Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im Landkreis – Quote sinkt im Oktober auf 3,1 %

 LANDKREIS LUDWIGSBURG. Im Zuge der Herbstbelebung hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Oktober 2021 weiter verringert. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Ludwigsburg und dem kommunalen Jobcenter Landkreis Ludwigsburg waren im aktuellen Berichtsmonat 9.577 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das war zum September 2021 ein Rückgang um 321 Personen oder 3,2 Prozent und zum Vorjahresmonat ein Rückgang um 2.062 Personen oder 17,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen verringerte sich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg lag im Oktober bei 3,5 Prozent (Vorjahresmonat 4,3 Prozent).

„Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk ist im Oktober erneut zurückgegangen. Der Arbeitsmarkt zeigte sich trotz wachsender Unsicherheiten in der Wirtschaft weiterhin stabil. Der hohe Fachkräftebedarf und die insgesamt lebhafte Nachfrage nach Arbeitskräften lassen auch die Beschäftigungschancen von arbeitslosen Menschen wieder steigen“, beschreibt Martin Scheel, Chef der Ludwigsburger Arbeitsagentur, die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Ein besonderes Augenmerk, so Scheel, braucht auch in der Zukunft die Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit im Agenturbezirk. Im Oktober 2021 waren 3.203 Menschen 12 Monate oder länger arbeitslos, im Vergleich zum Oktober 2020 eine Zunahme um 436 Personen oder 15,8 Prozent. Sehr erfreulich sei die Situation bei jungen Menschen. Hier gab es im Vergleich zum Vorjahr bei den unter 25-jährigen einen kräftigen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 431 Personen oder 36,9 Prozent.

Steigende Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Ludwigsburg stabil aufwärtsgerichtet. Im Oktober meldeten die Arbeitgeber dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Ludwigsburg insgesamt 981 Stellengesuche, das waren 56 oder 6,1 Prozent mehr als im Vormonat und 131 oder 15,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Stellenbestand befanden sich 4.105 Angebote, 1.517 oder 58,6 Prozent mehr als im Oktober vor einem Jahr. Darunter befanden sich 794 Helferstellen, 2.428 Fachkraftstellen sowie 861 Stellen für Experten und Spezialisten.

Quelle: Agentur für Arbeit Ludwigsburg

79-Jährige verwechselt Bremse mit Gaspedal und weitere Meldungen aus dem Landkreis

Bietigheim-Bissingen: Verwechslung von Bremse und Gaspedal führt zu hohem Sachschaden

Zu einem Verkehrsunfall kam es am Mittwoch gegen 11:00 Uhr in der Löchgauer Straße in der Ortsmitte von Bietigheim-Bissigen. Eine 79-jährige VW-Fahrerin wollte rückwärts von einem Parkplatz auf die Fahrbahn auffahren und verwechselte hierbei mutmaßlich das Gas- mit dem Bremspedal. Infolgedessen fuhr die 79-Jährige in einem Bogen rückwärts auf die Straße und anschließend wieder auf den Parkplatz. Hierbei streifte sie einen Seat einer 63-Jährigen, die auf eine freie Parklücke wartete. Der VW kam daraufhin erst zum Stehen, als er gegen das Treppengeländer einer Arztpraxis fuhr. Die 79-Jährige wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Es entstand ein Gesamtsachschaden von etwa 17.000 Euro. Der VW war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.

 

Steinheim an der Murr: Ein Verletzter nach Verkehrsunfall

Am Mittwoch gegen 14:15 Uhr kam es im Einmündungsbereich der Kleinbottwarer Straße in die Ludwigsburger Straße in Steinheim an der Murr zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Mann leicht verletzt wurde. Ein 43-Jähriger bog mit seinem Kia von der Kleinbottwarer Straße in Richtung Höpfigheim in die Ludwigsburger Straße ein. Dabei kam er aus bislang unbekannten Gründen auf die Gegenspur und kollidierte dort mit dem BMW eines 63-Jährigen, der an einer roten Ampel wartete. Beide Fahrzeuge waren infolge des Unfalls nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Der Gesamtsachschaden beläuft sich auf etwa 28.000 Euro. Der 63-Jährige kam leicht verletzt mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus.

