Digital Detox: Immer mehr Deutsche planen Auszeit von Smartphone & Co.

Die Neujahrsvorsätze für 2025 zeigen einen klaren Trend: Zeitweise offline sein, um den Alltag bewusster zu erleben. Immerhin 36 Prozent der Deutschen planen eine digitale Pause, im Schnitt für sechs Tage. Doch die Herausforderung bleibt – viele scheitern am Verzicht auf Smartphone und Co.

Berlin – Für das kommende Jahr haben sich 36 Prozent der Deutschen vorgenommen, zeitweise eine digitale Auszeit zu nehmen – und zwar im Schnitt für sechs Tage. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom hervor.

Damit liegen die Vorsätze für einen sogenannten “Digital Detox” leicht hinter denen des Vorjahres: 2024 wollten 41 Prozent eine digitale Auszeit nehmen – für durchschnittlich eine Woche. Zum Vergleich: Ende 2021 nahmen sich erst neun Prozent der Deutschen eine Digital-Detox-Zeit im neuen Jahr vor.

Beim “Digital Detox” wird für eine bestimmte Zeit bewusst auf die Nutzung einzelner oder aller digitaler Medien, Anwendungen oder Geräte verzichtet, um mehr Zeit offline zu verbringen. Fünf Prozent wollen im neuen Jahr nur für einen Tag eine Digitalpause einlegen, zwölf Prozent für mehrere Tage digital fasten. Weitere zwölf Prozent planen eine Woche “Digital Detox” und sieben Prozent sogar mehr als eine Woche.

Ob als Neujahrsvorsatz oder nicht – insgesamt haben 41 Prozent der Deutschen schon einmal eine bewusste Auszeit von digitalen Medien oder Geräten genommen. 14 Prozent haben dabei einen Tag digital gefastet. Mehrere Tage bis zu sechs Tagen haben sechs Prozent geschafft, eine Woche oder länger war der durchgehende Verzicht nur bei sechs Prozent erfolgreich. Weitere 15 Prozent haben sich zwar schon an einer digitalen Auszeit versucht, sie aber vorzeitig abgebrochen.

Komplett abgeschaltet haben bei bisherigen digitalen Auszeiten nur sehr wenige: Lediglich drei Prozent derjenigen, die schon einmal digital gefastet haben, haben eine bewusste Auszeit von allen digitalen Geräten und Anwendungen genommen. Der Großteil hat hingegen nur auf bestimmte Geräte wie zum Beispiel das Smartphone oder die Spielekonsole verzichtet (37 Prozent). Eine Pause vom Online-Shopping stand ebenfalls bei 37 Prozent auf dem Digital-Detox-Plan.

Ein Drittel (33 Prozent) hat sich bereits eine digitale Auszeit von sozialen Netzwerken genommen, 31 Prozent vom Gaming. 22 Prozent haben auf das Chatten via Messenger oder SMS verzichtet, elf Prozent auf E-Mails. Streaming-Dienste standen nur bei sieben Prozent auf dem digitalen Fastenplan. Insgesamt zwei Prozent der Deutschen nutzen nach eigenen Angaben generell keine digitalen Geräte und Anwendungen – dies betrifft jedoch ausschließlich die Altersgruppe ab 65 Jahren.

Für die Erhebung befragte Bitkom Research von der 34. bis zur 46. Kalenderwoche 2024 telefonisch 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.

red

Entlastung für Arztpraxen: Kassenärzte schlagen neue Regelung zur Krankschreibung vor

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung spricht sich für eine Überarbeitung der Krankschreibungsregeln aus. Sein Vorschlag: Arbeitnehmer könnten sich für die ersten zwei Krankheitstage ohne ärztliches Attest krankmelden, was Praxen erheblich entlasten würde.

Berlin – Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, regt an, die Regeln zur Krankschreibung zu überdenken, um die Praxen zu entlasten.

