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Zigaretten-Absatz geht zurück

Diese Zahlen dürften nicht nur den Finanz-, sondern auch den Gesundheitsminister interessieren: Im zweiten Quartal 2019 wurden in Deutschland “nur” 19,1 Milliarden Zigaretten mit einem Verkaufswert von 5,8 Milliarden Euro versteuert. Das ist deutlich weniger als im Vorjahres-Zeitraum: Der Rückgang beträgt 6,6 Prozent.

Zahlenmäßig noch negativer, aber gesundheitspolitisch durchaus positiv ist auch die Entwicklung beim versteuerten Tabak-Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten: minus 9,2 Prozent. Und der Absatz von Zigarren und Zigarillos sank um 7,3 Prozent. Eine bedenkliche Entwicklung registrierte das Statistische Bundesamt (Destatis) beim Pfeifentabak. Der Boom der Shisha-Shops sorgte für eine Steigerung um 14,5 Prozent.

Unterm Strich wurden im zweiten Quartal 2019 Tabakwaren im Wert von 7,0 Milliarden Euro versteuert – 0,2 Milliarden Euro oder 3,4 Prozent weniger ein Jahr zuvor. Weil sich diese Daten aber auf den Zeitpunkt des Kaufs von Steuerzeichen und nicht auf den Verkaufszeitpunkt im Handel beziehen, lassen sich Quartalsvergleiche laut Destatis “nur bedingt auf eine längerfristig veränderte Nachfrage nach bestimmten Produkten schließen”. mp/rhu

Rasierschaum gegen Quallenpustel

Ein erfrischendes Bad im Meer – und dann das: Quallenalarm. Wer zu intensiven Kontakt mit den Tentakeln einer Feuerqualle hatte, sollte einige Punkte berücksichtigen, damit der Urlaub nicht ins Wasser fällt.

Die betroffene Stelle sollte auf keinen Fall abgerieben, abgespült oder gar abgeduscht werden. “Mit Rasierschaum besprühen oder mit Sand bedecken und diese Schicht etwa mit einer EC-Karte abschaben”, empfiehlt Michaela-Alexandra Banzhaf, Inhaberin einer Apotheke in Timmendorfer Strand, im Apothekenmagazin “Baby und Familie”. Guter Tipp: Den Schaum haben neben diversen Mitteln zur Wundversorgung meist die Stationen der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft parat.

Anschließend lindert ein juckreizstillendes Kühlgel den Schmerz und das Brennen. Bei starken Verbrennungen sollte man aber den Notarzt rufen. mp/rhu

Übergewicht bei Kindern: Hilfe für die Eltern

Rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind übergewichtig. Die Gefahr für fatale Folgen ist groß. Dabei sind das Ernährungs- und Bewegungsverhalten sowie weitere Lebensstilfaktoren als vorbeugende Maßnahmen entscheidend. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet mit dem neuen Angebot www.uebergewicht-vorbeugen.de Hilfe an.

Auf der Webseite finden Eltern und Fachkräfte wissenschaftlich fundierte Informationen, wie sie den Nachwuchs unterstützen können, gesunde Verhaltensweisen zu erlernen und diese zu Gewohnheiten werden zu lassen. Konkret gibt es Empfehlungen zum Bewegungs-, Ess- und Trinkverhalten, zur Entspannung sowie zur Nutzung von Online-Medien. Und: Familien erfahren, wo sie bei bereits bestehendem Übergewicht Hilfe finden können.

Denn die Folgen sind nicht ohne: Im Vergleich zu gleichaltrigen normalgewichtigen Kindern leiden sie beispielsweise häufiger an orthopädischen Störungen, an Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder sogar Diabetes mellitus Typ 2. Auch Fachkräften finden auf dem Onlineportal unterstützende Informationen wie zum Beispiel eine Sammlung von Bewegungsübungen, anschaulichen Infografiken und kurzen Themenblättern. mp/arei

mp Groß-Gerau – Rund zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind übergewichtig. Die Gefahr für fatale Folgen ist groß. Dabei sind das Ernährungs- und Bewegungsverhalten sowie weitere Lebensstilfaktoren als vorbeugende Maßnahmen entscheidend. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet mit dem neuen Angebot www.uebergewicht-vorbeugen.de Hilfe an.

