VfB-Profis unterwegs mit Nationalmannschaften

Länderspielpause: Zeit für den VfB Stuttgart in sich zu gehen und neue Kraft, vor dem mit Spannung erwarteten Baden-Württemberg-Derby gegen Erz-Rivalen Karlsruher SC, zu tanken. In der seit langem ausverkauften Mercedes-Benz-Arena kommt es am 24. November um 13.30 Uhr zum Duell der beiden Mannschaften, doch vorher geht es in die letzte Länderspielphase in diesem Jahr.

Bereits zum dritten Mal in dieser Saison und zum letzten Mal im laufenden Kalenderjahr legt der Ligabetrieb am Wochenende wegen der anstehenden Länderspiele eine Pause ein. Nachdem Nicolas Gonzalez vor einem Monat für die argentinische A-Nationalmannschaft debütierte, trifft der 21-Jährige nun erstmals an der Seite von Lionel Messi in einem Testspiel auf den Rekordweltmeister Brasilien (15. November). Drei Tage später testet das Team von Nationaltrainer Lionel Scaloni gegen Uruguay seine Form.

Auch Wataru Endo ist erneut nominiert worden. In Gruppe F der Qualifikation für die WM 2022 will Tabellenführer Japan seine Serie von drei Siegen fortsetzen und den Vorsprung von drei Punkten auf den Verfolger Kirgisistan im direkten Duell ausbauen (14. November).

Derweil kommt es im Freiburger Schwarzwald-Stadion zum Aufeinandertreffen von Maxime Awoudja und Orel Mangala, wenn Spitzenreiter Deutschland in der Qualifikation für die U21-EM 2021 mit zwei Punkten Vorsprung auf Verfolger Belgien trifft.

Bietigheimer Handballer feiern Heimsieg

Das Schreckgespenst vom Heimfluch ist keines mehr. Die SG BBM Bietigheim besiegte am Sonntag den Tabellenzweiten HSC 2000 Coburg mit 27:23 (11:11) Toren. Der Bundesliga-Absteiger feiert seinen ersten Heimerfolg der Saison und klettert auf Rang 11. Coburg bleibt auf Platz 2 hinter dem nun alleinigen Tabellenführer TUSEM Essen.

Natürlich hörte man da in der in der mit 2163 Zuschauern gefüllten Ludwigsburger MHPArena förmlich die Steine purzeln bei den so schlecht in die Saison gestarteten Schwaben. Mit der dritten Niederlage in Folge wäre das Team um Kapitän Jan Asmuth im ausgeglichenen Mittelfeld der 2.HBL bis auf Rang 17 durchgereicht worden. „Ich bin überglücklich mit den zwei Punkten, aber nicht weniger mit unserer Leistung“, freute sich deshalb SG BBM-Coach Hannes Jón Jónsson. Seine Jungs zeigten viel Engagement und ehrliche Arbeit in der Defensive, hielten den zweitstärksten Angriff der Liga bei 23 Gegentreffern und behielten auch offensiv in einem lange umkämpften Spiel den Kopf oben. „Das war eine starke Leistung der Hausherren, aber ich finde, wir haben einen hohen Anteil an unserer Niederlage. Wir haben 60 Minuten lang nie so richtig zu unserem Spiel gefunden“, musste dagegen Gästetrainer Jan Gorr eingestehen.

Beim Seitenwechsel war beim Stand von 11:11 noch alles völlig offen. Die ersten Minuten hatten dem Tabellenzweiten aus Coburg gehört. Florian Billek traf nach zehn Minuten zum 3:6, nachdem Jan Kulhánek im Tor der Franken die ersten freien Chancen der Hausherren zunichte gemacht hatte. Die SG BBM ließ sich durch den frühen Rückstand jedoch nicht von ihrem Spielkonzept abbringen. Zunächst war es Tim Dahlhaus, der mit seinem bereits vierten Tor zum 7:7 im rechten Rückraum für die größte Torgefahr sorgte. Aber vor allem ließ Bietigheim, nachdem es auch defensiv im Spiel war, vor einem guten Jürgen Müller im Tor nicht mehr viele klare Chancen der Gäste zu. Der Lohn war einen zwischenzeitliche 10:8-Führung.

Die engagierte Abwehrarbeit des Bundesliga-Absteigers sollte dann nach dem Wechsel zum Grundstein des Erfolges werden. „Unser Gegner hat es geschafft, in der Deckung extrem heiß zu sein“, formulierte das Jan Gorr aus Coburger Sicht. Tobias Varvne und Andreas Schröder, am Ende die beiden erfolgreichsten Werfer beim Tabellenzweiten, konnten auch nicht verhindern, dass sich Bietigheim Stück um Stück einen 22:17-Vorteil erarbeitete. Da waren noch zehn Minuten auf der Uhr.

„Wir hatten noch eine kurze Situation, in der wir auf 22:20 herankommen“, so Gorr. „Bietigheim hat mit klugen Aktionen aber die Big Points gemacht“. Und für die waren am Ende Michael „Mimi“ Kraus und Jonas Link verantwortlich. Der Ex-Weltmeister traf nach der Pause fünfmal, Link an seiner Seite steuerte in der zweiten Halbzeit sechs Treffer bei. Torgefahr, ganz wie sie sie Jónsson von seinen beiden Spielgestaltern gefordert hatte. „Für deren Rollen im Angriff hatten wir uns etwas vorgenommen“, so Jónsson. „Das haben die beiden sehr gut umgesetzt.“

Bernhard Gaus

SG BBM Bietigheim: Müller, Maier; Link (8), Kraus (5), Dahlhaus (5), Schäfer (3/2), Rentschler (2), Marčec (2), Fischer (1), Rønningen (1), Claus, Vlahovic, Öhler, Asmuth, Emanuel, Boschen.
HSC 2000 Coburg: Kulhánek, Poltrum; Varvne (6), Schröder (5), Zeman (3), Billek (3/2), Sproß (2), Jaeger (1), Wucherpfennig (1/1), Timm (1), Zetterman (1), Weber, Lilienfelds.

