Ungesundes Dosenfutter

Stark verarbeitete Lebensmittel tun dem Körper nicht gerade gut. Mit den Ravioli fing es vor vielen Jahren an: Die Pasta aus der Dose gilt als das erste echte Fertiggericht auf dem deutschen Markt. Heute sind zwischen 80 und 90 Prozent aller Lebensmittel industriell verarbeitet.

Besonders hochverarbeitete Produkte sind in den Augen von Ernährungsmedizinern riskant für die Gesundheit. „Hochverarbeitete Lebensmittel enthalten häufig extrem viel Zucker und ungesunde Fette“, sagt der bekannte Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Gesundheitlich ebenfalls problematisch seien zugesetzte Vitamine, Geschmacksverstärker, Aromastoffe und Zusatzstoffe. 320 verschiedene Zusatzstoffe sind derzeit in Europa zugelassen – ohne dass bislang beispielsweise ihre Wirkung auf die Darmflora untersucht wurde.

Ein Beispiel: Carragen, das unter dem Kürzel E 407 in vielen industriellen Lebensmitteln wie Joghurts, Sprühsahne und Wurst enthalten ist. „Einige Studien zeigen, dass der Emulgator den Oberflächenschutz der Darmschleimhaut stören kann und auf diese Weise etwa zur Entstehung von Diabetes oder bestimmten Krebsarten beitragen könnte“, sagt Matthias Riedl.

Zur Orientierung der Verbraucher gibt es zwar den Nutri-Score, doch der ist immer noch eine rein freiwillige Angelegenheit. Viele Expertinnen und Experten halten diese Kennzeichnung ohnehin für unzureichend. Denn der Nutri-Score beurteilt zwar die Nährstoffzusammensetzung von Lebensmitteln, aber nicht den Grad der Verarbeitung. Olivenöl zum Beispiel, das sehr viele wertvolle ungesättigte Fettsäuren enthält, kann da schlechter bewertet sein als so manche Tiefkühlpizza.

Lars Wallerang / glp

Weiterer Anstieg der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis

Die kreisweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist am Freitag weiter gestiegen. Das Landratsamt teilte unter Berufung auf Angaben des Kreisgesundheitsamtes mit, dass in den vergangenen sieben Tagen kreisweit der Wert am Freitag bei 28,8 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Am Vortag lag der Wert bei 26,6. Vor genau einer Woche bei 15,8. Das geht aus Zahlen von Freitagnachmittag hervor, die den Stand des Dashboards vom Landratsamt in Ludwigsburg von 17:00 Uhr vorläufig wiedergeben. (Stand:13.08.)

Innerhalb 24 Stunden wurden in der Summe 22 Neuinfektionen registriert. (Vortag: 31; Vorwoche: 11). Die Zahl der Corona-Toten in Kreis Ludwigsburg liegt unverändert bei mindestens 519. Rund 26.621 (7) Menschen haben die Infektion nach Schätzungen vom Landratsamt überstanden.

Aktuelle Impfzahlen für den Kreis Ludwigsburg: 

Screenshot: Landratsamt Ludwigsburg

Infizierte nach Gemeinde (Quelle: Landratsamt Ludwigsburg – Stand: 13.08.)

