Die Vorteile der digitalen Medizin

ie erspart weite Wege und regelt vieles auf einen Fingertipp: Die digitale Medizin ist seit der Corona-Pandemie auf dem Vormarsch – und auch die Gesundheitspolitik treibt den Einsatz von Handy, Tablet und Computer in der Medizin voran. Das Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“ stellt in seiner aktuellen Ausgabe die wichtigsten Neuerung vor – und zeigt, wann und wie sie sich nutzen lassen.

Noch vor einem Jahr war es kaum vorstellbar, Patienten über eine Video-Sprechstunde zu behandeln. Doch heute findet die Online-Beratung viel Zuspruch: Laut Digitalverband Bitkom stehen mit rund 40 Prozent zwei von fünf Internet-Nutzern ab 65 Jahren einer Sprechstunde oder Krankengymnastik am Bildschirm offen gegenüber. Für die Therapie können Patienten Smartphone, Tablet oder Computer mit Kamera nutzen. Die Technik ist auch für Ältere leicht zu bedienen.

Viele Vorteile versprechen sich Ärzte und Patienten auch von der E-Patientenakte. Unterlagen wie Arztbrief und Röntgenbilder legt der Arzt ab Juli 2021 digital in einer elektronischen Patientenakte ab. Der Patient kann die Dokumente auf seinem Smartphone ansehen und verwalten sowie bestimmen, inwieweit Ärzte, Kliniken und Apotheken die Informationen nutzen können.

Ähnlich einfach wird es, ein Rezept in der Apotheke einzulösen. Über einen grafischen Code lässt sich das verschriebene Medikament direkt an die Apotheke funken, die Bescheid gibt, ob die Arznei vorrätig ist.

Ralf Loweg / glp

So gehen Sie Hautkrankheiten auf den Grund

Die Ergebnisse der Datenanalyse sind im „Neurodermitisreport“ nachzulesen. Demnach wird nur ein Viertel der Neurodermitispatienten den Daten zufolge zwei Jahre nach Beginn der Erkrankung auch noch von einem Dermatologen betreut.

Das ist kritisch zu sehen, denn die Daten weisen darauf hin, dass Allgemeinmediziner, Kinderärzte und Internisten hinsichtlich Medikamentenauswahl und Behandlungsdauer weniger gut mit den offiziellen Leitlinien zur Neurodermitistherapie vertraut sind als Hautärzte.

Zudem sind sie viel zurückhaltender bei der Verschreibung innovativer Arzneimittel wie zum Beispiel Biologika, die seit 2017 auf dem Markt sind. Diese Wirkstoffe greifen sehr gezielt in das Entzündungsgeschehen ein und belasten das Immunsystem insgesamt viel weniger als ältere entzündungshemmende Medikamente. Solche neuen, aber auch bewährte ergänzende Behandlungsmöglichkeiten wie etwa die Phototherapie werden vornehmlich von Dermatologen verordnet.

„Eine Ersteinschätzung durch den Hausarzt ist bei Hautsymptomen unklarer Ursache durchaus sinnvoll“, erklärt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe in Bonn. „Schließlich kann auch eine organische Erkrankung dahinterstecken.“

Beim Verdacht auf eine Hautkrankheit sollte aber umgehend eine Überweisung zum Dermatologen erfolgen, so der Experte: „Allgemeinmediziner müssen fachlich breit aufgestellt sein. Da ist es kaum möglich, jederzeit in allen Fachgebieten auf dem neuesten Stand der Forschung zu sein.“ Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Neurodermitis sei es wichtig, Therapien stets kritisch zu hinterfragen und bei Bedarf andere Möglichkeiten auszuloten. Das ist Sache der Hautärzte.

Ralf Loweg / glp

Umfrage: Das macht Corona mit unserer Gesundheit

Das Thema Gesundheit gewinnt in der Corona-Krise immer mehr an Bedeutung. So denken viele Bundesbürger neben gesunder Ernährung oder ausgiebiger Bewegung auch an Verzicht. Das geht aus einer aktuellen YouGov-Umfrage hervor.

Während die eigene Gesundheit schon in der Clark-Studie aus 2020 für 81 Prozent der Befragten einen wichtigen bis sehr wichtigen Stellenwert einnahm, hat sie über die vergangenen Monate noch weiter an Bedeutung gewonnen. Das gaben 91 Prozent der Studienteilnehmer an.

Besonders interessant: Mit steigendem Alter scheint sich auch das Interesse an der eigenen Gesundheit zu vergrößern. Auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht wichtig) bis 7 (sehr wichtig) ordnen sich 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bei 7 Punkten ein. Bei den 50- bis 59-Jährigen vergaben 46 Prozent und bei den über 60- Jährigen sogar ganze 55 Prozent ein klares „sehr wichtig.“

Ursächlich für den rasant steigenden Stellenwert der eigenen Gesundheit ist die anhaltende Corona-Pandemie. Mehr als zwei Drittel der Deutschen (70 Prozent) geben an, seit Beginn der Pandemie mehr auf die eigene Gesundheit zu achten.