Spielverlauf: 3:6 (11.), 8:7 (18.), 10:8 (23.), 11:11 (30.), 14:12 (35.), 18:15 (43.), 22:17 (50.), 22:20 (54.), 25:21 (57.), 27:23 (60.).
Zeitstrafen: Rønningen (19., 33.), Fischer (40.), Rentschler (60.) – Timm (16.), Zeman (46.)
Siebenmeter: 2/2 – 3/5

Schiedsrichter: Thomas Kern / Thorsten Kuschel (DHB Elite-Anschlusskader)

Zuschauer: 2163 (MHPArena Ludwigsburg)

Handballerinnen holen ersten Sieg in der EHF Champions League

Vor 2.058 Zuschauern in der Ludwigsburger MHPArena gewann die SG BBM Bietigheim am 5. Spieltag der EHF Champions League gegen den rumänischen Meister Râmnicu Vâlcea mit 31:28 (13:14) und hat damit mit dem abschließenden Match in der Gruppenphase am kommenden Samstag, 17. November bei Buducnost Podgorica ein echtes Endspiel vor der Brust.

Der Deutsche Meister hatte mit dem heutigen Gegner Râmnicu Vâlcea noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, welches aufgrund der Endphase des Auswärtsspiels mit sieben Toren Differenz etwas zu hoch ausfiel. Durch den 28:25-Erfolg unter der Woche im Topspiel der Handball Bundesliga Frauen gegen den Thüringer HC gingen die Bietigheimerinnen mit einer guten Portion Selbstvertrauen in diese wichtige Begegnung, in der nur ein Sieg für Naidzinavicius & Co. zählte.

Die Gäste aus Rumänien, die vor der Partie mit zwei Punkten auf dem dritten Rang der Tabelle der Gruppe C vor der SG BBM rangierten, legten jedoch einen Start nach Maß hin und führten schnell mit 3:0. Angela Malestein und Fie Woller netzten zum 2:3-Anschluss. Nach sieben gespielten Minuten führte die SG BBM, als Maren Aardahl den Ball zum 5:4 versenkte. SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen bat in der 18. Minute sein Team zur Auszeit, da Vâlcea mit 8:6 vorne lag. Diese zeigte Wirkung, denn prompt konnte Bietigheim zum 8:8 egalisieren. Der weitere Verlauf der ersten Halbzeit gestaltete sich ausgeglichen, so dass es mit 13:14 in die Pause ging.

Bietigheims Laura van der Heijden war es, die den ersten Treffer im zweiten Durchgang zum 14:14 markierte – postwendend antwortete der rumänische Gast mit zwei Buden zum 14:16. Bietigheim kämpfte sich zur umjubelten 20:17-Führung zurück, auch dank Torhüterin Dinah Eckerle, die mit einigen Paraden im Zusammenspiel mit dem Abwehrverbund, glänzte. Angefeuert durch ihre mitgereisten Fans blieb Vâlcea weiter im Spiel, Bietigheim konnte sich nicht entscheidend absetzen.

In der 50. Minute fiel die erste vier Tore-Führung der Bietigheimerinnen – 25:21. Der SG BBM-Express nahm weiter Fahrt auf, als Angela Malestein zum 27:22 einwarf, rückte das Traumergebnis von sieben Toren Differenz näher – die Arena stand Kopf und Bietigheim schnupperte an der Sensation. Vâlcea spielte jedoch seine ganze Routine aus und verfiel nicht in Hektik. Drei Minuten vor dem Abpfiff führte der Deutsche Meister mit 30:26. Martin Albertsen legte nochmal die grüne Karte auf den Tisch, riskierte mit der offenen Manndeckung alles. Maura Visser traf eine Minute vor dem Ende zum 31:26. Die Rumäninnen nahmen noch einmal eine Auszeit, erzielten in deren Anschluss das 31:28, was auch gleichzeitig den Endstand in einer spannenden Partie bedeutete.

Nun geht es für die SG BBM am kommenden Samstag, 17. November, beim zweimaligen Champions League-Sieger Buducnost Podgorica um das Weiterkommen. Nur mindestens ein Punktgewinn nähert die Chance auf ein Erreichen der Hauptrunde.

SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen analysierte: „Wir sind schlecht in die Partie gestartet, kamen dann aber wieder eindrucksvoll zurück. Meine Spielerinnen haben eine gute Leistung gezeigt. Nun müssen wir unsere Chance nächste Woche gegen Buducnost nutzen – ich glaube fest daran, dass meine Mannschaft das schaffen wird.“

Tore: Malestein 7, Visser 6/2, Woller 5, Naidzinavicius 4/1, Aardahl 4, van der Heijden 4, Kudlacz-Gloc 1

Zum letzten Heimspiel vor der WM-Pause empfangen die Bietigheimerinnen am kommenden Mittwoch, 13. November, 20 Uhr, in der heimischen Viadukthalle die Neckarsulmer Sport-Union zum schwäbischen Derby.

Bundesligist Ludwigsburg entscheidet Derby für sich

Die MHP RIESEN Ludwigsburg kehren siegreich vom Auswärtsspiel bei den HAKRO Merlins Crailsheim zurück. Die Schwaben entschieden das Baden-Württemberg-Derby 92:83 für sich, feierten den sechsten Erfolg im siebten Spiel und klettern für eine Nacht auf Tabellenplatz eins. 

Trotz bester Derby-Kulisse – die Arena Hohenlohe war mit 2.705 Zuschauern, darunter hunderte Gäste-Fans, bestens gefüllt – erwischten die beiden Konkurrenten im Regional-Duell keinen guten Start nach Maß. Während bei den HAKRO Merlins Topscorer Javontae Hawkins den Anführer gab und die ersten fünf Zähler markierte, zeigte sich die Ludwigsburger aus der 6,75-Meter-Distanz treffsicher: Nick Weiler-Babb, Thomas Wimbush und Jaleen Smith punkteten jeweils von Downtown und sorgten für die erste Führung (5:11, 5. Spielminute). Die Crailsheimer Hausherren arbeiteten sich erst ab Spielminute sechs im Teamverbund in das Top-Spiel des 7. Spieltags und zwangen mit drei Treffern in Korbnähe aber Headcoach John Patrick zur Auszeit. Der US-Amerikaner sorgte durch die Zusatzansprache für den nötigen Fokus und entsprechende Konzentration, sodass die MHP RIESEN den Lauf der Hausherren stoppten und ihren Vorsprung auch bis zum Viertelende verteidigten. Dennoch gab’s per Buzzerbeater ein Crailsheimer Highlight zu sehen: Sebastian Herrera verkürzte den Rückstand und riss die Zuschauer von ihren Sitzen (18:22, 10.).