“Die telefonische Krankschreibung entlastet Praxen etwas. Doch letztlich ist sie wenig aussagekräftig. Man kann ja durchaus mal die Frage aufwerfen: Warum muss es in den ersten Tagen einer Krankheit überhaupt eine ärztliche Krankschreibung geben?”, sagte Gassen der “Rheinischen Post”.

Sein Vorschlag: “Möglich wäre eine Regelung auf Vertrauensbasis: Für die ersten zwei Krankheitstage können sich Arbeitnehmer informell krankmelden, erst ab dem dritten Krankheitstag wird ein ärztliches Attest nötig. Das würde Praxen wirklich entlasten.”

red

 

Sozialverband warnt: „Pflegesystem steht vor dem Kollaps“

Die Pflegeversicherung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Laut der SoVD-Vorsitzenden Engelmeier droht ohne grundlegende Reform der Kollaps. Sie fordert eine Pflegevollversicherung, finanziert durch Steuermittel, um Pflegebedürftige und Angehörige vor finanziellen Belastungen zu schützen.

Berlin – Die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, hält eine Reform der Pflegeversicherung für eine der drängendsten Aufgaben im neuen Jahr.

“Die nächste Regierung muss das Pflegesystem retten, es steht vor dem Kollaps und wurde sehenden Auges gegen die Wand gefahren”, sagte sie der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ). Pflegebedürftige müssten in manchen Bundesländern mehr als 3.000 Euro pro Monat für einen Pflegeplatz zuzahlen.

“Die Angst, im Alter zum Pflegefall und dann zum Sozialfall zu werden, belastet viele ältere Menschen. Wir brauchen endlich eine Pflegevollversicherung, die die Kosten wirklich deckt”, forderte Engelmeier. Diese könnten die Beitragszahler aber nicht allein finanzieren. “Das muss gerecht aus Steuermitteln finanziert werden”, sagte die SoVD-Vorsitzende der “NOZ”. Die Kosten der Pflege seien weder den Angehörigen noch den Rentnern “in dieser Höhe zuzumuten.”

red

Krankenhausbarometer 2024: Deutschlands Kliniken in finanzieller Sorge

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland ist laut dem „Krankenhausbarometer 2024“ so schlecht wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. 79 Prozent der Kliniken erwarten für 2024 Verluste, die Mehrheit der Häuser sieht ihre Situation als unbefriedigend. Grund für die Misere sind vor allem steigende Kosten für Personal und Sachaufwand. 

Berlin – Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser in Deutschland ist nach einer Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) so schlecht wie seit 20 Jahren nicht.

Wie aus dem “Krankenhausbarometer 2024” hervorgeht, über das die Zeitungen des “Redaktionsnetzwerks Deutschland” berichten, haben im vergangenen Jahr 61 Prozent der Häuser Verluste geschrieben. Das ist der mit Abstand höchste Wert seit der Einführung des Fallpauschalen-Systems im Jahre 2003. 39 Prozent der Kliniken erwirtschafteten einen Überschuss oder ein ausgeglichenes Ergebnis. Für 2024 erwarten sogar 79 Prozent der Klinken einen Verlust. Für das kommende Jahr prognostizieren 65 Prozent der Kliniken eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Nur sechs Prozent sehen eine Verbesserung, 29 Prozent rechnen nicht mit Veränderungen.

Zusammenfassend beurteilen 80 Prozent der Kliniken in der Umfrage ihre Wirtschaftslage als unbefriedigend. Auch das ist ein Höchststand innerhalb der vergangenen 20 Jahre. Nur fünf Prozent sehen sich in einer guten Situation. Als Grund werden vor allem Preissteigerungen bei den Personal- und Sachkosten angegeben. Sie wirken sich laut Umfrage bei 88 Prozent der Krankenhäuser stark oder sehr stark auf die Finanzsituation aus.