Auf der Webseite finden Eltern und Fachkräfte wissenschaftlich fundierte Informationen, wie sie den Nachwuchs unterstützen können, gesunde Verhaltensweisen zu erlernen und diese zu Gewohnheiten werden zu lassen. Konkret gibt es Empfehlungen zum Bewegungs-, Ess- und Trinkverhalten, zur Entspannung sowie zur Nutzung von Online-Medien. Und: Familien erfahren, wo sie bei bereits bestehendem Übergewicht Hilfe finden können.

Denn die Folgen sind nicht ohne: Im Vergleich zu gleichaltrigen normalgewichtigen Kindern leiden sie beispielsweise häufiger an orthopädischen Störungen, an Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder sogar Diabetes mellitus Typ 2. Auch Fachkräften finden auf dem Onlineportal unterstützende Informationen wie zum Beispiel eine Sammlung von Bewegungsübungen, anschaulichen Infografiken und kurzen Themenblättern. mp/arei

Demenz: Erste Zeichen schon ab 40

Demenz ist eine Erkrankung, die vor allem alte Menschen treffen kann. Doch es gibt Vorboten – schon mit Mitte 40. Zum Glück kann unser Hirn einzelne Defizite 15 bis 20 Jahre lang so gut kompensieren, dass der Betroffene und die Umwelt dies zunächst nicht bemerken.

Obwohl es kein Medikament gegen Demenz gibt, kann sich eine Früherkennung lohnen. So sieht es jedenfalls Dr. med. Sebastian Horn von www.demenz-test.com. Man stelle sich vor, man sitzt in einem Schiff, das gerade untergeht – würde man dann nicht eine Schwimmweste haben wollen und einen Platz im Rettungsboot? Mit anderen Worten: wenn sich nicht-modifizierbare Risiken (Schiff geht unter) materialisieren, lenkt man intuitiv seine volle Aufmerksamkeit auf die modifizierbaren Risikofaktoren – Schwimmweste anziehen und ins Rettungsboot setzen – was ansonsten wohl kaum jemand machen würde.

So auch bei Demenz – das Erkennen eines vorliegenden Risikos bewegt die meisten Menschen dazu, es durch gezielte Massnahmen aktiv zu reduzieren. Eine frühe Diagnose mit frühestmöglicher Intervention ist entscheidend für die bestmögliche Behandlung oder Prävention. Dies wünschen sich zudem über 90 Prozent der Patienten. Und in anderen Ländern (z.B. USA, Kanada, Großbritannien) ist Demenz schon lange fester Bestandteil der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Parallel dazu fand man in diesen Ländern über die letzten Jahre eine Abnahme der Neuerkrankungen und damit auch eine Abnahme der notwendigen Heimunterbringungen – ein win-win Situation, sowohl für die betroffenen Patienten als auch für die Kosten im Gesundheitswesen. mp/wal

Was beim Durchatmen hilft: Fünf Fragen zu Asthma

Asthma-Patienten sind leidgeprüft. Fünf bis sieben Prozent der erwachsenen Deutschen sind von Asthma bronchiale betroffen.

Was bedeutet Asthma?

Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung, gekennzeichnet durch eine Verengung der Bronchien. Diese sind dadurch sehr empfindlich und reagieren stärker auf Reize wie Kälte, Pollen oder Zigarettenrauch. Die Folge kann eine Entzündung sein, die mit vermehrter Schleimbildung und einer Verkrampfung der Bronchien-Muskulatur einhergehen kann.

Ist Asthma heilbar?

Trotz intensiver Forschung lautet die Antwort weiter: In der Regel nein. Die Symptome lassen sich jedoch mit der richtigen Therapie meist gut behandeln.

Welche Auslöser von Asthma gibt es?

Den einen Asthma-Auslöser gibt es nicht. Man unterscheidet zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma. Auch Mischformen sind möglich. So können etwa Tierhaare, der Kot von Hausstaubmilben oder Pollen eine allergische Reaktion bei einem Asthmatiker hervorrufen. Eine ähnliche (nicht-allergische) Wirkung kann das Einatmen von z.B. Haarspray, Tabakrauch oder Abgasen mit sich bringen. Auch Stress, Infekte oder Wettereinflüsse können einen Anfall auslösen.