Affalterbach ( 174 | 0 )
Asperg ( 753 | 0 )
Benningen am Neckar ( 258 | 0 )
Besigheim ( 671 | 1 )
Bietigheim-Bissingen ( 2.536 | 2 )
Bönnigheim ( 550 | 0 )
Ditzingen ( 1.233 | 1 )
Eberdingen ( 309 | 0 )
Erdmannhausen ( 194 | 0 )
Erligheim ( 152 | 0 )
Freiberg am Neckar ( 623 | 2 )
Freudental ( 168 | 1 )
Gemmrigheim ( 263 | 0 )
Gerlingen ( 732 | 1 )
Großbottwar ( 357 | 0 )
Hemmingen ( 324 | 0 )
Hessigheim ( 68 | 0 )
Ingersheim ( 276 | 0 )
Kirchheim am Neckar ( 373 | 1 )
Korntal-Münchingen ( 877 | 0 )
Kornwestheim ( 2.052 | 2 )
Löchgau ( 296 | 0 )
Ludwigsburg ( 4.996 | 4 )
Marbach am Neckar ( 729 | 0 )
Markgröningen ( 781 | 0 )
Möglingen ( 706 | 0 )
Mundelsheim ( 137 | 0 )
Murr ( 265 | 0 )
Oberriexingen ( 125 | 0 )
Oberstenfeld ( 390 | 1 )
Pleidelsheim ( 315 | 1 )
Remseck am Neckar ( 1.262 | 1 )
Sachsenheim ( 1.047 | 3 )
Schwieberdingen ( 473 | 1 )
Sersheim ( 324 | 0 )
Steinheim an der Murr ( 486 | 0 )
Tamm ( 436 | 0 )
Vaihingen an der Enz ( 1.505 | 0 )
Walheim ( 145 | 0 )

red

1.500 neue Diabetes-Fälle pro Tag

Die Welt spricht noch immer über Corona. Dabei breitet sich auch die Zuckerkrankheit Diabetes rasant aus. Hauptursache: Übergewicht.

Täglich erkranken in Deutschland rund 1.500 Menschen, bis 2040 wären es insgesamt zwölf Millionen – rund fünf Millionen Menschen mehr als heute. Das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“ hat kurz vor der Bundestagswahl im September nachgeforscht, welche Lösungswege die Parteien zur Bekämpfung dieser Diabetes-Pandemie vorschlagen.

Ein Blick in die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP zeige, dass Diabetes selbst kaum eine Rolle spielt – meist nur indirekt – wenn es etwa um gesündere Ernährung in Schule und Kita geht, teilt der Diabetes-Ratgeber mit. Die Union wolle eine „Nationale Diabetesstrategie“ weiter vorantreiben, die zum Amtsantritt 2017 verkündet wurde. Danach sollen Hersteller etwa den Zucker in Softdrinks um 15 Prozent reduzieren. Die Kritik daran, wie an der inzwischen eingeführten Lebensmittelampel („Nutri-Score“): Gegenüber den Herstellern setzt die Regierung auf Freiwilligkeit.

Zudem hat der „Diabetes Ratgeber“ sich bei den Gesundheitspolitikern der Parteien umgehört. Die Resultate: Dietrich Monstadt, CDU, selbst von Diabetes Betroffener, ist für Steuern und Vorgaben. Sabine Dittmar, SPD, will bei den Ursachen von Diabetes „substanziell“ vorankommen. Professor Dr. Andrew Ullmann, FDP, setzt auf Aufklärung und Eigenverantwortung. Dr. Kirsten Kappert-Gonter, Grüne, ist außerdem für verbindliche Vorgaben und Verbote. Bislang seien das reine Absichtserklärungen – ob sie den Weg in den Koalitionsvertrag finden und umgesetzt werden, bleibe abzuwarten.

Vor allem dürfe es künftig nicht mehr bei reinen Gesten bleiben, schreibt der „Diabetes Ratgeber“. So fordert etwa Professorin Monika Kellerer von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) insbesondere verbindliche Vorgaben für die Lebensmittelindustrie. Das beherrschende Thema dabei ist der Zucker: Die DDG fordert etwa, den Gehalt in Softdrinks zu halbieren. Man könnte sich auch eine Besteuerung wie in Großbritannien vorstellen, wo Hersteller heute weniger Zucker in Getränke geben, um Steuern zu vermeiden.

Die zweite große Forderung gilt der besseren Versorgung von Betroffenen: „Die Schere zwischen immer mehr Diabetesfällen in deutschen Kliniken und immer weniger qualifizierten Fachkräften geht weiter auseinander“, sagt Kellerer. Manche Patienten benötigten spezielle Betreuung, an der oft gespart werde. Zudem müsse bei Studierenden das Interesse für Diabetologie gestärkt werden: Wenn es aber immer weniger diabetologische Abteilungen und Klinikkapazitäten gibt, dann kämen sie immer weniger damit in Berührung.

