Über 4.000 Schweinepest-Nachweise in Deutschland

Seit dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest im September 2020 sind Tausende weitere Kadaver von Wildschweinen in Deutschland entdeckt worden, die an dem Erreger verendet sind. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). FLI-Wissenschaftlerin Carola Sauter-Louis sagte der „NOZ“, es handele sich mittlerweile um mehr als 4.000 registrierte Fälle in freier Wildbahn.

Die Tendenz sei zuletzt aber abnehmend. „Das ist eine positive Nachricht und spricht für die Seuchenbekämpfung in Deutschland.“ Die Gefahr, die von der Tierseuche ausgehe, bleibe trotzdem hoch.

Zuletzt war es auch in Ställen in Brandenburg und Niedersachsen zu Ausbrüchen unter Hausschweinen gekommen. Mehrere Tausend Tiere wurden gekeult. Sauter-Louis und ihre Kollegin Sandra Blome dämpften die Hoffnungen auf einen Einsatz eines Impfstoffs in der Landwirtschaft.

„Der prophylaktische Einsatz eines Impfstoffs bei Schweinen im Stall ist allein aus rechtlichen Gründen derzeit schwierig. Das lässt die Gesetzeslage auf EU-Ebene nicht so einfach zu“, so Blome. Sie sehe den Einsatz eher über eine sogenannte Köderimpfung bei Wildschweinen.

Blome erklärte: „Je größer die Viruslast im Wildschweinebestand ist, desto größer ist das Risiko, dass das Virus seinen Weg in einen Stall findet. Es ist also sinnvoll, bei den Wildschweinen anzusetzen.“ Derzeit gibt es allerdings noch keinen einsatzbereiten Impfstoff in Europa.

red / dts

Krankenhausgesellschaft erwartet hohe Zahl an Patienten durch Hitzewelle

Angesichts der prognostizierten Hitzewelle rechnet der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, mit einer steigenden Belastung der Krankenhäuser und fordert ein Investitionsprogramm zur Anpassung der Klinikgebäude an Hitze. „Falls wirklich die Rekordwerte eintreten, die Meteorologen derzeit für die nächste Woche vorhersagen, werden wir mit einer hohen Zahl an hitzebedingten Krankenhausfällen rechnen müssen“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Gaß erwartet neben dehydrierten Patienten auch Menschen, die unter Herzrhythmusstörungen, niedrigem Blutdruck oder Schlafstörungen leiden.

Auch Magen-Darm-Infekte könnten durch Hitze verstärkt werden. „Insbesondere in den Städten, in denen es kaum Ausweichmöglichkeiten vor Hitze gibt und sich die Hitze zwischen den Betonbauten besonders ballen kann, muss mit extremen Belastungen für die Krankenhäuser gerechnet werden“, so Gaß. „Und das in einer Situation, in der die Personalsituation durch Quarantäne und Isolation durch Corona besonders angespannt ist.“

Hitze ist bereits in den vergangenen Jahren für die Krankenhäuser immer mehr zum Problem geworden. Die Zahl der Patienten, die aufgrund von Hitze und Sonne stationär behandelt werden mussten, habe sich über die vergangenen Jahre teilweise verdoppelt, sagte Gaß. Hinzu komme, dass die Patientenzimmer in der Regel nicht mit Klimaanlagen ausgestattet sind.

