Covid-19-Ansteckungsrisiko selbst berechnen

Auch wenn sich die Fachwelt noch nicht ganz einig ist, gehen viele Experten davon aus, dass Aerosolpartikel bei der Übertragung von Sars-CoV-2-Viren eine wichtige Rolle spielen. Aerosole entstehen beim Atmen, Husten oder Niesen, aber auch beim Reden und Singen. Anders als Tröpfchen fallen sie nicht schnell zu Boden, sondern können längere Zeit in der Luft bleiben und sich im ganzen Raum verteilen. In Innenräumen, in denen viele Menschen längere Zeit zusammen sind, ist die Gefahr also besonders groß, sich auch über Aerosole mit dem Coronavirus anzustecken.

Doch wie hoch ist das Infektionsrisiko wirklich? Und wie stark lässt es sich durch Maske Tragen, Lüften und Abstandhalten reduzieren? Wie hoch das Risiko ist, sich in einem geschlossenen Raum über winzige Schwebteilchen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken? Das Max-Planck-Institut für Chemie ist dieser Frage nachgegangen und hat einen Corona-Algorithmus erstellt mit dem jede Person sein individuelles Ansteckungsrisiko errechnen kann.

Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie und des Cyprus Instituts, Zypern, haben nun eine Studie veröffentlicht, in der sie einen einfachen Rechenalgorithmus vorstellen, um die Wahrscheinlichkeit von Coronavirusinfektionen durch Aerosole in Innenräumen abzuschätzen. Der Algorithmus beruht unter anderem auf Messdaten zur Virenlast in Aerosolen, zur Menge der Schwebteilchen, die Menschen bei verschiedenen Aktivitäten abgeben, und zum Verhalten der Partikel in Räumen. Eine große Unsicherheit ist dabei die Anzahl an Viren, die Aerosole enthalten, da sie sich zwischen verschiedenen Trägern stark unterscheiden kann. Das Modell ermittelt zudem gezielt das Ansteckungsrisiko über die Tröpfchen und Partikel, die so klein sind, dass sie lange in der Luft bleiben und sich in Räumen verteilen. Zur Gefahr, sich über größere, schnell zu Boden fallende Tröpfchen zu infizieren, wenn man mit Trägern des Virus über kurze Distanz spricht, lacht oder singt, erlaubt es keine Aussagen.

Verschiedene Szenarien wählbar: Klassenraum, Büro, Feier oder Chorprobe

Die Berechnung des Ansteckungsrisikos über Aerosole ist über eine Eingabemaske auf der Webseite des Max-Planck-Instituts für Chemie möglich. Darin kann man verschiedene Parameter wie Raumgröße, Personenzahl und Dauer des Aufenthaltes eintragen. Mit der Annahme, dass eine Person in dem Raum hochinfektiös ist, errechnet der Algorithmus automatisch die Übertragungswahrscheinlichkeit für die vom Nutzer eingestellten Szenarien. Und zwar sowohl die individuelle Ansteckungsgefahr, als auch diejenige für irgendeine Person im Raum. Zudem kann man zwischen verschiedenen Szenarien wählen: einem Klassenraum, einem Büro, einer Feier und einer Chorprobe. Für Experten stehen zudem Felder zur Verfügung, in denen man Angaben wie die Infektionsdosis, die Viruskonzentration des Infizierten und Überlebenszeit des Virus in der Luft variieren kann. Auch die Filtereffizienz von Gesichtsmasken oder die Luftwechselrate sind flexibel einzustellen.