Doch die Pandemie sorgt nicht nur für ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein, sondern sie verändert zusätzlich das Gesundheitsverhalten. So achten 45 Prozent der Befragten generell mehr auf ihre Hygiene und weitere 22 Prozent ernähren sich aufgrund der anhaltenden Pandemie gesünder als vorher.

Alarmierend und kontraproduktiv ist jedoch folgender Trend: 11,0 Prozent der Befragten gehen seit Beginn der Pandemie seltener zu Vorsorgeuntersuchungen. Dies ist gerade mit Blick auf Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs problematisch.

Ralf Loweg / glp

RKI meldet mehr als 25.000 Corona-Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter meldeten am Freitag dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden insgesamt 25.464 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden innerhalb eines Tages weitere 296 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Freitag ist die Zahl damit um rund 3.500 gestiegen. Vor genau einer Woche waren 21.888 Neuinfektionen und 232 Todesfälle registriert worden. Gestern waren es 20.407 Fälle. (Stand: 09.04.)

Anm.: Rund um die Osterfeiertage sind die Infektionszahlen weniger aussagekräftig, da weniger Tests durchgeführt und gemeldet werden.

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) steigt laut RKI auf 110,4 (Vortag: 105,7). In der Vorwoche am Freitag lag der Wert bei 134. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.956.316 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 78.003. Das sind 298 mehr als am Vortag. Rund 2.647.600 (+16.200) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 09.04.)

red

RKI meldet rund 4.000 Corona-Neuinfektionen weniger

Die Gesundheitsämter meldeten am Donnerstag dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden insgesamt 20.407 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden innerhalb eines Tages weitere 306 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Donnerstag ist die Zahl damit um rund 4.000 gesunken. Vor genau einer Woche waren 24.300 Neuinfektionen und 201 Todesfälle registriert worden. Gestern waren es 9.677 Fälle. (Stand: 08.04.)

Anm.: Rund um die Osterfeiertage sind die Infektionszahlen weniger aussagekräftig, da weniger Tests durchgeführt und gemeldet werden.

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sinkt laut RKI auf 105,7 (Vortag: 110,1). In der Vorwoche am Donnerstag lag der Wert bei 134. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 2.930.852 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 77.707. Das sind 306 mehr als am Vortag. Rund 2.631.400 (+16.900) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 08.04.)

 

red

So helfen Eltern ihren Kindern beim Einschlafen

Gerade für Babys und Kleinkinder ist ein gesunder Schlaf so wichtig. Wie aber können Eltern ihrem Kind am besten helfen, dass es von allein gut einschläft?

„Hat ein Kind gelernt, sich auch tagsüber für gewisse Zeitabschnitte gut von den Eltern zu trennen, etwa um allein zu spielen oder in die Kita zu gehen, fällt es ihm auch am Abend leichter“, sagt Schlafmediziner Alfred Wiater aus Köln im Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Eine beruhigende Schlafumgebung ohne störende Licht- oder Lärmquellen fördert einen guten Schlaf zusätzlich. Viele Kinderzimmer seien völlig überfrachtet und setzten Kinder übermäßigen Reizen aus, die ein entspanntes Einschlafen erschwerten, so Schlafexperte Wiater.

Kindern, die gelernt haben, sich gut selbst zu beruhigen, etwa wenn etwas misslingt, fällt es auch am Abend und in der Nacht leichter, sich selbst zu regulieren und einzuschlafen, sagt Wiater. Auch wichtig: Mit dem Kinderbett muss das Kind immer etwas Positives verbinden – da ist es kuschelig, da fühlt es sich sicher und geborgen. Deshalb sollten Eltern auch nie das Bett als bestrafende Konsequenz einsetzen.

Sehr wichtig ist eine liebevolle, ruhige Einschlafbegleitung. Eltern helfen ihren Kindern, wenn sie von Anfang an ein Zubettgeh-Ritual einführen, das jeden Tag gleich abläuft und dem Alter des Kindes angepasst wird. Was immer gilt: Zum Abend hin sollte Ruhe einkehren. Ein Buch lesen, kuscheln, sich erzählen, was tagsüber schön war – solche Rituale helfen beim Einschlafen.

Ralf Loweg / glp

Wie das Smartphone den Blick vernebelt

Ob im Beruf oder privat: Ohne Smartphone geht es für die meisten nicht. Und das kann ganz schön ins Auge gehen. Mehr als 2,5 Stunden täglich verbrachten deutsche Smartphone-Nutzer im Jahr 2020 an ihren mobilen Endgeräten. Dies geht aus dem aktuellen Report des Datenanalyse-Anbieters App Annie hervor.

