Bemannte Drohnen bald als Rettungsflieger?

So mancher Autofahrer kennt das Bild, das einem einen kalten Schauer über den Rücken jagt: Straßensperrung, und ein Rettungshubschrauber ist zum Abtransport Schwerverletzter gelandet. Der ADAC prüft jetzt den Einsatz von bemannten Multikoptern im Rettungsdienst.

Um herauszufinden, ob sich Multikopter im Rettungseinsatz bewähren können, hat die ADAC-Luftrettung eine Machbarkeitsstudie gestartet. In zwei Modellregionen, dem Rettungsdienstbereich Ansbach mit Luftrettungsstandort Dinkelsbühl in Bayern und dem Land Rheinland-Pfalz, werden die neuen Fluggeräte getestet. Für Computer-Simulationen und Forschungsflüge kommt der auf Drohnen-Technologie basierende und elektrisch angetriebene Volocopter der gleichnamigen Firma aus Bruchsal zum Einsatz – Ziel ist es, Notärzte noch schneller zum Unfallort zu bringen.

„Der Volocopter basiert auf einer Technologieplattform, die eine vielseitige und zuverlässige Nutzung als Lufttaxi, Lastdrohne oder bei Rettungseinsätzen erlaubt“, sagt Florian Reuter, CEO des Fluggeräte-Herstellers.

Die Kosten der auf eineinhalb Jahre angelegten Machbarkeitsstudie belaufen sich auf rund 500.000 Euro. Die gemeinnützige ADAC Stiftung fördert die Studie im Rahmen ihres Förderschwerpunktes „Rettung aus Lebensgefahr“. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden im frühestens im Herbst 2019 erwartet. mid/Mst

Cyber-Kriminelle in der Arztpraxis

In vielen Arztpraxen sind die Gesundheitsdaten der Patienten und somit hochsensible Personendaten im Computer abgelegt. Für die Internet-Nutzung in Arztpraxen sind deswegen besondere Sicherheitskonzepte erforderlich. Zur Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzbestimmungen ist deshalb aus Expertensicht der Einsatz von Firewalls unumgänglich.
Ende September hat das Bundeskriminalamt (BKA) das Bundeslagebild Cybercrime für das Jahr 2017 veröffentlicht. Demnach gehen Cyber-Angreifer mit sogenannter „Ransomware immer“ professioneller vor. Ein Angriff mit einem solchen Schadprogramm führt meist zur Verschlüsselung sämtlicher Daten auf den Computersystemen. Ein Zugriff auf die im Netzwerk abgelegten Daten ist dann nicht mehr möglich.

In der Regel fordert der Täter ein Lösegeld („ransom“) in Form von digitaler Währung. Gegen die Zahlung dieser vorgegebenen Summe wird dem Geschädigten ein Entsperrungscode versprochen, mit dem die Systeme wieder entschlüsselt werden können. Das BKA rät in seinem Bericht jedoch von entsprechenden Zahlungen ab. Denn dadurch würden das kriminelle Geschäftsmodell Ransomware unterstützt sowie Anreize zur weiteren Tatbegehung geschaffen werden.* Auch Hacker-Angriffe auf Arztpraxen sind inzwischen keine Einzelfälle mehr. Gerade Praxisnetzwerke müssen jedoch besonders geschützt werden.

Eine Arztpraxis verfügt über eine Vielzahl sensibler Patientendaten in digitaler Form. Diese machen Praxisnetzwerke zum attraktiven Ziel für Angriffe aus dem Internet. Mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) drohen bei Datenschutzverletzungen zudem hohe Strafen und Bußgelder. Neben den finanziellen Schäden ist allerdings auch ein Reputationsverlust zu befürchten, denn jeder betroffene Patient muss nach einem Datenverlust informiert werden. Das Vertrauen der Patienten in Arzt und Praxis droht nachhaltig Schaden zu nehmen. cid/rlo

Die Fettfallen zum Fest

Weihnachten ist nicht nur das Fest der Besinnlichkeit. In vielen Haushalten sind auch opulente Mahlzeiten angesagt. Doch Vorsicht: Wer auf seinen Cholesterinspiegel achten muss, sollte beim Zubereiten aufpassen, nicht in typische Fettfallen zu tappen.
Erhöhte Blutfettwerte können mit der Zeit zu Atherosklerose führen. Dabei werden die Blutgefäße durch Ablagerungen verengt, die gefährliche Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall nach sich ziehen können. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung lässt sich ein Stück weit gegensteuern.