Welche Arten von Asthma-Medikamenten gibt es?

Man unterscheidet zwei Arten: Schnell wirksame Medikamente (“Reliever”) für akute Anfälle – meist als Spray. Langzeitmedikamente (“Controller”) sollen helfen, die chronische Entzündung und die Verengung der Atemwege dauerhaft in den Griff zu bekommen. Meist werden beide kombiniert. Die Medikation richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Es spielt auch eine Rolle, ob die Zahl bestimmter Immunzellen, der eosinophilen Granulozyten, in Blut und Lungengewebe erhöht ist. Diese “EOS” sind für die Entzündung in der Lunge mit verantwortlich. Man spricht dann von eosinophilem Asthma. Patienten mit solchem Asthma wurden bislang häufig mit Kortisontabletten behandelt. Das kann jedoch zu schweren Nebenwirkungen führen.

Gibt es eine Alternative zu Kortison-Tabletten?

Bei schwerem eosinophilem Asthma können Medikamente aus der Gruppe der Biologika zum Einsatz kommen. Sie können helfen, die nötige Dosis des oral eingenommenen Kortisons – und so auch die Nebenwirkungen – zu verringern oder – bei einigen Patienten – komplett abzusetzen. Biologika ähneln in ihrer Struktur körpereigenen Stoffen. Beispielsweise stört der Wirkstoff Benralizumab ein Signal, das für das Wachstum der EOS sorgt; gleichzeitig werden die im Blut vorhandenen EOS vernichtet. Dadurch klingt die Entzündung der Lunge ab. Biologika werden als Dauertherapie, per Spritze oder Infusion verabreicht. mp/rhu

Quetschies für Kinder: Kein Ersatz für Obst

Kinder lieben sie, doch Eltern sollten vor allem vorsichtig sein: Quetschies sind nämlich “als Süßigkeit zu werten und kein Ersatz für die tägliche Portion Obst, sondern für das Stück Schokolade”, betont Manon Richter, zertifizierte Ernährungsberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), im Apothekenmagazin “Baby und Familie”.

Das Problem: Den Quetschies fehlten wichtige Vitamine und vor allem Ballaststoffe. Stattdessen steckt in jedem Quetschbeutel viel Fruchtzucker. “Und zwar nicht nur vom Obst selbst”, erklärt die Expertin. “Oft fügen die Hersteller auch versteckte Zucker, etwa in Form von Saftkonzentrat, hinzu”, so Richter.

Die möglichen Folgen: Eine negative Beeinflussung des Stoffwechsels der Kinder und eine Begünstigung von Übergewicht. Der hohe Zuckergehalt kann auch zu Karies führen, zumal die Zähne noch auf andere Weise leiden: “Viele Hersteller reichern die Quetschies mit Vitamin C an”, sagt Richter. Das wirke auf Verbraucher gesund, mache die Produkte vor allem aber haltbar – und greife den Zahnschmelz an: “Es ist eine Säurequelle, die besonders dem Milchgebiss schadet.” Der Rat der Ernährungswissenschaftlerin: Quetschies sollten Eltern nach Möglichkeit selbst machen. mp/arei

Hautkrebs manchmal heilbar

Der schwarze Hautkrebs kam lange Zeit einem Todesurteil gleich. Seit einigen Jahren nun existieren zielgerichtete Medikamente, mit denen sich der Krebs zeitweise zurückdrängen lässt. In Einzelfällen wurde sogar schon eine Heilung beschrieben. Über 200.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Hautkrebs. In neun von zehn Fällen handelt es sich dabei um sogenannte weiße Formen, die meist keinen bösartigen Verlauf nehmen. Problematischer ist es beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom).

Wird der Krebs frühzeitig entdeckt – und das passiert dank besserer Diagnostik immer häufiger – können Ärzte den Patienten durch einen relativ kleinen chirurgischen Eingriff heilen. Ist er aber bereits fortgeschritten und der ursprüngliche Herd hat in Form von Metastasen gestreut, hilft keine Operation mehr. Dann werden Arzneimittel unverzichtbar.