„Kurzfristig werden wir mit Ventilatoren, verdunkelnden Vorhängen und Kühlakkus für die Patienten arbeiten müssen“, sagte der DKG-Chef. Derart behelfsmäßige Lösungen seien allerdings keine langfristige Perspektive. „Die Krankenhäuser müssen sich stärker an den Klimawandel anpassen. Wir brauchen ein großes Investitionsprogramm, das Kliniken in die Lage versetzt, zum einen die eigenen Emissionen herunterzufahren, zum anderen aber auch sich baulich stärker an die heißen Temperaturen anzupassen“, sagte Gaß. Dazu brauche es auch die Unterstützung aus der Politik, in Form eines Klimaanpassungsprogramms. „Wir fordern, dass das Wirtschaftsministerium in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium ein Sonderprogramm `Green Hospital` auflegt“, so der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

red / dts

So sehen die Corona-Zahlen im Landkreis am Dienstag aus

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Dienstagmorgen vorläufig 154.729 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 4,9 Prozent oder 7.240 Fälle mehr als am Dienstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von gestern 661,4 auf heute 702,4 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Hospitalisierungsinzidenz steigt auf 5,63

Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist leicht gestiegen. Das RKI meldete am Dienstagmorgen zunächst 5,63 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen (Montag ursprünglich: 5,57, Dienstag letzter Woche ursprünglich 5,56). Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden.

Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten in Saarland (10,47). Dahinter folgen Mecklenburg-Vorpommern (8,32), Schleswig-Holstein (8,28), Nordrhein-Westfalen (7,17), Bayern (7,06), Thüringen (6,56), Hessen (6,18), Sachsen-Anhalt (5,69), Rheinland-Pfalz (5,69), Brandenburg (4,78), Hamburg (4,53), Baden-Württemberg (4,17), Niedersachsen (2,85), Berlin (2,67), Sachsen (2,46) und Bremen (1,62). In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit vorläufig bei 4,69, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 1,24, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 2,52, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 2,95, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 8,44 und bei den Über-80-Jährigen bei 25,99 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner..(Stand:12.07.22 – 03.11Uhr)

Und so sehen die Corona-Zahlen im Landkreis Ludwigsburg aus: 

Das Gesundheitsamt Ludwigsburg hat am Dienstagnachmittag in der Summe vorläufig 425 neue Corona-Fälle gemeldet. Am vergangenen Freitag wurden 1034 Fälle registriert. Die Inzidenz liegt laut dem Landratsamt bei 532,1. Am Freitag lag der Wert bei 641,3, Die Zahl der Corona-Toten im Kreis Ludwigsburg liegt unverändert bei mindestens 717. (Stand: 12.07..22 – 16Uhr)

Der Hospitalisierungswert im Landkreis liegt am Montagnachmittag bei 4,2.

Gemeinde ( Bestätigte Fälle | Differenz zum Vortag ) Stand: 11.07.22.

Affalterbach ( 1.546 | 6 )
Asperg ( 4.542 | 14 )
Benningen am Neckar ( 2.062 | 4 )
Besigheim ( 4.479 | 33 )
Bietigheim-Bissingen ( 15.394 | 75 )
Bönnigheim ( 2.953 | 3 )
Ditzingen ( 8.362 | 60 )
Eberdingen ( 2.128 | 17 )
Erdmannhausen ( 1.665 | 16 )
Erligheim ( 903 | 0 )
Freiberg am Neckar ( 4.963 | 22 )
Freudental ( 892 | 0 )
Gemmrigheim ( 1.693 | 21 )
Gerlingen ( 5.837 | 28 )
Großbottwar ( 2.846 | 0 )
Hemmingen ( 2.737 | 13 )
Hessigheim ( 848 | 10 )
Ingersheim ( 2.073 | 1 )
Kirchheim am Neckar ( 2.380 | 12 )
Korntal-Münchingen ( 6.763 | 47 )
Kornwestheim ( 11.875 | 10 )
Löchgau ( 1.887 | 8 )
Ludwigsburg ( 31.205 | 116 )
Marbach am Neckar ( 5.290 | 21 )
Markgröningen ( 4.539 | 2 )
Möglingen ( 3.766 | 22 )
Mundelsheim ( 1.104 | 5 )
Murr ( 2.185 | 8 )
Oberriexingen ( 936 | 0 )
Oberstenfeld ( 2.513 | 18 )
Pleidelsheim ( 2.138 | 15 )
Remseck am Neckar ( 9.042 | 80 )
Sachsenheim ( 5.788 | 16 )
Schwieberdingen ( 4.201 | 52 )
Sersheim ( 1.582 | 0 )
Steinheim an der Murr ( 3.972 | 40 )
Tamm ( 3.796 | 37 )
Vaihingen an der Enz ( 9.794 | 73 )
Walheim ( 1.112 | 0 )

red

Bundesweit mehr als 154000 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf über 700

