicht den Stempel aufdrücken. Die Kontrahenten vergaben jeweils beste Wurfgelegenheiten. Erst nach einem Distanztreffer von Marcus Eriksson und weiteren Zählern von Martin Hermannsson begannen sich die Hauptstädter etwas zu konsolidieren und folgerichtig abzusetzen, weshalb John Patrick sein Team zur Auszeit zusammenrief (14:8, 8.). Der US-Amerikaner sorgte bei seinem Team für das Zurückerlangen des Zugriffs: Ludwigsburg konterte den kurzzeitigen 7:0-Lauf der Berliner und verkürzte, durch Jacob Patrick, zum Viertelende (19:13, 10).

Selbiger sollte auch nach der Minipause direkt an das Gezeigte anknüpfen: Der 16-Jährige netzte den nächsten Distanztreffer. ALBA BERLIN blieb angeführt von Niels Giffey jedoch weiterhin am Drücker, musste sich nun aber dem nächsten Youngster erwehren: Auch Lukas Herzog zeigte früh im Spiel an beiden Enden des Parketts seine Klasse und sorgte so für offensive Entlastung (24:20, 13.). Doch der Top-Favorit drehte dennoch vermehrt auf: Berlin kam in Korbnähe, mit zahlreichen Rebounds im Gepäck, zu zahlreichen Punkten und brillierte auch aus der Distanz durch Eriksson. Aus entsprechender Entfernung wusste dann auch Herzog erneut zu gefallen, der mit seinem Treffer einen weiteren Lauf der Hauptstädter erfolgreich beendete. Gleichwohl fiel auf: Den Ludwigsburgern fehlten der Zugang zum Spiel. Die Schwaben mühten sich nach allen Kräften, doch ihren Rhythmus und ihre Konzentration fanden sie dabei nicht. Anders dagegen die nominellen Hausherren, die unter den Körben weiterhin zu einfachen Zählern und durch Peyton Siva zur 17-Punkte-Halbzeit-Führung kamen (49:29, 20.).

Berlin setzt sich ab, Ludwigsburg verkürzt

Auch nach dem Seitenwechsel sollten sich die vor der Halbzeit gezeigte Leistungen mehr oder minder nahtlos so fortsetzen: Berlin kontrollierte das Geschehen, die Ludwigsburger agierten selbst zu fahrig und fehleranfällig, sodass sich Rokas Giedraitis und Co. weiter absetzen konnten. Erst nach zwei Korberfolgen von Wohlfarth-Bottermann kamen die Schwaben etwas in die Spur, chancenlos waren sie in dieser Phase aber dennoch (69:42, 30.).

Direkt zum Beginn des Schlussabschnitts waren die MHP RIESEN dann, wie erhofft, direkt wieder voll drin: Sie waren über mehrere Minuten das bessere Team, verkürzten das entstandene Defizit um zehn Zähler – lagen selbstredend weiterhin zweistellig im Hintertreffen (73:51, 34.). Dennoch agierten sie nun so, wie sie es sich vorgenommen hatten: Mit Herz, Leidenschaft und klarem Fokus und verkürzten das enorm angestiegene Defizit um einige Zähler. Doch auch diese Leistung sollte nicht für eine merkliche Mehrwertsteigerung des Ergebnisses sorgen: Angeführt von Hermannsson zogen die Berliner in den Schlussminuten wieder an und sicherten sich verdientermaßen den letztendlich ungefährdeten 88:65-Erfolg.

Aufgrund des deutlichen Hinspiel-Ergebnisses hat sich die Ausgangslage vor dem entscheidenden Duell am Sonntag (28.06., 15:00 Uhr) nun noch einmal verfestigt: Während Berlin als Top-Favorit auf den Titel zusteuert, werden die MHP RIESEN als noch größerer Underdog ins Rennen gehen – und versuchen, den 23-Punkte-Rückstand wett zu machen.

Statements und Stats

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Berlin hat verdient gewonnen. Ich bin stolz, dass wir im vierten Viertel zurückgekommen sind und nicht aufgegeben haben. Dennoch ist klar, dass viele Dinge suboptimal gelaufen sind. Berlin war so, wie Berlin immer ist: Sie haben versucht schnell zu spielen, haben das In- und Outside-Spiel gut variiert und das offensive Brett dominiert. Es gab Phasen, in denen wir keinen Rebound holen konnten. Zudem hatten wir Probleme mit unserer Ballbewegung und keine gute Wurfauswahl. Ich bin stolz, dass Luki [Herzog], Ariel [Hukporti] und Jake [Patrick] heute wichtige Minuten gegeben haben. Jonas Wohlfarth-Bottermann ebenfalls. Diese Vier haben 35 Punkte erzielt. Aber wir brauchen einfach mehr Teamplay und mehr Konzentration. 23 Punkte sind eine Menge. Aber wenn wir defensiv pressen und den Ball bewegen, können wir offene Würfe bekommen. Und ich hoffe, dass wir die Chance auf das Zurückkommen am Sonntag ernst nehmen.“

