Zahl der Infizierten in Ludwigsburg steigt auf 351: Weiteres Opfer im Landkreis

Das Landratsamt in Ludwigsburg hat am Dienstagabend (24. März – 20Uhr) aktuelle Zahlen zur Corona-Krise bekanntgegeben. Demnach sind 351 Menschen mit dem Virus infiziert

Auch die Zahl der Erkrankten steigt laut den Behörden weiterhin an. Insgesamt zählt das Kreisgesundheitsamt 351 bestätige Corona-Erkrankungen im Landkreis Ludwigsburg. Seit Montag (23. März) sind 69 Fälle dazugekommen. Laut dem Gesundheitsamt werden derzeit 21 Personen stationär behandelt. Sechs Betroffene sind laut der Behörde inzwischen wieder genesen. Ein 80-Jähriger Mann ist an den Folgen von Corona gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle im Landkreis auf zwei. Bereits am vergangenen Freitag (20. März) ist eine 90-Jährige an den Folgen der Krankheit gestorben.

Deshalb gilt Aufforderung der Behörden, die Gefahr ernst zu nehmen und Sozialkontakte auf ein Minimum zu beschränken.

Übersicht:

Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich weltweit weiterhin aus. Eine Übersicht über die aktuelle Lage und die Zahlen der Infektionen und Todesopfer haben wir hier zusammengestellt. (Stand: 24.03. – Zahlen können abweichen)

Infizierte Todesfälle
Deutschland 32.695 149
Baden-Württemberg 6.043 38
Landkreis Ludwigsburg 351 2
Weltweit 407.483 18.277
Quellen: John Hopkins University / Robert-Koch-Institut
Sozialministerium Baden-Württemberg / Landratsamt Ludwigsburg

Zweiter Toter in Ludwigsburg: Im Land sind jetzt 6.043 Menschen infiziert

Die Zahl der amtlich bestätigten Corona-Infizierten in Baden-Württemberg ist erneut stark gestiegen. Am Dienstagabend (24. März – 19.00Uhr ) wurden 710 bestätigte Neuinfektionen vom Sozialministerium in Stuttgart gemeldet. Am Vortag waren es noch 1.033 Neuinfektionen. Somit sind aktuell 6.043 Personen mit dem Corona-Virus infiziert. Die Zahl der Menschen, die an den Folgen der Krankheit gestorben sind, erhöhte sich von 32 auf jetzt insgesamt 38 Tote. 

Dem Landesgesundheitsamt wurden aus den Landkreisen Calw (ein über 60-jähriger Mann), Heilbronn (ein über 80-jähriger Mann), Ludwigsburg (ein über 80-jähriger Mann), Schwäbisch Hall (zwei über 80-jährige Männer) sowie aus Baden-Baden (ein über 80-jähriger Mann) sechs weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf 38 an (Landkreise Emmendingen (5), Esslingen (3), Göppingen, Heidenheim, Heilbronn (4), Hohenlohekreis (3), Ludwigsburg (2), Neckar-Odenwald-Kreis, Ortenaukreis (4), Rems-Murr-Kreis, Reutlingen (2), Rottweil, Schwäbisch Hall (2), Sigmaringen (2), Waldshut und Calw (2) sowie die Städte Baden-Baden, Freiburg und Stuttgart). Das Alter lag zwischen 59 und 94 Jahren. 28 der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

red

US-Profis verlassen wegen Corona Ludwigsburg

Aufgrund der Corona-Pandemie haben fünf US-Profispieler des Basketball-Bundesligisten MHP-Riesen vorübergehend ihre Zelte in Ludwigsburg abgebrochen und sind in Richtung USA geflogen. Das meldete der Bundesligist in einer Pressemitteilung.

Nach Khadeen Carrington und Cameron Jackson traten auch Nick Weiler-Babb, Tanner Leissner und Thomas Wimbush die Heimreise an um in der Nähe ihrer Familien zu sein, wie der Tabellenzweite mitteilte. „Die Verträge sind weiter gültig für den Fall, dass der Spielbetrieb doch wieder aufgenommen werden sollte“, sagte Vorstand Alexander Reil.

