Mehr als 80 Prozent der Einzelhändler klagen über Lieferprobleme

Die Lieferprobleme im Einzelhandel haben sich nochmals deutlich verschärft. Rund 82 Prozent der Einzelhändler klagten im Dezember, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden können, so eine Umfrage des Ifo-Instituts. Im November waren es noch 78 Prozent.

„Der Einzelhandel wird gerade doppelt belastet“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Händler können nicht alle Produkte anbieten. Und Kunden sind angesichts der hohen Inzidenzen zurückhaltend beim Einkaufen.“

Besonders schwierig ist die Situation dem Institut zufolge im Handel mit elektronischen Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik. Dort kämpfen demnach fast alle Händler mit Lieferproblemen. Ähnlich sieht es bei den Baumärkten aus.

Im Spielzeugwareneinzelhandel hat sich die Lage ein wenig entspannt. Trotzdem berichten dort weiter 77 Prozent von ausbleibenden Lieferungen.

red / dts Nachrichtenagentur

Mehr als jeder fünfte Beschäftigte verdient weniger als 12,27 Euro pro Stunde

Gut jeder fünfte abhängig Beschäftigte (21 Prozent) in Deutschland hat im April 2021 im Niedriglohnsektor gearbeitet. Damit wurden rund 7,8 Millionen Jobs unterhalb der Niedriglohnschwelle von 12,27 Euro brutto je Stunde entlohnt, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mit. Dies waren knapp 250.000 Jobs weniger als im April 2018. Der Anteil der niedrigentlohnten Jobs an allen Beschäftigungsverhältnissen blieb unverändert.

Zum Niedriglohnsektor zählen nach der internationalen Definition alle Beschäftigungsverhältnisse, die mit weniger als zwei Drittel des mittleren Verdienstes entlohnt werden. Der leichte Rückgang der Anzahl an Niedriglohnempfänger gegenüber 2018 lässt sich darauf zurückführen, dass im April 2021 aufgrund der Coronakrise viele Beschäftigte zu 100 Prozent in Kurzarbeit waren und in der Verdiensterhebung nicht berücksichtigt wurden, da sie ausschließlich Kurzarbeitergeld erhielten. Es sei davon auszugehen, dass der Anteil der Niedriglohnempfänger in dieser Beschäftigtengruppe überproportional hoch gewesen wäre, so die Statistiker.

red / dts Nachrichtenagentur

Gaspreis klettert immer weiter – Wieder Rekordhoch

London/Leipzig – Der Gaspreis in Europa klettert immer weiter. Terminkontrakte für Januar schossen am späten Nachmittag vorübergehend auf ein Rekordhoch von über 145 Euro pro Megawattstunde (MWh). Zwar fielen die Preise danach wieder auf 136 Euro zurück, das ist aber noch immer deutlich mehr als vor einer Woche, als eine Megawattstunde Gas mit Lieferung im Januar noch 100 Euro kostete.

Neue Tarife für Verbraucher mit Vertragsbeginn im Januar sind derzeit in der Regel weiterhin erst ab 10 Cent pro Kilowattstunde (kWh) abschließbar. Die sogenannte „Grundversorgung“ ist mittlerweile oft günstig, wobei die Unterschiede eklatant sind. In Hamburg werden bei 18.000 kWh Abnahmemenge ab Januar 8,9 Cent pro Kilowattstunde fällig, in Berlin für Neukunden 19,28 Cent.

red / dts Nachrichtenagentur

Allzeithoch: Zahl der Pkw-Neuzulassungen trotz Corona auf Rekordniveau

Duisburg  – Die deutsche Autoindustrie klagt das ganze Jahr bereits über enorme Produktionsschwierigkeiten und Lieferprobleme wegen der Halbleiterkrise, doch es gibt immer mehr Neuzulassungen. Der Fahrzeugbestand nimmt immer weiter zu, zeigen Zahlen des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer, über die die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) vorab berichtet. So waren zum 1. Oktober in Deutschland 48,648 Millionen Pkw zugelassen, was einem Zuwachs von knapp 400.000 Autos gegenüber dem Jahresbeginn entspricht.

„Das ist ein Allzeithoch und es geht immer weiter“, sagte der Leiter des Center Automotive Research in Duisburg der SZ. „Von einer Abkehr der Deutschen vom Auto ist überhaupt nichts zu sehen.“ Bis zum Jahreswechsel dürfte die Zahl sogar auf 48,7 Millionen anwachsen. Dann werden 585 Autos auf 1.000 Einwohner kommen, im Vorjahr waren es noch 580 Wagen.

