Kinderärzte rügen Politik wegen Fiebersaftmangel

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat der Politik eine Mitschuld am Mangel an Fieber- und Schmerzsäften für Säuglinge und Kleinkinder gegeben. „Es gibt noch keine bundesweiten Engpässe, aber regional, etwa in Bayern, gehen Fieber- und Schmerzsäfte für Kleinkinder aus“, sagte BJKJ-Präsident Thomas Fischbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe). „Die Politik trägt eine gewisse Mitverantwortung.“

Deutschland sei bei Fiebersäften abhängig von Produkten aus außereuropäischen Ländern wie Indien, China oder den USA geworden, „sodass uns der Zusammenbruch der Lieferketten jetzt trifft“, so der Kinder- und Jugendarzt. Die hiesige Pharmaindustrie habe wenig Interesse, Fiebersäfte herzustellen, obwohl es ein Leichtes wäre, aber damit sei kein Geld zu machen. „Die Politik muss rasch die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass auch in Deutschland wieder Arzneimittel hergestellt werden, die für die Versorgung dringend benötigt werden“, forderte Fischbach.

Für Kinder ab zwölf Jahren könnten bei Fieber und Schmerzen auch Tabletten verabreicht werden. „Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Säfte aber definitiv nicht durch Tabletten zu ersetzen.“

red

Hospitalisierungs-Inzidenz steigt bundesweit auf 7,66

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Mittwochmorgen vorläufig 121.780 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 13,6 Prozent oder 19.219 Fälle weniger als am Mittwochmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank laut RKI-Angaben von gestern 678,7 auf heute 652 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 1.826.900 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 8.800 weniger als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 181 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 774 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 111 Todesfällen pro Tag (Vortag: 104).

Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 143.545. Insgesamt wurden bislang 30,6 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

Hospitalisierungs-Inzidenz steigt auf 7,66

Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist gestiegen. Das RKI meldete am Mittwochmorgen zunächst 7,66 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden 7 Tagen (Dienstag ursprünglich: 7,08, Mittwoch letzter Woche ursprünglich 6,96). Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden.

Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten in Mecklenburg-Vorpommern (13,60). Dahinter folgen Saarland (12,30), Thüringen (11,65), Bayern (11,32), Brandenburg (10,51), Sachsen-Anhalt (10,09), Schleswig-Holstein (8,24), Nordrhein-Westfalen (7,74), Hessen (6,99), Rheinland-Pfalz (6,83), Baden-Württemberg (6,20), Hamburg (5,34), Sachsen (4,63), Niedersachsen (4,09), Berlin (3,74), Bremen (3,23). In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit vorläufig bei 6,07, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 1,24, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 3,19, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 3,22, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 11,03 und bei den Über-80-Jährigen bei 42,18 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner.

red

So sehen die Corona-Zahlen für den Landkreis am Dienstag aus

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Dienstagmorgen bundesweit vorläufig 145.472 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 9,5 Prozent oder 15.219 Fälle weniger als am Dienstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz stieg trotzdem laut RKI-Angaben von gestern 664,9 auf heute 678,7 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. (Stand: 26.07.22 – 03.11Uhr)

Und so sehen die Corona-Zahlen im Landkreis Ludwigsburg aus: 

Das Gesundheitsamt Ludwigsburg hat am Dienstagnachmittag in der Summe vorläufig 1596 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Inzidenz liegt laut dem Landratsamt bei 558,2. Die Zahl der Corona-Toten im Kreis Ludwigsburg liegt bei mindestens 720. (Stand: 26.07..22 – 16Uhr)

Der Hospitalisierungswert im Landkreis lag am Montagnachmittag bei 5,6. Die Zahl der Intensivpatienten stieg laut dem Gesundheitsamt zum Vortag auf 149 (+12). (Stand: 25.07.22.)

Gemeinde ( Bestätigte Fälle | Differenz zum Vortag ) Stand: 25.07.22.

