Guter Schlaf macht schlank

Gesunde Ernährung nutzt (mindestens) doppelt. Der Grund: Wer reichlich Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte isst, schläft nicht nur besser, sondern ist auch schlanker. Auf diesen Zusammenhang macht jetzt das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ aufmerksam.

„Unsere Studien zeigen, dass Menschen, die mehr Ballaststoffe, weniger Zucker und weniger Fettsäuren essen, nachts besser schlafen“, so Dr. Marie-Pierre St-Onge vom Insitute of Human Nutrition an der Columbia University. Die Wissenschaftlerin fand in einer Studie mit über 400 US-amerikanischen Frauen heraus: Wer sich an der mediterranen Küche orientiert, kann leichter ein- und insgesamt besser durchschlafen.

Wer dagegen zu wenig schläft, wiegt im Schnitt mehr und tendiert zu Übergewicht. Denn laut einer im Fachmagazin Internation Journal of Obesity veröffentlichten Studie haben Menschen, die kürzer geschlafen haben, mehr Lust auf ungesundes Essen wie Salami-Pizza, Donuts oder Schokoriegel – was wiederum die Nachtruhe beeinträchtigt. Mit fatalen Folgen: Schlafmangel lässt das Risiko für Typ-2-Diabetes ansteigen und begünstigt außerdem Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

St-Onge rät zu einer Ernährung, bei der der Blutzuckerspiegel nicht zu stark schwankt. Das bedeutet unter anderem: Drei Hauptmahlzeiten am Tag und dazwischen nicht ständig snacken oder zuckerhaltige Getränke konsumieren. Nur so könne der Insulinspiegel im Blut sinken und Fett abgebaut werden.

Ein Tipp: Wer spät am Abend nochmal Hunger bekommt, sollte noch eine Kleinigkeit essen, weil es sonst Probleme beim Ein- und Durchschlafen geben könnte. Ein geeigneter Gute-Nacht-Snack: ein Schälchen Naturjoghurt plus eine Handvoll Walnüsse.

Ralf Loweg / glp

Ab 19. April: Baden-Württemberg beschließt Ausnahmen für vollständig Corona-Geimpfte

In Baden-Württemberg soll es ab dem 19. April für vollständig Corona geimpfte Personen Ausnahmen geben. Damit folgt das Land den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat vergangene Woche seine Empfehlungen zum Umgang mit geimpften Personen aktualisiert. Demnach ist für Personen, die vollständig gegen COVID-19 geimpft sind, eine Ausnahme von der Pflicht zur Absonderung vorzusehen. Gleiches gilt für Personen, die bislang eine Impfstoffdosis erhalten und darüber hinaus in der Vergangenheit eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht haben.

Ausnahmeregelungen für Geimpfte

„Wir setzen in Baden-Württemberg die Empfehlungen des RKI um. Die Landesregierung wird nun die Corona-Verordnung Absonderung und die Corona-Verordnung Einreise-Quarantäne entsprechend anpassen. Es wird eine Ausnahmeregelung in die jeweiligen Verordnungen aufgenommen, wonach sich geimpfte, symptomlose Personen künftig nicht mehr in Absonderung begeben müssen, wenn sie Kontakt zu einem COVID-19-Fall hatten. Gleiches gilt für Einreisende aus sämtlichen Risikogebieten im Ausland“, sagte Gesundheitsminister Lucha. Nach der RKI-Empfehlung gilt ein Impfschutz als vollständig, wenn seit der letzten vorgeschriebenen Impfdosis 14 Tage vergangen sind. Anerkannt werden alle in der EU zugelassenen Impfstoffe. Die Änderungen werden diese Woche vorgenommen und sollen am nächsten Montag, 19. April, in Kraft treten.

