Mit Intervall-Fasten behutsam beginnen

Noch bis Ostersonntag dauert die Fastenzeit. Im Trend liegt das Intervall-Fasten. Diese Methode scheint bisherigen Beobachtungen nach einen alltagstauglichen Weg zu bieten, langsam und stetig Übergewicht loszuwerden. Experten raten, dabei schrittweise vorzugehen.

„Wer Intervallfasten ausprobieren will, sollte sich in kleinen Schritten herantasten“, empfiehlt der Hamburger Ernährungsmediziner und Diabetologe Dr. Matthias Riedl im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Heute Dauer-Snacken, ab morgen nur noch zwei Mahlzeiten pro Tag: Das sei zu radikal. Besser: die Essenspausen allmählich ausdehnen, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.

Beim Intervallfasten wechseln sich Phasen, in denen man normal isst, mit Essenpausen ab. Am bekanntesten sind die Varianten 5:2 und 16:8: Im ersten Fall darf an fünf Wochentagen normal gegessen werden, dazwischen werden zwei Spar-Tage mit nur wenigen Kalorien eingeschoben. Bei der zweiten Variante dauert die tägliche Essensperiode acht Stunden, dann folgen 16 Stunden ohne Nahrung.

Damit fällt das ungesunde Naschen zwischen den Hauptmahlzeiten meist automatisch weg: Das beeinflusst den Insulinhaushalt positiv und hilft daher beim Abnehmen und fördert die Gesundheit. Unterdessen müssen Menschen mit Diabetes beim Intervallfasten ihre Therapie eventuell anpassen. Sie sollten sich vom Arzt beraten lassen. mp/wal

KI entschlüsselt Tumor-Püree

Künstliche Intelligenz (KI) findet auch Anwendung in der Medizin, beispielsweise in der Krebsforschung. Forscher versprechen sich nun neue Erkenntnisse aus der sogenannten „Tumor-Matsche“. Denn das Gewebe, das durch den Mixer ging, kann zahlreiche Informationen enthalten, die für die Krebsforschung äußerst interessant sein sollen, teilt die Uni Regensburg mit.

Bioinformatiker der Universität wollen in ihrem Projekt künstliche Intelligenz entwickeln, die aus dem Püree wieder Eigenschaften der ursprünglichen Gewebe rekonstruieren – und der Krebsforschung damit etwa zehn Jahre Zeit sparen könnte.

Es entsteht ein Gemisch, in dem die einzelnen Zellen aufgelöst sind, so dass dann etwa RNA entnommen werden kann. Anhand der Untersuchungen versuchen die Wissenschaftler vorherzusagen, auf welche Medikamente ein Tumor ansprechen wird.

Doch da unterschiedlichste Zellen (z. B. Tumor-, Bindegewebs- und Immunzellen) in dem Gewebe sind, lässt sich so oft nicht sagen, von welchen Zellen die gemessene RNA oder Proteine stammen, was die Vorhersagen schwieriger macht. Wenn ein Gewebe zum Beispiel die Information enthält, dass Gene für Zellteilung hochreguliert sind, stellt sich die Frage, woher dieses Signal kommt.

Kommt es aus den Tumorzellen, so wächst der Tumor. Kommt das Signal aber aus den Immunzellen, so bekämpft das Immunsystem den Tumor. Bisher konnten diese gegenteilig prognostischen Informationen nicht auseinander gehalten werden.

Inzwischen können Messungen für einzelne Zellen gemacht werden. Das bringt viel genauere Einblicke. So können die Wissenschaftler zum Beispiel erkennen, ob die Immunzellen den Tumor erkannt haben, ob sie darauf reagieren oder ob sie vielleicht sogar das Gegenteil machen und den Tumor schützen.

Der Nachteil dieser Methode ist aber, dass sie noch so jung ist. Von den so untersuchten Fällen weiß man heute noch nicht, wie sich die Krankheiten entwickeln werden. Zu den Untersuchungen an der Tumor-Matsche soll es dagegen perfekte Ansprechdaten aus vielen Studien geben.