Dabei steigt selbst in den Großstädten, also den Gegenden mit eher starkem öffentlichen Nahverkehr, der Autobestand an, wie Dudenhöffer mithilfe von Daten des Kraftfahrtbundesamtes berechnete. In fast allen der 25 größten Orten Deutschlands gibt es nun mehr Autos als zu Jahresbeginn, abgesehen von Stuttgart, Wolfsburg und Ingolstadt. „Auch in Großstädten ist der Trend zum Auto unverkennbar“, sagte Dudenhöffer der SZ. So stieg etwa die Zahl der in München zugelassenen Wagen um gut 24.000, Hamburg legte um 17.000 zu und Berlin um 10.000. Dies sei auch bemerkenswert, so der Branchenexperte, da die Preise für Gebrauchtwagen wie für Neuwagen derzeit vergleichsweise hoch seien.

red / dts Nachrichtenagentur

Post: Paketversand geringer als an Weihnachten 2020

Bonn  – Nachdem die Deutsche Post Weihnachten 2020 wegen des Lockdowns einen extremen und unerwarteten Paketboom bewältigen musste, sieht die Lage dieses Jahr etwas entspannter aus. Das sagte Tobias Meyer, Vorstand der Post für das deutsche Briefe- und Paketgeschäft, der „Rheinischen Post“. Der Auftakt des Vorweihnachtsgeschäfts sei dennoch deutlich stärker als im Vorjahr und auch stärker als allgemein erwartet gewesen.

„Seitdem bewegen sich die Mengen etwa auf dem Niveau des Vorjahres, teils auch leicht darunter.“ Es würde das Geschäft auch nicht ankurbeln, dass ein Teil der Bevölkerung wegen der 2G-Regel viele Geschäfte nicht besuchen darf. „Es ist unwahrscheinlich, dass wir die enormen Zahlen aus dem Vorjahr nochmals überbieten werden. Aber das Niveau ist gegenüber 2019 natürlich massiv höher“, so Meyer. Im Trend liegen derzeit wieder Mode- und Sportartikel-Pakete: „Ebenso Apotheken und Drogerien, die schon während der gesamten Pandemie enorme Zuwächse im Online-Geschäft hatten.“ Um die Belegschaft vor dem Coronavirus zu schützen, greife die Post auf zahlreiche Maßnahmen zurück.

„Wir setzen in den großen Paketzentren auch Abstandstracker ein und bieten Tests vor Ort an. Die Maßnahmen sind richtig, stellen aber natürlich eine zusätzliche Belastung dar. Auch das Arbeiten mit Maske ist nicht angenehm, aber machbar.“

Meyer sagte, dass die Post durch den Erhalt von Tausenden Stellen im Sommer wichtige Weichen für den Winter gestellt habe. Man habe dadurch bereits gut eingearbeitete Kollegen. „Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Arbeitsmarkt wieder enger geworden ist.“

Auch die Corona-Lage und die erforderlichen Corona-Schutzmaßnahmen machten den tagtäglichen Betrieb nicht einfacher.

red / dts Nachrichtenagentur

 

Behörden genehmigen weniger Wohnungen

Wiesbaden – Im Oktober 2021 ist in Deutschland der Bau von 29.597 Wohnungen genehmigt worden. Das waren saison- und kalenderbereinigt 3,2 Prozent weniger als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Die Zahl der Baugenehmigungen von Wohnungen in neuen Ein- und Zweifamilienhäusern stieg gegenüber September saison- und kalenderbereinigt um 1,4 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent.

Bei den Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern war hingegen ein Rückgang um 6,7 Prozent zu verzeichnen. Auch die Zahl der Genehmigungen für Wohnungen, die durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstehen, hat sich um 5,6 Prozent verringert. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2021 wurden insgesamt 4,2 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum.

Dieses Plus betrifft den Neubau fast aller Gebäudearten (Einfamilienhäuser: +3,4 Prozent, Zweifamilienhäuser: +26,3 Prozent, Mehrfamilienhäuser: +2,4 Prozent, Wohnheime: -24,0 Prozent).

red / dts Nachrichtenagentur

Rewe gewinnt „Goldenen Windbeutel“

Der „Goldene Windbeutel“ ist eine Negativauszeichnung, die Foodwatch Firmen verleiht. Die Ernährungs-Überwacher haben diesmal die Supermarktkette Rewe aufs Korn genommen. Foodwatch bezichtigt Rewe der „Klimalüge“.

Bei einer Online-Abstimmung der Verbraucherorganisation Foodwatch wählten rund 28 Prozent der mehr als 63.000 Teilnehmer das als „klimaneutral“ beworbene Hähnchenbrustfilet der Rewe-Eigenmarke „Wilhelm Brandenburg“ zur „dreistesten Werbelüge des Jahres“. Die Werbung erwecke den Eindruck, dass sich die Produktion des Hähnchens nicht schädlich auf das Klima auswirke.