 

Affalterbach: Brandalarm in Kantine

Weil Öl in einem Wok Feuer fing, rückten die Feuerwehren Ludwigsburg, Erdmannhausen und Affalterbach am Mittwoch gegen 11:15 Uhr mit fünf Fahrzeugen und 23 Einsatzkräften nach Affalterbach in die Daimlerstraße aus. In einer dortigen Werkskantine hatten Mitarbeiter das Feuer bereits selbstständig gelöscht, jedoch führte die anschließende Rauchentwicklung zum Auslösen eines Rauchmelders. Es entstand keinerlei Schaden.

 

Gerlingen: Jugendlicher entwendet Automarkenembleme – Polizei sucht Geschädigte

Am Mittwoch wurde ein 15-Jähriger gegen 20 Uhr in der Mittlere Ringstraße in Gerlingen vorläufig festgenommen. Der Jugendliche wurde auf frischer Tat ertappt, wie er das Emblem eines Porsche abkratzte und versuchte zu entwenden. Bei der Durchsuchung seines Rucksacks wurden über 20 weitere Embleme von neun verschiedenen Automarken gefunden. Der 15-jährige Tatverdächtige wurde an seine Eltern übergeben. Nun bittet der Polizeiposten Gerlingen, Tel. 07156 9449-0, Geschädigte sich zu melden.

 

BAB 81/Asperg: Unfall nach technischem Defekt – Betriebsstoffe auf Fahrbahn ausgelaufen

Am Mittwoch kam es gegen 13:40 Uhr zu einem Unfall auf der Bundesautobahn 81 zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Nord und Ludwigsburg-Süd in Fahrtrichtung Stuttgart. Der Fiat einer 44-jährigen Fahrerin hatte ein technisches Problem, weshalb die Frau auf dem Zusatzstreifen hielt. In der Folge stieg sie aus dem Fahrzeug aus, um ein Warndreieck aufzustellen und die Polizei zu rufen. Ein 47-jähriger Nissan-Fahrer wechselte von dem rechten Fahrstreifen auf den Zusatzstreifen und erkannte den stehenden Fiat vermutlich zu spät. Trotz des Versuchs nach links auszuweichen prallte der Nissan-Fahrer gegen den unbesetzten Fiat. Bei der Kollision wurde der Tank des Fiat beschädigt, sodass Betriebsstoffe auf die Fahrbahn ausliefen. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 12.000 Euro geschätzt. Beide beteiligten Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Die Freiwilligen Feuerwehren Asperg und Möglingen waren mit insgesamt sieben Fahrzeugen und 21 Wehrkräften vor Ort. Diese wurden bei den Reinigungsarbeiten von einem Fahrzeug der Autobahnmeisterei Ludwigsburg unterstützt. Der Zusatzstreifen blieb während den Reinigungsarbeiten gesperrt. Es entstand ein Stau von etwa drei Kilometern. Etwa zwei Stunden nach der Kollision war der Einsatz abgeschlossen und alle Fahrstreifen wieder frei.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Vorfahrt missachtet: Auto überschlägt sich mehrfach – 2 Personen leicht verletzt

Der Fahrer eines Nissan Micra war am Mittwochabend von Pattonville kommend auf der Landesstraße 1144 in Richtung Remseck-Aldingen unterwegs. An der Einmündung zur Westtangente wollte der 75-Jährige nach rechts in Richtung Landesstraße 1100 abbiegen und missachtete dabei kurz nach 21:00 Uhr die Vorfahrt eines von links aus Richtung Ludwigsburg kommenden Renault Scenic, dessen 20 Jahre alter Fahrer einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern konnte.

