Mit Bewegung gegen Darmkrebs

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Laut Robert-Koch-Institut erkranken jährlich bis zu 26.590 Frauen und 32.320 Männer daran. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung kann allerdings durch Bewegung um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Experten raten deshalb zu mindestens zweieinhalb Stunden moderater oder 75 Minuten intensiver körperlicher Aktivität pro Woche – oder einem Mix aus Beidem.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) appelliert mit seiner Aktion „Bewegung gegen Krebs“, das Training in den Vereinen verantwortungsbewusst und unter Berücksichtigung von Hygiene-Konzepten wieder zu öffnen.

Durch die anhaltende Corona-Pandemie sei nicht nur die medizinische Versorgung von Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen – wie Krebs – beeinträchtigt, sondern auch die Möglichkeit der Krebsprävention, beispielsweise durch Sport. „Die Krebsprävention durch ausreichend Bewegung und Sport im Verein ist aktuell stark eingeschränkt“, so der DOSB.

Mit der bundesweiten Bewegungsoffensive „Bewegung gegen Krebs“ machen die Deutsche Krebshilfe und der DOSB auf den Zusammenhang von körperlicher Aktivität und Krebs aufmerksam. Dickdarmkrebs weist dabei unter allen Tumoren den überzeugendsten vorbeugenden Zusammenhang auf. Bewegungslosigkeit, wie beispielsweise häufiges Sitzen, erhöht das Risiko für Dickdarmkrebs. Körperliche Aktivität – unabhängig von Geschlecht, Gewicht, Ernährung oder Hormonersatztherapie – beugt wiederum Dickdarmkrebs entschieden vor.

Rudolf Huber / glp

Mittel gegen den Bluthochdruck

Wenn der Blutdruck runter muss, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Alle Medikamente wirken unterschiedlich und werden auch deshalb gerne kombiniert. „Um die verschiedenen Wirkansätze zu vereinen und gleichzeitig das Risiko für Nebenwirkungen der einzelnen Wirkstoffe durch eine niedrigere Dosierung im Rahmen einer Kombination zu verringern“, so der Kardiologe Professor Heribert Schunkert.

Die heute am häufigsten verwendeten Präparate zur Senkung des Blutdrucks sind ACE-Hemmer. Diese blockieren das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE), das Hormone aktiviert, die wiederum zu einer Verengung der Gefäße und so zum Anstieg des Blutdrucks führen. Neben der reinen Blutdrucksenkung hat dieser Wirkstoff auch günstige Effekte für Herz und Nieren.

Den ACE-Hemmern in ihrer Wirkung ähnlich sind Sartane, heißt es im Patientenmagazin „HausArzt“. Sie blockieren nicht die Umwandlung, sondern das Andocken eines bestimmten, aus ACE entstandenen Hormons. Sartane sind eine gute Alternative für Patienten, die ACE-Hemmer nicht gut vertragen und zum Beispiel unter trockenem Reizhusten leiden.

Calciumkanalblocker hingegen wirken an den Blutgefäßen und stellen diese weit, sodass der Widerstand in den Gefäßen und der Druck, mit dem das Blut durch die Gefäße gepumpt wird, abnehmen. Vorteil: Die Medikamente sind allgemein gut verträglich.

Einen hohen Stellenwert bei der Behandlung von Bluthochdruck haben Betablocker. „Diese Präparate sind jedoch nicht stoffwechselneutral, das heißt: Sie beeinflussen den Fettstoffwechsel, erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes und führen nicht selten zu Gewichtszunahme“, betont Kardiologe Schunkert. Allerdings haben sie den Vorteil, dass sie den Körper vor Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin abschirmen, die den Blutdruck in die Höhe treiben.