Aito Garcia Reneses | Headcoach Berlin: „Vielen Dank für die Glückwünsche! Ich denke, dass wir heute in der meisten Zeit mit der nötigen Intensität und dem nötigen Fokus gespielt haben. Obwohl es am Anfang nicht so gut lief, haben wir uns großartig ins Spiel gearbeitet – und am Ende noch einige Punkte aufgelegt, um das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Ludwigsburg ist immer besser geworden, wir schwächer. Daran müssen wir arbeiten. Es hilft nichts, wenn Du zur Halbzeit in Front liegst, Du musst am Ende – also nach 80 Minuten – führen.“

Für Berlin spielten: Martin Hermannsson 14 Punkte/6 Assists, Rokas Giedraitis 14/5 Rebounds, Landry Nnoko 12/7, Niels Giffey 12, Marcus Eriksson 12, Luke Sikma 10, Peyton Siva 10, Kenneth Ogbe 2, Johannes Thiemann 2, Jonas Mattisseck und Malte Delow.

Für Ludwigsburg spielten: Jonas Wohlfarth-Bottermann 11 Punkte/6 Rebounds, Nick Weiler-Babb 11/6, Ariel Hukporti 8/5, Lukas Herzog 8, Jacob Patrick 8, Teyvon Myers 7, Jaleen Smith 5, Cameron Jackson 3, Zamal Nixon 2, Thomas WImbsuh 2, Hans Brase und Radii Caisin.

Das neue Gesicht der Formel 1

Max Verstappen kämpft mit den Tränen. Völlig ausgepumpt und abgekämpft steht er auf dem Podium in Spielberg, schüttelt immer wieder ungläubig den Kopf. Während der niederländischen Nationalhymne grinst der 22-Jährige, wischt sich den Schweiß von der Stirn. Und genießt den Jubel der Fan-Massen in orange, die ihm frenetisch zujubelt.

Etwas mehr als ein Jahr ist das her. Vergangenheit. Die alte Normalität, wenn man so will. Inmitten der Corona-Krise wirkt es, als seien solche Szenen Jahrzehnte her. Fakt ist: 2020 sind sie undenkbar, wenn die Formel 1 am 5. und 12. Juli 2020 mit einem Doppelpack im österreichischen Spielberg in ihre neue Saison startet. Denn wegen der Pandemie wird in der Königsklasse vieles nicht mehr so sein wie vorher, die Formel 1 bekommt ein neues Gesicht, an das man sich noch gewöhnen muss.

“Ohne Fans wird es ganz anders sein”, sagt Verstappen bei Sky. Geister-Rennen sind aber Voraussetzung dafür, dass überhaupt gefahren werden kann. Was am Fernsehen vermutlich nicht so krass auffällt wie beim Fußball, ist aber vor allem für die Fahrer ungewohnt. Denn über das Rennwochenende gab es sonst stets Kontakt zu den Anhängern, es wurden fleißig Autogramme geschrieben oder Selfies gemacht.

Formel-1-Sportchef Ross Brawn zeigt ist jedoch sicher, dass die Formel 1 auch ohne Fans interessant und aufregend sein kann. “Es wird einfach nur anders. Das ist der neue Standard”, sagt Brawn. Es sei ungewiss, wie lange es so bleiben werde. “Aber das wird sicher der neue Standard für den Rest des Jahres sein”, so Brawn.

Sollte Verstappen wie 2019 die Dominanz der favorisierten Weltmeister von Mercedes mit Champion Lewis Hamilton und dem Finnen Valtteri Bottas erneut brechen und auch Ferrari mit Sebastian Vettel und Charles Leclerc auf Abstand halten können, wird es weitaus weniger emotional. Denn eine Podiums-Zeremonie wird es gar nicht erst geben.

“Wir denken daran, dass die Fahrer die Autos nach der Auslaufrunde zu Start und Ziel zurückbringen und dann vor ihre Wagen treten”, erklärt Brawn. “Wir haben schon ziemlich gute Vorstellungen davon, wie wir das neu abwickeln. Derzeit prüfen wir, wie das im Fernsehen am besten rüberkommt.”

Auch das Programm vor dem Rennen wird geändert. Wie zum Beispiel die bei den Fans beliebte Fahrerparade, als die Piloten auf einem Lkw-Anhänger um den Kurs gefahren wurden oder in schicken Oldtimern saßen. Auch das ist jetzt Vergangenheit. “Wir werden stattdessen Einzel-Interviews vor den Boxen des jeweiligen Piloten durchführen”, so Brawn.