“Die Situation der Krankenhäuser nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an”, sagte der DKG-Vorstandschef Gerald Gaß dem RND. Ursachen seien die mangelhafte Investitionsförderung und ein weiterhin fehlender Inflationsausgleich. “Diese seit Jahren bestehende Schieflage wird die Krankenhausträger im kommenden Jahr vermehrt zu harten Konsolidierungsentscheidungen zwingen”, warnte Gaß. Dies werde auch negative Auswirkungen auf die regionale Patientenversorgung haben. “Krankenhäuser sind wegen der Defizitlage gezwungen, Einschnitte in der Patientenversorgung vorzunehmen, ohne dass dies noch mit der Krankenhausplanung der Länder abgestimmt werden kann”, so Gaß.

Die Ergebnisse des Krankenhausbarometers 2024 beruhen laut DKG auf der schriftlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von Allgemeinkrankenhäusern ab 100 Betten, die von Mitte Mai bis Mitte August 2024 durchgeführt worden ist. Daran haben sich insgesamt 366 Krankenhäuser beteiligt.

red

Gegen “Diskriminierung” von gesetzlich Versicherten: Lauterbach will Gleichbehandlung

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich gegen eine “Diskriminierung” gesetzlich Versicherter bei der Terminvergabe bei Ärzten und Kliniken gewandt. “Längere Wartezeiten für Kassenpatienten in Praxen und Krankenhäusern sind nicht weiter tragbar. Diese Diskriminierung muss schnellstmöglich enden”, sagte Lauterbach dem “Tagesspiegel”.

“Jeder gesetzlich Versicherte muss genauso schnell behandelt werden wie ein Privatversicherter.” Lauterbach rief Union und FDP dazu auf, “sie sollten ihre Blockade, die die Gleichbehandlung aller Versicherter verhindert, endlich aufgeben”. Der SPD-Politiker sagte: “Ohne FDP und Union gäbe es die Zweiklassenmedizin schon lange nicht mehr.”

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hatte zuvor eine Bevorzugung von Privatversicherten gegenüber gesetzlich Versicherten bei der Vergabe von Arztterminen moniert. Der Verband forderte im Gespräch mit dem RND bei der Terminvergabe eine gesetzliche Verpflichtung für alle Arztpraxen, freie Termine tagesaktuell einem Onlineportal zur Verfügung zu stellen, auf das die gesetzlichen Kassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen zugreifen können. Auch aus der Union wurde der Ruf nach einer Reform laut.

Der Vorschlag des Krankenkassen-Spitzenverbandes habe “Charme”, sagte der Vorsitzende des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, dem “Tagesspiegel”. Bei immer weiter steigenden Kosten für die gesetzlich Versicherten “verlieren wir irgendwann Akzeptanz und Vertrauen in das System, wenn man trotz akuter Probleme wochenlang warten muss und wie zweiter Klasse behandelt wird”, sagte der CDU-Politiker: “Niemand will Privilegien von privat versicherten beschneiden, aber bei der Terminvergabe muss es fair zugehen. Kassen-Patienten dürfen nicht diskriminiert werden.”

red

Digitale Sorgen: Jeder dritte Deutsche zweifelt am eigenen Internetkonsum

Immer mehr Deutsche blicken kritisch auf ihr eigenes Internetnutzungsverhalten. Laut einer neuen Befragung macht sich jeder Dritte Gedanken über die negativen Folgen seines digitalen Konsums. Besonders das Vertrauen in Netzinhalte und die Nutzung künstlicher Intelligenz bereiten vielen Sorgen.

Berlin – Viele Deutsche machen sich Sorgen über das eigene Nutzungsverhalten im Internet. Das geht aus einer neuen Befragung im Auftrag des Beratungsunternehmens EY hervor. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben) berichten darüber.

Demnach macht sich mittlerweile jeder dritte Deutsche (34 Prozent) Gedanken über mögliche negative Auswirkungen seiner digitalen Gewohnheiten im Umgang mit Smartphone, Tablet und Computer. Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Deutschen aber immer noch vergleichsweise sorgenfrei. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 38 Prozent – nur die Nutzer in Schweden (28 Prozent) machen sich weniger Sorgen in Bezug auf ihren Internetkonsum als die Befragten in Deutschland.