Affalterbach ( 1.668 | 0 )
Asperg ( 4.707 | 0 )
Benningen am Neckar ( 2.164 | 0 )
Besigheim ( 4.685 | 0 )
Bietigheim-Bissingen ( 16.116 | 0 )
Bönnigheim ( 3.096 | 0 )
Ditzingen ( 8.718 | 0 )
Eberdingen ( 2.230 | 0 )
Erdmannhausen ( 1.749 | 0 )
Erligheim ( 957 | 0 )
Freiberg am Neckar ( 5.247 | 0 )
Freudental ( 951 | 0 )
Gemmrigheim ( 1.784 | 0 )
Gerlingen ( 6.139 | 0 )
Großbottwar ( 2.968 | 0 )
Hemmingen ( 2.900 | 0 )
Hessigheim ( 912 | 0 )
Ingersheim ( 2.176 | 0 )
Kirchheim am Neckar ( 2.507 | 0 )
Korntal-Münchingen ( 7.050 | 0 )
Kornwestheim ( 12.407 | 0 )
Löchgau ( 1.967 | 0 )
Ludwigsburg ( 32.644 | 0 )
Marbach am Neckar ( 5.628 | 0 )
Markgröningen ( 4.654 | 0 )
Möglingen ( 3.959 | 0 )
Mundelsheim ( 1.150 | 0 )
Murr ( 2.281 | 0 )
Oberriexingen ( 979 | 0 )
Oberstenfeld ( 2.610 | 0 )
Pleidelsheim ( 2.223 | 0 )
Remseck am Neckar ( 9.523 | 0 )
Sachsenheim ( 5.965 | 0 )
Schwieberdingen ( 4.423 | 0 )
Sersheim ( 1.642 | 0 )
Steinheim an der Murr ( 4.164 | 0 )
Tamm ( 3.957 | 0 )
Vaihingen an der Enz ( 10.289 | 0 )
Walheim ( 1.155 | 0 )

red

Opposition gegen Verlängerung der Impfpflicht im Gesundheitswesen

Die Opposition im Bundestag spricht sich gegen eine Verlängerung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht aus, die am 31. Dezember ausläuft. Weder könne die Bundesregierung angeben, wie sich die Impfpflicht vor Ort auswirke, noch habe sie Zahlen zur Abwanderung aus dem Pflegeberuf, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion Tino Sorge (CDU) der „Welt“ (Dienstagausgabe). „Wenn dieser gefährliche Blindflug weitergeht, spricht alles dafür, die einrichtungsbezogene Impfpflicht am Ende des Jahres nicht zu verlängern.“

Sorge forderte, vulnerable Gruppen in den Einrichtungen mit gezielten Impf- und Testkonzepten zu schützen. „Diese dürfen allerdings nicht zu mehr Bürokratie und Belastungen für das Pflegepersonal führen.“ Ähnlich äußerte sich Ates Gürpinar, pflegepolitischer Sprecher der Linksfraktion. „Eine Fortführung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht zur Eindämmung der Pandemie ist sinnlos.“

Zugleich betonte er, dass Impfungen ein wichtiger Baustein für den Kampf gegen Corona seien – neben Hygienevorschriften, Schutzausrüstung, Luftfiltern und Tests. Die AfD plädiert ebenfalls für ein Auslaufen der Maßnahme. Die Impfpflicht sei „aufgrund des fehlenden Fremd- und Eigenschutzes der Impfung nicht verhältnismäßig“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Sichert.

Die Reaktionen aus den Ampel-Parteien waren zurückhaltend. Aus der FDP hieß es, man wolle Diskussionen in der Koalition nicht vorwegnehmen. „Das epidemiologische Geschehen, erhältliche Varianten-Impfstoffe und selbst die aktuelle Variante des Sars-CoV-2 werden wichtige Faktoren in dieser Diskussion sein“, so Andrew Ullmann, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP.

Ähnlich äußerte sich die SPD-Gesundheitsexpertin Heike Baehrens. „Diese Frage werden wir zu gegebener Zeit in der Koalition diskutieren.“ Die Impfung senke das Ansteckungsrisiko und könne schwere Krankheitsverläufe beim Personal verhindern – dies hätten auch Experten im Gesundheitsausschuss berichtet.

red / dts

RKI meldet rund 145000 Corona-Neuinfektionen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Dienstagmorgen vorläufig 145.472 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 9,5 Prozent oder 15.219 Fälle weniger als am Dienstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz stieg trotzdem laut RKI-Angaben von gestern 664,9 auf heute 678,7 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Dass die Zahl der neuen Fälle gegenüber der Vorwoche sank, der Inzidenzwert aber stieg, ist nur möglich, weil das RKI letzte Woche zahlreiche Nachmeldungen aus früheren Zeiträumen hatte, die aber in die Inzidenzwertberechnung nicht eingehen. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 1.827.800 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 23.300 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 187 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.

Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 729 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 104 Todesfällen pro Tag (Vortag: 92). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 143.364. Insgesamt wurden bislang 30,48 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

red

Bundesweite Hospitalisierungs-Inzidenz bei 7,14

Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist im Vergleich zum Vortag gesunken, im Vergleich zur Vorwoche aber gestiegen. Das RKI meldete am Montagmorgen zunächst 7,14 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden 7 Tagen (Sonntag ursprünglich: 7,50, Montag letzter Woche ursprünglich 6,72). Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden.

Wirklich vergleichbar sind nur die unkorrigierten Werte in Bezug zum gleichen Tag der Vorwoche, ansonsten gibt es Wochentagsverzerrungen. Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten in Saarland (12,80). Dahinter folgen Bayern (10,32), Thüringen (10,28), Mecklenburg-Vorpommern (10,06), Schleswig-Holstein (8,86), Brandenburg (8,69), Sachsen-Anhalt (8,44), Nordrhein-Westfalen (7,65), Rheinland-Pfalz (7,08), Hessen (6,56), Baden-Württemberg (5,73), Hamburg (5,07), Niedersachsen (3,85), Berlin (3,74), Sachsen (3,50), Bremen (2,79).

In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit vorläufig bei 5,95, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 1,12, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 2,99, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 3,26, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 9,98 und bei den Über-80-Jährigen bei 38,78 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner.

red

Kassenärztechef kritisiert geplante Testpflicht für Veranstaltungen als „aberwitzig“

Kassenärztechef Andreas Gassen hat die von Bund und Ländern geplante neue Corona-Testpflicht für Veranstaltungen scharf kritisiert. Es seien längst alle Impfwilligen geimpft oder genesen beziehungsweise geimpft und genesen und somit vor schweren Verläufen geschützt. „Wer immungeschwächt oder vorerkrankt ist, dem würde ich vom Besuch eines Rockkonzertes im Stadion abraten. Aber: Eine Testpflicht für alle Veranstaltungen, die Rückkehr zu 1G, das wäre eine aberwitzige Rolle rückwärts“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen beraten Bund und Länder derzeit über eine Wiedereinführung einer Testpflicht für Veranstaltungen. Gassen verwies auf das 17-Milliarden-Euro-Defizit der Krankenkassen.

„Um die gewaltigen Finanzlücken im Gesundheitssystem zu stopfen, sollen die Kassenbeiträge angehoben und Leistungen gekürzt werden, und zugleich wollen Bund und Länder weiter Milliarden Euro für sinnfreie Tests von symptomfreien Menschen rausballern“, sagte der KBV-Chef der „NOZ“. „Da kann ich nur den Kopf schütteln.“

red

WHO: Affenpocken „Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Affenpocken-Ausbruch zu einem „Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite“ erklärt. „Bis jetzt wurden der WHO 3.040 Fälle von Affenpocken aus 47 Ländern gemeldet“, teilte WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstagnachmittag mit. „Seitdem hat der Ausbruch weiter zugenommen und es gibt jetzt mehr als 16.000 gemeldete Fälle aus 75 Ländern und Territorien und fünf Todesfälle.“

Es bestehe auch „ein klares Risiko einer weiteren internationalen Ausbreitung, obwohl das Risiko einer Beeinträchtigung des internationalen Verkehrs derzeit gering bleibt“, so der WHO-Chef. „Nach Einschätzung der WHO ist das Risiko von Affenpocken weltweit und in allen Regionen moderat, außer in der europäischen Region, wo wir das Risiko als hoch einschätzen“, so Ghebreyesus. „Aus all diesen Gründen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der weltweite Affenpockenausbruch einen öffentlichen Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite darstellt“, sagte er.

