Inzidenzwert in Deutschland sinkt weiter

Die Gesundheitsämter meldeten am Donnerstag dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden insgesamt 21.953 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden innerhalb eines Tages weitere 250 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Donnerstag ist die Zahl um rund 2.800 gesunken. Vor genau einer Woche waren 24.736 Neuinfektionen und 264 Todesfälle registriert worden. (Stand: 06.05.)

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt laut RKI bei 129,1 und ging damit weiter zurück. In der Vorwoche am Donnerstag lag der Wert bei 155. Am Vortag betrug der Wert 132,8. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 3.473.503 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 84.126. Rund 3.107.300 (+22.600) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 06.05.)

red

So bleiben Sie im Home-Office gesund

Viele Menschen gehen in der Corona-Krise ihrer Arbeit in den eigenen vier Wänden nach. Doch im Home-Office kann so manchem die Decke schnell auf den Kopf fallen. Vor allem ausreichende Bewegung ist in beengten Wohnungen kaum möglich. Dabei ist gerade das ein wichtiger Bestandteil für die Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Wie viel Bewegung ist eigentlich gesund? Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt: Ein Erwachsener sollte sich mindestens 150 bis 300 Minuten moderat oder mindestens 75 bis 150 Minuten pro Woche intensiv sportlich betätigen.

Die körperliche Aktivität hat einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas, die psychische und kognitive Gesundheit (wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Lernfähigkeit) und kann den Schlaf verbessern. Wer seinen Alltag überwiegend sitzend verbringt, sollte versuchen, sich über das von der WHO empfohlene Maß hinaus körperlich zu betätigen – in Zeiten von Home-Office darf es ruhig etwas mehr sein.

Die folgende Übung stärkt effektiv die Rückenmuskulatur und lässt sich schnell einschieben. Dazu wird ein Stretching-Band sicher an einem Türgriff befestigt. Nun positioniert man sich in festem Stand mit mindestens einer Armlänge Abstand in Blickrichtung Tür und greift das Band mit einer Hand. Für eine gesteigerte Intensität wird das Band kürzer oder doppelt genommen. Nun den Arm in Schulterhöhe heranziehen und wieder langsam in die Ausgangsposition zurückbewegen. Experten empfehlen je drei Sätze mit zwölf Wiederholungen.

Schmerzt der Rücken durch Fehlbelastungen oder Verspannungen, können Entspannungsübungen guttun. Bandagen und Orthesen unterstützen den Körper außerdem gezielt, wenn medizinisch notwendig. Rückenorthesen können die Körperhaltung verbessern und helfen, Muskelverspannungen abzubauen und Schmerzen zu lindern.

Nicht nur der Rücken und die Gelenke, auch die Beinvenen sind während der Freizeit oder Home-Office in den eigenen vier Wänden stark gefordert. Sind die Venen schwach, versackt das Blut in den Beinvenen. Dies kann sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar machen. Dazu zählen Spannungsgefühle, müde und schwere Beine, Schwellungen, Kribbeln und Krampfadern.

Ralf Loweg / glp

Ausdauersport für Jung und Alt

In der Corona-Krise zieht es immer mehr Freizeitsportler an die frische Luft. Egal, ob Joggen, Fahrradfahren oder Nordic Walking – regelmäßiger Ausdauersport ist gesund. Das stärkt das Herz-Kreislauf-System und sorgt für ein allgemeines Wohlbefinden bei Jung und Alt.

Doch für Sportler ist nicht nur Konditionstraining wichtig. Auch der Schutz der Muskeln und eine ausreichende Regeneration müssen beachtet werden. Denn bei anhaltender Belastung benötigt der Körper viel Flüssigkeit, Vitamine und Mineralstoffe, sonst drohen Erschöpfung, Mangel und Muskelschmerzen.

Wer sich richtig anstrengt, kommt kräftig ins Schwitzen. Dabei verliert der Körper viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe, vor allem Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Zink. Wird der Verlust dieser Mikronährstoffe nicht ausgeglichen, kann auf Dauer ein Mangel entstehen.

Die Folgen können Erschöpfung und ein dauerhaftes Leistungstief sein. Achten Sie deshalb beim Ausdauersport darauf, ausreichend zu trinken. Am besten Mineralwasser mit einem hohen Mineralstoffgehalt oder Fruchtsaftschorlen.