In Italien (44 Prozent), Spanien und Kanada (beide 42 Prozent) hinterfragen jeweils mehr Einwohner das Nutzungsverhalten in Netz mit Blick auf die eigene Gesundheit. Besorgniserregend: Mehr als jeder dritte Deutsche (35 Prozent) gab an, lieber kurze Internetvideos zu gucken, als sich mit seinen Freunden zu treffen. Jeder Zweite (51 Prozent) hierzulande findet das offenbar so beunruhigend und verordnet sich als Reaktion darauf selbst Internetauszeiten. Nur in Kanada (54 Prozent) und den USA (53 Prozent) ist dieser Wert der internationalen Befragung zufolge noch höher, der internationale Durchschnitt liegt bei 43 Prozent.

Schon jetzt ist die Mehrheit der Bürger unzufrieden und findet, dass der Staat mehr gegen schädliche Inhalte im Netz (57 Prozent) und “Fake News” (53 Prozent) tun muss. Die Folge, aber möglicherweise auch ein Zeichen für steigende Medienkompetenz: Mehr als jeder Zweite (52 Prozent) hierzulande sagt, dass er oft an der Authentizität von Netzinhalten zweifelt. Fast sechs von zehn Befragten (58 Prozent) hierzulande machen sich Sorgen, dass Anwendungen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) für negative oder schädliche Inhalte im Internet eingesetzt werden können.

Dass es möglich ist, die eigenen Nutzerdaten bei der Verwendung internetfähiger Geräte vor fremdem Zugriff zu schützen, glaubt hierzulande nur knapp jede und jeder vierte (24 Prozent) Befragte. Viele Internetnutzer in Deutschland sehen aber weiterhin auch positive Seiten: 49 Prozent der Menschen hierzulande sagen, dass ihr Sozialleben ohne Zugang zum Internet leiden würde. Nur ein Viertel der Befragten (25 Prozent) stimmt dieser Aussage nicht zu.

Für die sogenannte “Digital Household Study” der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY wurden weltweit 20.000 Menschen befragt, 1.000 davon in Deutschland.

red

Biontech, Novavax & Co.: Regierung liefert Millionen Dosen an Praxen und Apotheken

In diesem Herbst und Winter hat das Bundesgesundheitsministerium bereits über acht Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus bereitgestellt. Neben einem an JN.1 angepassten Impfstoff wird seit November auch ein Wirkstoff gegen die Variante KP.2 ausgeliefert.

Berlin – Das Bundesgesundheitsministerium hat Praxen und Apotheken in diesem Herbst und Winter bislang mehr als acht Millionen Impfstoffdosen gegen das Coronavirus zur Verfügung gestellt. Zunächst war ein an die Variante JN.1 angepasster Impfstoff ausgeliefert worden, seit Mitte November wird zudem ein an die neue Variante KP.2 angepasster Wirkstoff geliefert.

Der Bund habe beim ersten Impfstoff vom Hersteller Biontech/Pfizer insgesamt rund sechs Millionen Dosen bekommen, davon seien rund 5,4 Millionen an den pharmazeutischen Großhandel ausgeliefert worden, sagte ein Ministeriumssprecher den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben). Vom zweiten Wirkstoff habe der Bund insgesamt rund 8,2 Millionen Dosen bekommen, von denen bislang rund 2,6 Millionen an den Großhandel ausgeliefert worden seien.

Darüber hinaus könne seit Mitte Dezember auch der an die Variante JN.1 angepasste Covid-19-Impfstoff des Herstellers Novavax bestellt werden. An den pharmazeutischen Großhandel seien bislang rund 43.000 Impfdosen dieses Impfstoffs ausgeliefert worden, so der Sprecher.

red

Statistik zeigt: Pflegebedürftigkeit wächst schneller als erwartet

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland ist 2023 auf knapp 5,7 Millionen gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt werden 86 Prozent zu Hause versorgt, meist durch Angehörige. Das Wachstum übersteigt die demografischen Erwartungen deutlich.