Doch die schwäbischen Gäste waren, trotz des kleinen Leuchtfeuers der Hausherren, auch nach der ersten Pause tonangebend: Unterstützt von ihren eigenen Fans agierten sie offensiv abgezockt und legten, nach vier konsekutiven Merlins-Zählern, einen 15:0-Lauf auf’s Parkett der Arena Hohenlohe (22:37, 15.). Erst nach einer Auszeit von Tuomas Iisalo, einem Freiwurftreffer von Quincy Ford und einem vergeben Dunking von Marcos Knight verkürzten die Zauberer das entstandene Defizit. Ludwigsburg fand aber weiterhin, diesmal unter anderem durch Weiler-Babb, offensiv seine Entlastungsmomente. Dennoch blieb der 10-Punkte-Vorsprung nicht bestehen: Die MHP RIESEN ließen in den Schlussminuten der ersten Halbzeit defensiv nach und agierten offensiv zu fahrlässig, was zu gleich mehreren Ballverlusten führte. Da sie jedoch diesmal das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite wussten, sorgte ein Weiler-Babb-Tip-In für große Freude und die Halbzeit-Führung (40:46, 20.).

Crailsheim läuft heiß, Ludwigsburg behält die Nerven

Anders als in Halbzeit eins kamen sowohl Ludwigsburg als auch Crailsheim wie die Feuerwehr aus den Kabinen und trafen zusammengenommen drei Distanzwürfe in Serie. Die Gäste waren dabei jedoch einmal mehr im Vorteil: Denn sie waren kämpferisch und akustisch in dieser Phase überlegen – und konnten sich aufgrund einer beherzten Defensive und einer effizienten Offensive erneut zweistellig absetzen (46:61, 25.). Während sich die Last der Verantwortung ebenso wie die Punkteverteilung auf viele Schultern verteilte, ragte Jaleen Smith zu diesem Zeitpunkt noch einmal heraus: Der US-Amerikaner markierte fünf Zähler in Serie und zwang Iisalo zur Auszeit. Der Finne fand offenkundig die richtigen Worte, denn seine Mannschaft agierte nun deutlich fokussierter und galliger und war zwar auch nach 30 Spielminuten in Rückstand, derweil aber noch lange nicht geschlagen (61:75).

Während sich die Crailsheimer entsprechend eine hektische und intensive Crunchtime wünschten, taten die Ludwigsburger ihnen diesen Gefallen: Sie leisteten sich diverse Fehler in Folge, mussten mit ansehen, wie die Hausherren diese erfolgreich bestraften und die Arena Hohenlohe zu ungeahnten Leben erwachte (69:75, 32.). Doch nach einer Patrick-Auszeit und einer Willensleistung von Thomas Wimbush brach auch bei Ludwigsburg im Schlussabschnitt der Bann. Der nervenaufreibende Kampf auf Biegen und Brechen wurde hierdurch aber dennoch nicht verhindert. Zur Freude aller Schwaben blieben die MHP RIESEN dennoch in Front: Während beide Teams in der Crunchtime mit ihrer Trefferquote haderten, fanden die Patrick-Schützlinge – obwohl die HAKRO Merlins weiter verkürzten – die richtigen Antworten. Denn als Khadeen Carrington 90 Sekunden vor Spielende von Downtown und 40 Sekunden vor Spielende in Korbnähe einnetze, war der sprichwörtliche Deckel drauf.

Entsprechend lautstark feierte der Ludwigsburger Anhang die Mannschaft, den 92:83-Erfolg, und den kurzzeitigen Sprung an die Tabellenspitze der easyCredit BBL. Im Sonntagsspiel gewann München das Duella gegen Alba (84:80) und verdrängte die MHP RIESEN zwar wieder vom Platz an der Sonne, doch bereits am kommenden Sonntag können sie ihrerseits im Heimspiel gegen ALBA BERLIN mit einem weiteren Erfolgserlebnis ihre starke Form untermauern – und weiter in der Tabelle klettern.

Statements und Stats

John Patrick | Headcoach Ludwigsburg: „Ich bin sehr stolz, dass wir dieses Spiel heute gewonnen haben. Ich freue mich, dass wir das Rebound-Duell gewonnen und das Comeback von Crailsheim verhindert haben, obwohl sie im vierten Viertel heiß gelaufen sind. Die Atmosphäre hier in Crailsheim war super. Derby-Basketball at it’s best. ich bin froh, dass wir heute eine starke Craislheimer Mannschaft, ohne Jerry Morgan, gewonnen haben. Ich wünsche Coach Iisalo und Crailsheim viel Glück für die weitere Saison.“

Tuomas Iisalo | Headcoach Crailsheim: „Glückwunsch an John Patrick und seine Mannschaft. Wie immer sind die Duelle gegen Ludwigsburg sehr physisch – so auch heute. Wir hatten vor dem Spiel drei große Themen: Den Druck der Ludwigsburger Guards, die Transition Offense von Ludwigsburg und das Rebound-Duell. In der ersten Halbzeit haben wir da einen schlechten Job gemacht: Ludwigsburg hatte allein vor dem Seitenwechsel 15 Second-Chance-Points. In der zweiten Halbzeit waren wir besser, aber das war generell zu viel. Meiner Meinung nach hatten wir viele gute Chancen auf Distanztreffer. Diese haben wir heute nicht getroffen, aber das ist Basketball. Wir hatten immer wieder die Chance auf ein Comeback. Aber bei Ludwigsburg gab es heute immer jemanden, der einen schweren Wurf getroffen hat – unter anderem Wimbush und Knight. Wie auch John Patrick bin ich ebenfalls stolz auf meine Mannschaft: über das Comeback, den Kampf und dass wir nie aufgeben.“

Für Crailsheim spielten: Javontae Hawkins 23 Punkte, Sebastian Herrera 22, Jan Span 11, DeWayne Russell 8, Quincy Ford 8, Aaron Jones 7, Fabian Bleck 2 und Dejan Kovacevic 2.Für

Ludwigsburg spielten: Thomas Wimbush 19 Punkte, Jaleen Smith 17, Khadeen Carringon 13/7 Rebounds/7 Assists, Nick Weiler-Babb 13, Marcos Knight 13, Konstantin Konga 8, Tanner Leissner 5, Jonas Wohlfarth-Bottermann 4/9 Rebounds, Hans Brase, Ariel Hukporti und Radii Caisin.