Körperliche Anstrengung führt zur vermehrten Bildung von sogenannten freien Radikalen. Werden diese nicht unschädlich gemacht, kann das die Körperzellen schädigen. Man spricht dann von oxidativem Stress. Antioxidantien, wie Vitamin C und E, die Mineralstoffe Selen und Zink sowie Coenzym Q10, sind Stoffe, die freie Radikale abfangen.

Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung reicht in der Regel aus, um den Körper ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Allerdings kann der Bedarf bei Sportlern erhöht sein.

Gegen Muskelkater haben sich Omega-3-Fettsäuren bewährt. Sie wirken Entzündungsprozessen im Körper entgegen und können so die Schmerzen lindern. Eventuell kann die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in Form von Mikronährstoffpräparaten sinnvoll sein.

Probiotika können das Training unterstützen. Die nützlichen Bakterien besiedeln natürlicherweise den Darm. Dort sorgen sie für ein gesundes Bakteriengleichgewicht, was das Immunsystem stärkt. Ein gesunder Darm kann sich außerdem positiv auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Probiotika sind zum Beispiel in Joghurt, Kefir oder Sauerkraut enthalten.

Ralf Loweg / glp

Schon mehr als 31 Millionen Impfdosen verabreicht

Die im Dezember 2020 gestartete Impfkampagne nimmt weiter an Fahrt auf. Während bereits mehr als 24 Millionen Menschen der Bevölkerung in Deutschland eine erste Impfdosis gegen Covid-19 erhalten hat, wurde nun damit begonnen, die Menschen zur Impfung zuzulassen, die zur Gruppe 3 mit erhöhter Priorisierung gehören. Damit sind unter anderem Menschen im Alter von 60 bis unter 70 Jahren impfberechtigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) waren bundesweit Ende 2019 rund 10,5 Millionen Menschen in diesem Alter. Das waren 12,6 % der Bevölkerung. Der Anspruch auf eine Schutzimpfung leitet sich jedoch nicht nur aus Alters-, sondern auch aus Berufs- oder Gesundheitsgründen ab.

Am höchsten war der Anteil dieser Altersgruppe mit 16,1 % in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Thüringen und Sachsen-Anhalt (jeweils 15,6 %). Am niedrigsten war er in den Stadtstaaten Hamburg (9,7 %) und Berlin (10,5 %).

Millionen Beschäftigte in der Kritischen Infrastruktur

Aufgrund ihrer Bedeutung für den Erhalt der Kritischen Infrastruktur sollen auch die Beschäftigten einzelner Branchen bei der Impfung gegen Covid-19 bevorzugt werden. Zur Gruppe 3 mit erhöhter Priorität gehören beispielsweise Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel: Im Jahr 2018 waren das mehr als 1,3 Millionen Menschen. Auch all jene, die in Apotheken arbeiten, sind nun impfberechtigt (2018: 248 000), ebenso wie die Beschäftigten, die Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation anbieten (105 000). In der Pharmaindustrie, die ebenfalls zur Kritischen Infrastruktur zählt, waren 140 000 Menschen beschäftigt.

Beschäftigte aus dem Bereich Verkehr und Transport können sich nun ebenfalls zur Impfung anmelden – allein im Bereich Post-, Express- und Kurierdienste waren das 2018 insgesamt 583 000 Menschen. Noch größer ist die Zahl derer, die mit der Beförderung von Gütern auf Straßen und Schienen sowie der Güterbeförderung durch Fernleitungen beschäftigt sind: Sie lag zuletzt bei nahezu einer Million (999 000).

59,4 Millionen Menschen jünger als 60 Jahre

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums könnte die Impfpriorisierung bereits im Juni 2021 aufgehoben werden. Dann könnten sich auch diejenigen impfen lassen, die nicht zu den Risikogruppen zählen. 59,4 Millionen Menschen in Deutschland waren zuletzt jünger als 60 Jahre und der Impfverordnung zufolge nicht für eine altersbedingt bevorzugte Schutzimpfung vorgesehen.

