Die bange Frage: Grippe oder Corona?

Die Unsicherheit ist groß: Was tun bei Niesen, verstopfter Nase, Kratzen im Hals, Abgeschlagenheit? Während der aktuellen Corona-Pandemie sorgen diese typischen Anzeichen einer Erkältung schnell für Besorgnis.

Betroffene fragen sich, ob nicht doch das Virus dahintersteckt. Und diese Frage ist durchaus gerechtfertigt. Denn: “Ganz einfach lässt sich Covid-19 nicht von einer banalen Erkältung unterscheiden”, so Dr. Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes.

Allerdings gibt es auch Symptome, die massiver auf Corona hinweisen. So sind starker Husten, plötzlich auftretendes Fieber und Krankheitsgefühl, Kurzatmigkeit oder Geruchs- und Geschmacksstörungen typische Merkmale einer Covid-19-Erkrankung, so das Gesundheitsmagazin “Apotheken Umschau”.

Zwar gehören normale Anzeichen eines Schnupfens, also etwa wie Kribbeln in der Nase oder verstopfte Nebenhöhlen, nicht zu den typischen Corona-Symptomen. Aber Covid-19 kann sich auch durch leichte Erkältungssymptome bemerkbar machen. “Ob ein Test auf das Virus sinnvoll ist, sollte aber im Einzelfall entschieden werden”, sagt Experte Beier. Am besten sprächen Patienten mit ihrem Arzt darüber.

Eine Verhaltensmaßregel ist in diesen Zeiten jedenfalls immer richtig: Auch wenn man sich trotz Erkältung fit genug fürs Büro fühlt, sollte man sich in seine eigenen vier Wände zurückziehen, nicht ins Büro fahren, keine Freunde treffen, nicht zum Einkaufen gehen.

Wenn die Beschwerden nicht abklingen oder sich sogar verschlimmern, sollte man Kontakt zu einer Arztpraxis oder einem Testzentrum aufnehmen. Und zwar telefonisch. “So schützt man andere vor einer Ansteckung”, sagt Beier. Viele Praxen bieten derzeit kurzfristige Termine in einer sogenannten Infektsprechstunde.

Rudolf Huber / glp

Wenn Bakterien resistent werden

 Bakterien sind eine unsichtbare Gefahr. Und sie werden ständig bösartiger. Denn immer mehr dieser Keime sind gleich gegen mehrere Antibiotika resistent. Dadurch verbreiten sie sich rasant – und das weltweit.

Die Entwicklung neuer Resistenzen weitestgehend zu bremsen ist daher umso wichtiger – eine wesentliche Möglichkeit hierzu besteht darin, Antibiotika nur dann zu verordnen, wenn es unbedingt notwendig ist.

Der europäische Antibiotika-Tag am 18. November 2020 ist eine Initiative zur Förderung der öffentlichen Gesundheit, die das Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken durch Antibiotikaresistenzen schärfen möchte. Ursache für die weltweite Zunahme von Antibiotikaresistenzen ist der übermäßige und oft unnötige Einsatz von Antibiotika in der Medizin und Landwirtschaft – eine Entwicklung die sich nicht stoppen, aber verlangsamen lässt, betonen Experten.

Resistenzen entstehen durch spontane Mutationen im Erbgut der Bakterien oder bereits vorhandene Resistenzgene, die sie untereinander austauschen können. Nehmen Bakterien mehrere Resistenzgene gegen verschiedene Antibiotika auf, entstehen multiresistente Erreger.

Hochrechnungen zufolge erkranken in Europa jedes Jahr etwa 670.000 Menschen an Infektionen durch diese bösartigen Bakterien, davon rund 54.500 in Deutschland. An den Folgen sterben hierzulande etwa 2.400 Menschen, europaweit sind es etwa 33.000.

Besonders gefährdet sind Menschen mit einem schwächeren Immunsystem, wie zum Beispiel Kinder, Ältere, Diabetiker, Organtransplantierte, Krebspatienten oder Menschen, die vor kurzem eine Operation hatten. Deshalb hat das Bundesministerium für Gesundheit bereits 2015 die Deutsche Antibiotika Resistenzstrategie (“DART 2020”) entwickelt, deren oberstes Ziel es ist, die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu verhindern.

Ralf Loweg / glp

Corona-Schnelltest-Gerät geht am Klinikum Stuttgart an den Start

Die vom Land mit sechs Millionen Euro geförderte Entwicklung eines Corona-PCR-Schnelltests konnte in Rekordzeit abgeschlossen werden. Das Testgerät liefert bereits nach etwa 40 Minuten Ergebnisse am Ort der Probenentnahme. Am Klinikum Stuttgart wurde der offizielle Marktstart verkündet. Das gab das Wirtschaftsministerium in Stuttgart am Montag bekannt.