Nach Niederlage gegen Aufsteiger: Druck auf Trainer Walter steigt

Der VfB Stuttgart verliert überraschend beim Aufsteiger VfL-Osnabrück mit 0:1 und bleibt mit 23 Punkte Tabellendritter.

Die Roten waren vor allem in der zweiten Halbzeit das klar bessere Team und hatten zahlreiche Chancen. Aber selbst mit vier Stürmern: Gonzalez, Al Ghaddioui, Wamangitua und am Ende noch mit Mario Gomez auf dem Platz, gelang ihnen nicht, die Niederlage zu verhindern. Osnabrück Torwart Kühn hielt zudem bärenstark und ermöglichte somit den Heimsieg. Die Niedersachsen holten ihren ersten Sieg nach zuvor 5 Spielen ohne Dreier.

Damit dürfte der Druck auf Trainer Tim Walter noch weiter steigen.

Ausgangslage

Der VfB ging als Tabellendritter mit zwei Punkten Rückstand auf das punktgleiche Spitzenduo aus Bielefeld und Hamburg in sein sechstes Auswärtsspiel. Nachdem sich das Team von Tim Walter in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit einem 2:1-Sieg in der Verlängerung beim Hamburger SV für die 2:6-Niederlage wenige Tage zuvor in der Liga revanchiert hatte, feierte der VfB beim 3:1 im Heimspiel gegen Dynamo Dresden am vergangenen Sonntag seinen siebten Saisonsieg. Damit machte die Mannschaft mit dem Brustring zwei Punkte auf den Tabellenführer HSV gut und kehrte in die Erfolgsspur zurück.

Während der VfB mit zuletzt zwei Siegen in sein erstes Zweitliga-Duell mit dem VfL Osnabrück ging, wartete der Aufsteiger vor dem 13. Spieltag seit sieben Partien auf einen Sieg. In den vergangenen drei Duellen teilte sich Osnabrück jeweils die Punkte mit Hannover (0:0), Fürth (0:0) und Regensburg (3:3). Beim 3:3 in Regensburg beendete Marcos Álvarez die Torflaute seines Teams von zuvor mehr als acht Stunden ohne eigenen Treffer.

Personal

Im Vergleich zum 3:1-Heimsieg gegen Dynamo Dresden veränderte VfB Cheftrainer Tim Walter seine Startelf in Osnabrück lediglich auf einer Position: Nach abgesessener Sperre von zwei Ligaspielen kehrte Holger Badstuber in der Innenverteidigung an die Seite von Kapitän Marc Oliver Kempf zurück. Nathaniel Phillips nahm dafür auf der Bank Platz.

VfL Cheftrainer Daniel Thioune tauschte im Vergleich zum 3:3 in Regensburg sein Startpersonal auf drei Positionen: Niklas Schmidt stand anstelle von Kapitän Marc Heider von Beginn an auf dem Platz. Etienne Amenyido ersetzte Anas Ouahim und Felix Agu rückte anstelle von Kevin Wolze in die Startformation.

Spielverlauf
4. Minute Mit dem zweiten Abschluss auf das Tor von VfB Keeper Gregor Kobel gehen die Gastgeber früh mit 1:0 in Führung. Eine Flanke von der rechten Außenbahn landet links im Strafraum bei Niklas Schmidt, der direkt per Kopf ins Zentrum ablegt. Dort trifft Marcos Álvarez per Direktabnahme zu seinem sechsten Saisontor. Gregor Kobel hat gegen den noch abgefälschten Volleyschuss keine Chance.
18. Minute Santiago Ascacibar bedient mit einem Querpass Philipp Klement, der an der Strafraumgrenze mit links abzieht. Der Schuss wird von einem Osnabrücker noch gefährlich abgefälscht, aber VfL Keeper Philipp Kühn ist im rechten Eck zur Stelle und kann ins Toraus klären. Der darauffolgende Eckball bringt nichts ein.
29. Minute Nach einer halben Stunde hat der VfB seine bislang beste Chance auf den Ausgleich. Nicolas Gonzalez erobert den Ball und legt ihn quer auf seinen Landsmann Santiago Ascacibar, der die Kugel aus halblinker Position im Strafraum knapp über den Querbalken setzt.
42. Minute VfB Kapitän Marc Oliver Kempf schlägt einen langen Ball in die Spitze, wo Nicolas Gonzalez mit einer schönen Ballannahme und Drehung seinen Gegenspieler abschüttelt und frei auf das Tor von Philipp Kühn zuläuft. Doch der VfL Torhüter kann den Schuss des 21-jährigen Argentiniers ins kurze Eck gerade noch entschärfen.
62. Minute Über den eingewechselten Silas Wamangituka und Atakan Karazor landet der Ball bei Pascal Stenzel, der aus halbrechter Position und fast 30 Metern Entfernung abzieht. Philipp Kühn ist im linken Eck noch dran.
64. Minute Der VfB erhöht den Druck auf das gegnerische Tor, der VfL Osnabrück kommt kaum noch zu Entlastungsangriffen. Nach einer Flanke von Nicolas Gonzalez steigt Holger Badstuber zentral vor dem Tor am höchsten und köpft gegen die Laufrichtung von Philipp Kühn, der den Ausgleich reaktionsschnell verhindert.
66. Minute Auf der Gegenseite fährt der VfL Osnabrück einen Konter über die linke Seite, von wo der Ball per Flanke bei Niklas Schmidt am zweiten Pfosten landet. Der 21-Jährige verfehlt das linke Eck per Direktabnahme.
70. Minute Nach Vorarbeit von Philipp Förster an der rechten Grundlinie kommt Nicolas Gonzalez wenige Meter vor dem Tor zum Abschluss, aber Philipp Kühn hält den Linksschuss aus spitzem Winkel erneut. Nur eine Minute später köpft Marc Oliver Kempf knapp über den Kasten.
84. Minute Nach einer Hereingabe von der linken Grundlinie behauptet der eingewechselte Hamadi Al Ghaddioui den Ball im Strafraum und zieht aus der Drehung ab, verfehlt das linke obere Eck aber knapp.
90+3. Minute In der Nachspielzeit hat Marc Oliver Kempf noch einmal die Doppelchance. Sein Kopfball bleibt zunächst am Gegenspieler hängen, ehe sein Nachschuss aus spitzem Winkel knapp über das kurze Eck rauscht.