Tatsächlich werde das Hähnchenbrustfilet weder emissionsfrei hergestellt noch würde der bei der Produktion anfallende CO2-Ausstoß ausgeglichen. Recherchen von foodwatch haben ergeben: Das Wald-Projekt in Peru, durch das die Treibhausgas-Emissionen kompensiert werden sollten, schützt den dortigen Wald nicht. Fleisch als „klimaneutral“ zu bewerben, sei zudem grundsätzlich irreführend, so foodwatch. Dreiviertel aller Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft entfallen auf die Tierhaltung.

„Für den Klimaschutz muss Deutschland die Tierzahlen drastisch reduzieren“, sagt Manuel Wiemann, Wahlleiter des „Goldenen Windbeutels“. Rewe verkaufe Fleisch als gut für das Klima, was eine glatte Lüge sei. Mit diesem Greenwashing müsse Schluss sein.

Mit einer Aktion an der Rewe-Zentrale in Köln hat Foodwatch am heutigen Dienstag versucht, den Negativpreis an die Konzernführung zu überreichen. Eine lebensgroße Hähnchenverpackung protestierte mit dem Schild „Ich will keine Klimalüge sein!“. Die Aktivisten standen jedoch vor verschlossenen Türen: Rewe stand für ein Gespräch nicht zur Verfügung. In einer schriftlichen Stellungnahme hatte der Handelskonzern die Kritik bereits zurückgewiesen: Der Anbieter Climate Partner, über den die Supermarktkette die CO2-Zertifikate gekauft hatte, hätte versichert, die foodwatch-Vorwürfe seien unbegründet, so Rewe.

Manuel Wiemann von foodwatch sagt dazu, Rewe zeige den Verbrauchern die kalte Schulter. Der Ausgleich eigener Emissionen über den Kauf von C02-Zertifikaten sei ein moderner Ablasshandel, mit dem Unternehmen ruckzuck auf dem Papier „klimaneutral“ werden können – ohne selbst ernsthaft etwas für mehr Klimaschutz tun zu müssen. Es könne nicht verwundern, dass die Profiteure dieses Geschäftsmodells sich gegenseitig eine weiße Weste bescheinigen.

Lars Wallerang / Lars Wallerang

Inflation beutelt die Ärmsten

Die Inflationsrate steigt und steigt. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt nun, dass vor allem ärmere Haushalte und Rentner die Folgen der Inflation spüren. Dafür haben die IW-Ökonomen Preissteigerung seit 1995 und die Konsumgewohnheiten der Deutschen ausgewertet und verglichen.

Werden die Auswirkungen der vergangenen Monate betrachtet, spüren Reiche die Folgen der Inflation stärker als Arme. Werden dagegen die vergangenen Jahrzehnte betrachtet, trifft die Inflation vor allem ärmere Haushalte und Rentner. Für die einkommensärmsten Deutschen sind die Lebenshaltungskosten demnach seit 1995 um fast 34 Prozent gestiegen, die der einkommensreichsten Haushalte dagegen nur um rund 28 Prozent.

Ein 80-Jähriger mit durchschnittlichem Konsumverhalten zahlt heute knapp 43 Prozent mehr für seinen Lebensstandard als ein vergleichbarer 80-Jähriger im Jahr 1995, junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 dagegen nur rund 19 Prozent mehr.

Die Unterschiede erklären sich vor allem durch die verschiedenen Konsumgewohnheiten der Deutschen: Arme Haushalte geben einen großen Teil ihres Einkommens für Miete, Gas, Strom und Lebensmittel aus, während reiche Haushalte vergleichsweise viele Elektrogeräte kaufen – die sind gemessen an der Qualität deutlich günstiger geworden.

Grundsätzlich haben ärmere Haushalte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein größeres Risiko, arbeitslos zu werden. „Gleichzeitig tragen sie die Hauptlast von Preissteigerungen“, sagt IW-Studienautor Markus Demary. „Sie geben einen großen Teil ihres Einkommens für lebensnotwendige Güter aus. Steigt dort der Preis, gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten.“ Es sei nicht Aufgabe der Geldpolitik, individuelle Inflationsraten zu kontrollieren – dennoch würde eine geringere Inflation alle Bevölkerungsschichten entlasten und müsse deshalb zentrales Ziel bleiben.

Lars Wallerang / glp

Gas immer teurer – Billiganbieter kündigen viele Verträge

Paris/Berlin – Die Gaspreise in Europa klettern immer weiter – und viele Versorger in Deutschland kündigen Verträge und lehnen Neukunden ab. An der Energiebörse Powernext wurden am Montag für die Lieferung am nächsten Tag 106 Euro pro Megawattstunde (MWh) aufgerufen, vor einer Woche waren es noch 91 Euro. Und auch für Verbraucher wird es jetzt richtig ungemütlich.