Deshalb wollen die Regensburger Bioinformatiker nun eine Methode entwickeln, um Informationen etwa zu Immunzellen auch aus den alten Messdaten der Gewebe zu erhalten. Denn die Signale seien auch in dem zermixten Gewebe vorhanden – nur überdeckt. Wie man sie wieder freilegt, wollen die Wissenschaftler nun untersuchen.

„Wir wollen mithilfe von künstlicher Intelligenz lernen, wie man an den alten Daten nachträglich errechnen kann, was in den einzelnen Zellen drin war“, sagt der Bioinformatiker, Prof. Dr. Rainer Spang. Dafür füttern die Wissenschaftler den von ihnen entwickelten TissueResolver zunächst mit Lern-Datensätzen.

Hier werden alte Messdaten vom Gewebe mit Daten einzelner Zellen des gleichen Gewebes verglichen. „Daran lernen wir, wie man aus der Summe wieder auf die Einzelteile rückschließen kann“, so Spang. „Das funktioniert, weil künstliche Intelligenz subtile Unterschiede in den zelltypspezifischen Korrelationen zwischen Messwerten aufspüren und so zurückschließen kann, ob ein Signal etwa aus einer Tumorzelle oder einer Immunzelle kam.“

Die Daten, die so entstehen, sind zwar nicht so detailliert, wie die Messdaten an einzelnen Zellen. Doch bis die großen Datenmengen bei der Einzel-Zell-Messung mit dem Ansprechen einer Therapie verglichen werden können, werden noch einige Jahre vergehen. „Wir wollen mit dem TissueResolver eine Überbrückung schaffen“, sagt Spang. Ziel sei es, zehn Jahre schneller an diese Ergebnisse zu kommen. mp/wal

Studie zeigt Lohnlücken der Altenpflege

Dass Personal in Pflegeberufen oftmals mit schlechter Bezahlung leben muss, ist bekannt. Jetzt hat eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) an der Hochschule Gelsenkirchen Zahlen vorgelegt.

Besonders problematisch ist der Studie zufolge die Bezahlung in der Altenpflege. Während sich die Verdienste von Fachkräften der Gesundheitspflege in Krankenhäusern im Bereich des mittleren Lohns aller Berufsgruppen in Deutschland (rund 3.200 Euro brutto im Monat für eine Vollzeitstelle) bewegten, kämen Fachkräfte in der Altenpflege 2017 im Mittel auf lediglich rund 2.740 Euro brutto für eine Vollzeitstelle, schreiben die Autoren der Studie. Hilfskräfte in der Altenpflege müssten sich mit noch weniger Gehalt begnügen, hier werden im Durchschnitt 1.940 Euro pro Monat gezahlt – knapp 61 Prozent des Medianverdiensts aller Vollzeitbeschäftigten.

Die Auswertung zeigt auch, dass Altenpflegekräfte je nach Sparte unterschiedlich bezahlt werden: Wer in Krankenhäusern arbeitet, verdient in der Regel deutlich besser als Beschäftigte in Senioreneinrichtungen oder der ambulanten Pflege. Schlusslicht in Sachen Lohn ist die ambulante Altenpflege, wo besonders selten nach Tarif gezahlt werde, so das Ergebnis der Studie. mp/Mst

Immer mehr ausländische Ärzte

Die Zahl ausländischer Ärzte in Deutschland hat sich in zehn Jahren fast verdreifacht. Inzwischen praktizieren nach bisher unveröffentlichten Zahlen der Bundesärztekammer 48.672 zugewanderte Mediziner im Land. Das ist fast jeder achte unter den 392.402 berufstätigen Ärzten und allein gegenüber 2017 ein Plus von 7,3 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es nur knapp 17.000 Ärzte. Das berichtet die Wirtschaftswoche.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, betont, dass Patienten ohne ausländische Ärzte mancherorts kaum mehr behandelt werden könnten: „Gerade in ländlichen Regionen leisten Ärzte aus dem Ausland einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung.“ Viele stammen aus Südost- und Osteuropa oder arabischen Ländern.