Fazit

Nachdem die Gastgeber mit ihrem zweiten Angriff an der Bremer Brücke früh in Führung gingen, fand der VfB bis zur Halbzeitpause wenig Mittel, die tiefstehende Defensive der Osnabrücker zu überwinden. Vor dem Seitenwechsel ließen Santiago Ascacibar und Nicolas Gonzalez aussichtsreiche Chancen auf den Ausgleich liegen, ehe sich im zweiten Durchgang zunehmend ein einseitiges Spiel auf das Osnabrücker Tor entwickelte. Wenngleich VfB Cheftrainer Tim Walter nach Wiederanpfiff mit Silas Wamangituka, Hamadi Al Ghaddioui und Mario Gomez gleich drei Stürmer einwechselte und seine Mannschaft den Druck auf das gegnerische Tor deutlich erhöhte, war am Ende alles Anrennen vergebens. Trotz durchaus guter Chancen fanden die Angriffe des VfB nicht den Weg ins Tor, sodass der Mannschaft mit dem Brustring der Ausgleich letzten Endes verwehrt blieb.

Endspiel um den Posten des Vereinspräsidenten steht

Der Auswahlprozess ist beendet. In einer Mitteilung des Vereinsbeirats wurden die beiden Kandidaten für die Wahl des Präsidenten vorgestellt: Christian Riethmüller und Claus Vogt werden sich den VfB-Mitgliedern im Rahmen der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 15. Dezember 2019 zur Wahl stellen.

Christian Riethmüller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Osianderschen Buchhandlungen aus Tübingen, und der Böblinger Unternehmer Claus Vogt sind am Ende einer langen und intensiven Bewerbungsrunde, der zu Beginn des Auswahlverfahrens aus 9 Kandidaten bestand, übrig geblieben.

Wer am Ende das Spiel macht, werden die Mitglieder am 15. Dezember entscheiden.

 

Formel 1: Lewis Hamilton jagt Schumacher-Rekorde

Lewis Hamilton ist zum sechsten Mal Formel-1-Weltmeister. Dem Briten genügte im drittletzten Rennen der Saison 2019 in Austin in Texas ein zweiter Platz hinter seinem Mercedes-Teamkollegen Valtteri Bottas zum Titel-Triumph.

Der 34-jährige Lewis Hamilton könnte 2020 zwei große Rekorde von Formel-1-Legende Michael Schumacher brechen. Hamilton, dessen Vertrag nach der Saison 2020 ausläuft, steht aktuell bei 83 Siegen. Schumacher schaffte in seiner Karriere 91 Rennsiege.

Außerdem könnte Hamilton 2020 wie Schumacher auf sieben WM-Titel kommen. „Ich möchte jetzt gar nicht an die Zahl Sieben denken, ich möchte das erstmal genießen“, sagte Lewis Hamilton nach seinem Triumph. „Es sieht so nah aus, ist aber doch so weit weg. Es wird erneut eine unglaubliche Arbeit brauchen.“

Das Reglement der Formel 1 bleibt 2020 noch stabil, weshalb Mercedes und Hamilton wieder als Favoriten in die Saison gehen werden. Seit der Einführung der Hybrid-Motoren 2014 haben die Silberpfeile in jedem Jahr den Titel geholt.

Andreas Reiners

Heimsieg: Wamangituka erlöst den VfB

Der VfB war 45 Minuten lang klar überlegen. Hamalainen (3 Eigentor) und Ascacibar (38.min) brachten die Stuttgarter gegen Dynamo Dresden 2:0 in Führung. Ein Lattenschuss von Kapitän Klement und zwei wegen Abseits nicht gegebene Treffer waren Ausdruck der VfB-Dominanz. Erst als Dresdens Moussa Koné per Elfmeter nach einem Eingriff des Videoassistenten verkürzte, wurde das teuerste Team der Liga nervös. Der erst Sekunden zuvor eingewechselte Wamangituka traf zum verdienten 3:1 und erlöste somit das Team von VfB Cheftrainer Walter.

Die Konkurrenten: 

Es lief die Nachspielzeit des Heimspiels gegen Dynamo Dresden. Die VfB Fans unter den 52.129 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena feierten bereits fröhlich auf den Rängen den siebten Saisonsieg, der nur noch Sekunden entfernt war und angesichts der 3:1-Führung im Grunde bereits feststand. Und nun sollte sich die Stimmung noch einmal bessern. Denn der SV Wehen Wiesbaden kam im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen den Hamburger SV zu einem 1:1, wodurch der VfB am Sonntagnachmittag unterm Strich zwei Punkte auf den Tabellenführer aufholte – und diese doppelte Belohnung hatte sich das Team mit dem Brustring redlich verdient.
Ausgangslage:

Im siebten Heimspiel der Saison empfing der VfB als Tabellendritter den Tabellen-17. aus Dresden. Das Team von Cheftrainer Tim Walter, das unter der Woche sein Zweitrundenspiel im DFB-Pokal gegen Ligakonkurrent Hamburger SV mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen hatte, wollte dabei nach zuletzt drei Niederlagen in der Liga wieder einen Sieg holen. Zwei unmittelbare Konkurrenten im Aufstiegsrennen, der zwei Punkte bessere Tabellenzweite Arminia Bielefeld und der vier Punkte bessere Hamburger SV, spielten zeitgleich. Für die Gäste, die die letzten vier Ligaspiele verloren hatten, wollten unterdessen den vier Punkte betragenden Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze verkürzen.

Personal:

VfB Cheftrainer Tim Walter veränderte seine Startelf im Vergleich zu der beim Sieg im Pokalspiel in Hamburg auf zwei Positionen. Im Tor stand diesmal wieder Stammkeeper Gregor Kobel anstelle von Fabian Bredlow zwischen den Pfosten. In der Innenverteidigung lief Nathaniel Phillips statt Holger Badstuber, der beim Spiel gegen Dresden letztmals gesperrt war, auf.