Die ältesten und am besten erprobten Medikamente gegen Bluthochdruck sind die Diuretika. Sie gehören zu den wassertreibenden Mitteln. Neben der Blutdrucksenkung bewirken sie auch, dass der Körper mit dem Urin Mineralstoffe verliert. „Gerade bei älteren Menschen kann dieser Salzverlust zu Schwäche führen“, sagt Schunkert. „Mit regelmäßigen Blutuntersuchungen kann man kontrollieren, ob der Mineralstoffhaushalt im Lot ist.“

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Wieder mehr junge Rauschtrinker

Die Nachricht ist beunruhigend: Rauschtrinken ist gerade unter Jugendlichen weit verbreitet. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) wurden in Deutschland im Jahr 2019 rund 14.500 Kinder und Jugendliche von zehn bis unter 18 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt.

Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 20- bis unter 25-Jährigen waren es im selben Jahr 8.800 Fälle, bei den 40- bis unter 45-Jährigen 7.800 und bei den 60- bis unter 65- Jährigen 6.200. Die Auswertung der Klinikdiagnosen zeigt, dass die Zahlen bei den Kindern und Jugendlichen zwar rückläufig, aber immer noch mehr als doppelt so hoch sind wie zur Jahrtausendwende.

Im Jahr 2000 waren knapp 7.000 Kinder und Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs stationär in Behandlung. Der Höchstwert der vergangenen 20 Jahre wurde im Jahr 2012 mit rund 18.800 Fällen registriert.

Die Betroffenen wurden zuletzt wieder jünger: 2019 wurden 3.200 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und unter 15 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt. Das war ein Anstieg um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen ging die Zahl der Betroffenen im Alter von 15 bis unter 18 um 2,2 Prozent auf 11.200 zurück.

Besonders erschreckend: Damit waren rund 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden mussten, noch nicht einmal 15 Jahre alt.

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Was gegen Akne-Narben hilft

Akne ist nicht nur während der Pubertät eine massive psychische Belastung. Es kann auch tiefe Narben hinterlassen – die ein Leben lang bleiben. Laut der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie leiden mit 80 Prozent die meisten Jugendlichen unter Pickeln. Und rund 15 Prozent behalten langfristig Spuren der Krankheit im Gesicht.

„Es gibt bisher keine Methode, die die Haut wieder komplett herstellen kann. Es handelt sich immer nur um eine Verbesserung des Hautbildes“, so Professor Dr. Uwe Paasch, Dermatologe an der Universität Leipzig und Mitglied der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Um die Akne wirksam zu behandeln, greifen Hautärzte auf individuell auf den Patienten abgestimmte Behandlungsmethoden zurück. Als effektiv und relativ nebenwirkungsarm gelten ablative (abtragende) fraktionierte Laser. Diese Technologie ist in die Leitlinie zur Behandlung von Aknenarben aufgenommen worden. Die Laserenergie wird dabei in bis zu sechs Behandlungen im Abstand von zirka vier Wochen punktuell eingesetzt. Die Kosten betragen circa 200 Euro pro Sitzung.

Bewährt haben sich auch chemische oder Fruchtsäure-Peelings, die die obersten Hautschichten lösen. Auch hier sind mehrere Behandlungen notwendig, eine Sitzung kostet ab 100 Euro. Beim (Micro)needling werden der Haut kleine Nadelstiche verpasst, das soll die Neubildung von Zellen anregen. Hier fallen etwa 80 bis 150 Euro pro Sitzung an. Generell gilt: Statt selbst zu experimentieren, gehören Narben in die Hände eines erfahrenen Dermatologen.

Weil die Entfernung von Aknenarben überwiegend aus ästhetischen Gründen erfolgt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten meist nicht. Auch deshalb ist es angebracht, eine akute Akne mit Entzündungen bis in tiefe Hautschichten frühzeitig optimal behandeln zu lassen. Die Chancen stehen dann gut, dass gar keine Narben bleiben.

Rudolf Huber / glp

Bundesnotbremse in Kraft: Das sind die neuen Corona-Maßnahmen

Ab dem 24. April gelten in Baden-Württemberg die Regelungen der Bundesnotbremse. Hintergrund ist das bundesweit geltende Infektionsschutzgesetz, das ab Samstag greift.

