Ohne Angst zum Arzt

In der Corona-Krise gehen viele Menschen mit einem mulmigen Gefühl zum Arzt. Die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus ist in vielen Wartezimmern allgegenwärtig. Deshalb kam es vor allem in den ersten Wochen der Pandemie zu einem deutlichen Rückgang der Patientenzahlen in den Arztpraxen.

„Zum einen hatten viele Patienten Angst vor einer Infektion. Zum anderen waren auch die Praxisteams verunsichert“, sagt Dr. Heribert Brück, Kardiologe und Pressesprecher des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK). Inzwischen haben sich die Praxen auf die besondere Situation eingestellt – und das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ zeigt, was man als Patient beim Arztbesuch beachten sollte.

Die medizinischen Fachgesellschaften raten davon ab, aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus den dringend notwendigen Arztbesuch abzusagen. Patienten sollten ihre Behandlungs- und Vorsorgetermine möglichst wahrnehmen. Dies ist wichtig, damit Erkrankungen erkannt und optimal behandelt werden.

Hilfreich für die Praxisteams ist es, wenn die Patienten zu den organisierten Abläufen in der Praxis beitragen. Viele Praxen haben statt der offenen Sprechstunden Terminsprechstunden eingerichtet. Patienten sollten vorher anrufen und pünktlich etwa fünf Minuten vor dem Termin erscheinen.

Doch Vorsicht: Wer einen Arzttermin hat, aber plötzlich Erkältungssymptome verspürt, sollte vorher in der Praxis anrufen. Per Telefon werden die nächsten Schritte besprochen – etwa ob ein Coronatest nötig ist oder wie eine Behandlung dennoch stattfinden kann.

Selbstverständlich sollten sich Patienten auch beim Arztbesuch an die allseits bekannten Hygieneregeln halten: beim Betreten der Praxis die Hände desinfizieren, in die Ellenbeuge niesen, Abstand zu anderen wahren und einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

In vielen Bundesländern ist in Arztpraxen ein medizinischer Mundschutz Pflicht. Dazu zählen chirurgische Masken, KN95- und FFP2-Masken. Unbedingt sollten die aktuellen regionalen Bestimmungen beachtet werden. In Bayern beispielsweise ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht.

Ralf Loweg / glp

AstraZeneca-Impfstoff wieder freigegeben

Die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca sollen in Deutschland noch am Freitag wieder starten. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz in Berlin angekündigt. Die Europäische Arzneimittelagentur hatte nach dem Bekanntwerden mehrerer Fälle von seltenen Hirnvenen-Thrombosen empfohlen, weiter mit dem Vakzin zu impfen, aber das Bewusstsein für mögliche Risiken zu schärfen. „Es war richtig, die Impfung mit AstraZeneca vorsorglich auszusetzen, bis die auffällige Häufung der Fälle dieser sehr seltenen Thrombosen-Art analysiert worden ist“, sagte Spahn. „Ärztinnen und Ärzte müssen Bescheid wissen, damit sie die Impfwilligen aufklären können.“ Und Bürgerinnen und Bürger müssten darauf vertrauen können, transparent informiert zu werden.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts Prof. Klaus Cichutek erklärte, dass das Risiko-Nutzen-Profil des Impfstoffs von AstraZeneca der EMA zufolge weiterhin günstig sei. Bei Frauen unter 55 Jahren seien allerdings mehr Fälle von Thrombosen mit Thrombozytopenie – in manchen Fällen mit tödlichem Ausgang – im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung berichtet worden als normalerweise zu erwarten wären. Es handle sich aber um sehr wenige Fälle, sagte Cichutek. Und: „Es ist unklar, ob diese Events ursächlich mit dem Impfstoff in Zusammenhang zu bringen sind.“ Das zuständige Gremium der EMA PRAC (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee) hat empfohlen, einen entsprechenden Hinweis in den Beipackzettel aufzunehmen. In Deutschland gibt es bis jetzt 13 bekanntgewordene Fälle von Sinusvenenthrombosen – davon zwölf bei Frauen unter 55 Jahren, von denen zwei tödlich verlaufen seien. Einen Fall habe es bei einem Mann gegeben, ebenfalls mit tödlichem Ausgang.