Das Gewusel vor dem Rennen in der Startaufstellung ist ebenfalls nicht mehr so wie sonst durchführbar. War es früher vor allem ein wildes Durcheinander und Getümmel aus Autos, Mechanikern, VIP-Gästen und Kamera-Teams, darf ab Juli nur noch in die Startaufstellung, wer tatsächlich zur Vorbereitung des Autos notwendig ist. Brawn: “Früher war es so, dass sich alle Fahrer vor den Wagen aufgestellt haben, zusammen mit den Grid-Kids, das geht so auch nicht mehr. Die Kinder werden noch immer Teil der Zeremonie sein, aber sie werden per Videobotschaften zugeschaltet.”

Hinzu kommt ein ausgeklügeltes Hygiene-Konzept. So sollen rund um die ersten Rennen zwischen 10.000 und 12.000 Coronavirus-Tests durchgeführt werden. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, sieht das Konzept vor, dass die Proben zweimal täglich in ein Analyselabor in Ebersberg östlich von München transportiert werden. Dort werde dann sieben Tage in der Woche 24 Stunden ausgewertet. Innerhalb von 16 bis 24 Stunden nach der Probenentnahme sollen die Resultate feststehen.

“Alle, die am Ring arbeiten – das sind 3.000 Leute, die sich in der roten Zone bewegen – dürfen ihren Arbeitsbereich nur mit einem negativen Covid-19-Bescheid betreten, der nicht älter als vier Tage ist”, sagt Siegfried Schnabl, Geschäftsführer von Eurofins Genomics Österreich und Osteuropa und verantwortlich für Spielberg, der APA.

Bei den Teams sind Gesichtsmasken und Social Distancing zwei von einigen Maßnahmen. Der Automobil-Weltverband FIA hat ein 74-seitiges Dossier an die Rennställe verschickt. In dem steht, was die Teams dürfen und was nicht. Durch die Schutzmaßnahmen wird alles noch schwieriger, wie Ferrari-Sportchef Laurent Mekies bestätigt. “Für die Jungs in der Box wird es hart sein, die ganze Zeit über Maske zu tragen”, sagte er. Selbst sie müssen sich erst an das neue Gesicht der Formel 1 gewöhnen.

Andreas Reiners

Riesen Ludwigsburg gewinnen Schwabenderby und stehen erstmals im Finale

➡️ Breaking-News

MHP RIESEN LUDWİGSBURG gewinnen das Halbfinal-Rückspiel gegen ratiopharm Ulm und stehen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte im Finale um die Deutsche Meisterschaft!Das Überraschungsteam um Chefcoach John Patrick setze sich im Halbfinal-Rückspiel in München gegen das bis dahin ungeschlagenes Ulm mit 94:85 (42:46) durch. Bester Werfer war der überragende Ludwigsburger Marcos Knight mit 26 Punkten.

Im Viertelfinale hatten die Ludwigsburger bereits Titelverteidiger Bayern München ausgeschaltet. Sie treffen nun auf den Sieger des Duells Alba Berlin gegen EWE Baskets Oldenburg. Das Hinspiel hatte Berlin klar für sich entschieden und gilt nun als Titelfavorit.

Spielbericht:

Unmittelbar vor dem zweiten Halbfinal-Duell der easyCredit BBL-Playoffs rotierte Headcoach John Patrick erneut in seinem Aufgebot: Teyvon Myers und Ariel Hukporti, der rechtzeitig seine Schulprüfungen und die medizinischen Tests vor seiner Rückkehr ins Team-Hotel abgeschlossen hatte, ersetzten Johannes Patrick und Cameron Jackson im Ludwigsburger Aufgebot. Während der US-Amerikaner entsprechend zwei Wechsel vornahm, blieb die Startformation der MHP RIESEN abermals unverändert. Jaleen Smith, Marcos Knight, Nick Weiler-Babb, Thomas Wimbush und Jonas Wohlfarth-Bottermann standen erneut beim Tip-Off auf dem Parkett. Wie schon im Halbfinal-Hinspiel am zurückliegenden Sonntag sollten sie den besseren Start für sich verzeichnen: Sie waren defensiv von Beginn an voll da und erarbeiteten sich die erste, knappe Führung. Aufgrund mehrerer Offensiv-Fouls und der verletzungsbedingten Auswechslung von Knight fanden sie jedoch nur langsam ihren Rhythmus, sodass sich eine ausgeglichene Anfangsphase Bahn brach (7:8, 5. Spielminute.). Den spielerisch langsamen Start konnten vor allem die Ulmer für sich nutzen. Angeführt von Thomas Klepeisz, der gleich zweifach beim Distanzwurf gefoult wurde, erarbeiteten sich die Donaustädter eine 19:12-Führung (8.), die sie bis zum Viertelende auf acht Zähler ausbauten (24:16, 10.).