Seit April dieses Jahres hat das Wirtschaftsministerium die Entwicklung eines PCR-basierten Corona-Schnelltests des Freiburger Medizintechnik-Start-ups Spindiag GmbH und des Hahn-Schickard-Institut für Mikroanalysesysteme in Freiburg mit sechs Millionen Euro gefördert. Gemeinsam mit Dr. Daniel Mark (Firmenchef Spindiag), Prof. Roland Zengerle (Hahn-Schickard-Institutsleiter Freiburg) und Prof. Jan Steffen Jürgensen (Leitung Klinikum Stuttgart) hat Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am Klinikum Stuttgart den Schnelltest nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Entwicklung der Tests in Rekordzeit abgeschlossen

„Bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, ist die Identifikation von Infizierten durch ein schnelles und breites Testen die effektivste Möglichkeit zur Eindämmung des Virus. Der Spindiag GmbH ist es gemeinsam mit dem Hahn-Schickard-Institut in Freiburg gelungen, in nur wenigen Monaten einen Vor-Ort-Schnelltest bis zur Marktreife zu bringen. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass wir bei globalen gesellschaftlichen Bedrohungen wie der Corona-Pandemie schnell hochinnovative Lösungen hervorbringen, die eine wichtige Rolle bei der Eindämmung der Krankheit spielen“, sagte Hoffmeister-Kraut. „Im Kampf gegen die Pandemie dürfen wir keine Zeit verlieren. Dieses Beispiel zeigt, wie sinnvoll staatliche Förderungen sein können. Denn nur so konnte es gelingen, die Entwicklung der Tests in Rekordzeit abzuschließen.“, so die Ministerin.

Ergebnisse sind nach 40 Minuten verfügbar

Das Klinikum Stuttgart spielt als COVID-19-Versorgungszentrum eine bedeutende Rolle bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in der Landeshauptstadt und wird den Test einsetzen. Mit Hilfe des Geräts ist es möglich, Infizierte mit vergleichbarer Zuverlässigkeit wie bei einer Labor-Testung zu identifizieren, heißt es in der Mitteilung. Die Ergebnisse stehen innerhalb von nur etwa 40 Minuten am Ort der Probenentnahme zur Verfügung. „Damit gewinnen wir entscheidende Zeit, um Infektionsketten schnell und effektiv zu durchbrechen“, so die Ministerin weiter.

Bis zu 60 Tests pro Tag können mit dem Testgerät direkt am Ort der Probenentnahme durchgeführt werden. Sie ermöglichen schnelle Testergebnisse, ganz ohne logistikbedingte Wartezeiten. Das System zeichnet sich durch eine einfache und sichere Testdurchführung aus, heißt es in der Mitteilung. Der Tupfer, mit dem der Rachenabstrich vorgenommen wird, wird direkt in die Kartusche eingeführt. Es ist keine weitere Arbeit mit der Patientenprobe notwendig, sodass das Infektionsrisiko für das Personal minimiert wird. Eingesetzt werden könnte das Testverfahren deshalb auch außerhalb des Krankenhauses, etwa in Corona-Schwerpunktpraxen, Notfallambulanzen und Pflegeheimen.

red

Info:

Das Klinikum Stuttgart umfasst das Katharinenhospital, das Krankenhaus Bad Cannstatt und Deutschlands größte Kinderklinik, das Olgahospital. 7.000 Mitarbeitende, darunter fast 3.000 Pflegekräfte und mehr als 1.000 Ärztinnen und Ärzte, versorgen jährlich rund 90.000 Patienten stationär und 600.000 ambulant, einschließlich 100.000 Notfällen. Über 3.600 Geburten und mehr als 50.000 Operationen werden jedes Jahr im Klinikum Stuttgart betreut. Das Klinikum Stuttgart hat in der aktuellen Pandemie frühzeitig eine Corona-Ambulanz eingerichtet, 100.000 PCR-Abstriche auf SARS-CoV-2 analysiert und die Intensivkapazität von 90 auf 324 Plätze gesteigert.

 

Weniger neue Corona-Fälle: RKI meldet am Montag 10.824 Corona-Neuinfizierte

Viele Bereiche im öffentlichen Leben sind bis Ende November von erheblichen Einschränkungen betroffen um die Corona-Pandemie einzudämmen: Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter an das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen +10.824 neue Corona-Infizierte. Im Vergleich zum Montag vor einer Woche sank die Zahl der Neuinfektionen um rund 2.500. Damals waren 13.363 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Erfahrungsgemäß fallen jedoch die Zahlen am Wochenende niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende ihre Daten rechtzeitig übermitteln.