Ärztinnen und Ärzte sollten auf Anzeichen einer solchen Sinusvenenthrombose achten und ihre Patientinnen und Patienten darauf hinweisen. Impflinge sollten sich sofort an einen Arzt wenden, wenn sie vier bis 16 Tage nach einer Impfung – also nach Abklingen der üblichen Impfreaktionen – Symptome wie Kurzatmigkeit, Unterleibsschmerzen oder Schwellungen in Armen oder Beinen entwickeln. Auch bei starken oder anhaltenden Kopfschmerzen oder punktförmigen Hautblutungen sollten Betroffene sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Produktinformation für den Impfstoff werde nun dementsprechend angepasst.

red

 

Ab Montag: Maskenpflicht an Grundschulen und Wechselunterricht für 5. und 6. Klasse

Baden-Württemberg führt wegen steigender Infektionszahlen die Maskenpflicht an Grundschulen ein: Ab Montag gilt auch an den Grundschulen eine Maskenpflicht für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler. Die 5. und 6. Klassen können zur Umsetzung der Abstandsregel auf Wechselunterreicht umsteigen.

Angesicht der aktuellen Corona-Entwicklung müssen ab kommenden Montag Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler an Grundschulen medizinische Masken tragen. Dieser Schritt sei notwendig, gab die Landesregierung am Donnerstag bekannt.

Die Maskenpflicht gilt im und außerhalb des Unterrichts. In einer Übergangsphase können die Schülerinnen und Schüler auch Alltagsmasken tragen, wenn kurzfristig keine medizinischen Masken für Kinder beschafft werden können. Auch an weiterführenden Schulen müssen ab Montag medizinische Masken getragen werden. Weiterhin soll den weiterführenden Schulen zur Umsetzung der Abstandsregeln ermöglicht werden, Wechselunterricht zu wählen. Dies gilt auch für die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)

red

Quelle: Landesregierung Baden-Württemberg

Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt weiter

Seit Montag (08.03.21) gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung, die abhängig vom Infektionsgeschehen auf Landkreisebene die stufenweise Öffnung vieler geschlossener Bereiche vorsieht. Und so sieht die Lage am Donnerstag 18.03. in Deutschland aus:

Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut insgesamt 17.504 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden binnen 24 Stunden weitere 227 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Donnerstag ist das ein Anstieg um rund 3.150 Fälle. Das RKI weist daraufhin, dass Zahlen aus Hamburg noch fehlen und dass daher die Zahlen noch höher ausfallen werden. Vor genau einer Woche waren 14.356 Neuinfektionen und 321 Todesfälle registriert worden. Gestern wurden 13.435 Fälle gemeldet. (Stand: 18.03.).

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.612.268 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 74.132 Das sind 227 mehr als am Vortag. Rund 2.383.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 18.03.)

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) steigt laut RKI auf 90 (Vortag 86,2). In der Vorwoche am Donnerstag lag der Wert bei 69. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

red

Das denken die Deutschen wirklich über Corona-Schnelltests

Ein zügiges Impfen und Schnelltests gelten als Schlüssel für den Weg aus der Corona-Krise. Um die Ausbreitung der gefährlichen Coronaviren zu stoppen, sind Schnelltests nun auch im Einzelhandel verfügbar, etwa in Supermärkten und Apotheken.

Die Corona-Schnelltests sollen in etwa 15 bis 20 Minuten anzeigen, ob man infektiös ist. In der deutschen Bevölkerung stößt diese Maßnahme auf eine breite Zustimmung. Die Mehrheit der Deutschen kann sich einer aktuellen Appinio-Umfrage zufolge vorstellen, für jede Aktivität einen Corona-Schnelltest aus dem Einzelhandel zu nutzen.