Krebsforscher verfügen über eine breite Palette an zielgerichteten Arzneimitteln. Dank intensiver Forschung gibt es mittlerweile neun Medikamente gegen den streuenden schwarzen Hautkrebs. Seit einigen Jahren gibt es Immuntherapien, die auf monoklonalen Antikörpern beruhen: Diese helfen dem Körper, sich selbst zu helfen.

Sie überlisten die Mechanismen der Krebszellen, sich vor den natürlichen Abwehrkräften zu verstecken. Dadurch können die natürlichen Immunzellen den Tumor wieder angreifen und zurückdrängen. Auch existieren Therapien gegen individuelle molekulare Eigenschaften von Tumor-Mutationen. Wird beim Patienten eine spezifische Tumor-Mutation diagnostiziert, blockieren diese Wirkstoffe das Wachstum dieser Krebszellen.

“Dank des Einsatzes dieser Wirkstoffe lässt sich heute die Überlebensrate der Patienten teilweise verdoppeln”, teilt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mit. In Einzelfällen sei sogar beschrieben worden, dass der Tumor komplett verschwindet. Eine Kombination aus mehreren Medikamenten könne zukünftig für weitere Erfolge sorgen. mp/wal

MEHL-RÜCKRUF: Kunstmühle Reisgang GmbH ruft „Mehlzauber Roggenmehl Type 1150“ zurück

Kunstmühle Reisgang GmbH ruft eine Charge „Roggenmehl Type 1150“ zurück

Reisgang: Die Kunstmühle Reisgang GmbH ruft aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes eine Charge Mehlzauber „Roggenmehl Type 1150“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 17.07.20 zurück. Das Mindesthaltbarkeitsdatum befindet sich auf der Oberseite der Verpackung.

In dem Roggenmehl wurde eine erhöhte Menge an Ergotalkaloide festgestellt. Alkaloide finden sich hauptsächlich im Mutterkorn, das auf Getreideähren und Gräsern wächst. Ein Verzehr kann zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder in seltenen Fällen Halluzinationen führen. Die Kunstmühle Reisgang GmbH hat umgehend reagiert und die Ware sofort aus dem Verkauf genommen.

Betroffen ist ausschließlich das im Freistaat Bayern verkaufte „Roggenmehl Type 1150“ mit dem oben genannten Mindesthaltbarkeitsdatum. Alle anderen Produkte der Kunstmühle Reisgang GmbH sind davon nicht betroffen und uneingeschränkt zum Verzehr geeignet. Kunden, die das Roggenmehl erworben haben, sollten dieses in der jeweiligen Verkaufsstätte zurückgeben. Dort erhalten sie den Kaufpreis ohne Vorlage
eines Kassenbons zurückerstattet.

Betroffener Artikel:

Produkt: Roggenmehl Type 1150
Bezeichnung: Mehlzauber
Mindesthaltbarkeitsdatum: 17.07.20
Hersteller: Kunstmühle Reisgang GmbH

Das Mindesthaltbarkeitsdatum befindet sich auf der Oberseite der Verpackung.

Krebstherapie: Diese Ansätze machen Hoffnung

In Deutschland erkranken jährlich rund 476.000 Menschen neu an Krebs. Bei der Behandlung gehören Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Therapie zu den zentralen Säulen. Doch Forscher suchen ständig nach neuen Ansätzen.

Bislang sind rund 300 Krebsarten bekannt, die sich in vielen Aspekten unterscheiden. Doch auch innerhalb einer Krebsart können die Unterschiede von Patient zu Patient groß sein. “Bei der zielgerichteten Krebstherapie versuchen wir, eine Behandlung einzusetzen, die auf die Eigenheiten einer Tumorart und auf die Krebszellen des Patienten abgestimmt ist”, erklärt Prof. Dr. Martin Glas, Leiter der Abteilung Klinische Neuroonkologie am Universitätsklinikum Essen. Durch den maßgeschneiderten Ansatz können Medikamente zum Beispiel gezielt Tumorzellen erkennen – oder sie entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn der Tumor bestimmte Eigenschaften aufweist. Dies kann zur Hemmung des Tumorwachstums und zum Sterben der Krebszellen führen. Andere Medikamente stören die Neubildung von Blutgefäßen, die der Tumor zu seiner Versorgung benötigt. Die zielgerichtete Krebstherapie wird zum Beispiel bei Brustkrebs, bösartigem Hirntumor und Darmkrebs angewandt.