Am vergangenen Freitag wurde mit 23.542 Neuinfizierten, der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. (Stand: 16.11)  

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 801.327 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 12.547. Das sind 62 mehr als am Vortag. Rund 515.200 (+12.800) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 16.11)

red

RKI meldet mehr als 22.000 Corona-Neuinfektionen am Samstag

Ein weiterer Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus scheint im gesamten Bundesgebiet erst einmal etwas abgebremst zu sein. Das RKI meldete am Samstag weitere + 22.461 Corona-Fälle. Das sind rund 1.100 Neuinfektionen weniger als am Vortag. Gestern wurde mit 23.542 Fällen binnen 24 Stunden ein neuer Höchstwert erreicht. Am Samstag vor einer Woche hatte der Wert bei 23.399 Neuinfektionen gelegen. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. (Stand: 14.11)

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI mindestens 773.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 12.378. Das sind 178 mehr als am Vortag. Rund 493.200 (+ 11.500) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 14.11.)

red

Große Mehrheit der Deutschen für Impfung

Wenn alles nach Plan läuft, könnte schon bald ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen. Doch wie sieht es eigentlich mit der Impfbereitschaft der Menschen aus? Die ist zumindest in Deutschland auf einem hohen Niveau.

Aktuell geben 37 Prozent an, sich auf jeden Fall impfen zu lassen, wenn ein Impfstoff vorliegt – im August 2020 waren es allerdings noch sieben Prozentpunkte mehr. 34 Prozent halten es aktuell für wahrscheinlich, dass sie sich impfen lassen. Das hat jetzt eine Umfrage von Infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend ergeben. Lediglich 29 Prozent geben an, dass sie sich “wahrscheinlich nicht” oder “auf gar keinen Fall” impfen lassen wollen.

Bis ein Impfstoff gegen Covid-19 offiziell zugelassen wird, könnte nur noch eine Frage von Wochen sein. Wer dann zuerst geimpft wird, dafür hat die ständige Impfkommission Vorschläge gemacht: erst die Risikopatienten, dann Ärzte und Pfleger, dann systemrelevante Berufe wir zum Beispiel Polizisten oder Lehrer. Eine solche Priorisierung finden 93 Prozent der Deutschen richtig.

Ralf Long / glp

RKI meldet Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Der Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus geht im gesamten Bundesgebiet weiter und erreichte am Freitag einen neuen traurigen Höchstwert. Das RKI meldete weitere + 23.542 Corona-Fälle, so viele wie nie zuvor seit Ausbruch der Pandemie. Der bisherige Höchstwert hatte bei 23.399 Neuinfektionen gelegen und war am vergangenen Samstag vom RKI gezählt worden.Vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden noch bei 21.506. Gestern wurden +21.866 Fälle gemeldet. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. (Stand: 13.11)

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI mindestens 751.095  Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 12.200. Das sind 218 mehr als am Vortag. Rund 481.700 (+ 13.900) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 13.11.)

red

Fast 22.000 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden

Am Donnerstag meldeten binnen 24 Stunden die Gesundheitsämter an das Robert-Koch-Institut +21.866 neue Corona-Infizierte. Im Vergleich zum Donnerstag vor einer Woche stieg die Zahl der Neuinfektionen um fast 2.000. Damals waren 19.900 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Gestern wurden 18.487 neue Fälle gemeldet. (Stand: 12.11.)

Am vergangenen Samstag wurde mit 23.399 Neuinfizierten, der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 727.553 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 11.982. Das sind 215 mehr als am Vortag. Rund 467.800 (+13.000) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 12.11.)

red

So gerecht wird der Impfstoff verteilt

Mit ihrem Impfstoff sorgen Biontech und Pfizer für einen Hoffnungsschimmer in der Corona-Krise. Die EU vereinbarte mit den beiden Unternehmen nun den Kauf von bis zu 300 Millionen Impfdosen.