Die am häufigsten in Betracht gezogene Gelegenheit für einen Test aus dem Supermarkt oder der Apotheke sind Treffen mit Freunden und Familie, die zur Risikogruppe gehören. Zu diesem Zweck würden 62 Prozent der Deutschen einen Schnelltest nutzen. Mit 71 Prozent würden die 25- bis 34-Jährigen etwas häufiger zu den Schnelltests aus dem Einzelhandel greifen als beispielsweise die 55- bis 65-Jährigen (61 Prozent).

Ebenfalls würden 60 Prozent der Befragten für einen Restaurant- oder Barbesuch zum Selbsttest aus dem Einzelhandel greifen. Weitere Einsatzgebiete für diese Schnelltests wären anstehende Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen wie zum Beispiel der Besuch von Museen (57 Prozent), Treffen mit Freunden und Familienmitgliedern, die nicht zur Risikogruppe gehören (56 Prozent), der Besuch von Schwimmbädern und Saunen (55 Prozent), öffentliche Partys und Club-Besuche (52 Prozent) sowie private Partys (52 Prozent).

Jeder dritte Deutsche hat sogar schon konkrete Kaufabsichten: So geben 33 Prozent der Befragten an, noch in diesem Monat einen Schnelltest aus dem Einzelhandel kaufen zu wollen. Etwas weniger als jeder Zweite (46 Prozent) will sich noch in diesem Monat in einem Testcenter, in einer Apotheke oder in einer Arztpraxis testen lassen.

Kürzlich hatten auch diverse Einzelhändler angekündigt, selbst Corona-Testzentren aufzubauen, in denen sich Bundesbürger kostenlos auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen können. 81 Prozent der Befragten bewerten dieses Vorhaben als (sehr) positiv. Allerdings wissen nur 58 Prozent der Deutschen, dass die Kosten dafür der Staat trägt. 13 Prozent glauben, dass der Einzelhändler für die Kosten aufkommt.

Ralf Loweg / glp

Die Mängel der Medikamente

Medikamente erleichtern vielen Patienten das Leben. Doch nicht immer läuft alles glatt. Nebenwirkungen und sonstige Mängel sorgen für Ärger und negative Schlagzeilen. Deshalb sind die Rückmeldungen aus den Apotheken bei diesem Thema besonders wichtig.

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) erhielt im Jahr 2020 rund 8.700 sogenannte „Spontanberichte“ aus etwa 4.600 Apotheken. 97 Prozent dieser Berichte betrafen Arzneimittel.

„Die Apotheken leisteten einen bedeutsamen Beitrag zur Erhöhung der Arzneimittelsicherheit und damit für die Patientensicherheit, auch unter den einschneidenden Bedingungen der Pandemie,“ sagte Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK.

Zu den Qualitätsmängeln bei Arzneimitteln gingen mehr als 6.300 Verdachtsmeldungen ein, vor allem Verpackungsfehler, galenische Mängel und mechanische Defekte. Von den insgesamt 2.371 Berichten zu Arzneimittelnebenwirkungen wiesen rund 800 aufgrund ihrer Klassifikation der Art oder Schwere eine Eilbedürftigkeit zur Weiterleitung an die zuständige Bundesoberbehörde auf.

Insgesamt machten die Nebenwirkungsmeldungen rund 27 Prozent aller Berichte an die AMK aus. Etwa sechs Prozent der Nebenwirkungsmeldungen wurden im Zusammenhang mit einer Arzneimittelsubstitution gemeldet, also dem Austausch des verordneten Arzneimittels zum Beispiel durch ein Rabattarzneimittel der entsprechenden Krankenkasse.

Hintergrund: Die AMK nimmt nicht nur Meldungen aus Apotheken entgegen, sondern informiert diese zudem über Arzneimittelrisiken und Maßnahmen zur Risikoabwehr.