In den zweiten Speilabschnitt kehrten die Ludwigsburger dann mit neuem Fokus und Radii Caisin zurück: Schnell stahlen sie gleich zweifach den Ball und verkürzten durch Lukas Herzog und Wimbush um vier Zähler. Die nominellen Ulmer Hausherren waren zu diesem Zeitpunkt noch um keine Antwort verlegen und fanden instruiert durch Per Günther die benötigten Korberfolge. John Patrick sah sich erneut zur Auszeit gezwungen (31:20, 12.). Auch die Neujustierungen am Seitenrand sollten aber nicht die erhoffte Wirkung bringen: Archie Goodwin und Co. blieben das bestimmende Team. Erst in der 16. Spielminute fanden die MHP RIESEN wieder einen Zugriff zum Spiel, wussten diesen dann aber auch für sich zu nutzen: Sie halbierten das auf 12 Zähler angewachsene Defizit, zwangen nun Jaka Lakovic zur Auszeit (36:30) und befanden sich auch darüber hinaus wieder auf Augenhöhe. Angeführt wurden sie dabei von Knight, der sich auch von seinem Handicap nicht aufhalten ließ und gemeinsam mit Smith und Weiler-Babb – der einen Buzzerbeater einstreute – dafür sorgte, dass das Geschehen auch beim Gang in die Kabinen eng blieb (46:42, 20.). Die Barockstädter verließen das Parkett des Audi Domes entsprechend optimistisch in Richtung Katakomben, mussten nun aber einen weiteren Verletzten beklagen: Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann nahm fortan mit einem lädierten Knie auf der Bank Platz.

11:0-Lauf ebnet den Weg zum Sieg

Direkt im Anschluss an die Kabinenansprache und den Seitenwechsel kamen die Ludwigsburger dann, durch Smith und Wimbush, wie entfesselt zurück – und auch direkt zum Führungswechsel. Während Ersterer aus der 6,75-Distanz einnetzte, ließ Wimbush ebenfalls einen Dreier und zudem ein Drei-Punkt-Spiel mit spektakulärem Dunking folgen (46:51). Obwohl Ulm durch Gavin Schilling den Ludwigsburger 11:0-Lauf gut konterte, blieben die Barockstädter über mehrere Minuten hinweg das bessere Team und erarbeiten sich hierdurch ein kleines Polster (52:58, 25.). Auch wenn dies zum Viertelende wieder kleiner wurde und nun der im bisherigen Turnier stark aufspielende Dylan Osetkowski zu treffen begann, war Ludwigsburg dank eines Smith-Buzzerbeaters auch weiterhin in Front (69:71, 30.).

Zum Start Crunchtime waren die MHP RIESEN dann ebenfalls voll da: Durch Weiler-Babb und Wimbush kamen sie, jeweils Sekundenbruchteile vor dem Ertönen der 24-Sekunden-Sirene, aus der Distanz erfolgreich zum Korberfolg. Entsprechend schnell waren sie folgerichtig obenauf (69:77, 32.). Lakaovics Mannen kämpften, ob der sich abzeichnenden Niederlage, im 1-gegen-1-Duell mit allem, was sie hatten. Doch die Schlussminuten dieser an Spannung reichen Serie sollten, anders als erwartet, kein Duell auf Augenhöhe bleiben: Knight war über mehrere Minuten hinweg von nichts und niemanden mehr zu stoppen, punktete nach Belieben, riss seine Farben mit sich und führte sie schlussendlich, mit dem vierten Double-Double in Serie, zum 94:85-Sieg. Dieser stellt, in der Addition mit dem Hinspiel-Ergebnisses, den aufsummierten 165:156-Seriengewinn dar und ebnet für die MHP RIESEN Ludwigsburg erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Weg ins Playoff-Finale, dessen Erreichen im Anschluss gebührend gefeiert wurde.

Während die Ludwigsburger die Vorbereitung auf die beiden Final-Spiele an Freitag (26.06.; 20:30 Uhr) und Sonntag (28.06.; 15:00 Uhr) bereits morgen Vormittag aufnehmen werden, steht der Endspiel-Gegner noch nicht endgültig fest. ALBA BERLIN ist nach dem Hinspiel-Erfolg gegen die EWE Baskets Oldenburg (92:63) der nahezu sichere Kandidat, muss dafür aber noch die zweite 40 Minuten gegen die Niedersachsen am Mittwochabend überstehen.