“Hinter der Behandlung mit sogenannten Tumortherapiefeldern steckt die Beobachtung, dass rasch wechselnde elektrische Felder die Teilung von Tumorzellen stören können”, so Professor Glas. Im Einsatz ist diese Art der Behandlung etwa bereits beim Glioblastom, dem häufigsten bösartigen Hirntumor im Erwachsenenalter. Die Behandlung erfolgt mithilfe eines kleinen tragbaren Geräts und hochentwickelten Keramik-Gelpads, die auf dem Kopf befestigt werden. Sie wird nach erfolgter Operation sowie Strahlen- und Chemotherapie zusätzlich zur Erhaltungschemotherapie beim Glioblastom angewendet. Die Therapie kann dazu beitragen, die Überlebensrate der Patienten zu verlängern.

Bei der Immuntherapie geht es darum, das Immunsystem des Patienten gegen den Krebs zu mobilisieren. “Bestimmte Krebszellen können verschiedene Strategien entwickeln, mit denen sie sich vor der körpereigenen Abwehr verstecken. Ein Ziel der Forscher ist es, den Krebszellen diese Tarneigenschaft zu nehmen oder das Abwehrsystem gezielt gegen die Erkrankung zu richten”, erklärt Professor Glas. Die Zellen können dann vom Immunsystem unschädlich gemacht werden. Moderne Formen der Immuntherapie beschäftigen sich zum Beispiel mit einer gezielten Impfung gegen die Krebserkrankung. Andere setzen spezielle Viren ein, die gezielt Tumorzellen infizieren. “Die körpereigene Abwehr kann sie so als Feind erkennen und angreifen.” mp/f

Das Schussel-Gen

Schusselige Leute haben eine Entschuldigung: Die Gene sind schuld. Das haben Genforscher herausgefunden. Schlüssel, Handy, sogar das Auto: Viele können sich einfach nicht merken, wo sie ihre kleinen und großen Dinge gelassen haben. Inzwischen weiß man: Die Ursache für unsere Schusseligkeit liegt in der Familie.

Forscher haben herausgefunden, dass ein Gen mit dem Namen DRD2 für unsere Schusseligkeit mitverantwortlich ist. Eine Variante des Gens beeinflusst den Dopaminhaushalt unseres Gehirns. “Wir können dann uns weniger gut auf eine Sache konzentrieren”, sagt Bettina Rackow-Freitag, Fachautorin der “Apotheken-Umschau”. “Wir sind dadurch schusseliger, lassen uns leichter ablenken.” Manche würden auch eher mal stolpern, denn die Veranlagung wirke sich auch im Motorischen aus. Schusseligkeit könne aber auch durch Stress, Eisen- oder Vitaminmangel kommen.

Doch was tun? Früher hat man sich einfach einen Knoten ins Taschentuch gemacht, heute hilft die Technik. “Mit dem Handy kann man sich einfach an Geburtstage und Termine erinnern lassen, oder die Umgebungskarte zeigt an, wo das Auto abgestellt ist”, erklärt die Expertin.

Doch kann man auch des Guten zu viel tun: “Viele schauen bis zu hundertmal am Tag auf ihr Display, checken Nachrichten oder suchen etwas im Internet. Diese häufigen Unterbrechungen lenken uns sehr stark ab.” Wissenschaftler hätten festgestellt, dass sich das wahrscheinlich auf die Konzentration und die Gedächtnisleistung langfristig auswirkt. Tipp: Einfach öfters das Handy lautlos stellen.

Auch Routine soll gegen Schusseligkeit helfen. Wer sich angewöhne, abends alle wichtigen Utensilien für den nächsten Morgen herzurichten, erspare sich einen hektischen Start in den Tag. mp/wal