Lars Wallerang / glp

Corona-Zahlen: 7-Tage-Inzidenz im Landkreis steigt weiter

Die kreisweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist am Donnerstag weiter gestiegen und nähert sich der 30er-Marke. Das Landratsamt teilte unter Berufung auf Angaben des Kreisgesundheitsamtes mit, dass in den vergangenen sieben Tagen kreisweit der Wert am Donnerstag bei 26,6 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Am Vortag lag der Wert bei 24,2. Vor genau einer Woche bei 15. Das geht aus Zahlen von Donnerstagnachmittag hervor, die den Stand des Dashboards vom Landratsamt in Ludwigsburg von 17:00 Uhr vorläufig wiedergeben. (Stand:12.08.)

Innerhalb 24 Stunden wurden in der Summe 31 Neuinfektionen registriert. (Vortag: 41; Vorwoche: 12). Die Zahl der Corona-Toten in Kreis Ludwigsburg liegt unverändert bei mindestens 519. Rund 26.614 (12) Menschen haben die Infektion nach Schätzungen vom Landratsamt überstanden.

Aktuelle Impfzahlen für den Kreis Ludwigsburg: 

Screenshot: Landratsamt Ludwigsburg

Infizierte nach Gemeinde (Quelle: Landratsamt Ludwigsburg – Stand: 12.08.)

Affalterbach ( 174 | 0 )
Asperg ( 753 | 0 )
Benningen am Neckar ( 258 | 0 )
Besigheim ( 670 | 0 )
Bietigheim-Bissingen ( 2.534 | 4 )
Bönnigheim ( 550 | 0 )
Ditzingen ( 1.232 | 1 )
Eberdingen ( 309 | 2 )
Erdmannhausen ( 194 | 0 )
Erligheim ( 152 | 0 )
Freiberg am Neckar ( 621 | 0 )
Freudental ( 167 | 3 )
Gemmrigheim ( 263 | 2 )
Gerlingen ( 731 | 0 )
Großbottwar ( 357 | 0 )
Hemmingen ( 324 | 0 )
Hessigheim ( 68 | 0 )
Ingersheim ( 276 | 0 )
Kirchheim am Neckar ( 372 | 0 )
Korntal-Münchingen ( 877 | 1 )
Kornwestheim ( 2.050 | 0 )
Löchgau ( 296 | 0 )
Ludwigsburg ( 4.992 | 9 )
Marbach am Neckar ( 729 | 0 )
Markgröningen ( 781 | 0 )
Möglingen ( 706 | 2 )
Mundelsheim ( 137 | 0 )
Murr ( 265 | 1 )
Oberriexingen ( 125 | 0 )
Oberstenfeld ( 389 | 0 )
Pleidelsheim ( 314 | 1 )
Remseck am Neckar ( 1.261 | 2 )
Sachsenheim ( 1.044 | 0 )
Schwieberdingen ( 472 | 1 )
Sersheim ( 324 | 0 )
Steinheim an der Murr ( 486 | 0 )
Tamm ( 436 | 1 )
Vaihingen an der Enz ( 1.505 | 0 )
Walheim ( 145 | 1 )

red

Mit Salz gegen Corona

Salz hat nicht nur als Würze, sondern auch in der Eigenschaft als Konservierungsmittel Tradition. Denn das aromatische Mineral macht Keimen das Leben schwer. Forscher fanden nun heraus: Salz wirkt auch gegen Coronaviren.

Der deutschen Forschungsgruppe (oji Raumluft Forschung) ist es in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern gelungen, ein Salz als Grundstoff zur Virenbekämpfung in der Raumluft einzusetzen. In dieser für Menschen unschädlichen Schutzatmosphäre sollen Viren und Bakterien zerstört und der Übertragungsweg unterbrochen werden.