„Wir möchten einen Beitrag leisten, damit zum Beispiel eine Schule oder ein Geschäft selbst ausrechnen kann, wie hoch das Infektionsrisiko in den Räumen ist und wie effektiv welche Sicherheitsmaßnahme ist,“ sagt Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und Erstautor der in der Fachzeitschrift International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlichten Studie. Darin stellen die Mainzer Wissenschaftler die Berechnungsgrundlage und die Annahmen vor, die der Rechnung zugrunde liegen. So atmet ein Erwachsener durchschnittlich etwa 10 Liter Luft pro Minute ein und wieder aus. Zudem nehmen sie an, dass die infektiöse Dosis, sich mit Sars-CoV-2 zu infizieren, größenordnungsmäßig bei etwa 300 Viren bzw. RNA-Kopien pro Person liegt. Verdeutlicht wird die Berechnung anhand einer Schulklasse, in der keine Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden: Ein 60 Quadratmeter großer und drei Meter hoher Klassenraum mit 25 Schülern älter als zehn Jahre und sechs Stunden Unterricht, in dem ein Schüler zwei Tage lang hoch-infektiös ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine bestimmte Person unter diesen Umständen infiziert, liegt laut Rechnung bei knapp 10 Prozent, die, dass sich eine beliebige Person ansteckt, jedoch bei über 90 Prozent. Eine Ansteckung ist also nahezu unvermeidbar. Hoch-infektiös ist eine infizierte Person in der Regel nur wenige Tage. Von den Personen, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, sind immer etwa 20 Prozent hoch-infektiös. Sie sind nicht zu verwechseln mit den sogenannten Superspreadern, von denen bisher nicht bekannt ist, wie häufig sie auftreten.

Variablen machen das Modell individuell nutzbar

„Unsere Berechnungen zeigen, dass man das Infektionsrisiko durch regelmäßiges Stoßlüften etwa um die Hälfte, durch zusätzliches Maskentragen sogar um einen Faktor fünf bis zehn senken kann“, ergänzt Atmosphärenforscher Lelieveld. Am Beispiel der Schulklasse heißt das: Lüftet die Klasse aus dem Beispiel oben einmal Mal pro Stunde, reduziert sich die Wahrscheinlichkeit auf 60 Prozent. Tragen zudem alle Schüler Masken, sinkt das Infektionsrisiko auf etwa 24 Prozent. Gibt man nun noch in die Eingabemaske ein, dass nur die Hälfte der Schüler am Unterricht teilnimmt, sinkt die Übertragungswahrscheinlichkeit auf 12 Prozent. Das individuelle Risiko, sinkt im gleichen Fall von zehn Prozent auf ein Prozent. Dabei ermittelt das Modell ausschließlich das Ansteckungsrisiko über die Aerosolpartikel, die so klein sind, dass sie lange in der Luft bleiben und sich in Räumen verteilen. Zur Gefahr, sich über größere, schnell zu Boden fallende Tröpfchen zu infizieren, wenn man mit Trägern des Virus über kurze Distanz spricht, lacht oder singt, erlaubt es keine Aussagen.

In ihrer Publikation gehen die Forscher auch darauf ein, welche Unsicherheiten es in den Berechnungen gibt. Diese liegen zum Beispiel in Annahmen wie der Überlebensdauer der SARS-CoV-2 Viren in der Luft oder der Virusmenge, die ein Infizierter abgibt. „Unseren Annahmen liegt der derzeitige Stand der Wissenschaft zugrunde,“ sagt Frank Helleis, Physiker am Max-Planck-Institut für Chemie. „In der Rechnung stecken mehrere Variablen und Annahmen. So machte es einen Unterschied, ob und wie viel Menschen in einem Raum sprechen und singen, wie hoch die Viruskonzentration im Speichel ist und wie die Raumluftwechselrate ist, aber jeder Faktor geht über einen einfachen Dreisatz in die Kalkulation ein“, so Helleis, der die Rechenbasis erstellt hat.

Helleis und seine Kollegen sind überzeugt, dass ihr Algorithmus vielen helfen kann, das Risiko von Infektionen in Innenräumen besser zu verstehen und durch geeignete Maßnahmen zu verringern.

red

Der Algorithmus ist unter nachfolgenden Link verfügbar:
https://www.mpic.de/4747361/risk-calculator

RKI meldet am Mittwoch neuen Höchststand an Toten

Nach Angaben des RKI ist die Zahl der Corona-Toten binnen 24 Stunden sprunghaft angestiegen und hat einen neuen traurigen Höchstwert erreicht. Insgesamt 590 neue Todesfälle teilte das RKI am Mittwoch mit. Das sind über 100 Tote mehr als beim bisherigen Höchstwert von 487 vom vergangenen Mittwoch.