Weitere Änderungen im Hinblick auf geimpfte Personen ergeben sich für stationäre Einrichtungen der Pflege. Hier können bei einer Durchimpfungsrate von 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner wieder mehr Besuche ermöglicht werden. Die Hygienemaßnahmen, insbesondere die qualifizierte Maskenpflicht und die Testung vor Zutritt für Besucherinnen und Besucher gelten aber weiterhin fort.

Auf Betreiben einer gemeinnützigen Einrichtung im Landkreis Lörrach wird das Land dem Vergleichsvorschlag des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg (VGH) vom 6. April 2021 weitestgehend zustimmen. „Wir sind an einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Einigung interessiert. Dabei gilt es, das Bedürfnis älterer geimpfter Menschen nach Normalisierung genauso im Blick zu behalten wie alle Erkenntnisse des Gesundheitsschutzes“, so Lucha.

red

Quelle: Landesregierung Baden-Württemberg

Start der Landarztquote in Baden-Württemberg rückt näher

Der Landtag von Baden-Württemberg hat eine „Landarztquote“ beschlossen um die ärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern. Die erste Bewerbungsrunde dafür startet voraussichtlich Ende April 2021. Das kündigte Sozialminister Manne Lucha am Sonntag (11. April) in Stuttgart an.

Das Land hat mit dem „Gesetz zur Unterstützung der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in Bereichen des öffentlichen Bedarfs in Baden-Württemberg“ (Landarztgesetz) einen Schritt unternommen, um das hausärztliche Versorgungsniveau zu verbessern und die medizinische Versorgung in Baden-Württemberg flächendeckend zu erhalten.

Über eine Vorabquote sollen 75 Medizinstudienplätze an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung mindestens zehn Jahre als Hausärztinnen und Hausärzte in einem Bedarfsgebiet tätig zu sein. Beim Auswahlverfahren soll daher ein besonderes Augenmerk auf die persönliche Eignung und Motivation der Bewerberinnen und Bewerber für den hausärztlichen Beruf gelegt werden, heißt es in der Mitteilung.

Bewerbungsphase startet voraussichtlich Ende April 2021
Es ist vorgesehen, dass die Bewerbungsphase für das Wintersemester 2021/2022 Ende April 2021 starten wird. Weitere Informationen sollen zeitnah auf der Homepage des Sozialministeriums veröffentlicht werden.

Förderprogramm „Landärzte“ sichert  ärztliche Versorgung im ländlichen Raum

Mit dem Förderprogramm „Landärzte“ des Sozialministeriums engagiert sich Baden-Württemberg seit 2012 für die Sicherstellung einer zukunftsfähigen ambulanten medizinischen Versorgung im ländlichen Raum, heißt es seitens dem Ministerium. Das Programm richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die gezielt im ländlichen Raum eine hausärztliche Tätigkeit übernehmen wollen. Mittlerweile wurden nach Angaben des Ministeriums mit insgesamt knapp 3,8 Mio. Euro verschiedene Projekte von Praxisübernahmen oder Neueinrichtungen von Hausarztpraxen wie auch Anstellungen von Ärztinnen oder Ärzten zur Verbesserung oder Erhaltung der hausärztlichen Versorgung gefördert. Bis März 2021 bekamen 179 Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte bis zu 30.000 Euro, wenn sie sich in einer ländlichen und förderfähigen Gemeinde niedergelassen haben. In 2020 und 2021 wurden bereits 56 Förderanträge in einem Gesamtwert von 1,185 Mio. Euro bewilligt.

Auch mit der Strategie zur Digitalisierung in Medizin und Pflege unterstützt das Ministerium für Soziales und Integration mit Förderaufrufen in den Bereichen Medizin und Pflege Projekte und Initiativen zur Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung im Land. Insbesondere telemedizinische Projekte wie „docdirekt“ können dazu beitragen, die medizinische Versorgung in den ländlichen oder strukturschwächeren Regionen zu unterstützen.