Der Medizinermangel sei so nicht zu lösen, sagt Montgomery. Es gebe kulturelle und Sprachhindernisse. Und: „Es muss uns bewusst sein, dass die zugewanderten Kollegen in ihren Herkunftsländern fehlen.“ Deutschland müsse dringend mindestens zehn Prozent mehr Studienplätze in Medizin schaffen, fordert die Ständevertretung. mp/rlo

Wenn der Rücken sauer wird

Gymnastik ist gut, ganzheitliche Ansätze sind besser. Das gilt vor allem für den Umgang mit Rückenproblemen. Denn oft steckt hinter den Schmerzen eine Übersäuerung. Überschüssige Säure kann sich im Bindegewebe ablagern, das starr und unbeweglich wird.

„Heute spricht man von verklebten Faszien, aber das ist eigentlich nur ein neuer Begriff für Säurestarre, ein altbekanntes Problem, das die Naturheilkunde schon lange im Fokus hat“, teilt das Pharmaunternehmen Protina mit. Die Folge seien häufig Muskel- und Gelenkbeschwerden. Wissenschaftler entwickelten ein Präparat mit basischen Mineralstoffen namens Basica, das überschüssige Säure neutralisieren kann. Mit Basica Vital pur gebe es ein Produkt, das frei von Zusatzstoffen ist und beispielsweise auch von Patienten mit Laktoseintoleranz vertragen wird.

Die Ernährung spielt eine große Rolle: Mindestens die Hälfte einer Mahlzeit sollte aus Salat, Gemüse und Obst bestehen. Auf Säurebildner wie Fleisch, Wurst, Fisch, Käse, Brot und Backwaren braucht man nicht komplett zu verzichten. Es genügt, deren Menge zu reduzieren.

Von Vorteil ist auch das Trinken von täglich mindestens zwei Litern Wasser. Damit unterstützt man die Ausscheidung von Säure über die Nieren. Ideal sind Mineralwasser oder Kräutertees sowie Fruchtsäfte, weil diese basisch wirken.

Zudem bringt Bewegung den Stoffwechsel in Schwung und hilft dem Körper, überschüssige Säure auszuscheiden. Es ist sinnvoll, einmal täglich ins Schwitzen zu kommen. Und Stress ist Gift. Er fördert eine Übersäuerung. Bewährt haben sich dafür Entspannungsübungen wie Yoga, autogenes Training oder Atemübungen. Gönnen soll man sich den Experten zufolge auch mal ein Entspannungsbad oder eine Massage. mp/wal

Neuentwicklung: Biologisches Pflaster

Mediziner der Universität Bremen haben im Labor ein biologisches Pflaster entwickelt. Das jetzt zum Patent angemeldete Fibrinogen-Netzwerk könnte in Zukunft sogar aus menschlichem Blut hergestellt werden.

Bei Verletzungen des Gewebes kommen die köpereigenen Heilungsmechanismen zum Einsatz, um die Wunde zu schließen. Das im Blutplasma enthaltene Protein Fibrinogen wird dabei in Fibrin umgewandelt und bildet Nanofasern, die umgangssprachlich als „Schorf“ bezeichnet werden. Einem Team von Biophysikerinnen und -physikern der Universität Bremen um Professorin Dorothea Brüggemann und den Doktoranden Karsten Stapelfeldt ist es jetzt gelungen, ein solches biologisches Fibrinogen-Netzwerk im Labor herzustellen.