Binnen 24 Stunden meldeten am Mittwoch die Gesundheitsämter an das Robert-Koch-Institut +20.815 neue Corona-Infizierte. Im Vergleich zum Dienstag vor einer Woche stieg die Zahl der Neuinfektionen um mehr als 3.500. Damals waren 17.270 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Gestern waren es 14.054 Fälle. (Stand: 09.12.)

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 1.218.524 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 19.932. Das sind 590 mehr als am Vortag. Rund 902.100 (+20.200) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 09.12.)

Am Freitag (20.11.) wurde mit 23.648 Neuinfizierten, der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.  

red

Neue Studie: Fasten senkt den Blutdruck

Über das Fasten gehen die Meinungen auseinander. Einige halten es für Unfug, andere schwören darauf und sind von der positiven Wirkung überzeugt.

Eine heilende Kraft bescheinigt jetzt jedoch eine aktuelle Studie der Klinik Buchinger Wilhelmi in Überlingen dem freiwilligen Verzicht auf opulente Mahlzeiten. Demnach konnte erhöhter Blutdruck nach durchschnittlich zehn Fastentagen effektiv gesenkt werden.

Insgesamt 690 Personen dieser Gruppe wiesen vor dem Fasten erhöhte Blutdruckwerte auf. Darunter nahmen 377 Personen blutdrucksenkende Mittel, deren Gabe in den meisten Fällen entweder gestoppt oder reduziert werden konnte. Dennoch blieb der Blutdruck im Bereich der Norm und konnte sogar gesenkt werden. Da blutdrucksenkende Mittel häufig erhebliche Nebenwirkungen haben, könnte das Langzeitfasten bei Bluthochdruck als komplementäre Therapie eingesetzt werden. Bei 920 Personen mit normalem Blutdruck reduzierte sich dieser innerhalb des Normbereichs, und niedrige Blutdruckwerte zeigten eine Tendenz zur Erhöhung.

Bluthochdruck ist ein wichtiger und weitverbreiteter Risikofaktor für lebensbedrohliche Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall und wird vorwiegend durch einen ungesunden Lebensstil ausgelöst. Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht, Fehlernährung, Bewegungsmangel, Stress, übermäßiger Salz-, Zucker- und Alkoholkonsum sowie Rauchen.

Die positiven Effekte des Fastens auf den Blutdruck lassen sich auch durch die fastenbedingte Gewichtsreduktion, eine Verringerung des Bauchumfangs sowie die Unterbrechung der Salz-, Alkohol- und Kohlenhydratzufuhr und gegebenenfalls des Rauchens erklären, heißt es in der Studie.

Ralf Loweg / glp

In Baden-Württemberg tritt ab Dienstag neue Corona-Verordnung für Schulen in Kraft

Ab Dienstag, 08. Dezember tritt in Baden-Württemberg die neue Corona-Verordnung Schule in Kraft. Neu sind darin die Regelungen für Schulen in Stadt- und Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzwerten. Ziel der Neuregelung ist es laut der Landesregierung, im Einzelfall einen Wechselbetrieb zwischen Präsenzunterricht und Fernunterricht zu ermöglichen.

An den Schulen in baden-württembergischen Stadt- und Landkreisen mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen kann es von diesem Dienstag an auch Wechsel- und Fernunterricht geben. Das geht aus einer Verordnung des Kultusministeriums hervor. Voraussetzung dafür ist, dass es in dem Kreis mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gab.

Hier die Regelungen im Überblick:

  • Der Übergang in einen Wechselbetrieb ist nur dann möglich, wenn sowohl in dem Stadt- oder Landkreis die Inzidenz über 200 je 100.000 Einwohner liegt als auch das örtlich zuständige Gesundheitsamt für die Gemeinde, in der die Schule liegt, ein besonderes Infektionsgeschehen feststellt. Maßgebliche Grundlage ist in jedem Fall die ausdrückliche Feststellung durch das örtlich zuständige Gesundheitsamt.
  • Damit ist jedoch kein Automatismus verbunden: Die konkrete Entscheidung, ob und in welcher Weise auf einen Wechselbetrieb umgestellt wird, trifft die Schulleitung. Erforderlich ist darüber hinaus sowohl das Einvernehmen mit der zuständigen Schulaufsichtsbehörde (das Staatlichen Schulamt oder das Regierungspräsidium) als auch des zuständigen Gesundheitsamtes. Mit beiden Stellen muss vor einem Übergang in den Wechselunterricht Kontakt aufgenommen und deren Einverständnis eingeholt werden.
  • Wechselunterricht ist möglich für die Klassenstufen 8 und höher.
  • Ausdrücklich ausgenommen vom Wechselunterricht sind die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10, die im laufenden Schuljahr ihre Abschlussprüfung ablegen werden, ebenso wie die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen der gymnasialen Oberstufe, die Abschluss- und Prüfungsklassen der beruflichen Schulen sowie die Schülerinnen und Schüler der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren.
  • Im Wechselbetrieb sollen mindestens 50 Prozent des Unterrichtsumfangs nach Stundentafel im Präsenzunterricht erbracht werden. Bei der Organisation des Wechselunterrichts ist sicherzustellen, dass die Schülerinnen und Schüler jeweils längstens eine Woche im Fernunterricht sind und danach wieder im Präsenzunterricht.

Im Rahmen der so genannten „Hotspot-Strategie“ des Landes werden darüber hinaus die Gesundheitsämter ab einer 7-Tages-Inzidenz von 200 je 100.000 Einwohnern pro Woche und gleichzeitig diffusem Infektionsgeschehen für die Stadt- und Landkreise per Allgemeinverfügung regeln, dass die öffentlichen und privaten Sportstätten und Schwimmbäder auch für den Schulsport zu schließen sind.

Darüber hinaus wurden in der neuen Corona Verordnung Schule die Regelungen zum Zutritts- und Teilnahmeverbot angepasst. Aufgrund der landesweit neuen Quarantänebestimmungen verringert sich auch in Schulen die Dauer des Zutritts- und Teilnahmeverbots nach Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person von 14 auf 10 Tage.

Gesundheitsbestätigungen in Schulen und Kitas nicht mehr erforderlich

Neu ist außerdem, dass eine Erklärung der Erziehungsberechtigten zum Gesundheitszustand der Schülerinnen und Schüler an Schulen sowie in Kitas nicht mehr verlangt wird. Diese Selbsterklärung, die zusätzlichen Verwaltungsaufwand mit sich gebracht hatte, ist zwischenzeitlich aufgrund der bestehenden Regelungen für Ein- und Rückreisende entbehrlich und muss somit nach den Weihnachtsferien nicht mehr erneut vorgelegt werden. Die Corona-Verordnung Schule sowie die Corona Verordnung Kita wurden entsprechend angepasst.

red

RKI meldet am Dienstag 14.054 Corona-Neuinfizierte

Binnen 24 Stunden meldeten am Dienstag die Gesundheitsämter an das Robert-Koch-Institut +14.054 neue Corona-Infizierte. Im Vergleich zum Dienstag vor einer Woche stieg die Zahl der Neuinfektionen um mehr als 400. Damals waren 13.604 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Gestern waren es 12.332 Fälle. Erfahrungsgemäß fallen jedoch die Zahlen am Wochenende niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende ihre Daten rechtzeitig übermitteln und auch weniger Menschen sich testen lassen. (Stand: 08.12.)

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 1.197.709 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 19.342. Das sind 423 mehr als am Vortag. Rund 881.800 (+18.600) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 08.12.)

Am Freitag (20.11.) wurde mit 23.648 Neuinfizierten, der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.  

red

Gute Noten für die Apotheken

Den Apotheken kommt in der Corona-Krise eine große Bedeutung zu. Und sie machen offenbar einen hervorragenden Job, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Denn 87 Prozent der Befragten bewerteten Apotheken mit der Schulnote 1 oder 2, also mit sehr gut oder gut.

„Wir waren und sind auch in Krisensituationen für unsere Patienten da. Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Leistungen“, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Im Auftrag der ABDA befragte Forsa im August 2020 repräsentativ Bundesbürger ab 18 Jahren.

Die Kunden gaben verschiedene Gründe für den Apothekenbesuch an. Bei möglicher Mehrfachnennung nannten 82 Prozent das Einlösen eines Rezepts und 68 Prozent den Kauf eines rezeptfreien Arzneimittels.