Vor allem für Jüngere kann der Dauereinsatz von Handy oder Tablet zum Problem werden. Denn darunter kann das räumliche Vorstellungsvermögen leiden und es wächst das Risiko, eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln. Die Experten der Stiftung Auge raten, dass Kinder weniger Zeit an Smartphones und möglichst viel Zeit im Freien verbringen sollten.

Augenärzte betrachten diesen Trend mit großer Sorge. Der Grund: Schauen Kinder täglich mehrere Stunden auf das Smartphone oder Tablet erhöht dies das Risiko für die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit. „Daran ist die meist schlechte Beleuchtung in Innenräumen Schuld,“ sagt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Auge. Zum anderen komme es zu einem erhöhten Längenwachstum des Augapfels, wenn Kinder wiederholt über längere Zeiträume auf Dinge in geringer Entfernung schauen, so der Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Dies führt dazu, dass sich der Abstand zwischen Netzhaut und Linse vergrößert. Dadurch stimme die Brennweite des Auges nicht mehr und Betroffene sehen in der Ferne unscharf, erklärt Holz.

Wenn Kinder über lange Zeit auf einen Bildschirm schauen, drohen neben Kurzsichtigkeit weitere Folgen. „Da Smartphone- und Tabletbildschirme immer flach sind, kann Kindern bei intensiver Nutzung der Geräte der Wechsel zwischen Nah- und Fernsehen schwerer fallen und im schlimmsten Fall das räumliche Vorstellungsvermögen leiden“, sagt Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Mediensprecher der Stiftung Auge.

Um dem entgegenzuwirken, sei es wichtig, dass Kinder täglich im Freien spielen, so der ehemalige Direktor der Universitäts-Augenklinik Frankfurt am Main. „Draußen muss sich das Auge immer an unterschiedliche Distanzen anpassen“, so Ohrloff. Studien haben außerdem gezeigt, dass zwei Stunden helles Tageslicht pro Tag die Kurzsichtigkeits-Entwicklung bremsen.

Ralf Loweg / glp

Mehr als 2 Millionen Impfungen in Baden-Württemberg

Mehr als zwei Millionen Corona-Impfungen wurden nach Angaben der Landesregierung in Baden-Württemberg bis jetzt durchgeführt. Das Land will sich zunächst weiter auf die über 70- und 80-Jährigen konzentrieren. Über 60-Jährige sind derzeit nur etwa bei bestimmten Vorerkrankungen oder wegen ihres Berufs impfberechtigt. 

Am 6. April wurde in Baden-Württemberg die zweimillionste Impfung gegen das Coronavirus durchgeführt. 1.421.665 Menschen im Land haben eine Erstimpfung bekommen, davon sind 596.626 Menschen auch schon zum zweiten Mal geimpft. Am 1. April stand nach Angaben der Landesregierung erstmals genug Impfstoff zur Verfügung, um an einem einzigen Tag in den Impfzentren und durch die mobilen Impfteams 40.000 Menschen zu impfen. In dieser Woche starten auch in Baden-Württemberg die flächendeckenden Impfungen in den Hausarztpraxen.

Über 60-Jährige noch nicht generell impfberechtigt

„Derzeit konzentrieren wir uns in Baden-Württemberg zunächst weiter auf die Impfungen für Menschen über 70 und 80 Jahren. Über 60-Jährige sind im Land derzeit noch nicht generell impfberechtigt, sondern nur etwa bei bestimmten Vorerkrankungen oder wegen ihres Berufs“, sagte Gesundheitsminister Lucha. „AstraZeneca hat weiter eine hohe Nachfrage. Dieser Impfstoff kann und wird jetzt in Baden-Württemberg vor allem für die Impfberechtigten über 70 Jahren aus der ersten und zweiten Priorität eingesetzt. Darunter fallen Bürgerinnen und Bürger, die nach der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums mit höchster oder hoher Priorität impfberechtigt sind.“

Liste der impfberechtigten Personengruppen

In Baden-Württemberg sind derzeit weiterhin ausschließlich die Menschen aus der ersten und der zweiten Priorität impfberechtigt. Auf der Website des Sozialministeriums finden Bürgerinnen und Bürger eine Liste der derzeit impfberechtigten Personengruppen. Impfberechtigt sind derzeit Menschen zum Beispiel aufgrund ihrer Berufsgruppe, aufgrund von Vorerkrankungen oder als Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren. Aufgrund des Alters sind weiterhin nur Menschen über 70 Jahren impfberechtigt. Durch die neue Empfehlung zu AstraZeneca können diese besonders vulnerablen Personengruppen nun schneller geimpft werden.