Das Mainzer Unternehmen Biontech trat Befürchtungen bereits entgegen, dass der mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Impfstoffe zunächst bevorzugt in den USA verteilt werden könnte. “Wir haben zusammen mit Pfizer vereinbart, dass wir den Impfstoff gleichmäßig und gerecht verteilen”, sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting den “Stuttgarter Nachrichten” und der “Stuttgarter Zeitung”. Seine Firma wolle “definitiv nicht, dass es eine unfaire Überhöhung der Chargen in einzelnen Regionen gibt”, betonte Poetting. Deshalb habe Biontech auch Wert darauf gelegt, dass ein Großteil des Impfstoffs in Europa hergestellt werden könne. “Über die Verteilung entscheiden wir mit Pfizer gemeinsam”, betonte der Finanzvorstand.

In Deutschland macht man sich derweil Gedanken darüber, wie die Corona-Impfungen praktisch ablaufen sollen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet mit bis zu 100 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für die Bundesrepublik. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte, dass es eine Informations- und Aufklärungskampagne zur Impfung geben solle. Die Bundesregierung werde bei einer Furcht vor Impfungen oder Nebenwirkungen auf volle Transparenz setzen, sagte sie der “Augsburger Allgemeinen”.

Um diese Angst auszuräumen, sei die konsequente Information und Aufklärung der Bevölkerung zur Wirksamkeit der Impfung und ihrer Risiken wichtig, so die Politikerin. Sie bekräftigte, dass keine Impfpflicht vorgesehen sei.

Ralf Loweg / glp

Diese Masken schützen Sie am besten

Das Maskentragen ist in der Corona-Krise längst zur Bürgerpflicht geworden. Doch welche Masken helfen am besten? Und welche Maske ist für die jeweilige Situation wirklich empfehlenswert? Diesen Fragen sind die Experten des Dr. Jacobs Instituts jetzt nachgegangen.

Inzwischen ist gut belegt, dass die Ansteckung mit Sars-CoV-2 über Virus-Aerosole eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt wie die Tröpfcheninfektion. Aerosole sind kleinste virushaltige Schwebeteilchen, die beim Atmen, Sprechen, Husten und Niesen abgegeben werden. Wird das Virus über Aerosole direkt in die Lunge eingeatmet, so begünstigt dies einen schweren Krankheitsverlauf.

Das Tragen von Masken kann sowohl die vom Infizierten abgegebene Virusmenge als auch die Viruslast beim Empfänger stark verringern. Somit können Masken vor einer möglichen Infektion sowie vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen.

Im Auftrag der WHO erschien in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet eine Übersichtsarbeit über die 172 aussagekräftigsten Studien. Untersucht wurden N95/FFP2-Masken und OP-Masken (oder vergleichbare Masken mit 12-16 Schichten Baumwolle). Dabei schnitten die N95/FFP2-Masken am besten ab. Auch ein Augenschutz reduzierte das Risiko stark. Brillenträger erkranken daher auch deutlich seltener.

OP-Masken sind sinnvoll für Personen ohne Risikofaktoren und bei mittlerem Ansteckungsrisiko, also im Alltag. Eigentlich sind sie dafür gedacht, nicht den Träger selbst, sondern andere zu schützen. Sie bieten dennoch einen guten Schutz für den Träger selbst.

Atemschutzmasken der Schutzklassen FFP2 (entspricht KN95 oder N95) bis FFP3 liegen eng am Gesicht an und schützen den Träger am besten – bei richtiger Handhabung.

Diese Masken sollten bei erhöhtem Ansteckungsrisiko getragen werden. Das Material von FFP2-/KN95-Masken kann zu etwa 95 Prozent virusbeladene Aerosole herausfiltern. Die Masken haben also eine hohe Filterleistung, bieten ihren hohen Schutz aber nur, wenn sie ordnungsgemäß getragen werden.

FFP3-Masken bieten den höchsten Schutz, können aber nicht lange getragen werden, weil man damit einfach nicht genug Luft bekommt. Masken mit Filterventil sind angenehmer zu tragen, da man besser atmen kann. Sie schützen allerdings nicht die Umgebung, da der Filter nur die Einatemluft, nicht aber die Ausatemluft reinigt.

Sehr wichtig für die Schutzwirkung und oft vernachlässigt ist der Sitz der Maske. Die Maske muss bereits oben an der Nasenwurzel ansetzen. Sehr häufig hängt die Maske an der Nasenspitze. Bei OP-Masken haben Asiaten einen natürlichen Vorteil: Ihre Nasen sind kleiner und OP-Masken liegen dicht an. Bei größeren Nasenformen klafft häufig ein beachtlicher Spalt zwischen Maske und Haut, den virusbeladende Aerosole in großer Menge passieren. Je näher die Maske an der Nasenspitze sitzt, desto größer der Spalt. In diesem Fall sind FFP2-Masken empfehlenswert, da diese besser anliegen.

Ralf Loweg / glp