Ein Großteil der Ernährung sollte aus Gemüse bestehen. Dieses enthält keine tierischen Fette und daher auch kein Cholesterin. Zudem ist es reich an Faserstoffen, die sich günstig auf den Cholesterinspiegel auswirken. Wichtig ist es, bei der Zubereitung von Klassikern wie Kürbis, rote Bete, Pilze oder Rosenkohl mit Butter, fettem Speck oder Sahne zurückhaltend zu sein. Diese tierischen Fette haben einen hohen Gehalt an Cholesterin und Triglyceriden und würden die positive Wirkung des Gemüses auf die Blutfettwerte wieder zunichtemachen.

Am besten verwendet man zum Kochen und Verfeinern pflanzliche Öle, die einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aufweisen, zum Beispiel Oliven-, Raps- oder Walnussöl. Gute Snacks für zwischendurch sind Äpfel und Nüsse: Der berühmte Apfel am Tag und täglich eine Handvoll unverarbeiteter Walnüsse sollen sogar eine cholesterinsenkende Wirkung haben.

Können bedenklich erhöhte Cholesterinwerte trotz blutfettfreundlicher Ernährung nicht ausreichend reduziert werden, müssen die betroffenen Patienten zusätzlich cholesterinsenkende Medikamente einnehmen. Gerade wenn weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes vorliegen, ist eine konsequente Cholesterinsenkung wichtig, um die Gefahr gefährlicher Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. mp/rlo

Die Lust an der Brust

Wenn es um die Brust geht, sind sich Frauen und Männer einig: Auch operativ vergrößerte Brüste sollen möglichst natürlich aussehen. Das ergab eine Umfrage des Magazins mabelle in Kooperation mit dem Informationsportal myBody.de.
In geschlechter getrennten Umfragen wurden die User gefragt, welches Brust-OP-Ergebnis sie bevorzugen: Soll man hinterher sehen, dass etwas gemacht wurde oder soll die Brust möglichst natürlich aussehen? 83 Prozent der Frauen und 81 Prozent der Männer bevorzugen demnach ein natürliches Ergebnis.

Den aktuellen Trend bei Brustvergrößerungen könnte man als „your boobs but bigger“ beschreiben: Nicht zu groß, auf den Körperbau und den persönlichen Lebensstil abgestimmt und der ursprünglichen Brustform nachempfunden. Bei 85 Prozent aller Brustvergrößerungen werden in Deutschland Implantate eingesetzt. Die Entscheidung, welche Implantatform und -größe zum eigenen Körper und zur Wunschvorstellung passt, überlassen 64 Prozent der Frauen dem Arzt – nur 36 Prozent bilden sich schon vor dem Beratungsgespräch eine feste Meinung. mp/rlo

Wenn Entzündungen außer Kontrolle geraten

Entzündungen sind eine natürliche Abwehrreaktion des Immunsystems gegen Krankheitserreger. Doch wehe, wenn sie außer Kontrolle geraten. Dann können sie selbst zu Erkrankungen führen.
Ein körpereigenes Eiweiß namens „DEL-1“ sorgt allerdings dafür, dass übermäßige Entzündungen abklingen. Die Bedeutung und die grundlegende Funktionsweise des Proteins konnten Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) jetzt mit einem Forscherteam zeigen.