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Dienstagmorgen vorläufig 154.729 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 4,9 Prozent oder 7.240 Fälle mehr als am Dienstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von gestern 661,4 auf heute 702,4 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 1.647.800 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 133.100 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 165 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 638 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 91 Todesfällen pro Tag (Vortag: 82).

Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 142.035. Insgesamt wurden bislang 29,18 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

Hospitalisierungsinzidenz steigt auf 5,63

Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist leicht gestiegen. Das RKI meldete am Dienstagmorgen zunächst 5,63 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen (Montag ursprünglich: 5,57, Dienstag letzter Woche ursprünglich 5,56). Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden.

Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten in Saarland (10,47). Dahinter folgen Mecklenburg-Vorpommern (8,32), Schleswig-Holstein (8,28), Nordrhein-Westfalen (7,17), Bayern (7,06), Thüringen (6,56), Hessen (6,18), Sachsen-Anhalt (5,69), Rheinland-Pfalz (5,69), Brandenburg (4,78), Hamburg (4,53), Baden-Württemberg (4,17), Niedersachsen (2,85), Berlin (2,67), Sachsen (2,46) und Bremen (1,62). In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit vorläufig bei 4,69, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 1,24, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 2,52, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 2,95, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 8,44 und bei den Über-80-Jährigen bei 25,99 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner.

red

Zahl der mindestens Hundertjährigen auf neuem Höchststand

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Im Jahr 2021 lebten hierzulande gut 23.500 Menschen, die mindestens 100 Jahre alt waren, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit. Das waren rund 3.000 Personen mehr als noch im Jahr zuvor.

Die Zahl der mindestens Hundertjährigen lag damit auf dem höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Dieselbe Entwicklung lässt sich für den Anteil der Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung beobachten: Auch dieser erreichte mit 0,028 Prozent im Jahr 2021 einen neuen Höchstwert. 2011 hatte der Anteil noch 0,018 Prozent betragen.

Von den gut 23.500 Menschen in der Altersgruppe 100 plus waren zuletzt knapp 18.900 weiblich. Frauen machten damit einen Anteil von 80,2 Prozent der Personen in dieser Altersgruppe aus. Gründe für den hohen Frauenanteil sind unter anderem die höhere Lebenserwartung von Frauen sowie die starken Männerverluste durch den Zweiten Weltkrieg.

Der Anteil der Männer an den mindestens Hundertjährigen ist in den vergangenen zehn Jahren jedoch kontinuierlich gestiegen – von 13,0 Prozent im Jahr 2011 auf 19,8 Prozent im Jahr 2021.

red

Täglicher Konsum von Fleisch und Wurst gesunken

Der tägliche Konsum von Fleisch und Wurst ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Das geht aus dem Ernährungsreport 2022 hervor. Demnach essen nur noch ein Viertel der Befragten täglich Fleisch und Wurst (2015: 34 Prozent).

87 Prozent der Befragten wäre dabei eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung wichtig (34 Prozent) oder sogar sehr wichtig (53 Prozent). Vegetarische bzw. vegane Alternativen werden unterdessen eher von Jüngeren gegessen: Unter 30-Jährige konsumieren diese täglich (14 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil derer, die solche Produkte mindestens schon einmal gekauft haben, leicht gestiegen (2022: 47 Prozent, 2021: 43 Prozent).