Statements und Stats

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Das waren insgesamt 80 hart umkämpfte Minuten gegen Ulm. Das erste Spiel am Sontag war ein Dogfight, das zweite Spiel heute war auch ein Dogfight. Heute waren die individuellen Leistungen von Thomas Wimbush in der zweiten Halbzeit und vor allem Marcos Knight wichtig. Es war wieder ein unglaubliches Spiel von ihm. Er hatte am Ende einen Plus-Minus-Wert von +20, inklusive eines Double-Doubles mit 26 Punkten, 13 Rebounds und 3 Assists. Gerade weil er am Anfang der Partie umgeknickt ist und mehrfach getaped werden musste, ist diese Leistung ein Wahnsinn. Aber auch an Ariel [Hukporti] möchte ich ein Kompliment machen. Er hat heute, wie alle unsere jungen Spieler, wieder viel guten Input und wichtige Minuten gegeben. Zudem haben natürlich die „Big Four“ mit Jaleen [Smith], Nick [Weiler-Babb], Marcos [Knight] und Thomas [Wimbush] alle geliefert. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Jaka Lakovic | Headcoach Ulm: „Ich denke, dass das Spiel heute ein richtiges Playoff-Spiel war – und wir nach einer guten ersten Halbzeit mit einer etwas konzentrierteren Leistung und mit einer größeren Führung in die Kabine gehen sollten. Speziell der Dreier unmittelbar vor der Halbzeit [Weiler-Babb] hat das Momentum der Partie etwas verändert. Zudem war der Beginn des dritten Viertels schlecht. Nein, besser: Ludwigsburg war dort großartig. Im vierten Viertel haben wir dann versucht ihr Spiel zu spielen, haben im 1-gegen-1 gespielt. Aber dies ist das Spiel von Ludwigsburg. Sie haben im 1-gegen-1 mehr Qualitäten. Speziell Knight, Wimbush und Weiler-Babb haben heute stark gespielt. Wir haben hingegen verloren, weil wir defensiv nicht solide standen und ihnen viele Scoring-Möglichkeiten gegeben haben. Die Korberfolge haben sie [Ludwigsburg] dann gepusht. Sie haben verdient gewonnen und sind auch verdient ins Finale eingezogen.

Für Ulm spielten: Archie Goodwin 19 Punkte/6 Rebounds/5 Assists, Thomas Klepeisz 17, Derek Willis 11/6, Dylan Osetkowski 8, Patrick Heckmann 8, Gavin Schilling 8, Per Günther 5, Tyler Harvey 3, Andreas Obst 3 und Christoph Philipps 3.

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 26 Punkte/13 Rebounds, Thomas Wimbush 22/12, Nick Weiler-Babb 20, Jaleen Smith 14, Ariel Hukporti 4, Hans Brase 3, Tyler Havey 2, Lukas Herzog 2, Jonas Wohlfarth-Bottermann 1, Zamal Nixon, Radii Caisin und Jacob Patrick.

red

MHP-Riesen wollen mit “Gameplan” und “Motivation” ins Finale

Ludwigsburg/München: Mehr Top-Spiel, mehr Spannung geht nicht: Nach intensiven und spannungsvollen Spieltagen beim BBL-Finalturnier um die Deutsche Basketball Meisterschaft in München, geht es heute Abend für die MHP Riesen im Halbfinal-Rückspiel gegen ratiopharm Ulm um nichts Geringeres als den Einzug ins Finale. Nach dem Motto” The Winner Takes it all”, können die Spieler von Chefcoach John Patrick sich heute Abend (20.30Uhr) in die Geschichtsbücher eintragen lassen. Nach dem das Hinspiel unentschieden (71:71) ausgegangen war, gibt es in diesem klassischen “Do-or-Die-Spiel” keinen klaren Favoriten. Vor dem Spitzenspiel in der Basketball Bundesliga gegen ratiopharm Ulm, sprach Ludwigsburg24 mit Cheftrainer John Patrick und wollte von ihm wissen: Wie groß der Druck ist, wie sehr es ihn und das Team schmerzt, den bisher erreichten Erfolg ohne die Fans zu feiern und ob er vom Titel träumt.

„Wir wissen, dass unsere Fans zuschauen und mitfiebern. Wir erhalten zahlreiche Nachrichten und sehen auf allen Kanälen Social-Media-Beiträge von Fans, die uns ihre Liebe, ihre Zuneigung und ihre Unterstützung zeigen. Wir träumen allerdings nicht. Wir werden auch heute, wie in jedem Spiel, einen Gameplan haben und die zusätzliche Motivation zu wissen, was passiert, wenn wir uns auf das Spielfeld konzentrieren und zusammen spielen. Wir gehen mit Zuversicht, Konzentration und einer guten Einstellung ins Spiel heute Abend.“

red / Ayhan Güneş

RTL: Vollbremsung in der Formel 1

Für RTL steht die Startampel in der Formel 1 schon bald auf Rot. Mit dem Ende der Saison 2020 wird der Fernsehsender das Thema Formel 1 zu den Akten legen. Grund für den Ausstieg sei der immer größere Wettbewerb um die TV-Rechte, teilt RTL mit. Aber auch die Einschaltquoten lassen immer mehr zu wünschen übrig.

