Pille gegen Corona – Pharmakonzern Pfizer spricht von „Wendepunkt“

New York (dts) – Der Pharmakonzern Pfizer will eine Pille gegen Corona entwickelt haben, die eine Wirksamkeit von 89 Prozent gegen Tod oder die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes hat – und die erst nach Einsetzen von Symptomen eingenommen wird. Das teilte der Konzern am Freitag mit. Die Pille hat den Namen „Paxlovid“ und Pfizer will „so bald wie möglich“ eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Die bisherigen Daten beruhen auf einer Zwischenanalyse einer Phase-2/3-Studie, an der Personen teilgenommen hatten, die ein höheres Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken, und bereits Symptome zeigten. Sie wurden innerhalb von drei Tagen nach deren Einsetzen behandelt. Von 389 Testpersonen, die die Pille bekamen, wurden drei innerhalb von 28 Tagen ins Krankenhaus eingeliefert, entsprechend 0,8 Prozent, Todesfälle gab es keine.

In der Vergleichsgruppe, die nur ein Placebo erhielt, mussten von 385 Testpersonen 27 ins Krankenhaus, sieben starben. Ähnliche Resultate gab es bei Personen, die erst innerhalb von fünf Tagen nach Einsetzen der Symptome die Pille bekamen. Hier mussten 6 von 607 Personen, entsprechend 1,0 Prozent, innerhalb von 28 Tagen ins Krankenhaus, auch hier gab es keine Todesfälle.

Unter den Placebo-Testern mussten 41 von 612 Personen, entsprechend 6,7 Prozent, innerhalb von vier Wochen ins Krankenhaus, zehn Personen starben. „Die heutigen Neuigkeiten sind ein echter Wendepunkt bei den weltweiten Bemühungen, die Verwüstung dieser Pandemie zu stoppen“, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla am Freitag.

 

Neuer Corona-Höchstwert – mehr als 37.000 Neuinfektionen binnen eines Tages

Berlin (dts) – Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Freitagmorgen vorläufig 37.120 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 50 Prozent oder 12.452 Fälle mehr als am Freitagmorgen vor einer Woche und mehr als jemals zuvor seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert war mit 33.949 neuen Fällen binnen eines Tages erst am Donnerstag markiert worden.

Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von gestern 154,5 auf heute 169,9 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 270.500 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 64.800 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 154 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.

Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 740 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 106 Todesfällen pro Tag (Vortag: 101). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 96.346. Insgesamt wurden bislang 4,71 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

 

  

7-Tage-Inzidenz im Landkreis Ludwigsburg steigt weiter

Auf den Intensivstationen wird es eng. Wie überall spitzt sich auch im Landkreis Ludwigsburg die Lage in den Krankenhäusern weiter zu. Inzwischen hat Landesgesundheitsamt in Stuttgart aufgrund der anhaltend hohen Belegung von Intensivbetten mit COVID-19-Patientinnen und Patienten für das Land Baden-Württemberg die Warnstufe ausgerufen. Seit Mittwoch gelten vor allem für ungeimpfte und nicht genesene Personen, stärkere Einschränkungen.

Der Landkreis Ludwigsburg verzeichnet auch am Freitag einen hohen Wert an Corona-NeuinfektionenBinnen 24 Stunden meldete das Gesundheitsamt +258 neue Corona-Infizierte. Keines der 44 Stadt- und Landkreise im Land verzeichnete am Freitag einen noch höheren Wert. Am Vortag waren es 310 neue Corona-Fällen. Die meisten Fälle innerhalb der Landkreises verzeichneten die Städte Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg mit jeweils 38 Neuinfektionen.

Die Zahl der Corona-Toten im Kreis Ludwigsburg steigt um 1 auf mindestens 535. Rund 31.841 (+18) Menschen haben die Infektion nach Schätzungen vom Landratsamt überstanden. Die 7-Tage-Inzidenz steigt sehr deutlich zum Vortag und liegt kreisweit bei 228,6 (+28,6).

In Baden-Württemberg wurden am Freitag insgesamt 5.878 neue Fälle registriert. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 211,2. (Stand: 05.11. – 16Uhr)

Nach Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind mit Datenstand 05.11.2021, 16 Uhr insgesamt 321 COVID-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 166 (51,7 %) invasiv beatmet.

