Schaeffler elektrisiert Audi

Was sich im Härtetest auf der Rennstrecke bewährt hat, kann nicht schlecht für die Serie sein. Das scheinen sich auch die schlauen Köpfe von Schaeffler zu denken und setzen Autobauer Audi nicht nur in der Formel E unter Strom. Der Zulieferer hat ein Getriebe für elektrische Antriebe entwickelt, das in den Werken in Herzogenaurach und Bühl produziert wird. Erhältlich ist das Getriebe sowohl in achsparalleler als auch in koaxialer Form, also für gemeinsame Achsen. Mit beiden Varianten lässt Schaeffler den neuen Audi e-tron stromern. Der Konzern selbst bezeichnet die Serieneinführung als einen Meilenstein für den Unternehmensbereich E-Mobilität.

Schaeffler verspricht allen e-tron-Besitzern vollsten Fahrspaß bei gleichzeitig hohem Fahrkomfort und optimaler Geräuschperformance. Da der Audi von je einem E-Motor auf der Vorder- und der Hinterachse angetrieben wird, kommt er also grundsätzlich mit Quattro-Antrieb daher. Die Systemleistung von 205 kW/279 PS und das maximale Drehmoment von 561 Newtonmeter sorgen dafür, dass der Sprint von 0 bis 100 km/h in 6,6 Sekunden erledigt ist. Wird die kurzfristig einsetzbare Boost-Funktion genutzt, geht es sogar um 300 kW/408 PS, 664 Newtonmeter und 5,7 Sekunden. Bei 200 km/h erreicht das E-SUV die elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit. Zu haben ist dieser Fahrspaß für knapp 80.000 Euro.

„Die ganze Mannschaft ist stolz auf die Innovation, die wir gemeinsam mit Audi entwickelt haben“, sagt Dr. Jochen Schröder, Leiter Unternehmensbereich E-Mobilität bei Schaeffler „Die beiden Getriebe für Audi sind seit August 2018 in Serie. Für die Zukunft rechnen wir mit der Produktion von bis zu 250.000 Getriebeeinheiten pro Jahr. Dank der Modularität unserer Produkte sind wir auch in der Lage, die Getriebe für andere Anwendungen zu adaptieren.“ Egal, ob reine Elektrofahrzeuge oder die Hybridisierung des verbrennungsmotorischen Antriebsstrangs – das Baukastensystem von Schaeffler sei dank der neuen E-Mobilitätsstrategie für alle Anforderungen gerüstet, teilt der Zulieferer mit.

Noch aber stehen in Deutschland viele Autofahrer der Elektromobilität skeptisch gegenüber. Damit sich das ändert, dürften Elektroautos ihren lauten Rivalen mit Verbrennungsmotor weder beim Fahrkomfort, noch beim Fahrspaß nachstehen. Nicht nur das Fahren in der Stadt muss gewährleistet sein, sondern auch die Möglichkeit, jederzeit schnell auf eine sportliche Fahrweise mit hoher Beschleunigung umschalten zu können.

Genau da setzt Schaeffler an. Für den neuen Audi e-tron hatten die Ingenieure eine geniale Idee: Nicht eine der Achsen ist für den Antrieb des gesamten Autos zuständig, der e-tron kann auf jeder Achse auf ein elektrisches Antriebssystem zugreifen. Bei der Vorderachse handelt es sich um ein achsparalleles E-Achssystem, die Hinterachse verfügt über die koaxiale Variante. Im Zusammenspiel mit dem elektrischen Allradantrieb sorgen die beiden E-Maschinen für beachtliche Fahrleistungen und agiles Handling, erläutern die Techniker.

Der Einsatz des Getriebes im elektrisch angetriebenen Audi e-tron ist der nächste Schritt im Unternehmensbereich E-Mobilität von Schaeffler. Bereits seit Anfang 2018 werden erfolgreich 2-Gang-Getriebe für den asiatischen Markt produziert. Noch erfolgt die Produktion in Deutschland, doch schon bald wird die Produktionslinie nach Asien verlagert, um auch weiterhin dem Gedanken der Kundennähe treu zu bleiben, heißt es dazu.