Förderprogramm zur Erhaltung lebendiger Ortskerne

Mit dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) hat das Land ein umfassendes Förderangebot für die strukturelle Entwicklung ländlich geprägter Dörfer, Gemeinden und Städte geschaffen. Lebendige Ortskerne zu erhalten, zeitgemäßes Leben und Wohnen zu ermöglichen, eine wohnortnahe Versorgung zu sichern sowie zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen sind hierbei die zentralen Ziele. Zu den Einrichtungen der Grundversorgung können auch Ärzte zählen. So können Landärzte über das ELR bei der Umsetzung investiver Maßnahmen in und an den Praxisräumlichkeiten gefördert werden.

red

Quelle: Sozialministerium Baden-Württemberg

Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 136,4

Die Gesundheitsämter meldeten am Montag dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden insgesamt 13.245 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden innerhalb eines Tages weitere 99 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Montag ist die Zahl damit um rund 4.700 gestiegen. Vor genau einer Woche waren 8.497 Neuinfektionen und 50 Todesfälle registriert worden. (Stand: 12.04.)

Rund um die Osterfeiertage sind die Infektionszahlen weniger aussagekräftig, da weniger Tests durchgeführt und gemeldet wurden. Das RKI erwartet, dass der Inzidenz-Wert im Laufe der Woche wieder belastbar sein wird.

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) steigt laut RKI auf 136,4 (Vortag: 129). In der Vorwoche am Montag lag der Wert bei 128. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 3.011.513 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 78.452. Das sind 99 mehr als am Vortag. Rund 2.683.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 12.04.)

red

Jedes dritte Kind psychisch auffällig – Wie Kinder in der Corona-Krise leiden

Es sind erschreckende Zahlen: Fast jedes dritte Kind in Deutschland leidet ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten. Die Verdachtsfälle auf Kindesmisshandlung sind im ersten Halbjahr 2020 um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Bei den Sieben- bis 17-Jährigen ist das Risiko für psychische Auffälligkeiten von rund 18 Prozent vor Corona auf 31 Prozent während der Pandemie gestiegen. „Kinder sind die größten Verlierer dieser Krise – ihre Bedürfnisse sind teilweise völlig aus dem Blick geraten“, warnt die Göttinger Kinderärztin Dr. Tanja Brunnert vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Den Kindern drohen Folgekrankheiten

Beispiel Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen: Monatelang wurde aus Sicht von Brunnert hier versäumt, tragfähige Konzepte zu entwickeln. Dass diese Orte in den vergangenen Monaten als Schutz- und Entwicklungsraum erneut wochenlang wegfielen, sei für die Jüngsten der Gesellschaft eine Katastrophe.

Die Pandemie hat auch körperliche Folgen für Kinder: Neun Prozent der Unter-Zehnjährigen haben während der ersten Ausgangsbeschränkungen deutlich zugenommen, so eine Studie des Münchner Zentrums für Ernährungsmedizin. Auch eine Untersuchung der Universitätsklinik Hamburg zeigt: Kinder essen seit Pandemiebeginn rund ein Drittel mehr Süßigkeiten. Während gleichzeitig der Medienkonsum steigt, sinkt das Bewegungspensum. 40 Prozent der Kinder trieben zuletzt gar keinen Sport mehr. Experten besorgt dieser Trend, weil die Kleinen überschüssige Pfunde nur schwer wieder loswerden und ihnen im späteren Leben zahlreiche Folgekrankheiten drohen.

Zahlreiche Probleme bei medizinischer Versorgung

Hinzu kommt: Auch die Gesundheitsversorgung junger Patienten leidet während der Pandemie. „Wir beobachten zum Beispiel, dass Kinder mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Asthma, Epilepsie oder Herzproblemen in der Krise ärztlich weniger intensiv begleitet werden und ihre Krankenlast zunimmt“, berichtet Privatdozent Dr. Burkhard Rodeck, leitender Arzt am Christlichen Kinderhospital Osnabrück und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Der Verband hat einen Appell veröffentlicht, der auf die größten Probleme bei der medizinischen Versorgung von Kindern aufmerksam macht – die Liste ist lang, von verzögerter Diagnosestellung bei akuten Erkrankungen über ein gehäuftes Auftreten von psychischen Beschwerden bis hin zu häuslicher Gewalt, Vernachlässigung, Entwicklungsverzögerungen und traumatischen Trennungserlebnissen aufgrund des Besuchsverbots in Kinderkliniken.