Aktuelle Impfzahlen für den Kreis Ludwigsburg: 

Infizierte nach Gemeinde (Quelle: Landratsamt Ludwigsburg – Stand: 05.11.21)

Affalterbach ( 236 | 3 )
Asperg ( 908 | 5 )
Benningen am Neckar ( 324 | 2 )
Besigheim ( 817 | 11 )
Bietigheim-Bissingen ( 3.212 | 38 )
Bönnigheim ( 643 | 2 )
Ditzingen ( 1.559 | 9 )
Eberdingen ( 378 | 4 )
Erdmannhausen ( 235 | 1 )
Erligheim ( 176 | 2 )
Freiberg am Neckar ( 773 | 12 )
Freudental ( 180 | 0 )
Gemmrigheim ( 324 | 0 )
Gerlingen ( 924 | 5 )
Großbottwar ( 449 | 2 )
Hemmingen ( 445 | 5 )
Hessigheim ( 98 | 1 )
Ingersheim ( 356 | 3 )
Kirchheim am Neckar ( 454 | 4 )
Korntal-Münchingen ( 1.172 | 8 )
Kornwestheim ( 2.594 | 19 )
Löchgau ( 343 | 1 )
Ludwigsburg ( 6.374 | 38 )
Marbach am Neckar ( 955 | 5 )
Markgröningen ( 938 | 9 )
Möglingen ( 853 | 1 )
Mundelsheim ( 168 | 3 )
Murr ( 388 | 8 )
Oberriexingen ( 149 | 0 )
Oberstenfeld ( 436 | 2 )
Pleidelsheim ( 399 | 1 )
Remseck am Neckar ( 1.568 | 10 )
Sachsenheim ( 1.315 | 6 )
Schwieberdingen ( 656 | 7 )
Sersheim ( 362 | 2 )
Steinheim an der Murr ( 624 | 5 )
Tamm ( 576 | 7 )
Vaihingen an der Enz ( 1.870 | 20 )
Walheim ( 164 | 1 )

red

Keine Maske – fristlose Kündigung

Vor eine fristlose Kündigung hat der Gesetzgeber hohe Hürden gestellt, sie ist nur in Ausnahmefällen möglich. „Das Arbeitsrecht dient vor allem dem Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sodass eine fristlose Kündigung regelmäßig eine Abmahnung und eine schwerwiegende Verfehlung des Arbeitnehmers voraussetzt“, heißt es in einem aktuellen Beitrag im Fachmagazin ZWP (Zahnarzt Wirtschaft Praxis) mit Bezug auf einen Fall beim Arbeitsgericht Köln (Urteil vom 17.6.2021). Dabei wurde das Nichttragen eines Mund-Nasen-Schutzes als solche Verfehlung eingestuft.

Das Gericht hatte über das Arbeitsverhältnis eines Außendienstmitarbeiters mit regem Kundenkontakt zu entscheiden. Der weigerte sich strikt, während der Arbeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Als Begründung legte der Arbeitnehmer ein medizinisches Attest vor, wonach es ihm aus medizinischen Gründen unzumutbar sei, eine nichtmedizinische Alltagsmaske oder eine vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung im Sinne der SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung zu tragen.

„Da der Arbeitgeber Zweifel an der Richtigkeit des Attests hegte, bot er dem Arbeitnehmer eine arbeitsmedizinische Untersuchung an, um den Befund zu bestätigen“, heißt es in der ZWP. Das lehnte der Arbeitnehmer ab. Der Arbeitgeber erkannte das Attest nicht an, mahnte den Mitarbeiter ab und kündigte fristlos, hilfsweise fristgerecht. Es kam zur Kündigungsschutzklage.

Das Arbeitsgericht Köln sah Abmahnung und fristlose Kündigung als wirksam an. Der Arbeitnehmer habe beharrlich und mehrfach gegen seine arbeitsvertraglichen Verpflichtungen verstoßen. Das vorgelegte Attest erachtete das Gericht laut ZWP als „nicht hinreichend aussagekräftig“. Und die ablehnende Haltung des Arbeitnehmers zur angebotenen arbeitsmedizinischen Untersuchung weckten beim Gericht Zweifel an der medizinischen Richtigkeit des Attests.

Rudolf Huber / glp

Wenn die Kasse das Hilfsmittel ablehnt

Wer Unterstützung beim Gehen braucht, nicht mehr gut hört oder unter Inkontinenz leidet, hat häufig Anspruch auf ein Hilfsmittel: Der Arzt stellt ein Rezept zum Beispiel für Rollator, Hörhilfe, Schuheinlagen oder Kompressionsstrümpfe aus. Sanitätshaus, Apotheke oder Hörgeräteakustiker empfehlen ein bestimmtes Hilfsmittel und beantragen es bei der Krankenkasse. Doch was tun, wenn die Kasse das Hilfsmittel ablehnt? Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps und beantwortet Fragen zum Thema Hilfsmittel an lokalen Aktionstagen bis Ende November 2021.