Und der Blick geht weiter nach vorn. So werde im zweiten Quartal 2019 die Produktion eines Getriebes für einen renommierten deutschen Fahrzeughersteller starten, teilt Schaeffler mit. Bis zu 40.000 Getriebeeinheiten sollen dann hierfür im Werk in Herzogenaurach pro Jahr produziert werden. Außerdem geht der Zulieferer auch in der Saison 2018/2019 zusammen mit den Partnern Audi Sport und Abt Sportsline auf Titeljagd. Und ganz nebenbei gibt es auf der Rennstrecke sicher wieder einige intelligente Anregungen für die Serie. Das klingt ganz nach einer elektrischen Win-Win-Situation. mid/rlo

Versicherungsbetrug mit „Kloppos“ Brille

Kaum zu glauben: Die kaputte Brille von Fußballtrainer Jürgen „Kloppo“ Klopp ist ein häufiger Anblick in den Schadensbüros von Versicherungen. Denn Betrüger schicken nicht nur manipulierte Bilder der Schäden an ihrem Auto ein – sondern sogar aus dem Internet geklaute Fotos, um die Schadenssumme in die Höhe zu treiben. Ein interdisziplinäres Projekt des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) kommt ihnen dabei in die Quere. Und erste Versicherungsgesellschaften in Deutschland testen die Technologien bereits.

Rund zehn Prozent der Schadenszahlungen in der Unfallversicherung beruhen auf Betrug, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Mit drei vom SIT entwickelten Technologien können die Versicherungen jetzt automatisiert zweifelhafte Fälle aufspüren. Mit den neuen Verfahren lassen sich Bilder, Texte und Finanzdaten untersuchen.

Versicherungsbetrüger sind ziemlich erfinderisch und fingieren oft Beweise. Sie bearbeiten etwa Bilder, die mit der Unfallmeldung eingeschickt werden, damit der Schaden größer erscheint: Da ist die Beule am Auto plötzlich dreimal in der Seitentür zu sehen oder der Lackkratzer ist viel länger als in Echt. „Manche Bilder wurden bereits für andere Fälle eingereicht, oder sie werden einfach aus dem Internet gezogen und mit einer fingierten Schadensmeldung bei der Versicherung gemeldet“, so die Forscher. Und hier kommt dann „Kloppos“ Brille ins Spiel. Aber nicht nur die erkennt die Software des Fraunhofer SIT dank bildforensischer Technologien automatisiert als Fake.

„Oft nutzen Versicherungsbetrüger verschiedene Identitäten, um viele fingierte Fälle einzureichen“, so die Experten. „Oder ein Außendienstmitarbeiter der Versicherung meldet selbst massenhaft Schäden und betrügt damit seinen Arbeitgeber.“ Auch dieser Art des Betrugs können Versicherungen dank der SIT-Analyse auf die Spur kommen. Die Software vergleicht die einzelne Fallbeschreibung stilistisch mit Referenztexten und findet gegebenenfalls in Sekundenbruchteilen Übereinstimmungen in Bezug auf die Autorenschaft. Beeindruckend: Das Tool analysiert 500 Fallbeschreibungen innerhalb von sieben Sekunden.

Aber auch mit der Ziffernanalyse von Finanzdaten lassen sich ungewöhnliche Häufungen aufdecken. Und es lassen sich etwa betrügerische Werkstätten oder Gutachter identifizieren, die systematisch überhöhte Schäden berechnen. mid/rhu

Verkehrsminister Scheuer gegen Sperrung der A40 für Dieselautos

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bezeichnet die Sperrung der A40 für ältere Dieselfahrzeuge als unverhältnismäßig. Im Interview mit dem Magazin „trans aktuell“ sagt Scheuer: „Es steht mir nicht zu, die Justiz zu kritisieren. Aber ich halte dieses Fahrverbot, von dem nun sogar eine Bundesautobahn betroffen ist, jedoch für völlig unverhältnismäßig.“ Man löse damit nur Verunsicherung und Proteste bei der Bevölkerung aus, die sich in ihrer Mobilität eingeschränkt sehen.

Es müsse daher dringend eine Versachlichung dieser Debatte stattfinden. Man laufe sonst Gefahr, mit dem Dieselmotor ein wichtiges Mobilitätselement kaputt zu machen. „Wenn ich mir beim Pkw bei einem modernen Euro 6d-Temp die Verbräuche und Emissionen anschaue, ist eine Diskussion gegen den Diesel doch gegen jede Vernunft.“ mid/wal

Neue Studie: Mit Taxi-Drohnen geht es aufwärts

Komplett abgehobene Spinnerei oder sinnvolle Beförderungs-Alternative der Zukunft? Passagierdrohnen polarisieren derzeit noch heftig. Doch der Markt kommt jetzt durch technische Innovationen in Bewegung.