Die Liga hat ihren Spielbetrieb derzeit bis auf Weiteres ausgesetzt. Voraussichtlich am 25. März wollen Liga und Clubs beraten, wie es weitergeht. Eine Fortsetzung des Spielbetriebs wird jedoch mit jedem weiteren Abgang immer unwahrscheinlicher.

red

So kommt die Familie durch die Krise

Die Situation ist alles andere als ideal: Den Kindern ist wegen der Zwangsferien und des Kontaktverbots langweilig und die Eltern müssen von zu Hause aus arbeiten. Dazu kommen noch die Ängste vor dem Corona-Virus. Keine Frage: Familien stehen in den kommenden Wochen vor extrem großen Herausforderungen.

Experten befürchten , dass sich Konflikte zuspitzen könnten. „Die lange gemeinsame Zeit auf engem Raum und die Unsicherheit, wie es weitergeht, sind der beste Nährboden für Gefühlsausbrüche und dicke Luft“, so Heidemarie Stuck, pädagogische Leiterin im SOS-Kinderdorf Moosburg. „Streiten ist etwas völlig Normales. Sich in die Haare zu kriegen, wenn man unterschiedlicher Meinung ist oder die Emotionen hochgehen, muss einem keine Angst machen. Jedoch sollte ein gewisser Punkt nicht überschritten werden.“

Um mit der Situation möglichst gut umgehen zu können, haben die SOS-Kinderdörfer Tipps für Konfliktbewältigung in der Krisenzeit erarbeitet:

Geteiltes Leid

Stellen Sie sich Ihren Gefühlen und fragen Sie sich, was Sie verändern möchten. Die gleiche Frage stellen Sie Ihrem Nachwuchs. Vielleicht wollen Sie auch ein Ritual einführen, um sich nicht erst dann auszutauschen, wenn die Stimmung schon leidet. Besprechen Sie zum Beispiel jeden Tag beim Abendessen kurz mit Ihren Kindern, was an dem Tag schön war, was genervt hat oder ob sie etwas bekümmert.

Pause einlegen

Schaffen Sie zwischendurch bewusst Abstand – so gut es eben in dieser Situation geht. Das kann für jedes Familienmitglied anders aussehen. Ein paar Minuten am offenen Fenster tief durchatmen, mit der Lieblingsmusik im Ohr eine Viertelstunde tanzen oder mit einem guten Buch ins Bett zurückziehen – oft reichen schon kleine Pausen, um sich zu beruhigen und positivere Gedanken zu fassen.

Regeln brechen

Schrauben Sie in dieser Ausnahmesituation auch mal Ihren Anspruch runter, Haushalt, Heimschule, Home-Office und Co. perfekt machen zu müssen. Die ganze Familie muss sich derzeit einschränken. Zum Ausgleich darf es in manchen Bereichen ruhig etwas lockerer zugehen – zum Beispiel, wenn der Nachwuchs länger vor dem Fernseher sitzt als normal vereinbart oder Zähneputzen und Naschen in der falschen Reihenfolge ablaufen.

Aufeinander zugehen

Wenn Sie einen konkreten Kritikpunkt haben, sprechen Sie diesen offen und sachlich an. Frust in sich hineinzufressen vergrößert die Spannung und kann später einen unkontrollierten Ausbruch auslösen.

Richtig streiten

Sollte ein Streit losbrechen, versuchen Sie diesen konstruktiv zu führen. Hören Sie den Kindern oder Jugendlichen zu, lassen Sie sie ausreden und erklären Sie Ihre Sicht der Dinge altersgerecht. Sagen Sie klar, was Sie sich wünschen, anstatt Ihr Kind mit Vorwürfen zu konfrontieren.

Sind wir wieder gut?

Je wilder die Fetzen geflogen sind, desto wichtiger ist eine bewusste Versöhnung. Kinder und Jugendliche brauchen die Sicherheit, dass ein Streit keinen Beziehungsabbruch bedeutet. Gehen Sie auf Ihren Nachwuchs zu, wenn sich die Gemüter beruhigt haben. Falls Ihnen noch etwas am Herzen liegt, besprechen Sie es in Ruhe mit Ihrem Kind. Danach tut es gut, gemeinsam etwas zu machen, das allen Spaß bringt – etwa das Lieblingsspiel Ihres Kindes zu spielen oder sich bei einem lustigen Film auf der Couch zusammen zu kuscheln.