Seit 1991 wird die Formel 1 exklusiv von RTL ausgestrahlt. In den drei folgenden Jahrzehnten schrieben die Formel 1 und der TV-Sender eine Erfolgsgeschichte. Vor allem der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher verhalf dem Sender zu traumhaften Einschaltquoten.

Doch damit ist es jetzt vorbei. “Der Wettbewerb um die TV-Rechte hat sich verändert, den Markt teils überhitzt und damit den durchaus ambitionierten, dennoch wirtschaftlich vertretbaren Rahmen verlassen, den wir uns gesteckt haben”, sagt RTL-Geschäftsführer Jörg Graf. Und wie soll es weitergehen? “Wir werden uns mit aller Kraft, Leidenschaft und Freude auf den Fußball als TV-Sportart Nummer 1 und unser vor kurzem neu erworbenes Rechtepaket konzentrieren”, so Graf.

RTL-Sportchef Manfred Loppe ergänzt: “Wir haben die Formel 1 über drei Jahrzehnte mit großer Liebe und Leidenschaft sowie beherzter Innovations- und Investitionsbereitschaft übertragen. Die reichweitenstärksten und emotionalsten, unvergessenen Momente der Königsklasse im Rennsport bleiben für immer mit RTL verbunden.”

Ralf Loweg

TV-Rechte: Ab 2021/22 gibt es 1,1 Milliarden Euro pro Saison

Die DFL Deutsche Fußball Liga hat im Rahmen der Vergabe der deutschsprachigen Medienrechte erneut die Milliarden-Marke übersprungen und damit an das hohe Erlösniveau der vergangenen Jahre angeknüpft. Für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 können die Clubs mit Einnahmen in Höhe von durchschnittlich 1,1 Milliarden Euro rechnen. Dies entspricht einem Gesamterlös in Höhe von 4,4 Milliarden Euro. Das gab die DFL heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Sky sichert sich alle Live-Rechte am Samstag, DAZN überträgt am Freitag und am Sonntag

Im Pay-Bereich bleibt es wie bisher bei zwei Medienpartnern: Die Live-Berichterstattung von der Bundesliga am Samstag (alle Einzelspiele am Nachmittag, Konferenz und Topspiel) erfolgt auch künftig bei Sky – ebenso wie bei allen Begegnungen in der 2. Bundesliga. DAZN wird alle Bundesliga-Spiele am Freitag und am Sonntag live übertragen. Das Samstagabend-Spiel der 2. Bundesliga wird zudem live auch bei Sport1 im Free-TV zu sehen sein.

Ein umfangreiches Live-Rechte-Paket für das Free-TV sicherte sich darüber hinaus ProSiebenSat.1. Dieses Paket beinhaltet unter anderem die Saisoneröffnung der Bundesliga und 2. Bundesliga, die Relegation und den Supercup.

ARD behält Erstverwertung am frühen Samstagabend – ProSiebenSat.1 erwirbt Live-Paket u.a. mit Saisoneröffnung, Supercup und Relegation

Die Zusammenfassung (Erstverwertung im Free-TV) der Spiele der Bundesliga am frühen Samstagabend sowie am Sonntagabend sicherte sich erneut die ARD. Das ZDF wird weiter am Samstagabend mit der Zweitverwertung von Bundesliga und 2. Bundesliga im Free-TV sowie der Free-TV-Erstverwertung des Bundesliga-Topspiels zum Zuge kommen. Sport1 hat zudem weiterhin das Recht, ab Sonntagmorgen Zusammenfassungen der Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga vom Freitag und Samstag auszustrahlen. Neu ist, dass sich die ARD die Zusammenfassung der 2. Bundesliga – zusätzlich zum frühen Samstagabend – auch am Freitag und Sonntag sichern konnte, eine Verwertung ist nach jetzigem Stand teilweise beim Sender One geplant.

„Das Ergebnis der Ausschreibung bietet den Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga ebenso wie den Fans größtmögliche Stabilität in unsicheren Zeiten. Dies gilt sowohl mit Blick auf den weitgehenden Erhalt der Erlös-Situation als auch hinsichtlich der Seh-Gewohnheiten. Ein großer Dank geht an die Medienpartner der kommenden Rechteperiode, die mit ihren Investitionen ihr Vertrauen in eine auch künftig positive Entwicklung von Bundesliga und 2. Bundesliga zum Ausdruck gebracht haben“, sagt Christian Seifert, Sprecher des DFL-Präsidiums und DFL-Geschäftsführer.