Dass Kinder bei den Schutzimpfungen gegen das Corona-Virus bislang nicht berücksichtigt wurden, könnte sich zudem bald ändern, wenn das von der Firma BioNtech/Pfizer entwickelte Vakzin für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen wird. Die bisher verwendeten Impfstoffe waren ausschließlich für Menschen über 16 Jahre zugelassen. Ende 2019 befanden sich knapp 3,0 Millionen Menschen in der Altersgruppe 12 bis unter 16.

red

So funktioniert eine stressfreie Kindererziehung

Kinder sind für Eltern das größte Glück. Doch nicht immer verläuft das Miteinander so harmonisch wie im Märchen-Buch. Denn in den besten Familien gibt es Situationen, in denen Konflikte entstehen. Mütter und Väter fühlen sich dann häufig unsicher. Wie Eltern die Erziehung entspannt angehen können und dabei typische „Knackpunkte“ meistern, zeigt das Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Viele Eltern werden zum Beispiel streng, wenn sie nicht mehr weiterwissen. „Das passiert vor allem in Stresssituationen, da werden wir emotionaler“, sagt Psychotherapeutin Stefanie Stahl aus Trier. „Starke Emotionen blockieren immer die Vernunft und das Lösungswissen, und man greift auf alte Muster zurück.“

Abstellen lässt sich dieses Verhalten mit viel Nachdenken und Reflektieren: darüber, woher diese Muster kommen und in welchen Situationen sie ausgelöst werden. „Kennt man diese Auslöser, so ertappt man sich nach einiger Zeit schon dabei, dass man gerade in ein solches Muster zurückfällt, und kann reagieren“, so Stahl. Schwierig allerdings ist es, wenn der Stress und die dadurch ausgelösten Gefühle schon sehr stark sind. Dann hilft meist nur noch, sich komplett aus der Situation zu befreien – zum Beispiel den Supermarkt zu verlassen, in dem das Kind gerade einen Trotzanfall hatte.

Ein anderer typischer Knackpunkt: Man glaubt, alle anderen haben ihre Kinder besser im Griff. Bewusst oder unbewusst vergleichen Eltern, ob auf dem Spielplatz oder in den sozialen Medien. Hilfreich ist es hier, so „Baby und Familie“, sich über den eigenen Standpunkt und seine Werte Gedanken zu machen und dafür Argumente zu finden. Dann lässt man sich nicht so leicht von anderen Meinungen verunsichern.

Eltern sollten zudem Akzeptanz lernen. Das Temperament des Kindes und die Eigenheiten zu akzeptieren – genauso wie die Tatsache, dass andere Familien es eben anders machen. Denn das entspannt auf Dauer ungemein.

Ralf Loweg / glp,

Was Sie über Asthma wissen sollten

Mit Asthma sind seit jeher Missverständnisse und Irrtümer verbunden. Einige davon werden jetzt zum Welt-Asthma-Tag etwas genauer beleuchtet.

Mythos 1: Asthma ist ansteckend

Nein, die Krankheit selbst ist nicht ansteckend. Allerdings können verschiedene Erkrankungen der Atemwege auch bei ansonsten gesunden Menschen asthmaartige Anfälle mit Atemnot auslösen. So entstand der Irrglaube, dass Asthma ansteckend sei. Zu möglichen Auslösern zählen Infektionskrankheiten, wie beispielsweise ein grippaler Infekt (eine „Erkältung“) oder die saisonale Grippe, und häufig auch Allergien. Bei Asthma-PatientInnen können sie die Asthma-Symptome verstärken.

Mythos 2: Chronisches Asthma betrifft nur Kinder

Das stimmt so nicht ganz, denn die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Zwar ist es korrekt, dass Asthma bronchiale die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter ist. Bei etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle verschwindet sie allerdings während der Pubertät. Die Krankheit kann im Erwachsenenalter zurückkehren. Je schwerer das Asthma in der Kindheit ausgeprägt war, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Betroffene auch als Erwachsene unter der Erkrankung leiden.

Es gibt aber auch Fälle, in denen das Asthma erst im Erwachsenenalter auftritt. Dann spricht man von einem Late-Onset-Asthma (spät einsetzendes Asthma). In Deutschland sind etwa sechs Prozent der Erwachsenen von Asthma betroffen.

Mythos 3: Menschen mit Asthma sollten keinen Sport treiben

Das Gegenteil ist der Fall. Moderates Training kann helfen, Herz-Kreislauf-System und Lunge zu stärken und die Belastbarkeit im Alltag zu steigern – daher raten Experten auch Menschen mit Asthma zu regelmäßiger Bewegung. Geeignet sind moderate Ausdauersportarten wie Radfahren oder Wandern.

Wer lieber in den eigenen vier Wänden sportlich aktiv sein will, kann sich beispielsweise von der Trainings-App „Atemwege Gemeinsam Gehen“ (AGG) inspirieren lassen. Die kostenfreie App enthält Übungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Asthma zugeschnitten sind. Die zweifache Olympiasiegerin im Weitsprung, Heike Drechsler, macht alle Übungen vor und erklärt sie im Detail.