Durch den Zusammenstoß überschlug sich der Renault mehrfach und kam schließlich im angrenzenden Grünstreifen auf dem Dach zum Liegen. Dabei zogen sich der Fahrer des Renault und seine 19 Jahre alte Beifahrerin leichte Verletzungen zu. Beide konnten sich selbständig aus dem Fahrzeug befreien. Sie wurden vom Rettungsdienst zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Die beiden Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Es entstand Sachschaden in Höhe von insgesamt rund 9.000 Euro.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Unbekannte zerstören Hasenstall in Pattonville

Am Wochenende machten sich Unbekannte in der John-F.-Kennedy-Allee in Pattonville bei einer Grundschule an einem größeren Hasenstall bzw. Gartenhäuschen, der sich noch Rohbau befindet, zu schaffen. Es wurden Steckdosen und Heizkörper aus der Wand gerissen und Verteilerkästen aufgehebelt. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 3.000 Euro.

Der Polizeiposten Remseck am Neckar, Tel. 07146 28082-0, bittet um Hinweise zu dieser Sachbeschädigung.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Supermarkteinbrecher nach Serie von Diebstählen in Mundelsheim festgenommen

Bei einem Einsatz unter Federführung des Polizeipräsidiums Reutlingen ist es in der Nacht zum Montag (25.10.2021) gelungen, vier mutmaßliche Mitglieder einer Einbrecherbande bei einem Einbruch in einen Einkaufsmarkt in Mundelsheim auf frischer Tat festzunehmen.

Den kosovarischen Staatsangehörigen im Alter zwischen 26 und 45 Jahren wird vorgeworfen, für eine schon seit dem vergangenen Jahr andauernde Serie von Einbrüchen in Supermärkte in Baden-Württemberg verantwortlich zu sein. Dabei sollen die äußerst konspirativ agierenden Männer die jeweiligen Märkte intensiv ausbaldowert haben, bevor sie dann nachts jeweils über das Dach in die Gebäude einstiegen, in den Büroräumen die Tresore aufflexten und das darin befindliche Bargeld entwendeten. Als Drahtzieher der Bande gilt ein 45-jähriger Kosovare aus Stuttgart.

Der jetzigen Festnahme waren langwierige und intensive Ermittlungen einer auf die Bekämpfung der Eigentumskriminalität spezialisierten Ermittlungsgruppe der zum Polizeipräsidium Reutlingen gehörenden Kriminalpolizeidirektion Esslingen vorausgegangen, die im Sommer 2021 die nun festgenommenen Beschuldigten ins Visier genommen hatte. Nach und nach erhärtete sich der Tatverdacht gegen die Männer, gegen die die Staatsanwaltschaft Tübingen ein entsprechendes Sammelverfahren führt.

In der Nacht zum 25.10.2021 konnten die vier Verdächtigen, darunter auch der 45-jährige, mutmaßliche Kopf der Bande, von Spezialkräften des Polizeipräsidiums Einsatz in Mundelsheim (Lkrs. Ludwigsburg) festgenommen werden. Zwei von ihnen waren dort über das Dach in die Filiale eines Discounters eingestiegen, während ihre Komplizen Schmiere gestanden hatten. Fluchtversuche, die die Verdächtigen vor ihrer Festnahme teilweise noch unternahmen, scheiterten.

Bei den anschließend durchgeführten Wohnungsdurchsuchungen konnten unter anderem Beweismittel wie Einbruchswerkzeug, Maskierungsmittel und Funkgeräte aufgefunden werden.

Die vier Beschuldigten (45-Jähriger aus Stuttgart, 40-Jähriger ohne festen Wohnsitz, 32-Jähriger und 26-Jähriger aus Weinstadt) sollen im Laufe des Montags dem Haftrichter beim Amtsgericht Tübingen vorgeführt werden.

Nach dem jetzigen Ermittlungsstand werden der Bande, die in wechselnder Besetzung aktiv war, mindestens sieben weitere Einbrüche bzw. versuchte Einbrüche in Supermarktfilialen in Baden-Württemberg – unter anderem in den Landkreisen Reutlingen, Calw, Ludwigsburg, Böblingen, Schwäbisch Hall, dem Alb-Donau-Kreis und dem Ostalbkreis, vorgeworfen. Zu möglichen weiteren Einbrüchen und möglichen weiteren Mittätern dauern die Ermittlungen noch an

Quelle: Polizeipräsidium Reutlingen

20-Jähriger und sein Vater leisten heftigen Widerstand gegen die Polizei

Eine Verkehrs- und Personenkontrolle endete am Sonntag im Bereich des Verkehrsübungsgeländes in Asperg mit Widerstandhandlungen eines 20- und eines 37-Jährigen gegen die Polizei.