Ein Ausbruch könne mit „den richtigen Strategien in den richtigen Gruppen gestoppt“ werden, erlärte er. „Obwohl ich einen internationalen Gesundheitsnotstand ausrufe, handelt es sich im Moment um einen Ausbruch, der sich auf Männer konzentriert, die Sex mit Männern haben, insbesondere auf solche mit mehreren Sexualpartnern“, konkretisierte er. „Es ist daher unerlässlich, dass alle Länder eng mit Gemeinschaften von Männern zusammenarbeiten, die Sex mit Männern haben, um wirksame Informationen und Dienste zu entwickeln und bereitzustellen und Maßnahmen zu ergreifen, die sowohl die Gesundheit, die Menschenrechte und die Würde der betroffenen Gemeinschaften schützen.“

Der WHO-Generalskretär mahnte jedoch, man müsse gegen jede Form der Diskriminierung in diesem Zusammenhang vorgehen: „Stigmatisierung und Diskriminierung können so gefährlich sein wie jeder Virus“, sagte er.

red

Krankenkassen sehen Zunahme von Pflegebetrug während Pandemie

Kriminelle Aktivitäten von Pflegediensten haben während der Corona-Pandemie offenbar zugenommen. Darauf deuten die Aussagen von mehreren Krankenkassen hin, berichtet die „Welt am Sonntag“. So teilte die Techniker Krankenkasse (TK) mit, dass bei den derzeitigen Nachprüfungsverfahren „vermehrt Falschabrechnungen im Zusammenhang mit dem Pflege-Rettungsschirm auftreten würden“.

60 Prozent der Fälle von Abrechnungsbetrug bei der TK würden aus dem Pflegebereich stammen. „Generell fällt auf, dass die Fälle ein größeres Ausmaß nehmen: Es handelt sich immer häufiger nicht um Einzelfälle, sondern um organisierten Betrug“, heißt es bei der TK. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Krankenkasse DAK. Neben bekannten Mustern des Abrechnungsbetrugs im Gesundheitsbereich hätten sich „während der Corona-Pandemie auch neue Aktivitäten gezeigt“. Ein Beispiel dafür seien Betrugsmuster im Zusammenhang mit Corona-Hilfen, bei denen etwa Pflegedienste versuchten, sich die staatlichen Hilfen parallel von verschiedenen Pflegekassen auszahlen zu lassen, teilte die DAK mit.

red / dts

Kassenärztechef klagt über Millionen Impfdosen zu viel

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach eine „falsche“ Impfstrategie vorgeworfen, bei der bis zu hundert Millionen Euro verschwendet würden. Lauterbach plant bis zu 60 Millionen Impfungen in Herbst und Winter. KBV-Chef Andreas Gassen sagte dazu der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Die KBV hat das mal kalkuliert: Bei einem zweiten Booster für alle ab 60, einem ersten Booster für alle Jüngeren und einem üppigen Kontingent für Ungeimpfte – ohne große Hoffnung, dass bisherige Impfskeptiker sich jetzt impfen lassen – kommen wir – großzügig gerechnet – auf rund 30 Millionen Impfungen.“

Das Ziel der Bundesregierung von 50 bis 60 Millionen Impfungen „ist unseres Erachtens unrealistisch“, sagte Gassen der „NOZ“. Wenn Lauterbach wie von Medien berichtet mehr als 200 Millionen Dosen bestellt habe, „ist zu erwarten, dass Impfstoff im Wert von möglicherweise hundert Millionen Euro oder mehr weggeworfen werden muss“. Der Kassenärztechef stellte sich auch gegen Appelle des Gesundheitsministers an Unter-60-Jährige, sich rasch eine zweite Boosterimpfung zu holen.

„Unter anderem aus israelischen Studien wissen wir, dass ein zweiter Booster bei jüngeren Gesunden nicht sinnvoll ist“, sagte Gassen der „NOZ“. Lauterbach sei mit seiner Empfehlung zum zweiten Booster für alle „ziemlich exklusiv unterwegs“. 30- oder 40-Jährigen pauschal eine vierte Impfung zu empfehlen, halte er für falsch, so Gassen.

Auch im Herbst sehe er dafür aktuell keine Notwendigkeit, solange es nicht neue und deutlich gefährlichere Varianten gebe. „Ich werde mir jedenfalls keinen zweiten Booster geben lassen“, sagte Gassen der „NOZ“. „Selbst bei den gesunden älteren Menschen wäre ich mit der Viertimpfung zurückhaltend, insbesondere, wenn sie gerade schon eine Omikron-Infektion überstanden haben.“

Das Immunsystem sei ein hochkomplexes Organ. „Alle paar Monate unkritisch eine Boosterimpfung, nur, weil so viel Impfstoff bestellt wurde? Etliche Immunologen warnen davor. Viel hilft nicht immer viel.“

red / dts