Ralf Loweg / gap

Gerichtsbeschluss: Quarantänepflicht für „Kontaktperson der Kontaktperson“ gekippt

MANNHEIM / LUDWIGSBURG. Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat mit heute bekannt gewordenem Beschluss die Quarantäne-Regelung zu Haushaltsmitgliedern von Kontaktpersonen eines mit einer Corona-Virusvariante Infizierten außer Vollzug gesetzt. Dies bedeutet, dass ab sofort in Baden-Württemberg Kontaktpersonen von Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne müssen.

Bisher mussten sich nach der „Coronaverordnung Absonderung“ Haushaltsangehörige einer Kontaktperson der Kategorie 1 oder der Kategorie Cluster-Schüler ebenfalls in Quarantäne begeben, wenn bei der positiv getesteten Person eine Virusvariante festgestellt wurde. Die Quarantäne der Haushaltsmitglieder von Kontaktpersonen der Kategorie 1 oder der Kategorie Cluster-Schüler endete mit dem Ende der Quarantänezeit der Kontaktperson nach der Benachrichtigung durch die zuständige Behörde. Aufgrund der VGH-Entscheidung können nun alle Betroffenen, die zum genannten Personenkreis gehören, die Quarantäne verlassen.

Das Landratsamt Ludwigsburg geht davon aus, dass das Land seine „Coronaverordnung Absonderung“ entsprechend anpassen wird.

Wer Fragen zu dem Thema hat, kann sich an die Corona-Bürgerhotline 07141 144-69400 des Landratsamts wenden.

red

Quelle: Landratsamt Ludwigsburg

10.000 Schritte für ein gesundes Glück

Bewegung hat großen Einfluss auf die Gesundheit. Dabei muss es allerdings nicht gleich ein Marathonlauf über 42 Kilometer sein. 10.000 Schritte täglich reichen vollkommen aus. Studien belegen, dass diese Schrittzahl (und mehr) der Gesundheit am meisten nützt.

Die regelmäßige Bewegung baut Muskeln auf, kräftigt Knochen, bessert Bluthochdruck – und ist für Diabetiker das natürlichste Mittel, den Blutzucker zu senken. „10.000 Schritte am Tag haben etwa den gleichen Effekt wie 1.000 Milligramm des Diabetes-Medikaments Metformin oder fünf Einheiten Insulin“, erklärt Professor Peter Schwarz, Spezialist für die Vorbeugung und Behandlung von Diabetes am Universitätsklinikum Dresden, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

Auch wer mit nur 500 Schritten am Tag anfängt, hat gute Chancen, innerhalb von Wochen bei 10.000 Schritten anzukommen. Bei zügigem Gehen sind das übrigens etwa eine Stunde und 20 Minuten.

Wieviel Schritte es anfangs sind, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass das Pensum während der nächsten Wochen gesteigert wird. Menschen mit starkem Übergewicht oder diabetesbedingten Nervenschäden in den Beinen tun sich womöglich schwerer, in die Gänge zu kommen. Doch auch sie werden schnell feststellen, dass sich Schmerzen in Hüfte, Knie oder im Rücken bei längerem Gehen bessern, ebenso wie die Durchblutung.

Zum Zählen der Schritte eignen sich elektronische Schrittzähler. Die lassen sich an Hostentasche oder einem Clip an der Kleidung befestigen und kosten zwischen zehn und 30 Euro, auch in der Apotheke. Und noch ein kleiner Tipp: Motivieren Sie sich zusätzlich, indem Sie sich mit Gleichgesinnten zum Gehen verabreden. Am wichtigsten ist jedoch der Spaß an der Bewegung – denn nur dann bleiben Sie dabei.