red

Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag bei 120,6

Die Gesundheitsämter meldeten am Samstag dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden insgesamt 24.097 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden innerhalb eines Tages weitere 246 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Samstag ist die Zahl damit um fast 6.000 gestiegen. Vor genau einer Woche waren 18.129 Neuinfektionen und 120 Todesfälle registriert worden. Gestern waren es 25.464 Fälle. (Stand: 10.04.)

Rund um die Osterfeiertage sind die Infektionszahlen weniger aussagekräftig, da weniger Tests durchgeführt und gemeldet werden. Das RKI erwartet, dass der Inzidenz-Wert im Laufe der kommenden Woche wieder belastbar sein wird.

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) steigt laut RKI auf 120,6 (Vortag: 110,4). In der Vorwoche am Samstag lag der Wert bei 131. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.980.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 78.249. Das sind 246 mehr als am Vortag. Rund 2.661.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 10.04.)

red

Die Vorteile der digitalen Medizin

ie erspart weite Wege und regelt vieles auf einen Fingertipp: Die digitale Medizin ist seit der Corona-Pandemie auf dem Vormarsch – und auch die Gesundheitspolitik treibt den Einsatz von Handy, Tablet und Computer in der Medizin voran. Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ stellt in seiner aktuellen Ausgabe die wichtigsten Neuerung vor – und zeigt, wann und wie sie sich nutzen lassen.

Noch vor einem Jahr war es kaum vorstellbar, Patienten über eine Video-Sprechstunde zu behandeln. Doch heute findet die Online-Beratung viel Zuspruch: Laut Digitalverband Bitkom stehen mit rund 40 Prozent zwei von fünf Internet-Nutzern ab 65 Jahren einer Sprechstunde oder Krankengymnastik am Bildschirm offen gegenüber. Für die Therapie können Patienten Smartphone, Tablet oder Computer mit Kamera nutzen. Die Technik ist auch für Ältere leicht zu bedienen.

Viele Vorteile versprechen sich Ärzte und Patienten auch von der E-Patientenakte. Unterlagen wie Arztbrief und Röntgenbilder legt der Arzt ab Juli 2021 digital in einer elektronischen Patientenakte ab. Der Patient kann die Dokumente auf seinem Smartphone ansehen und verwalten sowie bestimmen, inwieweit Ärzte, Kliniken und Apotheken die Informationen nutzen können.

Ähnlich einfach wird es, ein Rezept in der Apotheke einzulösen. Über einen grafischen Code lässt sich das verschriebene Medikament direkt an die Apotheke funken, die Bescheid gibt, ob die Arznei vorrätig ist.

Ralf Loweg / glp

So gehen Sie Hautkrankheiten auf den Grund

Die Ergebnisse der Datenanalyse sind im „Neurodermitisreport“ nachzulesen. Demnach wird nur ein Viertel der Neurodermitispatienten den Daten zufolge zwei Jahre nach Beginn der Erkrankung auch noch von einem Dermatologen betreut.

Das ist kritisch zu sehen, denn die Daten weisen darauf hin, dass Allgemeinmediziner, Kinderärzte und Internisten hinsichtlich Medikamentenauswahl und Behandlungsdauer weniger gut mit den offiziellen Leitlinien zur Neurodermitistherapie vertraut sind als Hautärzte.