Rudolf Huber

 

Kaminbrand im Wohnhaus löst Feuerwehreinsatz aus

Laut einer Pressemeldung der Polizei kam es am Dienstag gegen 02:45 Uhr in Freiberg am Neckar in einem Wohnhaus zu einem Kaminbrand. Glücklicherweise wurde keiner der Bewohner verletzt. Der Schaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro. 

In einem älteren Wohnhaus in der Straße „Am Plflaster“ im Stadtteil Heutingsheim geriet am Dienstag gegen 02:45 Uhr vermutlich aufgrund eines baulichen Mangels ein Kamin in Brand. Nachdem einer von insgesamt fünf Bewohnern durch einen ausgelösten Rauchmelder und den Hunden im Haushalt auf den Brand aufmerksam wurde, alarmierte er umgehend die Feuerwehr. Daraufhin rückte die Feuerwehr Ludwigsburg mit ihrer Drehleiter sowie die Freiwillige Feuerwehr Freiberg am Neckar mit insgesamt fünf Fahrzeugen und 40 Wehrleuten aus. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte schließlich fest, dass der Kamin einen Spalt aufwies und sich das dahinter befindliche Holz entzündet hatte. Um an die Brandstelle heranzukommen, mussten die Einsatzkräfte eine Ecke im Wohnzimmer freilegen. Da im Zuge der Brandmittelbekämpfung eine erhöhte Temperatur im Gebälk festgestellt werden konnte, verblieb eine Brandwache vor Ort. Der entstandene Sachschaden wurde auf rund 20.000 Euro geschätzt. Personen kamen nicht zu Schaden. Allerdings mussten die fünf Bewohner zusammen mit ihren Hunden das Haus verlassen. Sie kamen bei Verwandten unter.

Was in Ludwigsburg und in der Region los war

Bietigheim-Bissingen: Ford beschädigt – Zeugen gesucht

Am Montag zwischen 6:00 Uhr und 13:00 Uhr wurde in Bietigheim-Bissingen ein in der Rosenstraße abgestellter Ford beschädigt. Vermutlich schlug ein bislang unbekannter Täter beim Aussteigen mit der Tür gegen das Heck des Fords und verursachte hierbei einen Sachschaden von circa 2.500 Euro. Das Polizeirevier Bietigheim-Bissingen bittet Zeugen sich unter Tel. 07142 405 0 zu melden.

Bietigheim-Bissingen: E-Bike aus Tiefgarage gestohlen

Zwischen Donnerstag, 17:00 Uhr, und Samstag, 15:00 Uhr, verschaffte sich ein bislang unbekannter Täter Zugang zu einer Tiefgarage in Bietigheim-Bissingen in der Keplerstraße und entwendete ein E-Bike. Das E-Bike der Marke Cube Stereo Hybrid hatte einen Wert von circa 4.700 Euro. Das Polizeirevier Bietigheim-Bissingen nimmt Zeugenhinweise unter Tel. 07142 405 0 entgegen.

Kornwestheim: Sachbeschädigung in Baustelle

Ein Sachschaden von mindestens 5.000 Euro verursachte ein bislang unbekannter Täter, als zwischen Freitag, 15:00 Uhr, und Montag, 9:30 Uhr, in einer Wohnung in Kornwestheim in der Kornbühlstraße eine klebrige Flüssigkeit in den Räumen verteilt worden war. Die Wohnung ist Teil eines zurzeit in der Renovierung befindlichen Mehrparteienhauses. Das Polizeirevier Kornwestheim bittet Zeugen sich unter Tel. 07154 1313 0 zu melden.