Die Pay-Rechte für Zusammenfassungen der Begegnungen der Bundesliga und 2. Bundesliga auf Abruf unmittelbar ab Spielende erwarb Axel­ Springer – ebenso wie das erstmals vergebene „Digital out of Home“-Paket zur Nutzung von Bewegtbildern der Spiele auf Flächen für Außenwerbung. Das Rechtepaket für frei abrufbare Zusammenfassungen der Begegnungen in beiden Ligen ab Montag sicherten sich ARD, ZDF und Sport1. Ebenfalls vergeben wurden die Audio-Rechte – dabei setzte sich die ARD in beiden Bereichen (UKW und Web/Mobile) durch.

red

Quelle: Deutsche Fußball Liga

BBL-Finalturnier: Ludwigsburg steht vor Einzug ins Finale

Die MHP Riesen Ludwigsburg und ratiopharm Ulm haben sich im Halbfinal-Hinspiel des BBL-Finalturniers 71:71 (36:34) getrennt und so für das erste Unentschieden seit 45 Jahren gesorgt. Damit ist klar, dass es beim Rückspiel am kommenden Dienstag (20.30Uhr) zu einem “Do-or-Die-Spiel” kommen wird. Der Gewinner zieht ins Finale um die Deutsche Basketball-Meisterschaft ein. Im zweiten Halbfinale duellieren sich Alba Berlin und EWE Baskets Oldenburg.

Spielbericht:

Unmittelbar vor dem vorläufigen Saison-Höhepunkt und dem dritten Schwaben-Derby im Saisonerlauf rotierte Headcoach John Patrick auf exakt einer Position seines 12er Kaders: Zamal Nixon bekam den Vorzug vor Teyvon Myers – stand aber, anders als noch in der Gruppenphase, nicht in der Ludwigsburger Startformation. Von der Bank sah der 31-Jährige, wie zu Beginn Nick Weiler-Babb in beeindruckender Schnelligkeit seinen Rhythmus fand: Der Ludwigsburger Swingman erzielte vier schnelle Zähler und sorgte so für die erste RIESEN-Führung (4:3, 2. Spielminute). Da auch Marcos Knight sich schnell auf Betriebstemperatur befand und die Ludwigsburger keine Anzeichen von Müdigkeit erkennen ließen, gehörte die Anfangsphase klar den Barockstädtern (11:7, 5). Einziger Wermutstropfen: Jaleen Smith, der früh mit zwei Fouls raus musste. Doch auch ohne seinen besten Verteidiger spielte Ludwigsburg nahe dem Optimum. Jonas Wohlfarth-Bottermann und Co. machten die Zone dicht und hinderten Ulm daran aus der Ferndistanz (1/7) heiß zu laufen (21:14, 10.).

Zum Beginn der zweiten zehn Minuten blieb Ludwigsburg zwar weiterhin am Drücker, doch die nominellen Ulmer Gäste trafen ihre Wurfversuche nun besser, sodass die Führung kleiner wurde und im Ausgleich mündete (25:25, 15.). Patrick sah sich durch die Dreier von Thomas Klepeisz und Derek Willis zu seiner ersten Auszeit gezwungen. Wie so oft zog der 52-Jährige die richtigen Schlüsse aus dem Erlebten: Seine Schützlinge erlangten in kürzester Zeit den defensiven Fokus zurück und fanden auch in der Offensive wieder besseren Zugriff, sodass die Ulmer Aufholjagd schnell an ihrem Ende angelangt war – und sich Ludwigsburg in der 19. Spielminute durch Radii Caisin die Führung zurückholte. Da zudem Weiler-Babb Sekundenbruchteile später, nach Assist von Jonas Wohlfarth-Bottermann, spektakulär zum Dunking eingeflogen kam, war die Ludwigsburger Gemütslage beim Seitenwechsel bestens (36:32, 20.)

Ulm setzt sich ab, Ludwigsburg kommt zurück

Direkt im ersten Angriff nach dem Seitenwechsel sollte dann aber Andreas Obst die Stimmung trüben: Der Nationalspieler sorgte aus der 6,75-Meter-Distanz für den Führungswechsel. Da Willis zwei weitere Zähler und Thomas Wimbush, der einen gebrauchten Tag erwischte, ein Offensivfoul folgen ließen, war der gelb-schwarze Schwung der ersten Halbzeit entsprechend schnell passé. Wie schon zur Mitte des zweiten Spielabschnitts blieben die Ludwigsburger aber auch in dieser kritischen Phase voll fokussiert: Sie agierten weiterhin auf Augenhöhe und in Schlagdistanz – und sorgten in der 27. Spielminute durch einen Putback-Dunk Wohlfarth-Bottermanns für das kurzzeitige Erobern der Führung (47:45), die jedoch bis zum Viertelende wieder verloren gehen sollte (52:56, 30.).