Gegen 00.45 Uhr wollten Polizeibeamte die Insassen eines Fahrzeugs kontrollieren, das mit eingeschaltetem Abblendlicht aus Höhe des Geländes abgestellt war. Auf dem Gelände selbst fand zu diesem Zeitpunkt eine genehmigte Veranstaltung statt. Im Umfeld um den PKW hatten die Beamten nach Angaben Marihuanageruch wahrgenommen. Während der Maßnahme näherte sich ein unbeteiligter 20 Jahre alter Mann der Kontrollsituation und störte diese. Die Aufforderung sich zu entfernen und auch einem Platzverweis soll der junge Mann nicht gefolgt sein. Stattdessen soll er den Polizisten damit gedroht haben, sich Unterstützung in Form seiner Freunde holen zu wollen. Im weiteren Verlauf soll sich die Aggressivität des 20-Jährigen immer mehr gesteigert haben. Zeitgleich alarmierten die Polizisten weitere Streifenwagenbesatzungen.

Der 20-Jährige ging nun zurück in Richtung des Veranstaltungsgeländes, auf dem Besucher bereits auf die Situation aufmerksam geworden waren. Nachdem sich weitere Beamte vor Ort befanden, kam der 20-Jährige in Begleitung seines 37 Jahre alten Vaters sowie eines weiteren Mannes und einer Frau zurück zu den Polizisten. Als der 20-Jährige in Gewahrsam genommen werden sollte, soll sich der der 37-Jährige aggressiv verhalten haben und versuchte die Polizisten an der Durchführung ihrer Maßnahme zu hindern, indem er sich zwischen sie und seinen Sohn stellte. Aufgrund dessen wurde auch ihm die Gewahrsamnahme eröffnet. Beide Männer sowie ein noch Unbekannter sollen nun versucht haben die Maßnahmen der Beamten und Beamtinnen zu verhindern, wobei sie sich aktiv wehrten und insbesondere der Ältere auch in Richtung des Kopfes eines Polzisten geschlagen haben soll. Hierauf setzte ein Polizist seinen Einsatzschlagstock gegen den Arm des 37-Jährigen ein, um dessen Schlag abzuwehren. Der Tatverdächtige wurde anschließend zu Boden gebracht und ihm wurden Handschließen angelegt.

Mithilfe des Unbekannten, der währenddessen einen anderen Beamten wegstieß, gelang dem 20-Jährigen, obwohl der Polizist Pfefferspray einsetzte, die Flucht zurück auf das Veranstaltungsgelände. Auf Beamte, die die Verfolgung aufgenommen hatten, soll er dann erneut in kämpferische Weise zugegangen sein. Im Zuge eines zweiten, polizeilichen Pfeffersprayeinsatzes konnte er, trotz weiterer Gegenwehr, zu Boden gebracht werden. Auch dem 20-Jährigen, der leichte Verletzungen erlitt, wurden Handschließen angelegt.

Zwischenzeitlich soll sich ein 40 Jahre alter Mann genähert, der einen Beamten und dessen Kollegin beleidigt haben soll und sie aufforderte, das Verkehrsübungsgelände zu verlassen. Der 20-Jährige, der aufgrund des Pfeffersprayeinsatzes durch den Rettungsdienst behandelt wurde, und der 37 Jahre alte Mann, die beide unter Alkoholeinwirkung standen, wurden im Anschluss zum Polizeirevier Kornwestheim gebracht. Nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen mussten sie den Rest der Nacht in der Gewahrsamseinrichtung bleiben und wurden am Sonntagmorgen auf freien Fuß entlassen.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Landrat stellt Entwurf Haushalt 2022 vor: Allgaier will keine neuen Schulden – ab 2023 wird die Lage kompliziert