Ludwigsburg-Ost: Unfallflucht auf Discounter-Parkplatz

Montag gegen 10:05 Uhr stellte ein Mann seinen VW Sharan auf einem Discounter-Parkplatz in der Hindenburgstraße in Ludwigsburg-Ost ab. Während der Fahrer anschließend einkaufen war, streifte ein bislang unbekannter Fahrzeuglenker vermutlich beim Vorbeifahren den geparkten VW. Gegen 10:40 Uhr musste der Besitzer feststellen, dass der Unbekannte an seinem Wagen einen Sachschaden von etwa 1.500 Euro hinterlassen hat. An dem VW blieben rote Lackantragungen zurück. Demnach könnte es sich bei dem Verursacherfahrzeug um ein rot lackiertes Fahrzeug gehandelt haben. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Ludwigsburg, Tel. 07141 18-5353, in Verbindung zu setzen.

Ditzingen: Vorfahrt missachtet

Eine Leichtverletzte und ein Sachschaden von etwa 15.000 Euro forderte ein Verkehrsunfall, der sich am Montag gegen 10:50 Uhr auf der Landesstraße 1136 zwischen Ditzingen-Hirschlanden und Ditzingen ereignete. Im Bereich der L 1136 / Abzweigung Leonberg-Höfingen fuhr ein 31 Jahre alter Skoda-Lenker in den Kreuzungsbereich ein. Hierbei achtete er vermutlich nicht auf einen vorfahrtsberechtigten VW, an dessen Steuer ein 79-Jähriger saß. Es kam schließlich zum Zusammenstoß der beiden Verkehrsteilnehmer, wodurch im VW die 80 Jahre alte Beifahrerin leicht verletzt wurde. Beide Fahrzeuge waren infolge des Unfalls nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Der Verkehr wird an dieser Kreuzung durch eine Ampel geregelt, die zum Unfallzeitpunkt jedoch außer Betrieb war. Während der Unfallaufnahme und der Bergungsarbeiten war der Streckenabschnitt zwischen dem Kreisverkehr Heimerdinger Straße und dem Abzweig Leonberg-Höfingen bis etwa 12:20 Uhr gesperrt.

Studie: Aus Angst vor Ansteckung ins Auto

Anschaffung und Nutzung von Autos erscheinen in Zeiten der Corona-Krise in einem ganz anderen Licht. Doch wie und für wen machen sich die Auswirkungen besonders bemerkbar? Das wollte jetzt die Nürnberger Marktforschung puls in einer repräsentative Stichprobe herausfinden.

Die Ergebnisse zeigen, dass aus der Corona-Krise auch positive Trends und Chancen für die Automobilbranche resultieren. So geben laut der Studie immerhin 55 Prozent der Deutschen an, dass die Corona-Krise bei ihnen dazu führt, dass sie von öffentlichen Verkehrsmitteln auf Autos umsteigen, weil sie dort vor Ansteckung besser geschützt sind.

Was die Anschaffung von Autos betrifft, so stellen einerseits 29 Prozent aufgrund der von Corona ausgehenden Verunsicherung ihre geplante Autoanschaffung zurück. Andererseits geben rund 8,0 Prozent an, dass sie die Corona-Krise in der Autoanschaffung bestärken wird. Unter den bislang besonders „autokritischen“ Jüngeren beträgt dieser Anteil sogar 18 Prozent.

„Offensichtlich fördert der Schutz vor Ansteckung nicht nur die Nutzung, sondern auch die Anschaffung von Autos“, sagt puls-Geschäftsführer Dr. Konrad Weßner zu den Ergebnissen der Studie. Die Zeit nach Corona verspricht in jedem Fall für die Automobilbranche spannend zu werden, geben doch lediglich 28 Prozent der Deutschen an, dass Corona keinen Einfluss auf die Anschaffung und Nutzung von Autos hat.

Ralf Loweg

Wenn Flugzeuge einen Parkplatz suchen

Überall auf der Welt müssen Airlines mit immer mehr Fliegern am Boden bleiben. Auch die Lufthansa leidet stark unter der Corona-Krise. Der Flugverkehr an Deutschlands größtem Airport in Frankfurt am Main ist beinahe zum Erliegen gekommen. Wegen Einreisebeschränkungen in vielen europäischen Staaten, aber auch in den USA, gibt es kaum noch Passagiere.