So planen Dubai, Singapur, Los Angeles und Dallas den Start der ersten Pilotprojekte mit kommerziellen Passagierdrohnen schon Anfang des nächsten Jahrzehnts, weitere Metropolen, auch in Deutschland, werden folgen. Aktuell arbeiten rund 75 Unternehmen weltweit an der Entwicklung von Passagierdrohnen. So steht es in der aktuellen Roland Berger-Studie „Urban Air Mobility: The rise of a new mode of transportation“.

„Wir gehen davon aus, dass Passagierdrohnen für innerstädtische und regionale Strecken in fünf bis zehn Jahren realistisch sein werden“, sagt Berger-Partner Manfred Hader. „Fortschritte in der Batterietechnologie und bei autonomen Systemen werden hier einen wichtigen Impuls geben.“ Laut der Prognosen wird der globale Markt für Passagierdrohnen in den kommenden Jahren noch überschaubar sein – bis 2025 sollen rund 3.000 Drohnen weltweit fliegen. Doch in den Folgejahren werde er exponentiell wachsen, denn sowohl bei den die Anschaffungs-, als auch bei den Betriebskosten seien Drohnen deutlich günstiger als etwa Hubschrauber.

Die Autoren der Untersuchung gehen davon aus, dass die neue Flugzeuggeneration zunächst vor allem in Form von Shuttles von und zum Flughafen sowie innerhalb und zwischen Städten eingesetzt wird. Passagierdrohnen könnten den innerstädtischen Mobilitätsmix neu gestalten und mit den geeigneten Rahmenbedingungen die oft überfüllten Verkehrsnetze entlasten.

Die Frage, wie die erste Drohne für den städtischen Flugverkehr tatsächlich aussehen wird, ist heute noch offen. Zu den Architekturen mit den größten Erfolgsaussichten zählen Multi- und Quadro-Copter, Kippflügler, Senkrechtstarter sowie Hybrid-Konstruktionen. Grundvoraussetzung für den Einsatz von E-Flugzeugen ist ein robustes 5G-Netz, das die Kommunikation mit Kontrollbehörden und anderen Nutzern des bodennahen Luftraums sicherstellt. mid/rhu

Porsche 911 – 55 Jahre und kein bisschen leise

Ein Porsche 911 fährt nicht ganz geräuschlos vor. Der „Ur-Elfer“ von 1963 prasselte mit seinem 130 PS starken Boxermotor markant. Und auch der 911 der achten Generation – Weltpremiere am 27. November in Los Angeles – ist kein Leisetreter. Wir blicken zurück:

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt schlägt die Geburtsstunde einer Legende. Es ist der 12. September 1963: Porsche präsentiert den mit Spannung erwarteten Nachfolger des 356. Der neue, zunächst 901 genannte Sportwagen, tritt ein großes Erbe an. Er spiegelt den Ehrgeiz der Marke wider, denn mit dem neuen Modell tritt Porsche in einer höheren Liga an: Sechs- statt Vierzylindermotor, in bester Firmentradition luftgekühlt und mit Boxerantrieb, aber von vornherein 130 PS stark.

Als das neue Modell 1964 auf den Markt kommt, heißt es schon 911 – Folge einer Namensrechts-Diskussion mit dem französischen Automobilhersteller Peugeot. Der Elfer wird schnell als „echter“ Porsche akzeptiert, denn die Fahrleistungen des neuen Sportwagens übertreffen alle Erwartungen. Die Weichen für eine beispiellose Weltkarriere sind gestellt.

Die Ausweitung der 911-Modellpalette nimmt weiter Fahrt auf. 1965 antwortet Porsche auf eine Diskussion in den USA, die Cabriolets als gefährlich brandmarkt, auf typisch pragmatische Weise: Das Unternehmen präsentiert auf der IAA den 911 Targa als das erste „Sicherheits-Cabriolet“ der Welt mit einem gut 20 Zentimeter breiten Überrollbügel, herausnehmbarem Dachteil und hinterem Mini-Stoffverdeck. Es wird Soft-Window genannt. Wenig später folgt eine Panorama-Heckscheibe mit beheizbarem Glas. Der Name der offenen Variante – „Targa“ – leitet sich von dem zuvor vier Mal gewonnenen Langstreckenrennen Targa Florio auf Sizilien ab.

Zusammen mit dem 160 PS starken 911 S feiert 1966 eine weitere Design-Ikone Weltpremiere: die Fuchs-Felge. Das wohl berühmteste Rad der Autogeschichte betritt technologisches Neuland: Es wird aus einem Teil geschmiedet und ist viel leichter.