Mythos 4: Asthma kann nur mit hohen Dosen Kortison behandelt werden

Das ist dank moderner Therapien häufig nicht mehr nötig. Tatsächlich sollte Kortison in Form von Tabletten laut medizinischer Leitlinie nur noch „in begründeten Fällen“ eingenommen werden, etwa wenn andere Medikamente nicht ausreichend wirken und/oder nicht vertragen werden.

Bei schwerem Asthma werden stattdessen sogenannte Biologika empfohlen. Sie können zum Beispiel eingesetzt werden, wenn die Zahl der eosinophilen Granulozyten (eine bestimmte Art der Immunzellen) in Blut und Lungengewebe erhöht ist. Sind diese „EOS“ für die Entzündung in der Lunge verantwortlich, spricht man von eosinophilem Asthma.

Ralf Loweg / glp

So steht es um die Hand-Hygiene der Deutschen

Auch wenn die Impfkampagne in Deutschland erfreuliche Fortschritte macht, dürfen die Hygiene-Regeln nicht vernachlässigt werden. Vor allem das Händewaschen bietet Schutz vor den gefährlichen Coronaviren. Doch wie steht es um die Hand-Hygiene der Deutschen?

Eine bevölkerungsrepräsentative Studie des digitalen Versicherungsmanagers Clark in Zusammenarbeit mit YouGov zeigt: Nicht einmal jeder Zweite (41 Prozent) wäscht nach eigener Angabe die Hände 21 Sekunden oder länger und somit gründlich genug, um Krankheitserreger zu vernichten.

Dass die Deutschen sich nicht lang genug die Hände waschen, ist zunächst ein durchaus überraschendes Ergebnis der Studie, trägt doch nach Meinung der Studienteilnehmer (80 Prozent) gerade eine gute Hand-Hygiene zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei.

Auch im Vergleich zu anderen Corona-Präventionsmaßnahmen steht das Händewaschen bei den Deutschen hoch im Kurs: Während sich 80 Prozent der Studienteilnehmer regelmäßig – wenn auch nicht lang genug – die Hände waschen, tragen nur knapp 70 Prozent immer eine Mund-Nasen-Bedeckung. Auch Desinfektionsmittel nutzen gerade einmal 58 Prozent regelmäßig.

Nur das Abstandhalten ist den Deutschen wichtiger als das Händewaschen, hier halten sich 83 Prozent der Befragten an die empfohlenen Maßnahmen. Aber natürlich ist klar: Eigentlich sollten es gerade bei Mund-Nasen-Bedeckung und Abstandhalten alle Deutschen sein, die die Regelungen befolgen.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) verhindert eine Corona-Impfung nicht die Infektion an sich, sondern nur die Erkrankung. So ist es möglich, dass auch vollständig geimpfte Menschen sich infizieren, keinerlei Symptome ausbilden und dann möglicherweise das Virus weitergeben können. Deswegen sind die Hygiene-Regeln so wichtig. Denn mit ihrer Einhaltung schützt man nicht nur sich selbst, sondern gerade auch andere, betonen Experten immer wieder.

Ralf Loweg / glp

So steht es um die Impfchancen

Die Impfkampagne macht spürbare Fortschritte. Deshalb sieht auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) die Chance, ergänzend auch diejenigen Menschen in Deutschland besser zu berücksichtigen, die einen erschwerten Zugang zur Impfung haben.

Aufsuchende Impfangebote würden nach Einschätzung der UPD helfen, individuelle Benachteiligungen zu verringern. „In der Beratung erleben wir verschiedene Probleme beim Zugang zur Covid-19-Impfung. Konzepte, die sich an der Lebensrealität der Betroffenen orientieren, können die Impfkampagne jetzt sinnvoll abrunden“, sagt Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung.

Auf dem Weg zum Ziel einer Herdenimmunität durch Impfungen registriert die UPD mittlerweile die konkreten Erfolge der laufenden Impfkampagne: Nachdem viele Menschen mit besonders hohem Risiko geimpft worden sind, können nun zunehmend mehr Menschen eine Impfung erhalten.