Dynamos-Trainer Cristian Fiel stellte seine Anfangsformation im Vergleich zu der bei der Niederlage nach Elfmeterschießen im Pokalspiel bei Hertha BSC unter der Woche auf drei Positionen um: Anstelle von Kevin Ehlers, Niklas Kreuzer und Patrick Ebert spielten diesmal Ex-VfB Spieler Dzenis Burnic, Marco Hartmann und Patrick Möschl von Beginn an.

Spielverlauf
3. Minute Gleich beim ersten richtigen Angriff geht der VfB in Führung: Philipp Klement flankt einen Eckball in den Strafraum der Gäste, wo Marc Oliver Kempf aus etwa acht Metern Torentfernung frei zum Schuss kommt und den Ball volley aufs Dynamo-Tor schießt. Dresdens Brian Hamalainen will den Ball auf der Linie noch für den bereits geschlagenen Keeper Kevin Broll klären, fliegt dabei aber mit dem Ball ins Tor.
8. Minute Der VfB setzt die Gäste früh unter Druck, so dass sich das Spielgeschehen in der Anfangsphase vorwiegend in der Dynamo-Hälfte abspielt. Nach einer weiteren Standardsituation kommt es zur nächsten gefährlichen Situation im Strafraum der Gäste: Philipp Klement bringt einen Freistoß von außen hoch in die Mitte, wo am Fünfmeterraum Nathaniel Phillips und Marc Oliver Kempf hochsteigen. Beide verpassen den Ball allerdings ganz knapp verpassen, so dass er am langen Pfosten vorbeifliegt.
21. Minute Nach einem Ballverlust des VfB im Mittelfeld kommen die Gäste zu ihrer ersten Chance. Sie spielen den eroberten Ball sofort steil in die Spitze auf Moussa Koné, der ihn mitnimmt und dann von der Strafraumgrenze abzieht. Sein Schuss geht jedoch knapp am Tor vorbei.
23. Minute Nach einer starken Balleroberung durch Marc Oliver Kempf geht es ganz schnell: Der VfB Kapitän passt das runde Leder zu Orel Mangala, der sich im Mittelfeld gegen mehrere Dresdner durchsetzt und dann zu Philipp Förster spielt, der wiederum den Ball sofort zu dem in aussichtsreicher Position stehenden Philipp Klement weiterleitet. Der VfB Profi zieht aus 13, 14 Metern umgehend ab, sein Schuss prallt allerdings an der Latte ab.
37. Minute Mit einer starken Reaktion verhindert Gregor Kobel den Ausgleich. Nachdem sich Moussa Koné im VfB Strafraum gegen mehrere Abwehrspieler durchgesetzt hat, kommt er aus kurzer Distanz zum Abschluss. Gregor Kobel kann den Ball jedoch mit dem Bein abwehren.
38. Minute Im Gegenzug gelingt dem VfB durch einen bilderbuchmäßigen Angriff das 2:0! Pascal Stenzel spielt den Ball von rechts hinten ins Mittelfeld zu Philipp Förster, der ihn sofort weiterleitet auf die Außenbahn zu Orel Mangala. Der VfB Profi bringt ihn dann umgehend mit einem scharfen Flachpass in die Mitte, wo Santiago Ascacibar in sechs Metern Torentfernung freie Bahn hat und den Ball ins Tor schießt. Es ist das erste Pflichtspieltor des Argentiniers im VfB Trikot.
51. Minute Die Gäste kommen durch einen von Moussa Koné verwandelten Foulelfmeter zum 1:2. Den Elfmeter hatte es erst nach Videobeweis, bei dem sich Schiedsrichter Arne Aarnink lange mit seinem Video-Assistenten besprach, gegeben. Die knifflige Szene, die letztlich zum Elfmeter führte: Nach einem Steilpass in die Spitze läuft Moussa Koné aufs VfB Tor zu und geht an der Strafraumgrenze im Laufduell mit Nathaniel Phillips nach einer Grätsche des VfB Profis zu Boden. Der Unparteiische hatte zunächst entschieden, dass der VfB Innenverteidiger dabei den Ball spielte.
75. Minute Der VfB hat zwar in der zweiten Hälfte insgesamt mehr vom Spiel, kann sich aber zunächst keine klaren Torchancen erspielen – dafür aber in der 75. Minute eine richtig gute. Santiago Ascacibar behauptet in der Nähe des Dresdner Strafraums den Ball und legt ihn dann quer zum auf der linken Seite freistehenden Philipp Klement. Der VfB Profi zieht sofort ab, Dynamo-Keeper Kevin Broll kann den Ball jedoch parieren.
77. Minute Kurz darauf die nächste gute Torchance für den VfB: Nach einem Freistoß von Marc Oliver Kempf kommt Philipp Förster im Gästestrafraum an den Ball und kann aus elf Metern abziehen. Gästekeeper Kevin Broll verhindert jedoch gerade noch per Beinabwehr das 3:1. Quasi im Gegenzug hat Dynamo Dresden zwei gute Chancen: Erst kommt Luka Stor nach einem Pass von Moussa Koné im VfB Strafraum in aussichtsreicher Position zum Schuss, verstolpert dabei allerdings den Ball. Wenige Sekunden später steht Luka Stor nach einem frühen Ballverlust des VfB im Spielaufbau allein vor Gregor Kobel. Der VfB Torhüter verhindert jedoch mit einer Glanzparade den Ausgleich.
84. Minute Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung erzielt Silas Wamangituka das 3:1! Nach einem Ballgewinn des VfB kommt das runde Leder zu ihm auf die rechte Außenbahn. Der pfeilschnelle VfB Profi nimmt den Ball mit, stürmt mit ihm in den Strafraum der Gäste – und hämmert ihn dann aus elf Meter ins Tor. Sein Schuss wird dabei noch von Dynamos Jannik Müller abgefälscht.
89. Minute Kurz vor Schluss verhindert der Pfosten das 4:1. Einen langen Pass in den Strafraum der Gäste verlängert Wataru Endo per Kopf zu Hamadi Al Ghaddioui. Der VfB Stürmer kommt aus knapp fünf Metern seitlicher Position zum Abschluss, der Ball prallt jedoch am Pfosten ab.

Gregor Kobel:

Wir müssen das Spiel in zwei Halbzeiten gliedern. In der ersten Hälfte haben wir gut gespielt und können sehr zufrieden sein. In der zweiten Hälfte haben wir ein wenig den Zugriff verloren. Trotzdem haben wir uns einige gute Chancen herausgespielt und verdient gewonnen.