Gerade in geschlossenen Räumen ergebe sich ein evidenter Vorteil zu Systemen bei denen Viren erst zu einer Filter- oder UVC-Einheit gelangen müssen, teilen die Wissenschaftler mit. „Denn bis sie in das Gerät eingesaugt werden, sind sie weiter infektiös.“ Das neu entwickelte Verfahren greife sie aber bereits dort an, wo sie infektiös sind, direkt in der Luft, die uns umgibt.

Der Effekt der „immunisierten“ Raumluft sei in vielen Experimenten mit hunderten von Messergebnissen bestätigt worden, heißt es im Studienreport. „Die in eigens gebauten Testräumen ermittelten Werte wurden analysiert und in praktischen Tests, in Supermärkten, Kliniken, Fitnesscentern oder Bildungseinrichtungen überprüft.“

So will die oji Raumluft Forschung beweisen, dass eine sogenannte „HOCl-Schutzatmosphäre“ die Bakterienkonzentration in der Luft und auf Oberflächen auf ein Niveau bringt, wie sie als Standard in Operationssälen erwartet wird.

Lars Wallerang / glp

Kraftpaket Kiwi

Kiwis können was. Das handliche Früchtchen steckt voller wichtiger Nährstoffe. Dank mehr als 20 verschiedener Vitamine und Mineralien gibt die Kiwi einem das gute Gefühl, den Körper gut versorgt zu haben.

Kiwis sind so reich an Vitamin C, dass bereits ein Stück Obst den durchschnittlichen Tagesbedarf eines Erwachsenen deckt. Kiwis sind außerdem eine natürliche Quelle von weiteren Vitalstoffen: Folat, das für das Zellwachstum benötigt wird, Kalium, das wichtig ist für Nerven und Muskeln, Ballaststoffen für eine gesunde Verdauung und Antioxidantien, die vor schädlichen Erregern schützen können.

Noch dazu haben sie wenig Kalorien und einen niedrigen glykämischen Index, durch den sie in Verbindung mit dem hohen Ballaststoffgehalt den Blutzuckerspiegel stabil halten können. Nicht zuletzt ist die Kiwi ein unkomplizierter Snack, den man immer und überall genießen kann: Einfach aufschneiden, auslöffeln und fertig.

Lars Wallerang / glp

Ab Montag soll 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg keine Rolle mehr spielen

In Baden-Württemberg soll ab Montag die Sieben-Tage-Inzidenz keine Rolle mehr spielen. Stattdessen gelten bspw. auf Veranstaltungen schärfere Testregeln für Ungeimpfte.

Ab Montag, 16. August, sollen alle Menschen, unabhängig vom Inzidenzwert, wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Die Voraussetzung hierfür ist 3 G: Geimpft, genesen oder getestet sein. Die Inzidenz soll im Alltag somit keine Rolle mehr spielen. Das gab das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt.

Was genau heißt das?

Ab dem 16. August gilt die 3G-Regel. Das heißt: Zutritt nur für geimpfte, genesene oder getestete Personen mit einem Antigenschnelltest (max. 24 Stunden alt) oder PCR-Test (max. 48 Stunden alt) als Besucher in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe, in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen und Festen in Innenräumen, bei Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen, bei Sport im Innenbereich, bei Beherbergung. Dies gilt für alle ab sechs Jahre.

red

7-Tage-Inzidenz im Landkreis deutlich gestiegen – 41 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Die kreisweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist am Mittwoch gestiegen und liegt nun deutlich über der 20er-Marke. Das Landratsamt teilte unter Berufung auf Angaben des Kreisgesundheitsamtes mit, dass in den vergangenen sieben Tagen kreisweit der Wert am Mittwoch bei 24,2 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Am Vortag lag der Wert bei 19,3. Vor genau einer Woche bei 17,1. Das geht aus Zahlen von Mittwochnachmittag hervor, die den Stand des Dashboards vom Landratsamt in Ludwigsburg von 17:00 Uhr vorläufig wiedergeben. (Stand:11.08.)