„Wir konnten zeigen, dass DEL-1 die Immunabwehr entscheidend reguliert. Bildlich gesprochen steuert das Protein einen Großteil der Lösch- und Aufräumarbeiten. Das Verständnis dieses Mechanismus könnte künftig dazu beitragen, verschiedene entzündliche Erkrankungen besser zu behandeln“, sagt Prof. Triantafyllos Chavakis, Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (IKL) der TU Dresden. mp/rlo

Die Albträume der Kinder

Kinder fürchten sich im dunklen Schlafzimmer. Und sie träumen öfter mal von bedrohlichen Hexen, die mitten im Kinderzimmer stehen oder Monstern, die unter das Bett gekrabbelt sind.
Sind die Träume der Kinder etwa gruseliger als die der Erwachsenen? „Kinder haben keine schlimmeren Träume als Erwachsene, sie erzählen nur ungefilterter“, schreibt das Apothekenmagazin „Baby und Familie“. Wenn Eltern ihre Kindern trösten, dann hilft es, wenn sie die Gefühle der Kleinen ernst nehmen und zum Beispiel sagen: „Ich bin jetzt da und dass du Angst hast, das verstehe ich gut.“

Monster jagen bringt eher wenig, außer dass es den Schlaf raubt. Nachts ist es besser mit Ruhe, Geduld und Nähe zu trösten. Kinder brauchen diese Verlässlichkeit, dass jemand nachts für sie da ist. Aber kann man Albträumen nicht einfach vorbeugen? Leider nicht, sagen Experten. Denn wie man träumt, das liegt meistens in der Persönlichkeit, und so schlafen sensible, ängstliche Kinder häufig auch schlechter. Allerdings spielen auch Stress und äußere Umstände, also etwa die Scheidung der Eltern oder der Tod der Oma, eine Rolle.

Kleiner Tipp an die Eltern: Häufig helfen auch ein Nachtlicht, damit das Kind sich nicht vor der Dunkelheit fürchtet und ein beschützendes Kuscheltier. mp/rlo

So feiert auch die Leber fröhliche Weihnachten

Nicht nur Alkohol macht die Leber fett. Erwachsenen und Kindern rät die Deutsche Leberstiftung deshalb zum bewussten Genuss in der Weihnachtszeit, bei dem auch die Leber „fröhlich“ bleibt.

Apfel, Nuss und Mandelkern werden in einem adventlichen Kinderlied als besonderer Genuss für die Weihnachtszeit besungen. Damit werden heutzutage keine Kinderaugen mehr zum Leuchten gebracht. Auch der klassische Schokoladen-Adventskalender mit 80 Gramm Inhalt ist ein Auslaufmodell. Der Trend bei Adventskalendern für Kinder und Erwachsene heißt: größer, voller, teurer. Und die „Kalorien-Kalender“ sind nur der tägliche Auftakt zum weihnachtlichen Schlemmer-Finale.

„Die alarmierenden Zahlen bei der Erkrankung nicht-alkoholische Fettleberhepatitis zeigen, dass offensichtlich Aufklärungsbedarf besteht“, warnt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Die Deutsche Leberstiftung nutzt die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit, um auf die Gesundheitsthematik aufmerksam zu machen.

„Speziell in den Wochen vor Weihnachten und an den Festtagen kombinieren viele Erwachsene und Kinder ein überreiches, ungesundes Nahrungsangebot mit wenig körperlicher Bewegung“, sagt Professor Manns. Diese Kombination könne über einen längeren Zeitraum zu dem sogenannten metabolischen Syndrom führen, einer Kombination verschiedenster risikobehafteter Aspekte wie Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes, die auch auf die Leber einen sehr negativen Effekt hätten. „Selbstverständlich ist nicht der gelegentliche Verzehr eines Dominosteins oder eines Lebkuchens ursächlich für eine Erkrankung“, räumt der Wissenschaftler ein. Es sei der westliche bewegungsarme Lebensstil mit falscher Ernährung, nach dem viele Menschen ganzjährig den Alltag ausrichten.

Durch vermehrte Fettablagerung in den Leberzellen kann eine Fettleber entstehen, die sich entzünden kann. Aus der chronischen Leberentzündung kann sich eine Leberfibrose entwickeln, die eine Leberzirrhose und Leberzellkrebs zur Folge haben kann.

Damit eine geschädigte Leber noch in einem frühen Stadium der Erkrankung entdeckt und durch einen veränderten Lebensstil geheilt werden kann, ist der Test der Leber-Blutwerte wichtig. Dieser gehört in der Regel nicht zu den Routine-Untersuchungen. Speziell übergewichtige Menschen und Patienten mit einem Diabetes mellitus sollten beim Arztbesuch eine mögliche Lebererkrankung thematisieren und abklären.

