Lockdown wird bis 07. März verlängert

Bund und Länder haben sich am Mittwochabend darauf verständigt, den Lockdown weitestgehend bis 7. März zu verlängern. Friseure dürfen hingegen bereits am 1. März wieder öffnen. Für die Schulen gibt es hingegen keine einheitliche Regelung. Der positive Trend bei den Infektionszahlen darf nicht gefährdet werden. Vor allem durch die Ausbreitung von ansteckenderen Virusvarianten besteht die Gefahr einer dritten Welle, heißt es in der Mitteilung der Landesregierung. 

Die Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin hat sich darauf geeinigt, dass der Lockdown weitestgehend bis 7. März verlängert wird. Durch die Disziplin der Bürgerinnen und Bürger ist es gelungen seit Weihnachten die Infektionszahlen wieder deutlich zu senken. Baden-Württemberg bewegt sich sogar landesweit wieder auf eine 7-Tage-Inzidenz von 50 zu. „Vor einigen Monaten waren wir eines der Bundesländer mit den höchsten Infektionszahlen. Heute sind wir das Land mit der niedrigsten Inzidenz!“, erinnerte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem Statement nach der Ministerpräsidentenkonferenz. „Das ist ein großer Erfolg. Das sind ermutigende Zahlen. Sie zeigen: Die Maßnahmen wirken. Sie retten Leben. Sie schützen viele Menschen vor Erkrankungen, so Kretschmann weiter.

Schnelle Öffnungen könnten fatale Folgen haben

Die Ausbreitung des Virustyps in England, Irland und Portugal hat gezeigt, wie schnell die Zahlen nach oben schießen und dass sie nur mit langen deutlich schärferen Maßnahmen wieder in den Griff zu bekommen sind. „Deshalb dürfen wir jetzt nicht nachlassen. Sonst riskieren wir eine dritte Welle, die dann einen erneuten Lockdown erforderlich machen würde. Mit härteren Maßnahmen, als wir sie heute haben“, mahnte Kretbschmann.  Daher müssen auch in den Gebieten, in denen jetzt die Zahlen sinken, weiter Kontakte auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Der Grundsatz „Wir bleiben zuhause“ bleibt das wesentliche Instrument im Kampf gegen die Pandemie und rettet täglich Menschenleben.

„Ein ständiges Wechselspiel zwischen Öffnung und Lockdown möchte ich unbedingt vermeiden“, erklärte Kretschmann. Denn Niemandem ist geholfen, wenn durch zu weitgehende oder zu schnelle Öffnungen erneute umfassende Einschränkungen des öffentlichen Lebens notwendig würden, weil das Infektionsgeschehen sich wieder beschleunigt.

Daher haben sich der Bund und die Länder heute darauf geeinigt die geltenden Maßnahmen bis zum 7. März zu verlängern. Die bisherigen Maßnahmen bleiben weitestgehend in Kraft.

Kitas und Grundschulen haben oberste Priorität

Wenn Öffnungen möglich sind, haben die Öffnungen im Betreuungs- und Bildungsbereich oberste Priorität. „Deshalb sind wir übereingekommen, der Öffnung von Kitas und Grundschulen höchste Priorität zu geben“, so Kretschmann. „Für weiterführende Schulen mit Ausnahme der Abschlussklassen bleibt es vorerst beim Distanzunterricht.“ Über das konkrete Vorgehen wird der Ministerpräsident am 11. Februar 2021 in der Sondersitzung des Landtags.

Der Bundesgesundheitsminister wurde beauftragt, zu prüfen, ob Erzieherinnen und Grundschullehrkräfte früher als bisher vorgesehen – nämlich in der Kategorie 2 mit hoher Priorität – geimpft werden können.

Der nächste Öffnungs-Schritt soll bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 erfolgen

Vor dem Hintergrund der Bedeutung von Friseuren für die Körperhygiene und der jetzt bereits seit längerem bestehenden Schließung, sollen diese auch perspektivisch bei entsprechender Infektionslage, ab dem 1. März unter Hygieneauflagen wie medizinische Masken, Steuerung des Zutritts und im Voraus fest vergebenen Terminen wieder öffnen dürfen.-

„Der nächste Öffnungs-Schritt soll bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 erfolgen“, kündigte Kretschmann an. Dann sollten der Einzelhandel mit einer Begrenzung von einem Kunden pro 20 Quadratmetern, Museen und Galerien sowie die noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe wieder öffnen können.