Fazit:

Der VfB feiert den siebten Sieg in dieser Saison und macht zwei Punkte auf Tabellenführer Hamburger SV gut – und diese doppelte Belohung hat sich die Mannschaft von Cheftrainer Tim Walter auch redlich verdient. Denn unterm Strich hatte der VfB mehr vom Spiel und erspielte sich durch sein phasenweise starkes Kombinationsspiel immer wieder gute Möglichkeiten, die er zunächst souverän nutzte. Am Ende hatte der VfB deutlich mehr Torchancen auf seiner Seite als Dynamo Dresden. Im Laufe des Spiels ließen die Gastgeber jedoch auch aussichtsreiche Chancen aus, durch die sie schon früher den Sack hätten zumachen können. Die Partie, in der auch die Gäste aus Dresden die eine oder andere gute Tormöglichkeit hatte, blieb deshalb lange Zeit spannend. Unterm Strich geht der VfB aber als verdienter Sieger vom Platz.

Steelers schlagen Meister Ravensburg

Am heutigen Abend stand im Ellental das Baden-Württemberg-Duell gegen den Titelverteidiger auf dem Spielplan. Die Oberschwaben rangieren in der Tabelle derzeit auf Rang 4 und konnten an den 3 letzten Spieltagen jeweils die volle Punktzahl einfahren. Das Team von Trainer Tomek Valtonen verstärkte sich in der laufenden Hauptrunde zuletzt mit der Verpflichtung von Rob Flick und Michael Fomin. Die Steelers von Coach Hugo Boisvert blieben am vergangenen Wochenende hingegen punktlos und lagen vor dieser Begegnung mit 3 Punkten hinter den Towerstars. Trotz des weiterhin dezimierten Kaders standen die Vorzeichen bei den Gastgebern deutlich auf Wiedergutmachung.

Erstmals im Line-Up aus dem eigenen Nachwuchs war Simon Klatte und wieder zurück auf dem Eis Alex Preibisch, zwischen den Pfosten wurde mit Cody Brenner begonnen.

Nach dem Eröffnungsbully vor den 2886 Zuschauern nahmen beide Teams Fahrt auf und nach knapp einer Minute klingelte erstmals das Gestänge von Cody Brenner aufgrund einem Handgelenkschuss von Sören Sturm. Bei den Steelers bediente nur wenig später Brett Breitkreuz im Slot den freien Freddy Cabana, aber Olafr Schmidt auf dem Posten. Das Spiel im weiteren Verlauf recht schnell, jedoch die Defensivabteilungen auf beiden Seiten sicher und auch beide Torhüter fehlerlos. In der 13. Spielminute schnappte sich Beni Zientek das Spielgerät im eigenen Drittel, gab Gas und überwand Olaf Schmidt zum extrem wichtigen 1:0. Als Max Prommersberger wegen unnötiger Härte zuschauen musste, verteidigten die Hausherren clever. Kurz vor dem Ende der Strafe versuchte es Robin Just im Alleingang, aber Cody Brenner fuhr im letzten Moment seine Schoner aus. Kaum Vollzählig wurde aufgrund zu vieler Spieler auf dem Eis die nächste Strafe gegen die Schwaben ausgesprochen. Auch hier verteidigten die Steelers sehr gut ihr Drittel und erzeilten in Unterzahl fast den nächsten Treffer, aber Alex Preibisch verpasste nur knapp das Zuspiel von Rene Schoofs. Bei diesem Stand und 9 Sekunden verbleibende Überzahl für die Towerstars ging es in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt konnten zunächst die Steelers eine gute Chance verzeichnen und im Gegenzug streifte der Schuss von Jakob Svoboda die Latte des Steelergehäuses. Nach knapp fünf Minuten eine weitere Strafe gegen die Gastgeber, Max Prommersberger wurde wegen einem Stockschlag in die Box beordert. In Unterzahl verteidigen die Schwaben mit Leidenschaft und als es vor dem Tor von Cody Brenner richtig brenzlig wurde sicherte er souverän das Spielgerät und somit war ein Durchatmen möglich. Anschließend drückten die Towerstars auf den Ausgleich, jedoch die Tore fielen auf der anderen Seite. Erst drückte Dennis Swinnen den Puck nach guter Vorarbeit von Beni Zientek und Lukas Laub zur 2:0-Führung über die Ravensburger Torlinie und nur 11 Sekunden später versenkte Freddy Cabana die Scheibe unhaltbar in den Winkel zum 3:0 – nach diesem Treffer bebte die EgeTrans Arena. Die Towerstars reagierten und Tomek Valtonen nahm Olaf Schmidt vom Eis und brachte Marco Wölfl. Eine halbe Minute später bedankte sich Jakob Svoboda für ein Geschenk und vollendete zum 3:1. Die Oberschwaben suchten den Anschluss, aber die Defensive stand und Cody Brenner hielt mit starker Leistung seinen Kasten sauber. Auf der anderen Seite scheiterten Beni Hüfner, Chris Owens, Dennis Swinnen und Beni Zientek an Marco Wölfl, weshalb es beim Stand von 3:1 in die zweite Pause ging.

Das Schlussdrittel mit Chancen auf beiden Seiten und Cody Brenner musste immer wieder sein ganzes Können zeigen. Egal was die Ravensburger versuchten, er hielt sein Gehäuse sauber und war stets der unüberwindbare Fels in der Brandung. Tomek Valtonen nahm drei Minuten vor der Schlusssirene erstmals seinen Torhüter für einen weiteren Feldspieler vom Eis. Nach einem Bully wiederholte er dies und hierauf chippte Dennis Swinnen die Scheibe aus dem Drittel. Beni Zientek beschleunigte nach vorne und versenkte die Scheibe nahezu unbehindert zum Endstand von 4:1 (57.) im verwaisten Ravensburger Gehäuse.

Spieler des Abends wurde bei den Ravensburgern Jakob Svoboda und unser bockstarker Cody Brenner.

Am Sonntag reisen die Steelers nach Bayreuth – Spielbeginn ist im Tigerkäfig um 17.00 Uhr.

Ralf Endres

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Riesen besiegen vor ausverkaufter Arena Hamburg Towers

Die MHP RIESEN Ludwigsburg besiegen am 6. Spieltag der Saison 2019/20200 die Hamburg Towers 94:83, etablieren sich in der Tabellenspitze der easyCredit BBL und feiern vor ausverkaufter Halle einen hochverdienten Arbeitssieg.