Von Uwe Roth

Landrat Dietmar Allgaier (CDU) hat am Freitag dem Kreistag den Entwurf für den Haushaltsplan 2022 vorgestellt. Im nächsten Jahr sind Ausgaben von rund 766 Millionen Euro vorgesehen. Aufwendungen in Höhe von 460 Millionen Euro für die Bereiche Soziales und Jugend sind dabei wie jedes Jahr der größte Posten. Sie haben einen Budgetanteil von 64 Prozent. Darauf folgen mit 136 Millionen Euro Kosten für „die Gestaltung für die Umwelt“, wie es im Planentwurf bezeichnet wird. Der Ausgabenseite stehen erwartete Einnahmen des Landkreises von 757 Millionen Euro gegenüber. Es bleibt folglich ein Minus. Nach heutiger Schätzung der Finanzdezernentin Bettina Beck könnten es aufgerundet neun Millionen Euro werden. Die Kreisverantwortlichen bringt dieser Fehlbetrag nicht aus der Fassung.

Nach Darstellung von Allgaier in einem Gespräch mit Medienvertretern hat die Kreisverwaltung mit großer finanzieller Unterstützung des Landes und des Bundes die Corona-Zeit 2020/2021 bislang ohne Kreditaufnahme gut überstanden. Mit einer Kreditermächtigung des Kreistags wären im laufenden Jahr zusätzliche Schulden von 20 Millionen Euro möglich gewesen. „Sie wurde 2021 nicht in Anspruch genommen“, teilt der Landrat dem Kreistag mit. Dieses Polster auf Abruf steht 2022 zur Verfügung.

Hebesatz der Kreisumlage bleibt gleich

Um zusätzliche Einnahmen zu generieren, könnte die Kreisverwaltung an der Schraube für den Hebesatz der Kreisumlage drehen. Darüber legt der Kreistag jährlich die Anteile der Einnahmen fest, die die 39 Kreiskommunen an den Kreishaushalt abführen müssen. Auf diese Weise sollen im nächsten Jahr rund 254 Millionen Euro zusammenkommen. Aber an dieser Schraube möchte der Landrat nicht drehen. Der Hebesatz von 27,5 Prozentpunkten soll weder erhöht noch gesenkt werden. Da im Kreistag einige Oberbürgermeister, Bürgermeister und Gemeinderäte ein Mandat haben, kommt gewöhnlich die Forderung, den Hebesatz niedrig zu halten oder am besten noch zu senken, damit möglichst viel Geld bei den Städten und Gemeinden bleibt.

Warum eine Senkung schädlich wäre, erklärt der Landrat so: Die Einnahme über die Kreisumlage wird nächstes Jahr voraussichtlich nur um 400000 Euro höher liegen als die im laufenden Jahr. „Zum Vergleich: Allein der Sozialetat im gleichen Zeitraum ist um 9,5 Millionen Euro angestiegen“, so Allgaier. Er sieht in der geplanten Nullrunde ein Signal an die Städte und Gemeinden, die Bürger ihrerseits von einer Anhebung der Steuern und Gebühren weitgehend zu verschonen.

Steuerkraftsumme schwächelt wegen Konjunkturdelle

Wie sich die finanzielle Situation des Landkreises nach der Konjunkturdelle durch Corona entwickeln wird, werde sich im Laufe des kommenden Jahres zeigen, begründet Allgaier die vagen Prognosen. Ein Hinweis, dass es schwierig werden könnte, zeigt die Entwicklung der Steuerkraftsumme. Sie soll im nächsten Jahr höchstes um 0,2 Prozent steigen. Vergleichbare Landkreise erwarten laut Allgaier Steigerungen von bis zu 14 Prozent. Er leitet daraus ab, „dass der wirtschaftliche Einbruch durch die Corona-Pandemie den Landkreis Ludwigsburg besonders hart trifft“. Ursache sei ein „großes Maß an der vorwiegenden Exportorientierung der Unternehmen im Kreis“. Ohne die Bundes- und Landeszuschüsse hätte es wohl ein Minus in der Steuerkraftsumme gegeben.