In Landkreisen, die weiter eine hohe 7-Tage-Inzidenz von über 50 haben, ergreift das Land weiter lokale und regionale Maßnahmen. Baden-Württemberg setzt dies beispielsweise schon jetzt mit möglichen nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 50 um.

Perspektive für Lockerungen und Öffnungen

Ihm sei bewusst, dass sich viele Menschen einen genau ausgearbeiteten Fahrplan für Öffnungen wünschten, sagte Kretschmann. „Ein solcher Plan würde allerdings sehr viel mehr versprechen als er halten kann. Denn es gibt immer wieder Entwicklungen, die niemand vorhersehen kann. Die aber die Pandemie entscheidend beeinflussen: So wie jetzt die Mutationen“, so Kretschmann weiter.

Dass es zu Mutationen komme, war jedem klar, aber die hohe Geschwindigkeit, mit der sich derart gefährliche Varianten entwickeln, habe selbst die Expertinnen und Experten überrascht. „Deshalb glaube ich nicht, dass uns derzeit detaillierte und langfristige Stufenpläne mehr Planungssicherheit bringen. Entweder wir müssten sie laufend anpassen – doch dann gäbe es keine Planungssicherheit. Oder wir müssten neue Erkenntnisse ignorieren – das aber wäre fahrlässig und gefährlich“, sagte Kretschmann. Daher müsse man weiter auf Sicht fahren.

Bund-Länder-Beschluss vom 10. Februar

red

Quelle: Landesregierung Baden-Württemberg

Fast jedes dritte Kind leidet psychisch stark unter Corona-Pandemie

Die Lebensqualität und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich in Deutschland im Verlauf der Corona-Pandemie weiter verschlechtert. Fast jedes dritte Kind leidet einer Analyse zufolge ein knappes Jahr nach Beginn der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Sorgen und Ängste haben noch einmal zugenommen, auch depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden sind verstärkt zu beobachten. Erneut sind vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund betroffen. Das sind die Ergebnisse der zweiten Befragung der soge- nannten COPSY-Studie (Corona und Psyche), die Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt haben. Sie ist bundesweit die erste und international eine der wenigen Längsschnittstudien ihrer Art.

„Unsere Ergebnisse zeigen erneut: Wer vor der Pandemie gut dastand, Strukturen erlernt hat und sich in seiner Familie wohl und gut aufgehoben fühlt, wird auch gut durch die Pandemie kommen. Wir brauchen aber verlässlichere Konzepte, um insbesondere Kinder aus Risikofamilien zu unterstützen und ihre seelische Gesundheit zu stärken. Hier sind auch die Schulen gefragt, regelmäßig Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern zu halten und ihnen dadurch Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Sonst besteht die Gefahr, dass vor allem Kinder aus Risikofamilien ihre Motivation und Lernfreude verlieren. Aber auch insgesamt müssen wir die seelischen Belastungen und Bedürfnisse von Familien und Kindern während der Pandemie und während eines Lockdowns stärker berücksichtigen“, sagt Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer, Leiterin der COPSY-Studie und Forschungsdirektorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psycho- therapie und -psychosomatik des UKE.

Lebensqualität, psychische und psychosomatische Auffälligkeiten

Vier von fünf der befragten Kinder und Jugendlichen fühlen sich durch die Corona-Pandemie belastet. Ihre Lebensqualität hat sich im Verlauf der Pandemie weiter verschlechtert. Sieben von zehn Kindern geben in der zweiten Befragung eine geminderte Lebensqualität an. Wie schon während der ersten Befragung, leidet fast jedes dritte Kind auch zehn Monate nach Beginn der Pandemie noch unter psychischen Auffälligkeiten. Ängste und Sorgen haben bei den Kindern im Vergleich zur ersten Befragung noch einmal deutlich zugenommen. Sie zeigen zudem häufiger depressive Symptome sowie psychosomatische Beschwerden wie zum Beispiel Niedergeschlagenheit oder Kopf- und Bauchschmerzen.

Gesundheitsverhalten

Auch das Gesundheitsverhalten der Kinder und Jugendlichen hat sich noch weiter verschlechtert. Sie ernähren sich weiterhin ungesund mit vielen Süßigkeiten und zehnmal mehr Kinder als vor der Pandemie und doppelt so viele wie bei der ersten Befragung machen überhaupt keinen Sport mehr. „Sport ist ganz wesentlich für das psychische und physische Wohlbefinden. Neben der für die gesunde Entwicklung so wichtigen Bewegung treffen Kinder und Jugendliche beim Sport auch ihre Freunde, lernen, sich in eine Mannschaft einzuordnen und mit Konflikten, Siegen und Niederlagen umzugehen“, sagt Prof. Dr. Ravens-Sieberer. Parallel dazu verbringen die Kinder noch mehr Zeit als im Frühsommer 2020 an Handy, Tablet und Spielekonsole, wobei sie die digitalen Medien jetzt häufiger für die Schule nutzen.

Schule, Familie, Freunde

Auch in der zweiten Befragung berichten die Kinder und Jugendlichen über mehr Streit in den Familien, über vermehrte schulische Probleme und ein schlechteres Verhältnis zu ihren Freunden. Gleichzeitig zeigt sich, dass Familien, die über einen guten Zusammenhalt berichten und viel Zeit mit ihren Kindern verbringen, besser mit den Belastungen in der Pandemie umgehen können. Doch auch viele Eltern fühlen sich mittlerweile durch die anhaltende Pandemie belastet und zeigen vermehrt depressive Symptome. „Die Eltern scheinen sich auf die Anforderungen durch das Homeschooling und die Doppelbelastung mit ihrer Arbeit eingestellt zu haben und versuchen, diese bestmöglich zu managen. Sie kommen dabei aber zunehmend an ihre Grenzen“, erklärt Prof. Dr. Ravens-Sieberer.

Weitere Informationen: www.uke.de/copsy

red

Quelle: UKE Hamburg

RKI meldet am Mittwoch 8072 Neuinfektionen und 813 Todesfälle

Die Lage in Deutschland am Mittwoch 10.02. :

Das RKI verzeichnet im Vergleich zur Vorwoche einen leichten Rückgang der Neuinfektionen und auch bei den Todesfällen. Binnen 24 Stunden wurden weitere 813 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Außerdem wurden 8.072 neue Corona-Infizierte übermittelt. Vor genau einer Woche waren noch 9.705 Neuinfektionen und 975 Todesfälle registriert worden. Gestern waren es 3.379 Corona-Fälle. (Stand: 10.02.)

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.299.996 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 62.969 Das sind 813 mehr als am Vortag. Rund 2.073.100 (+15.800) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 10.02.)

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sinkt laut RKI auf 68. Am Vortag lag der Wert bei 72. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

red

Weniger Sport in Pandemie-Zeiten

Ungefähr zwei Drittel (64,5 Prozent) der Menschen in der zweiten Lebenshälfte in Deutschland treiben zwar seit Beginn der Corona-Pandemie genauso viel Sport wie zuvor. 7,7 Prozent haben ihre sportlichen Aktivitäten sogar ausgeweitet. Doch immerhin mehr als ein Viertel (27,8 Prozent) berichten, dass sie weniger sportlich aktiv sind.

Im aktuellen Deutschen Alterssurvey (DEAS) sagen die 46- bis 60-Jährigen am häufigsten, dass sich ihre sportliche Aktivität in der Pandemie verändert hat. Knapp ein Drittel (30,9 Prozent) dieser Altersgruppe macht weniger Sport, das ist ein um vier bis neun Prozentpunkte höherer Anteil als bei den Älteren. 11,4 Prozent geben an, mehr Sport zu treiben als vor der Pandemie.

Auch die Häufigkeit von Spaziergängen hat sich verändert, aber weniger stark als bei Sport: Drei Viertel (74,7 Prozent) der Menschen in der zweiten Lebenshälfte gehen nach eigener Auskunft so oft spazieren wie vor der Pandemie, 15,1 Prozent tun dies häufiger und 10,2 Prozent weniger oft. Unterm Strich, so die Daten, wird das Bewegungsdefizit durch weniger Sport nur zu einem kleinen Teil durch häufigere Spaziergänge kompensiert wird.

Rudolf Huber / glp

Corona-Studie: Mindestens 16 000 Covid-19-Infektionen nach „Querdenken“-Demonstrationen

Die „Querdenken“-Demonstrationen im November 2020 haben dazu beigetragen, dass sich das Corona-Virus innerhalb Deutschlands stark verbreitet hat. Dies zeigt eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim und der Humboldt-Universität zu Berlin, die die Auswirkungen zweier großer „Querdenken“-Kundgebungen, die im November 2020 stattfanden, auf die Sieben-Tage-Inzidenz bis Ende Dezember analysiert.

Untersucht wurde das Infektionsgeschehen in den Landkreisen, aus denen zehntausende Demonstranten/-innen zu den Kundgebungen am 7. November 2020 in Leipzig und am 18. November 2020 in Berlin anreisten. Um diese Orte zu bestimmen, nutzen die Autoren der Studie Informationen über das Angebot von Busreisen eines Netzwerks von Busunternehmen, das sich seit Sommer 2020 auf die Beförderung von Demonstranten/-innen zu den „Querdenken“-Kundgebungen spezialisiert hat.

So stieg die Sieben-Tages-Inzidenz nach den Demonstrationen deutlich stärker in Landkreisen an, die Städte mit einer solchen Busverbindung beinhalten, als in Landkreisen ohne solche Busverbindungen. Dies hatte bis Weihnachten einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz um 40 in den betroffenen Landkreisen zur Folge.

Die Wissenschaftler schätzen, dass bis Weihnachten zwischen 16.000 und 21.000 Covid-19-Infektionen hätten verhindert werden können, wenn diese beiden großen „Querdenker“-Kundgebungen abgesagt worden wären. Die Analyse von ZEW und Humboldt-Universität quantifiziert somit erstmals den Zielkonflikt zwischen der Einschränkung von Freiheitsrechten und gesundheitspolitischen Maßnahmen zum Infektionsschutz. Das individuelle Verhalten – wenn Personen beispielsweise entgegen der geltenden Regeln keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen oder Abstandsregeln missachten – kann laut ZEW-Analyse große Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben. „Eine mobile Minderheit, die sich nicht an geltende Hygieneregeln hält, kann so ein erhebliches Risiko für andere Personen darstellen“, betont ZEW-Wissenschaftler und Koautor der Studie Dr. Martin Lange.

red

Deutlicher Rückgang: RKI meldet am Dienstag 3379 Neuinfektionen und 481 Todesfälle

Die Lage in Deutschland am Dienstag 09.02. :

Die Gesundheitsämter registrierten am Dienstag deutlich weniger Corona-Neuinfektionen: Das RKI verzeichnet im Vergleich zur Vorwoche einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen und auch bei den Todesfällen. Binnen 24 Stunden wurden weitere 481 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Außerdem wurden 3.379 neue Corona-Infizierte übermittelt. Vor genau einer Woche waren noch 6.114 Neuinfektionen und 861 Todesfälle registriert worden. Gestern waren es 4.535 Corona-Fälle. (Stand: 09.02.)

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.291.924 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 61.156 Das sind 481 mehr als am Vortag. Rund 2.057.300 (+16.000) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 09.02.)

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sinkt laut RKI auf 72,8. Am Vortag lag der Wert bei 76. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

red

Schlaf-Hygiene verbessert die Nachtruhe

Ausreichende Nachtruhe ist gesund. Doch den guten Schlaf sollte man nicht dem Zufall überlassen. Denn es gibt Maßnahmen, Umgebung und Lebensweise so einzurichten, dass sie einer ungestörten Nacht zuträglich sind.

Dabei gilt aber auch: Jeder Mensch ist anders. „Das Schlafbedürfnis liegt bei den meisten zwischen sechs und neun Stunden“, sagt Prof. Dr. Kneginja Richter, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Leiterin der Schlafambulanz im Klinikum Nürnberg, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

Eine Matratze, auf der man rückenbequem liegt, ist eine wichtige Voraussetzung für gesunden Schlaf. Förderlich ist es zudem, sich an regelmäßige Schlafens- und Aufstehzeiten zu halten. „Lüften Sie vor dem Zubettgehen kräftig durch und verbannen Sie Lichtquellen, Fernseher und Arbeitsunterlagen aus dem Schlafzimmer“, empfiehlt die Psychiaterin. Ebenso sollte abends auf dem Smartphone der Nachtmodus aktiviert sein – denn dadurch wird blaues Licht weggefiltert. Und: „Platzieren Sie den Wecker so, dass Sie die Uhrzeit nicht sehen können.“

Viel Sport soll der Schlafhygiene ebenfalls helfen – sofern man sich nicht direkt vor der Nachtruhe sportlich betätigt. Wechselduschen oder Wollsocken sorgen für warme Füße im Bett. Auch wichtig: „Essen Sie abends nicht zu üppig“, rät die Expertin. Proteinreiche Lebensmittel seien günstig. Bei Schlafproblemen sollte man zudem auf Alkohol verzichten und stattdessen lieber mit einem Gute-Nacht-Tee, einem Hörbuch, einem warmen Bad oder mit Entspannungsübungen relaxen.

Lars Wallerang / glp

RKI meldet am Montag 4535 Neuinfektionen und 158 Corona-Tote

Die Lage in Deutschland am Montag 08.02. :

Die Gesundheitsämter registrierten auch am Samstag weniger Corona-Neuinfektionen: Das RKI verzeichnet im Vergleich zur Vorwoche einen leichte Rückgang der Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden wurden weitere 158 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Außerdem wurden 4.535 neue Corona-Infizierte übermittelt. Das sind etwa 1000 Neuinfektionen weniger als vor einer Woche. Gestern waren es 8.616 Corona-Fälle. (Stand: 08.02.)

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.288.545 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 61.675. Das sind 158 mehr als am Vortag. Rund 2.041.300 (+12.100) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 08.02.)

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt laut RKI bei 76. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

red

Immer weniger Apotheken in Deutschland

Die gute alte Apotheke hat im digitalen Zeitalter keinen leichten Stand. So ist die Zahl der Apotheken in Deutschland zum Jahresende 2020 um 322 auf 18.753 gesunken. Ende 2019 waren es noch 19.075. Damit liegt der Rückgang nun schon im dritten Jahr in Folge bei mehr als 300 Apotheken.

Noch stärker als die Zahl der Apotheken ist 2020 die Zahl der selbstständigen Apotheker gesunken, die als freie Heilberufler einen Apothekenbetrieb mit bis zu drei Filialen unterhalten dürfen: Ihre Zahl ist um 363 auf 14.110 gefallen. Das zeigen Erhebungen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), die auf den Meldungen der Landesapothekerkammern in allen 16 Bundesländern beruhen.

Die Apothekendichte in Deutschland liegt bei 23 Apotheken pro 100.000 Einwohnern und damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 32 Apotheken auf 100 000 Einwohner.

„Unser System hat sich als sehr krisenfest erwiesen. Aber die bundesweite Versorgungssicherheit ist kein Selbstläufer, denn seit mehr als einem Jahrzehnt geht die Zahl der Apotheken zurück. Wir müssen die Entwicklung dringend stabilisieren“ sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening.

Das im Herbst verabschiedete Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz sei dafür ein erster Schritt: Es schafft neue Möglichkeiten für die Apotheken, sich für mehr Versorgungssicherheit einzubringen, und eine gute fachliche Perspektive, insbesondere auch für den apothekerlichen Nachwuchs. Diese Möglichkeiten müssten in den kommenden Monaten und Jahren mit Leben gefüllt werden.

Keine Sonderrechte für Geimpfte

Es ist eine hitzige Diskussion. Dürfen Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft wurden, einfacher wieder reisen oder ins Restaurant gehen? Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger lehnt diese Sonderrechte laut dem neuesten ARD-DeutschlandTrend ab.

68 Prozent sind gegen eine Aufhebung der Corona-Beschränkungen für Geimpfte – das sind allerdings fünf Prozentpunkte weniger als im Vormonat. 28 Prozent (+5) sind dafür.

Der Weg aus der Corona-Krise geht laut Politik über die breitflächige Impfung der Bevölkerung. Und so hängt eine Aufhebung der Corona-Beschränkungen vor allem mit der Impfbereitschaft und dem Impffortschritt zusammen.

Aktuell geben 59 Prozent der Bundesbürger an, sich auf jeden Fall impfen lassen zu wollen, das sind fünf Punkte mehr als im Januar; 17 Prozent sagen aktuell, dass sie sich wahrscheinlich impfen lassen (-4). 21 Prozent (-2) geben an, sich wahrscheinlich nicht oder auf gar keinen Fall impfen zu lassen.

Ralf Loweg / glp