Für die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit rät Professor Manns: „Bei fettigen Speisen wie Gänsebraten unbedingt Maß halten, kleine Portionen langsam und bewusst genießen.“ Als Vorspeisen seien leichte Suppen und frische Salate empfehlenswert. „Und zwischen den Mahlzeiten unbedingt bewegen – am besten an der frischen Luft.“ Gerade die Zeit mit der Familie oder Freunden an Weihnachten könne man wunderbar für gemeinsame Aktivitäten wie beispielsweise einen ausgedehnten Spaziergang nutzen. mp/wal

Kurzkettige Fettsäuren: Tausendsassas im eigenen Körper

Kurzkettige Fettsäuren: Was sich auf den ersten Blick eher unspektakulär anhört, hat zahlreiche positive Wirkungen für den menschlichen Organismus. Das Problem: Unsere moderne Ernährungsweise führt dazu, dass der Körper zu wenig dieser wertvollen Stoffe produziert. Die gute Nachricht: Dieser Mangel lässt sich ausgleichen.

Laut diverser Studien könnten kurzkettige Fettsäuren helfen, den Stresspegel im Körper zu reduzieren, Diabetes vorzubeugen oder zu lindern, Knochen zu stärken und Gelenkentzündungen zu lindern und damit Osteoporose oder Arthritis positiv zu beeinflussen oder auch die Infektanfälligkeit im Alter zu reduzieren. Forschungsergebnisse legen auch nahe, dass kurzkettige Fettsäuren helfen, den Verlauf von Autoimmunkrankheiten wie zum Beispiel Rheuma, Multiple Sklerose, Schuppenflechte oder die Darmerkrankung Morbus Crohn günstig zu beeinflussen

Mehr noch: Bekannt ist mittlerweile auch, dass kurzkettige Fettsäuren die eigene Körperabwehr besser ausbalancieren und damit das Immunsystem stärken. Sie können zudem helfen den Cholesterinspiegel zu senken, den Appetit zu reduzieren und schützen unseren Organismus vor einem Angriff auf eigene Zellen. Außerdem können sie unter anderem dazu beitragen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Zudem sind sie ein Schlüssel für einen gesunden Darm. Dort befinden sich mehr als zwei Drittel unserer Immunzellen.

Wissenschaftler warnen aber: Voraussetzung dafür, dass dem Organismus genügend kurzkettige Fettsäuren zur Verfügung stehen, ist laut neuester Forschung die ausreichende Verfügbarkeit von löslichen Ballaststoffen. Bei vielen Mitteleuropäern hat die moderne, ballaststoffarme Ernährungsweise aber dazu geführt, dass die wichtigen schützenden Darmbakterien nicht in ausreichender Zahl vorkommen und nicht genug kurzkettige Fettsäuren von der Darmflora produziert werden. Der Grund: Den Bakterien wird durch die zu geringe Verfügbarkeit von Pflanzenfasern und Ballaststoffen die Nahrungsgrundlage entzogen.

Die gute Nachricht: Der Mangel lässt sich ausgleichen. Studien, bei denen unter anderem Propionat, das Salz der Propionsäure, zum Einsatz kommt, lassen den Schluss zu: Auch die gezielte Einnahme kurzkettiger Fettsäuren hilft, die Darmflora positiv zu beeinflussen – und die angesprochene Schutzfunktion zu stärken. Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke haben nachgewiesen: Die Zufuhr von Salzen kurzkettiger Fettsäuren hat ähnlich positive Effekte wie der Verzehr von Pflanzenfasern.

Aufgrund der Studienarbeiten verschiedener Forscher wird die Einnahme von zweimal 500 Milligramm Propionat täglich empfohlen, je eine Kapsel morgens und abends zum Essen. Das Mikrobiom eines gesunden Menschen produziert normalerweise bei ballaststoffreicher Kost etwa vier bis fünf Gramm Propionsäure/Propionat am Tag selbst. mp/arei