Innerhalb 24 Stunden wurden in der Summe 41 Neuinfektionen registriert. (Vortag: 36; Vorwoche: 25). Die Zahl der Corona-Toten in Kreis Ludwigsburg ist um 1 auf mindestens 519 gestiegen. Rund 26.602 (7) Menschen haben die Infektion nach Schätzungen vom Landratsamt überstanden.

Aktuelle Impfzahlen für den Kreis Ludwigsburg: 

Screenshot: Landratsamt Ludwigsburg

Infizierte nach Gemeinde (Quelle: Landratsamt Ludwigsburg – Stand: 11.08.)

Affalterbach ( 174 | 0 )
Asperg ( 753 | 0 )
Benningen am Neckar ( 258 | 0 )
Besigheim ( 670 | 0 )
Bietigheim-Bissingen ( 2.530 | 2 )
Bönnigheim ( 550 | 0 )
Ditzingen ( 1.231 | 1 )
Eberdingen ( 307 | 0 )
Erdmannhausen ( 194 | 2 )
Erligheim ( 152 | 0 )
Freiberg am Neckar ( 621 | 3 )
Freudental ( 164 | 0 )
Gemmrigheim ( 261 | 0 )
Gerlingen ( 731 | 2 )
Großbottwar ( 357 | 0 )
Hemmingen ( 324 | 1 )
Hessigheim ( 68 | 0 )
Ingersheim ( 276 | 0 )
Kirchheim am Neckar ( 372 | 0 )
Korntal-Münchingen ( 876 | 0 )
Kornwestheim ( 2.050 | 2 )
Löchgau ( 296 | 1 )
Ludwigsburg ( 4.983 | 7 )
Marbach am Neckar ( 729 | 0 )
Markgröningen ( 781 | 1 )
Möglingen ( 704 | 4 )
Mundelsheim ( 137 | 0 )
Murr ( 264 | 2 )
Oberriexingen ( 125 | 0 )
Oberstenfeld ( 389 | 1 )
Pleidelsheim ( 313 | 1 )
Remseck am Neckar ( 1.259 | 1 )
Sachsenheim ( 1.044 | 5 )
Schwieberdingen ( 471 | 0 )
Sersheim ( 324 | 1 )
Steinheim an der Murr ( 486 | 2 )
Tamm ( 435 | 0 )
Vaihingen an der Enz ( 1.505 | 1 )
Walheim ( 144 | 1 )

red

Selbstständige beim Krankengeld benachteiligt

Auch hauptberuflich Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung können sich einen Anspruch auf Krankengeld sichern – der Anspruch gilt dann ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. Doch wenn erkrankte Selbstständige versuchen, ihre Arbeit wieder aufzunehmen und das ihrer Krankenkasse melden, unterbrechen sie damit den Krankengeldbezug. Das kann für Betroffene mitunter schwerwiegende Konsequenzen haben, warnt die Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Müssen sie ihre Arbeit wegen weiter andauernder Krankheit kurze Zeit später erneut unterbrechen, werden sie für sechs Wochen vom Krankengeldbezug ausgeschlossen. Trotz langer Erkrankung bekommen sie vielfach so kaum Unterstützung.

„Die gesetzlichen Krankenkassen stellen Selbstständige schlechter als Angestellte und ignorieren die geltende Rechtsprechung“, sagt Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD. „Der ehrliche Selbstständige, der die vorübergehende Wiederaufnahme seiner Arbeit ordnungsgemäß bei der Krankenkasse meldet, wird durch die Regelung bestraft.“

Anders als bei Angestellten werden bei hauptberuflich selbstständigen Versicherten Krankheitszeiten in der Regel nicht zusammengezählt. Somit ist für sie ein Bezug von Krankengeld erst wieder nach weiteren sechs Wochen ununterbrochener Arbeitsunfähigkeit möglich.