Die Krankenkasse gewährt nur Hilfsmittel, die medizinisch erforderlich sind. Was das genau heißt, wird im Einzelfall geprüft. Wird das Hilfsmittel abgelehnt, können Betroffene bei der Krankenkasse Widerspruch einlegen – und zwar innerhalb eines Monats. Diese Frist kann auch dadurch gewahrt werden, dass man die Kasse schriftlich zunächst ohne Begründung über den Widerspruch informiert. Für die Begründung bleibt dann mehr Zeit, zum Beispiel um mit der Arztpraxis Rücksprache zu halten.

Manche Versicherten wollen das Hilfsmittel direkt auf eigene Kosten kaufen. Dafür wählen viele den Weg über das Internet. Das ist nur dann ratsam, wenn ganz klar ist, welches Hilfsmittel genau benötigt wird und man es vielleicht schon ausprobiert hat. In jedem Fall sollte man die Webseiten genau prüfen, die AGB lesen und die Preise vergleichen. Achtung: Einige Geräte werden in mehreren Teilen geliefert und müssen eventuell selbst zusammengebaut werden.

Bei Hilfsmitteln fällt in der Regel eine gesetzliche Zuzahlung an, die selbst getragen werden muss. Damit Betroffene nicht übermäßig belastet werden, gibt es Höchst- und Belastungsgrenzen. Sind diese erreicht, kann man sich für den Rest des Jahres von der Zuzahlung befreien lassen. Die Belastungsgrenze liegt bei zwei Prozent der Bruttoeinkünfte zum Lebensunterhalt aller im Haushalt lebenden Personen pro Kalenderjahr. Bei chronisch Kranken liegt die Grenze bei einem Prozent.

Rudolf Huber / glp

Inzidenzwert im Landkreis Ludwigsburg steigt am Donnerstag auf 200

Auf den Intensivstationen wird es eng. Wie überall spitzt sich auch im Landkreis Ludwigsburg die Lage in den Krankenhäusern weiter zu. Inzwischen hat Landesgesundheitsamt in Stuttgart aufgrund der anhaltend hohen Belegung von Intensivbetten mit COVID-19-Patientinnen und Patienten für das Land Baden-Württemberg die Warnstufe ausgerufen. Seit Mittwoch gelten vor allem für ungeimpfte und nicht genesene Personen, stärkere Einschränkungen.

Die Zahlen steigen im Landkreis Ludwigsburg weiter: Der Kreis verzeichnet auch am Donnerstag einen hohen Wert an Corona-NeuinfektionenBinnen 24 Stunden meldete das Gesundheitsamt +350 neue Corona-Infizierte. Allein in Bietigheim-Bissingen wurden 50 bestätigte Corona-Neuinfizierte gemeldet. Dicht gefolgt von der Stadt Ludwigsburg mit 48 und der Stadt Kornwestheim mit 26 neuen Corona-Fällen. Am Vortag wurde im Landkreis mit 350 neuen Corona-Fällen ein neuer Höchststand registriert. (Stand: 04.11.)

Die Zahl der Corona-Toten im Kreis Ludwigsburg bleibt unverändert bei mindestens 534. Rund 31.823 (+97) Menschen haben die Infektion nach Schätzungen vom Landratsamt überstanden. Die 7-Tage-Inzidenz steigt sehr deutlich zum Vortag und liegt bei 200 (+28,2). (Stand: 04.11.21)

Aktuelle Impfzahlen für den Kreis Ludwigsburg: 

Infizierte nach Gemeinde (Quelle: Landratsamt Ludwigsburg – Stand: 04.11.21)