Sparen statt Schulden machen, ist die Devise. Der Landrat hat seine Verwaltung in die Pflicht genommen. 185 Sparvorschläge mit einem Volumen von knapp sechs Millionen Euro haben im Haushaltsplanentwurf ihren Niederschlag gefunden. So seien unter anderem Versicherungs- und Telefontarife unter die Lupe genommen worden. Außerdem erhöht die Verwaltung die Miete von kreiseigenen Sportstätten. Diese seien 30 Jahre unverändert geblieben.

Solche Einsparbeträge werden nicht reichen, um in Zukunft Kreditaufnahmen zu verhindern. Vor allem die kreiseigenen Kliniken brauchen Geld. Viel Geld. 2020 hat das Land ausgeholfen. Die Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH erwirtschafteten einen Gewinn von 2,4 Millionen Euro. Doch Finanzspritzen wegen Corona sind Vergangenheit. „Für die kommenden Jahre bis 2032 stehen Brutto-Investitionen im gesamten Klinikbereich von rund 360 Millionen Euro an“, rechnet der Landrat dem Kreistag vor. Das betrifft die Standorte Ludwigsburg, Bietigheim und Marbach. Allein das Krankenhaus Ludwigsburg verbraucht in den nächsten Jahren rund 160 Millionen Euro unter anderem für die Sanierung von Stationen, die Erweiterung des Parkhauses oder den Neubau eines Hubschrauberlandesplatzes. Für Neu- und Umbauten im Klinikum Bietigheim sind sogar 170 Millionen Euro vorgesehen.

Landrat schlägt Gründung Bürgergenossenschaft Wohnen vor

Der Landrat will sich im kommenden Jahr aber nicht allein mit Pflichtaufgaben beschäftigen, sondern auch kreativ sein: Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, hat er die Gründung einer Bürgergenossenschaft Wohnen vorgeschlagen. Die Städte und Gemeinden im Landkreis sollen Grundstücke als Genossenschaftsanteile einbringen. Die Vermarktung und Bebauung sollen in einem ersten Schritt die Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH übernehmen. Die Kreissparkasse will 1,5 Millionen Euro einbringen. Vom Landkreis sollen 400000 Euro kommen. Nähere Details wird der Landrat mit dem Kreistag aushandeln. In der Vergangenheit hat dieser die Schaffung einer Kreisbaugesellschaft immer wieder abgelehnt.

Auszeichnungen für Mustafa Temel und den Ökumenischen Arbeitskreis Asyl Kornwestheim

Kornwestheim. Zwei Auszeichnungen hat Oberbürgermeisterin Ursula Keck bei einer Feierstunde im Kornwestheimer Rathausfoyer verliehen. Mustafa Temel hat das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Mit der Städtischen “Gedenkmünze für besonders soziales Wirken” wurde der Ökumenische Arbeitskreis Asyl geehrt.

Ursula Keck überreichte die Auszeichnungen in Anwesenheit einiger Wegbegleiter/-innen. Dazu gehörten auch Mitglieder des Gemeinderates sowie die Grünen-Landtagsabgeordnete Silke Gericke. “Wir ehren Personen, die sich seit vielen Jahren für das gesellschaftliche Zusammenleben stark machen, sich für ihre Mitmenschen einsetzen und denen Integration und Teilhabe eine Herzensangelegenheit sind”, wies die Oberbürgermeisterin auf das verbindende Element der beiden Ehrungen hin.

Initiator deutsch-türkischer Fußballprojekte

Mustafa Temel ist im Jahr 1960 in der Türkei geboren und war 14 Jahre alt, als er nach Kornwestheim zog. Bereits vier Jahre später gründete er den Türkischen Sportclub, in dem er in verschiedenen Funktionen mehr als 40 Jahre lang tätig war. Temel, selbst ein begeisterter Fußballer, initiierte unter anderem deutsch-türkische Fußballprojekte. Aus dem Türkischen Sportclub wurde im Jahr 1981 der Türkische Kulturverein und damit der Grundstein für die interkulturelle Vereinsarbeit gelegt. Mustafa Temel gehörte 30 Jahre lang dem Ausländerbeirat der Stadt Kornwestheim an. Bei der Salamander AG fand er seine berufliche Heimat. Dort war er bis zur Schließung tätig, zuletzt als Betriebsrat.