„Wenn Betroffene versuchen ihre Arbeit wieder aufzunehmen und dann diesen Versuch abbrechen müssen, droht ihnen – oft gänzlich unerwartet – eine Wartezeit von eineinhalb Monaten ohne jedes Einkommen“, sagt Thorben Krumwiede, und erläutert: „Denn das Formular der Wahlerklärung, das sie zur Sicherung des Krankengeldanspruchs abgegeben haben, enthält dazu keinerlei Hinweise. Die überraschten Betroffenen geraten dadurch oft in eine schwierige Situation und melden sich daraufhin in unserer Beratung.“

Diese Praxis der Krankenkassen ignoriere die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) vom März 2019: Die Gleichbehandlung von Selbstständigen und Arbeitnehmern habe in der Urteilsbegründung eine zentrale Rolle gespielt. Für beide Gruppen soll das Krankengeld ab der siebten Woche beginnen, die für den Anspruch relevanten Zeiten der Arbeitsunfähigkeit sollen nicht zusammenhängend verlaufen müssen.

„Wir empfehlen Betroffenen daher, vorsorglich Widerspruch gegen Entscheidungen einzulegen, die den Bezug von Krankengeld von einer unterbrechungsfreien Arbeitsunfähigkeit abhängig machen“, sagt Thorben Krumwiede.

Gleichbehandlung sei dringend erforderlich.

Heike Morris, juristische Leiterin der UPD, ergänzt: „Das BSG hat seine Entscheidung maßgeblich damit begründet, dass Selbstständige und Angestellte in der gesetzlichen Krankenversicherung gleichbehandelt werden sollten. Für Angestellte gilt auch derzeit schon, dass eine temporäre Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit für den Anspruch auf Krankengeld keine Rolle spielt. Warum sollte das nicht auch für Selbstständige gelten?“

Rechtlicher Hintergrund: Anspruch auf Krankengeld für hauptberuflich Selbstständige in der Gesetzlichen Krankenversicherung durch Abgabe einer Wahlerklärung (Paragraph 46 Satz 4 SGB V) und BSG-Urteil vom 28. März 2019, Aktenzeichen B 3 KR 15/17 R.

Lars Wallerang / glp

Bund-Länder-Beschluss: Ab 11. Oktober Corona-Schnelltests für Ungeimpfte kostenpflichtig

Bei ihrem Treffen am Dienstag haben sich Bund und Länder auf eine neue Testpflicht für ungeimpfte verständigt. Ab dem 11. Oktober werden außerdem Corona-Tests für ungeimpfte kostenpflichtig.

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen in den vergangenen Wochen wieder an. Wie sie sich weiter entwickeln, hängt maßgeblich davon ab, wie hoch die Impfquote in Deutschland ist. „Jetzt haben wir genug Impfstoff und wir müssen dafür werben, dass geimpft wird“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag nach Beratungen von Bund und Ländern.

Bund und Länder vereinbarten unter anderem:

  • Spätestens ab dem 23. August gilt die 3G-Regel. Das heißt: Zutritt nur für geimpfte, genesene oder getestete Personen mit einem Antigenschnelltest (max. 24 Stunden alt) oder PCR-Test (max. 48 Stunden alt) als Besucher in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe, in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen und Festen in Innenräumen, bei Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen, bei Sport im Innenbereich, bei Beherbergung. Dies gilt für alle ab sechs Jahre.
Screenshot: Bundesregierung.de
  • Dabei können die Länder vorsehen, dass die 3G-Regel ganz oder teilweise ausgesetzt wird, solange die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis stabil unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegt.
  • Der Bund wird das Angebot kostenloser Bürgertests für alle mit Wirkung vom 11. Oktober 2021 beenden. Für Personen, die nicht geimpft werden können und für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt (insbesondere Schwangere, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren), wird es weiterhin die Möglichkeit zum kostenlosen Antigen-Schnelltest geben.

red