Zudem gab es Corona-typische Gründe: 22 Prozent kauften in der Apotheke ein Desinfektionsmittel, 22 Prozent eine Atemschutzmaske. Sechs Prozent suchten eine Apotheke auf, weil sie gezielt Informationen zur Corona-Infektion benötigten.

Auch der Botendienst wurde häufig genutzt: 14 Prozent aller Apothekenkunden ließen sich Arzneimittel bis an die Haustür bringen. In der Altersgruppe 60 Plus waren sogar jeder Fünfte (21 Prozent). Arnold: „Der Botendienst ist ein wichtiger Beitrag für die Verringerung von Neuinfektionen. Denn so können Apotheken zum Beispiel Menschen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, mit großer Sicherheit versorgen – in der Regel noch am gleichen Tag.“

Ralf Lowef / glp

Darum ist Sport im Freien gerade jetzt so wichtig

 Im Winter zieht es viele Hobby-Sportler regelmäßig in die Fitness-Studios. Doch was tun, wenn wegen Corona alle Sport-Tempel geschlossen haben? Da heißt es dann: warm anziehen und ab nach draußen.

Denn Bewegung an der frischen Luft stärkt unser Immunsystem und hebt die Stimmung. „Besonders gut ist es, in den hellen Stunden des Tages draußen aktiv zu sein“, sagt Dr. Axel Klein. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Psyche aus, sondern bringt auch den Augen Erholung von der Bildschirmarbeit, so der Dresdner Sportmediziner und Vorsitzende des Sächsischen Sportärztebunds im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Wichtig beim Outdoor-Training im Winter ist die richtige Kleidung. „Beim Loslaufen noch etwas zu frösteln, ist absolut in Ordnung“, erklärt Klein. Das perfekte Outfit für Jogger besteht aus drei Schichten: kurzärmeliges Shirt, langärmeliges Thermoshirt, Laufjacke. Wichtig ist es, nichts aus Baumwolle zu tragen, sondern spezielle Funktionskleidung. Denn diese gibt die Wärme nach außen ab und sorgt für ausreichend Belüftung.

Sollten sich Sportler vor ihrem Freiluftprogramm aufwärmen? Bei Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko auf jeden Fall, etwa wenn man mit Freunden, Kindern oder Enkelkindern Fußball spielt. Jogger hingegen können einfach locker loslaufen und dann ganz langsam das Tempo steigern. Nach dem Training zieht man am besten schnell die Sportklamotten aus und duscht warm. Achtung: anschließend das Dehnen nicht vergessen.

Feuchte Kälte, wie zum Beispiel bei nebeligem Wetter, ist unangenehm für die Lunge. Trockene Luft hingegen ist weniger belastend. Dann kann man sich sogar bei bis zu minus zehn Grad draußen bewegen. Der niedergelassene Lungenfacharzt Dr. Michael Barczok rät Freiluftsportlern, durch die Nase zu atmen: „Wenn man sehr kalte Luft über den Mund einatmet, kann es in den Bronchien schnell brennen.“

Die Nase hingegen arbeitet wie eine körpereigene Klimaanlage. In ihr befinden sich viele Gänge und Höhlen, durch die die kalte Luft fließt. Die gut durchblutete Schleimhaut sorgt nicht nur dafür, dass die Luft von Staubkörnchen oder Schmutz befreit wird, sondern auch angewärmt und befeuchtet zu den Bronchien fließt.

Da heißt es in den kalten Wintermonaten für alle Hobby-Sportler: draußen zuhause.

Ralf Loweg / glp

RKI meldet am Montag 12.332 Corona-Neuinfizierte

Binnen 24 Stunden meldeten am Montag die Gesundheitsämter an das Robert-Koch-Institut +12.332 neue Corona-Infizierte. Im Vergleich zum Montag vor einer Woche stieg die Zahl der Neuinfektionen um fast 1.200. Damals waren 11.169 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Gestern waren es 17.767 Fälle. Erfahrungsgemäß fallen jedoch die Zahlen am Wochenende niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende ihre Daten rechtzeitig übermitteln und auch weniger Menschen sich testen lassen. (Stand: 07.12.)

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 1.183.654 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 18.919. Das sind 147 mehr als am Vortag. Rund 863.300 (+16.900) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 07.12.)