Wiesbaden – Im Dezember 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Im Dezember 2021 hatte die Zahl der Pflegebedürftigen noch bei knapp 5,0 Millionen gelegen, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit.

Die starke Zunahme um 730.000 Pflegebedürftige (+15 Prozent) weise allerdings darauf hin, dass sich hier auch noch Effekte durch die Einführung des weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs zum 1. Januar 2017 zeigen, so die Statistiker. Seither werden Menschen eher als pflegebedürftig eingestuft als zuvor.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst laut Destatis in stärkerem Maße, als durch die Alterung der Gesellschaft erwartbar ist. So wurde nach der Pflegevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes der demografiebedingte Anstieg von 2021 bis 2023 auf rund 100.000 Pflegebedürftige beziffert. Die tatsächliche Zunahme der Zahl der Pflegebedürftigen um 730.000 geht zum Teil auf den weiter gefassten Pflegebegriff zurück.

Knapp neun von zehn Pflegebedürftigen (86 Prozent beziehungsweise 4,9 Millionen) wurden nach Angaben des Bundesamts im Dezember 2023 zu Hause versorgt. Davon erhielten 3,1 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld und wurden überwiegend durch Angehörige gepflegt. Weitere 1,1 Millionen Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten und wurden zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflege- und Betreuungsdienste versorgt.

Ebenfalls zu Hause versorgt wurden laut Destatis weitere 680.000 Pflegebedürftige im Pflegegrad 1. Davon erhielten 40.000 ausschließlich Entlastungsleistungen landesrechtlicher Angebote. Die übrigen 640.000 Pflegebedürftigen im Pflegegrad 1 haben im Dezember 2023 keine Leistungen von Pflegeheimen oder ambulanten Diensten genutzt. Ob diese Personen weitere Hilfeleistungen abgerufen haben, wird in der Pflegestatistik nicht erfasst.

Ein Siebtel der Pflegebedürftigen (14 Prozent beziehungsweise 800.000) wurde in Pflegeheimen vollstationär betreut, hieß es. Im Vergleich zu Dezember 2021 stieg die Zahl der in Heimen vollstationär versorgten Pflegebedürftigen leicht um 0,8 Prozent (+6.000). Die Zahl der zu Hause gepflegten Personen nahm dagegen insgesamt um gut ein Sechstel (+17 Prozent) oder 721.000 zu. Davon stieg die Zahl der durch ambulante Dienste betreuten Pflegebedürftigen um 5,1 Prozent (+54.000). Die Zahl der überwiegend durch Angehörige versorgten Pflegebedürftigen stieg um gut ein Fünftel (+21 Prozent) oder 549.000. Ebenfalls um rund ein Fünftel (+21 Prozent oder +118.000 Personen) wuchs die Gruppe der Pflegebedürftigen im Pflegegrad 1 ohne Leistungen ambulanter oder stationärer Einrichtungen beziehungsweise mit ausschließlich landesrechtlichen Entlastungsleistungen.

Ende 2023 waren 78 Prozent der Pflegebedürftigen 65 Jahre und älter, rund ein Drittel (34 Prozent) war mindestens 85 Jahre alt, wie aus der Statistik hervorgeht. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (61 Prozent). Dies ist den Statistikern zufolge unter anderem darauf zurückzuführen, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu sein, mit zunehmendem Alter steigt. Während bei den 70- bis 74-Jährigen rund 11 Prozent pflegebedürftig waren, betrug die Pflegequote für die ab 90-Jährigen 87 Prozent.

red

Drogeriemarktkette DM startet Online-Versandhandel für Medikamente

Die Drogeriekette DM erweitert ihr Angebot: Ab 2024 will das Unternehmen von Tschechien aus freiverkäufliche Arzneimittel nach Deutschland liefern. Mit dem Einstieg in den Apothekenmarkt greift DM einen Milliardenmarkt an und reagiert auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen.