Ralf Loweg / glp

Und so sehen die Corona-Zahlen am Mittwoch aus

Seit Montag (08.03.21) gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung, die abhängig vom Infektionsgeschehen auf Landkreisebene die stufenweise Öffnung vieler geschlossener Bereiche vorsieht. Und so sieht die Lage am Mittwoch 17.03. in Deutschland aus:

Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut insgesamt 13.435 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden binnen 24 Stunden weitere 249 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Mittwoch ist das ist ein Anstieg um fast 4.300 Fälle. Vor genau einer Woche waren 9.146 Neuinfektionen und 300 Todesfälle registriert worden. Gestern wurden 5.480 Fälle gemeldet. (Stand: 17.03.).

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.594.764 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 73.905. Das sind 249 mehr als am Vortag. Rund 2.383.600 (+9.400) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 17.03.)

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) steigt laut RKI auf 86,2. In der Vorwoche am Mittwoch lag der Wert bei 65. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

red

Darum wurde das Impfen mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca ausgesetzt

Nach Berichten über Hirnvenen-Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa wurde am Montag die Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland bis zu einer weiteren Prüfung umgehend ausgesetzt. Jetzt hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut weitere Einzelheiten bekanntgegeben.

Darum wurde das Impfen mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca ausgesetzt:

In sieben Fällen (Stand 15.03.2021) wurde in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen festgestellt, so das Institut in einer Mitteilung am Dienstag. Weiter heißt es:

  1. Es handelt sich um eine sehr schwere Krankheit, die außerdem schwer zu behandeln ist. Von den sieben betroffenen Personen waren drei Personen verstorben.
  2. Die betroffenen Personen hatten ein Alter zwischen etwa 20 und 50 Jahren.
  3. Sechs der betroffenen Personen hatten eine besondere Form von Hirnvenenthrombosen, nämlich eine Sinusvenenthrombose. Alle sechs Personen sind Frauen jüngeren bis mittleren Alters (s.o.). Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen und Thrombosen war medizinisch sehr vergleichbar. Alle Fälle traten zwischen vier und 16 Tagen nach der Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca auf. Dies stellte sich als ein vergleichbares Muster dar.
  4. Die Anzahl dieser Fälle nach AstraZeneca-COVID-19-Impfung ist statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten. Dazu wurde eine Observed-versus-Expected-Analyse vorgenommen, bei der die Anzahl der ohne Impfung erwarteten Fälle in einem Zeitfenster von 14 Tagen der Anzahl der gemeldeten Fälle nach etwa 1,6 Millionen AstraZeneca-Impfungen in Deutschland gegenübergestellt wurde. Etwa ein Fall wäre zu erwarten gewesen, sieben Fälle waren gemeldet worden.
  5. Der von den schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel betroffene Personenkreis in jüngerem bis mittlerem Alter ist nicht der Personenkreis, der von einem hohen Risiko für einen schweren oder gar tödlichen COVID-19-Verlauf betroffen ist.
  6. Neben den Expertinnen und Experten des Paul-Ehrlich-Instituts wurden weitere Experten für Thrombosen, Hämatologie sowie ein Adenovirus-Spezialist mit den Details der gemeldeten Fälle hinzugezogen. Alle Expertinnen und Experten waren einstimmig der Meinung, dass hier ein Muster zu erkennen ist und ein Zusammenhang der gemeldeten o.g. Erkrankungen mit der AstraZeneca-Impfung nicht unplausibel sei.

„Nach Gesamtbetrachtung und Erwägung der genannten Fakten hat das Paul-Ehrlich-Institut empfohlen, die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca in Deutschland vorsorglich auszusetzen, um die Fälle weiter zu analysieren. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist dieser Empfehlung gefolgt. Der Ausschuss für Risikobewertung auf dem Feld der Pharmakovigilanz (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee, PRAC) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) wird im Laufe der Woche vom 15.03.2021 prüfen, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf das Nutzen-Risiko-Profil des AstraZeneca-COVID-19-Impfstoffs und die EU-Zulassung des Impfstoffes auswirken.“, heißt es abschließend in der Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts.

red

Quelle: Paul-Ehrlich-Institut