Affalterbach ( 233 | 2 )
Asperg ( 903 | 3 )
Benningen am Neckar ( 322 | 2 )
Besigheim ( 806 | 5 )
Bietigheim-Bissingen ( 3.174 | 50 )
Bönnigheim ( 641 | 8 )
Ditzingen ( 1.550 | 4 )
Eberdingen ( 374 | 8 )
Erdmannhausen ( 234 | 1 )
Erligheim ( 174 | 0 )
Freiberg am Neckar ( 761 | 7 )
Freudental ( 180 | 0 )
Gemmrigheim ( 324 | 3 )
Gerlingen ( 919 | 7 )
Großbottwar ( 447 | 1 )
Hemmingen ( 440 | 4 )
Hessigheim ( 97 | 0 )
Ingersheim ( 353 | 5 )
Kirchheim am Neckar ( 450 | 4 )
Korntal-Münchingen ( 1.164 | 11 )
Kornwestheim ( 2.575 | 26 )
Löchgau ( 342 | 6 )
Ludwigsburg ( 6.336 | 48 )
Marbach am Neckar ( 950 | 8 )
Markgröningen ( 929 | 6 )
Möglingen ( 852 | 4 )
Mundelsheim ( 165 | 2 )
Murr ( 380 | 6 )
Oberriexingen ( 149 | 2 )
Oberstenfeld ( 434 | 1 )
Pleidelsheim ( 398 | 3 )
Remseck am Neckar ( 1.558 | 11 )
Sachsenheim ( 1.309 | 9 )
Schwieberdingen ( 649 | 10 )
Sersheim ( 360 | 5 )
Steinheim an der Murr ( 619 | 6 )
Tamm ( 569 | 4 )
Vaihingen an der Enz ( 1.850 | 25 )
Walheim ( 163 | 0 )

red

Corona für vier Prozent aller Todesfälle verantwortlich – Herz und Kreislauferkrankung häufigste Ursache

Wiesbaden (dts) – Eine Corona-Infektion ist im letzten Jahr für vier Prozent aller Todesfälle hauptverantwortlich gewesen. Das geht aus der Todesursachenstatistik 2020 hervor, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag veröffentlichte. In dieser Zahl seien diejenigen Fälle nicht enthalten, in denen Covid-19 auf dem Totenschein nur als Begleiterkrankung dokumentiert wurden, so die Statistiker.

Insgesamt ist die Zahl der Todesfälle gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent auf 985.572 gestiegen . Die häufigste Todesursache im Jahr 2020 war wie schon in den Vorjahren eine Herz-/Kreislauferkrankung – gut ein Drittel (34 Prozent) aller Sterbefälle war darauf zurückzuführen und damit 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem bei älteren Menschen führten diese Erkrankungen zum Tod: 93 Prozent der an einer Krankheit des Herz-Kreislaufsystems Verstorbenen waren 65 Jahre und älter.

Zweithäufigste Todesursache waren die Krebserkrankungen: Beinahe ein Viertel (23,5 Prozent) aller Verstorbenen erlag im Jahr 2020 einem Krebsleiden, das waren ungefähr so viele wie im Vorjahr. 54 Prozent der Krebstoten waren Männer, 46 Prozent Frauen. Bei Männern waren die bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane beziehungsweise der Atmungsorgane (Lungen- und Bronchialkrebs) die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten.

Frauen waren ebenfalls am häufigsten von einer bösartigen Neubildung der Verdauungsorgane betroffen. Häufigste Einzeldiagnose bei den Krebserkrankungen von Frauen war jedoch der Brustkrebs. 4,2 Prozent oder 41.794 aller Todesfälle im Jahr 2020 waren auf eine nicht natürliche Todesursache wie zum Beispiel eine Verletzung oder Vergiftung zurückzuführen.

In 17.211 Fällen (49 Prozent Männer und 51 Prozent Frauen) war ein Sturz die Ursache für den Tod. Durch einen Suizid beendeten 9.206 Menschen ihr Leben, drei Viertel (75 Prozent) davon waren Männer und ein Viertel (25 Prozent) Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der Suizide mit +1,8 Prozent leicht höher (2019: 9.041 Fälle).

Hinweis: Suizid gefährdete Personen bekommen anonyme und kostenlose Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit unter der bundesweiten Telefonnummer 0800 – 1110111.

 

 

Fast 34.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden – Neuer Höchstwert

Berlin (dts ) – Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Donnerstagmorgen vorläufig 33.949 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 21 Prozent oder 5.912 Fälle mehr als am Donnerstagmorgen vor einer Woche und mehr als jemals zuvor seit Beginn der Pandemie. Dieser lag zuvor am 18. Dezember 2020. Das RKI hatte an dem Tag 172 Fälle weniger registriert als am Donnerstag. Es bleibt abzuwarten, inwiefern der Feiertag Allerheiligen am Montag in fünf Bundesländern eine Rolle bei der Entwicklung der Zahlen spielt.

Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von gestern 146,6 auf heute 154,5 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 247.800 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 55.800 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 165 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.

Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 707 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 101 Todesfällen pro Tag (Vortag: 95). Damit liegt die Zahl der Todesfälle nun bei 96.192. Insgesamt wurden bislang 4,67 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

 

 

Erkältungs-Viren im Anflug

Mit dem Herbst kommen die Erkältungs-Viren und breiten sich aus. Menschen mit einem stabilen Immunsystem können die winzigen Plagegeister allerdings nicht so viel anhaben. Experten wissen, wie man die körpereigene Abwehr stärken kann. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist das sogar besonders wichtig.

Denn wir leben in einer besonderen Situation: Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen während der Corona-Pandemie haben selbst banalen Erkältungsviren schlechte Chancen gegeben. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Weil die Abwehr dadurch aus dem Training geraten ist, haben Erreger für Husten, Schnupfen und Halsschmerzen im Herbst nun wieder leichteres Spiel. Das „HausArzt-PatientenMagazin“ rät deshalb dazu, die körpereigene Abwehr nun erst recht zu stärken.

Am besten gelingt das über eine gesunde Lebensweise. Dazu zählen Bewegung an der frischen Luft – ratsam ist etwa eine halbe Stunde pro Tag, egal ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad – ausreichend Schlaf und wenig Stress. Das Stresshormon Cortisol, das bei Dauerbelastung vermehrt im Blut zirkuliert, beeinträchtigt unter anderem die normale Funktion des Immunsystems. Gut sei daher, jeden Abend eine kleine Auszeit für einen Abendspaziergang, die Lieblingsmusik, ein gutes Buch, ein duftendes Entspannungsbad oder eine Tasse Beruhigungstee einzuplanen, heißt es in dem Magazin. Auch Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga stärke das Immunsystem.

Bekanntlich spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle: Wer täglich drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst isst, versorgt den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Diese sind wichtig für eine intakte Immunabwehr. Auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Erbsen enthalten wertvolle Nährstoffe und gesunde Kohlenhydrate. Sie machen satt, halten die Verdauung gesund und sind wegen ihres hohen Eiweißgehalts ideal für Veganer und Vegetarier. Das „HausArzt-PatientenMagazin“ liegt in Arztpraxen aus und hat auch einen Auftritt in sozialen Netzwerken wie Facebook.

Lars Waldrand / glp

Gesetzeslücke bei gefälschtem Impfpass

Das Vorlegen eines gefälschten Impfausweises in einer Apotheke ist momentan nicht strafbar. Deshalb kann er auch nicht beschlagnahmt werden. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Landgerichts Osnabrück vom 26. Oktober 2021 (AZ: 3 Qs 38/21), so das Rechtsportal „anwaltauskunft.de“.

Der Hintergrund: Am 11. Oktober 2021 beantragte die Polizei die gerichtliche Bestätigung der Beschlagnahme eines mutmaßlich gefälschten Impfausweises. Der Beschuldigte hatte das Heftchen in einer Apotheke vorgelegt, um ein digitales Impfzertifikat zu erhalten. Das Amtsgericht Osnabrück lehnte den Antrag allerdings ab. Denn: Das Verhalten des Beschuldigten sei nicht strafbar.

Diese Entscheidung wurde jetzt auch durch das Landgericht Osnabrück bestätigt. Das Gericht ging bei seinem Urteilsspruch von einer „Strafbarkeits-Lücke“ aus.

Ein Impfpass sei zwar ein Gesundheitszeugnis, so die Begründung. Die Vorlage sei aber nicht bei einer Behörde, sondern in einer Apotheke erfolgt. Das sei ein privates Unternehmen und nicht in die staatliche Verwaltung eingeordnet. Außerdem würden die Regelungen der Urkundenfälschung hier nicht greifen. Und es fehle an einer Strafbarkeit nach dem Impfschutzgesetz. Dieses stelle nur die Taten einer zur Durchführung der Schutzimpfung berechtigten Person unter Strafe, speziell durch den impfenden Arzt.

Eine Möglichkeit ließ das Gericht der Exekutive aber doch: Die „Sicherstellung“ eines gefälschten Impfausweises ist möglich. Und zwar, weil die Verwendung eines unechten oder gefälschten Impfausweises in jedem Fall – wegen der bestehenden Ansteckungsgefahr – eine „gegenwärtige Gefahr für die Allgemeinheit“ darstelle. Der Impfausweis dürfe daher auf Grundlage des polizeilichen Gefahrenabwehrrechts sichergestellt werden.

Rudolf Huber / glp