Vor allem Jüngere (14-29-Jährige: 64 Prozent) und Menschen mit Kindern äußern dies häufiger (58 Prozent zu 42 Prozent ohne Kinder). Bei den Gründen für den Kauf dominiert Neugier (75 Prozent), doch der Anteil derer, die dies aus Tierschutzgründen tun, ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen (2021: 59 Prozent; 2022: 71 Prozent). Auch bei der Motivation, ein Produkt aus Umwelt- und Klimaschutzgründen zu kaufen, ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen (2021: 54 Prozent; 2022: 64 Prozent).

Der deutlichen Mehrheit der befragten sind die Themen Klima und Umwelt bei der Ernährung sehr wichtig (36 Prozent) oder wichtig (48 Prozent), unabhängig von Geschlecht oder Alter, heißt es im Report weiter. Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) gibt an, dass sie sich eher gut über die Zusammenhänge von Umwelt bzw. Klima und Ernährung informiert fühlen, knapp jeder Fünfte fühlt sich sogar sehr gut informiert. 41 Prozent würden gerne mehr darüber erfahren, wie man sich umwelt- und klimafreundlich ernähren kann, vor allem bei den Jüngeren und Frauen ist das Interesse hoch.

Bei der Frage nach der eigenen Meinung zur Umsetzung einer klima- und umweltfreundlichen Ernährung finden es 76 Prozent sehr wichtig, keine Lebensmittel zu verschwenden. 60 Prozent ist ein bedarfsgerechter Einkauf wichtig, für 54 Prozent der Kauf regionaler Produkte. 16 Prozent der Befragten essen mindestens einmal in der Woche in einem Wirtshaus, Restaurant oder einer Gaststätte.

Das sind ähnlich viele wie vor der Corona-Pandemie. 46 Prozent – und damit etwas weniger als im Vorjahr – geben an, dass sie täglich kochen. Dies sind vor allem Frauen, über 30-Jährige und Menschen, die in einer Partnerschaft leben.

red /‘ dts

Corona: EU-Gesundheitsbehörde empfehlt zweite Auffrischungsimpfung für alle über 60

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC empfehlen allen Menschen über 60 Jahren eine zweite Corona-Auffrischungsimpfung. Diese könne mindestens vier Monate nach der vorherigen verabreicht werden, teilten die Behörden am Montag mit. Der Schwerpunkt solle aber bei Personen liegen, die vor mehr als sechs Monaten einen vorherigen Booster erhalten haben.

„Da die Fälle und Krankenhausaufenthalte zu Beginn der Sommerzeit wieder zunehmen, fordere ich alle auf, sich so schnell wie möglich impfen und auffrischen zu lassen“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Es gebe keine Zeit zu verlieren. Alle Mitgliedstaaten sollten die neue Empfehlung schnell umsetzen.

red / dts

AOK-Bundesverband warnt vor Beitragsschock

Angesichts der schwierigen Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung müssen die Beiträge im kommenden Jahr möglicherweise stärker steigen als von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant. „Wir haben eine fragile Situation“, sagte die Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, dem „Handelsblatt“. Der Minister müsse verstehen, dass die Kassen leer seien.

Schon jetzt machten sich höhere Energiepreise und die Inflation im Gesundheitssystem bemerkbar. „Dann würde das Defizit noch größer ausfallen – und die 0,3 Prozentpunkte auch nicht mehr ausreichen“, sagte sie. „Die Beiträge müssten dann im kommenden Jahr noch stärker steigen als von Lauterbach geplant, trotz aller Maßnahmen.“

Rutsche Deutschland in eine Rezession, würde dies auch das Kassensystem in eine „historische Krise“ stürzen. „Darauf ist niemand vorbereitet“, sagte Reimann weiter. Zum Problem würde dann, dass die Kassen nach Plänen des Gesundheitsministers auch weitere Reserven abführen müssen.