Die MHP RIESEN Ludwigsburg starteten angeführt von ihrer eingespielten Starting Five (Khadeen Carrington, Nick Weiler-Babb, Jaleen Smith, Thomas Wimbush und Jonas Wohlfarth-Bottermann) gut ins Spiel: Über viereinhalb Minuten ließen sie keinen Hamburger Feldkorb zu, fanden aber dennoch vorerst nicht ihren Rhythmus. Viel eher war die Partie von Kampf, Leidenschaft und Fouls geprägt – und dabei nur für Liebhaber von Defensivgefechten ansehnlich. Erst im weiteren Verlauf des ersten Spielabschnitts nahmen die Hausherren und damit auch das Spiel an Fahrt auf, was sich auch auf der Anzeigentafel etwas widerspiegelte (26:22, 10. Spielminute).

Während die Towers im ersten Viertel defensiv noch weitestgehend solide gestanden hatten, mussten sie die Ludwigsburger ab der zehnten Spielminute immer mehr gewähren lassen und sahen sich nun vermehrt zu Neujustierungen gezwungen. Helfen sollten unter anderem die Ansprachen von Gäste-Coach Mike Taylor aber nicht: Die MHP RIESEN punkteten in (nahezu) jedem Angriff, setzten sich auf bis 20 Zähler ab und begannen personell zu rotieren. Doch während bei Ludwigsburg viel ausprobiert wurde, minimierten die Hamburger Gäste das entstandene Defizit (56:43, 20.).

Hamburg dreht auf, aber nicht das Spiel

Verunsichern ließen sich die MHP RIESEN von der angedeuteten Aufholjagd aber weder vor noch nach dem Seitenwechsel. Sie kontrollierten über ihre Offensiv-Leistung (vorerst) das Geschehen, haderten nach zwei Ballverlusten dann aber mit der Hamburger Pressverteidigung, weshalb sich Headcoach John Patrick zur Auszeit gezwungen sah. Diese sollte das Geschehen aus Ludwigsburger Sicht zwar nicht zurück auf die Bestleistung der ersten Halbzeit hieven, wohl aber dafür sorgen, dass die Hausherren in der Spur bleiben und ihre Führung gekonnt verwalteten. Immer wieder deuteten sie dabei ihre Qualitäten an, was vor allem Tanner Leissner mustergültig gelang. Der US-Amerikaner war von den Towers nicht zu stoppen und sorgte mit einer wie immer unaufgeregten Leistung dafür, dass seine Farben auch nach 30 Minuten in Front lagen (78:63, 30.).

Geschlagen waren die Hamburger derweil aber noch nicht. Denn immer mehr Schludrigkeiten hielten Einzug ins RIESEN-Spiel: Die Hausherren verloren zu Beginn des vierten Viertels zuerst ihren Rhythmus und dann ihren Fokus, sodass Yannick Franke, Beau Beech und Co. den Rückstand zunehmend negierten: Der Aufsteiger legte einen 11:0-Lauf auf das Parkett, gestaltete die Partie wieder offen. Erst als Hans Brase in Spielminute 37 von Downtown einnetzte, fanden die Schwaben zurück in die Spur – und dies sollte reichen! Leissner, Carrington und Smith sorgten mit ihren weiteren Treffern letztendlich für die Entscheidung und dafür, dass die MHP RIESEN den fünften Sieg (94:83) im sechsten Spiel feierten und mindestens für eine Nacht auf Tabellenplatz drei kletterten.

In der kommenden Woche (Samstag, 18:00 Uhr) gastieren die Ludwigsburger dann, zum Topspiel und Derby, bei den HAKRO Merlins Crailsheim.

Statements und Stats

Mike Taylor: „Glückwunsch an John und Ludwigsburg! Das war heute ein verdienter Sieg. Die Mannschaft hat das Spiel kontrolliert. Besonders Khadeen Carrington und Marcos Knight waren für uns schwierig zu kontrollieren und zu verteidigen. Die Physis war zudem ein großes Problem für uns. Ich denke, dass die Würfe von Tanner Leissner ein Schlüssel zum Sieg für Ludwigsburg waren. Ich bin heute zufrieden mit der Leistung unserer Jungs und denke, dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist. Die Mannschaft hat gekämpft, sich zurückgekämpft. Aber wir müssen mit viel mehr Effektivität spielen. Wir hatten heute viel zu viele Ballverluste und haben in vielen Momenten in der Verteidigung einige Fehler gemacht. Wir werden das Spiel analysieren und unsere Jungs dabei unterstützen, dass sie sich in den nächsten Spielen belohnen werden.“

John Patrick: „Danke für die Glückwünsche. Ich bin stolz und froh, dass wir heute gewonnen haben. Ich dachte ein paar Mal, dass wir Hamburg gebrochen haben, aber sie waren nicht gebrochen und sind immer wieder zurückgekommen und haben um sehr viel gekämpft. Für uns war es ein ungewohnt nervöses und angespanntes viertes Viertel. Wir hatten Probleme mit Beau Beach und haben unter dem Korb ein paar Schwächen gezeigt. Am Ende war es aber ein wichtiger Sieg vor einem vollen Haus. Jetzt haben wir zwar unseren fünften Sieg gefeiert aber dürfen nicht zu zufrieden sein: Denn unser nächstes Spiel ist gegen die bisher ungeschlagenen Crailsheimer.“

Für Ludwigsburg spielten: Marcos Knight 22 Punkte, Tanner Leissner 21, Khadeen Carrington 20, Jaleen Smith 9/8 Rebounds, Hans Brase 8, Nick Weiler-Babb 7/7 Rebounds, Konstantin Konga 4, Jonas Wohlfarth-Bottermann 2, Ariel Hukporti 1, Thomas Wimbush, Christian von Fintel und Radii Caisin.

Für Hamburg spielten: Beau Beech 19 Punkte/13 Rebounds, Yannick Francke 18, Marshawn Powell 10, Kevin Yebo 10/6 Rebounds, Prince Ibeh 8, Tevonn Walker 5, Heiko Schaffartzik 5, Rene Kinddzeka 3, Marvin Ogunsipe 3, Jannik Freese 2 und Justus Hollatz 0/7 Assists

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