Wer einen neuen Gastarif ab 1. Januar abschließen will, muss aktuell mit einem Preis von 10 bis 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) kalkulieren, das ist das doppelt- bis dreifache im Vergleich zur Situation vor einem Jahr. Gerade Billiganbieter kündigen derzeit reihenweise die alten Verträge, Hausbesitzer und Verwalter sind unterdessen oft gezwungen, in die sogenannte „Grundversorgung“ zu gehen, weil viele Anbieter gar keine Neukunden mehr zulassen. Die „Grundversorgung“, auf die jeder Anschlussinhaber Anspruch hat und die beim Wegfall eines alternativen Anbieters automatisch greift, war einst bekannt für ihre besonders hohen Preise, mittlerweile ist sie vielerorts im Vergleich am günstigsten, weil sich die jeweiligen Stadtwerke relativ konservativ und langfristig gewisse Kontingente gesichert haben.

Doch diese Kontingente könnten bei einem Run auf den Basistarif dann schnell auch nicht mehr ausreichen – weitere Preissteigerungen drohen. Besonders fatal: Mieter bekommen oftmals die ab Januar aufgerufenen Gaspreise erst zu spüren, wenn für das Jahr 2022 die Nebenkosten abgerechnet werden – und das dürfte in vielen Fällen erst in 1,5 bis zwei Jahren der Fall sein. Es drohen dann je nach Verbrauch Nachzahlungen von 250 bis 500 Euro – pro Person.

Neues Öl ins Feuer, oder besser gesagt, Gas aus dem Markt, nahm eine Äußerung der neuen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Die sagte am Sonntag im ZDF, die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 könne „nach jetzigem Stand .. so nicht genehmigt werden“, unter anderem, weil sie Vorgaben des europäischen Energierechts nicht erfülle. Über die Pipeline könnte viel Gas aus Russland nach Deutschland fließen und die Preise entspannen, Kritiker von Russlands Präsident Putin werfen ihm aber vor, genau auf diesen Vorteil für andere Interessen ausnutzen zu wollen.

An der Grenze zum bereits seit Jahren umkämpften Teil der Ukraine stehen russische Truppen, die USA fürchtet eine Invasion.

red / dts

Fast halbe Millionen Beschäftigte müssen mit Hartz IV aufstocken

Berlin  – Die Zahl der Beschäftigten, die ihren Lohn mit ergänzenden Leistungen des Arbeitslosengelds II aufstocken, bleibt hoch. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben) unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Linksfraktionschefs Dietmar Bartsch. Im Dezember 2020 waren demnach 475.514 Erwerbstätige leistungsberechtigt für Arbeitslosengeldzahlungen.

Insgesamt sank der Anteil der Aufstocker unter allen Beschäftigten von 1,6 Prozent im Jahr 2019 (520.128 erwerbstätige Leistungsberechtigte) auf 1,4 Prozent im Jahr 2020. In vielen systemrelevanten Berufen bleibt er der Antwort aus dem Bundesarbeitsministerium zufolge aber hoch. So mussten im Dezember 2020 10.862 Beschäftigte in der Altenpflege, 8.249 Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie bei Rettungsdiensten und in der Geburtshilfe und 44.258 Beschäftigte in der Lagerwirtschaft, Post und Zustellung und beim Güterumschlag aufstocken.

Auch 36.515 Verkäufer mussten als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Aufstockerleistungen beantragen. Auch ist der mittlere Durchschnittsverdienst in einigen systemrelevanten Berufen demnach gesunken. So lag der Median bei Berufen für Post- und Zustellerdiensten 2019 noch bei 2.593 Euro, 2020 um zehn Euro niedriger bei 2583 Euro.

Deutliche höhere Verdienste gab es dagegen in der Pflege. Gesundheits- und Krankenpfleger verdienten im Mittel 2020 mit 3.610 Euro 93 Euro mehr als noch 2019. Altenpflegerinnen und Altenpfleger verdienten im Mittel sogar 134 Euro mehr – 2.912 Euro im Jahr 2020. Neben den rund 476.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gab es laut der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auch rund 259.000 ausschließlich geringfügig Beschäftigte sowie rund 78.000 Selbstständige, die Anspruch auf eine Aufstockung hatten.

Dennoch äußerte Bartsch deutliche Kritik. „Die Helden des Alltags stehen vielfach Schlange im Sozialamt. Dass zehntausende Pflegekräfte, Verkäuferinnen und Paketboten mitten in der Pandemie aufstocken müssen, weil ihr Lohn nicht zum Leben reicht, ist der Gipfel der Heuchelei“, sagte der Linksfraktionschef den Funke-Zeitungen.

Er forderte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) auf, einen Plan für höhere Löhne in systemrelevanten Berufen vorzulegen.

red / dts Nachrichtenagentur