Doch wohin mit den vielen „arbeitslosen“ Fliegern? Ganz einfach: Der Flughafen wird zum gigantischen Parkplatz. So hat beispielsweise die Lufthansa damit begonnen, nicht benötigte Flugzeuge am Frankfurter Airport zu parken, wie man es sonst nur aus dem Straßenverkehr kennt.

Nur Flugzeuge sind halt ein bisschen größer als Autos. Doch zum Glück gibt es ja Landebahnen, die im Moment nicht gebraucht werden. Auf der Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens, die ab sofort bis auf Weiteres gesperrt ist, stellt die Lufthansa Jets ab. Zunächst seien acht Flugzeuge geparkt worden, heißt es. Ziel sei es, möglichst viele Jets platzsparend quer zu Fahrtrichtung auf der Landebahn unterzubringen. Not macht halt erfinderisch.

Ralf Loweg

Auf die Hände kommt es an

Eine der wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen, um sich vor Infektionen zu schützen, ist regelmäßiges Händewaschen und desinfizieren. Dadurch werden die Hände aber auch mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen. Es können Risse entstehen, die – entgegen dem Zweck akribischer Hygiene – die Ansteckungsgefahr erhöhen können.

„Beim Händewaschen werden immer auch wertvolle Hautfette gelöst. Waschen wir unsere Hände sehr häufig und verwenden zudem Desinfektionsmittel, wird die Haut trocken, beginnt zu schuppen und reißt teilweise ein. In der aktuellen Situation sollte dies unbedingt vermieden werden, denn unsere Haut ist die erste Barriere für Viren. Werden die Hände rissig, reduziert sich demnach auch die Schutzfunktion der Haut“, so Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik.

Daher ist es ratsam, die Hände mehrmals täglich einzucremen und mit Feuchtigkeit zu versorgen. Entscheidend sind dabei die Inhaltsstoffe, denn Handcreme ist nicht gleich Handcreme. Beispielsweise sind Cremes mit einem hohen Wasseranteil weniger geeignet, da dieser bei trockener Luft schnell verfliegt und die Haut ausgetrocknet zurücklässt. mp/rlo

Mercedes-Benz C 111-II: Eine Ikone wird 50

Der Mercedes-Benz C 111 hatte gleich mehrere Rollen inne. Er war zum einen eine faszinierende Sportwagenikone und Medienliebling. Dazu war er rollendes Labor für die Entwicklung des Wankelmotors sowie zur Erprobung neuer Technologien. Nicht zuletzt war er ein legendärer Rekordwagen. Seine zweite Entwicklungsstufe C 111-II mit der 257 kW/350 PS starken Vierscheiben-Ausführung des Rotationskolbenmotors M 950 F feiert jetzt den 50. Geburtstag.

Die Premiere erlebte die Legende auf dem 40. Genfer Automobilsalon vom 12. bis 22. März 1970. Der 1.120 Millimeter flache neue Flügeltürer hat eine Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), die mit der Rahmenbodenanlage aus Stahlblech verschraubt ist. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt bis zu 300 km/h.

Der C 111-II entstand auf Basis des im Herbst 1969 präsentierten C 111. Technisch zeichnete er sich insbesondere durch den Vierscheiben-Wankelmotor aus, einen echten Sportmotor. Unter anderem verbesserte sich gegenüber dem Vorgänger die Sicht des Fahrers durch Veränderungen an Kotflügeln, Dach und Heckdeckel. Auch die Aerodynamik wurde optimiert. Heute ist der C 111-II wie auch sein Vorgänger im öffentlichen Bewusstsein ganz klar mit dem Orangemetallic-Farbton „Weißherbst“ verbunden.

Zahlungskräftige Sportwagenfans waren übrigens bereit, hohe Summen für einen C 111 zu zahlen. Bereits in London 1969 bietet ein Automobil-Liebhaber bis zu eine halbe Million Mark. In den folgenden Monaten treffen sogar Blankoschecks in Stuttgart ein. Doch die Marke betonte, dass das Experimentalfahrzeug unverkäuflich ist.a

Andreas Reiners