Zudem sind sie viel zurückhaltender bei der Verschreibung innovativer Arzneimittel wie zum Beispiel Biologika, die seit 2017 auf dem Markt sind. Diese Wirkstoffe greifen sehr gezielt in das Entzündungsgeschehen ein und belasten das Immunsystem insgesamt viel weniger als ältere entzündungshemmende Medikamente. Solche neuen, aber auch bewährte ergänzende Behandlungsmöglichkeiten wie etwa die Phototherapie werden vornehmlich von Dermatologen verordnet.

„Eine Ersteinschätzung durch den Hausarzt ist bei Hautsymptomen unklarer Ursache durchaus sinnvoll“, erklärt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe in Bonn. „Schließlich kann auch eine organische Erkrankung dahinterstecken.“

Beim Verdacht auf eine Hautkrankheit sollte aber umgehend eine Überweisung zum Dermatologen erfolgen, so der Experte: „Allgemeinmediziner müssen fachlich breit aufgestellt sein. Da ist es kaum möglich, jederzeit in allen Fachgebieten auf dem neuesten Stand der Forschung zu sein.“ Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Neurodermitis sei es wichtig, Therapien stets kritisch zu hinterfragen und bei Bedarf andere Möglichkeiten auszuloten. Das ist Sache der Hautärzte.

Ralf Loweg / glp

Umfrage: Das macht Corona mit unserer Gesundheit

Das Thema Gesundheit gewinnt in der Corona-Krise immer mehr an Bedeutung. So denken viele Bundesbürger neben gesunder Ernährung oder ausgiebiger Bewegung auch an Verzicht. Das geht aus einer aktuellen YouGov-Umfrage hervor.

Während die eigene Gesundheit schon in der Clark-Studie aus 2020 für 81 Prozent der Befragten einen wichtigen bis sehr wichtigen Stellenwert einnahm, hat sie über die vergangenen Monate noch weiter an Bedeutung gewonnen. Das gaben 91 Prozent der Studienteilnehmer an.

Besonders interessant: Mit steigendem Alter scheint sich auch das Interesse an der eigenen Gesundheit zu vergrößern. Auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht wichtig) bis 7 (sehr wichtig) ordnen sich 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bei 7 Punkten ein. Bei den 50- bis 59-Jährigen vergaben 46 Prozent und bei den über 60- Jährigen sogar ganze 55 Prozent ein klares „sehr wichtig.“

Ursächlich für den rasant steigenden Stellenwert der eigenen Gesundheit ist die anhaltende Corona-Pandemie. Mehr als zwei Drittel der Deutschen (70 Prozent) geben an, seit Beginn der Pandemie mehr auf die eigene Gesundheit zu achten.

Doch die Pandemie sorgt nicht nur für ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein, sondern sie verändert zusätzlich das Gesundheitsverhalten. So achten 45 Prozent der Befragten generell mehr auf ihre Hygiene und weitere 22 Prozent ernähren sich aufgrund der anhaltenden Pandemie gesünder als vorher.

Alarmierend und kontraproduktiv ist jedoch folgender Trend: 11,0 Prozent der Befragten gehen seit Beginn der Pandemie seltener zu Vorsorgeuntersuchungen. Dies ist gerade mit Blick auf Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs problematisch.

Ralf Loweg / glp

RKI meldet mehr als 25.000 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter meldeten am Freitag dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden insgesamt 25.464 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden innerhalb eines Tages weitere 296 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Freitag ist die Zahl damit um rund 3.500 gestiegen. Vor genau einer Woche waren 21.888 Neuinfektionen und 232 Todesfälle registriert worden. Gestern waren es 20.407 Fälle. (Stand: 09.04.)

Anm.: Rund um die Osterfeiertage sind die Infektionszahlen weniger aussagekräftig, da weniger Tests durchgeführt und gemeldet werden.

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) steigt laut RKI auf 110,4 (Vortag: 105,7). In der Vorwoche am Freitag lag der Wert bei 134. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.956.316 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 78.003. Das sind 298 mehr als am Vortag. Rund 2.647.600 (+16.200) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 09.04.)

red