Im Herbst 1967 stehen weitere Modellvarianten bereit: Der 110 PS starke 911 T rundet das Programm unterhalb des Topmodells 911 S und des 911 E – der Zusatz „E“ steht für Benzineinspritzung – ab. Eine saubere Sache: Als erster deutscher Autohersteller erfüllt Porsche mit diesen drei Varianten die strengen US-Abgasvorschriften.

Die kontinuierliche Verbesserung des 2+2-sitzigen Porsche erreicht Mitte 1968 einen Meilenstein: Ab Modelljahr 1969 wächst der Radstand der ersten 911-Generation um 57 auf 2.268 Millimeter. Dies beruhigt in erster Linie das Fahrverhalten des Heckmotor-Sportwagens. 1969 endet die 2,0-Liter-Ära: Eine um vier Millimeter größere Bohrung hebt den Hubraum auf 2.195 ccm. Zum Modelljahr 1972 steigt der Hubraum sogar auf 2,4 Liter, dafür akzeptiert der Sportwagen jetzt auch Normalbenzin. Das neue Leistungs-Spektrum: von 130 bis zu 190 PS im 911 S.

Der 911 Carrera RS 2.7 wird mit seinem Entenbürzel-Heckspoiler zu einer ganz eigenen Legende. Der 1.000 Kilogramm leichte, 210 PS starke und über 245 km/h schnelle Sportler rollt 1.525 Mal aus den Werkstoren in Zuffenhausen. Er setzt der ersten 911-Generation die Krone auf. Vom Ur-Elfer werden zwischen 1963 und 1973 insgesamt 111.995 Fahrzeuge produziert.

Bis heute ist jeder Porsche 911 ein Hingucker. Die achte Generation der Sportwagen-Ikone soll nach dem Anspruch der Zuffenhauser wieder der beste 911er aller Zeiten werden. Auf dem Nürburgring wurden Motor, Getriebe, Bremsen und Fahrwerk bereits heftig getestet. Und auch extreme Temperaturbedingungen wie sie im kalifornischen Death Valley mit 50 Grad Celsius herrschen, musste der fesche Neuling schon über sich ergehen lassen – bevor er im unweit gelegenen LA im Rampenlicht glänzen kann. mid/wal

Der Vize-Chef von Renault Thierry Bolloré übernimmt das Steuer

In der Chefetage von Renault gibt es eine personelle Veränderung. Das operative Geschäft leitet vorläufig der bisherige Vize-Generaldirektor. Wie die „Automobilwoche“ berichtet, übernimmt nach der Verhaftung von Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn in Japan nun Thierry Bolloré – die bisherige Nummer 2 – das Steuer. Ghosn soll aber CEO bleiben.

Ghosn war am Montag wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Börsenauflagen verhaftet worden. Die jetzigen Maßnahmen sollen die Interessen des Konzerns wahren und Kontinuität sicherstellen. mid/wal

Die Mercedes-Premieren in Los Angeles

Mercedes zelebriert auf der Auto Show in Los Angeles (28. November bis 9. Dezember) die Weltpremieren des Mercedes-AMG GT R PRO und der neu aufgelegten Mercedes-AMG GT-Baureihe.

Das limitierte Sondermodell Mercedes-AMG GT R PRO wurde intensiv „für noch mehr Rennstrecken-Performance geschärft“, heißt es. Dabei seien die Erfahrungen aus dem erfolgreichen Customer Racing Engagement mit AMG GT3- und AMG GT4-Rennfahrzeugen mit eingeflossen. Beim Update der AMG GT-Baureihe geht es um Modifikationen beim Exterieur und beim Interieur, die die Nähe zum AMG GT 4-Türer Coupé betonen sollen.

Seine Publikumspremiere in den USA erlebt das neue große Mercedes-SUV GLE. Mit 48-Volt-Fahrwerk und vollvariablem Allradantrieb soll die vierte GLE-Generation auf der Straße und im Gelände Maßstäbe setzen. Auch die neue A-Klasse wird zum ersten Mal auf einer Automobil-Messe in den USA gezeigt, sie markiert den Einstieg von Mercedes-Benz of America in ein neues Marktsegment. Und Mercedes-Benz Vans zeigt dem U.S. Publikum erstmals den neuen Sprinter, der nun auch in den USA gefertigt wird. mid/rhu

Lichttest: Ein Drittel mit Mängeln

Die Bilanz ist nicht gerade berauschend: Noch immer fährt jeder dritte Pkw mit mangelhaftem Autolicht. Und jeder Zehnte blendet andere Verkehrsteilnehmer. So die Bilanz des Licht-Tests 2018.