Dieses könne als Grundlage für eine natürliche Wundauflage dienen, sozusagen „Schorf aus der Tube“, erläutert Karsten Stapelfeldt. Ein „individuelles Pflaster“ aus eigenem Bio-Material sei so möglich. Dorothea Brüggemann ergänzt: „Wir sehen für die Zukunft ein großes Potenzial in dieser Entdeckung.“ Deshalb hat die Forschungsgruppe jetzt mit Hilfe der bremischen Patentverwertungsagentur InnoWi GmbH eine europäische Patentanmeldung eingereicht. mp/Mst

Verwirrung nach der Narkose

Anästhesie ist eine Wissenschaft für sich. Denn eine Narkose hat es in sich. Gerade ältere Menschen sind nach einer Operation häufig verwirrt. Sie können orientierungslos und unruhig sein und sogar unter Halluzinationen, Angstzuständen oder Schlafstörungen leiden. Doch es gibt ein Mittel dagegen.

Ein sogenanntes „postoperatives Delir“ birgt die Gefahr einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit und ein erhöhtes Sterberisiko. Daher sei es wichtig, Delir-gefährdete Personen bei der Behandlungsplanung frühzeitig zu erkennen, teilt die medizinische Fakultät der Uni Bonn mit. Dazu startete die Anästhesieambulanz am Universitätsklinikum Bonn ein Forschungsprojekt zur Erkennung des Risikos für postoperatives Delir. In der Beobachtungsstudie „Propdesc“ werden binnen zwölf Monaten 1.000 operative Patienten des Bonner Klinikums, die 60 Jahre und älter sind, untersucht.

Ein postoperatives Delir tritt gehäuft in den ersten Tagen nach einem operativen Eingriff auf. Hierbei unterscheidet sich ein hyperaktiver Verlauf mit unruhigem und aggressivem Verhalten von der hypoaktiven Variante mit Verlangsamung, die häufig als Depression verkannt wird. In der Studie wird der Behandlungsverlauf in den ersten fünf Tagen nach der Operation engmaschig beobachtet. Nun wolle man Delir-Spitzen erkennen, um für diesen Zeitpunkt bei gefährdeten Patienten eine Visite mit gezielter Untersuchung auf Delir als Regel zu empfehlen.

Ein paar Mittel gibt es schon: Um ein Delir zu vermeiden, seien die Rückgabe von Hörgeräten, Brille, Uhr und vertrauten Fotos als Orientierungshilfen sowie ausreichende Beleuchtung und frühe Mobilisation sinnvoll. Aber auch Angehörige könnten den Betroffenen helfen, sich wieder zu Recht zu finden. „Besuche nach der Operation sind ganz wichtig“, sagt die Professorin Maria Wittmann, Leiterin der klinischen Studien an der Bonner Uni-Klinik für Anästhesiologie. „Es ist die Phase, in der der Patient einen am meisten braucht.“ mp/wal

Unterstützung für die Darm-Flora

Wenn der Grund für eine Antibiotika-Kur besiegt ist, gehen die Probleme weiter. Denn diese Therapie tötet nicht nur das für die Krankheit verantwortliche Bakterium ab, sondern kann auch der Darmflora schaden. „Im Grunde wirken Antibiotika auf die Vielfalt der Bakterien ähnlich wie ein Unkrautvernichtungsmittel“, so Antibiotika-Expertin Anne Eva Lauprecht von den Kliniken Essen-Mitte.

Ihr Rat: Mit Hilfe der Nahrung lasse sich die Darm-Regeneration gezielt unterstützen. „Präbiotische Lebensmittel enthalten Futter für wichtige Darmbakterien“, so Diätassistentin Susanne Rolker von den Kliniken Essen-Mitte im Magazin „Apotheken Umschau“. Besonders ergiebig seien etwa Artischocken und Schwarzwurzeln. Damit die Bakterien diesen Dünger bekommen und wachsen könnten, sollten besonders Getreideflocken, grobkörniges oder fein ausgemahlenes Vollkornbrot verzehrt werden. Und auch jede Art von Gemüse, Zwiebeln oder Knoblauch, Äpfel, Mandeln und Hülsenfrüchte wie Linsen.