Landesverordnung wurde angepasst

Um an die Bundesregeln besser anzuschließen, hat die baden-württembergische Landesregierung die Corona-Verordnung Freitagnacht angepasst und veröffentlicht. Basis für die Regelungen und Einschränkungen sind jetzt grundsätzlich die Daten des Robert Koch-Instituts (RKI).

Hier finden Sie einen Überblick:

Link: Regelungen der Corona-Verordnung auf einen Blick 

 

red

Quelle: Landesregierung Baden-Württemberg

Corona: Nächtliche Ausgangsbeschränkung gilt ab Samstag von 22 – 5 Uhr

Die Notbremse des Bundes ist am Freitag in Kraft getreten: Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland müssen sich ab Samstag auf neue Corona-Beschränkungen einstellen. Das Land Baden-Württemberg hat angekündigt, die Vorgaben des Bundes sofort und vollständig umzusetzen. Ab Samstag wird daher eine Corona-Verordnung gelten, die den Beginn der Ausgangsbeschränkung ebenfalls auf 22 Uhr festsetzt. Dies greift auch in Stuttgart, so dass ab Samstag, den 24. April, die nächtliche Ausgangsbeschränkung um 22 Uhr beginnt. Das gab die Stuttgarter Stadtverwaltung am Freitag bekannt.

Außerdem bleibt zwischen 22 und 24 Uhr allein ausgeübte, körperliche Bewegung im Freien – also etwa Spazierengehen oder Joggen – zulässig. Die bisherige Regelung sah vor, dass die Ausgangsbeschränkung ab 21 Uhr beginnt.

red

FFP2-Maskenpflicht ab Samstag in Bahnen und Bussen

Das neue Infektionsschutzgesetz („Bundes-Notbremse“) sieht eine Tragepflicht von „FFP2- oder vergleichbaren Masken (KN95/N95-Masken)“ im öffentlichen Personennahverkehr vor. Die bisherige Regelung, welche grundsätzlich auch „OP-Masken“ erlaubt, entfällt.

Damit gilt ab Samstag, 24. April, in allen Bussen und Bahnen, sowie an allen Haltestellen und Bahnhöfen im VVS-Gebiet, dass Fahrgäste dort eine FFP2-Maske oder eine vergleichbare Maske über Mund und Nase tragen müssen.

red

Prostatakrebs: Darum ist Früherkennung so wichtig

Zur Erkennung von Prostatakrebs gibt es verschiedene Methoden – ob in einer vorsorglichen Untersuchung oder bei konkretem Verdacht. Welche Früherkennung sinnvoll ist, erklärt das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Die einfachste Methode ist die Tastuntersuchung durch den Urologen über den Darm. Diese Kassenleistung können Männer ab 45 in Anspruch nehmen. Bei dieser Untersuchung werden vor allem gut zugängliche oder größere Tumoren erkannt.

Häufig kommt der PSA-Test zum Einsatz. Dabei wird das sogenannte prostataspezifische Antigen (PSA), ein nur von der Prostata gebildetes Eiweiß, im Blut nachgewiesen. Je höher der PSA-Wert, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines Prostatatumors.

Allerdings ist der Test umstritten, da bei niedrigen Grenzwerten auch harmlose Tumoren erkannt werden und damit die Gefahr besteht, dass Patienten „übertherapiert“ werden. So müssen sich Männer häufig einer nachfolgenden Gewebeentnahme unterziehen, obwohl beispielsweise nur eine gutartige Prostatavergrößerung hinter dem erhöhten Wert steckt.

Überwachung und Früherkennung kann auch mittels multiparametrischer Magnetresonanztomografie (MRT) erfolgen. Dabei wird die Prostata mit verschiedenen Abbildungsmethoden untersucht. Verdächtige Stellen lassen sich so besser erkennen und gezielt mit den Biopsie-Nadeln ansteuern.

Professor Peter Albers, Direktor der Klinik für Urologie an der Universitätsklinik Düsseldorf, ist von diesem Verfahren überzeugt: „Die innovative MRT-Methode schützt vor unnötigen Biopsien.“ Allerdings müssen Patienten die MRT-Variante in der Regel selbst zahlen – sie schlägt mit etwa 500 bis 1.500 Euro zu Buche.