Am Freitag (20.11.) wurde mit 23.648 Neuinfizierten, der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.  

red

RKI meldet am Samstag 23.318 neue Fälle binnen 24 Stunden – Erneut hohe Todesrate

Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter + 23.318 neue Corona-Infizierte an das Robert-Koch-Institut. Das sind mehr als 1.600 Fälle mehr als in der Vorwoche, in der am Samstag 21.695 neue Fälle hinzukamen. Gestern waren es 23.449 Fälle. (Stand: 05.12.). Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten bei ihren Beratungen am vergangenen Mittwoch beschlossen, den Teil-Lockdown bis zum 10. Januar zu verlängern. Und in Baden-Württemberg wurden nächtliche Ausgangssperren für Kreise mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche beschlossen.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 1.153.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 18.517. Das sind 483 mehr als am Vortag, das ist der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchststand von 487 Todesfällen binnen eines Tages war am vergangenen Mittwoch erreicht worden. Rund 835.700 (+15.100) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 05.12.)

Am Freitag (20.11.) wurde mit 23.648 Neuinfizierten, der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.  

red

Natürlicher Schutz vor dem Grippe-Infekt

Mit sinkenden Temperaturen steigt das Risiko, Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen oder Heiserkeit zu entwickeln. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie werden solche Symptome noch viel argwöhnischer beobachtet als bisher. Handelt es sich „nur“ um einen grippalen Infekt, eine durch Viren hervorgerufene Infektion der oberen Atemwege, oder ist es das Covid-19-Virus, vor dem sich alle zu schützen versuchen?

Im Fall eines Grippeanflugs hängt jedenfalls viel vom Immunsystem ab. Faustregel: Je fitter wir sind, desto weniger Angriffsflächen gibt es. Für Ältere über 60 und für Menschen, die schwere chronische Vorerkrankungen haben, lohnt es sich, über eine Grippeimpfung nachzudenken. „Insbesondere Risikogruppen sollten sich in der Winterzeit impfen lassen, weil ihr Immunsystem geschwächt ist und eine Virusinfektion gefährlich werden könnte“, so Dr. Nicola Boeckel, Allgemeinmedizinerin in Hamburg.

Jüngeren Menschen empfiehlt die Ärztin, auf natürliche Prävention zu setzen. „Jeder kann sein Immunsystem sehr wirkungsvoll durch immunaktivierende Maßnahmen stärken.“ Dr. Boeckels Top 5 für eine nachhaltige Immunstärkung:

– Mehr Bewegung

Sportlich aktive Menschen leiden seltener unter Infekten, weil sich mit moderatem und regelmäßigem Training die Aktivität bestimmter Immunzellen im Körper erhöht. Besonders gesund sind Ausdauersportarten wie Nordic Walking, leichte Läufe oder Radtouren.

– Viel Schlafen

Schlafmangel macht anfällig für Infektionen. Das liegt daran, dass auch Immunzellen einen Tages-Nacht-Rhythmus haben. Sie arbeiten nachts effektiver.

– Schwitzen für die Gesundheit

Saunieren hat einen ähnlichen Effekt wie moderates Training. Wer seinen Körper künstlich erhitzt und zum Schwitzen bringt, um ihm dann eine kalte Dusche zuzumuten, stärkt sein Herz-Kreislauf-System.

– Darmflora gesund halten

Auch im Darm sitzt eine eigene Immunabwehr, die auf Grippe-Keime reagiert. Deswegen kann mit probiotischen Lebensmitteln wie Joghurts oder milchsauren, vergorenen Produkten das Darmmilieu optimiert werden.

– Pflanzenpower stärkt

Essentielle Aminosäuren gibt es zum Beispiel reichlich in Chinakohl. Er zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Aminosäuren aus. Diese sind lebenswichtig für den Transport und die Speicherung aller Nährstoffe. Wegen ihres hohen Vitamin-B-, Kalium-, Eisen- und vor allem Folsäure-Gehalts ist auch Rote Bete ein empfehlenswertes Gemüse. Es entgiftet den Körper und hilft bei der Verdauung. Der Saft der Rübe wirkt wegen seines hohen Nitratgehalts leistungsfördernd.