Auf Produkte mit Weißmehl und Weißzucker wie Weißbrot und Süßigkeiten, Fast Food und Fertiggerichte sollte man bei geschwächtem Darm-Mikrobiom dagegen eher verzichten. mp/rhu

Flüssige Arznei: Die Toilette ist tabu

Flüssige Medizin hält nicht ewig. Was aber tun, wenn die Haltbarkeit abgelaufen ist? Der Gang zur Spüle oder auf die Toilette wäre die naheliegendste Lösung. Doch Vorsicht: Wer Medikamente auf diese Weise entsorgt, schadet der Umwelt.

„Kippen Sie abgelaufene flüssige Arzneimittelreste bitte nie in die Spüle oder die Toilette“ sagt Britta Ginnow, Arzneimittelexpertin beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI). Werden Arzneimittelreste falsch entsorgt, gelangen Arzneistoffe ins Abwasser und somit in Flüsse, Seen oder Bäche und können zum Teil nachteilige Wirkungen auf das Ökosystem haben.

Dieses Problem ist aber gerade bei flüssigen Arzneimitteln nicht jedem klar. Noch im Jahr 2014 kippten nach Angaben des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) knapp die Hälfte aller Befragten abgelaufene oder nicht mehr gebrauchte flüssige Arzneimittel völlig arglos in das Waschbecken, die Spüle oder das WC. „Arzneimittelreste jeglicher Art – auch flüssige – gehören samt Behältnis in den Hausmüll“, so Britta Ginnow. mp/rlo

Diabetes: Albtraum Amputation

Diabetes ist ein schreckliche Sache. Der Albtraum vieler Patienten ist die Amputation. Doch oft ist gerade das der letzte Ausweg, um Leben zu retten.

Die Zahlen sind schockierend: Jedes Jahr werden bei Diabetespatienten mehr als 40.000 Füße und Beine amputiert. Doch durch die konsequente Prävention von Fußgeschwüren und die rechtzeitige Therapie von Gefäßverschlüssen ließen sich bis zu 80 Prozent dieser Amputationen vermeiden, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG).

Wohin sich betroffene Patienten wenden sollen, erläutern jetzt Experten auf einer Pressekonferenz zum 136. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Der Kongress findet vom 26. bis 29. März 2019 unter dem Motto „Volle Kraft voraus – mit Herz, Hand und Verstand“ in München statt.

In Deutschland sind rund sechs Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. „Eine gefürchtete Folgeerkrankung der Stoffwechselstörung sind Fußgeschwüre, aus denen sich häufig chronische Wunden entwickeln“, sagt Professor Dr. med. Matthias Anthuber, Präsident der DGCH. Jeder vierte Zuckerkranke entwickelt im Laufe seines Lebens ein solches diabetisches Fußsyndrom, dessen Behandlung die Hälfte aller Krankenhaustage bei Diabetespatienten beansprucht.

Zugleich ist das diabetische Fußsyndrom die mit Abstand häufigste Amputationsursache. „Mit über 40.000 Amputationen pro Jahr liegt Deutschland hier seit vielen Jahren leider europaweit im oberen Bereich“, sagt Professor Dr. med. Dittmar Böckler, Präsident der DGG. „Doch mit den richtigen Maßnahmen könnte die Amputationsrate um bis zu 80 Prozent gesenkt werden“, betont der Ärztliche Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Um eine Amputation zu vermeiden, sei entscheidend, rechtzeitig die arterielle Durchblutung des betroffenen Beines zu verbessern. „Dafür stehen Bypass-Operationen und katheterbasierte minimalinvasive Verfahren zur Verfügung, die beide in sogenannten Hybrideingriffen überaus effektiv kombiniert werden können“, so Böckler.

„Wir empfehlen jedem Diabetespatienten mit Fußproblemen, frühzeitig ein solches Zentrum aufzusuchen“, rät Gefäßspezialist Böckler. Gleiches gilt für Patienten, die an der sogenannten Schaufenster-Krankheit leiden, einer schweren Durchblutungsstörung in den Beinen – davon ist jeder fünfte über 65-Jährige betroffen. „Auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit, die auf der Arteriosklerose basiert, ist mit einem erhöhten Amputationsrisiko verbunden“, erläutert Böckler. mp/rlo