Karlsruhe – Die Drogeriemarktkette DM steigt in den Apothekenmarkt ein. Ab dem kommenden Jahr will das Unternehmen von Tschechien aus freiverkäufliche Arzneimittel nach Deutschland versenden, wie das “Handelsblatt” am Mittwoch unter Berufung auf verschiedene Marktteilnehmer, die in das Projekt involviert sind, berichtet.

Auf Nachfrage bestätigte Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing und Beschaffung von DM, der Zeitung, dass das Unternehmen eine entsprechende Gesellschaft in Tschechien gegründet hat. Marktteilnehmer gehen von einem Start im Sommer aus, DM will sich aber auf keinen Starttermin festlegen.

“Wir planen aber ausschließlich den Online-Handel von freiverkäuflichen Arzneimitteln”, erklärte Bayer. Doch allein damit eröffnet sich das Unternehmen einen neuen Milliardenmarkt. Mit freiverkäuflichen Arzneimitteln wurden im vergangenen Jahr in Deutschland rund 6,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht – gerechnet zu den Abgabepreisen der Hersteller.

DM-Geschäftsführer Bayer wies darauf hin, dass der Gesundheitsmarkt in Deutschland vor gewaltigen Herausforderungen stehe. “Aus Sicht der Bürger wird es teurer, aber nicht besser”, sagte er. “Für DM stellt sich deshalb die Frage, was wir beitragen können, wenn es regulatorisch zu Änderungen kommt.” Die Drogeriekette habe noch viel Fantasie, was sie in diesem Bereich anbieten könne.

red

Krankenkassen kritisieren Versorgung: Viele Notfallpatienten landen unnötig im Krankenhaus

Die Mehrheit der gesetzlich Versicherten, die die Notaufnahme in einem Krankenhaus aufsucht, wird lediglich ambulant behandelt und hätte damit auch in einer Bereitschaftspraxis versorgt werden können. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, über die die Zeitungen des “Redaktionsnetzwerks Deutschland” (Sonntagausgaben) berichten.

Danach wurden 60 Prozent der Befragten, die innerhalb von 12 Monaten in die Notaufnahme gegangen waren, ambulant behandelt. 40 Prozent wurden stationär aufgenommen. 28 Prozent derjenigen, die eine Notaufnahme aufgesucht hatten, waren sich der Umfrage zufolge bewusst, dass sie auch in einer Arztpraxis hätten behandelt werden können.

60 Prozent hielten dagegen den Gang ins Krankenhaus für notwendig. Zwölf Prozent gaben an, es nicht zu wissen. Für diejenigen, die wider besseres Wissen ins Krankenhaus gegangen sind, spielt das Problem, bei niedergelassenen Ärzten einen zeitnahen Termin zu bekommen, die entscheidende Rolle.

Das macht die Antwort auf die Frage deutlich, ob die Versicherten auf den Gang ins Krankenhaus verzichtet hätten, wenn sie über die Terminservicestellen innerhalb von 48 Stunden einen Termin erhalten hätten. Das bejahten 58 Prozent der Befragten, 42 antworteten mit Nein.

“Wenn Versicherte nur deshalb die Notaufnahme im Krankenhaus aufsuchen, weil sie keine Sprechstundentermine in einer ärztlichen Praxis erhalten, dann läuft etwas gewaltig schief”, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, dem RND.

Hilfesuchende müssten schnell und gezielt dahin geleitet werden, wo sie passend medizinisch versorgt würden – und zwar 24/7, mahnte die Verbandsvertreterin. Sie forderte die nächste Bundesregierung auf, endlich eine Notfallreform umzusetzen.

Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge rund 3.500 Versicherte im Alter von 18 bis 80 Jahren im Zeitraum von März bis April 2024 befragt.

red