Es gibt also bereits eine Reihe von Möglichkeiten, sein Risiko für Prostatakrebs zu ermitteln. Ein Gespräch mit dem Urologen hilft, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Ralf Lowefg / glp

Russischer Impfstoff auch für Deutschland

Die Impfkampagne in Deutschland nimmt nach einem Stotterstart immer mehr an Fahrt auf. So sei geplant, dass 30 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V erworben werden. Das sagte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

„Wir wollen dreimal zehn Millionen Dosen – im Juni, Juli und im August – Sputnik V kaufen“, sagte Kretschmer nach einem Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko in Moskau. Voraussetzung sei die Zulassung durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA.

Die EMA-Zulassung bilde die nötige Vertrauensbasis. Es wäre ein großer Erfolg, wenn die Zulassung im Mai erfolgen würde, so Kretschmer. Derzeit befinde sich eine EMA-Delegation in Moskau. Man wolle gemeinsam diese Zulassung erreichen, habe der russische Gesundheitsminister versichert. „Der Minister ist guter Dinge, wir auch.“

Kretschmer geht davon aus, dass der russische Impfstoff in Sachsen eine große Zustimmung genießen wird. Sollte die Lieferung klappen, würde das Bundesland nach dem Verteilschlüssel der Bundesländer in den drei Monaten jeweils 500.000 Dosen bekommen. „Wir werden sehen, ob die Zustimmung überall so hoch ist wie in Sachsen und den neuen Ländern für den Impfstoff – vielleicht kriegen wir dann auch mehr“, sagte Kretschmer.

Kretschmer selbst will sich mit dem Vakzin von AstraZeneca impfen lassen. Er wolle ganz bewusst zeigen, dass dieser Impfstoff sicher sei, erklärte er.

Ralf Loweg / glp

Wenn die Ohren klingeln

Rauschen, Klingeln, Surren, Heulen, Pfeifen – Geräusche dieser Art können durch einen Tinnitus entstehen. Unhörbar für andere, permanent zu hören vom Betroffenen. Wirkliche Stille gibt es nicht. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass fast 60 Prozent der Betroffenen offensichtlich nicht an die Möglichkeit einer effektiven Therapie glauben und ihr Tinnitus daher unbehandelt bleibt.

Studien zufolge leiden rund 15 Prozent aller Erwachsenen an den Symptomen eines chronischen Tinnitus. In absoluten Zahlen sind das allein in Deutschland mehr als zehn Millionen Menschen. Kortison, Verhaltenstherapie, Tinnitus-App oder Noiser sind bisher die üblichen Behandlungsoptionen. Bei der Wahl der Mittel ist entscheidend, ob es sich um einen akuten Tinnitus handelt oder ob er als „chronifiziert“ zu gelten hat, was nach rund drei Monaten Dauergeräusch der Fall ist.

Dass es eine Behandlungsmöglichkeit für die unzähligen Tinnitus-Patienten gibt, wurde im Rahmen einer Studie belegt. Innerhalb von zwölf Wochen konnte bei mehr als 86 Prozent der Studienteilnehmer eine Linderung der Beschwerden festgestellt werden, die bei einer erneuten Befragung bei über 80 Prozent der Teilnehmer auch noch ein Jahr nach Therapieabschluss angehalten hatte.

Und so funktioniert die Therapie: Über einen Kopfhörer und ein kleines Gerät zur Zungenstimulation werden zwei Sinne des Patienten gleichzeitig angesprochen. Das Gehör empfängt individuell an die Hörleistung angepasste akustische Signale und gleichzeitig wird die Zunge durch ein sanftes Prickeln mittels leichtester elektrischer Impulse stimuliert.

Diese zweifache und gleichzeitige Anregung löst im Gehirn Prozesse aus, die von der Wissenschaft als Neuroplastizität bezeichnet werden und letztlich ausnutzen, dass das menschliche Gehirn ein Leben lang lernen und unsere Wahrnehmung verändern kann.

Ralf Loweg / glp