In den letzten zehn Minuten war es dann erneut Willis, der für Aufsehen sorgte: Der Ulmer Forward, der exzellent unter den Körben gearbeitet hatte und herausragender Akteur seiner Farben werden sollte, markierte mehrere Zähler in Serie und sorgte so dafür, dass sich sein Team erstmals absetzen konnten (54:62, 32.) – und Patrick erneut zur Auszeit bat. Die Neujustierungen sollten langsam, aber sicher fruchten: Die MHP RIESEN kämpften sich, unter anderem durch Caisin, Knight, Wohlfarth-Bottermann und Lukas Herzog Angriff für Angriff, Minuten für Minute und Freiwurf für Freiwurf wieder heran. Spätestens nach einem Fastbreak-Dunk von Knight über Archie Goodwin waren sie, trotz Ein-Punkt-Rückstand, wieder voll da (65:66, 36.). Jaka Lakovic berief folgerichtig nun die Seinen zur Seitenlinien-Versammlung. Am Führungswechsel, eingeleitet von Herzog, konnte der Slowene damit aber nichts ändern: Ludwigsburg war in der Crunchtime um keine Antwort (mehr) verlegen. Da die Ulmer derweil ebenfalls die richtigen Schlüsse zogen und sich die beiden Kontrahenten defensiv egalisierten, mündete das Spiel nicht mit einem Sieg oder je nach Betrachtung einer Niederlage, sondern mit einem 71:71-Unentschieden.

Ein solches Ergebnis gab es in der easyCredit BBL zuletzt am 14. März 1987. Damals trennten sich BG Steiner-Optik Bayreuth und der DTV Charlottenburg, in der Platzierungsrunde der Beletage des deutschen Basketballs, 78:78.

Durch das Unentschieden zwischen Ludwigsburg und Ulm ist diese Serie nun beendet und das Playoff-Halbfinale mit noch mehr Spannung aufgeladen: Im Rückspiel am Dienstagabend (20:30 Uhr) sind keine Rechenspiele nötig: Der Sieger qualifiziert sich fürs Finale, der Verlierer des Do-or-die-Spiels scheidet aus.

Statements und Stats

Jaka Lakovic | Headcoach Ulm: „Das war heute ein physisches, richtiges Playoff-Spiel. Ich denke, dass wir das Spiel langsam und mit zu viel Respekt angegangen sind. Wir hatten zu viel Respekt vor dem großartigen Ludwigsburger Team. Als wir dann damit angefangen haben unser Spiel zu spielen, waren wir drin – und ab dann ging es immer wieder hin und her. Wir hatten sogar einen guten Vorsprung, aber Ludwigsburg hatte mehrere Offensiv-Rebounds und kam dadurch zurück. Das ist ihr Spiel, dabei sind sie großartig. Wir gehen ins nächste Spiel entsprechend mit einem 0:0.“

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Es war ein sehr intensives Spiel. Beide Mannschaften waren vielleicht ein bisschen müde, vielleicht ein bisschen übermotiviert. Aber es war dennoch ein toller Fight. Wir haben vier unserer 29 Würfe von Downtown getroffen, Ulm sechs von 27 Würfen. Es gab viele Offensiv-Rebounds auf beiden Seiten. Für uns war das in dieser Saison Negativrekord [23 Offensiv-Rebounds zugelassen]. Ulm hat super, super hart gespielt, etwas härter vielleicht sogar als wir, was möglicherweise daran lag, dass sie frischer waren. Wir haben einige Spieler sehr gut verteidigt, so wie wir das wollten. Gegen andere Spieler haben wir unterdessen nicht gut verteidigt. Auf der Vier waren wir heute schwach. Das gilt nicht für Radii [Caisin]. Er hat uns heute wichtige Minuten gegeben. Allerdings haben Patrick Heckmann und Derek Willis heute fast alle Ulmer Punkte gemacht. Ich bin froh, dass wir uns zurückgekämpft haben. Wir haben eine Chance auf das Finale, wenn wir nochmal alles geben und wenn wir die richtigen Adjustments machen.“

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 24 Punkte/11 Rebounds, Nick Weiler-Babb 21, Radii Caisin 6, Thomas Wimbush 6, Jaleen Smith 4/4/6 Assists, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4/9, Hans Brase 2, Lukas Herzog 2, Jacob Patrick 2, Zamal Nixon und Cameron Jackson.

Für Ulm spielten: Derek Willis 19 Punkte/14 Rebounds, Patrick Heckmann 16, Archie Goodwin 9, Per Günther 8, Thomas Klepeisz 6, Gavin Schilling 6, Dylan Osetkowski 4, Andreas Obst 3, Tyler Harvey und Christoph Philipps.

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