Überprüft wurde im Oktober die Beleuchtung mehrerer Millionen Fahrzeuge. Über 100.000 davon flossen in eine jetzt von Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) und Deutscher Verkehrswacht (DVW) veröffentlichte Statistik. Sie zeigt eine Mängelquote von 32,6 Prozent, 2017 waren es 32,7 Prozent. Ganz oben bei den Beanstandungen stehen wieder die Hauptscheinwerfer mit 23,7 Prozent. Während der Anteil der Blender leicht auf 10,3 Prozent gestiegen ist, hat die Quote zu niedrig eingestellter Frontlichter mit einem Anteil von 9,5 Prozent geringfügig abgenommen. Bei vier Prozent der Fahrzeuge war ein Hauptscheinwerfer komplett ausgefallen, bei 0,4 Prozent sogar beide. In 8,4 Prozent der Tests war die rückwärtige Beleuchtung auffällig, bei vier Prozent war das Bremslicht defekt. mid/rhu

E-Bikes auf dem Prüfstand

Der Wirkungsgrad ist ein deutliches Zeichen dafür, dass bei der Technik von E-Bikes und Pedelecs noch reichlich Luft nach oben ist. Während E-Autos nämlich rund 90 Prozent des Stroms in Fortbewegung umsetzen, sind es bei den kleinen Zweiräder gerade mal 70 Prozent. Doch das soll sich ändern.

Denn Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wollen E-Bikes besser machen – und haben im ersten Schritt dafür einen speziellen Prüfstand eingerichtet. Der Hintergrund: „Oft sind die Antriebe der praktischen Flitzer stärker im Hinblick auf die Herstellungskosten optimiert, weniger auf die bestmögliche Kraftentfaltung“, heißt es beim KIT. Martin Doppelbauer von dessen Elektrotechnischem Institut (ETI) bringt es auf den Punkt: „Die meisten Motoren, die heute in E-Bikes verbaut sind, wurden ursprünglich als Antriebe für andere kleine Elektrogeräte entwickelt, zum Beispiel als Lenkhilfe in Autos.“ Deswegen seien sie nicht an sich schlecht, aber eben auch nicht so optimiert, dass sie die allerbeste Fahrleistung erbrächten, konstatiert der Professor für Hybridelektrische Fahrzeuge – siehe Wirkungsgrad.

Laut Doppelbauer müssten künftige Motoren vor allem kompakter und damit auch kleiner und leichter sein. Dazu wenden die Forscher am ETI Entwicklungsmethoden und Erkenntnisse von größeren Antrieben für E-Fahrzeuge, die bereits sehr weit entwickelt sind, auf die kleinen Pedelec-Motoren an. Und auch bei den Komponenten wie Getriebe, Kühlung, Leistungselektronik und nicht zuletzt bei der Batterie gebe es Optimierungspotenzial. „Bislang fehlt bei den meisten Herstellern ein Schnellladesystem“, so Doppelbauer. Ein solches entwickelt das ETI jetzt gemeinsam mit einem Heidelberger E-Bike-Produzenten. „Räder für den Stadtverkehr muss man in einer halben Stunde während des Einkaufens aufladen können, dann kann man die Batterien kleiner, leichter und damit praxistauglicher machen“.

Auf ihrem Prüfstand können ETI-Forscher vollautomatisch realistische Dauertests durchführern, die Räder durchlaufen dabei unterschiedliche Fahrzyklen in allen Geschwindigkeiten, ebenso können Berg- und Talfahrten nachgestellt werden, „wie bei den großen Motoren auch“. mid/rhu

VW hat Talsohle durchschritten

Der VW-Konzern sieht Licht am Ende des WLTP-Tunnels: Man habe „die Talsohle durchschritten“, erklärt Dr. Christian Dahlheim, Leiter Konzern Vertrieb. Allerdings wurden auch im Oktober wegen der Umstellung auf das neue Verbrauchs- und Abgas-Prüfverfahren weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahr.

Insgesamt wurden laut der Wolfsburger Statistik 846.300 Fahrzeuge weltweit an Kunden übergeben, ein Rückgang um zehn Prozent. In Europa fiel das Minus von 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich schwächer aus als noch im September. Südamerika wuchs zweistellig und trug dazu bei, „dass der Konzern im Jahresverlauf in einem insgesamt stagnierenden Gesamtmarkt mit 8,98 Millionen Auslieferungen ein Wachstum von 2,6 Prozent erzielen konnte“, so die Wolfsburger. Die Umstellung der Modelle aller Marken auf den neuen Prüfzyklus mache weiter Fortschritte. Für das Gesamtjahr werde ein Auslieferungsergebnis leicht über dem Vorjahres erwartet. mid/rhu