„Das schränkt aber die Zahlungsfähigkeit der Kassen weiter ein und verhindert Investitionen in eine bessere Gesundheitsversorgung. Außerdem kann es dazu führen, dass Kassen in ernste Schwierigkeiten geraten und sogar Insolvenz anmelden müssen“, sagte Reimann. „Man möchte sich das bei einer großen Kasse nicht vorstellen.“

Schon jetzt sieht Reimann keinen Spielraum mehr für weitere Ausgaben, etwa für die von Lauterbach angekündigten Gesundheitskioske und Teile der Krankenhausreform. „Auch für die vielen gut gemeinten Absichten im Koalitionsvertrag sind die Kassen leer. Das betrifft etwa mehr Geld für Pflegepersonal im Krankenhaus, die Herausnahme der Kinder- und Jugendmedizin sowie Geburtshilfe aus dem Fallpauschalensystem oder die Übernahme der medizinischen Behandlungspflege für Bewohner in Pflegeheimen.“

Die Vorsitzenden des AOK-Bundesverbands beziffert die Kosten für die Vorhaben auf zehn Milliarden Euro. „Und das sind alles Projekte, die Lauterbach eigentlich noch umsetzen muss.“

red

Testzentren-Betrug: Eklatante Unterschiede bei Ermittlungen in Bundesländern

Bei der Zahl der Ermittlungsverfahren zu Abrechnungsbetrug bei Corona-Testzentren bestehen eklatante Unterschiede zwischen den Bundesländern. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eigene Informationen. In Berlin sind demnach aktuell 396 Ermittlungsverfahren wegen möglichen Abrechnungsbetrugs anhängig.

Eine ebenfalls hohe Ermittlungszahl verzeichnet Baden-Württemberg („unterer dreistelliger Bereich“). Mit großem Abstand dahinter folgen die Flächenländer Bayern (77), Rheinland-Pfalz (53), Nordrhein-Westfalen (48), Niedersachsen (22) und Hessen (20). Im Rest des Landes bewegt sich die Zahl der Ermittlungsverfahren hingegen im unteren zweistelligen oder einstelligen Bereich.

Im Osten ist deren Zahl fast durchgängig niedrig. So teilte das Justizministerium in Thüringen der Zeitung mit, dass „keine Verfahren wegen Abrechnungsbetrugs bei Corona-Testcentern anhängig“ seien. In Sachsen und Sachsen-Anhalt zählt die Staatsanwaltschaft jeweils ein halbes Dutzend Ermittlungsverfahren.

Ein Grund für das Ost-West-Gefälle bei den Ermittlungszahlen zum Abrechnungsbetrug zwischen den Bundesländern liegt auch in der Erfassung der Delikte. Einige Länder führen keine eigene Statistik, Thüringen etwa. Kritik an der Zuverlässigkeit der von den Justizministerien, Staatsanwaltschaften, Landeskriminalämtern und Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) übermittelten Zahlen übt Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.

„Die bekannten Deliktszahlen bei Corona-Testbetrügereien sind sicher nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs an tatsächlich begangenen Straftaten. Aber kaum jemand scheint ein Interesse daran zu haben, dass das alles aufgedeckt wird“, sagte Wendt in der „Welt am Sonntag“.

red / dts

Bundesweite Inzidenz steigt auf 700,3

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Samstagmorgen vorläufig 95.919 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 2,8 Prozent oder 2.750 Fälle weniger als am Samstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz stieg trotzdem laut RKI-Angaben von gestern 699,5 auf heute 700,3 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Dass die Zahl der neuen Fälle gegenüber der Vorwoche sank, der Inzidenzwert aber stieg, ist nur möglich, weil das RKI letzte Woche zahlreiche Nachmeldungen aus früheren Zeiträumen hatte, die aber in die Inzidenzwertberechnung nicht eingehen. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 1.715.300 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 189.800 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 104 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.

Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 570 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 81 Todesfällen pro Tag (Vortag: 81). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 141.862. Insgesamt wurden bislang 29,02 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

red