Wegbereiter einer multikulturellen Gesellschaft 

“Sie gehörten zu den Wegbereitern einer offenen, multikulturellen und vielschichtigen Gesellschaft, lange bevor es Begriffe wie ,Willkommenskultur, Diversity oder Chancengleichheit’ überhaupt gab”, richtete sich Ursula Keck an den Geehrten. Sie betonte auch, dass der Alltag nicht funktionieren würde, ohne die Menschen, die als Gastarbeiter/-innen nach Deutschland gezogen seien. Temel sei es gelungen, seine türkische Identität zu pflegen und gleichzeitig eine offene Stadtkultur zu definieren. “Wir wollen gemeinsam dafür eintreten, unseren Frieden zu bewahren und uns zu dieser Gesellschaft zu bekennen”, appellierte Oberbürgermeisterin Ursula Keck an die Gäste im Rathausfoyer, bevor sie dem 61-Jährigen den Verdienstorden ans Revers steckte und die Urkunde überreichte. Zu den Gratulanten gehörte auch Landrat Dietmar Allgaier, der seine Glückwünsche in einer sehr persönlichen Videobotschaft übermittelte.

Große soziale Verantwortung

Stellvertretend für den gesamten Ökumenischen Arbeitskreis Asyl überreichte Ursula Keck dessen Sprecherinnen Martha Albinger, Waltraud Wieland und Gabi Blatter-Federoff die “Gedenkmünze für besonderes soziales Wirken” der Stadt Kornwestheim. “Ihre Motivation ist ein Zeichen einer großen sozialen Verantwortung, einer hohen Selbstmotivation und einer inneren, humanitären Haltung”, so die Oberbürgermeisterin in ihrer Laudatio.

Die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Asyl bringen nicht nur viel Zeit, Mühe und Wissen in Ihre Arbeit mit Flüchtlingen ein. “Nein, es ist sogar noch viel dramatischer. Sie arbeiten in einem ehrenamtlichen Bereich, der oft hinterfragt oder angefeindet wird”, so Keck. Zweifelhafte Stimmungsmacher würden die humanitäre Arbeit ablehnen, obwohl sie selbst keine Antwort darauf hätten, wie man mit den Menschen, die hier ankommen, umgehen solle. “Wir werden Migrationsbewegungen nicht verhindern können. Die gab es zu jeder Zeit”, zeigte sich die Rednerin überzeugt.

Engagement strahlt wie ein Leuchtturm

“Die Stadt Kornwestheim kann sich glücklich schätzen, dass sie viele Menschen hat, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren”, sagte die Oberbürgermeisterin. Das Engagement des Arbeitskreises Asyl strahle “wie ein Leuchtturm in die Stadtgesellschaft” hinein. Sie ließ in ihrer Rede nicht außer Acht, dass dieses Engagement angesichts unklarer Lebensperspektiven der Betreuten oft mit einer emotionalen Belastung verbunden ist. Nach der Übergabe individueller Urkunden an jedes ehrenamtliche Mitglied des Arbeitskreises bedankte sich Marianne Geiger stellvertretend für die besondere Auszeichnung. Sie wies noch einmal auf die vielfältigen Aktivitäten des Arbeitskreises hin. Neue Mitglieder seien jederzeit willkommen.

Glückwünsche per Videobotschaft übermittelte Renate Schwaderer, Mitbegründerin und langjährige Förderin des Arbeitskreises Asyl, die vor wenigen Monaten für ihr Engagement mit der Philipp-Matthäus-Hahn-Medaille der Stadt Kornwestheim ausgezeichnet worden ist.

Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte Cemil Aydemir von der Musik- und Kunstschule Mosaik in Esslingen, mit einer Tanzdarbietung begeisterte Murat Yilmaz von der AHENK Dance Academy.

 

Interaktiver Bericht zu Inklusion und Teilhabe im Kreis Ludwigsburg übergeben

LUDWIGSBURG. Einen neuen Ansatz verfolgt der aktuelle Bericht „Inklusion und Teilhabe gestalten“ des Landratsamtes. Neben der gedruckten Ausgabe gibt es ein in- teraktives Dokument, das als digitaler Wegweiser Fachinformationen mit direkt hinter- legten Karten koppelt.

„Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung sind erfreulicherweise als Themen mitten in der Gesellschaft angekommen“. Mit diesen Worten stellte Landrat Dietmar Allgaier den rund 80-seitigen Bericht im Sozialausschuss des Kreistags vor. Die Kreistagsmitglieder lobten den Leitfaden als „echtes Meisterwerk“. Der im Dezernat Soziales, Jugend und Familie unter Beteiligung verschiedenster Akteure und des „Beirats Landkreis Ludwigsburg inklusiv“ erstellte Bericht gibt Antworten auf zentrale Fragen in wichtigen Lebensbereichen gleicher- maßen für Betroffene und ihre Familien wie für die Politik und die Fachöffentlichkeit. In manchen Bereichen sei der Landkreis bereits gut aufgestellt. Heiner Pfrommer, Sozialdezer- nent verwies hier besonders auf die Konzeption „Inklusive Kita“. Christiane Keuter, Sozial- planerin beim Landkreis führte aus, wie Weichen für mehr Inklusion gestellt werden können. Dazu gehören flexiblere Unterstützungsangebote ebenso wie eine offene Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung.

Inklusion in der Kindheit stellt Fragen von Betreuung und Bildung in den Mittelpunkt. Selbstbestimmte Wohnformen und Arbeit sind zentrale Fragen für junge Erwachsene, wäh- rend das Kapitel „Älter werden mit Behinderung“ ein bislang wenig beachtetes Problemfeld erschließt. Die „Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und digitalisierten Leben“ ist ein Lebensbereich, der für alle Bevölkerungsgruppen relevant ist. Spezielle Kapitel befassen sich mit der Situation „Leben mit einer psychischen Erkrankung“ und „Leben mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung“.

Erstmals wurden im Teilhabebericht die Fachinformationen mit interaktiven Karten gekop- pelt. So werden in übersichtlicher Form die Angebote im Landkreis Ludwigsburg mit allen Kontaktdaten und weiterführenden Informationen dargestellt. „Damit bieten wir die Voraus- setzungen für eine lebendige Informationsplattform und laden ein, diese gemeinsam zu nut- zen“, stellt Landrat Allgaier fest.

Der Bericht „Inklusion und Teilhabe gestalten mit interaktiven Karten und weiterführenden Links ist auf der Homepage des Landkreises www.landkreis-ludwigsburg.de/de/soziales- jugend-familie/behinderung-psychiatrieerfahrung/inklusion/ abrufbar.

29-Jähriger Audi-Fahrer stirbt nach Frontalzusammenstoß mit Lkw

Ein Todesopfer und zwei Schwerverletzte sowie rund 90.000 Euro Sachschaden forderte am Mittwochmorgen ein Verkehrsunfall auf der K 1685 zwischen Enzweihingen und Oberriexingen.

Der 29-jährige Fahrer eines Audi war den polizeilichen Ermittlungen zufolge gegen 07:30 Uhr von der B 10 kommend in Richtung Oberriexingen unterwegs. Nach etwa 400 Metern setzte er im Verlauf einer langgezogenen Rechtskurve zum Überholen eines vorausfahrenden Sattelzuges an und prallte dabei vermutlich ungebremst mit dem entgegenkommenden Lkw eines 57-Jährigen zusammen. Beide Fahrer wurden in ihren Fahrzeugen eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Der 29-Jährige zog sich schwerste Verletzungen zu und verstarb wenig später in einem Krankenhaus. Der schwerverletzte Lkw-Fahrer und der 44-jährige Beifahrer im Audi wurden vom Rettungsdienst in Krankenhäuser gebracht.

An der Unfallstelle waren neben der Polizei 51 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit zehn Fahrzeugen, drei Rettungswagen, ein Notarzt und ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Mitarbeitende der Straßenmeisterei Vaihingen an der Enz übernahmen die Absperrungsmaßnahmen. Für die Dauer der Unfallaufnahme, der Bergungs- und Reinigungsarbeiten war die K 1685 bis gegen 12:30 Uhr in beiden Richtungen gesperrt.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg