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Diabetes und Partnerschaft: Wann passt das Outing?

Die Bekanntschaft ist noch jung, es könnte was Längerfristiges daraus werden. In dieser Situation stecken Menschen mit Diabetes in einer Zwickmühle: Wann und wie viel sollen sie von ihrer Erkrankung erzählen?

Laut Experten sollte bei der Beantwortung dieser Frage aufs Gefühl gehört werden. “Wenn es sich ergibt, spricht nichts dagegen, den Diabetes schon beim ersten Date zu erwähnen”, sagt etwa Eva Küstner, Fachpsychologin Diabetes (DDG) aus Gau-Bischofsheim. Das Gegenüber reagiere wahrscheinlich entspannter, als man es erwarte. Genauso in Ordnung sei es aber auch, bei der ersten Verabredung nichts vom Diabetes zu erzählen, so Küstner im Apothekenmagazin “Diabetes Ratgeber”.

Wichtig sei es, nicht zu lange zu warten. Denn komme der neue Partner irgendwann zufällig dahinter, könnte er das als Vertrauensbruch empfinden. Die Psychologin: “Je länger man das Gespräch aufschiebt, umso schwerer wird es, den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden.”

Beim “Outing” sollte man so viel über die Erkrankung erzählen, wie der andere wissen wolle – aber auch nicht mehr. “Das könnte den anderen überfordern und glauben lassen, der Diabetes wäre Ihr Lieblingsthema”, sagt Klaus-Martin Roelver, Psychodiabetologe am Diabetes-Zentrum Quakenbrück.

Rudolf Huber

Silvester ist Stress für die Ohren

Böller-Verbot hin oder her – nicht nur fürs Klima, auch für die Ohren sind Silvester-Knaller keine Wohltat. Jeder Hundeliebhaber weiß, dass Silvester Stress für das sensible Gehör des Tieres ist. Nicht selten bleiben sie mit dem Vierbeiner in der Wohnung und verzichten darauf, das Feuerwerk draußen zu erleben.

Aber auch das menschliche Ohr braucht in dieser besonderen Situation Schutz. Der Jahreswechsel kann zu einer Belastungsprobe für das Gehör werden. Knaller, Böller und Feuerwerk können Lärm zwischen 120 und 145 Dezibel (dB) erzeugen, Technomusik bis zu 110 dB. Ab 85 dB ist Lärm für unser Gehör schädlich, und es wird empfohlen, Gehörschutz zu tragen, erklärt die Europäische Union der Hörakustiker (EUHA).

Im beruflichen Umfeld ist dies gemäß der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung sogar verpflichtend. Denn Lärm kann schaden, wenn er dauerhaft auf das Gehör einwirkt, aber auch wenn plötzliche Lärmereignisse auftreten, wie zum Beispiel ein Silvesterböller, der nah am Menschen landet. Dann kann es zu einem sogenannten Knalltrauma kommen. Dabei fühlt sich das Ohr wie “verstopft” an, ein Knalltrauma kann Tinnitus, einen Hörverlust oder eine Geräuschüberempfindlichkeit zur Folge haben. Wer vorsorgen möchte, besorgt sich für den Jahreswechsel Gehörschutz.

Die EUHA hat nun eine Informationsbroschüre mit dem Titel “Gehör schützen – Lebensqualität erhalten” veröffentlicht. Sie gibt Auskunft über Lärmquellen in Beruf und Freizeit und stellt moderne Gehörschutzvarianten für jeden Bedarf vor. EUHA-Präsidentin Beate Gromke betont: “Gehörschutz ist wichtig und zwar in jedem Alter, denn die feinen Haarzellen im menschlichen Ohr wachsen nicht nach.” Sie seien aber notwendig, um die mechanischen Schallreize zum Hören in Nervenreize umzuwandeln.

Lars Wallerang

Jede dritte Lebensmittelkontrolle in Deutschland fällt aus: In Ludwigsburg fast jede zweite

Recherchen der Verbraucherorganisation foodwatch belegen: Etwa jede dritte vorgeschriebene Kontrolle in Lebensmittelunternehmen fällt aus, weil es den Behörden eklatant an Personal mangelt. Demnach sind nur gut zehn Prozent der rund 400 Kontrollämter in der Lage, ihr vorgegebenes Soll bei der Überprüfung von Betrieben zu erfüllen. Bundesweit konnten die Behörden im Jahr 2018 insgesamt mehr als eine Viertelmillion der verbindlich vorgeschriebenen amtlichen Kontrollbesuche nicht durchführen.

Mit einer umfassenden Datenrecherche machte foodwatch erstmals die Lage in den fast 400 meist kommunalen Lebensmittelbehörden transparent – am vergangenen Mittwoch veröffentlicht in dem Bericht „Kontrolle ist besser“. Besonders katastrophal ist die Lage in Bremen und Berlin, wo die Behörden 2018 noch nicht einmal die Hälfte ihrer Vorgaben für Kontrollbesuche einhielten. Am wenigsten schlecht war die Situation in Hamburg, wo jedoch immer noch jede zehnte vorgeschriebene Kontrolle ausfiel. Bundesweit fanden in einzelnen Ämtern sogar 80 Prozent der vorgeschriebenen Kontrollen nicht statt.

Der Landkreis Ludwigsburg hat lt. dem Bericht “Kontrolle ist besser” insgesamt 6.202 Lebensmittelbetriebe vorzuweisen. Durchschnittlich 11,3 Mitarbeiter sind im Bereich Lebensmittelüberwachung beschäftigt. Von den im gesamten Jahr 2018 geplanten 5.429 Soll-Plankontrollen wurde lediglich nur fast jede zweite Kontrolle (2.513) durchgeführt. Damit liegt laut dem Bericht von foodwatch der Landkreis Ludwigsburg mit 46% weit unter der Soll-Planvorgabe.

Die Zahlen zeigen aus Sicht der Verbraucherorganisation ein fatales Politikversagen. „Wenn Verbraucherschutzbehörden fast flächendeckend gegen Verbraucherschutzvorgaben verstoßen, ist das ein handfester politischer Skandal. Die Kontrolleurinnen und Kontrolleure, die einen harten Job machen, werden von der Politik im Stich gelassen. Die verantwortlichen Landräte, Oberbürgermeisterinnen und Minister schaden nicht nur den Verbraucherinnen und Verbrauchern, sondern auch den vielen sauber und ehrlich arbeitenden Lebensmittelbetrieben“, erklärte Martin Rücker, Geschäftsführer von foodwatch Deutschland.

Die Verbraucherorganisation betonte, allein mit mehr Personal sei das Problem nicht zu lösen, wenn die Bundesländer nicht gleichzeitig eine umfassende Strukturreform in der Lebensmittelüberwachung angingen: Anstatt der unzähligen kommunalen Behörden müsse in jedem Bundesland eine einzelne, unabhängige Landesanstalt für die Kontrollen zuständig sein. Deren finanzielle und personelle Ausstattung müsse per gesetzlicher Festlegung allein an den Zielen des Verbraucherschutzes ausgerichtet werden. „Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dürfen nicht von der Kassenlage oder von politisch motivierten Haushaltsentscheidungen in Ländern oder Gemeinden abhängig sein. Der politische Einfluss auf die Lebensmittelkontrollbehörden muss gestoppt werden“, so Martin Rücker.

Wie häufig Kontrollen in Lebensmittelunternehmen stattfinden müssen, regelt bundesweit die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift Rahmen-Überwachung“ (AVV RÜb), beschlossen von Bundesregierung und Bundesrat. Neben anlassbezogenen Kontrollen soll jeder Lebensmittelbetrieb routinemäßig in regelmäßigen Abständen überprüft werden – umso häufiger, je größer die Kontrollbehörde das Risiko einstuft. Wie die foodwatch-Recherchen belegen, können diese Plankontrollen jedoch in keinem Bundesland eingehalten werden, weil die politischen Entscheidungsträger am Personal sparen. In Niedersachsen versucht die Landesregierung sogar, mit einem ministeriellen Erlass von der bundesweiten Vorschrift abzurücken – sie gibt den kommunalen Kontrollbehörden vor, grundsätzlich nur 55 Prozent der aus der AVV RÜb folgenden Plankontrollen einhalten zu müssen. foodwatch stuft den Erlass als rechtswidrig ein.

Für den Bericht „Kontrolle ist besser“ hat foodwatch bei allen rund 400 Lebensmittelbehörden in Deutschland abgefragt, inwiefern die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl von Kontrollen eingehalten wird und wie die Personalsituation in den Ämtern ist. Grundlage für die Datenabfrage war das Verbraucherinformationsgesetz (VIG), über das Bürgerinnen und Bürger Informationen bei Behörden beantragen können. Die Recherche dauerte rund sieben Monate. Während einige Ämter bereits nach Stunden antworteten, waren andere erst nach Widerspruchsverfahren oder gar Aufsichtsbeschwerden bei den verantwortlichen Landesministerien zur Auskunft bereit. 19 Behörden verweigerten sich gänzlich, davon 18 aus Bayern und eine aus Brandenburg.

Hier gibt es die besten Krankenhäuser

Um Krankenhäuser machen die meisten Menschen am liebsten einen großen Bogen. Denn so richtig gastfreundlich wirken selbst die schönsten Kliniken nicht. Doch wo stehen eigentlich die besten Krankenhäuser der Welt? Dieser Frage ist jetzt das Gesundheits-Start-up Medbelle nachgegangen. Und welch Überraschung: Deutschland ist in diesem Ranking als einziges Land gleich zweimal unter den Top Ten vertreten.

München schafft es auf den respektablen sechsten Platz, Berlin landet auf Position zehn. Die besten Krankenhäuser der Welt jedoch gibt es in der japanischen Metropole Tokio. Für die Studie haben die Experten von Medbelle das gesamte Krankenhaus-System einer Region untersucht, statt nur einzelne Institutionen zu bewerten.

Welche Kriterien die Studie im Einzelnen heranzieht und welche Städte weltweit Spitzenreiter in einzelnen Bereichen wie Infrastruktur oder Versorgungsqualität sind, ist Thema der aktuellen Ausgabe von “Leben und Arbeiten im Ausland”, einer Publikation des Auslandsexperten BDAE.

Ralf Loweg

 

So wird schlafen zum Kinderspiel

Damit Kleinkinder von Anfang an rückenfreundlich liegen, sollten Eltern auf spezielle Matratzen zurückgreifen. Denn sie sind auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt, berichten die Experten der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V.

Wichtig bei der Wahl der Matratze: Sie ist weder zu hart noch zu weich. Grundsätzlich sollte das Kind nicht mehr als etwa zwei Zentimeter in seine Matratze sinken können. Ebenso entscheidend ist, dass sich die Unterlage auch bei geringem Körpergewicht dem Kinderrücken anpasst. Wichtig ist ebenfalls ein trittfester Matratzenrahmen. Das vermindert das Risiko von Verletzungen.

Viele Eltern teilen sich das Bett mit ihrem Kind, doch Experten raten davon ab. Ein besseres Schlafklima herrscht in einem separaten Kinderbett, das am besten an einem zugfreien Platz steht. Optimal ist eine Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 65 Prozent.

Was viele nicht wissen: Das Baby muss nicht nur vor Kälte, sondern auch vor zu viel Wärme geschützt werden. Eine Überwärmung steht im Verdacht mitverantwortlich für den “plötzlichen Kindstod” zu sein. Klimakanäle und eine luftdurchlässige Wabenstruktur sorgen dafür, dass im Kinderbett ein gesundes und trockenes Klima herrscht. Ebenso wichtig: regelmäßiges, aber kurzes Lüften des Kinderzimmers.

Bei Babybett und Co. ist vor allem die Sicherheit der Produkte ein entscheidendes Auswahlkriterium. Statt auf einem klassischen Lattenrost sollte die Matratze auf einer Lochplatte legen. Mit ihr droht auch beim Herumtoben nicht die Gefahr von Verletzungen.

Außerdem sollten die Gitterstäbe des Bettes recht nah aneinander gereiht sein, damit das Kleinkind den Kopf nicht einklemmen kann. Abnehmbare Matratzenbezüge erleichtern zudem die Pflege. Bei der Wahl der Bezüge ist auf unbedenkliche Materialien zu achten. Denn: Umweltgifte schädigen den Organismus des Kindes.

Ralf Loweg

Stress-Abbau: Waldspaziergang statt Fernseher

Der Tag war anstrengend, die Arbeit erschöpfend. Was gibt es also Schöneres, als abends faul auf der Couch zu liegen und vorm Fernseher zu chillen? Doch diese Methode ist nicht dazu geeignet, vernünftig mit dem Stress-Abbau umzugehen, warnen Experten.

Der Grund: Auf dem Sofa bleibt man weitgehend passiv. Und die häufig aufregenden oder beunruhigenden Inhalte von Filmen oder TV-Serien “eignen sich wenig zur Stressreduktion”, so das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau. Das gelte auch für ausgiebiges Chatten. Denn auch dabei gehe wertvolle Zeit verloren, in der man den Stress des Tages verarbeiten und vor dem Einschlafen abschütteln könnte.

Was also tun? Als Alternativprogramm bieten sich ein Abendspaziergang, ein gutes Buch oder ein entspannendes Bad an. “Wichtig ist, öfter mal das Smartphone auszuschalten – und sämtliche mobile Endgeräte aus dem Schlafzimmer zu verbannen”, so die Experten.

Um den Gewohnheitsfaktror auszuhebeln, raten sie zu einem kleinen Trick: Wer das Gefühl hat, zu viel fernzusehen oder im Internet zu surfen, sollte sich einen Plan aufstellen, an welchen Tagen er in Zukunft darauf verzichtet.

Rudolf Huber

 

Singen ist wie Medizin

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist das Thema ja akut: Singen ist nicht nur schön, sondern auch gesund. Denn wer laut und ausgiebig Lieder schmettert, dessen Körper schüttet Schmerzblocker aus. Deshalb kann Singen ein Hochgefühl wie das von Langstreckenläufern auslösen und zu einer tiefen, beglückenden Erfahrung werden.

Eine Studie aus Wien belegt laut des Apothekenmagazins “Senioren Ratgeber”, dass der Körper spätestens nach 30 Minuten Singen weniger vom Stresshormon Adrenalin, aber dafür mehr Glückshormone produziert: “Die Botenstoffe Dopamin und Serotonin fluten das Gehirn und steigern das Wohlbefinden.” Außerdem baue das Singen Stress ab und stärke das Immunsystem. Der Beleg: Speichelproben von Chorsängern wiesen nach einer Stunde Gesang einen höheren Gehalt des Abwehrstoffs Immunglobulin A auf als die einer Vergleichsgruppe, die Musik nur gehört hatte.

Wird – wie beim Singen – tief in den Bauch geatmet, senkt sich das Zwerchfell, die Lungen haben mehr Platz und werden bis in die feinsten Verästelungen mit Sauerstoff versorgt. Das ist auch für Patienten mit Lungenleiden wie COPD gut. Selbst die Verdauungsorgane kommen durch die vertiefte Atmung in Bewegung. Pulsschlag und Blutdruck sinken, die Muskeln entspannen. Anders gesagt: Singen ist so etwas wie eine Rundum-Fitnesskur.

Rudolf Huber

Immun-Therapie gegen Neurodermitis

Zur Behandlung von Neurodermitis gibt es einen neuen Ansatz: die Bekämpfung der Entzündung direkt in den Immunzellen. Hintergrund: Neurodermitis ist vor allem Folge eines überaktiven Immunsystems, das schon auf harmlose Einflüsse reagiert und beispielsweise Ekzeme auf der Haut herbeiführt.

Dank intensiver Forschung könne nun die Reaktionskette vom Reiz bis zur Hautreaktion besser verstanden werden, teilt der Verein Deutsche Haut- und Allergiehilfe mit. So genannte Typ-2-Entzündungen spielten dabei eine Schlüsselrolle.

Ein gesundes Immunsystem reagiert auf Schadstoffe und Keime mit einer Entzündung. Diese klingt ab, sobald die Eindringlinge vernichtet sind. Bei Neurodermitis ist das anders: Das überaktive Immunsystem löst auch dann Entzündungen aus, wenn es zum Schutz des Körpers gar nicht nötig ist – etwa bei einem Kältereiz oder wenn Allergene wie zum Beispiel Pollen auf die Haut treffen. Dies macht sich durch Rötungen, Ekzeme und Hautjucken bemerkbar.

Die Aufklärung der Typ-2-Entzündung hat den Weg für einen neuen Behandlungsweg mit sogenannten Biologika geebnet. Diese unterbrechen das Entzündungsgeschehen, indem sie die Wirkung zweier entscheidender Botenstoffe hemmen. Das Immunsystem kommt zur Ruhe, die Hautbarriere kann wieder aufgebaut werden und der Juckreiz klingt ab.

Lars Wallerang

Zahl der Tafel Besucher steigt: 430.000 davon sind Rentner

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich bei Tafeln mit Lebensmitteln versorgen, steigt immer weiter an. Bundesverbands-Vorsitzender Jochen Brühl sagte im Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ), die etwa 940 Tafeln in Deutschland verzeichneten zuletzt 1,65 Millionen Kunden. “Das sind zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr.” Besonders groß sei die Nachfrage von älteren Menschen, so Brühl. “Die Zahl der Rentner unter den Tafelkunden ist innerhalb eines Jahres um 20 Prozent auf 430.000 gestiegen.”

Es koste viel Energie, Armut zu verstecken, sagte Brühl. Diese Kraft hätten ältere Menschen oftmals nicht mehr “und kommen dann zu uns”. Viele Tafeln hätten zudem spezielle Angebote für ältere Menschen gestartet, etwa Senioren-Nachmittage. “Das senkt vielleicht die Hemmschwelle” und sei auch ein Beitrag gegen Alters-Einsamkeit. Brühl geht nicht davon aus, dass die derzeit in der Bundespolitik diskutierte Grundrente Probleme grundsätzlich lösen wird. “Grundrente klingt so, als werde damit die Altersarmut in Deutschland abgeschafft. Das ist natürlich Quatsch.” Eine effektive Bekämpfung der Altersarmut beginne im Erwerbsleben oder noch früher. “Unter unseren Kunden sind auch 500.000 Kinder und Jugendliche. Deren Zahl übersteigt also noch die der Rentner, die unsere Angebote nutzen.”

Brühl beklagte, die Gesellschaft verdränge, unter welchen Bedingungen viele Menschen lebten. “Ich glaube zwar nicht, dass Menschen hierzulande hungern. Aber gerade ältere Menschen berichten uns, dass sie die Heizung im Winter nicht anstellen, weil sie Sorge haben, die Heizkostenabrechnung im Frühjahr nicht mehr bezahlen zu können.” Solche Geschichten würden die 60.000 ehrenamtlichen Tafel-Helfer erzählen können. “Nur frage sie kein Politiker.”

Silvester: So schützen Sie das Gehör

Silvester treiben es die Menschen nicht nur bunt. Viele mögen es auch laut und lassen es mal so richtig krachen. Der Lärm kann jedoch krank machen und das Gehör schädigen.

Was viele nicht wissen: Der Knall eines Feuerwerkskörpers in einem Abstand von nur zwei Metern vom Gehör kann einen Spitzenpegel von 145 bis über 160 Dezibel erreichen. Das ist so laut, wie der Start eines Flugzeuges in 30 Metern Entfernung und kann ein Knalltrauma auslösen.

Der durch den Knall erzeugte Druck der Schallwellen kann die feinen Haarsinneszellen im Innenohr irreparabel schädigen. Ein watteartiges, dumpfes Gefühl, ein Rauschen, Piepen oder Dröhnen, das auch am nächsten Tag noch anhält, können erste Zeichen für Knalltrauma, Hörsturz oder Tinnitus sein.

Das ist nicht nur unangenehm und belastend, sondern kann Langzeitschäden und außerdem eine Schwerhörigkeit nach sich ziehen. “Kinder und Jugendliche können die Gefahr des lauten Knalls nicht einschätzen. Gerade ihr Gehör ist besonders empfindlich”, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha) und Hörakustikmeisterin.

Was also tun? Um das Gehör zu schützen, helfen vor allem Abstand zu Feuerwerkskörpern und ein Gehörschutz. Besser als einfache Ohrstöpsel hilft Kapselgehörschutz, sogenannte Micky-Mäuse. Noch besser ist der individuell angepasste Gehörschutz, der vom Hörakustiker angefertigt wird. Die Ohrpassstücke schließen das Ohr ab und können durch spezielle Filter Frequenzen filtern. Lärm und laute Musik klingen leiser, Unterhaltungen können weiterhin möglich bleiben.

Ralf Loweg