„Die Nachfrage nach Impfungen übersteigt das verfügbare Angebot an Impfterminen derzeit weiterhin. Deshalb konzentrieren wir uns bei den Impfungen, wie von den Expertinnen und Experten der Ständigen Impfkommission empfohlen, auf die am stärksten Gefährdeten, so der Minister abschließend.

red

Quelle: Landesregierung Baden-Württemberg

So schützen Eltern ihre Kinder vor Schadstoffen

Die Gefahr von Schadstoffen für Kinder ist nicht zu unterschätzen. Denn Weichmacher und Biozide lauern praktisch überall. Zum Beispiel in Nahrungsmittel, Kleidung, Körperpflegeprodukte, Spielzeug oder Möbeln.

„Kinder sind am meisten durch Schadstoffe belastet, und die Belastung ist bei ihnen größer als bei Erwachsenen“, sagt die Biologin und Toxikologin Dr. Marike Kolossa. Was Eltern tun können, erklärt die Leiterin des Fachgebiets Toxikologie, gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung im Umweltbundesamt Berlin im Gespräch mit dem Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Der Schutz vor Schadstoffen ist bei Kindern besonders wichtig, da sie pro Kilo Körpergewicht mehr essen, trinken und atmen – und damit eine höhere Aufnahme haben. „Gleichzeitig müssen Kinder besonders geschützt werden, weil sie sich in der Entwicklung befinden“, sagt Marike Kolossa.

Manche Stoffe beeinträchtigen zum Beispiel die Fortpflanzungsfähigkeit, fördern Asthma und Allergien, die Entstehung von Krebs oder begünstigen Fettleibigkeit, was zu Diabetes führen kann.

Um die Belastung durch gefährliche Weichmacher zu senken, sollten Eltern keine Kunststofffläschchen kaufen, sondern welche aus Glas, empfiehlt Kolossa. Materialien wie Glas, Stein oder Stahl senken die Belastung. „Wenn es etwas aus Kunststoff sein muss, dann am besten aus deutscher oder europäischer Produktion“,sagt Marike Kolossa. „Riecht etwas nach Plastik – Finger weg!“

Und noch etwas: Schwangere sollten auf gar keinen Fall Wände streichen. Immer gilt: Mindestens zweimal am Tag zehn Minuten die Räume lüften. Feucht Wischen entfernt zudem Staub, über den gerade Kleinkinder Schadstoffe aufnehmen. Bei Wasch- und Reinigungsmittel sollte man darauf achten, nur Produkte ohne Duftstoffe und ohne desinfizierende Wirkung („antimikrobiell“, „gegen Mikroorganismen“) kaufen.

Eine große Weichmacher-Quelle ist laut Marike Kolossa Fertigessen. Statt Fast Food sollten Eltern deshalb besser frisch kochen, wenn möglich mit ökologisch angebauten Produkten. Das reduziere Pestizide. Zudem empfiehlt die Toxikologin, Körperpflege wie Body-Lotions oder Shampoos in Maßen zu verwenden – und Weichplastikspielzeug wie Quietsche-Enten, das vor 2015 produziert wurde, wegzuwerfen.

Ralf Loweg / glp

Impfkampagne: Grünes Licht für Hausärzte

Nach einem Stotter-Start nehmen die Corona-Impfungen in Deutschland langsam Fahrt auf. Ab sofort wollen rund 35.000 Hausärzte bundesweit mit den Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Einige Praxen starten bereits, andere warten noch auf Impfstoff und wollen dann folgen. Seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember 2020 wurden die Vakzine bisher vor allem in den deutschen Impfzentren verabreicht.

Zunächst steht den Hausärzten nur ein überschaubares Angebot zur Verfügung. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen 940.000 Impfdosen. Das sind rein rechnerisch etwa 26 Dosen pro Praxis. In der Woche vom 26. April soll es aber einen deutlichen Schub geben, dann können die Praxen insgesamt mit mehr als drei Millionen Dosen rechnen. Das wären erstmals mehr als für die Impfzentren.

Immer dienstags bis 12.00 Uhr können die Praxen bei den Apotheken Impfdosen für die Woche drauf ordern, heißt es. Anlieferung ist dann Montagnachmittag, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung erläuterte.

Auch für die Hausarztpraxen gilt generell die festgelegte Prioritäten-Reihenfolge, wer zuerst geimpft werden kann. Eine zentrale Einladung für die Patienten gibt es nicht, wie das Bundesgesundheitsministerium erläutert. Wie sie Impftermine vergeben, können die Praxen selbst regeln, zum Beispiel per Telefon oder mit Online-Buchungen.

Ralf Loweg / glp