„Nach den Schwierigkeiten in der Startphase ist durch die Beteiligung der Haus- und Facharztpraxen nun erfreulich Schwung in die Impfkampagne gekommen. Pragmatische Lösungen beim Umgang mit den Impfstoffen und mehr Routine beim Impfgeschehen durch die Einschaltung der Praxen führen offenbar zu erfreulich steigenden Impfquoten über die höchsten Priorisierungsstufen hinaus“, sagt UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede. „Zugleich werden jedoch viele Menschen, die besonderen Schutz verdienen und oft Anspruch auf eine Impfung hätten, von der laufenden Impfkampagne nicht gut erreicht.“

Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der UPD, ergänzt: „Menschen mit eingeschränkter Gesundheitskompetenz – beispielsweise aufgrund eingeschränkter Sprachkenntnisse oder Menschen ohne festen Wohnsitz oder ohne unterstützendes soziales Umfeld – finden kaum Zugang zur schützenden Impfung. Deshalb regen wir an, in der Organisation der Impfungen flankierend stärker auch auf aufsuchende Konzepte zu setzen.“

Johannes Schenkel nennt Gemeindezentren, religiöse oder andere Begegnungsstätten als Orte, an denen mobile Impfteams Informations- und gleichzeitig Impfangebote machen sollten. „Auch der Einsatz von Impfbussen – beispielsweise in ländlichen Gegenden oder direkt auf Wochenmärkten oder Parkplätzen von Einkaufszentren – kann einen Beitrag leisten, die Covid-19- Impfung in die Lebensrealität der Menschen zu bringen. Zusätzlich zur gerechteren Verteilung könnte so neben den klassischen medizinischen Versorgungsangeboten und den Impfzentren ein Beitrag zur schnellstmöglichen Herdenimmunität geleistet werden.“

Ralf Loweg / glp

Diese Personengruppen sind ab kommenden Montag in Baden-Württemberg impfberechtigt

Ab nächsten Montag können sich Personen mit Vorerkrankung aus der dritten Impfpriorität für einen Impftermin anmelden. Dazu zählen unter anderem Menschen mit behandlungsfreien Krebserkrankungen, HIV, Rheumaerkrankungen und Autoimmunerkrankungen, Herzerkrankungen sowie Asthma oder Adipositas. Das gab das Landessozialamt in Stuttgart am Dienstag bekannt,.

Vom kommenden Montag, den 3. Mai 2021 öffnet Baden-Württemberg die Vergabe von Impfterminen für alle Menschen mit Vorerkrankungen aus der dritten Priorität. Dazu gehören zahlreiche Menschen mit Vorerkrankungen, etwa behandlungsfreien Krebserkrankungen, HIV, Rheumaerkrankungen und Autoimmunerkrankungen, Herzerkrankungen, Asthma oder Adipositas. Impfberechtigt sind ab Montag auch jeweils bis zu zwei Kontaktpersonen von Menschen, die aufgrund einer dieser Erkrankungen oder aufgrund des Alters von über 60 Jahren pflegebedürftig sind. Als Nachweis für die Impfberechtigung dient ein entsprechendes Attest des behandelnden Arztes. Für die Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen wird es wie bisher eine Vorlage für eine entsprechende Selbstbescheinigung geben. Diese wird nach Angaben der Behörde rechtzeitig bis Montag online gestellt.

Noch etwas gedulden müssen sich die Beschäftigten von Berufsgruppen aus der dritten Priorität – bspw. dem Lebensmitteleinzelhandel. Mit der Öffnung dieser Stufe wird, abhängig von den Impfstofflieferungen, etwa Mitte Mai gerechnet, teilt das Sozialministerium weiter mit.

Mit dem weiteren Öffnungsschritt werden rund 1,5 Millionen weitere Menschen impfberechtigt, schätzt das Sozialministerium.

red

Inzidenzwert in Deutschland sinkt weiter

Die Gesundheitsämter meldeten am Samstag dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden insgesamt 18.935 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden innerhalb eines Tages weitere 232 Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind verzeichnet. Im Vergleich zum vergangenen Samstag ist die Zahl um rund 4.500 gesunken. Vor genau einer Woche waren 23.392 Neuinfektionen und 286 Todesfälle registriert worden. (Stand: 01.05.)

Der Höchstwert von 1.244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt laut RKI bei 148,6 und ging damit den fünften Tag in Folge zurück. In der Vorwoche am Samstag lag der Wert bei 164. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut RKI mindestens 3.400.532 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 83.082. Rund 3.012.100 (+16.900) Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Stand: 01.05.)

red